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Jüdische Rundschau · 1924-02-26 · Heft 16 (26.2.1924) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 16 (26.2.1924)
Date
1924-02-26
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1׳ i Seite 106 ]UEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 10 Eia Zr״sl im!׳;״״;c Iiiinljj nie,;!ns? Lnut in ftiwaletü ciä1״ctroffcnc1i Mitteilungen aus Tran* *• Jordanien sind dortüciildiic in Umlauf, daß König Hussc in mit der Regierung seines Sohne• Emir Ab* <! u 11 n 11 in T r n 11 s j o r «I a 11 i c n nicht zufrieden ist und deshalb beabsichtigt, Ilm nach Hedjas zu berufen, wo er das Kommando über die Hedjas-Armee übernehmen!.oll. Wie ferner he richtet wild, will König Hussein anstelle AMtillnhs seinen ältesten Sohn All zum Regenten von Trsiim* jordaiilcn ernennen. Aclnillchc Absichten »oll König Hussein mit dem Tliron von Irak haben. Emir Ali soll anstelle eines anderen Sohnes Husseins, dca Königs Fcisul, Regent von Irak werden. Da Emir Ali der Thronerbe von Hedjas ist, würde seine Regentschaft in Irak und Transjordanien die Vereinigung dieser drei Länder unter ein Regime vorbcrcilcn. Eine andere Version spricht von der Möglichkeit eines nahe bevorstehenden Kric» g r. s zwischen Hedjas und den W a h n b i 4 e n , weshalb Emir Abdullah nach Hedjas ginge, um für diesen Fall das Kommando über die Armee zu übernehmen. Emir Ali würde ihn dann interimistisch in Transjordanien vertreten. In einem Interview mit dem J, T. A.•Vertreter hat der Premier von Tranjordanien, Hassan Oslid Pascha, die Mitteilung, daß Emir Abdullah von Trans• Jordanien von seinem Vater, König Hussein, zum Oberkom• mandieretidcn der Hedjas-Armec ernannt worden Ist, bestätigt■. Er licalriit jedoch, daß dies wegen eine» Kriegsinl11dnls>.es zwischen den Wahnbiteu und dem Regenten von Ycmeu, Imam Jehiah, gegen Hedjas geschehe. Ein solches Bündnis bestünde gar nicht. Aus der Ernennung des Emir Abdullah zum Obcrkominandantcn der Hedjas-Annco ist nicht zu folgern, daß er dem Thron von Transjordanien entsagen und durch seinen Bruder Emir All ersetzt würde. Rcglslrierong der ״Pica“ In PalSslIna Jerusalem. (J.T. A.) Die ״Palesiine Jewish Coloni• satlon Association" ist bei der palästinensischen Regierung unter dem Namen ״Pica" eingetragen worden. Sie wird unter diesem Namen Aulbauarbeit in Palästina leisten. Die. ״Pica" wurde vor kurzem in Paris gegründet. Die Initiative gab Baron Edmond de Rothschild, der aucii ihre Arbeit finanzieren soll« Durch die ״Pica" verwaltet die ״!ca“ alle dein Baron Edmond de Rothschild gehörenden Besitzungen in Palästina. Prolessor Pick bleibt # Unter dieser Ucbcrschrift meldet ״Jewish Chronicle" aus Jerusalem, Prof. Pick habe sich damit einverstanden erklärt, sein Werk in der zionistischen Exekutive fortz.usclz.cn, wüh* rend Dr. Weizinnnn und der amerikanische Mlsrachi versuchen werden, das Misrnchi-Budget in einer angemessenen Höhe aufzubringen. Prolessor l!ead über Palästina Bekanntlich weilte vor kurzem Professor Mesd aus Kalifornien, einer der bedeutendsten Sachverständigen auf dem Oebietc der Inndwirtschaftlichcn Kolonisation, im Aufträge der •ZionisUsehen Organisation in Palästina, um die dort an• gew.'tiidicu Koloiilsatiowuneihodcn zu studieren Und darüber ein maßgebendes Gutachten nb/ugeben. Nach seiner Rückkehr nacii Kalifornien machte Prof. Mond einem Vertreter einer kalifornischen Zeitung gegenüber folgende Mitteilungen über seine Eindrücke von der zionistischen Kolonisationsarbeit: ״Von Java fuhr ich auf Einladung der Zioninten direkt nach Palästina, wo ich einen der genußreichsten Monate meines Lebens verbrachte. Rcicli an historischem Interesse, bedeutete Palästina für mich neben dem Hauptzweck meines Besuchs, nämlich der Prüfung der agrikuHureüen Wieder* errichtting des Landes, ein höchst interessantes Studium. Palästin» tritt jetzt in ein neues Blütestadium, das der ganzen Welt zum Segen gereichen wird. Die arabischen landwirtschaftlichen Methoden sind über* holt und die landwirtschaftlichen Möglichkeiten sind seit der Röinerzelt ganz vernachlässigt. Unter dem englischen Mandat ist indessen die Bcsicdliingsriitigkcit stark angeregt worden. Das l.nnd bietet dem ländlichen Bebauer viel Probleme: ■Drainage*, Bewässerungs• und Aufforstimgsr.roblcme. ln sehr vielen Teilen von Palästina sind die Bäume ganz ausgerodet worden, was die Täler zu wahren Cilutöfen im Sommer gemacht hat und eine Wegspülung des fruchtbaren Bodens verursachte. Diesen Boden kann man nicht wieder hlnschaffen, aber die Hügel hat man mit schnell wachsenden australischen Bäumen wieder bepflanzt, und die Sümpfe, die durch Vernachlässigung der Drainage entstanden waren, werden durch moderne Methoden trocken gelegt; ferner werden Bewüwcrimgsprojcktc entwickelt; man baut hydro-elektrische Anlagen, um die vorhandenen gewaltigen Kroftmengcn auszunutzeii. Und auch auf noch vielen anderen Oebieten geht cs mit Hilfe der modernsten Methoden mit Riesenschritten vorwärts." ,(Ziko.) Wie Drandeis Mifnlled des Washhiflloner Obersten Gerichtshofes wurde Erinnerungen von Wilsons Sekretär Mr. Joseph P. Tumult}׳, Wilsons Sekretär während dessen Gouverneurzeit in New Jersey und auch später während seiner Präsidentschaft in den Vereinigten Staaten hat in einer Zuschrift an die J. T. A, die Stellung des verstorbenen Staatsmannes zu den jüdischen Fragen wie folgt skizziert: Präsident Wilson zweifelte nicht an dem aulijiidisciieii Charakter der Eiiiwaudcrungsbeschrünkting. Mr. 'iumulty kommt dann zum erstenmal auf eine Angelegenheit nt sprechen, die bisher 111 zier Octfentiiclikcit nicht bekannt geworden ist, nämlich, daß Wilson Louis 1), ürundcls zu einem der amerikani sehen Bevollmächtigten für die Versailler Frledensvcrhandluiigcn ernannt hatte, daß jedoch diese Ernennung nicht nutrecht erhalten werden konnte, weil der erste Richter des obersten Gerichtshofes dem Richter Brand da keinen Urlaub gewähren wollte, Die Begründung laufeit׳, daß die Arbeitsüberlastung beim Gericht einen solchen Urlaub nicht gestattete. Mr. Tumnltv bestätigte aucii, daß Brande!» einer der wichtigsten Ratgeber Wilsons sowohl während, als nach dein Kriege w 8 r. Be:.011dcr* vor wichtigen Entscheidungen wurde Brand eis Rat stets ei 11 geholt. Mr. Tumulty gibt dnnn den Wortlaut einer Unterredung mit Wilson wieder, die kurz vor der Ernennung Bratuleis zum Richter beim Obtrsten Gerichtshof *tattgefumkn hat. Der Priisi• dent sagte, daß er trotz, der zu erwartenden Opposition weiter Kreise gegen die Ernennung eines Juden für einen so ver* «ntwortut1gKvollc.11 hohen Posten auf dieser Ernemiimg be* stehe, weil das Land elm.1t vua un*T sokl,1,.־ Lautvik der Gesinnung gerade am Obersten Gerichtshof brauche. Mr. Ttimnltv winde nucli I;■1 11ר flr-• ׳,f, du* Ernennt::! ־״f־,:rct, da* .iirS.'irii Lallui gewöhnlich Von einem A:;!׳i ־.t. fiten dca Mr. Tmimitv dem Senat Übeituadit v.11 ׳ ule, in dem balle l'on* de!» persönlich dem Senat ־zu ()!)erbringen, um auf tllcte Weise das besondere lutere <c des Präsidenten für diene Eriicinimig kimdziiiuu. In Verbindung damit erwähnt Mr. Tumutty auch einen Brief, den Wilson, angesichts der O p po sltion gegen die Ernennung Brande 1* an den Senator Cu liier so 11 gesandt hat. In dienen! Schreiben sagt Wilson ausdrücklich, die Opposition fjc|;en die Ernennung Bramleis nehme 411 der Russciizugcliürigkcit de» Richters Anstoß. Weiler spricht Mf. Tumulty von einem Vorfall, den Präsident Wilson ihm aclfzst einmal lachend berichtet hat. Es war auf einem Diner beim Sekretär M c A do r, zu welchem auch Brandeis Ungeladen war. Die Ernennungsfrage war damals gerade nkhicll. Es war dem Präsidenten bekannt, daß verschiedene Richter des Obersten Gerichtshofes besonder• stark gegen Brandeis opponierten. Der Führer dieser Gruppe, der ebenfalls anwesend war, suchte geflissentlich Bramleis u1szuweic!1cn. Da nahm Präsident Wüsou Brande!« beim Arm, führte Ihn zu dem Richter hin u!1d sagte: ״Gestatten Sie, daß ich Ihnen ihren zukünftigen Kollegen auf der Richterbank verstelle.“ Dem Präsidenten hat die Verlegenheit des Richter* großes Vergnügen bereitet. Zum Schluß erklärt Mr. Tumulty noch: Daß’der Anspruch der Juden auf eine Heimstätte in Palästina von den Mächten anerkannt und später 111 dem britischen Mandat festgclegt worden lat, das sei zu einem großen Teil dem Einfluß de• Präsl* d e n t e 11 zu/iiselimbeti. G*et -T.»ra«l Ans der fSIdisdie! Welt Vor kurzem wurde berichtet, daß die ״Standard Oll Company" in der Naim von Hebron bei Vcrsuchsbolirungen auf Oel gestoßen sei. Wie 111111 berichtet wird, muß mit der Erschließung dieser Oeiouellen bis zur Promulgation der Mining Ordinance (Bergbau-Verordnung) gewartet werden. Wie aus sicherer Quelle verlautet, hat der Advlsory Council der palästinensischen Regierung den wichtigen Beschluß ge* faßt, für eine Reihe für den Aufbau des Lande• wichtiger Maschinen den bi« jetzt bestehenden Ein* fuhr zoll in Höhe von 12 auf zu heben. Es Ist anztt* nehmen, daß das betreffende Gesetz In nicht nllzuferner Zeit nach Bestätigung durch den High Comnilsiloner kund* gemacht werden wird. Die in Jerusalem alle vierzehn Tage hcbriiiseh erscheinende Zeitschrift ״Handel und Industrie" berichtet, daß die atiglo* russische kooperative Gesellschaft Arcus" eine Zweigstelle in T c 1 ■ A w i w errichtet hat. Diese Zweigstelle wird Orangen, Oel iisw. nach Rußland ausführen und Bauholz, Zement, Petroleum, Benzin, Weizen, Kartoffeln und Spiritus cinführcn. Die erste Warcnladiing nach Rußland 8011 In diesem oder dem nächsten Monat ahgelien. Vor kurzem wurde In Amerika eine Gesellschaft gegründet zur Förderung der Herstellung von Teppichen in Palästina. Eine Teppich Werkstatt namens ״Marwadlah" bestand bereits In Jerusalem, Ist jedoch ein* gegangen. Ein angesehener Kaufmann, der einen Teil der Anteilscheine der ״Marwadiah" besaß, besuchte im ver* gnngciicn Jahre Palästina, tim die Hauptgründe, die der Prosperität der ״Mnrwndlnh" ciitgcgenstandcn, zu unter* suchen. Er kam zur Uchcrzcugung, daß man eine solche Gesellschaft nicht 0I111C ein Grmidimgskrmltal vöti mindestens 10 000 Pld. Ins Leben rufen dürfe, Laut den nun vorliegenden Meldungen soll es gelungen sein, zu diesem Zweck in Amerika 50 000 Doll, aufzubringen. Der Vertrauensmann der Geld* gelier soll demnächst nach Palästina kommen, um mit der Arbeit zu beginnen. Die neue Werkstatt, für die ein großes Gebäude im Zentrum von Jerusalem erbaut werden soll, wird den Namen ״Neu-Marwadlali" führen. Die Handels- und Industrie-Abteilung der Exekutive in Jerusalem stellt eine Liste dustricllen Unternehmungen in zusammen. Gegenüber der Meinung, in Palästina gebe cs nur eine ganz geringfügige Anzahl von industricunternchmungen, zeigt sich, daß die Bestrebungen, eine jüdische Industrie im Lande zu schaffen, doch schon ganz nennenswerte Er׳ gcbnissc gezeitigt haben. Die Liste, die für Jerusalem, Tel׳ Awiw, Jaffa und Haifa einigermaßen vollständig (st — elnl Unternehmungen sind noch nicht aufgenommen und zw haben die Mitteilung der geforderten Daten abgclehnt —. weist einen Stand von 170 Firmen aus, die einen Wort von £E 0ß0,518׳ darstcllcn. Sie verwenden 84 Motorc mit insgesamt 1370'/» PS und beschäftigen 2331 Arbeiter. Es sind folgende Industriezweige vertreten. zionistischen aller in« Palästina Betriebe Nahrungsmittelindustrie 77 Baumaterialien 21 Konfektion Id Metallindustrie 20 Druckgcwcrbc 28 Holzbearbeitung 2i Textilindustrie 12 Lederindustrie 34 Chemische Industrie 8 Papierindustrie 6 Koikimlustric 2 I luterzcugung 8 Wäscherei 1 Betriebe. Kuiistgewcrbe 4 Bürstenlmhistrle 4 Tabakhidustrle 1 Erzeugung elektrischer Balterlcn 2 Kiiehcngerälschaftcn 2 Leimerzeugung 1 Mühlsteine 1 Filme u. Postkarten 1 Reiflcnrtlkel 4 Wagonbau 1 Tapeten 3 Schirme 11. Stöcke } Im Ein Wanderung*» lind Reisedepartement der palästinensischen Regierung soll demnächst eine Reihe von organisatorischen Aenderutigcn clntrctcn. In Zukunft sollen alle Pässe vom Hnuptbureau des Einwunderungs und Rciscdepartcmcnts ausgegeben werden; die Lokalämter werden die Gesuche nach Jerusalem zur Ueberprüfung schicken; dadurch Ist der Regierung die Möglichkeit ge gehen, Ihren Lokalbeamtenstab zu verringern, Das Ein׳ w a 11 d c r u n g samt in Jaffa wurde bereits p׳ e schlossen, das ln Haifa wird demnächst aufgelöst werden. Es ist auch beabsichtigt, die Einwanderung auf einen Hafen in Palästina zu konzentrieren. Alle diese Fragen werden der nächsten Sitzung des Advlsory Council zur Besprechung vorgdegt werden. Im Stabe der Vcrwaliiingsbeamtoii erfolgen jetzt zahlreiche Veränderungen. Der stellvertretende Gouverneur in Jerusalem. H. C. Luke (der seinerzeit auch der Untersuchmigskoiiimission Über die Aussclirdtimgcn In Palästina Im Mal 1021 angchörte), sowie der Direktor für Zoliangcle.genliclten, J. ß. Baron! sind zurückgetreten. Ferner ist der Rücktritt des Vor* sitzenden des Zolldepartcmcnt», Captain L, W, Charlie, und des stellvertretenden Dlstriktsgouvcriicurs Nott erfolgt. Wie ״Fcleslin", das Organ der palästinensisch-arabischen Exekutive, berichtet, tritt der britische militärische Kommandant von Palästina, Oeuerat Tudof, wegen Meinung• verschieden׳ hellen mit dem Oherkommlssär und dem Koloiilalamt zurück Tudor ist ein Gegner der jüdischen Bestrebun g e 11 in P a lästin a. ״Fclcstin" nonut denn auch •einen Rücktritt einen Verlust für die arabische Bevölkerung. br Die jetzt unter Führung de» ״Oerer Rebbe" In p4. itlna wi'Uemle Delegation der Agudas Jisrod hat «ich müht, zwischen den orthodoxen Juden Palästinas, d!» ׳!folge der Absonderung der wir Rabbiner Sonnen fei 4;Gleiteten extremen orthodoxen Gruppe in zwei Parteien genaiiai Ist, eine Wiedervereinigung herzustdlcn riese Bemühungen haben zu keinem Resultat geführt’ Die Anhänger Rabbiner Sonnenfelds bemühen sich fort• gesetzt bei der palästinensischen Regierung, daß man sie offiziell ala eine separate orthodoxe Gemein* c h a f t mit eigenen organisatorischen Bestimmungen und besonderer tklicehltadnstitutiou anerkenne. Die Regierung hat •ich gegen den Plan einer Teilung innerhalb der palaiti* ncnsischcn ludenhcit ausgesprochen, da Oberrabbiner Kook der offiziell als das Haupt der nschkcnasiseheti Gemeinde anerkannt wird, entschieden gegen ein solches Begehren ro testiert hat. Auf einer Versammlung der Gesellschaft für den nahen und mittleren Osten sagte Lord Raglan (der früher die arabischen Forderungen unterstützte), cs sei kein stra. eg i sc 11 er Grund dafür vorhanden, die Absonderung Transiondanlcns vom übrigen Palästina aufrechtzucrhalten, dt zwischen den Distrikten (cnxcit« des Jordans und dem die*, seitlgen Palästina eine größere natürliche Verbindung be* stellt, als zwischen den einzelnen transjordanischen Distrikten selbst. Sie sind in allen Dingen, außer den Nahrungsmitteln, auf Palästina und Damaskus angewiesen. Die Regierung Abdullahs hat sich im höchsten Orade unfäh und unpopulär erwiesen. Wenn auch FcUtii um Abdullah in der Diphuiintio de» NtihMun« einige Gc*chkk llchkcit zeigten, so waren sie doch mit den Prinzipien der eigentlichen Verwaltung, selbst eine* so primitiven acker« bautreibenden Landes wie Transjordanien, durchaus nicht ver• traut. Wie dem J.T.A.-Vertreter mltgctcilt wird, Ist ein außer• Ordentlich schnelles Anwachsen der Bauern• Partei ״Fcllahec 11" zu beobachten. Zweihundert Dörfer haben Ihren Beitritt zu der Partei erklärt. Oroßem Interesse begegnete die dieser Tage stattgefuiidcno Gerichtsverhandlung des früheren Mitgliedes der arabischen Delegation in London, Vadl ei Buston I, gegen den Redakteur des arabischen ״El* Napir", der seinerzeit Auszüge aus einem dem High Com* mitssioner Überreichten Memorandum der Scheich« von Beisan veröffentlicht hatte, in welchem diese dem Vadi cl Bustonl verwarfen, daß er Ihnen unter Vorspiegelung verschiedener falscher Tatsachen größere Summen entlockt habe. Nach mehrtägiger Verhandlung und nach Einvernahme zahlreicher Zeugen wurde der Redakteur des ,EI Napir" frei ge• spepchen, da fcstgcstcllt wurde, daß die Anschuldigungen der Scheichs von Beisan der Wahrheit entsprächen. Deutschland Die antisemitische Presse der Rechtsparteien kon* (datiert angesichts der letzten Wahlrcsultate ln Lübeck, TH ft* ringen und Mecklenburg ein stetes Fortsch reiten der völkischen Bewegung. Der Ausgang dieser Wahlen sei ein Sympton für die kommenden Reichslagswahlcn im ganzen Deutschland. Der ״Vorwärts" schreibt; ״Es hieße den Kopf in den Sand stecken, wenn man nicht das außer• ordentlich starke Anwachsen der völkischen Be• wegung seiner Bedeutung nach würdigen wollte." Der Völkische Reichsausschuß der Dcutschnationaien Volks• Partei hat am 17. Februar eine Vollversammlung abgc* hallen, 111 welcher die Richtlinien für die kommenden Reichs*1 tigswahlen fcsigclrgt worden sind. Es wurde eine Lnt- Schließung angenommen, die u. a, lautet: ״Der völkische Staat entwickelt sich aus dem Zusammenwirken aller ge« Sunden, artglcichcn Kräfte unseres Volkes und auf der be• wußten Ablehnung alles Frcmdblütlgcn, Jü• d i s c h c n und Fremdartigen 111 Politik, Kultur und Wirtschaft.“ Deshalb fordern wir: 1. Deutschland ist von DeutRchblütlgcn zu regieren! Nur Dcutschblüligedürfen zur Wald in eine Volksvertretung aufgcstcllt werden. Heer* wesen, Rechtsprechung und Jugenderziehung müssen in die Hände von Dcutschhlütlgcn gelegt werden. 2. Die deutsche Familie ist von f r e in d r a s s1 g e n Eindringlingen frclzuhaltcn. 3, Die deutsche Kultur Ist von fremd* rassiger Gedankenwelt zu säubern und rücksichtslos zu reinigen. 4. Die Herrschaft des jüdischen Weltkapi* tals und die Reste der marxistischen Wirtschaft sind zu beseitigen und durch eine völkisch-soziale Wlrtschaftsretorm zu ersetzen. Die Versammlung der Berliner Stadtverordneten am 10. Februar verhandelte über den Dringlichkeitsantrag der Dcutschnationaien, bei der Regierung dahin vorstellig zu werden, alle seitdem 1. August 1014 clngewa» derten Ausländer wieder ausz uw eisen, bzw. ihnen die Wohnungen zu nehmen oder, soweit sic nicht abzuschieben sind, diese Leute in Baracken unterzubringen. Den Antrag* steilem wurde entgegnet, daß solche allgemeine Maßnahmen nicht möglich seien und den übrigen Ländern zu Gegen* maßregeln gegenüber den dort ansässigen Deutschen Veranlasstmg geben würde. Der Dcutschnatkmnie Koch Heß dann durchbllcken, daß er mir die cingewmwlerten galizlschen Juden im Auge gehabt habe. Stadtverordneter Dove (De* mokr.) erklärte, daß auch die deutschen Juden die eingewsn• derten Juden nicht mit besonderer Freude betrachten. Man dürfe aber die Zahl dieser Leute nicht Überschätzen. Nachdem der dcutschnatlonalc Antrag in der Berliner Stadtverordnetenversammlung auf Ausweisung der seit dein 1. August 1014 «{!!gewunderten Ostjuden auf der nächsten Sitzung abgclehnt worden ist, brachte 111m auch die d e u t s c h * nationale Fraktion des preußischen Land• tags den folgenden Antrag zur Beratung Im Plenum des Landtags ein: ״Der Landtag wolle beschließen 1 1. Die Ostgrenzen sind sofort gegen jede weiter« Jüdische Zuwanderung zu schließen. Die Ver• (clliung des Sfaatsbßrgerrcciits an Juden hat nicht mehr *tattzuiindeu. 2. Sämtliche seit 1. August 1014 eingewan* derten Ost Juden haben sich bla zum 15. April 1924 zum Zweck einer Bestandsaufnahme bei den Polizeibehörden zu melden. Wer sich bis zu diesem Termin nicht freiwillig gemeldet hat, wird mit sofortiger Ausweisung unter Einbehaltung seines Vermögens bestraft. 3, Sämtliche seit dem t. August 1014 zugewänderten östjuden haben bis zum 1. Juli 1924 das preußische Staatsgebiet zu verlassen. 4. Diejenigen Ostjuden, die bl« rum gesetzten Termin das preußische Staatsgebiet nicht verlassen h»b1״t , sind In Flüchtlingslagern uiiterrubringcn und zur Vordienung Ihres Lebensunterhaltes mit Landarbeit z־J beschäftigen. 5. Die frelwerdcndcn Wohnungen sind In erster Linie den vertriebenen Deutschen aus den verlorenen und der besetzten Gebiete luruwekcn,!rsbcsmi• dere den Ostmärkern, die seit Jahren in den l UiününgiDgern leben mußten. 6, Die Stautnrcgleruiig ist zu ersuchen, darauf hlnzuwirkui, daß, soweit zur Durchführung der vorrtrheiden Maßnahmen reclitsgesctzliche Vorschrlf'en erforderlich sind, diese mit tunlichster Beschleunigung •riasssi ward•«.'' li a < «» * «I m 1 1״ u 2 f li h E i i i C u b l i •I es Bl 1• •t £ «I >5 1« In a £ &i “1

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