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Jüdische Rundschau · 1924-01-25 · Heft 7 (25.1.1924) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 7 (25.1.1924)
Date
1924-01-25
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 43 Nr.ד Jüdischen Nattanalfonds nicht zustimmen, eine noch viel größere Summe für die gemein«;,־ime Wasscramage in Nahalal zu veransdilagcn. Für den Winter brauchen wir die Wasscranlagc zwar nicht, aber schon früh im Frühling wird sie uns große Dienste leisten Bodenvorbercitung Es gelang uns u a. nach meiner Rückkehr 10׳ Dimam (etwa 4 Hektar) tiefzupflügen und diese Fläche somit für die weitere Ausdehnung der Baumschule und für verschiedene andere Pflanzungen und Gemüsebau vorzubcrcitcn. Ungefähr lo Dun,1111 Boden wurden noch voriges Jahr ticfge'pfiigt, also besitzen wir sclion 55 Dun,1m tiefgepflügten Boden, ein großes und wichtiges Haben für unsere Wirt.scl1.1ft. Ich will hoffen, daß wir diesen Winter mit der Anpflanzung von _ Räumen ,•!»fangen können. Die Mädchen sammelten fleißig den Ingii und Kuss;1b (gefährliche Unkräuter) beim Pflügen, säubern aber auch mit der schweren Spitzhacke den im vorigen Jahve tiefgepflügten Boden von Ingii und Kuss,111, das trotz des Tiefpflügens noch an manchen Stellen wieder hervorsprießt. Bei dieser schweren Arbeit gibt ihnen die Hoffnung, daß sie cs sein werden, die die ersten Räume für die Schule auf diesen Hoden pflanzen werden, viel Mut und Ausdauer. Die Baumschule Anfang Apül 1923 fingen wir in Nahalal mit ,einer Baumschule an, in der zirka 12 Mädchen beschäftigt waren. Trotzdem wir den ganzen Sommer schwer unter Wassermangel litten (Ursache die verzögerte Einrichtung der Wasscranlagc), hatten wir mit der Bam’nsclinle großen Erfolg, Wir besitzen heute (10000—70 000 verschiedenartiger Baumsct/.linge, zum größten Teil hier im Lande gebräuchliche Sorten, für die wir auch Absatz zu •finden hoffen. Da die Baumschule sich so gut entwickelt hat — ein Beweis, daß das Klima liier dazu geeignet ist — beabsichtigen wir auch in Zukunft eine große Baumschule zu halten, und außer Zierpflanzen wie bis jetzt, auch Fruclitsctzlinge zu kultivieren. Die MUdcliengruppe in Nahalal Die 12 Mädchen, die seit April in der Baumschule heschäftlgt waren, erhielten ihr Budget von dem Arbeitslosenfonds. Dieses Budget wurde für 8—0 Monate bestimmt, Nun ist ihre Arbeitszeit vorbei. Diese Mädchen müssen entweder Nahalal verlassen oder von der landwirtschaftlichen Frauenschuh: für die weitere Pllege und Ausdehnung der Baumschule, sowie für die anderen Vorbcrcitungsarbeiten, beschädigt werden. Die Mädchen möchten ■sehr gern mindestens noch ein Jahr in Nahalal bleiben, um sich gründlicher auszuhilden, denn sic lernen bei jeder Arbeit, die sie hier tun, und die Vorbcrcitungsarbeiten unserer Wirtschaft sind sehr interessant. Es sind zum größten Teil sehr tüchtige, fleißige Mädchen, die uns bei der Vorbereitung der Wirtschaft viel helfen könnten und es wäre ans diesen Gründen schade, die Mädchen zu entlassen; aber da das Budget vom Arbeitslosenfonds aufliört, Ist die Frage, woher das Existenz- und Arbeitsbudget für den Unterhalt dieser Mädchen zu nehmen? Die Vorbereitung der landwirtschaftlichen Frauenschule Die landwirtschaftliche Fraucnschnle wird dann eröffnet werden können, wenn sie einerseits die nötigen Wirtschafts- und Wohngebäude, andererseits eine genügend entwickelte Wirtschaft besitzt. Wir werden im Laute von 2—3 Monaten Wirtschaftsgebäude haben, die für den Anfang vollständig ausreichen werden. Die große Baracke, die wir im vorigen Jahre gebaut haben, scheint, ihrer Anlage nach, als Arbeitsraum sehr geeignet zu sein. Eins der zwei geplanten Wohnhäuser solt auf Rechnung unseres Budgets von der Zionistischem Organisation im Laufe dieses Arbeitsjahrcs gebaut werden. Somit werden wir bis Anfang des nächsten Arbeitsjahrcs die wichtigsten Wirtschafts- und Wohnungsgebäude haben, mit denen die Eröffnung der Schule sehr wohl möglich sein wird. Was die Entwicklung der Wirtschaft anbetrifft, so soll, wie schon oben angedeutet, die Baumschule weiter gepflegt und entwickelt und mit der Anpflanzung von Bäumen angefangen werden. Dazu ist das nölige Inventar und der vorbereitete Boden vorhanden, nur ist die Frage der Unterhaltungskosten der Arbeitskräfte bzw. der Mädchen nicht gelöst. Milchwirtschaft Was deren Entwicklung betrifft, so Ist für den Anfang gesorgt worden. Morgen sollen zwei Kühe für uns aus Holland ankommen. Dieselben sind aus dem Fonds, den Dr, van Raaltc und die anderen Freunde der Mädchenschule, auf Anregung von Frl. Gerzon, unter dem Namen ״Mirjams Kuh“ gegründet haben, angeschafft worden. Ich will hoffen, daß dieses nur der erste Frcundschaflsgruß ist, dem noch andere folgen werden. Die ersten Kühe sind zwar noch etwas zu früh gekommen, weil, wie schon gesagt, der Bau unseres Stalles nocli nicht beendet ist. Ich werde midi aber bemühen, bis zur Fertigstellung unseres Stalles gute Unter-׳ kunft für diese Kühe zu finden. Außerdem haben wir noch' immer die 200 £ auf der Bank liegen, weiche im vorigen Jahre von einem Herrn zur Anschaffung von Kühen gestiftet wurden. Sobald unser Stall fertig sein wird, werden wir auch für diese Summe Kühe kaufen. Man kann für dieses Geld heute im Lande 4—5 gute Kühe bekommen. Vom Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina haben wir einige Geräte für die Milchwirtschaft erhalten, die sich noch in Haifa befinden. Ich will hoffen, daß, nachdem der Stall und der große Vorratsranm fertig sein werden, die Damen aus Deutschland uns nach unserer Liste die noch fehlenden Geräte für die Milchwirtschaft schicken werden, und daß Holland uns auch Geld zur Anschaffung von Kühen, die sich in Palästina akklimatisiert haben, zttkominen lassen wird. Und so gebe ich mich der Hoffnung hin, daß im Laufe dieses Arbeitsjahres auch dieser wichtige Zweig der Landwirtschaft sich entwickeln wird. Ackerbau Da wir noch vom vorigen Jahre unsere Maultiere, Wagen, Pflug usw. besitzen, von der Zionistischen Organisation die nötigen Saaten und Futter für die Maultiere erhielten, außerdem vom vorigen Jahre zirka 100 Di in am gepflügten, vorbereiteten Boden hatten, so fehlt uns nur das Geld für den Lohn eines Arbeiters, um unser Brot und Vichfutter für das nächste Jahr auf unseren Feldern durch sofortige Saat vorzubcrcitcn. Gemüsebau Da wir frischgepfliigtcn Boden haben, Im Frühling hoffentlieh im;Besitz der Wasscranlagc sein werden, in den letzten zwei Monaten mit unseren Maultieren ziemlich viel Dünger von den benachbarten arabischen Dörfern herbeigeschafft haben, so werden wir mit diesem Zweige in jedem beliebigen Moment anfangen können, sobald wir ein weiteres Budget für die Unterhaltung der Mädchen haben werden. Es fehlt zwar noch an manchen Arbeitsgeräten für die Großkultur und für den Gemüsebau. Das Wenige, was wir bis jetzt von Deutschland erhalten haben, wurde seinerzeit zwischen dem Hostel in Tel-Awiw und der landwirtschaftlichen FrauenschuH in Nahalal geteilt, wird aber für diesegroße Schule bt genügen. Ich werde mich aber bemühen, in der allernächsten Zeit nach Deutschland eine genaue Liste zu schicken und hoffe, daß der Kulturverb,md mitsamt dem zionistischen Jugendbuml für Anschaffung weiterer Geräte Sorge tragen wird. Die Geflügel- und Bienenzucht werden sich siciicr auch im Laufe des Jahres bis. zur Eröffnung der!andwirtschaftlichen Fraucnschnle genügend entwickeln. * Wie aus den Berichten wohl zu ersehen ist, wird an dem Bau der landwirtschaftlichen Fraucnschnle auf Rechnung des von der Zionistischen Organisation m diesem Zwecke bestimmten Budgets gearbeitet. Dieses Budget reicht aber nicht für alles aus. Es fehlt uns ein festes Budget für Leitung;, Sachverständige und die nötigen Arbeitskräfte, ohne die die Vorbereitung der Schulwirtschaft unmöglich ist. Die W. I. Z.O. hat sich in Karlsbad verpflichtet, binnen zwei Jahren zirka 10000 £ für die landwirtschaftliche Frauenschule aufzuhringen. Mögen die großen Summen, die zum völligen Ausbau der Schule,Vowie auch zum Bau des /.weiten Hauses nötig sein werden, etwas später kommen, so hat doch die W. LZ.O. die Pflicht, auch sofort uns beim Aufbau der Wirtschaft mit einer Minimalsummc von mindestens 100 £ monatlich zu helfen. Dann werden wir das nötige personal und die als Arbeitskräfte nötigen Mädchen beschäftigen können und dadurch die Wirtschaft entwickeln, wie auch die Eröffmmg der Schule für das kommende neue Arbeitsjahr ermöglichen, Die Mädchen lernen gleichzeitig ziemlich viel, so daß auch dieses Vorbereitungsstndiuni seinen Nutzen bringen würde, Sollte nicht sofort die Hilfe der W. I. Z. O, kommen, so weiß ich nicht, was aus dieser Wirtschaft ohne passendes Arbeits- und Leitungspersonal werden soll und wie die Wirtschaft der zukünftigen landwirtschaftlichen Fraucnschnle entstellen soll. Ich hoffe aber, daß die W. I.Z. ,O cs mit dem Aufhau der landwirtschaftlichen Fraucnschnle sehr ernst nimmt und daß sie mit Freuden das Budget der Zionistischen Organisation zu diesem Zwecke ausnutzcn wird, indem sie auch ihrem Teil zum Aufbau der Schule beitragen und damit den Aufbau ermöglichen wird. Die Frauenschule an der hebräischen Realschule in Haifa Die hebräische Realschule in Haifa, die in den Monaten des Kampfes um die Unterrichtssprache am llaifacr Technikum entstanden ist, stellt eine höhere Schule mit sieben Klassen dar, die bestrebt ist, mit dem üblichen Lehrprogramm einer höheren Schule eine umfassende Kenntnis der nationalen Kultur unseres Volkes und eine Wcrkerziclumg zu verbinden. Diese letztere Aufgabe wird bei Knaben durch systematischen Unterricht in Buchbinderei, Holz- und Metallarbeitern bei Mädchen durch Erziehung in■ Hauswirtschaft und Gartenbau verwirklicht. Im Frühjahr dieses Jahres soll nun endlich das Technikum eröffnet und damit eine seit langem erhobene Forderung erfüllt werden, insbesondere aber auch der llaifacr Realschule dadurch der fehlende Oberbau gegeben werden. Die Absolventen der Schule werden ihre Weiterbildung im Technikum erhalten können, soweit nicht b stimmte Neigungen zu Handwerk, Landwirtschaft tisw. einen anderen Weg erfordern. Dieser abschließende Oberbau fehlt aber noch für die Erziehung der Mädchen. Auch hier Ist für die hebräische Realschule der Gedanke der Arbeitsschule maßgebend, der, wie bereits oben erwähnt, nicht auf dem Weg handwerk* lieber Ausbildung, sondern durch Einführung in die Arbeiten des Hauses, der Küche und des Gartens erreicht zu werden versucht wird. Es bedarf nicht erst der Erklärung, daß die speziellen Erfordernisse Pinlästiiias auf diesen Weg hingewiesen haben, indem der Mangel an Mädchen und Frauen, die zur Hauswirtschaft befähigt und bereit sind, noch mehr als in jedem anderen Koloniallandc hier in Palästina zu einer großen Gefahr für den Aufbau wurde. Die Gelegenheit zur praktischen Erlernung der Hauswirtschaft bietet an der Haitacr Realschule die Schulküche, die für 100 Lehrer uml Schüler täglich das Essen zubeieitct, sowie der in diesem Frühjahr ,mitgenommene Internatsbetrieb. Die Mädchen der drei obersten Klassen haben zwar den theoretischen, wissenschaftlichen Unterricht mit den Jungen gemeinsam, aber wie jene Tischlerei und Schlosserei, so lernen sie im Küchen- und Internatsbctricb Kochen und Hauswirtschaft kennen, reinigen selbst die Küchen- und Intcrnatsräume und -Utensilien, waschen' die Wäsche, lernen ihre Kleidung selbst verfertigen und arbeiten schließlich im Garten. So erfreulich die bisher in dieser Erziehungsarbeit erreichten Resultate sind, so muß doch gesagt werden, daß natürlich in alledem nur ein verhältnismäßig beschränktes Programm durchgcfiihrt wird, da im Rahmen des Gesamtschulplancs allen diesen mannigfaltigen Zweigen nur eine relativ beschränkte Stundenzahl Vorbehalten sein kann. So wird es z. B. zwar erreicht, den 16 jährigen Mädchen die Anfänge des Kochens beizubringen, zu der Hauptsache, der disponierenden Hauswirtschaft, ist aber eine eingehendere Ausbildung notwendig. Zu einer wirklichen verständnisvollen Beherrschung der Hauswirtschaft gehört aber auch, besonders bei der Veranl.igimg jüdischer Mädchen, außer der rein praktischen Einführung eine entsprechende Fundierung, eine Erweckung des Verständnisses für die Arbeit durch Einführung in die entsprechenden wissenschaftlichen Disziplinen (vgl. dazu den unten angegebenen Stundenplan). Falls im Lande eine solche wirkliche und fundierte Ausbildunpsstättc für Mädchen geschaffen wird, so wird sich ohne Zweifel die Auswanderung der im Lande geborenen und schulerzogcncn Mädchen eindämmen lassen. Denn wir wollen uns nicht verhehlen, daß diese •Auswanderung eine mindestens ebenso ernste Frage wie bet den Jungen ist, da nicht nur die Mädchen, die auswärts studieren wollen, sondern auch solche, die die Neigung zu ״Frauenberufen“ haben, nach denen das Land also geradezu schreit, durch den Mangel einer geeigneten AusbLldimgsstiitte aus dem Laude getrieben werden. Das Unternehmen Frau Dr, Mnise 1 -Schochat s, das einzige entsprechende Erzichungsinstitut im Lande, ist hauptsächlich einer anderen Aufgabe gewidmet, nämlich den ins Land kommenden Chaluzoth die fehlende Ausbildung in Land- und Hauswirtschaft zu gehen. Diese Versuche gehören zum Aufgabenbereich der flachscharah, weniger zur Erziehungsarbeit, die an den Kindern des Landes zu leisten ist. Nach dieser Einführung und Begründung geben wir im Folgenden das Lehrprogramm wieder, wobei natürlich auch immer die Möglichkeit bestehen wird, daß Mädchen, die in bestimmten Zweigen schon ausgebiidet sind, z. B. Kinder- Partnerinnen, zu einzelnen Kursen zugelassen werden. 1. Jahr. 2. Semester: Hauswirtschaft: 1. Kochen: 2. Hausarbeit; 3. Nähen und Flicken; 4. Waschen und alle Zweige der Wäscherei (Bügeln usw.); 5. Gartenarbeit; 6. Geflügel- und wenn möglich Bienenzucht. 2. Jahr. 1. Semester: 1. Hauswirtschaft (Fortsetzung des t. Jahres); 2. Erste medizinische Hilfe, ferner Kranken- und Säuglingspflege (mit praktischer Arbeit in einem Hospital). 2. Semester: 3. Kindeqiflcgc und Erziehungsarbeit; a) Handfertigkeit; b) Gartenarbeit (mit Kindern); c) Gesang, Tanz usw.; d) praktische Kindergartenarbeit. Daneben!!ergehend theoretische Ausbildung in folgenden Fächern: A) während aller Semester: 1. Hebräisch; 2. Literatur; 3. Rechnen; 4. Turnen; 5. Singen. B) Während der ersten zwei Semester (Hauswirtschaft)’; t. Buchhaltung für haus- und landwirtschaftliche Zwecke; 2. Botanik und Zoologie; 3. Chemie. C) während des 3. Semesters: 1. Anatomie: 2, Hygiene; 3. Säuglingspflege und erste Hilfe. D) Während des 4. Semesters: Pädagogik und Psychologie. Der hebräischen Realschule in Haifa ist es durch dia Unterstützung ihrer Freunde in der ganzen Welt gelungen, ihre Arbeit schrittweise und sinnvoll äus/ugcstaltcn. Sie hat heute eine Schulküche mit schöner Küehcneinrichtung, sie hat Werkstätten für Buchbinderei, Tischlerei und Mctallarbcit, sic hat in diesem Frühjahr mit dem Anfang ihrer Internat» einen schönen Erfolg erzielt, und so gellt sie jetzt an eine neue Aufgabe, die Frnucnschulc, in der Hoffnung, daß ihre alten und neuen Freunde sic auch hier wieder unterstützen werden. Der Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina, Berlin W 62, Bayreuther Straße 36, hat es übernommen, die Einrichtungsspesen und das Budget für die Frauenschuh• aufzuhringen und hofft in kurzer Zeit in der Lage zu sein, die erforderlichen Mittel, die auf MO bi» 700 £ veranschlagt sind, nach Haifa überweisen zu können. Geldsendungen aus Deutschland bitten wir unter Nr. 9771 an das Postscheckamt Berlin für Frau Rechtsanwalt Gronemann (Verb. jiid. Frauen f. Kulturarb, in Palästina) zu richten. Sitzung des ziomslisclicn Aktions •Komitees London. (J.T. A.) Die Sitzung des Großen Aktions• komitccs der Zionistischen Organisation, in welcher die Lage der zionistischen Bewegung in Verbindung mit dem inzwischen erfolgten Regierungswechsel in England besprochen, sowie eine Anzahl organisatorischer Fragen geregelt werden sollen, ist auf Donnerstag, den 7. Februar, festgesetzt worden. Es ist zuerst beabsichtigt gewesen, eine Sitzung des Präsidiums des Aktions-Komitees und der Fraktions-Führer am 3. Januar abzuhaltcn. Auf den Einspruch der amerikanischen Mitglieder des Aktions-Komitees hin, ist diese Sitzung verschoben worden. Um an dieser Sitzung tcilnchmcn zu können, hat auch der Präsident der Executive Herr Sokolow seine geplante Abreise nach Südafrika, wo er der neunten Konferenz der südafrikanischen Zionistcn-Vcrcinigung beiwohnen sollte, auf den 27. Februar verschoben. Wie wir nach Redaktionsschluß erfahren, ist die A.-C,- Sitzung inzwischen wieder auf Ende Februar vertagt worden. Die Laboar Party mi der Zionismus Auf der Jahreskonferenz der University Labour Federation von Großbritannien, die vor kurzem unter Vorsitz von Arthur Greenwood, M. P. stattfand, erstattete Maurice L. Perlzweig, der ehemalige Vorsitzende' der Föderation, einen Bericht über die Kolonialpolitik. Pcrlzweig sagte, er sei sicher, daß eine Labour-Rcgicrung das Palästinamandat durchführen wird, sowohl nach seinem Geist als seinem Buchstaben. Er sei der Ansicht, daß eine Labour-Rcgicrung sich wahrscheinlieh weniger von Repräsentanten der landbesitzenden Effendis cinschüchtcrn lassen wird, welche befürchten, daß die An- Wesenheit einer gutorganisierten jüdischen Arbeiterpartei die friedlichen Fellachen aufstachcln könnte, für sich einen höheren Lebens-Standard zu erkämpfen. Die Arbeiterbewegung könne dem Ideal eines jüdischen Palästina nicht gleichgültig gegenüberstellen, das, wie ihr Führer Ramsay Macdonald erklärt hatte, die Welt die soziale Gerechtigkeit lehren solle. Col. Josiah Wedgwood, M. P. (Mitglied der neuen Regicrung), der die Diskussion über den Bericht cröffncte, sprach sich für die Räumung von Aegypten und für die Festhaltung des Suez-Kanals von der Gstscite aus. Selbst die ״Morning-Post“, sagte er, würde den Wert der neuen Ordnung in Palästina für das britische Kaiserreich anerkennen, wenn schon nicht für die Juden. Der Beschluß über das Kadoorie-Legat abgeändert Eine hebräische und eine arabische Mittelschule. Jerusalem. (J.T, A.) Die Regierung hat nach einer Besprechung mit dem Mitglied der zionistischen Exekutive Golonel Kisch und dein Leiter der Erziciiungsabtcilung der zionistischen Exekutive Dr. Luric den Regierungsbeschluß, wonach aus der Stiftung des Bagdader jüdischen Philanthropen Kadooric eine allgemeine Schule für die ganze palästinensische Bevölkerung errichtet werden soll, zurückgezogen. Es solle* nun zwei getrennte höhere Schulen, die eine mit hebräischer, die andere mit arabischer Unterrichtssprache errichtet werden. Die Jüdische Einwanderung in ein arabisches Palästina J c r u s a I e m. (j, T. A.) ln einem im ״Meraat el Sltcrk“ erschienenen Artikel schlägt Hassan Sidki il Dajani zur Lösung der Palästinafrage vor, daß in Palästina eine nationale^ Regierung mit arabischem Bcamtenapparat unter der Führung Emir Abdullahs oder seines Bruders Emir Zaid unter Einbeziehung Transjordaniens eingerichtet werden solle. Englischc Berater sollten für jeden Regierungsbezirk gewählt werden. Mail würde dann auch nichts gegen die freie Einwanderung der Juden nach Palästina cinzuvvcndcn haben, doch sollte das nicht auf Grund eine« Privilegiums geschehen, auch soll dies nicht als cineAncrkennung der Balfour-Deklaration betrachtet werden. Dabei soll aber England einen großen Einfloß auf die Regelung der Einwanderung nach Palästina überlassen werden. Die öltcntHchen Arbeiten in Palästina Jerusalem. (J.T.A.) Der Rat des palästinensischjüdischen Arbeiter-Verbandes hat in einer Reihe von Resolutioncn die passive Haltung der jüdischen Bevölkerung Paläsünas gegenüber der Arbeitslosigkeit unter den jüdischen Arbeitern getadelt, und gegen die Regierung und den Jerusalcmcr Stadtrat Vorwürfe wegen der Nichtbeschäftigung jüdischcr Arbeiter erhoben. Es wird auch gegen bestimmte Regierungs-Departements protestiert, die größere Arbeiten an auswärtige Unternehmer vergeben haben, ln der Resolution wird den britischen Militärbehörden in Palästina vorgeworfen daß sie die Lu f 15 eh i f f 11 a 11 e in Ra ml eh durch einen ausländischen Unternehmer habe bauen lassen. Auch andere öffentliche Arbeiten sind dem gleichen Unternehmer übergeben worden, ohne daß voriier andere Kostenvorschläge uingcholt worden wären. So sind demnach von einem nichtpalästinensischen Unternehmer öffentliche Arbeiten in einer Höhe von 100000 Pfund ausgeführt worden.

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