Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 8 (29.1.1924)
- Date
- 1924-01-29
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 50 K:,r.1say rJaes',o!!:.M Hier 411c zionistische Arbili in Palästina Nach seiner Palästinareise im /,׳ihre ]022 .schrieb R.imsay Mncdonald eine- Broschüre ״Als Sozialist i» Palästina". Wir geben aus dieser die folgenden Abschnitte wieder: Der Jude ist seit vielen Generationen ein Wanderer und Kosmopolit gewesen und hat noch nicht auigehört, ein Ver- (riebeucr zu sein. Sein Fuß fand keine Stätte, aber sein Herz haf Jerusalem niemals vergessen. Während er in der Erfüllung seiner bürgerlichen Verpflichtungen mnbtergültig war, hat sein innerstes Wesen keinem Staate angchört. An der Außen• mauer der, entweihten Tempels auf Moriah sieht man Stunde um Stunde, Tag um Tag und Generation um Generation kleine Gruppen von Männern und Frauen, die beten, weinen, Kerzen anzündcu und die Steine küssen, die ihnen so teuer sind. Sic sind das typische Bild tiefsten Elends, das sich durch den Glauben aufrechterhält. Sie weinen um die Wieder- Herstellung von Zion. Sie sind Israel. Sie weinen und ihre Hoffnung lebt in jedem jüdischen Herren. Nichts ist merkwürdiger für den blasierten Materialisten und Weltmcnselicii, sis zu sehen, wie heute aus jedem Lande unter der Sonne Juden -— das Proletariat, dem fast der letzte Rest nationaler Tradition und religiösen Glaubens geraubt ist, zugleich mit der Bourgeoisie, über die ihr Wohlstand ein ähnliches Schicksal gebracht hat — diesem Lockruf folgen und wie ihre Herzen nach Palästina heimkehren. Nicht dies ausschließlich Ist die zionistische Bewegung, aber hieraus zieht sie ihre Lebenskraft. Nach vielen Generationell wendet sich Israel wieder Palästina zu, wie Zugvögel dem Ruf der Jahreszeit gehorchen. Natürlich spielt auch die physische Notwendigkeit ihre* Rolle und so entsprachen unserer Einladung zum Beginn der Einwanderung am raschesten die Juden in Rußland, der Ukraine, Polen und Osteuropa. Viele von ihnen waren Laiidleute, eine Anzahl davon praktisch und theoretisch zu Leitern der Siedlungen geeignet; eine stattliciic Anzahl bestand aus akademisch gebildeten Leuten; alle wollten schaffen und schwer arbeiten, selbst als Steinklopfer, Straßenbauer, bei der Austrocknung von Sümpfen um) bei der Anlage von Raumptlanzuugen. Ich habe sie bei dieser Arbeit gesellen. Sie trugen grobe Kleidung, bedeckt mit Schmutz und Schlamm, waren wcltciliari, unrasiert, mit schwieligen Händen; aber keine Kruste war stark genug, um eine Haltung, einen Ton in der Stimme, eine freie Energie zu verhüllen, die nur Männern eignet, deren Köpfe früher ausgebiidet sind als ihre Muskeln. Dies ist wahrlich eine Einwanderung von Mensche» voll Sehnsucht und Hingabe. Ich werde niemals einen Abend vergessen, den ich als ihr Gast verbrachte. Wir waren in Dunkel nml Schlamm getaucht, als wir den Jordan auf der Jnkobsbriieke überschritten hatten, lind fielen bei ihnen ein. Lin Dutzend von Männern saß um die Tische des gemeinsamen Speiseraumes, dessen Boden schlammig war; da war nichts za tun, denn der ganze Ort lag inmitten von Schlamm. Im übrigen war es tadellos sauber. An der Spitze der Gruppe stand ein Absolvent 'einer amerikanischen landwirtschaftiichcn Schule. Nach dem Essen sprachen wir nicht nur von der Arbeit der Siedlung und vom Zionismus, sondern auch von europäischer und amerikanischcr Politik, Literatur, Philosophie, Kunst und Religion, und die Leute waren vollkommen auf der Höhe alles dessen, was in der Welt vorging. Ihre Arbeit war schwer und er• schöpfend, aber sie waren glücklich. Spät abends führte inan uns wieder durch Schlamm nach unserem Schlafplatz, einem großen luftigen Zimmer mit steinernem Fußboden, mit zwei Betten von fleckenloser Reinheit, wo wir wunderbar schliefen. Am Morgen stand ich mit der Sonne auf. Während ich mich anzog, kan! eine lustige Gruppe von Frauen mit Schaufeln über den Schultern an ,meinem Fenster vorbei auf dem Weg zur Arbeit, Die kleine Gemeinschaft war schon in Tätigkeit. Das ist der Jude, der nach Palästina geht. Er ist ein Idealist und ein Arbeiter. Er hat eine Vor• Stellung von Palästina, das die Heimat seines Volkes werden soll, und in seiner Arbeit ist viel Liebe. Wenn er pflügt, sät und pflanzt, betet er und segnet; in seiner Arbeit ist viel mehr an Empfindung, die er dem Lande gibt, als die er für sich nimmt. Das bedeutet aber nicht, daß er ein bloßer Gcfühlsdiislcr und Dilettant ist. Er hat eine'klare Vorstellung von seiner Arbeit und befolgt praktische Methoden. Er schafft Baumschulen, er errichtet Lager von Maschinen, die für die palästinensischen Verhältnisse geeignet sind, er studiert die Kunst des Tcrrassenbaucs, er will den Jordan für elektrische Kraft und für Bewässerung verwenden, er hat Musterwerk• statten, Genossenschaften usw. errichtet, in einer der neuesten Siedlungen, Nuris, am Fuße des Berges Gilboa, die aus 150 Menschen bestellt, fand ich sie beim Umbrechen von ödem Land und beim Auf forsten des Berghanges. Sic pflanzten I 14000 Eiiknlyplusbäume, •1000 Kiefern, 500 Zypressen, 10 000 Bialil( nnd die Landscimil Dem wirklichen Dichter spricht die unscheinbarste, leiseste Landschaft. Wasser, Himmel, Luft, Erde und das Regen jedes noch so kleinen Fünkchens Leben. Alks kann ilun zur unerschöpflichen Quelle seiner Offenbarungen werden. Solch ein Dichter ist der russische Jude Bialik, dem neuen, jungen Rußland im großen ein Abgetaner — er spricht nicht ihr Stürmen und Wollen; aber das, was von wirklich Dichferischetn in ihm ist — und das ist viel bei Bialik — macht ihn zu einem der größten Dichter des Ostens. Auch in ihm ist das Ringen nach Lidit, nach der ״Bi!- düng", der europäischen Wissenschaft und Kunst — sein verzweifeltes Höhnen: ״aber wir müssen lernen: .... so sprach Rowe“ In dem berühmten Gedicht ״Der Fleißige“ sagt es deutlich. Genug — aber er ist -kein rednerischer Pathetiker. Und das ist das Gute, das Gesunde in Bialik: die Gegenständlichkeit. Hier dichtet, obwohl Jude, einer, der von der Not des Abstrakten ganz imbedrückt ist, einer, der inmitten seines Volks — in seiner Sprache —, nur als primitiver Mensch stellt — der nur allein der wirklich dichterische sein kann. Und darum erleben wir hier wieder einmal das seltene Schauspiel: der Jude als geschlossener Mensch. Wohl sieht er über die starre Talrmidbildnng seiner Volksgenossen hinaus -• haftet er doch auch viel weniger in ihr als sie! — aber die Abgclenkiheit des Westjuden ist ilun fern, weil er immerhin in einer Volksgemeinschaft lebte — jüdischer Volksgemcinschaft, die es Im Osten noch gibt, und die der'Grund . dafür ist, daß der Osten starke, geschlossen jüdische Künstler hervorbringcn kann. Denn das tief Dichterische des Liedes und das. traumnahe Erfühlen des Lebens kann kein Volk von Einzelnen hervorbringcn. Der einzelne kann Gestalter sein, aber sein Werk kann nicht in der Luft hängen. Zumal bei Blalik. Man büre nur diese Anfangszeilen des Gedichtes ״Nachtzwerge ‘: ״Wenn im Mondeslicht in Nächten die stumme Eide kauert“,., oder dies: ״Horch, au* des Waldes Tiefe JUEDfSCHE RUNDSCHAU OcUuiime, dazu Apiel־, Orangennml M.iml!!bäume. Atnerf• haitische Maschinen kamen und die Werkstätten der Schmiede nml Zim.iit’ilaii(' waren in!,•;״üii’ls. Ts kann kein Zweifel daran sein, daß die /{! '(*ehe Au- Siedlung etwas echtes und ursprüngliches Ist. Zehn Jahre solcher Arbeit, wie ich sie sah, werden den ,Wohlstand Palästinas hundertfach erhöhen. Aber die Linwnwicriing stößt auf Schwierigkeiten und schon gab cs drei ernstliche Zusammenstöße zwischen Arabern und Juden, zwei in lerusalem und einen In Jaffa, Auch an anderen Stellen ergaben sich kritische Situationen, und ge• wisse arabische Führer sagten uns gerade heraus, daß sie mich mehr Störungen für uns schaffen werden, wenn wir unsere Politik nicht ändern. ln ihrer elementarsten, wenn auch sehr unvollständigen Form ist die Forderung der aiitljüdisclien arabischen Führer die nach S c I b s t b c s 11 m in 11 n g. Vom Gesichtspunkte der heutigen Bevölkerung ist Palästina ein arabisches Land, da von 700000 Einwohnern nur 70000*) Juden sind. ״Wir sind seit Jahrhunderten liier gewesen“, sagen die Araber, ״und wir erheben aut dieses!.and als da» unsere Anspruch. * Wir müssen die Vollmacht haben, jede Einwanderung zu ver•!lindern, die uns zu überschwemmen droht,“ Zwei Erwägungen aber nehmen diesem Anspruch seine volle Gültigkeit, Die erste besteht darin, daß Palästina nicht reiner Traditionc.11 beraubt werden kann, die bis auf den heutigen Tag lebendige politische Kräfte dnrstelicn. Palästina und die Juden können nie voneinander gesondert werden. Einerseits kann nichts eine gewaltsame Enteignung der Araber oder eine Unterdrückung Ihrer politischen und wirtschaftlichen Rechte im Lande rechtfertigen; andererseits hat der Jude ein Recht auf Einlaß, nicht nur als einzelner Einwanderer, sondern als ein Teil der ״Rückkehr“ eines zerstreuten Volkes. Dies bedeutet die Notwendigkeit einer Regelung und Kontrolle von •seiten der Regierung, da der Zustrom so geregelt werden muß, daß er nicht zu revolutionärer Aufmhrbewegting einerseits und zu einem Uebermafi an cxistenzloscn Menschen andererseits führen darf. Dies ist die Politik, die Sir Herbert Samuel mit großer Klugheit und Zurückhaltung verfolgt. Die andere Erwägung ist die, daß die ,arabische Bevöikc• rimg die iialiirliehcn Werte Palästinas nicht nutzt und ent• wickelt und dies auch gar nicht kann. Da« wird von niemandem bestritten, der «las Land kennt. Die ganze heutige Bevölkerung Palästinas ist, wie Sir George Adäm Smith zeigt, geringer als die Galiläas zur Zeit Christi. Offizielle Berichte besagen, daß ״das Land heute unentwickelt und unter• bevölkert ist"; weite, anbaufähige Flächen bleiben nnbearbeitet; ״von den 12 000 Quadratmeiien, die kuliurlähig sind, sind noch nicht •1000 bebaut worden" usw. Was bebaut ist, ist schlecht bearbeitet. ״Das jetzt bebaute Land könnte weit größere Erträge bringen"; ,,es gibt keine Wälder“; ״der Jordan und der Jarmuk bieten Wasserkräfte im Ueberfhift dar, die aber ungenutzt bleiben“. Schon jetzt sicht man, wie die jüdische Einwanderung hier Wandel schafft. Den älteren jüdischen Siedlungen und Landwirtschaftsschulcn ist in hohem Ausmaß sowohl der Orangcnhandjl von‘ Jaffa als auch die Wcinkultiir zuznschreihen; den neueren die Ver• Wendung landwirtschaftlicher Maschinen, die Aufforstung, die Anfänge wissenschaftlicher Bearbeitung, die Entwicklung von Bcwässcriingsplänen und von genossenschaftlicher Landarbeit. Palästina hat nicht nur Raum für Huiiderttausende von Juden, sondern cs ruft auch laut nach mehr Arbeitern und nach intensiverer Ausbildung. Die Konferenzen König Husseins Die Palästina-Frage vorläufig nicht berührt. Jerusalem. (J. T. A.) Am 18. Januar traf König Hussein — später als erwartet — in Begleitung seines Sohnes Emir Abdullah von Transjordanicn in Amman ein, wo er von einer großen Volksmenge mit dem Rufe: ״Lang lebe der Emir aller Gläubigen“ begrüßt wurde. Die ln Amman schon früher cingclroffcnen palästinensisch-arabl• sehen Delegationen wünschten sofort eine Sonder• * bcsprcchung mit König Hussein, dieser aber gab dem Wunsche Ausdruck, die Besprechung aufzuschieben, um *ich zunächst von den Strapazen seiner langen Reise zu erhole«. König Hussein sollte 'zehn Tage in Amman bleiben. Bei dem am 18. Januar in Amman zu Ehren des Königs Hussein ataitgefundenen Bnnkclt waren sechzig führende arabische No• tabeln versammelt. Auch der britische Resident von Trans Jordanien Mr. St. John Philby wohnte der Festlichkeit bei. Am 19. Januar empfing König Hussein alle ln Amman anwesenden Delegationen der arabischen Stimme! die Ver• treter Transjordan lens Palästina», Syrien! und *) Die Volkszählung 1922 ergab 83000 Juden; heute sind es über OtMHlO. zitternd und verschämt, stiehlt •leise, leise sich das Lied der Nachtigall",... Und dieses tiefe große: ״Wenn der Engel fragt: .... Wo ist, Sohn, deine Seele? Sie ist in der Welt, geh’, such׳ sie mein Engel! Vom Wald cingcsclilosscn, ein sorglos Dörflern, darüber weit ausgespannt blauender Himmel. Und mitten im Blau eine liebliche Tochter, ein zartes, zierliches Wölkchen .... Um die Mittagszeit spielte dort einsam ein Knabe, ein zartes, verträumtes, verlassenes Kind — Ich war der einsame Knabe, mein Engel," . . . Dichter sein, kommt schon am dem Blut, Wie sollte er sonst diese Worte finden können: ״Fand an einem Herbstestag ihre trauernde Gestalt . . . oder diese, die so reich sind und stolz. Mit iliiicn beginnt der Lobgesang ״Israels Tochter": ״Ist deine Krone noch nicht Schmuckes voll, ich habe einen Stein in Händen . . . ." So spricht ein Starker, der in sich ruht, keiner aus einem Volk, das Mitleid braucht; denn Bialik ist Osijude und das bedeutet, daß sein Volk kein Mitleid braucht, weil cs noch unzerrisson ist und seine körperlich seelische Substanz noch nicht verlor. Das sagt nicht» gegen den Wert des Westjiiden. Es besagt nur, daß der Westjude all reiner Künstler und Dichter uns nicht mehr sein kann — vorläufig — und momentan auch gar nicht mein" ist — als Individuum, Einzelner, moderner Mensch, Seine Besten sind Wegsucher, .Philosophen, Bildner am Bau eines neuen Europas, Sucher des europäischen Menschen. Seine menschliche und küiistlcrische Auferstehung für das Volksganze kann sich natürlich nicht einfach im Ztmkkwcndcn zur Vergangenheit voll• ziehen; denn dies eine Jahrhundert wiegt Jahrhunderte! Sondern wenn noch einmal, dann in der Zukunft, wenn es der Mensch nicht mehr so weit hat zur Erde, zum Boden und vor allem zum anderen Menschen. Der Dichter Bialik Nr. 8 Iraks. Der Bürgermeister von Jerusalem, sowie die Bürgermcistcr verschiedener anderer palästinensischer St.idle, ferner alle Muftis und die griechischen Patri,liehen befinden sich auf dein Wege nach Amman. — Der durch seine rücksichtslose antizionistische Propaganda bekannte römische Pa• triatch in Palästina Mgr. Barlastina hat König Hussein am 19. Januar in dem Emir-Palast zu Amman besucht. Am 20. Januar empfing König Hussein die nach Amman gekommenen Presiq-Vertreter. Er sagte ihnen, die arabische Frage stehe an der Schwelle ihrer Lösung. Er und sein Sohn hätten ihr Leben der arabischen Sache geweiht. Er werde nichts akzeptieren, was nicht auch die arabische Nation wolle. Zu der Angelegenheit des Anglo-Hcdias-Vertrages und der mit demselben ver• knüpften Palästina-Frage hat sich König Hussein bisher noch nicht geäußert. Der Vertreter des Syrischen Kongreß-Komitees Emir Michel Loifällah wird auf seinem Wege nach Amman, wa er mit König Hussein über die Rolie Synens im Anglo-Hedjas- Vertrag sprechen wird, in Jerusalem weilen. In derselben Angelegenheit hat Emir Lolfaiiah dieser Tage mit König Fuad in Kairo eine Besprechung abgehalten. Da* Syrisch-palästinensische Komitee in Kairo bereitet eine große öffentliche Kundgebung vor, die sich mit dem ״histo• rischen Ereignis“ de» Besuches König Husseins in Amman befassen und eine Begrüßungs-Delegation zum König entsenden wird, die sein Interesse für die Freiheit und die Vereinigung Syrien* mit den arabische» Lindern zu gewinnen suchen *oll. Ein gcmcInsamtiKomllce derarablsdien Relegationen In Amman Und ein Straße 11 ka in pf zwischen den palästinensischen. Jerusalem. (J, T. A.) Die jetzt in Amman anwesenden Delegationen haben ein Komitee bestehend aus je zwei Ver• trete rn jedes der arabischen Länder gewählt, das mit König Hussein die einzelnen Punkte des Vertragsentwürfe* zwischen Hedjas und Groß-Britannien durehberaten soll. König Hussein hat eine Delegation der ״Palästinensisch• arabischen (gemäßigten) Partei" empfangen. Emir Abdullah bemüht sich, die arabischen Delegationen für die Uebertragung des Kalifats an die Familie König Husseins zu stimmen. Die transjordanischc Regierung hat neue Briefmarken zur Erinnerung an den B;such König Husseins herausgegeben. Zwischen Angehörigen der beiden gegnerischen Parteien der palästinensischen Araber, deren Vertreter nach Amman gekommen sind, um König Hussein ihre Wünsche in bezug auf die Araber Palästinas vorzutragen, ist cs in den Straßen Ammans zu einer förmlichen Schlacht gekommen. Im Streit um das Anrecht auf die Vertretung der Araber in Palästina griffen sowohl die Anhänger der palästinen• sisch-arabischen Exekutive als auch der pa 1 istlncnsisch-gemäßigten Partei zu ihren Dolchen und es entwickelte sich eine wilde Stecherei. Polizei erschien auf dem Platze und verhaftete alle beteiligten Personen. Jacobus Kann niederländischer Konsul 10 Jerusalem Jerusalem. (J.T.A.) Jacobus H. Kann Ist Mitte de* Monats Januar in Palästina eingetroffen, um seinen dauernden Wohnsitz in Jerusalem zu nehmen. Die holländische Re• gicrung hat Herrn Kann zum Königlich Niederländischen Konsul Wr Palästina mit dem Sitz in Jerusalem ernannt. Kleine Palästina - Nachrichten Der Waad Hachinuch gab allen Schulen durch ein Zirkular bekannt, daß in den Passahtagen zu Jerusalem eine päda gogische Ausstellung stattfinden wird. Später soll die Ausstellung nach Jaffa ubersicdeln. Die Ausstellung soll ein vollständiges Bild von der Arbeit der hebräischen Schulen in Palästina in allen Fächern geben. Der jüdische Senator au* Italien, Julio F111 o, Professor an der römischen Universität, traf vor kurzem in Jerusalem ein. Er informierte sich eingehend über die indische Arbeit in Palästina. Senator Fano hielt liier einen Vortrag über Biologie, welchem der Obprkommissar Sir Herbert Samuel, alle Konsuln, Sir Ronald Storrs, sowie viele andere beiwohnten. Anläßlich der Anwesenheit des Herrn Nathan Straus in Palästina sind in einer Anzahl arabischer Zeitungen Artikel erschienen, in denen das humanitäre Werk von Straus warm anerkannt wird. Der ״Meerat el Sherk“ nennt Straus ״einen der bekanntesten und einen der reichsten zionistischen Führer“, und meint, die arabischen Führer in Palästina sollten sich mit ihm in Verbindung setzen. **"’ Illll.ll .1.1.. .1.11.1.111 1■ ,1 .■I ' .1 J'il.f aber, der jiddisch und hebräisch in kleinen dichterischen Liedern zur Natur fand, der ist vorläufig ein Geschenk. Die Ewer-Buchhandlung lud unlängst zu einem Vortrag Über Biaiik, Anregung, Bücher diese* Dichters wieder einmal vorzunclimcn. Soweit sie in deutscher Sprache abgefaßt, uns eine Annäherung an Wort und Gebilde des Dichters er• hüben — und mehr als eine solche darf man leider der Sachlage nach nicht erwarten — zum Beispiel die Bialik• Übersetzung von Louis Weinberg, der fast alle diese Proben entnommen sind, die der jiddischen Gedichte vom Lud. Strauß (beide Wcltvcrlag, Berlin) nnd die von Ernst Müller im Löwlt-Verlag, wo sich die Ucbersclzung des be» rühmten Gedichte* ״Der Fleißige“: ״So sprach Rowe“ findet. Diese Anregung allein genügt nicht Nur wen der Künstler künstlerisch erregt, sollte über ihn sprechen. Nur die Sprache selbst verrät das Schwingen des Dichterischen und ver• mlttclt die Begeisterung, die fort zeugt. Idee und selbst Ge• mcinsamkcit der Gedanken und des Weges, sind nur eine kleine Spanne, die von ihr untrennbar ist und nur Gestalt werden kann aus dem Erleben, das bd diesem •Dichter Biaiik in Landschaft und mit ihr verwobenen Menschen ganz leise Zeichnung ist oder Musik. Wahrscheinlich ist jeder Mensch ein Dichter, der so in der Landschaft *teht. Aber erst einmal so weit sein — so ohne Hemmung In der Landschaft »tehen und nach aticm greifen können! Ruth Morold. In Budapest fand zu Ehren des dort zu Gaste wollendes! hebräischen Dichters Saul Tschernichowtky ein Erapfangsabend statt. Nach einer Vorlesung von Werken de! Dichters und dem Vortrag von Liedern durch Professor!de!• solin aus Jerusalem ergriff Tschcrnichowskv selbst das Wort und führte aus, in Sowjetrußland, welches vielfach als von Juden beherrscht hingcstdlt wird, werde jüdisches Wesen und jüdische Religion in einer »Weise verfolgt, wie es selbst in den Zeiten des Antiochut Epiplianos nicht vorgekommen sei. V