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Jüdische Rundschau · 1924-02-22 · Heft 15 (22.2.1924) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 15 (22.2.1924)
Date
1924-02-22
Page
– (sequence 4)
Language
German
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fUÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. IS Sslte 100 frauen ־ Rundoebau Pas System ficr Jüdischen FraiicnrSlc Von Anitta M «i 11 c r - Co h c n Gerade in der Zeit der wirtschaftlichen Not muß ein jeder seine äußersten Kräitc anspnnnen. Die Not lehrt den Menschen nicht nur beten, sie macht ihn auch erfinderisch und schöpfe• risch. Alle großen Entdeckungen, der gesamte Fortschritt der menschlichen Kultur wurde durch die Not veranlaßt, neue Quellen des Erwerbes, der Lebenserhaltung zu er• schließen. Darum ist cs gewiß keine Frivolität zu sagen, man möge sich in lk'iiiscliland nicht gehen lassen, man tmijjc nicht die Lethargie über »ich einreiben lassen; es muß ein!Weg, ein Ausweg zu finden sein. — Die Not der Familie und der Gesellschaft, welche den jüdischen Mittelstand vielleicht noch härter als andere Schichten trifft, zwingt die jüdische Frau, in den sozialen Fragen des Judentums Stellung zu nehmen. Es hat sich ergeben, daß die Politik des Vogels Strauß, die von den Verkündern der Assimilation gepredigt worden ist, Sclnfümich erlitten hat. Wir konnten uns lange put ducken und verkriechen, unsere Feinde vergaßen uns aber nicht. Die Wollen des Judenhasses steigern sich bis zum Ucbmiüm'ii und drohen, die Grundrechte des jüdischen Men• *dien iimzustürzcn. Wohin wir uns auch wenden, überall drohend erhobene Fäuste und schmähliche Verleumdungen, Das bankrotte Europa läßt seinen ganzen Mißmut an unserem Rücken aus. Und wir haben von dem Wcltidca! des Europäertums doch schon mehr als genug. Die Phrasenreiterei und das Dreschen leerer Ideen bis zur Unmöglichkeit, eine Tat aus ihnen zu gestalten, steht in merkwürdigem Gegensätze zu der lebensvollen Tatfreudigkeit, die wir z. B. hei unseren amerikanischen Frauen sehen können. Dort wird nicht gestritten, ob man das Judentum als Rasse oder Religion verteidigen soll, dort antwortet man nicht auf Knüppelhiebe mit Theorien, sondern ־vollbringt ein Werk für das Judentum. Der ״Council of Jewish Women“, die große Organisation der jüdischen Frauen Amerikas und die von ihr in Europa teilweise auf Anregung des Weltkongresses jüdischer Frauen gegründeten Frauenräte sind cm Beispiel dafür, wie die indische Frau für die Lösung der sozialen Fragen von grundlegender Bedeutung werden kann. In Amerika wird ein unpclicnrcs Netz von Verbindungsdriihten mit allen Teilen der .Welt erhalten, um die jüdischen Frauen über alles was in der weiten Weit von Shanghai bis Johannesburg und von Cuba bis Jerusalem an jüdischem Leben pulsiert, auf dem Laufenden zu halten, das Interesse für das Leben des jüdischen Volkes und die Bereitschaft zur Hilfe in Not zum organischen Bestandteil der Gedankenwelt der jüdischen Frau zu machen. Es ist kaum das Gebiet abzusciicn. auf dein ein jüdischer Fraue (trat nicht werktätig sein kann. Alle die tausend Probleme der Jugenderziehung, der Produklivierung der jüdischen Jugend durch Ucbcriührung in die landwirtschaftlichen Berufe, durch Berufsberatung und Mädchenerziehung, durch Erhaltung der jüdischen Tradition in den Schulen, durch schuihygienische und überhaupt sanitäre Maßnahmen, durch Säuglingsschutz und Krankenfürsorge harren der Arbeit der jüdischen Frau, Wenn mau noch an die kulturellen Aufgaben denkt und das spezielle Problem der amerikanischen Frauen, an das der Iminigratbn, so muß man sagen, daß eine große und systematisch arbeitende Organisation der jüdischen Frauen noltut, um auch nur halb• wegs diesen ungeheuren Aufgaben gerecht werden zu können. Fünfzehn Frauenorganisationen verschiedener Art stehen heute den in New York Ankommenden in Eilis-Island zur Seile und versorgen sie nicht nur mit Kleidung, Nahrung, sondern — was für die Hilflosen in der Fremde noch weit mehr bedeutet — mit Rat und Auskunft. Nicht zu unter• schätzen ist der Einfluß, den eine solche gewaltige Organi• sation der jüdischen Frauen auch auf die Verwaltungsstellen ausübt und der die Milderung der Härten der Bürokratie häufig möglich macht. Dasselbe gilt natürlich von ähnlichen Organ!• sationen auch in Europa, die als •beratende Körperschaften bei der Lösung der spezifisch jüdischen sozialen Probleme eine segensreiche Tätigkeit entfalten könnten. Als Beispiel dafür kann der jüdische Frauenrat von Hol• land dienen, Ir. Holland gibt es kaum 120000 Juden und diese im Verhältnis zu den von Juden stark besiedelten Län• dern Mittel- und Osteuropas kleine Zahl konnte doch eine Fraiicnorganisation ins Leben rufen, die als mustcrgiltig bc• zcichfict werden darf. Was die holländischen Juden während und nach dem Weltkriege für ihre jüdischen Brüder getan hallen, ist genügend bekannt, um auch nur erwähnt werden zu müssen. Aber bei der Einschätzung dieser gewaltigen jüdischen Opfcrwilligkeit darf man nicht vergessen, daß dazu die Bevölkerung erzogen werden mußte. Die bittere Ironie, die ein Krieg zwischen verschiedenen Nationen für eine Nation bedeutet, deren Angehörige in allen Lagern standen, hat den holländischen Juden dazu erzogen, über rückschrittliche Ansichten hinwegschrcitcnd die Konsequenzen aus dein Bekenntnis zum jüdischen Volk zu ziehen. Solidarität und Treue zum jüdischen Volke über Landesgrenzen hinaus haben die holländischen Juden fähig gemacht, vorbildlich zu wirken. Was der jüdische Frauenrat von Holland nur an kultureller Arbeit, an Wiederbelebung der Lielm und der Kenntnis jiitlisclier Geisteswerte geleistet fiat, verdient besonders vermerkt zu werden. Durch Kurse in jüdischer Geschichte, Literatur, Vorträge über jüdische Kunst, hebräische Sprache Unterweisung zu einer gesunden Auffassung der politisch-ökonomischen Lage der Judeuheit hat der jüdische Frauenrat eine Arbeit in Holland geleistet, die auch anderswo, wo sie leider bisher vernachlässigt ist, überaus notwendig'wäre. Das System der Frauenräte hat sich also überall( wo es bisher versucht worden ist, ausgezeichnet bewährt. Es sollte keiner besonderen Mühe bedürfen, die noch säumigen Landes- Organisationen auf denselben Weg zu leiten. Der Weltfrauenrat ist unterwegs: aber der Weg führt durch alle Länder! FrauciiorpnSsationcn in Palästina Eigentlich müßten Frauenorganisationen in Palästina die* selbe Bedeutung für das öffentliche Leben gewinnen, wie etwa in Amerika. In Amerika spielen bekanntlich Frauen* Organisationen eine solche Rolle 1111 Leben der Gemeinden, daß ganze Zweige der Volkswohlfahrt in ihren Händen liegen. Frauenorganisationcn trocknen Sümpfe aus, reinigen durch Schmutz verseuchte Straöenzüge, nehmen Einfluß auf Jugendgcsetzgcbuiig, Bekämpfung von Trunksucht und Prostitution, Verschönerung der Stadtbilder, Einrichtung von Bibliotheken; Frauenorganisationen sorgen für Einwanderer, üben ihren Einfluß auf das Schulwesen aus. In Palästina ist die Notwendigkeit von Fraue.norganlsationen nicht geringer. Auf dem Gebiete sozialer Fürsorge ist hier noch alles zu tun. und niemand ist da, der es tut. Die meisten der in Palästina arhritcmlrn Männer »teilen in irgendeinem lVnifr, der ihre körperlichen und seelischen Kralle bis zum äußersten in Anspruch nimmt und ihnen kaum Zeit läßt, sich um andere ah die täglich durch den Beruf vorgeschriebenen Aufgaben zu kümmern. Von Vereinen oder Logen, die geschaffen werden müßten, um den Gliedern der Gemeinschaft Einfluß auf das öffentliche Lehen zu verschaffen, ist noch kaum die Rede. Und die Öffentlichen Kassen um! Institutionen, die auf angcstdltc Beamte angewiesen sind, haben viel zu beschränkte Mittet, um allen Anforderungen der Volkswohlfahrt und Volksbildung zu genügen. Infolgedessen haben »Ich schon seit geraumer Zelt Gruppe» palästinensischer Frauen »mammengeian, um «Uesen oder jenen Zweig sozialer Arbeit gemeinsam zu übernehmen. Dabei handelt cs sich nicht immer um reine Frauenarbeit, im Sinne einer nur Frauen zugute kommenden Arbeit. Auch auf dem Gebiete der Kinder- und Elnwnmlercrfücsorge sowie der Volksbildung geschieht manches durch Frauengruppen. Im ganzen gibt cs zirka 20 verschiedene Frauenverdne mit zahlreichen Unter,ahtciluncn, welche sich öffentlichen Arbeiten widmen. Das klingt nach viel, aber in Wirklichkeit wäre weniger — mehr. Alle diese Gruppen nämlich bleiben unbedeutend und ohne wesentlichen Einfluß, weil *Ic zu klein sind, nur bestimmte Kreise umschließen und mit anderen keine Fühlung haben, ja häufig in ihren Aufgaben mit anderen kollidieren. In folgendem geben wir eine Aufstellung der wesentlichsten in Palästina arbeitenden Frauenvereine: Allgemeine Organisationen. Histadruth Nasch im I vriot: Mehrere hundert Mitglieder. Programm: Hilfe auf allen Gebieten der Fürsorge für Frauen. Escr Joldot: Programm: Verteilung von Spenden an schwangere Frauen. Esrat Nasch!m: Mehrere hundert Spender. Unterhalttmg eines Irrenhauses und einer Nähschule. Agudat Nasch!in: Organisation mit lokalen Zweig* gruppen. Verschiedene Aufgaben der Frauenfürsorge. Histadrut Z ei rot I vriot: Zirka 60 Mitglieder. Lokale Jerusalemer Organisation. Programm: Erziehung und Unterhaltung für junge Mädchen. Histadrut Naschim Misrachi: Fürsorge für mis* rachistische Einwanderer. Society for the Care of School Children. Central Committee for Maternity. Berufsorganisationen. Moazat Poalot (Arbeiterinnen). > H itachdut Gananioth (Kindergärtnerinnen). Histadrut Achajot (Krankenpflegerinnen). Histadrut Achajot Hadassah (Kranken* Pflegerinnen).! Politische» Organisationen. Hitachdut Naschim Ivriot Lesehawije Sechujot (Jüd. Verein für Gleichberechtigung der Frauen). Ausländische Organisationen, die in Palästina vertreten sind: , Hadassah (Zentrale Amerika). Weltorganisation zionistiseher Frauen (Zentrale London). VerbandjüdischerFrauenfürKulturarbelt in Palästina (Zentrale Berlin). Hilfsverband für Waisenpflege (Amerika). Diese Liste mehr oder minder in die Erscheinung tretender Organisationen wird ergänzt durch eine Anzahl orthodoxer kleiner Frauengruppen, die irgendeine fromme Pflicht erfüllen. Man sollte meinen, daß es nicht allzu schwer halten dürfte, alle diese Gruppen zu gemeinsamer Arbeit zusammenzufassen. ln der Tat aber zeigt cs sich, daß sie durch ganze Welten verschiedener Anschauungen voneinander getrennt sind. Das, was den amerikanischen Fraucrorganlsalioncn Ihre Stärke gibt, was in der Kriegs* und Nachkriegszeit deutschen Frauenver* blinden ihre große Wirkung auf das öffentliche Leben gegeben hat: die Verbindung der heterogensten Elemente durch das gemeinsame nationale Pflichtgefühl — wird offenbar bei uns durch andere Interessen überwuchert. Nicht nur, daß die kleineren Vereine ängstlich auf ihre Unabhängigkeit bedacht sind und nicht eine einzige Vorstandsdaine ihre Autorität der Zusammenarbeit mit anderen Frauen opfern möchte — auch in der Auffassung vom Ziel der Arbeit ergeben sich unvereinbare Gegensätze. Während einige Organisationen ihrer Arbeit moderne, soziale Ideen zu Grunde legen, ist es anderen ausschließlich um die Gelegenheit zur ״Mizwoh“ zu tun. Bei ihnen ist das Sammeln und Verteilen von ״Nedawot" nicht Mittel zum Zweck, sondern Selbstzweck, durch den sic eine religiöse Pflicht erfüllen, gleichviel, ob 81c mit diesen Nedawot nützen oder sogar schaden. Abseits von diesen Organisationen bleibt die große Menge der Frauen von rechts und links, die aus den extremsten Ur* Sachen überhaupt Gegnerinnen organisierter Frauenarbeit sind, Rechts die unwissenden, kaum über das Analphabetentum hlimiisrageinien «Itpnlüstiiiensischen Fraucnkrcisc — Scphardeit und Aschkcnar.cn יdie kulturell zu tief stehen, um über* haupt den Begriff nationaler und sozialer Pflichten zu lassen, Dazu die in engem Egoismus nur an ihre eigene Familie den* kenden ״Baalot Bajit“, und die gebildeteren Orthodoxen, die vor icdcr Berührung mit den zionistischen Ketzerinnen zurückschreckcri. Links die radikalen Arbeiterinnen und Sozialdemokrat tinnen, welche jede Zusammenarbeit mit bürgerlichen Kreisen ahichncn, teilweise überhaupt das Bestellen von Unterschieden in Männer- und Frauenaufgaben leugnen und deshalb bc• sonderen Frauenorganisationen keine Daseinsberechtigung zu• erkennen. Wegen dieser Widerstände bleibt die Frauenarbeit in Palästina unzusammenhängend und wenig wirkungsvoll, ob* gleich cs jetzt schon eine ge.nz stattliche Anzahl erfahrener, m Europas sozialer Arbeit erprobter Frauen gibt. Und dabei stehen noch ungeheure Aufraben vor den palästinensischen Frauen, ja man kann sagen, aaß auf dem Gebiet der sozialen Fürsorge und Volkscrzlcluuig noch alles zu tun ist. Neuerdings sind Verhandlungen bei der ״Weltorganisation zionistischer Frauen" und der palästinensischen ״Vereinigung jüdischer Frauen" und zwischen eien Vertreterinnen beider Organir.atloncn Im Gange, um eine Möglichkeit für Vereinigung* bzw. Kooperation der verschiedenen 1 r.uiriigruppen zu finden. Den Auftrag zu dieser Arbeit hatte die Weltorganisation zio* nislkchcr Frauen von der Fraueiikotiiyrciu 111 Karlsbad er* hallen; da sie aber in Palästina nur einige Auhichtskomitces für ihre Institute besitzt, dagegen noch nicht einmal den Beginn einer palästinensischen Organisation, *o ist sie in dieser Arbeit auf die große lokale Frnuenorganisntion angewiesen. Der schwieligste Punkt frei diesen Verhandlungen ist die Koordinleruiig der Arbeite rinnen-Vereinigung, die sich bisher jeder Zusammenarbeit mit bürgerlichen Frauen entzogen hat. Von Seilen beider Organisationen Ist man eifrig bemüht, einet» Modus für die gemeinsame Organlsalionsarbeit zu finden. Nur wenn eine solclic erzielt wird, kann wirklich Ersprießliehet« geleistet werden. Interkonfessionelle Frauenorganisationen, Außer den zahlreichen konfessionellen Frauenvereinigungen In Palästina gibt cs einige Organisationen, die einen Versuch dnrstellcn, alle verschiedenen Kreise der Bevölkerung zu gemcinsamar sozialer Arbeit zu vereinigen. Unter diesen sind die wichtigsten die 1. Association for Social Ser* vice. Diese Organisation, die ursprünglich zur Bekämpfung der im Kriege entstandenen Unmoral gegründet wurden, hat in ihrer weiteren Entwicklung ihr Arbeitsgebiet vergrößert und Aufgaben wie Fürsorge für sittlich gefährdete Mädchen, Fürsorge für weibliche Gefangene usw. auigenommen. 2. Palest Ine Women's Council. Diese Organisation stellt eine Zusammenfassung aller palästinensischen Frnueiivcrcine dar, ihre Aufgabe ist cs, der Regierung gegenüber eine Art beratender Körperschaft in allen auf Frauen• und Kinderschütz bezüglichen Fragen zu bilden. Aul ihre Veranlassung wurde eine englische Frau als Expertin in Fragen der ( rauen- und Kindcrlürsorge angcstellt, die später von der palästincnsischcn Regierung als Fürsorgebeamtin für weibliche Gefangene berufen wurde. Auf den Gebieten der Mutter- und Säuglingsfürsorgc und der Milcliinspektion wurde ebenfalls eine Zusammenarbeit mit der Regierung erzielt. Ferner wurde um Zulassung weiblicher Advokalcn für Frauen vor Ocricht nacligesuclit. Auch gewisse Adretten zum Schutze arbeitender Frauen und Kinder wurden beantragt, im Zusammenhang mit dieser Arbeit steht das Central Committee for Matcrnlty and Infant Weifare Work. Außer diesen Organisationen für soziale Arbeit existiert in Jerusalem ein Ladies Club, welcher die Aufgabe hat, durch gesellige Veranstaltungen die verschiedenen Kreise der Jerusalemer Gesellschaft einander näher zu bringen. In allen drei Organisationen sind vorwiegend englisch« und jüdische Frauen tätig, während die Araberinnen sich ganz zurückhalten. In allen ist Lady Samuel ein energisch arbeitendes Mitglied des Vorstandes. Ein Büro für Arbeitsbeschaffung, Im Zusammenhang mit der interkonfessionellen soziale« Arbeit ist auch das Immigrants Weifare Committee zu erwähnen, in dem Frauen eine entscheidende Rolle spielen. Das Immigrants Weifare Committee hat Fräulein Hedwig Gell n er mit der Schaltung eines Büros beauftragt, das Material über alle Arbeitsmögilchkclten für Frauen sammeln und Frauen Arbeit beschaffen soll. Säugilngs-Filrsorge-Statfonen, Der ״Hadassah" ist durch Nathan Straus eine erhebliche Summe bewilligt worden zur Einrichtung von Säuglings-Fürsorgc-Anstaltcn. Die ״Hadassah“ hat nun bereits drei solcher Stationen in Jerusalem eingerichtet und damit an die Stelle der bisher durch die .,Vereinigung jüdischer Frauen" ge* leisteten freiwilligen Arbeit Berufsarbeit durch ausgebildete Schwestern gesetzt. Infolgedessen erwägt die ״Vereinigung jüdischer Frauen", neue Aufgaben in ihr Programm aufzunehmen. Jüdische Geburten» und Ehestatistik ln Preußen 1910—1022. Im ״Hamburger israeliiivclien Familienblatt" gibt Herbert Philippsthal (Charlottcnburg) — allerdings ohne genauere Quellenangabe, also nicht nachprüfbar — die folgenden statistischen Uebcrsiclitcn über die ״Bewegung der Israeliten ln Preußen In den Jahren 1910—1922": Geburten- bzw. Sterbeüberschuß Im Jahre JM.a־b. Jöd, Sterbe!. ±ÄÄ22k 1910 6532 5709 - 823 1911 6437 5877 - 560 1912 6297 5753 544 ־ 1913 6260 5741 - 519 1914 5930 6535 - 555 1915 4832 7140 — 2208 1916 3521 6931 — 3410 1917!»39 7591 — 4652 1918 3383 8459 t— 5076 1919 4583 6128 —1545 1920 6794 5921 873 ־ 1921 7307 5449 -1858 1922 6696 5942 t h 54ז Tn Jobr• 1910 Jüdische Ehen Jüdi*oh* Ehra und Mischehen Mliohthta Uhu» clirUÜ. M,-knnjüd. 2667 Kr*n jiid. 316 Fr*u ebrUti» 407 1911 2581 301 460 1912 2546 334 466 1913 2482 327 418 1914 1845 414 611 1915 883 318 589 1916 1012 287 469 1917 1101 300 ‘ 479 1918 1637 335 493 1919 4407 640 832, 1920 5022 663 982 1921 4049 567 820 1922 3507 568 954 .,. w J״״ . .. - -• .. .... ... ........ Dem Bodenmangel in Palästina kann nur allgeholfen werden, wenn durch die Puriftl-Äktion und Purim-Veranstaltungen für den Keren Kajemeth) große Summen aufgebracht (Haussammlungen werden!

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