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Jüdische Rundschau · 1924-01-18 · Heft 5 (18.1.1924) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 5 (18.1.1924)
Date
1924-01-18
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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I Seite SO JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 8 Auch dam.1I' landsmannschaftliche Kolo:!] :;A f wurde die sation als eine Form der konkreten Arbeit, als Etappe auf dem Wege der Konkretisierung der Tätigkeit des K. X. gedacht, ja noch mehr, es schwebte mir vor, auf dem Wege der Landsmannschnftlichcii Kolonisation eine Konkretisierung der Tä.igkcit der gesamten Zionistischen Organisation, mittel* Zusammenarbeit verschiedener Faktoren in Ucn>ctbcn Aktion itu erzielen. pas, was vor zwei jalircn nur ein Gedanke war, ist Inzwischen Tat geworden. Der K. K. ist an die Verwirk* iichmig der ersten lamlsmamischaftlicheti Kolonien heran* gegangen. Die K. K,-Vcrwallung hat dabei die größte Vorsicht walten lassen, sic hatte es nicht eilig, die Zahl der Lands* mannschaftlichen Kolonien zu mehren, hat vielmehr schwere Bedingungen für die Durchführung derselben aufgcstcllt. Sie tat dies im vollen Bewußtsein aller mit der Verwirklichung dieser Idee verbundenen Schwierigkeiten und der Bedeutung, die das Schicksal derartiger erster Versuche für die Durch• Setzung der Idee hat. Wir können mit Befriedigung auf die an der Grenze der K. K.-Dcsilzungcn in Nuris entstehenden Kolonien hinweisen. Dort ist uic erste laiidsmannschattüehe Kolonie der tschccho-slovakischcn Juden ins Leben gerufen worden. Auf 1700 Dunam sind 45 aus der Tschecho-Slovakei stammende Cliniurim, zumeist verheiratete, die, landwirtschaftlich gut ausgebildet, seit 2—3 Jahren in Lrez-Isratl als Landarbeiter tätig waren, .™gesiedelt. Zu den besten landwirtschaftlichen Elementen im Lande gehörend, haben sie bereits ein gutes Stück Arbeit für die Okkupation des Landes und seine erste Anieiioration geleistet. Im Lande ilircr Herkunft wurde eine große Aktion lanciert, die zum Ziele hatte, das für die Auslösiing der 1700 Dunam Boden und die Durchführung der Amehorationsarbeiten (Entsumpfung und Beschaffung von Trink* und Tränkwasser) nötige Geld in Höhe von £ 15,500 aufzubringen. Voll Vertrauen' auf die Anziehungskraft der iandsmamischaftiichcn Idee hat sieh die tscliccho-slovaklschc K. K-SammelsUlIc verpflichtet, die ganze erforderliche Summe in einem Jahre zu decken. Die Propaganda des K. K. an der auch die Vertreter der Siedler von Beth-Alpha — so ist der provisorische Name der tschccho-slovakischcn Kolonie — sich beteiligten, haben hei den Juden der Tschecho-Slovakei vier Verständnis und gute Aufnahme der landsmannschaftlichen Idee gefunden, was sich auch in den erzielten Einnahmen ausgccirückt hat. So wurde bis Ende April ds. Js. die laut demzwischen der Sammelstclle und acr Zentralverwal* tunp des K. K. geschlossenen Vertrag entsprechende Geld* quotc für die Kolonie auch tatsächlich Eingestellt. Die Berichte aus der Tschecho-Slovakei bezeugen, daß das Interesse für die landsmannschaftliclie Idee Gewähr für das Gelingen der Aktion bietet. Ich glaube, daß, obwohl die Aktion noch nicht beendet ist, im Falle der tschccho-slovakischen Kolonie, man von einem Erfolge sprechen kann. Dadurch a!׳gespornt, haben unsere Freunde in diesem Lande einen Plan für die Gründung einer weiteren laiidsninnnscliaftlichcn Kolonie aus den in der Tschecho-Slovakei vorhandenen landwirtschaftlichen Elementen gefaßt. Die zweite landsmannschaftliche Kolonie ist die Kolonie der galizischcn Juden ״Kfar Stand“, die dicht neben der tschechoslowakischen, von den Mitgliedern des galizischcn ״Haschomer Ha/air“ begründet ist. Auch für dieses Land hat die K. K.-Zcntralverwaltung ähnliche Bedingungen wie für die Tschechoslowakei aufgestellt. Es sollen dort £ 13.600 auf* gebracht werden, die für die Deckung der Ausgaben für den Erwerb von 1700 Dunam Boden sowie für die notwendigen Austrocknungs- und Wasserversorgungsarbeiten erforderlich sind (außer den für den Kfar Stand schon in früheren Jahren eingczahlten zirka £ •11)00). Die Aufbringung der £ 13X00 ist angesichts der schw.u licn Valuta dieses Landes auf vier Jahre verteilt worden. Ojlg.ilizlcn ist das Land, in dem der lnndsmaimschaftlichc Gedanke zeitlich am ehesten durchgedrungen ist, und wo er so große Popularität gewonnen hat, daß die K. K.-Einnahmen in diesem Lande, dessen Be* völkcrun״ doch um so viel kleiner ist ais in Polen, letztens fast dieselbe Höhe erreichten wie dort. Die ökonomischen Ver* hälfnisse machen jedoch einen solch raschen Erfolg wie in der Tschechoslowakei nicht leicht möglich. Man kann aber hoffen, daß angesichts der Popularität, die der lands* mannschaftliche Gedanke in diesem Lande genießt, die Aktion auch dort erfolgreich zu Ende geführt werden wird. Air. dritte Inndsmannschaftticlie Kolonie kommt die buigarisehc in Betracht. Mit Bulgarien wurden sehr lange und schwierige Verhandlungen geführt, die erst letztens zu einem gewissen Abschluß gekommen sind. Auch dort ist der lantlsmannschaftliche Gedanke besonders populär. Soweit wir die dortige Lage beurteilen können, glauben wir, daß in der nächsten Zukunft eine kleinere Kolonie der bulgarischen luden auf den ihnen «!!gewiesenen 2000 Dunam vom K. K.-Boucn in Tcl-Adas entstellen wird. Aber auch io Bulgarien ist die wirtschaftliche Lage, hauptsächlich wegen der niedrigen Valuta, ungünstig. Außerdem ist die jüdische Bevölkerung Bulgariens klein. All diese Umstände mußten bei Auferlegung finan* zicllcr Verpflichtungen besonders berücksichtigt werden. Des* wegen wurden für dieses Land etwas von den obenerwähnten beiden Ländern abweichende Bedingungen aufgestefit; so sollen dort in den nächsten 5 Jahren nur 40 0/0 des Kauf- Preises für den Baden aufgebracht werden und der Rest erst nach dieser Zeit. Fenier sei noch die iti Deutschland gegenwärtig geführte Jadjur-Aktion erwähnt, obwohl sic keinen ausgesprochen lands* mannschaftlichen Charakter trägt. Deutschland hat sich ver* pflichtet, innerhalb zwei Jahren für die Auslösung von 500 Dunam vom Boden Jadjur £ 4000 aufzubringen, stellt aber vorläufig noci! keine Bedingungen wegen der Besiedlung dieses Bodens durch die aus Deutschland stammenden oder dort ausgcbildctcn Chaluzim. Bei diesem allgemeinen Ucberblick über die IandsmnnnschaiUiclicn Aktionen darf auch die transsylvanischc Kolonie nicht ungenannt bleiben. Auf dem K. K,*Boden in Tcl-Adas hat sich bereits eine kleine Anzahl transsylvanlscher Landwirte niedergelassen, und es soll nächstens eine größere Gruppe, nachfolgcn. Man kann aber in diesem Falle nicht von einer landsmannschaftiichcn Aktion in vollem Sinne des Wortes sprechen, da in Transsylvanien selbst für die Aufbringung der Gelder für den vom'K. K. zur Verfügung gestellten Boden gar nichts getan wurde. Die K. K.-Vcrwaltung steht noch mit einigen anderen Lindern, in denen die Tendenz, landsmannschaftliche Kolonien zu begründen, immer mehr und mehr durchdringt, wegen Verwirklichung derselben in Verhandlungen, die aber bis jetzt noch zu keinem positiven Resultat geführt haben. Die Erfahrungen der letzten zwei Jahre haben die starken und schwachen Seiten unseres ersten Vorschlages erwiesen. Sic haben uns vor allem die Richtigkeit der Idee gezeigt, daß die Zusammenfassung der Siedler desselben Landes sowohl die kolonisatorische Arbeit in Erez-isracl als auch die or■ ganlr.atorisch-propagnndistische im Galutli befruchtend bceiiv flußt. So können wir aus dem Beispiel der tscltcchoslownki sehen Kolonie ersehen, daß zwischen dem kleinen Siedlung» punkt in Ostnuris und der Tschechoslowakei ein steter, lebendiger Kontakt geschaffen und feste Fäden des Interesses gesponnen wurden, daß in der Tschechoslowakei Ostnuris kein leerer Begriff mehr ist, sondern eine lebendige Sache, die mit wohl bekannten und betreundeten 'Menschen eng ver■ knüpft ist. Eine regelmäßige Korrespondenz aus der Sied׳ lung unterrichtet die Leute in der früheren Heimat über die Entwicklung der Arbeit und verleiht ihnen Mut vmf ricn״״, die Propaganda- und Werbearbeit dafür wcilcua'üliii'n. L.'tcs Moment, der uns bei der Verwirklichung cif*. Imtlsmannschaff liehen Gedankens von besonderem Wert et.-.einen, spielt tatsächlich eine Rolle, die man nicht genug eiir-clmt/cn kann. Die Verbindung zwi .dien 1 ),>111111 umt Ere/d •irael stellt 11. L. das zentrale Problem unserer Propaganda dar. Die Möglichkeiten sind in dieser Hinsicht bei v, :Hem noch nicht niisgaiut/t worden. Der Einfluß der Ausgewanderten auf das Land ihrer Herkunft ist sehr schwach, mul es müßte in dieser Beziehung etwas Wirkungsvolles unternommen werden. So schwebt mir t, B.ieiu Zusammenschluß der «Ich In Erez-isracl beiimicmlcn Landsleute der früheren lkimat zweck* irop.ignndistischer Bearbeitung der letzteren im luteres«(; Pa* ästinas vor. Bet entsprechender Organisierung könnte eine dauernde Einflußnahme, eine systematische und Wirkung»• volle Propaganda- und Werbearbeit im Lande der Herkunft durch die in Ercz-Israel ansässigen Landsleute erzielt werden. Dies wurde, ohne großen Aufwand an Energie, die Zahl der an der Aufbauarbeit Teilnehmenden Im Herkunftsland« stark vergrößern und Erez-isracl vielen moralischen und materiellen Nutzen bringen. Unsere Ueberzeugung, der wir in unserem ersten Referat Ausdruck gegeben haben, daß die Inndsmannschaf Hielte Ko* Ionisation ein gutes Mittel für eine bedeutende Vergrößerung der Einnahmen des K. K. bildet, daß sie berufen Ist, ,.neue irdische Energien für die Besiedlung Erez-Israels zu wecken", tat sich durch die Erfahrung der ersten Versuche als richtig erwiesen, was uns ln dem Glauben bestärkt, daß diese Form der Kolonisation zweifellos eine gute Zukunft vor sich hat. Die Erfahrung hat uns noch bewiesen, daß der lands* mannschaftliche Gedanke nicht mir fiir die neuen, im Galuth bereits landsmannschaftlich zusammengefaßten Gruppen — wie ursprünglich gedacht — .™gewendet werden kann, sondern auch für die in Erez-isracl bereits arbeitenden Elemente desselben Landes. Die Kombination, die sielt Im Lande befindenden Arbeiter (die nach ein paar Jahren Landwirtschaft* lieber Ausbildung in Ercz-Israel für die Anslcdhtng reif sind) mit dom Lande ilircr Herkunft zu einer gemeinschaftlichen Aktion zu verbinden, paßt wohl In den Rahmen des landsmatm* sclinf(liehen Gedankens. Die Mängel, die unserer ersten Auffassung der Idee anhafteten und die korrigiert werden müssen, sind folgende: In unserm ersten Schema wurden an die Länder, was die Gcldaufhringung betrifft, zu große Forderungen gestellt. So z. B, die Bedingung, daß fiir die Gründung einer Kolonie £ 40.000 aufgebracht werden müssen (bei Annahme, daß eine Kolonie aus 100 Familien bestellt, jede Familie 1O0 Dunam bekommt und der Preis pro Dunam £ 4 beträgt). Wie nun aber die Erfahrung zeigte, hat der landsmamisclialtllchc Oedanke einen besonders starken Widerhall in den Ländern mit schwacher oder mittlerer Valuta — die das für die Ansicdlung geeignete Menschenmaterial sowohl in Ercz-Israel als auch im Galuth beistellcn — gefunden, in weichen aber die Aufbringung von £ 40.000 In einer kürzeren Frist äußerst schwer umt für einige Länder sogar ganz unmöglich er* scheint. In dieser Hinsicht muß mm eine Aenderung ge* schaffen werden, und zwar, daß nicht nur größeren Kolonien, sondern auch kleineren Sicdlcrgnippcn, wie c8 tatsächlich der Fall für die Tschechoslowakei und Bulgarien Ist, Boden gegeben werden kann. Man könnte evtl, auch einen Zu* samntcnschluß einiger kleinerer Oruppen zu einer größeren Siedlung bewerkstelligen, wie es In Ost-Nurls bei den Tschccho* Slowaken und Ostgaliziern geschehen ist. Demnach werden die Länder nur kleinere Flächen auslösen und auch nur entsprechend geringere Beträge atifbringcu müssen. Dafür aber wird der K. K. die rasche Durchführung der Aktion In einer kürzeieu Zritperiode fordern. Eine schnelle und erfolgreiche Abwicklung einer Aktion bildet einen guten Ansporn für die Wiederholung derselben. Aber cs sei besonders betont, daß der K. K. seine Forderungen nur bei den Ländern mit schwacher Valuta zu reduzieren bereit wäre, und dies auch nur unter der Bedingung, daß dieselben sich strikt an die Erfüllung der an sie ge* stellten Anforderungen, was die Höhe der Summe und deren Aufbringungsfrist betrifft, hatten. Ferner wurde früher die These aufgestcllt, daß in der Rege! nicht alle Eingänge des K. K. in dem betreffenden Lande, sondern nur ein Teil derselben für die landsmannschaftliche Kolonie verwendet werden dürfen. Doch ist aus den soeben ausgeführten Gründen für das Gelingen der Aktion not* wendig, daß alle in dem betreffenden Lande erzielten Ein* gange (mit Ausnahme der Baumspende) für die Kolonie ver* wendet werden sollen, was auch in der Praxis bisher geschah. ,Schließlich muß noch darauf hingewiesen werden, daß ursprünglich in unserem Plan nur landwirtschaftliche Kolo* nien vorgesehen waren. Die Erfahrung belehrt uns, daß der lamlsni.innscliaftllchc Gedanke auch auf vorstädtische, und besonders halb ^ladtischc, halb ländliche Siedlungen aus* gedehnt weiden müßte, und daß sich in dieser Richtung gute Erfolge erzielen ließen. Die städtische Siedlung ist aus verschiedenen (Gründen die passende Form für die landsmannschaftliclie Aktion. Der größte Teil der jüdischen Bevölkerung Erez-Israels lebt In Städten und auch die Ncucingewandcrtcn lassen sich vor* wiegend dort nieder. Die Tendenz, in allen Städten Erez* Israels eigene Jüdische Viertel zu begründen, tritt überall sl.uk hervor, um! die Ersuchen an den K. K. um Ueberiassung von MntUir.chen Grundstücken in Erbbaurecht wer* den immer zahlreicher, in der letzten Zelt besonders streben die jüdischen Einwohner der Städte ans den alten Teilen derselben heraus, tim in der Nähe derselben größere, modern angelegte jüdische Siedlungen zu errichten. So ist Tc-l-Awlw entstanden, so entstehen gegenwärtig die verschiedenen neuen Viertel in Jerusalem, Haifa und Itbcrias. Jüngst geht die Tendenz d.altin, diesen Siedlungen mehr einen gartenstädtisehen Charakter zu verleihen, indem den Ansiedlern größere Parzellen überlassen werden, wo sie einen Gemüsegarten und cvcntl. am-h eine kleine Pflanzung beim Haus mmilcgcn die Möglichkeit haben. Diese allgemein hervortretende Tendenz der Juden, ihren städtischen Siedlungen in gewissem Maße einen ländlichen Charakter zu geben, ist vom nationalen Standpunkt sehr zu begrüßen, und cs ist zweifellos Sache des K. K., diese Entwicklung zu fördern. Insbesondere für die Arbcitcrschichtcn ist die Gründung von halb ländlichen, halb städtischen Sied■ hingen von besonderer Bedeutung, zumal die wirtschaftlichen Verhältnisse in ürcz-fsracl noch sehr unsicher sind und längere Arbeitslosigkeit häufig vorkommt. Derartige Siedlungen sind daru angetan, dem Arbeiter einen ökonomischen Rückhalt zu geben und ihm nebst seiner Familie über die schwere arbeitslose Zeit hinwcgzuhclfcn. Die Entwicklung der Landwirtschaft fn Erez-fsrael kann nur langsam vor sich gehen, weil die Finanzlage der Zio■ nistischen Organisation nur eine geringe Anzahl von Leuten der Landwirtschalt jährlich zuzuführen erlaubt. Die halb städtiseiten, halb lämlliclicn Siedlungen eröffnen neue Möglich■ keilen, städtische Arbeiter ln größerer Zahl — Handwerker, Angestellte, kleinere Händler usw. seßhaft zu machen. Wir glauben, daß bei diesen städtischen Siedlung*• dementen der landsmannschaftliclie Oedanke auf fruchtbaren Boden fallen wird und ihre landsmannschaftliclie Zusammen׳ fassung leicht zustande kommen kann. Einige Anfänge hier׳ für sind schon in Erez-isracl zu verzeichnen, *0 bestehe״ Ver. suche, städtische Siedlungen polnischer, gaüzkchcr usw. Juda» zu gründen, und noch mehr Landsleute nach Städten zusammen* zufas«en (wie der ״Klub der Bialystoker"). Die halb städtischen, halb ländlichen Siedlungen können naturgemäß nicht «dir groß «ein. Daher ist die für di« (hüimung nötige Fläche nicht so umfangreich und ditK dafür erforderliche Summe erschwinglich. Z. iS. genügen für eine rolclie. Siedlung schon einige hundert Dunam. Zu den gegen* w;trügen Preisen in Palästina — je nach der Größe der Entfernung von der Stadt — kostet solcher Boden ungefähr 10—15 £ pro Dunam. so daß sich die gesamte Fläche auf einige tausend Pfund stellen wird. (Z, B. bei einer Fläche von 200 Dunam £ 2—3000 und bei 300 Dunam £ 3-4500.) Die Aufbringung einer solchen Summe in einem Jahre, auch von einer kleinen Landsmannschaft, liegt im Bereich der Möglichkeit. Zwecks Erleichterung der Gründung dieser Siedliiiigen — durch gemeinschaftliche Anlage von Straßen, Wasser* lcltung usw. — könnten kleinere Gruppen sich zusammen* schließen und eine größere Siedlung anlcgen, wobei der faiidsmannschaftliche Charakter nach Vierteln zur Geltung kommen kann. Die Gründung kleinerer Siedlungen stellt für Jede Lands* mannschnft, besonders in dem valutaschwachen Osten, eine nicht schwer zu erfüllende Aufgabe dar. Speziell bei der Ansicdlung von verschiedenen Handwerkern besteht die Möglichkeit, das Interesse der großen professionellen jüdischen Verehr ngen im Galuth zu wecken und von dort materielle und niu.alische Hilfe bei der Gründung solcher Siedlungen zu bekommen. Wir denken z. B. an die Handwerker-Vemni* gung In Polen, an die verschiedenen großen professionellen Vereinigungen in den Vereinigten Staaten Nordamerikas usw. Durch die Ausdehnung des Iandsmamischaftiichcn Ged an* kens auf die Grün!g der halb städtischen, halb ländlichen Siedlungen wird d..- K. K. der Aufbau-Arbeit gewiß einet! großen Dienst'erweisen, seinen Bodenbesitz nicht unbedeutend vermehren und dem K. K,*Gcdanken viele neue Freunde ver. schaffen. III. Der landsmannschaftliche Gedanke darf sich nicht nur auf Länder beschränken, aus welchen die Kandidaten für die Ansiedlung kommen, weil gerade die Länder mit guter Valuta, deren Heranziehung für die landsmannschaftliche Aktion wichtig ist, am allerwenigsten Ansiedlungswcrbcr beistcllen. Für solche Länder muß die Konkretisierung eine andere Form finden. Für die in Ländern wie Amerika, Südafrika, England usw. lebenden Juden soll eine spezielle Form einer Verbindung mit den Juden aus den Ländern ihrer Herkunft in Ost- und Mittel-Europa geschaffen werden, zwecks gemeinsamer Arbeit für die Ansiedlung ihrer Volksgenossen, die sich in Erez* Israel nicdcrlasscn wollen. So könnten z. B. die aus Polen stammenden Juden in Amerika eine gemeinsame Aktion mit den in Polen lebenden Juden zwecks Gründung einer lands* mannschaftlichen Kolonie der polnischen Juden in Erez-Israef in Angriff nehmen. Für die Länder aber, denen es angesichts der gegen* wSrtigen Lage für die Beschaffung von Mitteln fiir Erez* Israel etwas zu tun unmöglich ist, wie z. B. die Ukraine, Rußland, kann speziell die Idee der Patronate Anwendung finden. Die Idee der Patronate geht von dem Gedanken der Boden-Kontingentierung aus: ein Land übernimmt die Ausiösung einer bestimmten Bodcnflächc. Aber dies allein genügt nicht; cs muß eine weit lebendigere Verbindung geschaffen werden, die auf folgende Weise erzielt werden könnte: Ein Land übernimmt die Sorge für den Aufbau einer bestimmten Kolonie in Ercz-Israel, u. It. es übernimmt das Patronat über diese Kolonie. Dieses Patronat kann man aber .nun au* irop.igamlistischcn Gründen auf die bloße Bodenbestellung jescliränken. Das Patronatsland muß den gesamten Aufbau der Kolonie auf sich nehmen und in den Arbeitskreis nicht bloß den K. K., sondern die ganze Zionistische Organisation, ja sogar die ganze Judenheit des Landes hineinbezichen. Dia Arbeit für den K. K. wird dabei eine bedeutende Rolle spielet» und zweifellos wird ihm die Belebung der gesamten Tätigkeit im Lande zugute kommen. Am Beginn jeder Aktion werden die Aufgaben unter den verschiedenen Distrikten bzw. Städten des Landes verteilt, so daß bestimmte Distrikte respektive Städte das Geld für die Beschaffung des Bodens aufbringen, andere die für die Amclioration nötige Summe; eine Stadt übernimmt die Wasserversorgung, eine andere die Chaussee, eine weitere unterhält die Schule der Kolonie, noch eine andere bringt die für die Errichtung der Häuser, Anschaffung de* Inventars nötigen Oeldcr auf usw. usw. Das Ocld für die letzterwähnten Zwecke — Häuser und Inventar — wird art die Siedler in Form von Krediten gegeben. Bel der Rück* Zahlung werden diese Gelder an spezielle Kreditfonds oder zionistische Kreditinstitute — je nach den Wünschen des betreffenden Landes — zurite' fließen. Auf diese Weise wird jeder Stadt bzw. jedem Distrikt eine ganz bestimmte Aufgabe zuteil. Es wird zwischen ihnen ein edler Wettbewerb entbrennen, wer zum Aufbau Erez-Israels das meiste beigetragen hat. Jede Stadt bzw. jeder Distrikt wird für das mit seinem Oelde zu erlösende Grundstück oder die zu errichtende Wasserversorgung oder Chaussee spezielles luterere bezeugen und *ich הוזי <la» Gelingen dieser Arbeit besonder» Wimmern. Line Dezentralisierung der Arbeit auf diese Art kann auch die Aufbringung der zionistischen Oeldcr im allgemeinen sehr erleichtern, weil jede Stadt bzw. Bezirk nicht auf einmal für viele verschiedene Zwecke Geld zu sammeln braucht, sondern lediglich eine bestimmte Summe innerhalb einer gewissen Zeit wird aufzubringen haben. Auf Grund dieser Erfahrung wird sich die Leistungsfähigkeit jeder geographischen Einheit erweisen und die Aufgaben bei einer neuen Aktion je nach dem verteilt werden können. So wird ein Land ein ganzes Werk schaffen; cs wird das Bewußt• sein haben, daß tn diesem Werk jeder Bezirk, jede Stadt, ja jeder Einzelne seinen Teil hat. Diese Veranschaulichung der Leistungen wird bei jedem Lande das Gefühl steigern, daß für sein Geld etwas Greifbares, einen bleibenden Wert Darstellendes geschaffen wurde. . Ich bin überzeugt, daß auf diese Weise die gesamte zionistische Arbeit einen neuen Schwung bekommen wird. Das, was in Frankreich und Belgien möglich war, wo ver* schicdene amerikanische Städte mit einem Aufwand von Milli* onen Francs die vom Krieg zerstörten französischen und belgischen Städte aus den Ruinen erhoben und sie wieder zum neuen Leben erweckten, muß auch das jüdische Volk zustande bringen können. So kann jede größere jüdische Gemeinde in aer Diaspora, insbesondere jene Amerikas eine ähnliche Aufgabe übernehmen; jede soll in Ercz-Israel eine Kolonie, ihren ״Schützling“ haben, den sie von den ersten Schritten an unterstützen, dessen Entwicklung Sie von weitem verfolgen und dessen Aufblühen der Gemeinde später zum Stolz und Rühm gereichen wird. Dies altes Ist möglich, wenn, auch schwer. Um die* zu erreichen, brauchen wir eine großzügige Propaganda und Organisation, um die Judenheit, speziell der valulastarkm Länder, für die Idee zu gewinnen und sic in die Tat unuusetzen. In diesem Zusammenhang sei noch auf die große Rolle hingewiesen, die die verschiedenen jüdischen Verbände in den Vereinigten Staaten Nordamerikas bei der Aufbau-Arbeit zu spielen berufen wären. Bekanntlich existieren dort große Verbände 09t• und mltteleuropäUcber (so s. B. galii&her, i

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