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Jüdische Rundschau · 1924-01-25 · Heft 7 (25.1.1924) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 7 (25.1.1924)
Date
1924-01-25
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seife 42 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 7 Das soll jetzt anders werden, indem der letzte Kongreß bcschlosrcn hat, einen allgemeinen jüdischen Universitiitsverband zu begründen mit Laudeskomitee*,, deren Hauptaufgabe die Hcrbcischaffuiig von Mitteln für die Universität sein soll, Auch soll die Exekutive einen Board ernennen, «1er die für die Universität gesammelten Gelder verwalten und über deren Verwendung zu beschließen hat. liollrntlirli bleiben diese Beschlüsse nicht auch wieder ein Fetzen Papier. Leider herrscht vielfach bei den Zionisten ein großer Pessimismus in bezug auf die Möglichkeit der Aufbringung der nötigen Gelder, während ein kleiner Teil der Zionisten die Errichtung der Universität sogar für einen in den jetzigen ungünstigen Zeiten unnötigen Luxus hält. Beide Auffassungen sind grundvcrkchrt. Wem! man freilich eine Universität grollen Mniistabes nach dem Vorbild« der bedeutenderen ameiikanisehen Universitäten zugrunde legt, so sind die Kosten enorm. Berichtete doch l)r. Bendersky auf dem Wiener Kongreß, daß die Universität Chicago jährlich ca. 240000 £ ausgab; dagegen führte er Charkow an, dessen Universität hei •1000 Siudeuten jährlich 100000 £, Dorpat, das bei 3000 Studenten jährlich 30 000 £ und Zürich, das hei 1400 Studenten jiihrlieh 40000 £ kostete, Dr. Weizmann schätzte 1013 den!Jahresetat, welcher» die medizinische Fakultät in Jerusalem benötigte, auf 10000 £, den der judaistischcn-staatswissenschädlichen sogar nur auf 3000 £. Das stimmt ungefähr auch mit meinen Berechnungen überein. Meines Erachtens könnten wir mit einer einmaligen Ausgabe für Oebiiude und Einrichtungen von 100000 £ und einem jährlichen Etat von 50000 £ schon eine ganz hübsche Universität mittleren Ranges autbaucn, und von dem Jahresetat würden die Studenten, die gewiß bald die Zahl von 1000 wesentlich überschreiten diirtten, einen erheblichen Teil beitragen. Ich bin auch überzeugt, daß, wenn die Universität erst einmal existiert, wir bald von vielen Seiten Stiftungen erhalten werden, sei es tum Aulbau bestehender, sei es zum Bau und für Errichtung neuer Institute, ferner bei hinreichender Propaganda auch zahlreiche St.pendicn für Professoren und Studenten, auch Reise* N11r Studienstipendien für Angchö.ige der verschiedenen Länder, die in Jerusalem studieren wollen. Es giit vor allem einmal anzufangen. Wer aber die Wichtigkeit der Universität für den Zu- | «*suncnhalt des jüdischen Volkes sowie den Aufbau des Landes bestreitet, kennt weder die Geschichte unseres Volkes noch die tatsächlichen Verhältnisse Paläiistinas. Jedes kleine Liindchcn, das nach dem Kriege seine Selbständigkeit erhielt, begann sofort mit der Gründung einer eigenen Universität; auch Palästina bedarf einer solchen, will man nicht den »nfelligentestcn Teil der Jugend für Palästina verlieren. Diese absichtlich vom Studium abhaltcn zu wollen, dadurch, daß man ihnen die Gelegenheit, im Lande selbst zu studieren, vorcntliält, dürfte ein fruchtloses Beginnen sein, zumal mau nicht die Nachbarländer. sperren kamt. Der Vorteil einer Universität für Jerusalem selbst ist unermeßbar. Schon in Europa ist das Bestellen einer Universität für eine kleine Stadt eine Lebensfrage, bildet sie doch direkt und indirekt die wichtigste Einnahmequelle, auch entwickeln sich, ver* anlaßt durch das geistige Leben der Universität, meist im Anschluß daran allerhand wirtschaftliche Unternehmungen, die zuweilen sogar Weltbedeutung erlangen wie z, B. die Zciß'schen optischen Werkstätten in Jena. Für Jerusalem kommt noch hinzu, daß eine Universität zweifellos zahlreiche geistig orientierte Juden veranlassen wird, sich dort niederzulassen, dte dann wieder Anziehungspunkte für viele Wohlhabende bilden. Meiner Ansicht nach ist die Gründung einer Universität die einzige Möglichkeit, Jerusalem auch geistig zu einer wirklich jüdischen Stadt zu machen, da wir in bezug auf die religiöse Anziehungskraft Jerusalems gegenüber den vielen anderen Religionsgemeinschaften stets im Hintertreffen werden bleiben müssen, schon auf Grund ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit. Aber auch unser moralischer Einfluß wird hierdurch gewaltig steigen, nicht nur im Orient, sondern in der ganzen Welt, da die Publikationen der Universität I Jerusalem überall hin verbreitet werden und das allgemein Wichtige auch in die Tageszeitungen und Zeitschriften der ganzen Welt kommt. Was ist nun zu tun, um wirklich zu einer Universität!»* gelangen? Meines Erachtens genügt prinzipiell die Durch-?ührimg der auf dein letzten Kongreß gefaßten Beschlüsse, ja nicli schon der Beschlüsse des Keren Hajes׳■,od von 1<V.'0. in der Praxis aber ist cs nötig, daß für den Anfang gewisse Summen vom Keren Hajessod oder von anderer Seite für lie Universitäts-Propaganda aufgebracht werden, da nach all- ,jemein gültigen Eifahrungen ohne ständige berufliche Seketnre propagandistische Arbeiten stets wieder einschlafen. Das gilt besonders für Amerika, von wo doch vorläufig if■ meisten Beträge kommen werden. Mein zweimaliger Aufent* mit daselbst hat mir deutlich gezeigt, daß man in Amerika nit Erfolg nur auf die Weise arbeiten kann, wie es der v'cren 1 tajesRod macht, und ebenso viele andere Organisationen, )as Aerzte-Komitec daselbst hat sich durch die Spenden iniger wohlhabender Aerzie selbst den erster! Propagandaonds verschafft. Die übrigen dort für die Universität ge- .;rümlctcn Komitees sind aber nicht so leistungsfähig oder 1;Chlicfcn bald wieder ein, und zwar nur deshalb, weil sie her keine Mittel für Propaganda verfügten und das Interesse 1 der Aufgabe nicht groll genug war, um opferfreudige cutc hervorzulocken. Auf dem letzten Kongreß halte die Jniversitätskommission auf meinen Antrag hin gefordert, daß ,000 £ ins Budget eingestellt werden sollten, um die Gründung 1cs Universitätsverbandes, mit einer Zentraisteile in Jerusalem nd einer Unterzentraie in Amerika zu ermöglichen. Leider at die Budgetkommission dies abgelchnt und bei der Stirn* 1u0g des Kongresses erschien es aussichtslos, den Antrag .״ Plenum wieder cinzubritigcn. Es war dies äußerst kurzclitig, und ich glaube, daß hierdurch die Gründling der üivcriäiät um Jahre hinausgeschoben worden ist. Es wiederalt sich hier, was uns schon so oft geschadet hat; nach roiSen und schönen Worten versagen wir, wenn es sich »יוan handelt, die praktischen Konsequenzen zu ziehen und!für Opfer zu bringen; so war cs bei der Bank, beim afionslfonds, bei der Nationalbibliotlibk, beim N'ordauinsti*!t, in gewissem Sinne auch beim Hcrzlwatd. Aber wie wir ntlcßüch doch bei allen diesen Unternehmungen durch Ausßliucr zu sichtbaren Resultaten gekommen sind, so wird es ich mit der Universität geschehen. Die zwei oder drei naturwissenschaftlichen Forschungs• i|stdute sowie die Abteilung für Judentumwissenschaft, die;:mnächst eröffnet werden sollen, bilden den Vortrupp, hoffent-;.h werden sich alljährlich neue Institute anschiießen *und ue Abteilungen begründet werden, bis das Ganze *0 weit gediehen ist, daß wir mit der Eröffnung einer allumfassenden Universitas iiterarum an die Ocltcnttichkcit zu treten vormögen. Das Interesse für die Universität ist, wie sich auf dem letzten Kongreß zeigte, noch ebenso groß wie 19!3 auf dem Wiener Kongreß. Zahlreiche Kreise, die sonst für unsere Arbeit wenig’ übrig hr.hcn, sind gerade hierfür leicht zu gewinnen. Der Numerus clausus in Polen, Ungarn, Oestericich, Rumänien und die Schwierigkeit und vielfache UnmftgHcUkcit für die öf.tjüdisdien Studenten, in Mittel- und Westeuropa au den Universitäten Aufnahme zu finden, zwingen geradezu, einen Ersatz in Palästina zu sclinfletl» wobei namentlich die Abiturienten der vielen hebräischen Gymnasien auch das beste Studentciimatcrial liefern werden, Die Gelegenheit ist also günstig; wenn nichts geschieht, *0 ist cs lediglich unsere Schuld, indem die Exekulivo der Zionisiisclien Organisation, durch die vielen Sorgen der Gegenwart bedrückt, nicht den Entschluß fassen kann, die Zahl der Sammlungen noch durch eine Univcrsitiitssnmmhmg zu vermehren. Sic unterläßt es daher, die Parole für eine solche auszugeben und beim Keren Hajessod die schon 1020 bcschtosscnc Abteilung für Universitätspropaganda wirklich einzurichten oder wenigstens den in Karlsbad beschlossenen Univcrsüütsvcrbnml tatkräftig zu fördern, Aber verhindern läßt sich die Entwicklung der Univrsitiit, dieses Schmerzenskindes unserer Organisation, nicht mehr, nur einige Jahre langer nufhailen, L'Unlvcrsitö cst cn marclie. (Elko,) Die Kuiistpcwcrbc-Schule ״BezaM" Von Prof, Doris Schatz. Einem Berichte Professor Boris Schatz', de» Leiters des ״Bczalcl“, entnehmen wir folgende Angaben! Wie bekannt, konnte der ״Bezalci“ in der Zelt vor dem Kriege nur mit Hilfe der ״nczaU’F'-Ocscllschaftcn existieren, die in vielen Ländern gegründet wurden. Während des Krieges haben sicii die Gesellschaften aufgelöst und es war keine Möglichkeit, sic wieder ins Leben zu rufen. Gleich nach dem Kriege hat der ״Wand I iachinuch“ wie alle anderen Schulen in Palästina so auch den Rczalcl übernommen. Da aber das Budget des Waad Haciiinuch von Jahr zu Jahr kleiner wird, wird auch das Budget seiner Institutionen immer mehr gekürzt. Seit drei Jahren bekommt der ״Uc/nlcl“ nur die Lchrcrgeh.Hlter und muß allein für die Ausgaben sorgen, die au Rohmaterial, Modellen, Reparaturen, Möbel, Bcleuch tung und Bclici/amg, Uüroausgahen entstanden. Um einen Fonds zu beschatten, der ihn dauernd erhalten könnte, soll der Zufall, daß der ״Bczalcl" steil jetzt im Zentrum des neuen Jerusalem befindet, ausgenutzt und ein ״Merkas Be za lei“ so gebaut werden, da'ß der* Boulevard King George und die Bezalelstraße alle Leute direkt zum ״Merkas BczalcI“ führen. Der ״Merkas Be/alel“ wird vorläufig aus 15 Ateliers-Läden bestehen, in welchen sämtliche Bczalcl- Rachen gearbeitet und verkauft werden sollen. Selten in den ersten Jahren werden die Ateliers Rias Baugcld für jedes Atelier wird 100 Pfd. betragen) 20—30 ״;«, spater werden 15 Ateliers die Hälfte des ganzen Budgets bringen. Prof. Schatz hat sich an die Freunde des Jiezalcl" mit folgender Aufforderung gewandt! Wer einen Grundstein zu diesem Merkns legen will, möge 100 Pfd. geben und ein Atelier auf seinen eigenen Namen bauen. Außerdem darf die schlechte Lage der Schüler, die die Bczalelschulc beendet und Werkstätten eröffnet haben, nicht länger •Inhalten. Ebenso wie Kunstgewerbe nicht ohne Kunst existieren kann, so kann auch bei uns Kunst nicht ohne Kunstgewerbe existieren. Letzteres ist die einzige Mög licbkcit für die Schüler, ihren Unterhalt jetzt sowie späterhin zu verdienen und nicht gezwungen zu sein, auszuwandern. Bei uns existiert eine Gesellschaft unter dem Namen ״Bezalel Vereinigung“. Sie umfaßt die Bezalcliclirer und die Schüler, die den ״Bezaicl“ beendet haben und von der Herstellung der ßczalctsachcn leben. Jeder von ihnen hat für die Ausstellung beim Karlsbader Kongreß einen Teil seiner Arbeiten für die Ausstellung■ mitgegeben und sich verpflichtet, 30 «,0׳ des Verkanfsprei-.es für die Reise- und Ausstellimgsspcsen, für Expeditioii und Zoll beizutragen. Damit sind sämtliche Kosten gedeckt worden. Trotz aller Schwierigkeiten beim Transport und in Karlsbad (es gelang z. B. von der Prager Regierung erhebliche Zollcrlciclitcriingcn und Befreiung von der Silberprobe zu erlangen) hat die Ausstellung einen großen Ein* druck auf die Kongreßbcsucher gemacht und alle freuten sich, daß der ״Bczalcl“ so gut den Krieg Überstunden batte. Es wurden auch erhebliche Summen für Ateliers im ״Merkas Bczalcl“ gezeichnet. Trotz der schweren Arbeit war es also eine große Freude für Prof. Schatz und den ״Bczalcl“. Die Vertreter vieler Länderorganisationen wandten sich an Prof. Schatz mit der Bitte, auch bet ihnen Ausstellungen cinzuriclrteiw Jedoch die einzigen Länder, die in Betracht kamen, waren Tschechoslowakei und Amerika, deren Vor- 9chläge dieser auch akzeptierte. Von Karlsbad fuhr er nach Brünn, wo eine Ausstellung in einem tschechischen Aussteilungssaal arrangiert wurde. Viele Briinner Einwohner, darunter die angesehensten Leute der Stadt, besuchten die Ausstellung. Audi In der Hauptstadt Prag hatte die Aus- Stellung große Erfolge. Der Direktor des Rcgicruugsmuscums sprach dem ״Hczaict“ seine Anerkennung aus. Nach all diesen Erfolgen konnten Bezaiel-Gcsellschaftcn in der Tschechoslowakei zwecks Verkauf von Bczalclgegcnständen gegründet werden. Die Prager Ausstellung wurde im Hause der ״Bnei-Brith“ eingerichtet. Hier gewann man den ״Bczalcl" lieb und unvergeßlich Weiht Prof, Schatz die Achtung und die Ehre, die ihm dort erwiesen wurde. Alles, was die Ausstellung mit hatte, wurde verkauft. Außerdem ist cs gelungen, eine Kommanditgesellschaft mit einem vorläufigen Vermögen von 150000 Kr. zu gründen, die den alleinigen Verkauf in der ganzen Tschechoslowakei haben soll, Es ist zu hoffen, daß init Hilfe der bereits gemachten Propaganda' und der sonstigen VorbereUungsarbeit im Lande es der Gesellschaft gelingen wird, sämtliche in der Bczalclvcrcinigung hcrgcstelltcn Sachen zu verkaufen. Sollte der Bedarf mit der Zeit wachsen, so würde sicii auch die Produktion steigern. Zu diesem Zweck stellen bereits Mittel zur Verfügimg. Als eine der größten Vorteile von dieser Gesellschaft ist die Tatsache zu betrachten, daß sie immer ein Depositum von mehreren hundert Pfund in Jerusalem liegen haben wird, so daß der ״Bczalcl“ stets sofort nach Absendung der Ware das ihm zukommende Geld wird üblichen können Eine gleichartige Gesellschaft hat Prof. Schatz in Wien gegründet, wo seiner Ansicht nach auch eine grüße Absatz■ möglichkeit für ״licznkT'-Arbcilen vorhanden ist. Der Traum von Prof. Schatz iat cs, den ״RezaleF׳ zu einer Hochschule auszugestalten und große Künstler für ihn zu gewinnen. Er hat sich bereits zu diesem Zweck mit Prof. Jetiuda Epstein und Prof. Pasternack fn Verbindung gesetzt und hofft, daß in Jerusalem demnächst ein Zentrum für jüdische Künstler erstellen wird. Noch in diesem Winter werden Prof. Jeliuda Epstein, Prof, Pnstcrnack, der Maler Böhm, der Porträiist Rappaport, ein früherer Schüler, des ״Bczalcl“, nach Jerusalem kommen.!!. Museum des Rmlcl" anlangt, so befinden »ich jetzt zwei Kisten mit Kunst* und Kunatgewerbegegon- Ständen, die Prof. Schatz als Geschenk für das Museum erhalten hat, unterwegs. Während seines kurzen Aufent- Haltes in Wien ist es ihm gelungen, zwei Sammler zu linden, die ihre Sammlungen testamentarisch nach ihrem Tode dem l,Be7alel“'Mu*eum vermacht haben. Um die Pcßaclizeit wollen sie Herkommen, um den ״Bczalcl“ ZU sehen. Beide *tandcu bisher dem Zionismus fern. Wa» die Einnahmen der 15 Atelleri-Liiden betrifft, so werden diese nach der Schätzung von Prof. Schatz zu, nächst Im ersten Jahre eine Einnahme von 300 —400 Pfd. haben. Erst später, wenn in Jerusalem bereit» ein Handels• Zentrum existieren wird, kann mit einem Einkommen von 1000 Pfd. gerechnet werden; aber auch diese Summe ist mir die Hallte des Budgets des ,.Bczalcl". Das ist nur ein Anfang; es soll damit nur der weg gezeigt werden, wie man die Zukunft des ״Be/alel" sichern »oll. Man kamt nicht damit rechnen, In der nächsten Zeit eine so hohe Summe zu sammeln, deren B.mkzinscn allein die Schule erholten könnte. Der ״Bczalcl" muß genau 60 wie die Klöster im Lande vorgeiren, die jetzt davon existieren, was Ihnen ilire Vor• ganger an Häusern, Geschäften usw. (unterlassen haben. Mit 1000 Pfd. kann nicht nur ein industrielles Zentrum um den ״Bczalcl“ geschaffen werdvy, sondern auch das Leben der• ienigen crlc’ch.crt werden, d.e kiinrtlcrisch ar!>eiten und dafür eine passende Wirkungsstätte finden wol'.cn. Die Konzentrierung wird nicht mir der Arbeit jedes ehr,■einen von Nutzen sein, denn industrielle Zweige hangen untereinander wie Glieder einer Kette, zusammen, sondern die Konzentrierung wird auch dem ״Bczalcl“ Einkünfte verschaffen, ihm seine Existenz sichern und mit der Zeit eine Vergrößerung ermöglichen. Um dieses Ziel zu erreichen, will Prof. Schatz auch noch nach Amerika fahren tmd dort ״lkzalel“-Ausstellu»gen arrangieren. Er hofft, daß cs ihm gelingen wird, die 50000 Doll., die er noch braucht, zusammenzubringen. Die ״BczalcF'-Gebäudc und ihr Grund und Boden gehören bekanntlich dem Nationalfonds. Die Mädclsea-Farni in Nahaiai Ein Brief von Channa Maisel-Schochit Der Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Pa• lästina stellt uns das folgende Schreiben an die Internationale zionistische Frauenorgamsatbn (W. J.Z,O.) zur Verfügung: Der Brand Nach meiner Rückkehr fand ich 111 Nahaiai eine traurig« Aenderung vor. Die Wirtschaft der Schule ist ln den zwei Monaten meiner Abwesenheit nicht mir nicht gewachsen, sondern noch kleiner geworden durch den Brand, über den Ihnen seiner Zeit Mitteilungen zugingen. Wir haben bei diesem Brand folgendes eingebüßt: eine Baracke, deren Wert zirka 100 ä״. Ptd. beträgt; 47 Decken und 48 Moskito• netze, die wir von der Zionistischen Organisation erhaben hatten, im Werte von 28.30 äg. Pfd. und die ganze Küchen• cinriehtung, die wir aus H.imourg bekamen. Den Wert der letzteren abzuschät/.en, ist sehr schwer. Glücklicherweise war der Herd nicht mit dabei' (dieser befindet sich noch in Haifa). Da diese Einrichtung den Namen der verstorbenen Gcsinmmgsgcnossin Frau Fanny Frank tragen sollte — unter diesem Namen wurde s c seiner Zeit gesammelt — so werden wir uns bemühen, die vcrlorcngcgangcncn Sachen wieder anziischaffcn und der später emigültig im Hause cinzurich• tenden Küche diesen Namen geben. Es waren fast keine Sachen der tschechoslowakischen Sendung dabei. Die letzteren sind zum großen Teil im i loste! im Gebrauch und zur Auf• hewahrung; die wenigen, die wir nach Nahaiai genommen haben, sind auch im Gebrauch und b.fanden sich demzufolge nicht in der verbrannten Baracke. Dieses Unglück hat mich ziemlich deprimiert, denn Sie wissen nicht, wievlet Mühe cs 1111s und den Kuiturverband gekostet hat, das wenige, was wir in Nahaiai haben, zusammenzul r ngen. Doch sah ich bald ein, daß ich mit noch weit größerer Energie an die Arbeit gehen muß, denn die allgemeine Lage im Lande ist zu schwer, die Arbeitslosigkeit zu groß und die Lage der Neuangesiedeiten zu schwierig, als daß jemand, der noch ein wenig Energie hat, den Kopf hängen lassen dürfte*), Dia Baute» Der Bau des Kuhstalics wurde kurz nach rneintr Ab• reise eingestellt, weil der Bauunternehmer während meiner Abwesenheit nicht das versprochene Geld von der Zio• nistischcn Organisation erhielt. Auch der Bau der Hühner• siälic geriet ins Stocken und die vom J.N. F. versprochen• Wasscieinrichtimg wurde nicht durchgciührt. — Nun war es keine leichte Sache, all diese Arbci.cn wieder in Gang zu bringen, und damit war ich die letzten sechs Wochen beschäftlgt. Der Stall. Jetzt wird energisch an dem Stall ge• arbeitet und cs wurde mir versprochen, daß derselbe Mitte Dezember fortiggcstcllt sein wird. Genannter Stall ist moderuer Konstrukuon, hat 15 m Läigc und ist für 10—H Kühe bestimmt. Angcglicdert an d e.cn Stall werden noch weitere 15 m, jedoch wird dieser Raum im Innern vorläufig nicht fertig eingerichtet, sondern erst dann, wenn unsere Milch• Wirtschaft siel! weiter entwickelt, Bis dahin werden wir diesen Raum als Vorrats- und Autbewahr.ingskammer benutzen. Da der ganze Ban au* Zcim-nt besteht, so ist für feuersichere Aufbewahrung sämtlicher Sachen gesorgt. H ü h n e r s t ä 11 e. An dem Bau der Hülinerställc wird auch tücluig gearbeitet. Außer einem sachkundigen Schreiner und einem Gehilfen arbeitet auch eines unserer Mädchen, das hier gelernt hat, mit den verschiedenen Werkzeugen der Schreinerei umzugehen, fleißig mit. Zwei große Hühner• .Ställe von |c 14 m!.äuge zu je 4 Abteilungen und ein kleiner Stall sind schon Drtiggcstcllt und die anderen fünt kleineren Ställe werden lu Reinlich innerhalb zweier Monate auch fertig dastehen. Somit werden wir bis Dezember oder Januar mit der Einrichtung der Bauten für Geflügelzucht fertig sein und mit diesem für Mädchen so wichtigen Zweig der Landwirtschaft in der richtigen Saison anfangen können. Hoffentlich werden bis dahin auch die für uns von der Zionistischen Organisation in Amerika bastelten Brutappa• rate ankommen. Bewässerungsanlage Vor einem Monat waren die Direktoren de* Jüdischen Nation,ו fomls, die Herren Ussischkin und ■O e 111 n g e r hier, Wir hatten eine Sitzung wegen der WassereinrichUmg und nach vieler Mühe hat Herr Ussischkin end.ich seine Zustimmung dazu gegeben, daß diese WassereinrichUmg hier auf Rechnung des Jüdischen Nationafonds durchgeführt werde. Der Jüdische Nntionalfonds hat zwar schon einmal zöge• stimmt, die Bewässerung für uns cinturichten, aber nachdem man an die Arbeit ging, stellte cs sicii heraus, daß die Bewässeriingsanlage der Mädchenschule von der der Kolonie nicht zu trennen sei. Beides zusammen durch,•tiftilircn mußte viel mehr Kosten verursachen als der Jüdische Nationalfohds für unsere Wasitranlage bestimmt hatte. So stockte die Ausführung dieser Anlage, bis die Beteiligten von dem Kongreß zurückkehrten, Anfangs wollten die Herren vom *t Der Verband Jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina hat derzeit auf Ersuchen von Frau Maisei-Schocliat die Anschaffung und Uebersenduug mehrerer F «uerlöich* »pparate in Angriff genommen.

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