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Jüdische Rundschau · 1924-02-26 · Heft 16 (26.2.1924) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 16 (26.2.1924)
Date
1924-02-26
Page
– (sequence 4)
Language
German
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\ ־ Seite!08 Aus» der lUtlbdicii Well Deutochlawd Der Abg. Negenborn hat Im Preußischen Landl .קד eine Anfrage an die StaMsregienmg gcrichlct, in der er auf den I״ Oeutlieu verhandelten Strafprozeß gegen die jüdischen Mciisclicnsclumigglcr verweist. Die Anfrage fahrt fori: ״Sind dem Herrn Minister diese Tatsachen bekannt? hat der Herr Minister getan, um diese unerlaubt ein• gewanderten Ostjuden nl>/11ncl!iebe11, und was gedenkt er 711 um, um uns für die Zukunft vor dieser Ostjmleiigctnhr /u nclifit/cn und zugleich die Zersetzung unseres Beamtentum» au verhindern? Ist es richtig, dal! nach den׳ vom Herrn Minister erlassenen Bestimmungen Ostjmlen im wehrfähigen Alter nicht ausgewiesen werden dürfen?“ Die antisemitische Presse versucht es. die Wirrnisse in der 1' tat/ zu einer Judviihetze misznsdilachteii. So z. B. Schreibt der Leip/i!:er ״Hammer": ״Die Hehriier spielen mich die wichtigste Rolle in der separatistischen Bewegung. Der Lnndcsvciililer Dorten hat eine Jüdin zur Frau, Del' Vorsitzende der Wiesbadener Ortsgruppe der Separatisten ist der Hebräer S i mo 11,“ Demokratische Zeitungen weisen darauf hin, dall die Führer der Separatisten meist streng katholisch seien. Am 21. Februar fand eine Sitzung des Berliner Studenten• Parlaments statt, in der der Antrag des antisemitischen ,,Wnifciiriiigs“, das U c 1 i g i o 11 s b c k c 1111111 i s der einzelnen Studierenden in den statistischen Ausweisen fesiziilegen, he• handelt wurde. Dieser Antrag ist vom Studentenausschuß der Berliner Korporalionen bereits angenommen worden. Die Sitzung nahm einen teilweise recht stürmischen Verlauf. Der Antrag hat schon wiederholt zur Beratung Vorgelegen, zu einer Beschlußfassung kam cs nicht, weil die Minderheit durch Verlassen des Saales die Versammlung beschlußunfähig zu machen pflegt. Nachdem nun die Antragsteller in der (Domieistag-Sltning zuerst den Antrag zurückgezogen hatten, erklärten sie sich plötzlich für sofortige Abstimmung, so daß die Minderheit diesmal überrumpelt wurde. Der Antrag wurde mit 2b gegen 23 Stimmen angenommen. Das letzte Wort hat allerdings noch der preußische Untcrrichtsminister zu sprechen. Cochcchoolowahri Am 19. Februar fand in Munkocz eine Beratung von Vertretern der drei jüdischen Parteien in K a r p a 111 o ־ R u 11 - land, der konservativen, der zionistischen und der bürgerliehen Partei, statt. Es hatten sich etwa 439 Vertreter eingefunden. Trotzdem der Prager Ministerpräsident und der Minister des Innern, die beide der tschechischen Agrarpartei angeboren, versucht halten, Vertreter der karnatho-russischcn Juden von der Aufstellung einer eigenen Liste abzuhalten, damit sie für die agrarische stimmen, wurde eine jüdische Liste aufgcstellt, an deren Spitze der Präsident des Prager Jüdischen Nationalrats, Dr. Ludwig Singer, für das Abgcordiirteiilinus und Oberrabbiucr Dr. I leiurieh B r o d y , Präg, für den Senat kandidieren. (Nach den letzten uns zugehenden Nachrichten ist eine einheitliche Liste aller drei Parteien nicht zustande gekommen, und cs soll außer der Liste mit Dr. Singer als Listcntührcr auch eine eigene konservative Liste aufgcstellt worden sein. Dies würde den Verlust des bei einheitlichem Vorgehen sicheren jüdischen Mandats bedeuten. — Red.) Ein J. T. A,-Vcrlretcr hat im Hinblick auf Gerüchte, daß »ich Henry Ford in Karlsbad nufgchalten und dort mit gewissen antisemitischen Führern Zusammenkünfte gehabt hätte, bei den Karlsbader Behörden Erkundigungen eiligezogen. Er erfuhr, daß ein Haufen Korrespondenz für Herrn ״ Ford in Karlsbad eingetroffen war, daß es aber nicht bekannt geworden ist, ob Ford selbst sich dort aufgchaltcn hat. im September 1923 kam ein Herr Henry Lange nach Karlsbad, der sich als der europäische Vertreter der Ford Motor Company in Detroit ausgab und der dort ausschließlich in antisemitischen Kreisen verkehrte. In seiner ständigen Be• fleitung befand sieh ein gewisser Ingenieur Weiß aus Karlsad, den er später für die Ford Motor Company engagierte.!Weiß war einer der Führer der Karlsbader Hakcnkreuzicr- Organisation. Herr Lange gab sich nicht allein als der Vertreter der Ford Company aus, sondern auch als Fords persönlicher SekreUir. In der Hakcnkreuzler-Prcsse war auch berichtet worden, Lange hätte dem nationalsozialistischen Abgeordneten des Prager Parlaments Jung erklärt, man könne mit ihm verhandeln, als wäre Ford persönlich hier. Oeatcrrsfch Die Wiener nationalistische Presse enthüllt die folgende Tatsache: Der akademische Senat der Wiener Universität hat in einer am 20. Dezember abgehalteuen Sitzung m i t Zustimmung aller fünf Dekane beschlossen: 1. In der Aufnahme von Studenten aus osteuropäischen Ländern muß sehr vorsichtig zu Werke gegangen werden, da diese Studenten das in Wien erforderliche Bildungsniveau(!) gewöhnlich nicht erreichen, Außerdem kommt der deutsehe Charakter der Universität durch solchen Zusfrom in Oclalir. 2. Außerordentliche Hörer aus diesen Ländem sind überhaupt nich t mehr aufzunehmen; die bereits aufgcnommeneit sollen nach zwei Semestern gestrichen werden. 3. Als ordentliche Hörer werden nur Solche Absolventen und diese nur aus solchen Schulen aiifgenommen, die die Garantie geben, daß den Anfordcrungen der Wiener Universität entsprochen wird. Am 10. Februar fand in Wien die Gründung einer 1Üdi 8c 11 eu V ö t k c r b u n d I i g n für Oesterreich statt. Oberrabbiucr Dr. C11 a | c s eröffnet« die Versammlung. Er verlas einen Brief des ücncral-Sckrctars der Union der V öl kerb und ligcn Professor Ruyssen, der der Idee der jüdischen Völkerbundliga den größten Erfolg wünscht und darauf hinweist, daß der erste Gedanke des Völkerbundes sich ausgedrückt findet in der prophetischen Literatur des jüdischen Volkes. Hierauf erläuterte der Generalsekretär der jüdischen Delegationen, Leo Motzkin, in einer längeren Rede die Stellung der 'Juden zum Völkerbund und die Ziele der jüdischen Liga. Zum Präsidenten der Wiener jüdischen Liga wurde Dr. Cnajes, zum Vizepräsidenten Professor Dr. Frankfurter gewählt’. Dem Vorstande gehören weiter hervorragende * Vertreter der!Wiener Judcnschaft verschiedener Richtungen an. Rüinänten Der rumänische Senat nahm eine Modifizicrungsklausel zu dem Gesetz über das Optionsrecht an, laut welcher die Staatsangehörigkeit in Rumänien nur denjenigen zuerkannt werden soll, die seit dem 20. Dezember 1918 ständig in Rumänien wohnen. I licrdureh gehen hunderttausend« der Angehörigen nationaler Minderheiten in Siebenbürgen, der Bukowina utw. der Staatsbürgerschaft verlustig. Die große Mehrheit der Betroffenen sind Juden. In der rumänischen Kammer fand am 19, Februar eine •D1Hkuif.mil über das Gcset/.esprokkt der Staatsbürgerschaft statt. Der Gesetzentwurf stellt in bezug auf die Staatsbürgerrechte der Juden einen Rückfall gegenüber den Bestimmungen der Friedensverträge insofern dar, als den Juden in den JUED1SCHE RUNDSCHAU n e ts e r w o r h c n e!1 Gebieten nur 111 den! Falle die Staatsbürgerschaft zugesprochen wird, wenn sie bereits nm 20. Dezember 1918 in dem betreffenden Gebiete gewohnt li.iltrn. Die Sl.iafsbfirgorschaft der Regal-Judcu (tl. s. die Im allen Königreich Rumänien wohnenden! aber wurde auf dem Dekretwege nucrknmit. Abg. Adolf Stern wies darauf hin, da(! der Gesetzentwurf den Friedennvertriigcn widerspreche und eine neue Kategorie von Heimatlosen schaffe. Er forderte die Inartikullerung "einer einzigen Formel für alle Juden In Rumänien. Minister Marzcocu leimte «Ile Fordmmg mit der Erklärung nb, die Anerkennung der jüdischen Staatsbürgerreelite im Regal sei eine Notwendigkeit gewesen, man könne aber von der Regletung nicht fordern, daß in den iieurumänisclicu Gebieten ״unerwünschten bodcnlremdcii Elementen die Staatsbürgerschaft zuerkannt würde“. D.is Dekanat der medizinischen Fakultät In Bukarest verfügt*־, dall hei Zulassung von Studenten zu Leichen- 8 e z. i c r 1111 g c 11 kein Kon’fcKsloiisunterscliled gemacht werden soll. Die «ntisemiUsehen Studenten hcschlor.sen, als Antwort au( diese Verfügung, keine jüdischen Studenten zu dat Se/ieiuiigeii ziizulasscn. Die antisemitischen Studenten •zwangen die Juden, die Sezlcrsülc zu verlassen. Die lüdl* selten Studenten erschienen dann wieder in den Seziersälen, wurden aber neuerdings durch die Uebermacjrt au» den Sälen vertrieben, wobei sich Raufszcncn ereigneten. Einige Juden wurden verletzt. polen Aus Warschau meldet W. T. B, am 22. Februar: Der R c c 111 s a ti s s c h u ß d es Sejm befaßte sich mit der Frage der Aufhebung aller gegen die Juden gcricht ct e 11 rechtlichen Beschränkungen, die ln dem früher russisch gewesenen p 01 n 1 s ch e n Teilgebiet noch gelten. Ein Unterausschuß wurde mit «Irr Prüfung aller rechtlichen Beschränkungen fremder Nationalitäten beauftragt. Die Kommission nahm eine Entschließung an, in der die Regierung nufgeforiicrt wird, binnen 14 Tagen einen Gesetzentwurf über die Aufhebung aller nationalen und kulturellen Elnschrinkling cn Im Sejm cinzubrlngen. In Posen wurde eine Konferenz der jüdischen Gemeinden der Distrikte Posen und Pomcrcllen abgchaltcn, an der die Vcitretcr von dreißig jüdischen Gemeinden, sowie die Sejmdeputierten Orünbaura und Färbst ein teilnahmen. Es wurde eine Resolution angenommen, In welcher gegen die Unterdrückung der jüdische n G e m c I n d c * O r g n 11 i a a t i o n e 11 in den beiden Provinzen und eile Beschlagnähme ihres Besitzes protestiert wird. Es wurde ferner beschlossen, eine Zcntralorganisation der jüdischen Gemeinden Posens und Ponicrellens zu errichten, die ihren Sitz ln den beiden Städten Posen und Thorn haben soll, Ttalfen Nr, 10 rührte die kürzlich in Kraft getretene Zwang s-Frel. tagsruhe und die Berichte über Ausweisungen von ludcij aus der Türkei. Ueber den Frcitagsschbiß äußerte sich der türkische Vertreter: schon der Wohlstand der Juden in de* Türkei beweise, daß diese in der Türkei stets eine bessere Behandlung erfahren hatten, als in anderen Ländern. Darin wird gewiß auch ferner keine Aenderung cintreten. Da! Frcitagsruhcgcsctz ist nicht schlimmer als die fast übciall In Europa bestehenden ähnlichen Gesetze; es wird für d!« Juden mich keine größere Benachteiligung bringen, alt etw! die in den westlichen I.,ändern bestehenden boiiiilagsrnhe. Vorschriften. Von 111 der Türkei etwa stattgcftuidenen J uden• au 8 Weisungen ist der diplomatischen Mission In London nichts bekannt( Hnurlhk In New York Ist vor kurzem der berühmte IMcs löge Prüf. Dr. laquea Loc b gestorben. Loeb war am 7. April 1839 zu Mayen geboren, hat das Gymnasium in Bciiii! besucht und wurde 1886 Assistent am Physiologischen Institut In Würzburg; 18,88 kam er in gleicher Eigenschaft nach Straß, bürg und 1890 ging er nach Neapel an das Zoologische Institut zwecks biologischer Forschungen an Mcercstieren. Zwei Jahre später erhielt er einen Ruf als Professor der Physiologie nach Chicago. Von hier aus kam er in gleicher Eigenschalt zehn Jahre später an die Kalifornische Universität in San Franziska und als in New York Rockefeiler sein berühmici Forscliungsinstifut grgitimlet hafte, wurde dort 1910 Jaquci Loeb Leiter der biologischen Abteilung. — Loeb zeigte auch für jüdische Dinge großes Interesse, z. 1). für die Jerusalemer Universität, für die zu arbeiten er sich wiederholt bereit erklärte. Leider ist cs auch mangels einer richtig organisierten Arbeit verabsäumt worden, diese Bereitwilligkeit zu verwerten. Für den 15. Mal wurde nach' Rom auf Initiative des italienischen Ministerpräsidenten Mussolini eine Internationale Emigrationskonferenz elnberufcn. Das Vereinigte Komitee für jüdische Auswanderung (Emigration»- dircktoriurn) hat sich mit einem ausführlichen Memorandum an die italienische Regierung gewandt und ihr vorgcschlagen, Vertreter des Komitees zu der geplanten Konferenz zuzulassen. Als Antwort auf dieses Memorandum hat das Komitee von dem italienischen Genernlkommissar für die Emigration eine Zuschrift erhalten, in welcher der Generalkoniinissar dein Einigrationsdirektorium vorschlägt, seine Vertreter zu den Sektionsarbeiten der Konferenz zu entsenden. Außerdem hat der Oencralkommlssar dem Emlgralionsdirektorium vorceschlagcn, der Konferenz ein ausführlichcs Memorandum über die Emigration, Transcmigratlon und Immigration der jüdischen Massen tuzustellen. Bulgarien Die französische Liga für Menschenrechte hat auf Grund der Berichte über schwere Drangsalierungen und Erpressungen an bulgarischen Juden durch das mazedänische Revolutions-Komitee den bulgarischen Vertreter in Paris ersucht, die Aufmerksamkeit seiner Regierung au! notwendige Maßnahmen zugunsten der bedrängten Juden zu lenken. OrfcchcnUtid Henry Morgcnthau, der frühere amerikanische Botschafter In Koustantlnopel, hat Griechenland •plötzlich verlassen. Ein Teil der Presse behauptet, Morgcnthau sei abgcrcUt. weit die griechischen Kapitalisten die nötigen Summen für die Versorgung der klclnaslatischcn Flüchtlinge (In deren Interesse Morgcnthau aus Amerika nach Athen Kam) nicht aufbringen konnten oder wollten; ein anderer Teil der Presse vermutet politische Beweggründe. Die gesamte jüdische Presse beklagt Morgcnthaüs Abschied und fordert die Regierimg auf, 1Einzelheiten sowie die Beweggründe der Abfahrt Morgentlmus zu vcrlautbarcn, zumal seine Abreise das Fl&chtliugswohlfahrtswcrk gefährde. Rua3Urut Aus dem Distrikt Darbant im Kaukasus Ist eine Oe- Seilschaft von 63 jüdischen Familien mit zusammen 230 Personeii in Koustantlnopel angekoinmcn, um von hier weiter nach Palästina zu reisen. Es befinden sich unter ihnen viele erfahrene Farmer und Landarbeiter. Die Auswamlcrer haben eine lange beschwerliche Reise über Datum hinter sich, ׳ Der jüdische Dichter David Holstein, Mitglied des Zentralkomitees der ״Kulturliga“ und der Redaktion des Journals ״Strom“, hat das von verschiedenen Gelehrten und Schriftstellern cingereichtc Memorandum gegen die Verfolgung <1 e r hebräischen Sprach ein Rußland miUintcrschricbcn. In jüdischen kommunistischen Kreisen hat dieses Vorgehen Hofsteins große Entrüstung hervorgenilen. Holstein wurde aufgefordcrl, öffentlich seine Unterschrift ztirück/unclimen. Nach seiner Weigerung, diel zu tun, wurde er aus dem Zentralkomitee der ״Kulturliga“ und aus der Redaktion des Journals ״Strom“ ausgeschlossen. Ctirhrf Die Konsfanlinopclcr polizeilichen Hauptämter geben bekaniit, daß der jüngst in der Angora-Versammlung nngciiommene Gesetzentwurf über die Festsetzung dca Freitags als des gesetzlichen Ruhetages in der ganzen Türkei letzt in Kraft treten wird. Alle Läden, Büros und Schulen, monamrncdänische, «ichtmohammcdanlschc, müssen am Freitag geschlossen sein. Auf den van der jüdischen Gemeinde c i ng e rei ch t c 11 Protest gegen das Gesetz, durch weichcs jüdische Schulen und Geschäfte an zwei Tja gen der Woche, am Freitag und Sonnabend zu schließen gezwungen lind, ist noch keine Antwort erteilt worden, ' Der Londoner J. T. A.-Vertrcter hatte ein Interview mit <Icm Führer der türkischen diplomatischen Mission in London üb«r die gegenwärtige Stei• lung der Juden in der Türkei. Das Gespräch be- Gesellschaftsreise nach Palästina Im Anschluß an unsere Veröffentlichung in der vorletzten Nummer der ״Jüd. Rundschau" geben wir heute einen Plan für die Reise im Lande gelbst, der von dem Departement für Handel und Industrie und der diesem Departement unterstehenden Vereinigung der jüdischen Fremdenführer in Palästina enfc worfeu ist. 1. Tag (Donnerstag): Früh; Ankunft in Jerusalem! Nachmittag: Besichtigung. 2. T a $ (Freitag): Jerusalem- Nazarcih-Tibcrias. 3. Tag (Sonnabend); Tibcrias und Umgebung. 4. Tag (Sonntag): Tiberias-Mctullah. 5. Tagi Metuliah und Umgebung, Fahrt nach Safcd. 6. Tag: Safed und Umgebung. 7. Tag: Saied-Tiberias-Nazareth-Haifa, 8. Tag: Haifa und Umgebung sowie Akko. 9. Tag: Haifa- Tcl-Awiw. 10, Tag (Sonnabend): Aufenthalt in Tel-Awiw« II. Tag: Tel-Awiw-Pcfach-Tikwah. 12. Tag: Tel-Awiw• Rechoboth. 13. Tag! Rcchoboth-Jerusalcm. 14. Tag (Mitt* woch): Jerusalem. Acndcrungcn dieses Programms behalt sich das Departe« ment für Handel und Industrie vor. Durch einen völligen Verzicht auf die Ver• pflegung während der Fahrt ermäßigen sich die Preise um £ 4.—.— für die II. Klasse und um £ 2.—.— für die III. Klasse. Wir machen nochmals darauf aufmerksam, daß wegen der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit und der beschränkten Zahl der Teilnehmer, die zu dieser Reise zugelassen werden können, Anmeldungen und Einzahlungen der Hälfte der Reisekosten der Gesellschaftsreise bis spätestens Montag, den 25. Februar, In unserem Besitz sein müssen, Palästina-Amt, Berlin-Wilmersdorf, Emser Str. 12/13. Brief ans dem Rulirgcblel Ein Bericht über die ziomslische Arbeit im Ruhrgebiet wird sich zunächst der Tatsache erinnern müssen, daß durch die lähmende Wirkung der Besetzung in den ersten Monaten auch die zionistische Arbeit ungünstig beeinflußt wurde. Nach Verringerung dieses Druckes konnte cis>e im November und Dezember diirchgclültrtc Keren Hajcssod-Aktion weiteste Kreise erfassen und hatte erfreuliche Ergebnisse zu verzeichnen. Größere zionistische Impulse gingen aber erst von unserm Gruppenverbandstag aus, der am 2. Dezember unter An- Wesenheit des Vorsitzenden der Z. V. f. D.. Herrn Dr. Lands• berg stattfand und über den schon berichtet wurde. Seitdem gibt cs wieder eine ausgesprochen zionistische Arbeit in unserm Bezirk. Milte Dezember begann Herr Jakob Herzberg, Berlin, seine Propagandatätigkeit im Ruhrgebiet. Wir sind der Leitung der Z. V. f. D. zu besonderem Dank verpflichtet, daß sie Herrn Herzberg zuerst in unsern Bezirk entsandt hat, denn die gute zionistische Stimmung Ist insbesondere »einer Arbeit in Gemeinschaft mit der von Fräulein Pomeranz zu danken. Es ist Herrn llerzbcrg ln kurzer Zeit gelungen, durch seine groß angelegten Vorträge auf die Zuhörer In öffentlichen Versammlungen zu wirken, so daß Kreise, an denen früher zionistische Vortrage spurlos vorübergingen, an vielen Orten jetzt zu den regelmäßigen Besuchern der Ortsgrimncnabcnde gehören. Herr 1 lerzberg sprach in öffentliehen Versammlungen in Bochum, Barmen, Hagen, Oberhausen. Duisburg, Wanne, Essen, Mülheim, Gclscnkirchen, Elberfeld. Dortmund; dcsgl. in verschiedenen Mitglicdervcr• Sammlungen und Jugendvcrsanimlungcn. In Dortmund fand eine aus allen Städten des Bezirkes »ehr gut besuchte lieziikstngung des Ostiudenvcrbandcs statt, über die schon berichtet wurde, In Duisburg, Hamborn und Bochum hoben sich zionistische Jugcndgruppcii gebildet oder hat »ich die Jugend zu Arbeitsgemeinschaften zusnnimcngmiilossen. ln Elberfeld ist ähnliches im Werden. Hier sprachen In einer sehr gut aus allen Kreisen der Jugend besuchten Versammlungen Herr Herzberg und Herr Dr. Hans Pomeranz. Aus dem Kreise der Zuhörer wurde der Wunsch geäußert, in einem engeren Arbeitskreis, einer Art Seminar, über zionistische Probleme weiter Informiert zu werden. Kürzlich hat Herr Arnold Zweig eine mehrtägige Tournee beendet, auf der es ihm gelang, in allen größeren Städten, in denen cs in letzter Zelt Kaum möglich gewesen war, Massenversammlungen zu veranstalten, ein erhebliches Auditorium um sich zu sammeln. Herr Zweig sprach auch in Zirkclgcsellschaftcn vor ge.adencn Güsten, und überall hlnterlicßcn seine Ausüihrungen nachhaltige Wirkung. Die in letzter Zeit so oft erwähnte Versammlung»• müdigkeit scheint überwunden. Unsere Vcranstal.uagen vva.en mit wenigen Ausnahmen überall gut besucht. l)cr Palästinafilm. der demnächst in den meisten Ortsgruppen gezeigt wird, wird mit Spannung erwartet und wird sicher unserer weiteren Arbeit wertvolle Dienste leisten. Mit versiärktcr Intensität haben einzelne Ortsgruppen die Arbeiten für die Zlonistensteucr in Angriff genommen und sich freiwillig verpflichtet, das gestellte Kontingent wesentlich zu erhöhen. Es ist zu hoffen, daß noch in diesem Monat erbebliehe Beträge aus dem Ruhrgebiet eingehen werden. Wir wissen, daß die weit über den Kreis der organisierten Orts* gfuppcnmitglicder liluniugelicmle zionistische Eiuf.ußsphär« mir g" ’ ‘ ..'י', ״ י־ י י י י* sich der'Verantwortung bewußt bleiben, difc auf ihnen ruht. Dr. P. H.

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