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Jüdische Rundschau · 1924-01-25 · Heft 7 (25.1.1924) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 7 (25.1.1924)
Date
1924-01-25
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seife 44 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 7 Herber! Samuel und Colonel Kfscli ln Amman Wie der Jerusalemer Korrespondent der ״Times“ mit teilt, hat er die Ermächtigung cih.ilten, bestimmt bekannt zu geben, daß Sir Herbert Sn 11111 ei und Sir Oiibert Clayton in Amman keinesfalls an Besprechungen über das Kalifat oder sonstige wichtige diplomatische Angelegenheiten tcilnd11v.cn werden. Beide Herren sind am 21. Januar nach Amman ab• gereist. Jerusalem. (J. T. A.) Ein Vertreter der jüdisehen Bevölkerung Palästinas begibt sich zugleich mit dem Vertreter der zionistischen Exekutive Colonel Kisch zur Begrüßung König Husseins nach Amman. Auf Betreiben Muaa Knzim Paschas, der seit einigen Taget! an der Spitze der palästinensisch-arabischen Exekutive in Trans- Jordanien weilt, werden auch Vertreter außerhalb Palästinas wohnender palästinensischer Araber nach Amman kommen. Unter ihnen befindet sich auch der Redakteur des ״Alif-Ba“ aus Damaskus, den Musa Kazim Pascha aufgefordert hat, bei der Prüfung des Entwurfes des Anglo-Hedjas-Vcrtragcs zugegen zu sein. Eine Abordnung der palästinensischen Vercinigung in Damaskus begleitet den Redakteur des ״Alif- Ba" nach Amman. llebcrlall auf König nussein Paris. (J. T. A.) Der Londoner Korrespondent des ״lntransigeant“ telegraphiert seinem Blatte, daß laut einer Meldung aus Amman, der Hauptstadt Transj'ordaniens, König Hussein von Hedjas in der Nähe von Petra von Wahabiten übei fallen worden ist. Der Ucbcrfall wurde aber von der Eskorte des Königs abgeschlagen. Auilösung des Einvvnndmings■ und des Arbdtsdcparlcmenis bei der palästinensischen Regierung Jerusalem. (J.T. A.) Die palästinensische Regierung hat die Departements für Einwanderung und Arbeit geschlossen und deren Agenden dem Hauptsekretär unterstellt. Die Direktoren beider geschlossener Departements waren Juden. Das Eiiiwaiidenmgs- und Verkehrs-Departement wurde im September 1120 eingerichtet. Das Arbeits-Departement wurde Ende 1021 zwecks Regelung vo-11 Arbeitsangebot und -nachfrage gebildet. Das Arbeits-Departement hatte auch die Aufgäbe, Fragen der Löhne, der Arbeitszeit usw. zu untersuchen, zwischen den Regierungs-Departements, den militärischen Behörden und den organi ierfen Arbeiterverbänden zu vermitteln, Streit'gkciteii zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu schlichten, Sachverständigen- und Handelsgerichte cinzurichten, die Fragen kooperativer Arbeit zu untersuchen, Oesetze über Fabrjkarbcit sowie Frauen- und Kinderarbeit vorzubereiten, endlich sich auch mit der Berufsausbildung zu befassen. Von der palästinensischen Arbciterscliall Kürzlich wurde in Palästina eine ״Vereinigung der religiösen Arbeiter“ innerhalb der Allgemeinen Arbeiterorganisation gegründet, ln einer vom vorbereitenden Ausschuß kürzlich in Tel Awiw dnberiifencn, sehr stark besuchten Versammlung wurde die Notwendigkeit betont, Einigkeit innerhalb der religiösen Arbeiterschaft aller Riehtimgcn hcizustellcn und mit der gesamten Arbeiterschaft zu• sammenzuarbeiten. Diese Nachricht wird zweifellos von der zionistischen Ocffenilichkeit mit-Freude’ begrüßt werden. Wir licficn, daß durch beiderseitiges Entgegenkommen bald ein Zustand völligen Zusammenwirkens aller Kreise der Arbeiter• cluift erzielt wird und daß Vorgänge, wie die im Juli dieses Jahres, sich nicht wiederholen. Von der Hadassah Dank der Gelder, die die amerikanische Frauenorganisalion der Hadassah aufgebracht hat, konnte das Hadassah- Hospital in Tiberias, das über ein Jahr infolge fehlender Mittel geschlossen war, wieder eröffnet werden. — ln Deisan sollte am 1. Januar eine Klinik eröffnet werden, Iie neben den allgemeinen Krankheiten auch Augenkrankheiten, und zwar diese unentgeltlich, behandeln wird. Eine Anzahl arabischer Notabelu aus Safcd hat an den Direktor der Hadassah einen Brief gesandt, worin sic ihr für die Tätigkeit der dortigen Ftadassah-Abtcilung danken, hi dem Sclncibcn heißt es: ״Während des Jahres, da der ladnssah-Doktor in Safcd weilt, konnten wir beobachten, wie er allen Kranken, ohne Unterschied der Rasse und Gencindc dieselbe freundliche Haltung bezeugte. Alles, was wir in seinem vornehmen Betragen gewahrten und unsere Dankbarkeit für seine Haltung gegenüber den arabischen Einwohnern zwingt uns, der Hadassah unseren Dank aus• ׳!!sprechen für die Hilfe, die sic den Armen und Unglück• ichen angedeihen läßt.“ Aulolinie Haifa — Bagdad Eine solche wurde für einmaligen Dienst per Woche |b l. Oktober eingerichtet. Gcsamtfahrzcit: 44 Stunden. Die {!oute geht über Nazareth—Tiberias—El Kuneitra—Damas• Jus—Ruiba Well— und Rnmadieh, welche die schnellste und |ichcrste unter allen ist. Die zweite fsdiceliosiowaltisclic Siedlung In F.rcz •Israel Der Erfolg der Nuris-Aktion! des J.N.-F., der dazu führte, c tschechoslowakische Siedlung in Ikth Alfa auf eine f irundlngc zu stellen, ermutigte die N.-F,-Kommission für die "echcchoslowakischc Republik in Prag, eine zweite Siedlung cheehoslownkisclicr Juden in Erez-Israel ins Leben zu rufen. 16 soll sich diesmal hauptsächlich um misrachistische Elemente us K.irpatho-Rußland und der Slowakei handeln, von welchen orerst eine kleine Gruppe tüchtiger Landwirte nach Erez- :rncl gehen soll, um dort für die palästinensische Landwirtchnft vorbereitet zu werden. Ea soll Ende Januar in zhorod (Ungvarl eine neuerliche Konferenz zusammenrcten, um ein definitives Programm aufzustcllen. Mit Rück• lieht darauf, daß es sich um eine Ansicdlung von zirka furniert Familien handeln soll, wurde ein Kontingent von ,frei Millionen Ke. vorgeschlagcn, von welchem Böhmen,!!!ähren und Schlesien 1 200 000, die Slowakei 1 300000 und 'arpalho-Rußland 500000 Ke. aufbringen soll, Diese Siedlung all ebenfalls im Emck Jcsrcel auf den Böden des J.N.-F. rrichict werden. Einige namhafte Spenden von karpathobasischen Juden wurden bereits gemacht. ׳׳ Die zionistische Bank in Oesterreich Wien. (J. T. A.) Die von den österreichischen Zionisten cgriiiidetc ״Orient-Bank“ wird demnächst ihre Tätigkeit autclimcn. Das Stammkapital wird acht Milliarden Kronen bcagen. Die jüdische Kolonialbank in London übernimmt ein )rittcl des Kapitals, der Rest wird von einer Gruppe zioistischer Persönlichkeiten ln Oesterreich gezeichnet. Der )ircktor der Jüdischen Kolouialbank Dr. Ha Ipern wird iescr Tage in Wien emtreffen״ um die letzten Formalitäten :1 erledigen. Eine liberale S'fciRe über nnilonaltlctiLsdi-Jütlisdie U'tlrdeloslfllielt Die ,Jüdisch-liberale Zeitung“ schreibt In Ihrer Nummer vom 18. Januar: ״Ein Vorfall, der keineswegs geeignet Ist, das jüdische Ansehen zu erhöhen, hat sich neulich in Breslau zugetragen. Dort enthielt die ״Breslauer Zeitung“ am Kopf einer Inscrntcnseitc ein ln der Breite zwei Drittel der Seite einnehmendes Inserat des jüdischen Nationalfonds, das nichts enthielt, als eine sachliche Ankündigung des neuesten Pa• lästinafilms ״Line Reise durch Erez-Israel Im Jahre 5083 (1023)". Das untere Ende der Seite enthält ein ebenso großes Inserat (die beiden Inserate sind die auffälligsten auf der ganzen Seite) folgenden Inhalts: Wir bitten unsere Mitbürger, die am 6, Januar 1024 vom Jtiil. Nationa fonds veranstaltete Vorführung des Film» ״Eine Reise durch Erez-lsrael im Jahre 5083“ im Ufa- Theater nicht zu besuchen, weil sie dadurch den Zionismus fördern wüiden. Verband natioiinldcutschcr Juden, Ortr.gr. Breslau. Selbst wenn das Zusammentreffen dieser beiden Inserate in dciselben Nummer auf derselben Seite Zufall sein sollte, muß gegen die Art, wie hier von Seiten der nationaldcutschcn Juden vor der allgemeinen Oeffentlichkclt der innerjüdische Kampf geführt wird, entschieden protestiert werden. Wir halten eine derartige Warnung vor Glaubensgenossen in einer allgemeinen Zeitung mitderWÜrdc de» Juden• t u m s nicht für v e r e i n b a r.“ Zn dieser Affäre erfahren wir ferner: Nachdem die Ankündignngen über den Film in den Zeitungen und an den Litfaßsäulen erschienen waren, begaben sich Vertreter der Breslauer Ortsgruppe des Verbandes naüonnldcutscher Juden zu dem Gcschäftsiuhrer des Kinotheaters und versuchten, ihn zum Vertragsbruch zu bewegen. Sic hielten ihm vor, daß er sein Kino für einen solchen Zweck nicht zur Verfügung stellen könne. Er müsse doch wissen, daß bei der Vorführung eine Sammlung veranstaltet werde und daß das gesammelte Geld zum Schaden der deutschen Wirtschaft ans Ausland gegeben werde (!). Der Geschäftsführer des Kinotheaters er• widerte den Herren, «laß er für das jüdische Palästinawerk viel Interesse habe und daß er infolgedessen sein Theater unter Verzicht auf jeden Gewinn gegen Erstattung lediglich der baren Unkosten zur Verfügung gestellt habe. Die Herren konnten also nichts ausrichtcn. Wir richten an Herrn Dr. Max Nau mann die Frage, ob er sich mit solchen erbärmlichen Kninplnicthodcn identi* fiziert und ob der ״Verband nationaldciitschcr Juden“ es auch mit seinem deutschen Ehrgefühl vereinbaren kann, Inserate wie das zitierte und ״Berichtigungen“ wie die nach dem Verbot des ״jüdischen Echo“ verbreitete, zu veröffentlichen. Ein englisches Vcrmäcltlnls für den indischen NaÜonallonds nnd die hebräische Universität Am 11. Januar wurde im Loi/tloncr High Court of Justicc unter den! Vorsitz des Richters Eve die Rechtskräftigkeit der dem Jüdischen Nationalfonds und anderen jikliscii-natio• nalen Zwecken hintcrlassencn Legate des am 30. Oktober 1018 verstorbenen Louis Rosen bl um bestätigt. Es handelt sich um ein Legat von 1000 Pfund für die jüdische Universität in Jerusalem, um das Vermächtnis eines Hauses und Grundstückes im Londoner Preston Park, Brighton, für ein jüdisches Waisenhaus für Knaben, in dem Hebräisch als Umgangssprache gelehrt werden soll, und die Bestim• mung, daß der Jüdische Nationalfonds das restliche Vermögen des Verstorbenen erhalten solle. Es wurde von der Nachlaßvorwaltung mitgcteilt, daß das Vermögen 35 000 bis 3(!000 Pfund beträgt. Was die noch nicht errichtete jüdische Universität betrifft, entschied der Richter dahin, daß der Fonds dem gegenwärtigen Schatzmeister der Zio• nistischcn Organisation zur Verwendung für die Universität übergeben werden soll. Betreffend die Errichtung eine» Waisenhauses entschied Richter Eve, daß die Stiftung eine echte wohltätige Stiftung sei und daß ein Plan dafür in Kürze ausgearbeitet weiden würde. Dann wurde die Frage behandelt, die sich auf den Nachtrag des Testaments, den Rest des Vermögens be• treffend, bezieht. Dieser Nachtrag lautet: ״Da es mein Wunsch ist, daß Mitglieder meiner Familie Palästina zu ihrer Heimat wählen und dort auf dem Lande leben und arbeiten, vermache ich den ganzen Rest meines Vermögen» oem Jüdischen Nationalfonds. der als ein Organ der Zio• nistischcn Organisation in England eingetragen ist, zum Zwecke des Bodenkaufs in Palästina, damit er Mitgliedern meiner Familie, die in direkter Linie von meinem Vater abstanmien und die den Wunsch haben, sielt in Palästina nlcdcrzu• lassen, unter Bedingungen, die mit dem allgemeinen Wohl vcrcinbni'iich sind, zu einer solchen Niederlassung verhilft." Der Richter entschied, daß der Tcstamcntsausschrcibcr nie• mal* daran gedacht hat, den Rest seines Vermögens für andere als öflentlkhe Zwecke zu bestimmen. Er beabsichtigte nicht, seine Familie daran zu beteiligen, aber er bot ihnen durch die Nachtragsbcstimniung eine Gelegenheit, aus dein Nachlaß Nutzen zu riehen, indem sie nacii Palästina gehen und dort auf dem Lande leben und arbeiten. Revision des Bellls-Prozcsscs Moskau. (J.T.A.) Der berühmte russische Rechts amvaSt A. S. Zarndnii, der dem Vcrtekllgcrkoilcgium im Bcilis-Prozcß angchört hatte, richtete an die Sowjet• Regierung das Ersuchen, auf Grund des in Verbindung mit dem Mond an dem Knaben Juschtschinskl im Jahre 1011 gesammelten Materials eine Revision des Prozesses des seinerzeit in Kischincw wegen Ritualmords verurteilten, später• hin freigclasscnen Juden Beilis anzuordnen. Er begründet sein Rcvisionsvcrlangen damit, daß die gegen die Juden in Verbindung mit dem Bcilis-Prozcß erhobene Biutbcscliul• digmig für immer aus der Weit gesell,affen werden müsse. Die Sowjet-Regierung ist daran, eine besondere Rcchtsbehörde für die Frage der Revision dieses Prozessen zu schaffen. Keine Pogrome Sa der Ukraine Bekanntlich brachte der Berliner ״Vorwärts“ einen eigenen Drahtbericht aus Charkow vom 15. Januar, wonach in der Gegend von jclisawctgrad, Korsun, Oolta, Olviopol schwere Unnthen gegen Juden und Kommunisten_ ausgebrochen und 113 Juden verwundet worden seien. Auf eine Anfrage bei der Berliner Sowjet-Gesandtschaft über die näheren Umstände dieser Unruhen wird mm dem J.T. A.-Vertretcr mitgcteilt, es Sägen offizielle Berichte der Regierungsbehörden m der Ukraine vor, die erklären, alle Meldungen über *tattgefundeno Unruhen und. Pogrome seien von Anfang bis zu Ende erfunden. Für den Monat März wurde nadt Moskau ein Kongreß jüdischer Kulturnrbeitcr und Leiter der Bildungsaktionen in ganz Rußland einberufen. Auch die Leiter der Bilmmgsaktionen in der Ukraine und in Weißrußland werden an dem Kongreß teilnehmen. Abs der JOdlschea Weil Deutschland Die Repräsenfantenvcrsammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde wählte in Ihrer letzten Sitzung ihr Präsidium (ür 1924. 7.11m Vorsitzenden wurde der der liberalen Fraktion angchörige Rechtsanwalt Dr. Stern gewählt, Vizepräsidenten sind die Herren Rechtsanwalt Dr. Klee von der jüdischen Volkspartei und Lewinski, der Vorsitzende der kon• servativen Fraktion. Der Berliner Rabbiner Dr. Arthur Liebermanny ein bekannter Führer des Misrachi, ist als Leiter des neuen palästinensischen Lehrerinncn-Scmlnir» des Mus• raclii nach Jerusalem berufen worden. In der letzten Sitzung des Schulvorstandes der Berliner jüdischen Gemeinde wurden Rabbiner Licbcrmann vom Vorätzenden des Schulvorrstande» und den Mitgliedern warme Dankes- und Abschiedsworte gewidmet. Nachdem *ich Herr Prof. Dr. Guttmann entschlossen hat, einem Rufe nach Amerika zu folgen, zwecks Abhaltung von Vorlesungen über jüdische Religions-Philosophie »n den von der Free Synagoguc eingerichteten Lehrkursen, hat da» Kuratorium der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentum» ln Berlin mit seiner Vertretung in der Zeit seiner Abwesenheit Herrn Rabbiner Dr. Wiener in Stettin beauftragt, Uebungen über jüdische Religions-Philosophie abz'ihaltcn. Grez -Inr*«l Die ״Raana ^,-Gesellschaft ln TcPAwlw hat die Bewifif. gung erhalten, ihr Kapital von 2000 äg. Pfund auf 10 000 äg. Pfund zu erhöhen. Die Handel und Industrie in Palästina gewidmete Zwei• Wochenschrift ,,Mischmar Veiaassia", von der im vorigen Jahr bereits einige Nummern herausgekommen waren, hat unter Redaktion von Herrn Josua Gordon im Januar 1924 ihr Erscheinen wieder aufgenommen.• Die Adresse lautet: Tcl-Awiw, P. O. B. 21. ' Am 9. Januar fand ein Empfang zu Ehren der Wiener Hakoah-Mamischaft statt. Vertreter der palästlmsch-zionisti. sehen Exekutive, des Wand Lcumi, sowie der Organisation Makkabi und des Jerusalemer Sport-Klubs hielten Begrüßung*, ansprnciien. Am 10. Januar wurde die Hakoali vom Ober, kommissar Palästinas, Sir Herbert Samuel empfangen. Der Gouverneur von Jerusalem Sir Ronald Storr» gab zu Ehren der Hakoah einen Tee, Zu Ehren des Prinzen Arthur of Connaught, des bisherigen Gouverneurs von Südafrika, der auf seiner Rückreise nach England in Palästina cingcfroffcn ist, hat Sir Herbert Samuel am 14. Januar im Regicrungsgehäude ctueii Empfangsaccnd ycranstaltct, zu welchem auch die Oberrabbiner der beiden jüdischen Gemeinden und sämtliche Notabein cingcladcn waren, Mitte Dezember tand in Tcl-Awiw die tahreskontcrcn* des ״Hamaschbir“ (Konsumgenossenschaft efer Vereinigten Arbcltcrvcrbäude Palästinas! s.att. Nach dem Beucht wurden während des vergangenen Jahres Waren im Werte von 109 000 Plimd verkauft. Die Unkosten betrugen S033 Pfund. Während des Berichtsjahres wurden neue Zwciggcschätte in Jerusalem (Beth-1 Inkcrom-Viertci) und in den Kolonien Ben in ml 11.ו und Klar Jcchcsktcl eröffnet. Der Direktor einer arabischen Schule in Jerusalem Abdel el Oabar hat Max Nordaus Schritt ,,Der Clcist des Natio• nalismus“ ms Arabische übersetzt. Eine Anzahl arabischer Schriftsteller in Aegypten übertragen jetzt Aufsätze und Feuilletons Max Nordaus, die in arabischen Zcitschritten in Aegypten zur Veröffentlichung gelangen. Aus Amman wird gemeldet, die transjordanische Re. gicrung habe dem Sultan Pascha et Edwan und seinen Freunden wegen ihrer Beteiligung an dem letzten Aufstand gegen Emir Abdullah eine Strate von 10000 Pfund Sterling autcrlegt. Im Zusammenhang mit dem Zusammenstoß, der in Je« rusalein am 14. Dezember zwischen Katholiken und Kopten stattgefunden haben soll, teilen katholische Zei« tungcii mit, die vatikanischen Kreise seien sehr besorgt, da sic fesistclien müssen, wie unter englischer Macht die kleine Gemeinschaft der Kepten es w3Rt, die Katholiken anzugreifen. Solche Tatsachen sollten eine Mahnung für die katholischen Mächte sein, bevor an die definitive Lösung der Frage der Heiligen Stätten geschritten wird. (J.T,A.) Die Palästina-Forschuncs-Gcsellschaft in London teilt in Ihrem soeben erschienenen B.'richt mit, daß die Ausgrabungen 111 der Davidsladt im neuen Jahre fortgesetzt werden. Die Leitung wird an Stelle des auf seinen Posten nach Dublin xurückkchrcndcn Professors Maealister Rcv. Oarron Duncan übernehmen, der durch seine Mitarbeit bei den Ausgrabungen Sir Flinders Pctrics in Aegypten große Erfahrungen auf diesem Gebiet besitzt und der auch schon als Assistent l’rof. Macalisters tätig war. Ihm werden der stellvertretende Sekretär Mr. Ovenden und wahrscheinlich auch noch ein bekanntcr junger jüdischer Archäologe zur Seite stehen. Der Bericht weist noch ausdrücklich darauf hin, daß sich die Ausgrabnngsarbdten auf dem Hügel ״Ophcl“ noch im ersten Stadium befinden. Am 10. Januar hielt Herr Awinoam YelHn vor der ״Palcstine Oriental Society“ einen Vortrag über ״Fragmente au» der Genisa von Kairo in der Jüdischen Nationalbibiiothck“. Der Vortragende führte aus, daß die Jüdische Nationalbibiiothck in Jerusalem vor etwa 30 Jahren, noch bevor Prof, Sc 11 echter »eine große Entdeckung in der Genisa in Kairo gemacht hatte, aus dieser Genisa eine Anzahl von Dokumenten erworben hat, welche von großer kulturhistorischer und!iierarischer Bedeutung sind. Darunter befinden sich einige zwischen 1050 und 1150 geschriebene Briefe, welche Licht werfen auf die Geschichte der Juden in Aegypten, Palästina und Syrien in dieser Zeit. Besonders inter• cssant ist ein Brief der karaitischen Gemeinde in jeru• *alem an ihre Glaubensgenossen in Kairo. Herr Ycllin führte weiter aus, daß sich unter diesen Fragmenten Bruch• stücke, aus Qaon, Sadja, Maitnonides und anderen befinden, welche bisher unbekannt sind nnd veröffentlicht werden sollten. Ungarn ln Kreisen der ungarischen Regierung wird jetzt der Plan erwogen, einen Kongreß der Juden Ungarns ein• zuberufen, in weichem Orthodoxe und Neologcn zu• sammen verhandeln soHten,• Die ungarische Regierung strebt eine Revision der Beschlüsse des jüdischen Kongresses vom Jahre 1867 und 1868 an und sie wünscht die Schaffung einheitlicher jüdischer Gemeinden. In Kreisen der Neologen steht man diesen Regierimgsbcstrcbungcn ab• lehnend gegenüber, Indem eine Einmischung in die Inneren jüdischen Angelegenheiten nicht gewünscht wird. Au» ortho• doxen Kreisen liegt bis Jetzt noch keine Aeußerung vor. Hnurllia Der Delegierte der hebräischen Kulturorganisation ״Tar• buth", Sejm-Abgeordneter Dr. J. Thbn aus Warschau, ist in New York eingetroffen. Neben seiner Tätigkeit Im Inter• esse der ״Tarbuth“ wird sich Dr. Thon an der amerikanischen Keren Hajessod-Aktion beteiligen. Am 14. Januar veranstaltet« das Keren 1 Iajessod-Kohtltee einen feierlichen Empfang tu Ehren Dr. ,Thons. *׳

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