Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1924-03-04 · Heft 18 (4.3.1924) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 18 (4.3.1924)
Date
1924-03-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2651273-2652595-2652613--15574-2674885
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

׳< ,4 Seile 122 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 18 Ul der- Form der A n s i c d 1 u n g auf dem freien Boden sein wird. Es ist selbstverständlich, da(!, wenn man Tn lisch de von Desjatinen Badend c 11 B a 11 - c r n w c g n c I! m e n wird, dies eine natürliclic AulrcpniifT der B.mern«eliaft luTvorrufcn wird. Dies gilt nicht nur für die Juden, solidem wurde auch (ur l'raii/oscn, i kl gier, Di’ulr.clic usw. ßdten, Die Konzessionen, die man ja hudrtiüland letztens Krupp erteilt hat, stoßen vorläufig aus bekannten Gründen aut keine Hindernisse .seitens der Hauern- Bevölkerung; hu Prozeß zur Wiederherstellung des Volkslebe ns und der Volkswirtschaft werde!! sich jedoch die Gegen- Siuze zeigen, wie es früher zwischen dem G ro I)ק r u 1ui• oesitzer und dem Bauern der Fall war. Wenn aber uie Juden den freien Boden bearbeiten und an der Arncilswirtscliaft tcilnclimcn weiden, dann werden sie nntiirhell keinem Widerstande begegnen, genau so, wie die Juden vor der Revolution keinen Widerstand fanden und genau *°\ Y10 cf im Wohngebiet ein friedliches Zusammenleben zwischen den deutschen und russischen Kolonisten gab. Viel• leicht war das Einvernehmen nicht besonders gut Aber das ist eher Schuld der deutschen Kolo• nisten. reoßcoebau Die ״Herren Israeliten“ und die vaterländischen Vcrl1lir.de •P‘c, »frankfurter Zeitung“ schreibt: ״Die nnti- Reimtisrhc newegmig ist gcwill weder für die Juden noch Ihr ein Kulturvolk wie das deutsche eine erfreuliche Angelegen• , 1?")'1'1הייי aber weist diosc durch Fanatismus und Be- Kchr.mklheit ticrauflirschworciic Ra.Mciitragödic auch heitere Zuge auf. Die vaterländischen Verbände in Bayern haben ursprünglich mich Juden in ihre Reihen aufgenommen. Jetzt aber haben sie sich rein völkisch uingcstcllt und in einem Schreiben ihren jüdischen Mitgliedern u. a. folgendes mit* geteilt: ,Um Unstimmigkeiten zu vermeiden, ersucht die Vor* Standschaft die Herren Israeliten, den V e r a n s t a 1 - tu n ge n der vaterländischen Verbände fernbleiben zu wollen.' Die ,Herren Israeliten' mögen sehr 7.U bedauern sein, daß sie künftighin den feuchten und trockenen Veranstaltungen der Verbände fcrnbleibcn müssen. Immerhin werden sic sich, um einige auch für sie heilsame Enahrungen bereichert, mm wieder den ihnen zukonnnenden Beschäftigungen zmvendeii. Welche sollen das aber sein? Demi die Beschäftigung mit dem deutschen Geiste wird innen von völkischer Seite auch untersagt. Als kürzlich Hermann St ehr 60 Jahre alt wurde, hat die ,Deutsche Zcitung‘ sich darüber ehrlich entrüstet, daß Stclir, der deutsche Dichter, gerade ,von Juden geehrt wird und sich von ihnen ehren läßt‘. Diese Fremdstämmigen belegten auch alles Wertvolle für sich mit Beschlag. Danach müssen künftighin rassereine Dichter nicht nur dafür sorgen, daß ihre Almentafeln blond wie Grctclicn sind, sic müssen auch darauf bedacht sein, ja nicht von Semiten anerkannt und bewundert zu werden. Was diese Hnkcnkrcuzlcr für Sorgen haben!“ * Kürzlich fanden Verhandlungen zwischen der nationalliberalen Lamlcsparlei und der bayerischen Mittclpartci wegen eines gemeinsamen Vorgehens hei den bevorstehenden Rar- Irunenlswahlcn statt. Die bayerische Mittclpartci (Deutschnationale) forderte von den ebenfalls rechts gerichteten Nationallibcralcn, daß sic ihre jüdischen Mitglieder aussc 11 ließe. Der Redner der Nationallibcralcn, Universitätsprofesser Dr. L e ״ t, führte aus, seine Partei zähle nur wenige jüdische Mitglieder, die sich im Krieg und Revolution als unerschütterlich nationale Männer bewährt haben. Dagegen sei der Vorwurf, als ob die Partei unter jüdischem Einfluß stehe, energisch zuriiekzuweisen. Das beweist die Zusammensetzung des I.aiidesvorstandcs, in dem unter 50 Mitgliedern kein Jude sich befindet. Audi wende sich das Parteiprogramm in ganz unzweideutiger Weise ״gegen cf i c jüdische Vorherrschaft in Deutschland!“ •Trotzdem solle der Judenpuiikt kein Hindernis für die Einiguiig sein. Nachdem man sich auch über die Kandidatenfrage nicht einigen konnte, wurde der Zusammenschluß nicht vollzogen. Geschichte des tkulschcn Anllscmllismns Der ״Vorwärts“ veröffentlicht unter dem Titel ״Auserwähltes Volk. Die feindlichen Brüder von München“ über den Gegensatz zwischen (•,Völkischen“ und bayerischen Konservativen (Kahr usw.) einen Artikel, dem wir folgendes entnehmen. (Die judcnfcindlielicn Aeußerungen der Angeklagten im Münchener Hitlcr-Ludcndorfi-ProzcQ setzen wir als beknnnt voraus. -- Red. d. ״J. R.“) ״Im schärfsten Gegensatz zur Bayerischen Volkspartei steht das Streben der ״Völkischen“ zur machtnolitischcn Zusammenfassung aller deutschen Volksteile, Dieses machtpolitische Streben verweist sie in das Lager der Unifaricr, sie sind ״großdeutsch“ und in ihrer reinsten Ausprägung sogar antichristlich und nntimonarchisch. Das hängt nämlich so' zusammen: Die ״Völkischen“ stehen auf ״rassischer“ Grundlage. Nach ihrer Theorie ist das deutsche Volk das edelste, das aus erwählte Volk der Welt. Es muß sich nur von allen Vermischungen mit schlechteren Rassen und allen fremdrassigen Einflüsse« befreien, um ״die schwarzweiß-rote Fahne über den Rhein" tragen und der Welt den germanischen Sehwertfrieden nufzwingen zu, können. Mit dieser Theorie verträgt sich das Christentum schlecht. Darum haben die konsequenten ״Völkischen“ das Kreuz zum Hakenkreuz verwandelt, darum wollen sie die germanische Edelsccie von dem reformierten Judentum, das man Christentum nennt, befreien. Sic wollen zurück, aber nicht zur alleinscligmachendcn katholischen Kirche des Mittelaltern, sondern noch ein Jnlirlaii .eml weiter zu, Wotan und Teilt. Dieser konscijiient ״rassische“ Slmidpmikt ist auch unvereinbar mit der Monarchie, ׳wenigstens mit der Wiederkehr der alten Fürstenfamilien auf ihre Throne. Denn die Kronprinzen a. D., die heute in Deutschland hcrumlaufen, sind ja keine gcrmanischen Adeliitge, sondern europäische Promenadenniischung. Französisches, englisches, spanisches Blut fließt in ihren Ariern, in denen der H 011 e n z o 11 e r n angeblich sogar auch etwas jüdische s. Der letzte holsteinische Bauernknecht ist unvergleichlich edler, weil germanischer, rein- 'Wütiger als so ein Dynast, dessen Stammbaum in alle europäischen Fürsteiigcsc'lilcclitcr zurückreicht. Die Ironie der Weltgeschichte will es, daß diese amüsante (Theorie von einem Franzosen begründet worden ist, so wie bekanntlich ein Jude, der Professor Stahl, Begründer der Theorie des Konservatismus war. Im Jahre 1853 veröffcntlichte der französische Diplomat, Dichter und Gelehrte Graf Gobineau, seinen ״Versuch über die Ungleichheit der Menschenrassen“, den er in demutvoller Verehrung dem König Georg von Hannover widmete, In diesem Buch ward auscmaiidergcsctzt. daß diejenige Rasse die wertvollste sei, die sich im Laut ihrer Entwicklung am meisten von der Vermischung mit Negerblut Ireigehaltcn habe. Als, solche ' ersvehien aber die germanische. Diese Rassentheorie fand ihren erfolgreichsten Fortsetzer in dem Engländer Houston Stewart C ha mb e rl a i 11, so daß die Frage nicht zu unterdrücken ist ob sich nicht das heimtückische Juda, von ״Nationalitäten /filniig“ den Braten. Damals pr.i berühmte Wort vom ״Laster <1 der französische Erbfeind und das perfide Alblon vereinigt haben, um die Deutschen verrückt zu machen. Damals frei- 11׳, als die R.r.seiifcage nufkaiu --- man sprach damals noch nicht von Rasselt —, roch die ״Kreuz-;ie Polte von G e r I a c h «Ins - ״_..-!» Patriotismus", womit die aut die UcbcrwiiHiimg der Kleinstaaterei gerichteten Be- Strebungen gemeint waren, und der konservative Führer, Jnstizr.1t Wagen er, sagte über den ״Natlonalitätenschwin• del“^ ״Es könnte vielleicht scheinen, als oh das Wort Schwindel zuviel wäre. Die Nationalität, wie man sie auffaßt, ist seihst ein Schwindel. Es existieren ja keine reinen Nationalitäten, sondern die Kraft der Staaten beruht eben auf Kreuzung der Nationalitäten, und das kräftigste Volk, das englische, verdankt *eine Kraft, glaube ich, ץ 1' Wr •. י -״jr p׳r. £. 1a '"*% /״׳*X ' l ־ i i mmm % > % « m am Donnerstag, don 13. üirz 1824 Mitwirkende n. a.: Valeika Gert, Alexander Oranneh. Nähere» aiehe Inseratenteil. seiner vierfachen Kreuzung.“ Der gute Justizrat ahnte schon damals, wohin cs führen müßte, wenn man den Hochadel auf seine ״ras6ischc“ Wäsche untersuchen wollte. Heute freilich ist die ״Kreuzzeitung“ v öl ki8c h-deutsch-national. Und da sagt man noch, cs gäbe keinen Fortschritt! Allerdings, auch dies ist nicht ganz neu. Denn noch immer hat die Reaktion versucht, <lc!1 Antisemitismus vor ihren Wagen zu spannen. Dieser Versuch, der bisher stets mit IJicUcrhchkrit und Skandal endete, erzielte seine stärksten Augenblickserfolge steh, wenn es dem Mittelstand schlecht ging. Die Arbeiter von Stlnnes, Thyssen, Klöckner, Siemens usw. haben keinen Anlaß, Antisemiten zu sein. Das niedergehende Kleinbürgertum sucht für sein Unglück einen Sv'mdenhock und findet ihn in der jüdischen Konkurrenz. Die Krise, die in Oesterreich durch das Fallen der alten Reste des Zunftrechts über den Mittelstand hereinbrach, war von einer ungeheuren Welle des Antisemitismus begleitet, die schon damals, genau wie jetzt die bayerische, nach zwei Richtungen auseinandertrieb, nach der christlichkonservativen und der großdeutsch-völklschcn. Kahr ist der legitime Nachfolger Karl Luegers, wie der Oberösterreicher Hitler ein getreuer Jünger Geo/g Schöne re rs ist. Das war die Zeit, wo die christlich-soziale Bewegung unter dem Ruf: ״Dem kleinen Mann muß geholfen werden 1“ ihre Sturmfahne vorantrug und im Wiener Rcichsrat ein ״Schußgcld für Juden" und die Bestrafung des Ge• schlcchtsverkehrs ״zwischen Juden und Men* sehen“ als Sodomie gefordert wurde. Seitdem ist viel Wasser die Donau himmtcrgcfiossen, und die herrschend gewordene christlich-soziale Partei hat längst ihren Frieden mit dem jüdischen Bankkapital gemacht. In jener Zeit prägte Pernerstorfer — kein anderer war es —• das vielzitierte, viel variierte und vielen falschen Vätern Zugeschobcnc Wort: ״Der Antisemitismus Ist der So• ziallsmus der dummen Kerfs von Wien," Ans der fllcliscltei Well Deutschland Vor dem Schöffengericht Berlln-MoaHt wurde gegen den verantwortlichen Redakteur der ״Deutschen Zeitung3‘, Hans v. Sodenstern, wegen Beleidigung des Ober, regierungsrats Weiß, Leiters der AbteilungIa des Polizeipräsidiums Berlin, verhandelt. Der Klage lag folgender Tatbestand zugrunde: Am 27. Oktober 1623, drei Tage nach der Vernehmung des Oberregkrungsrata Weiß als Zeuge im Küstrincr Pt!tech-Prozeßt wo Weiß die zahlreichen Rechtsorganisationen als staatsgefahrdend bezeichnet hatte, erschien in der ״Deutschen Zeitung“ ein Artikel, ln dem cs hieß: ״Der Abteilung Ia des Berliner Polizeipräsidiums deren Leiter, der Jude Weiß, in Kottbus so herrlich über Rechtsorgauisatioiien auszusagen wußte, scheint von alledem nichts bekannt zu sein.“ In der Bezeichnung ״der Jude Weiß“ wurde eine Beleidigung erblickt, da diese Bezeichnung nach der Ein- Stellung der ״Deutschen Zeitung“ mit dem Zwecke gebraucht und auch geeignet ist, Herrn Weiß in der Öffentlichkeit herabzusetzen. Der Vertreter der Anklage hielt die Tatsache einer Beleidigung für vorliegend und beantragte 500 Marie Geldstrafe. Der Angeklagte wurde wegen Beleidigung zu 100 Mark Geldstrafe verurteilt und dein Oberregiefnngsrat Weiß das Recht ־/!!gesprochen, da» Urteil durch Auuhnng hu Polizeipräsidium bekannt zu gehen. Aus der mündlichen Urteilsnegriindung ist licrvorzuhcbcn. daß die Bezeichnung ״der Jude Weiß•‘ tatsächlich eine Beleidigung sei, daß sie geeignet sei, den Betreffenden in der öffentlichen Meinung als minderwertig erschein•-« zu lassen. In der letzten Sitzung des sächsischen Landtags hat der deutschsozialc Abgeordnete Blumentritt eine Statistik der seit «lern 1. August 1014 nach Dresden clngewandertcn Au»•!ander beantragt. Vier Antragsteller sagte, die freimlrasslgen Elemente hätten «las Volk ausgeplündert. Er denke dabei besonders an die galt zische 11 und tschechischen Juden. Es sei höchste Zeit, daß mit flen zugewanderten Ausländern Schluß gemacht werde, andernfalls einmal der Tag kommen könne, wo das deutsche V«k In seiner sitt liehen Not zur Selbsthilfe greifen werde. Gegen die Stimmen der rechtsstehenden Gruppen wurde der Antrag abgelehnt. RumänUn * / Laut einer offiziellen Mitteiiun״ der rumänischen Regie rung sollen in der Ukraine neuerlich antijüdische Aua schrcitungcn stattgefunden haben. Um das Uther schreiten der Grenze durch jüdische Flüchtlinge zu vorhin ,dem, hat die rumänische Regierung die strenge Schilt ßung der rumänisch-russische* Grenze längs des Dnicstr .־uigeordnet. ׳' * Berichtigung. In dem Artikel ״Di« Beschlüsse der Kon ferenz des deutschen Landesverbandes IWIigIuz In Berlin“ muß cs in dem Absatz ״Hechaluz und die Aitieiterorganinatlon“ richtig heißen; Die Mitglieder des deutschen Landesverbandes Hecbäluz manifestieren ihre Zugehörigkeit zur allgemeinen Arbeiterorganisation durch den Kauf «Inei Arbeiter icbckeis» ,; , Infra I! Von Herrn Issachar Ryback und der Gesellschaft ,.Gescher“ geht uns folgender ״Aufruf an alle ja, clischen Künstler“ 711: Es gibt eine neue jiklischc Kunst. In den letzten Jahrzehnten sind In den verschiedensten Ländern Immer wieder Künstler hervorgetreten, deren bewußt. TidlRthe» Schaffen sie isoliert; einsam entwickeln sie sich «mitten fremder Kulturen nach den Gesetzen ihrer eigenen Wesensart und in fremder Umgebung aufgcwncliscn, entfalten sic ihr ursprüngliches Können, da! in ihrem spezifisch jüdischen Wesen wurzelt, Als Einzelne, stets in der Gefahr, falsch verstanden oder beiseite geschoben zu werden, haben sie überall den nur Ihnen eigenen Ton hervorgebracht. Es gab für uns jüdische Künstler — so sehr wir uni such danach sehnten — bisher keine Möglichkeit, uns untereinander zu verbinden und so zu stärken; weder eine Zeitsehrift, die uns vereinte, noch regelmäßige Kunstausstellungen, die unsere Werke zeigten. Wese Tatsachen erfüllen alle jüdisch bewußten Künstler mit Bedauern. Durch private Initiative soll uns jetzt die Möglichkeit 711m Zusammenschluß geboten werden. Die Verlags- und Buchvertiicbsgcscllschaft ״Oescher", Bcrlin-Schöncbcrg, Haupt. Straße 37, hat sich bereit erklärt, eine grolle Gcsamtaiu- Stellung der Bilder, Graphik und Bücher jüdisch bewußter Künstler unter dem Titel ״Das Jüdische Bild und Buch“ zu organisieren, deren künstlerische Leitung I. B, Ryback übernommen hat, welche zunächst in Berlin (April 1924) gezeigt und dann als Wanderausstellung nach Frankfurt, Leipzig, Wien, Prag. Amsterdam, Pari», London und Amerika geleitet werden soll. Schon haben jüdische Kameraden aus Deutschland, Rußland, Oesterreich, Polen und Amerika Ihre Beteiligung zugesagt. Weitere Interessierte jüdische Künstler us allen Ländern werden gebeten, ihre Adressen bei dem Sekretariat der Ausstellung (״Ocscher“) anzugeben. KEREN KAJEMETH LEJISRAEL , (Jüdischer Nationalionds) Postscheckkonto! Berlin 28247 Telephon! Pf elzburg6697-669> Zentrale iür Deutschland, Berlin, Sächsische Str. 8 Zu Hantlces 50. Geburtstag Die Bedeutung unseres Freundes Arthur Hantke für die Entwicklung des zionistischen Gedankens in Deutschland wird in diesem Blatte bereits an anderer Stelle gewürdigt. Hier an dieser Stelle soll nur noch ‘einmal hervorgehoben werden, welche Stellung Hantke unserem Vollcsschatz gegenüber einnimmt Es hieße jedoch, Eulen nach Athen tragen, wollte man all׳ die Verdienste, die sich Hantke in 20 Jahren um den Keren Kajemeth erworben hat, aufzählen. Er gehört dem Direktorium des J. N. F. fast seit dessen Begründung ununterbrochen an und hat an den Geschäften des Fonds In regster und aktivster Arbeit teilgenommen. Seine Anregungen und Ideen sind immer auf fruchtbaren Boden gefallen. Er hat bei der Zentrale die Organisation der Sammelarbeit erfolgreich inauguriert. Sein kluger Rat wurde auch stets bei der Verwendung der gesammeltcn Oelder gehört. Er steht seit vielen Jahren in dauernder Korrespondenz mit fast sämtlichen Sammetstellen des J. N. F. und alle diese schätzen ihn als bewährten und sachverständigen Ratgeber. Wir selbst, die Deutsche Landcssammeistelle, verdanken ihm unend* lieh viel. Als die Sammctstellc noch nicht den großen Apparat, über den sic heute verfügt, hatte, als noch nicht eine Reihe von Beamten die Geschäfte des Fonds in Deutschland leitete, hat Hantke neben seiner anderen zionistischen Tätigkeit mit dem Schreiber dieser Zeilen J1äufig genug in intensivsfer Arbeit geholfen, die Organisation der Sammclstellc aufzubauen, und sich um jede noch so geringen Angelegenheiten der Sammelstelle gekümmert. Später, als die Organisation dank seiner aufopfernden Hilfe aufgebaut war, hat er die Sitzungen der J. N. F.•Kommission häufig besucht und immer haben wir seinen Rat in maßgeblichen Dingen gehört Er besucht fast täglich unsere Geschäftsstelle und bespricht mit den leitenden Sekretären die großen Riehtlinlen der Arbeit. Auch nachdem Hantke die leitende Stelle im Keren Hajessod eingenommen hat, hat er es verstanden, mit großem Geschick die Hindernisse, die den Arbeiten beider Fonds häufig entgegentraten, zu beseitigen un<j einen Modus vivendi zu schaffen, der beiden Fonds das Arbeiten ermöglichte und beide befriedigte. Mit Genugtuung können wir somit fcststdlcn, daß Arthur Hantke sich stets als wahrer Freund unseres Volksschatzcs gezeigt und bewährt ,hat. Wir wünschen ihm heute an seinem 50. Geburtstage, daß er noch viele Jahre in unverminderter Arbeitskraft seine Stellung als Direktor des J. N. F. und als Berater unserer Sammelstelle ausfüllen möge. Max WolUtelner. Arthur Hantke •Hain < DI6 Nationalfonds - Kommission für Deutschland hat beschlossen, anlässlich des 50. Geburtstages von Dr. Hantke die Sammlung für einen ״Hantke-Maln‘‘auf• zunehmen. Wir fordern alle Zionisten auf, in dieser würdigen und schönen Form ihr« Glückwünsche darxubringen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.