Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 13 (15.2.1924)
- Date
- 1924-02-15
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 89 J UI! DIS 6 ff K 1 Cftf D ■^Cf־t A ס Kr. 11 m begründen, denn von mir wunde zuerst der Vorschlag de» Zionistischen Organisation gemacht, eine Arbclterbank zu er• richten. Ich wäre bcrediiigt gewesen, über den Fonds xu Paläsiina/.wcckcn nach meinem eigenen Ermessen zu ver• fügen, ohne irgendjemand zu fragen, aber ich zog e* vor, der Zionistischen Organisation das Geld zu übergeben, das ich fiir Palästina verdient hatte und das nach meiner Ansicht für den Wiederaufbau bestimmt war, indem ich es der zionistischen Bchöidu überließ, iliro cmlgiilligc.il Dispositionen über den Fond•; zu treffen." Der ״Doar Hnjom" verdächtigt auch Dr. Ruppin, seine Beziehungen und die Gelegenheiten, die sich ihm boten, sowie seine offizielle Stellung für private Zwecke ausgenützt zu haben. Dieser überaus feigen Verleumdung gegenüber gab Dr, Ruppin die folgende kategorische Antwort: ״In keiner!Weise, weder direkt noch indirekt, wurde von mir auch nur ein Pfennig für meine privaten Zwecke verwendet,“ Fine aiiilerc Beschuldigung des ״Donr Hajom" ist, daß Dr. Ruppin I iilfsgeldcr für Börsengeschäfte verwendet halse. ״Ich liabe das nie getan," stellte Dr. Ruppin fest, ״alle Hiifsgcldcr, die ich in Gold erhielt, sandte ich sofort nacli Pa• lästina. Wenn ich sic in Papier erhielt, sandte ich sie ent• weder in Papier, oder ich wechselte sie in Konstantinopel in Ciold um, da der Börsenkurs in Koiistantiiiopel immer besser war. und sandte das Geld nacli Palästina, Aber diese Ililfs• gcldcr wurden von mir niemals, in keiner Weise für meine Transaktionen verwendet. Das Geld, mit dem alle diese Transaktionen ausgeführt wurden, hatte ich auf meine eigene Verantwortung ausgeiiehen, wie schon oben dargeiegt, lind dieses hatte nichts mit den Hilfsgeldcrn zu tun.'‘ Der Interviewer meinte, daß die Veröffentlichung der Artikelserie des ״Doar Hajom" in Dr, Ruppins Abwesenheit von Palästina dazu beigetragen habe, ihre. Unanständigkeit ins Licht zu setzen,״ ׳Es war natürlich feig,'•‘ sagte Dr. Ruppin, ״diesen Angriff in der Zeit uiciner Abwesenheit vor! Icrnsalcm zu veröffentlichen, während ich nicht In der Lage war, meinen Angreifern Auge In Auge gegcuübcrziitretcn. Aber es Ist auch höchst unverantwortlich, sic zu veröffentlichen, während ich auf dem Wege nach Amerika war, um dort die Verband• hingen fortzusetzen, die ich vor einem Jahre zwecks Gründung׳ einer Investment Company begonnen habe, deren Verwirk- Heilung neue Mittel und wachsende Einwanderung nach Pa• ISstina bedeuten würde.“ Die Keren Hajessod-Konferenz in Hannover Die Arbeit des Keren Hajessod in Deutschland macht erfreulicherweise große Fortschritte. In der letzten Zeit sind Aktionen in verschiedenen Orten unternommen worden, bei denen durchweg außerordentlich günstige Resultate erzielt wurden. Eine der bedeutendsten Unternehmungen des neutralen Keren Hajcssod-Komitccs war eine Aktion tu Hannover, die Mitte Januar stattfand. Mit der Durchführung dieser Aktion wurde Herr Dr. Robert Katz, der sich für diesen Zweck zur Verfügung gestellt hatte, beauftragt. Nach einigen Veranstaltungen in kleineren Kreisen, zu denen mehrere auswärtige Herren nach Hannover gekommen waren, fand am 13. Januar eine Konferenz statt, zu der die hervorragendsten jüdischen Persönlichkeiten ringelnden hatten. Diese Veran- Stallung, zu der der Vorsitzende des Keren Hajessod Herr Direktor Oskar Wassermann aus Berlin persönlich er• schienen war, nahm einen glänzenden Verlauf. Einen besonderen Eindruck machten auf die Versammlung die Ausfuhrengen von Direktor Wassermann, der dariegle, warum das deutsche Judentum sieh von dem Aufbau Palästinas nicht fernhalten könne, Wohl habe der Friedensvertrag die Zio• nistische Organisation als die Vertretung der jüdischen Gcsämtlich anerkannt, die den Aufbau und die Verwaltung ge• mcinsnm mit der Mandatarniacht in Palästina durchführen soli. Der einzige Grund hierfür ist jedoch die Tatsache, daß die Zionistische Organisation die einzige jüdische Organisation war, die fiir diese Aufgabe in Frage kam, da die übrigen Juden nicht durch eine entsprechende Organisation vertreten waren. Aufgabe des Ocsamtpidentiinis sei cs, von dem Recht, das ausdrücklich im Friedensvertrag vorgesehen sei, nämlich bei der Vertretung der Jewish Agency niiizuwirkcn, Gebrauch zu machen und diese größte Aufgabe der Jetztzeit nicht einer Gruppe oder Partei zu überlassen. Der Palästiiiaaufbau sei eine AufgabcdcsGcsamtjud e.11 tu m s. Man stärke den Zionismus, wenn man ihm als Einzigen diese große Aufgäbe überläßt. Der Nichtzionist hat die Verpflichtung, sicli dieser Aufgabe ebenso zu widmen wie der Zionist. Mehr als die 'Heimstätte für das jüdische Volk sei Palästina die Heimstätte für das Judentum. Die praktische Arbeit in Palästina tihcrhrückc die Gegensätze zwischen Zionisteil und Antizionisten. Die Bedenken, die am Anfang bestanden, daß deutsche Juden sich gerade in der jetzigen Zeit für Palästina einsctz.cn, haben sicli als vollständig unrichtig er• wiesen. Die wirtschaftliche Mitarbeit deutscher Juden bei dem Aufbau Palästinas ist nicht nur für die deutschen Juden, sondern auch für Deutschland von Wichtigkeit. Palästina bietet der deutschen Industrie nach dem Kriege die Möglichkeit, im Orient wieder in wirklichen Wettbewerb mit den übrigen Industrien zu treten. Die große Aufgabe Palästinas sei cs, dem Judentum wieder für alle diejenigen einen Inhalt zu geben, die seiner Religion entfremdet sind. Als zweiter Redner sprach Herr Dr. Hantke, der vor allem an Hand einer Fülle von Material über die Fortschritte und Erfolge der Kolonisation in Palästina berichtete und auf die ungeheure Bedeutung der produktiven Arbeit in Palästina hinwies. —- Das rege Interesse, das diese Ausführungen fnn• den, zeigte die Diskussion. Ein würdiger Abschluß bildeten die Ausführungen von Herrn Rabbiner Dr. Bacck, der ebenfalls zur Konferenz erschienen war. Seine Ausführungen »nachten auf alle Anwesenden den tiefsten Eindruck. Sache der Niclitzionistcn sei cs, sich den Einfluß am Aufbau Pn• lästinas zu sichern. Sie hätten cs in der Hand, Einflüsse, die ihnen vielleicht unzweckmäßig erscheinen, dadurch zu paraly• sieren, daß sic sich in noch größerem Maße als die Zionisten an der praktischcii Arbeit beteiligen. Der Chaluz sei der jüdische Pionier, der allein imstande sei, den Boden wieder ausziilösen. Die politischen Tatsachen seien nicht das Ent• scheidende, denn die stärkste Tatsache sind die Menschen, Die weltgeschichtliche Bedeutung des Palästinaanfbaiies könne nur begriffen werden von einem, der den Geist des Judentums voll erfaßt hat. Kleine Aufgaben stelle sich der Mensch, große stelle ihm Gott, Diese Aufgabe hat Gott gestellt, denn das schwache jüdische Volk hätte es nicht vermocht, sich selbst eine solche aufzuerlcgcn. Vielleicht wiederholt sich zum dritte״ Mal in der Weltgeschichte die Tatsache, daß von Palästina aus neue Menschheitsideen «!־׳,geben. Am Nachmittag desselben Tages fand ein Tee statt, bei dem Dr. Bacck und Dr. Hantke noch einmal die Frage des Palästinaanfbaiies erörterten. Audi diese Veranstaltung machte den tielsten Eindruck auf die Teilnehmer. Anschließend an diese Veranstaltungen wird nun• mehr in Hannover die eigentliche Keren Hajcssod-Aktioii durch• geführt, die bereits sehr günstige Resultate verzeichnen kann. Es ist anzunehmen, daß das endgültige Ergebnis ♦ein außer• ordentlich befriedigendes sein wird, . , T. W. Aas der ffltlfcclieii Well Cm:-Tnr.-rt Der Inhaber des Bankhauses Kuhn, Loch 8t 'Co., Felix Warburg, Präsident des American Joint Distribution Committee, kann der Einladung Louis Mnrshalls zur Ein• beruftmg einer Konferenz über die Jewish Agency und die Errichtung einer Investitionsbank In Palästina nicht Folge leist» 11, da er noch vor Empfang der Einladung nach Pa• lästina abgcrolst ist, um sic. 11 über die Verhält• nisse i in I.a 11 <1 c zu orientieren.!111 Zusammenhang mit der Ernennung des Herrft J. TI. Kami zum 11011,uuliscHen Generalkonsul für Palästina ist Herr Siegfried llooficn, Direktor des Anglo-Palcstine Company, zum Konsul für Jaffa und Umgegend ernannt worden. Fine Anzahl jüdischer Touristen, die in Begleitung der ״H.1ko,1h“-M,11tnschaft in Palästina weilten, haben ein Boden, areal im Umfange von 25 (XX) Duiinm in der Gegend von Jaffa und Tel-Awlw nngekauft Der Kaufpreis be. trägt 30 000 Pfund. Einige andere Mitreisende hoben ׳ Vor• liereilungi'ii geholfen, neue Industrien in Palästina durch Fr• richtimg dreier Fabriken zu begründen. Am 28. Mürz soll die zweite große Geselisdiaft Wiener jüdischer Kauflcutc und Fabrikanten die Reise nach Palästina antretm Es besteht die Abr<icht beim jüdischen Turnverein Bar Kocliba und dem deutschen Kreis der jüdischen Tiirnersciiaft, einen großen jüdischen Sportplatz, in Palästina zu seinallen, der den Namen des vetstorbcricn Vorsitzenden der Tiiriicrsehnft Dr. Ernst Tuch, tragen soll. Es wird angenommen, daß ♦las Projekt mit einem Aufwand von 10 000 Goldmark ausgeführt werden kann. Der Sekretär der Kirclicnniission unter den Juden Pfarrer A. J. Culwick sprach in einer Versammlung in London über die M i s s io n s t ä t i gk e i t in Palästina. Er erzählte, die Missionstäligkcit in Jerusalem begehe soeben Ihr hundert• jähriges Jubiläum. In der Clirlstkirche zu Jerusalem wird jede Woche ein Gottesdienst in hebräischer Sprache a!)gehalten, dem 10׳ bis 50 Juden beiwohnen. Man versucht auch, die Missionstätigkcit in Jaffa, das durch seinen Häuser• und Hafenausbau immer mehr an Bedeutung gewinnt, auszuhreiten. Juden sowohl als Christen hätten die Mission gebeten, Schulen für ihre Kinder zu errichten. Wie aus dem Jahresbericht der Tcl-Aivlwcr Stndtgemcinde zu ersehen ist, hat das abgelaufcnc Finanzjahr trotz der Wirtschaftskrise mit einem uewinnsaldo abgeschlossen. Die in Amerika aufgebrachte Anleihe hat die Inangriffnahme nutzbringender öffcnilichcr Arbeiten ermöglicht, und auch die Rutcubcrgselic Elektrizitätsstation hat gute Forsciirittc aufzu• weisen. Im Berichtsjahr sind 477 Hauser erhallt und 402 Lädru ncu eröffnet worden. In den Council (Stadlrat) wurden Ach .ad Ha am und Dlscngoff wicdcrgewiililt. Das Wahlergebnis in den vereinigten Stndtrat von Jaffa und Tel• Awiw ist soeben bekannt gegeben worden Danach'' entfallen auf das Tcl-Awiw-Vicrtel 5 Mitglieder der Arbeiter-Partei, 5 Vertreter der Grundbesitzer unu 7 Vertreter des Zentrums. In den anderen Vierteln stellt sich das Ergebnis folgender• maßen: 9 Mitglieder der Arbeiter-Partei und 15 Mitglieder anderer Parteien. D'e Gesamtzahl der Stadtratsmitgliccfcr ist 41. Vierzehn derselben gehören der palästinensisch-jüdischen Arbeiter-Vereinigung an. Amerika I1.it vom 1. Januar bis 13. Dezember 1023 an da» K. K. L-Hauptbüro in Jerusalem 150 312.73 Dollar überwiesen, um 13051,17 Dollar mehr als im ganzen Jahre 1922. — Wie die palästinensischen Zeitungen berichten, hat ein aus Sibirien stammender Jude in Shanghai, Chaim Ztmm ermann, im Jahre 1022 dem Nationalfands 20 000 Goldrubel vermacht und d;ineben Juwelen im gleichen Wert, fiir die in Palästina Boden zwecks Gründling einer Kolonie fiir die Juden aus Sibirien gekauft werden sollte. Nachdem cs bei der Justiz• bchördc 111 Shanghai längere Zeit Schwierigkeiten bei Reallsienmg der Tcstmncntsbestiimiiung gegeben hatte, erging nun• mehr ein Gerichts,auftrag, die Edelsteine zu verkaufen und das Geld an den J. C. T. in London zu überweisen. Dagegen befinden sich die 20 000 Rubel noch immer in der Hand der Testamentsvollstrecker, die sich weigern, 6ic ihrem Zwecke zuzuführen. Im Laufe des Dezember hat sich aus diesem Grunde Dr. Kaufman 11, der Redakteur der Charblncr zio• nistiselieii Wochenschrift ״Sibirien-Palästina" und Präsident der sibirischen zionistischen Landcsorganisntion, nach Shang- 11 ai begehen, um neben einer Aktion für den Keren Haicss.-xl und den K. K. L. auch diese Tcstameiitsangclcgcnheit zu ordnen. Der Herausgeber des in Bagdad erscheinenden ״Algourbal" richtet in einem Artikel schwere Angriffe gegen die Juden in Irak, denen er nachsagt, daß sie eine lätlgkeit zugunsten ihrer Brüder in Palästina entfalten. r>ie Juden in Irak, schreibt er, fragen auf ihrer Schulter ein ״Magen Dovid", in welchem das Wort ״Zion" zu lesen ist. {Schrecklich I — Red.). Wie die J. T. A. erführt» Ist das «panische Kons 111 a t 111 Jerusalem gemäß einer Verfügung des Ministers des Inner״ ermächtigt worden, fm Rahmen der geltenden deutschen Bestimmungen Sichtvermerke zur Reise nach und durch Deutschland auszustellcn. Bisher mußten die Reisenden aus Palästina nach Deutschland immer erst nach Kairo oder Triest fahren, um von den dortigen deutschen Konsulaten das Reisevisum einiuhoien. DcutncMand Im Alter von 60 Jahren Ist am 0. Februar In Berlin Geheimrat Dr. Felix v, Llisch an, ordentlicher Professor an der Berliner Universität und Direktor des Museums für Völkerkunde, gestorben. Professor v. Ltischans Hauptgcblet war die Anthropologie. Durch sein Werk ״Völker, Rassen, Sprachen“ (in! Wcltvcrlng, Berlin) ist er in der letzten Zelt «teil weiteren jüdischen Kreisen bekannt geworden. Der Hauptgedanke dieses Werkes Ist, daß eine ״weiße" Rasse wissenschaftlich nicht feststellbar ist. Die Schrift ״Die anthro■ pologiseiiefRcliiiiig der Juden" ist früher erschienen. Professor Luschan (ein gebürtiger Kärntner), war, obwohl Nichtjiide und konservativ gesinnt, Angriffen der deutschen Rasse-Antisemiten ausgesei/t, Belgien Der \or kur/cm zum Grand-Rabbi von Belgien ernannte Ernst Ginsburger war bisher Oberrabbiner von Genf. Neben Luden Wolf hat er sich als Vertreter der ״Alliance Israeli((• Universelle" beim Völkerbund hervorgetan, Er ist am11׳ als Historiker der Juden Genf« bekannt geworden. . —- ...-. Werbemonat für das arbeitende Ercz״I*racl AaUlflllch <U» Worbomwtli für du« *rb*lt<m׳i* Er*a-I1׳r»»I Montair, don 13. F«bunr 1924, abend■ 8 Uhr Musiker«!!}®, Knlaer-Wllholtn-Slraße 31 öffentliche Kundßebund ״Für des arbeitende Krcz-Israel" ' . Koitnen nni.׳t1»Uff<-At>ff.K.Wt1III«m«t*in, f,Rmtl1n«.A%,O«c&r00hn• Dr. (׳Iinira Arlosorofl, Itnrl I.osker. Merimln»M a.* Berllnerßomife» für da» *rbel tend«Errz- Israel,AuKartatmO• 17m VUiinn »rbaUUrlitm lUWo f. 4. Kr1-«״»r#«t, Anjtntt>tr 17, Kordon?051', Arboitor-Huchhanülnni». ArUU01׳l««tmB• », Kordon 4!H0 und «n dir Abemlli»«»». Die Aktion fflr das arbeitende Ercz-Israel Zum ersten Maie manifestiert sich die einigende Wirkung der Jüdischen Arbeiterschaft Palästinas auf die Diaspora in einer gemeinsamen Aktion aller Richtungen des sozialistischen Zionismus für das arbeitende Palästina, die In diesen Tagen in Deutschland und anderen europäischen Ländern beginnt. Von den mannigfachen Institutionen, die der Aufbauarbeit der palästinensischen Arbeiterschaft dienen, hat das ״Comitd für das arbeitende Palästina״ Im Einverständnis mit der Hlstiidruth zwei hernusgegrifien, auf deren Stärkung die gegenwärtige Anstrengung gerichtet ist; die Arbeiterbank und den Palästina-Arbclterfonds, beide in ihren Funk• tionen sich ergänzende Finanzinstitute, deren Mittel zur Förderung aller Zweige der palästinensischen Arbeiterschaft dienen. Die Arbeiterbank — bekanntlich mit Hilfe der Zio• nistischen Organisation im Jahre 1021 ins Leben gerufen — erfreut sich trotz ihrer noch kurzen Wirksamkeit wohlverdient er Sympathie. Sie bat In den zwei Jahren Ihre* Be- Standes Außerordentliches 7111• Entwicklung des arbeitenden Jlschuw beigetragen. Es genügt zu erwähnen, daß ohne die Kredite der Bank die Tätigkeit des ״Misrad l’awodoth ziburioth" (Amt für öffentliche Arbeiten), der Tausende von Clialuzlm heim Straßenbau beschäftigte und jetzt der größte Bauunternehmer im Lande ist, einfach unmöglich gewesen wäre. Aber auch für die alten landwirtschaftlichen Kwuzoth, wie für die neuen Siedlungen iin Emck, für den ״Hainaseh• hir", für die Krankenkasse — kurz für alle Zweige der Arbcitcrwirtscliaft war in diesen zwei überaus schweren Jahren der Kredit der Arbeiterbank eine unentbehrliche ökonomische Stütze. Und das Erfreuliche dabei ist, daß trotz der so schwierigen Wirtschaftslage die Arbeiterbank durchaus wirfschaftlich und kommerziell einwandfrei gearbeitet hat, daß die gewährten kurzfristigen Kredite rechtzeitig wieder einfiießen, um aufs neue schöpferisch verwendet zu werden. So ist die Arbciterbank heute schon ein wichtiger Faktor de* palästinensischen Wirtschaftslebens geworden. Von der Größe der ihr zur Verfügung *teilenden Mittel hängt In sehr wesentlichem Maße die weitere Entwicklung der jüdischen Arbeitspositionen im Lande ab. Die Arbcitcrwirtscliaft braucht aber nicht bloß Kredit, sondern auch eigenes Pionier• und Initiativ-Kapital, das bei aller Vorsicht und Wirtschaftlichkeit doch weniger auf Sicherheit und Rentabilität, als auf Erschließung neuer, Arbeit*• zweige und Schaffung neuer Arbeitspositionen eingestellt sein muß. Es gibt kein Gebiet der Arbeiterwirlschaft, auf dem der Palästina-Arbeiterkinds nicht diese Pionierrolie erfüllt hätte. Auf dem Qebietc der Landwirtschaft sind der mutigen Initiative des Palästina-Arbeiterfonds — durch welche erst die Heranziehung viel größerer Mittel der Ica ermöglicht wurde —, die Gründung der obergaliläischcn Arbciterkolonien Tel-Chaj, Mcchnajim, Ajclcth-Haschachar und Kfar-Gilcadi, sowie der Kwuzah Tirah bei Haifa zu verdanken. Die wichtigsten gewerblichen Genossenschaften im Lande, wie die Tischlerei ״Karmel" und die Maschinenfabrik ״Amal" in Haifa, die Druckerei ״Achduth" in Jaffa u. a. sind Grün• düngen des P. A. F., der auch — lange vor der Existenz des Misrad —. Arbeitsgenossenschaften für Häuserbau, Nivellicrung und Bodenassanierung schuf, und — lange vor der Gründling der Histadruth — die Anfänge gewerkschaftlicher und Selbsthilfsorganisationen der palästinensischen Arbeiter• Schaft ins Leben rief. Die Gründung der ersten gartenstädtischen Arbeitersiedlung ״Schchunath Borochow“ (so ge• nannt nach dem früh verstorbenen Führer der Poale-Zion) ist ebenfalls auf die Initiative des P. A. F. zurückzzuführen, der auch einen größeren Kredit zur Verfügung stellte. Auch sonst tritt der Palästina-Arbeitcrfonds dort als Kreditgeber auf, wo die Arbciterbank bei ihrer gegenwärtigen, auf Kurz• frlstigkeit eingestellten Kreditpolitik zurückhaltend sein muß, im laufenden Geschäftsjahre muß der P. A. F. auch dem ״Misrad l’awodoth ziburioth" einen langfristigen Kredit von mehreren tausend Pfund als Betriebskapital für die öffentliehen Arbeiten gewähren. Die Garantic-Ucbcniahnic bei der Arbeiterbank, durch die erst deren Kreditgewährung ermög• licht wird, ist häufig. Das vornehmlich aus der großen Aktion in Amerika hervorgegangene Werkzeug- und Maschinen• lagcr des P. A. F. ist ein wichtiger ökonomischer Stützpunkt der jüdischen Arbeiterschaft. Der P. A. F. ist gemäß den Karlsbader Abmachungen aus einem Fonds der Poale-Zion• Bewegung zinn gemeinsamen Institut aller fm ״Comit{ für das arbeitende Palästina“ vereinigten Organisationen ge• worden, und die gegenwärtige Aktion ist die erste gemein• samc Anstrengung dieser breiten Front für finanzielle Stärkung des Palästina-Arbeitcrfonds. Das ״Ccmltd für das arbeitende Palästina in Deutsch•!and“ hat sich Tür die gegenwärtige Aktion ein Doppelziel gesetzt: 4000 Aktien der Arbeiterbank, 1090 Pfund für den Palästina-Arbeiterfonds. Es ist zu hoffen, daß alle jüdischen und in erster Linie zionistischen Kreise, die für die Bedeutung der Leistungen der Arbeits-Pioniere Verständnis haben, ohne Unterschied der sonstigen politischen Einstellung, tatkräftigst mithclfcn werden, um die Aktion zu einem Erfolg zu gestalten. Reise-Ernillßlgungcn für Palästina. Spezielle Reise• Ermäßigungen gewährt zier Lloyd Trestiuo allen Besuchern, die von Triest nacli Erez-Israel reisen werden, und zwar eine aligemeine Ermäßigung von 30f,o des Fahrpreises in der Reisezeit vom 1, April bis 15. Mai, Ganz besonders möchten wir hier aber auf das Angebot des Lloyd aufmerksam machen, für eine Sonderfahrt von Triest nach Haifa, hin und zurück, in• kiusive koscherer Verpflegung: III. Klasse 0 £; U. Klasse 28 £. Diese Sondcrfnhrt kann aber nur bei einer Beteiligung von mindestens 300 Personen zustande kommen. — Wir raten daher!,iimillchcn Inti׳׳resrenten, sich sofort mit dem näcluten Palästina-Amt in Verbindung zu setzen, welche* dann die Angelegenheit mit dem Palästina-Amt in Triest (Via dd Monte 7) ״rangieren wird. — Auskunft erteilt das Palästina• Amt Berlin W 15, Emser Str. 12/13. Das Direktorium der Vereinigten Einigrnilons-Komlteos hat dieser Tage unter dem Vorsitz von Dr. Klee eine Tagung In Berlin abgrhalten. Es wurde eine besondere Koinmission eingesetzt, die zusammen mit dem Direktorium die für den Sommer diese* Jahres geplante «!!weltliche Emigrationskonferenz vorbereiten soll ׳^pmh.d iivu!and. De.׳ für de* 24. Februar angesetzte Gruppenverbandatag bekannt gegebenU ^' vcrscI10bc"• Dtr Termin wird noch * /