Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 5 (18.1.1924)
- Date
- 1924-01-18
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 33 Nr S bokuwinisclier usw.) Juden, die anläßlich des Hilfswerkes w,ihrem] und nach dem Kriege eine große Tätigkeit entfaltet haben. Einige Gesellschaften sind sogar zu diesem Zweck entstanden, wie 7, 0. die Föderation der ukrainischen Juden in England. Viele dieser Gesellschaften setzen sich mich mir aus Leuten einer Stadt zusammen, die für ihre Volksgenossen aus derselben eine Hilfsaktion cingeleitet haben. Jetzt mit dem Abbau der Hilfsaktion des amerikanischen Judentums für die Ostjuden schlagt vielleicht die Stunde, wo diese bereits vorhandenen organisatorischen Formen für den Palästina-Aufbau ausgemitzt werden können. All diese Verbünde sollen eine nette Aufgabe bekommen und ihr Wirkungskreis auf• die Ansiedlung ihrer Landsleute in Etcz- Israel hinübergdeitet werden. Die Sperrung der Einwanderung nach Amerika zwingt die amerikanischen Juden, neue Intim• grationsniöglichkcitcn für ihre im Osten verbliebenen Brüder zu suchen, und es ist nur Sache unserer Geschicklichkeit und organisatorischen Fälligkeit, alle die durch die Kriegs• und N'achkricgscrcignisse geschaffenen Organisationsformen aucli weiter am Leben zu erhalten und für den Auibau Ercz-Isracls zu aktivieren. Der alten Organisationsform muß ein neuer Inhalt gegeben werden, der der Mentalität amerikanischer Juden angcpnßt werden muß. Eine sofortige und konstruktive Hilfe für die leidenden Brüder im Osten kann durch proditküve Arbeit mittels ihrer Ansicdlung in Erez-Israel erzielt werden. Die amerikanischen Verbände zur aktiven Arbeit in dieser Richtung zu veranlassen, ist die großzügige Aufgabe, die vor unsern amerikanischen Freunden sicht und womit sic der gesamten zionistischen Tätigkeit, und speziell dem K. K., den größten Nutzen bringen werden. IV. Durch die bisher geschilderten Mittel können einzelne Länder oder kleinere geographische Einheiten zur Konkreti• sierungsarbeit für den K. K. herangezogen werden. Aber dies genügt nicht. Wir müssen auf dem Wege der Konkretisierung Such einen weiteren Schritt machen und zwar in der Weise, daß zwischen dem Einzelnen im üaluth und Ercz-lsrael durch Vermittlung des K. K. ein starkes persönliches Interessenband geschaffen wird. Die Spenden für den K. K. sind uninteressiert, sic werden für die Gemeinschatt gegeben. Es ist vielleicht an der Zeit, auch in dieser Beziehung eine grundlegende Aenderung herbeizuführen. Der Zionismus im allgemeinen war zu Beginn für einen grollen Teil seiner Anhänger keine Arbeit für sich, sondern cm Werk für andere, Leidende; und erst im Laufe der Entwicklung ist er zu einer Bewegung geworden, wo jedes Mitglied darin eine* Arbeit für seine persönliche Befreiung als Jude und Mensch erblickt. Ist nicht auch der K. K. berufen, eine ähnliche Evolution! durchzuinachcn? Kann auch seine Entwicklung nicht dahin führen, daß die Arbeit für den K. K. zu einer persönlichen An• gclcgenhcit jedes Einzelnen wird? Dies kann nur dann erzielt werden, wenn der Spender für seine Leistung eine Gegenleistung seitens der Institution erhält. Es muß eine Form gefunden werden, wo ganz im Einklang mit seinen Prinzipien, der K. K. eine Gegenleistung zu bieten in der Lage ist. wenn auch der K. K. seinen Boden, der unveräußerlich ist, nicht in Eigentum vergeben kann, so ist cs ihm aber doch möglich, dem Spender andere Rechte zu gewähren, wie z. B. das Recht auf Ansiedlung auf seinen Ländereien. Der Spender oder eine von ihm bestimmte Person wird vom K. K. während einer ewissen Zeit ein Stückchen Boden in Erbpacht erhalten önnen. Auf diese Weise wird der Einzelne bei der Spende für den K. K. das üetuhl haben, daß das gespendete Geld seinerseits eine Art Anlage ist, wofür ihm ein effektives Recht gesichert wird. Die Spende wird zu einer Art Ver- Sicherung für die Zukunft, die bei Gelegenheit großen Wert erhalten kann. Bedenke man nur, welch große Erleichterung für viele, durch die Katastrophe des russischen Judentums vollständig ruinierte Ostjuden ein Recht auf eine Bauparzelle in der Stadt oder aut einen Anteil im Dorf gegenwärtig bcdeuten würde. Efn solches Recht kann selbstverständlich nicht jedem Spender cingcräumt werden, sondern nur solchen, deren Spende ״roß genug ist, um die Kosten einer für die Besiedlung nötigen Fläche auf dem Lande oder in der Stadt zu decken. Dieser Spender bekommt seitens der Zcntralvenvai.ung des K. K. eine verpflichtende Erklärung, daß bei Uebcrsicdlung nach Erez- Israel er oder eine andere von ihm zu bestimmende Person eine Fläche in Erbpacht nach den allgemeinen Bestimmungen des K. K. erhält. Es ist selbstverständlich, daß die Durchführung eines solchem Vorschlages der größten Vorsicht bedarf. Die Bedingungen, unter weichen die betreffende Person ihr Anrecht auf Boden- Vergebung seitens des K. K. geltend machen kam!, müßten noch genau festgesetzt werden. So müßte vor allem der Ansucher sich den vom K. K. allgemein für die Ansicdlung aufgestellten Bedingungen vollständig unterwenen, und zwar was das für die Ansiedlung erforderliche Kapital in bar oder Krediten sowie die Garantie bei städtischen Siedlern für die Errichtung eines Gebäudes auf dem gepachteten Boden betrifft Es ist auch die Frage zu klären, wie lange eine Verpflichtung auf Bodenvergebung für den K. K. bindend ist, ferner auf welche Kategorien von Personen die Uebertragung des Rechtes auf Bodenvergebung ausgedehnt werden darf. Schließlich sei noch bemerkt, daß die in Betracht kommenden Personen sich selbstverständlich, auch allen andern Bedingütigen des K. K. — Exploitation des Bodens, die Art der Bcwirtschaitung (Sclbsta«beit, Verwendung jüdischer Arbeit usw.) — entsprechen müssen. Mit einem Wort, der Vorschlag muß dem K. K.-System vollständig angepaßt werden. Auch praktisch müssen für die Vergehung von Boden solche Bedingungen aufgcstellt werden, so daß die K. K.•Verwaltung durch die vielen Verpflichtungen Einzelnen gegenüber in ihrer Tätigkeit weder gehemmt noch gestört werde, was sich durch entsprechende Maßnahmen nicht schwer vermeiden läßt. Alle näheren Bedingungen werden im Falle der Dur5J1führung dieses Vorschlages in den von der K. K.•Verwaltung noch auszuarbeiiciuien Ausführungsvorschriften cnthal.cn sein. Vorläufig geht cs mir nur darum, die Idee in den Vordergrund zu stellen. Wir müssen Wege beschreiten, die, dem K. K,־ Gedanken treu bleibend, auch den persönlichen Interessen der Einzelnen Rechnung tragen. Ich weiß, daß gegen diese Idee verschiedene Bedenken erhoben werden können, so daß die rühmliche Tradition des K. K. gebrochen wird, indem an Stelle der altruistischen Gabe für die Gemeinschaft das egoistische Interesse für sich gesetzt wird. U. E. aber überwiegen die positiven Resultate, die sielt bei Verwendung dieser Idee sicherlich erzielen lassen, die aufkommenden Bedenken. Wir sollen uns daher nicht scheuen, die Arbeit für Ercz-lsrael mit den persönlichen Inter• essen jedes Einzelnen zu verbinden, weil dadurch viele neue Energien und Kräfte für Erez-fsrael ausgclöst werden können. Wenn das Privatintcrcsse sich vollständig im Rahmen des K. K.•Gedankens auslcbcn kann, sehe ich keine Gefahr, es zu befriedigen, im Gegenteil, dem K. K. kann daraus viel Nutzen erwachsen. Der Boden wird Eigentum des Volkes bleiben, an den Pachtbcdingungcn des K. K. wird kein Jota geändert, angesiedelt werden nur Leute, die den allgemeinen Bedingungen entsprechen usw. Der Nutzen ist aber der, daß die K. K.-Arbeit durch ein neues starkes psycholog.sc,!es Element bereichert wird. Es wird ein starkes Band zwischen jedem Einzelnen und Ercz-lsrael geschälten durch das Gefühl, daß Ihm Erez- Israel Jederzeit und! caondere in schwerer Stunde eine Zuflucht bietet. Es wird ein rechtliche» Verhältnis der Inter• es? enteil an der Aulbau-Arbelt entstehen. Das Interesse wird sich auch auf andere Gebiete erstrecken, und so körmen viele neue Leiile in die gesamte Palästina-Aufbnu-Arbcit hineinbezogen werden. Wir sollen un« nicht scheuen, das Gefühl hervor• zurnfen, daß jeder durch seine Gabe an den K. K. für sich etwas leistet, für sich und seine Nächsten. Tua res ngiturl Diese Losung des Zionismus soll auch in die K. K,•Arbeit ciiidringcn. V. So führen die verschiedenen Pfade zu einem Hanptweg, der! der K, K. jetzt zu bcschrcitcn hat: Kontingentierung der Finrahmen, Boden Kontingentierung, landsmannschaftliche Kolonisation, Patronate, Recht auf Bodenvergebung — dies alles sind verschiedene Formen einer Idee: Konkretisierung unserer Arbeit. Wir müssen jedem, der sich an der Auibau- Aibeit beteiligen will, einen konkreten Zweck zeigen, eine bestimmte Aufgabe stellen, die seiner Gesinnung, seinen Inter• essen und Verhältnissen usw. entsprechen. Nur auf diese Weise werden wir feste und stete Bande zwischen Galulli und Ercz-lsrael schaffen, nur auf diese Weise wird es uns gelingen, die verschiedenen jüdischen Energien, die sich im üaluth auf tausende und abertausende Arbeiten zersplittern, zu einem Ziel zu convcrgieren, zum Lande des Aufbaues des Volkes Israel. Ich bin überzeugt, daß dieser Weg nicht nur jener des K. K, ist, sondern daß die ganze zionistische Tätigkeit wird notgedrungen denselben beschreifen müssen. Denn hier liegt der Schlüssel zur Belebung der zionistischen Propaganda und somit unserer gesamten Tätigkeit. Und so wird das Bild eines großen Volkes entstehen, das an Tausenden von Stätten der jüdischen Zerstreuung — jeder Einzelne, jede Stadt, jedes Land für eine bestimmte Aufgabe, für ein bestimmtes Arbeitsgebiet, für einen bestimmten Ort in Ercz-lsrael arbeitet; alle von einem Ideal erfüllt — das Land der Väter zu neuem Leben zu erwecken. Thesen zum Referat von Dr. A. Granovsky ״Konkretisierung unserer Arbeit“. 1. Der K. K. als ein Zweckfonds hat sowohl in seiner Kolonisntiousals auch Propagandatätigkeit die Tendenz, seine Arbeit zu konkretisieren. Die Kontigenticrung der Einnahmen, B den-Koniingcn.iertuig, land ,mannschaltlichc Kolonisation sind Etappen auf dein Wege der Verwirklichung dieser Tendenz. 2. Die bisherigen Versuche mit der landsmannschaftlidicn Kolonisation beweisen, daß diese Form berufen ist, neue jüdische Energien für die Besiedlung Erez-israefs zu wecken. Die Erfahrungen der letzten zwei Jahre machen aber ein'ge Korrektiven notwendig: die ursprünglich vom K. K. gestellten Forderungen bczüg.ich der von den betreffenden Ländern aufzubringenden Summen sind speziell für die änldcr mit schwacher Valuta, die für die landsntannschaftlichcn Aktionen hauptsächlich in Betracht kommen, zu hoch und bedürfen einer Reduktion, um eine rasche Durchführung der Aktionen zu ermöglichen. Im Prinzip sollen nicht nur bestimmte Sammclzwcigc, sondern evtl, alle K. K.-Eingängc des betreffenden Landes für die landsmannschaftliche Kolonie desselben in Anspruch genommen werden. 3. Der landsmannschaftlichc Gedanke soll auf die Gründung . der halb ländlichen, halb stautischcn Siedlungen ausgcdehnt werden, eine Sicdluitgsfonn, die in der nächsten Zukunft in Ercz-lsrael eine bedeutende Rolle zu spielen berufen ist. Die landsmannschaftlichc Zusammenfassung ist dazu angetan, die Scßhaftmachung städtischer Elemente (Arbeiter, Handwerker usw.) in größerer Anzahl sehr zu fördern. Zwecks materieller und moralischer Unter- Stützung soll das Interesse der großen jüdischen profcssioncllen Vereinigungen im Oaiuth für solche Siedlungen in Ercz-lsrael geweckt werden. 4. Für die Heranziehung der in Ländern mit guter Valuta (Amerika, Südafrika, England usw.) lebenden Juden 5011 eine spezielle Verbindung mit den Juden aus den Ländern ihrer Flcrkunft in Ost- und Mittel-Europa zwecks deren Ansicdlung in Ercz-lsrael geschaffen werden. Dafür ist die Form von Patronaten geeignet, in der Weise, daß ein Land den Aufbau einer ganzen derartigen Kolonie in Ercz-lsrael übernimmt umf die Aufbringung der Mittel für einzelne Aufgaben (wie Bodenkauf, Wasserversorgung, Chausseebauten usw.) unter die Distrikte oder Städte des Landes verteilt. 5. Es sollen die während der Kriegs- und Nachkriegsjahre cschaficncn verschiedenen jüdischen l liifsgescl.sciiaften, ic bei ihrer Organisation landsmamisciiaftiichc Formen (nach Ländern und auch nach Städten) angenommen und sich äußerst gut bewährt haben, jetzt aber allmählich abgebaut werden, für die Aufbauarocit In Ercz-lsrael aktiviert werden, und zwar in der Art, daß diese Ge- Seilschaften ihren Landesgenossen durch produktive Hiifc Möglichkeiten für deren Ansicdlung in Ercz-lsrael geben sollen. 6. Einen weiteren Schritt auf dem Wege der Konkretisierung stellt die Herstellung eines starken persönlichen Intercsscnbandcs zwischen dem Einzelnen im Gallith und Erez Israel dar. Dies kann, durch Vermittlung des K. K, in einer Form erreicht werden, daß Personen, öle Spenden’ in einer bestimmten Höhe geben, für sich oder für von ihnen zu bezeichnenden Personen vom KK. einen Anspruch auf Vergebung einer der Spendenhöhe entsprechenden Bodentläche In Erbpacht cingcräumt erhalle״. Dadurch wird der Einzelne für seine Leistung eine Gegenleistung seitens der Institution erhalten. Die Bedeutung des psychologischen Momentes, wonach die Spende an den K. K. eine Art Anlage darstcllt, ist vom propagandistischen Standpunkt aus nicht zu unterschätzen. — Die näheren Bedingungen wegen der Ausführung dieses Vorschlages, wie auch die Maßnahmen, damit jede Störung für den K. K. durch die vielen Verpflichtungen den Einzelnen gegenüber vermieden werde, müssen in den Austühnmgsvorscnriltcn der K. K.-Verwaitung festgelegt werden. Die Jaüaer Or.mgcnsalson Die direkten Jaffaer Orangen Verschiffungen setzten am 12. November ein, und zwar nach Liverpool. Anfang des Monats wurden für die Kiste durchschnittlich 15/ü erzielt, was als guter Preis galt. Die folgenden Sendungen haben jedoch sehr auf den Markt gedrückt, 80 daß die letzte Notierung nur 8/0 pro Kiste lautete. Diese Preissenkung ist zum großen Teil durch einen Konkurrcnz.vcrsucli eines ägyptischen Sehiffscigcntümcrs verursacht worden, der für eine viel geringere Fracht, schon t/0 pro Kiste, den Transport bis zur englischen Küste übernahm. Die natürliche Folge war, daß der Markt überschwemmt wurde und die Preise fielen. Nunmehr ist cs unter den Vcrschlifern zu einer Einigung gekommen, und es ist zu erwarten, daß die weiteren Sendungen derartig angeordnet werden, daß in Zukunft sich die Preise wieder heben. Dr. Sos'ifn über Intensive HoIonlsaUoit Agronom Dr, Soskin, der bekanntlich ein Verfechter der intensiven Gemüse- und Gartcnkultur ist, befindet sich auf einer Studienreise in Palästina. Er äußerte sich einem Interviewer gegenüber über seine Eindrücke. Er sagte, daß das System der ״gemischte״ Wirtschaft“, wie es je.zi in Naltalal, Huris, Balfouria usw. ausgeführt wird, falsch ist. Man übersah, daß Kornerbau nicht rentabel ist imd selbst die australi* sehen Getreidebaner sich nur infolge von Regierungssubventionen filier Wasser halten. Die deutschen Kolonisten in Palästina, die froher auch Getreide gebaut haben, kaufen cs jetzt. Mehrere jüdische Farmen steilen auf dein Prinzip der Autarkie, der vollständigen Befriedigung ihrer Bedürfnissc durch eigene Produktion. Dieses Prinzip ist falsch, jeder Landstrich 5011 das erzeugen, wozu er am besten geeignet ist. Für Palästina sind dies Früchte und Gemüse, ferner Futterbau (Hirse, Mais usw.) für Milchkühe. Milchwirt- Schaft ist am besten geeignet für die abgelegeneren Teile des Landes, während in den Küstengebieten intensive Kulturen gepflegt werden können, da hier große Bewässerung«- rnöglichkeitcn sind. Mittels gemischter Wirtschaft können die Kolonien nicht existieren. Zinsen und Amortisation des investierten Kapitals (durchschnittlich 1500 £) zu 6 0/0 gerechnet sind 90 £, Kein Farmer kann über die Steuern und Lebenskosten noch 7(« £ per Monat für diesen Zweck verdienen. Prof. Me ad schlug daher vor, in den Kolonien Milchwirtschaften mit je 100 Dunam Boden einzurichtcii. Zwar würde mehr Kapital investiert werden müssen, als beim bisherigen System, aber es würde sich durch den Export von Butter bezahlt machen, wie das Beispiel Australiens zeigt Dieses Land ist 9000 Meilen von England cntiernt und alle Schiffe dorthin haben durch tropische Gegenden zu fahren. Es sind daher für den Buttertransport sehr große Kühlvorrichtungen nötig. Trotzdem ist Australien ein llauptcxportland für Butter, Milchprodukte und Früchte (abgesehen von Fleisch). Palästina ist nur 2000 Meilen von England entfernt und liegt in der subtropischen Zone. Daher sind besondere Kühlvorrichtungen nicht nötig. Der Hauptexport Palästinas könnte in solchen erstklassigen Gartenprodukten bestehen, wie sie in den Importländern verlangt werden. Die nötigen Schiffscinrichtungen konnten icicht getroffen werden. Die Kolonislcn sind heule wegen der schlechten Jahre für Wein und Orangen entmutigt. Italien mit seiner niedrigen Valuta macht in Orangen eine ernste Konkurrenz. Aus solchen Krisen muß man lernen. Intensive Kultur ist die einzige vorteilhafte Wirtschaftsweise für Palästina. Darunter sind nicht nur Gemüse und Flüchte zu verstehen, sondern auch Geflügel-, Bienen-, Seiden-, 3 abakzucht. Selbst Getreide kann auf intensive Weise gebaut werden. Der richtige Umfang einer Kolonie wäre 500 Familien, die, obzwar Klcinsicdlcr, in kooperativen Gruppen obige Produkte erzeugen könnten. Was zu leisten wäre, zeigt Aegypten, das 1921 für £ 357.000 •Zwiebeln, für £ 340.000 Eier exportierte. HuöaenbancUl IH. Quartal 1923 in äg. Pfund 1.1,bl» 30.9.J2 l.T.bliJO.S.Ji Import 1,251.713 1,077.777 ״ Transit nach Syrien 85.230 37.553 Export 2S9.893 411.552 ״ Transit von Syrien 19.352 7.832 Reexport 44.564 51.131 Zu- oder Abnahme 173.936 -י 47.677 ־« 121.654 + 11.520 — 6.567 + Von den Importen waren £ 82.000 militärische Güter aus Großbritannien. Der Reihenfolge nach waren am Import am meisten beteiligt; Großbritannien (£ 237.567), Syrien (202.834), Ver. Staaten (95.972), Deutschland (92.134), Aegypten (68.331), Frankreich (57.099), Italien (49.752). Der Handel zwischen Syrien und Palästina hat zugenommen. Während im ganzen Jahr 1922 die Importe von Syrien £ 362.073 betrugen, war in den neun Monaten 1923 bis 30. September der Import £ 554.S05, Der Grund dafür liegt in dem infolge des Rückgangs des Imports transjordanisehen Getreides erhöhten Import dieser Produkte aus Syrien und in dem vergrößerten KlcidcrimporL Bei den Exporten rangiert Aegypten an erster Stelle (£ 108.797), dann folgen Syrien (£ 76,454), Ver. Staaten (69.980), Frankreich (26.892), Italien (15.550). dirtsebaft Itamaschbtr Der Jahresbericht weist eine Vcrkattfssumme von 109.000 £ aus. Hiervon waren 40.000 £ Landesprodukte (inklusive für 20.000 £ Erzeugnisse der jüdischen Arbeiter). Die jüdischen Kolonien verkauften durch den Maschbir für 13.000 £ Milch, Landwirtschaft ,, Klar Gilcadi Die Ica-Kolonien in Obcrgaliläa: Ajekth Haschachar, Machnaim, Tel Chai und Kfar Gilcadi haben seit den Lieberfällen von 1920 große Fortschritte gemacht Kfar Oileadi wird von einer llasdunncr-Koopcrativc bewirtschaftet und zählt 100 Seelen. 150 Dunam wurden mit Fruchtbäumen, 30 Dunam mit Waldbäumen neu bepflanzt. Die Kolonie besitzt 80 Stück Vieh und 250 Schafe. Die Gesamtfläche beträgt 1500 Dunam, von denen aber ein Teil steinig ist. In diesem Jahre sind 700 Dunam neue Kulturflache erschlossen worden. Verwaltung Das Slcucnvesen In Palästina Die ״Pa lest ine Economic Society“ ist nicht nur durch Veranstaltungen von Enqueten, Veröffentlichung von reichhaltigen Bulletins und Broschüren, bemüht, genaue Daten und Materialien über die WirtscliaftsverhäUnisse Palästinas zu erheben und zu verbreiten, sonuern sie veranstaltet auch Vorfrage über die wichtigsten Prägen. Im Rahmen dieser Veranstaltungen sprach kürzlich Herr P. Kornfeld über das Steuer wesen in Palästina. Nach einem allgemeinen und historischen Ueberblick ging er auf die einzelnen Steuern näher c׳n. Der Oscher: Die englische Militärverwaltung hat die Oscherp.iehtung abgeschafft und manche Reformen e'mgeiührt. Die Landwirte hatten die Steuern nicht mehr in natura, sondern In bar zu zahlen. Eine Stcuerkommission wird für jeden Distrikt aufgcstellt, der sowohl Beamte, als auch Vertreter der Bevölkerung angehören. Die Preise werde»