Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 17 (29.2.1924)
- Date
- 1924-02-28
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr 17 TUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 113 4 ♦י 4 1 » « I35SM, um die Situation vollständig zu ändern und zu he- I weisen wie schnell ein niehtziomstischcr Jude auch bereit ist, I auf Palastin,׳!*Arbeit 711 verzichten, wenn es stell um eine ‘ ,י׳ה° se‘1u'r butseheklunß für <xlcr gcßcn das nationale Judentum handelt. Glaubt man wirklich, daß solche Momente kritischer Entscheidungen nicht auch in Zukunft noch kommen? Ich will hier nicht ins Detail gehen; aber ich könnte eine ganze Anzahl sehr aktueller und sehr naheliegender!־'ragen aufzahlen,!־ragen der Aufknpolitk, Fragen der Beziehung zur englischen Regierung und zur palästinensischen Verwaltung, Fragen der Kulturpolitik in Palästina, Fragen der sozialen Ordnung der palästinensischen Siedlung, aus denen viel heftigeie und prinzipiellere Konflikte zwischen Zionisten und Nicht- Zionisten _ erwachsen können, als es der Konflikt mit dem Hilfsverein war. Wo haben wir die Sicherheit dafür, daß unsere nichtzionistischen Bundesgenossen von heute nicht ttnscre Gegner von morgen sein werden? Dies heißt nicht, daß man deshalb auf ihre Bundcsgcnossrnschnfl Verzicht feisten soll; es heißt vielmehr nur, daß man sic lediglich als Bundesgenossen betrachten darf. Mit Bundesgenossen vorbündct man sich von Fall zu Fall und für eine bestimmte Strecke des Weges, die man gemeinsam zuriicklcgen kann. Aber man gibt nicht seine Macht und seine Stellung definitiv und unwiderruflich an sie ab, solange sie nicht den Beweis ihrer Zuverlässigkeit erbracht haben, und verzichtet nicht auf prinzipicll notwendige Ansprüche und Sicherungen um lockender Erfolge des Momentes willen. Und damit kommen wir zu einem entscheidenden Argument, das ich mit aller Offenheit behandeln will. Immer wieder wird einer solchen Auffassung von den Aufgaben zionistischer Politik das berühmte Argument von <1011 hungernden Chainzim cntgcgcngehaltcn, das Argument, daß man nicht warten könne. Mir scheint, daß dieses Argument, besonders in der Zuspitzung und unerträglichen Wiederholung, mit der cs immer wieder vorgebracht wird, einen etwas demagogischen Charakter angenommen hat; besonders wenn es so gebraucht wird, daß cs den Eindruck erwecken könnte, als ob die Gegner der Weizmannsehen Politik nicht von der Notwendigkeit einer Beschleunigung des Tempos der Kolonisation durchdrungen wären, lieber diese Notwendigkeit ist kein Wort der Diskussion zu verlieren. Aber dies muß allerdings gesagt werden, auch wenn es unpopulär ist, daß dieser Gesichtspunkt nicht der entscheidende sein kann. Eine idealistische Bewegung wie der Zionismus, dessen letzte Zielsetzung nicht Abhilfsmaßnahmen und nicht Hilfsaktionen sind, sondern die Verwirklichung großer historischer Ideale, kann ihre Politik nicht allein bestimmen lassen durch Fragen des Tempos und Not- Wendigkeiten der Beschleunigung. Ich glaube übrigens nicht, — es sei dies zunächst einmal bemerkt — daß das Argument auch sachlich berechtigt ist. Es ist noch nirgends der Beweis erbracht worden, daß man nicht die Nichtzionisten zur Mitarbeit gewinnen könnte, wenn man ihnen nur Rechte von der Art gibt, die die leitende Stellung des Zionismus nicht beeinträchtigen. Man hat bisher noch nie den Versuch gemacht, ernsthaft auf solcher Basis mit ihnen zu verhandeln, und es ist sehr leicht vorstellbar, daß bei einer selbstbewußten und energischen Haltung unsererseits die nichtzionistischen Kreise durchaus bereit sein würden, die Präpondcranz und die Vorrangstellung des Zionismus in der Palästina-Arbeit anzucrkennen. Aber sogar gesetzt den Fall, daß dieses Argument für den Moment sachlich berechtigt wäre, kann cs aus prinzipicllen Gründen nicht entscheidend sein. Hätte die־es Argument immer unsere Politik bestimmt, dann hätten wir wahrscheinlich auch vor zehn und zwanzig Jahren sehr viel schneller die Mitwirkung niehtziomstischcr Juden uns sichern können. Hätte Herz! den nationalen Gedanken preisgehen wollen, daun hätte er wahrscheinlich die Rothschilds und Baron Hirsch auch gewinnen können. Wir balzen es nie getan und haben sogar zeitweise gegen Baron Rothschild trotz seiner hingebungsvollen und bewunderungswürdigen Arbeit in Palästina einen Kampf geführt, als uns seine Arbeit national gefährlich erschien. Wir glaubten das Recht zu einer solchen Politik zu haben, weil wir uns als Träger großer Ideale fühlten. Es war die Grundkonzeption des Zionismus, aus der er seine Kraft und seine Würde hcrlcitctc, zu wissen, daß er nicht um momentaner Erfolge willen da ist, sondern Politik ä la longue macht und die Judenfrage in ihrer Gesamtheit lösen will. Wir haften, wenn es nötig war, den Mut zu warten, und in diesem Wartenkönnen drückte sich der revolutionäre Charktcr, der heroische Charakter des Zionismus vielleicht stärker aus, als in irgendetwas anderem sonst. Gegenüber allen andern Parteien und Organisationen des Judentums, Bengel im Alter von 18—20 Jahren suchte jeden Einzelnen zu überzeugen, daß wir doch lieber in Rußland bleiben sollten, es hätten ja so viele der Führer der anderen Parteien bereits ihre Reue bekundet; cs wäre unmöglich, daß wir noch immer nicht von der Richtigkeit des kommunistischen Gedankens überzeugt seien. Er suchte mir das zukünftige Schicksal meiner Frau und meines Kindes in dem untcrgchcndcii Europa zu schildern. Ich fragte ihn barsch, seit wann er Interesse für meine Familie habe. Er suchte mich zu beschwichtigen und schlug mir vor, doch oflen zu erzählen, was auf der Konferenz geschehen sei. Es war schon mehr als ein Jahr her, daß wir jede Aussage darüber verweigert hatten und mm sollte ich auf einmal erzählen. Das fiel mir gerade ein! Aehnlich verliefen die Gespräche mit den anderen. Es wurde dem jungen Mann einfach erklärt, wir seien nicht nach Charkow zur Vernehmung, sondern zwecks Ausführung des Ausweisungsbefehls gekommen. Die lieberzeugimgsvcrsuche waren damit erledigt. Am 26. August erklärte man uns, wir müßten nach Moskau. Die Reise ging also weiter״ In Moskau schien es aber, als ob die Sache auf Hindernisse gestoßen sei. Die Nachzügler aus Charkow und Odessa waren inzwischen auch nach Moskau gekommen. (Der in Charkow befindliche Chawer wurde am spätesten befreit.) Wir gingen zweimal wöchentlich zur Meldung ins G. P. U. und niemals war der Beschluß da. Die Akten waren in der Zcntral-Kommission für administrative Ausweisungen. Dieser Ausschuß arbeitet geheim, man erzählt sich ln Moskau, daß er aus drei Personen besteht: Dserschlnsky, Vertreter des G. P. U., Kriknko, Vertreter der Obcrstaatsanwaltschaft, und einer Andrejewa, Vertreterin des Politischen Büros des Zentral-Komitces der Kommunistischen Partei. Ob dies zutrifft oder nicht, auf alle Fälle war es die höchste Instanz für alle administrativen Ausweisungen, Verbannungen und dgl,, die jetzt in Sowjet-Rußland an der Tagesordnung sind. Am 1. Oktober gab man uns den Beschluß bekannt: lebenslängliche Ausweisung aus dem Gebiete von Sowjetnationalen wie nicht nationalen, die der jüdischen Masse eine Linderung ihrer Leiden in schneller Frist versprachen, hatten wir den Mut, ihr zu sagen, daß unser Ziel nur langsam, ntif einem schweren und dornenvollen Weg zu erreichen ist, und daß vielleicht erst die Söhne und die Enkel der heutigen Generation Nutznießer unserer Arbeit würden sein können. Es ist nun richtig, daß die Situation heute eine andere ist als vor dem Krieg, daß wir sehr viel mehr praktische Aufgaben des Tages zu erfüllen haben als damals, und es ist bcrcclitigt, daraus die Konsequenz zu ziehen, daß wir alle Kräfte der Organisation cinsclzcn müssen, um diesen konkreten ' Aufgaben gerecht zu werden. Aber daraus den Schluß ziehen zu wollen, daß wir auf das Prinzipielle der Politik I la longue 1!!11!f!jlilPII||;ll||l!!||l|!!1l|״1!1'־! Hlillli Dienstag, den 4. M5rz 1924 der Zionistischen Vereinigung Leipzig Jüdische Lesehalle, Keilstr. 4;,liiii!ן!ןןוו!ון1[1ןון111!ןן!ןןן!ןן!וןו!ןוו!ןויןןןן!!י|ןון!ן1|| liullillilllliiilliiilillililllliiliiliil! Hilf IIIH verzichten und unsere1'Politik auf Erfolge der Stunde und des Tages einstdien sollten, das hieße den historischen Sinn des Zionismus vernichten und ihn auf das Niveau einer Tagesorganisation herabdriieken, ihm den Rang und die Würde einer großen revolutionären Bewegung nehmen, die den gesamten Gang der jüdischen Geschichte radikal umgestalten will. Nicht oft genug kam! cs wiederholt werden, daß Zlonkimis nicht darin besteht, Juden in Palästina zu kolonisieren, sondern in Palästina das nationale Zentrum eines nationalisierten jüdischen Volkes aufzubauen. Es ist dämm sinnlos und rationalistisch kurzsichtig zu sagen, es sei ganz gleich, mit welchen Mitteln man dieses Ziel erreiche, wenn man nur das Ziel erreicht. Zweck und Mittel, Ziel und Weg zu trennen ist nur im Abstrakten, im rein Logischen möglich. In der Wirklichkeit des historischen Lebens bilden beide Kategorien ciii untrennbares Ganzes. Die Wahl der Miticl bestimmt den Charakter des Zweckes, den man verwirklicht; der Weg, den man geht, entscheidet über den Sinn des Zieles, das man erreicht. Es führen nicht alle Wege nach Rom oder jedenfalls nicht alle Wege nach dem gleichen Rom. Und von dem Charakter des Weges, den man gellt, wird der Charakter des Jerusalem, das man erreichen wird, bestimmt werden. Ob das nationale Judentum die Leitung des Palästina-Aufbaues in der Hand behalten wird oder das wahllos zusammengesetzte unverantwortliche Gremium eines durch keine Feuerprobe hindurchgegangenen palästinafreundlidien Juden• tums, das wird entscheidend sein nicht nur für die Erfüllung der historischen Aufgabe des Zionismus im Galuth, sondern aucli für den Charakter des Palästina, welches das Ergebnis dieses Aufbauwerkes sein wird. Es ist eine kurzsichtige, icichtsinnige und in einem höchsten Sinne (trotz des persün liehen Vcrantwortungshcwußtscins, das dahinter steht) doch verantwortungslose Politik, wahllos alle Elemente zu vereinigen, die heute in einer besonders günstigen Konjunktur sich für Palästina deklarieren, und ihnen die Macht der zionistischcn Organisation als der Trägerin des Aufhaus zu übergeben. Das ist nicht die Politik einer nationalen Er• Ziehungsbewegung, sondern die Politik einer erfolgssüchtigcn, philanthropischen Organisation. Es ist unpopulärer, als cs je• innls war, heute zu sagen, daß man unter bestimmten Umständen auch muß warten können. Wir müßten aber den Mut haben, wenn es sein müßte, auch diese Unpopularität auf uns zu nehmen, und müssen die Kraft haben, den Verfiihrungcn eines momentanen Erfolges zu widerstehen, wem! dieser Erfolg nur auf Kosten der historischen Aufgabe des Zionismus erkauft werden kann. Was sich aus all diesen Oedankengängen ergibt, ist folgen• des: daß noch nicht der Zeitpunkt gekommen ist, eine entscheidende Veränderung des Charakters der Zionistischen Or< gani'.ation und ihrer Stellung innerhalb des Gesamtjudentums Rußland; bis zur Erlangung der Visa sofortiges Verlassen von Moskau und Aufenthalt in Wladimir. Wir mußten uns also von neuem auf die Reise machen. Wladimir ist eine Stadt von 25 000 Einwohnern, MO km östlich von Moskau. Ohne Industrie, ohne Handel, eine von geschichtlichen Erinnerungen umwehte Stadt. Kirchen, umendlich viel alte Kirchen, schneebedeckte Plätze und Straßen, der gefrorene Fluß Kljasma — und Langeweile ohne Ende. Um 4 oder 5 Uhr nachmittags war die Stadt bereits wie ausgestorben; jeder verschloß sich ln seinem Hause. In der ganzen Stadt brannten sechs Laternen in der Hauptstraße. Sonst mußte der Mond für die Beleuchtung sorgen. Die Häuser waren primitiv, es fehlten die notwendigsten Einrichtungen der Zivilisation und die Bevölkerung war streng orthodox, abergläubisch und fest davon überzeugt, daß die Bolschewik! entweder Juden oder Antichristen sind. Es war überraschend, wie wenig die sechs Jahre kommunistischer Ordnung cigcr.t- •lieh die Leute aufgerüttclt hatten. Nicht weit von Wladimir liegt die noch kleinere Stadt Susdal mit ihrem mittelaitcrliehen Kloster, das früher als Verbannungsort für widerspenstige Mönche und Geistliche diente und dessen Zellen jetzt russische Sozialisten beherbergen. Das Mittelalter lebt wieder auf. ... Erst im Dezember kam die erlösende Nachricht von dem Eintreffen der Visa, Anfang Januar 1924 waren wir wieder i!1 Moskau, irm von der roten Hauptstadt Abschied zu nehmen. Schnell waren die Formalitäten erledigt. Insgeheim sprachen wir noch mit einigen Chawerim, und am 20. Januar verließen wir Moskau in der Richtung auf Riga'. Der Beschluß vom 4. Juli 1923 wurde am 20. Januar 1921 ausgeführt. Es hieß: ״Auf Nimmerwiedersehen F‘ liebe Chawerim in Rußland, haltet aus, wir kehren ja doch wiederI David Borowoi. vorzunehmen. Wir haben einen Teil des Judentums revolutioniert, der größere Teil ist von uns innerlich noch nicht erfaßt, Um! somit hIWbt uns weiterhin die historische Aufgäbe gestellt, unsere erzieherische Arbeit im Judentum fortzusetzen. Das jüdische Palästina hat für uns nur Sinn und Bedeutung als krönender Abschluß dieser Ern eite rungsarbeit, als ein Teil, — wenn auch wichtigster Teil — unserer revolutionärcn Aufgabe, Dies bedeutet, daß die Zionistische Organisation, weit davon entfernt, auf irgendeine ihrer integralen Rechte Verzieht leisten zu dürfen, vielmehr ihre Stellung im jüdischen Leben stärken und ausbauen muß. Sie kann nicht die Leitung des Palästina-Aufbaues ati andere Kreise abgeben, die keine Gewähr dafür bieten, daß ihnen Palästina das Ist, was es uns ist, und daß sie auch in kritischen Zeiten den nationalen Charakter des jüdischen Palästina sichern werden. Wir müssen versuchen, alle zur Palästina- Arbeit bereiten Kreise des Judentums hcr.umizicbcn und ihnen alle Rechte dabei zu geben, die unsere leitende Stellung und unsere bestimmende Rolle nicht untergraben. Zionismus kann sich nicht heute, in einer Zeit, in der das Gros des Judentums durch die Wirkungen der Kriegs- und Nachkriegsjalire menschlich in einer schlechteren inne.cn Verfassung sich befindet als vor dem Kriege, darauf beschränken, mechanisch nur Geld und Mitarbeiter für Palästina zu gewinnen. Er muß vielmehr radikale Erziehungsarbeit im Volke leisten, das heißt mit andern Worten, er muß den Kampf gegen das Judentum von heute mit der gleichen Intensität und Kampffreudigkeil fortsclzcn. Die Stunde seiner Ablösung in der jüdischen Geschichte ist noch nicht gekommen. Er muß nach wie vor den Glauben haben, daß er allein der eigentliehe Träger nicht nur der Nationalisierung im Galuth, sondern auch des Aufbaues eines nationalen Zentrums in Palästina ist. Von diesen letzten Zielsetzungen muß seine Politik getragen sein. Sein Schicksal wird in erster Reihe nicht bestimmt werden von den Leistungen des Tage», sondern von dem Werk der Generationen. Nur die Perspektiven einer Wirksamkeit, die Jahrzehnte der Zukunft umschließt, können die Warte bestimmen, von der aus er die Situation des Tages und die Politik des Tages beurteilen kann. Wir dürfen kein Gebiet unserer bisherigen Arbeit preisgeben lind auf keinen unserer Ansprüche Verzieht leisten. Niemand im Judentum wird uns die Stellung der bestimmenden und führenden Macht der jüdischen Geschichte nehmen, wenn wir nicht selbst sic preisgeben. Es wird nur von uns abhängen, ob wir den gefährlichsten Verführungen erliegen werden, die einer idealistischen Bewegung in dem Stadium ihrer beginnenden Realisation drohen, den Verführungen, um schneller illusionärer Erfolge des Momentes willen auf die Reinheit und Radikalität der Idee Verzicht zu leisten, und damit über uns als eine große, historische Bewegung das Todesurteil zu sprechen, oder ob wir aus diesem unvermeidliehen Stadium der Versuchung und der inneren Gewissenskonfliktc ungefährdet hervorgehen und damit die eigentliche Probe für die Legitimität unserer Ansprüche siegreich be* stehen werden. Dr. Weizmann Ober die Palästina ־ Konferenz in New York Jerusalem. (J.T. A.) Die palästinensisch-zionistische Exekutive erhielt ein Telegramm von Dr. Weizmann aus New York, in welchem er seine große Zufriedenheit über die Ergebnisse der am 17. Februar abgehaltend! Konferenz führer.der Juden Amerikas w׳egcn der Beteiügung an der Jewish Agency und der Palcstinc Investment Corporation ausdriiekt. Der Waad Letimi hat seinen Vorsitzenden, Herrn David Yeil in, zum Vertreter der palästinensischen Judenheit in dem zionistischen Aktions-Komitee gewählt. Konferenzen arabischer Minister mit Herbert Samuel und Kisch Jerusalem. (J.T. A.) Der Premierminister von Trans• Jordanien, Hassan Calid Pascha, der Außenminister von Hedjas, Schcrich Inuad Cattid und der Hcdjas-Vcrtrcicr in Rom und beim Völkerbund Emir Habib Lutfallah, weilten am 22. Februar in Jerusalem, wo sie mit Sir Herbert Samuel eine Besprechung abhielten. In einet« Interview der Palästinensischen Telegraphen-Agentur (Palästina-Büro der J.T. A.) sagte Hassan Calid Pascha, die arabischen Minister hätten mit Sir Herbert Samuel über Zoll* angclcgcnhcitcn 1x1 i dem Verkehr zwischen Palästina, Transjordnnien und Ilcdjas verhandelt. Dann wurden auch einige politische Fragen berührt. Die arabischen Minister hielten auch mit dem politischen Vertreter der zionistischen Exekutive, Colonel Kisch, Besprcchungen ab. Amerikanisch jüdische Arbeiter Iflr Palüslina New York. (J. T. A.) Am 14. Februar fand die erste öffentliche Versammlung der Vereinigten jüdischen Gewerkschaffen Amerikas statt. Diese Vereinigung hatte bekanntlich beschlossen, eine Sammlung von 150000 Dollar für die jüdi* sehen Arbeiter Palästinas zu veranstalten. .In der gut besuchten Versammlung sprachen verschiedene Führer der jüdischen Gewerkschaften in Amerika, unter Ihnen der Sekretär der Vereinigten jüdischen Gewerkschaften Max Pi ne, ferner Ahralnm Schiplakoff, Alexander Kahn und Joseph Sch 10 1 erg. Die Redner appellierten an die jüdischen Arbeiter Amerikas, die palästinensische jüdische Arbeiterschaft In ihrem Bestreben zu unterstützen und nicht tatenlos beiseite zu stehen. Neue Zionislenvcrlolpnneit In Rußland Berlin. (J. T. A.) Nach den Verfolgungen der rechten Gruppe der Z e i r c * Z i o n (H i t a c h d u 111) in Rußland (vgl. die Schilderungen ״Aus dem Notizbuche eines zionistischen Sträflings". — Red.) waren, wie eine soeben aus Rußland cingctrnffcnc Persönlichkeit mittcilt, in der letzten Zeit auch die Mitglieder der zionistisch-sozialistischen Partei Ze'ire- Zion (linke Gruppe) mannigfachen Verfolgungen ausgesetzt. Eine große Anzahl der Mitglieder der erwähnten Partei sind ohne jegliches Gerichts verfahren auf administrativem Wege in die entferntesten Gegenden des europäischen und asiatischen Rußlands verbannt worden. Sechs Mitglieder der zionistischen Zeire Zion wurden nach dem Gouvcrncment Tarn ho w verbannt, ein Mitglied dieser Partei nach dem Gouvernement Orlow, drei nach dem Sir- [an sk i Kral, zwei nach dem Gouvernement Tobolsk. Ferner ist eine Gruppe der Ze'irc-Zion, die viele Monate in dem Gefängnis zu Kiew zugebracht hat, bereits auf dem Wege nach Öst-Sibirien. I