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Jüdische Rundschau · 1924-01-11 · Heft 3 (11.1.1924) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 3 (11.1.1924)
Date
1924-01-11
Page
– (sequence 5)
Language
German
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I‘ f \ Nr. 3 fUEDISCHE RUNDSCHAU *filioiisfonds des Keren Hajessod nmickgczahlt werden und von hier aus wieder zu neuer produktiver Vergiößcrung der jüdischen Siedlung verwendet werden können. Damit dies aber ermöglicht wird, ist cs notwendig, daß die Siedlungen ihre Kredite so vollständig und so rechtzeitig erhalten, daß sie sic fruchtbringend verwerten können. Auch von diesem Gesichtspunkte ans bedeutet der Umstand, ob der Keren Hajessod das Budget wird voildcckcn können, nicht nur eine ziffernmäßige Differenz, sondern hat eine prinzipielle Bedeutung für die von allen Palästina-Freunden so c,. Tinte Rentabilität der neuen Siedlungen, die dann, aber auch nur dann, imstande sein werden, aus eigener Kraft zu leben. Seile וזו LVitssssatzner Eine nationale fcsUvochc in Jerusalem, PcBaelt 5684 Wir erhalten folgende Mitteilungen mit der Bitte um Veröffentlichung: Die palästinensische Makkahi-Organisation zusammen mit dem Jüdischen Nationalfonds haben cs unternommen, in den Tagen der Peßnchwochc so viel wie möglich vom produktiven Schatten des erwachenden Landes zu zeigen und vielen Hunderten von Gästen ein Bild von der Tätigkeit und vom Aufbauwerk unserer großen nationalen Institutionen zu geben. Ans dem Programm der Veranstaltungen sei hier hcrausgcgriffcu: Leichtathletische Wettspiele unter Teilnahme der besten Kräfte aus Erez-lsrael, mit Beteiiigung von jüdischen Sporlgäston aus dem Galmli, sowie Nichtjuden aus Palästina. S c h a u t u r n e n unter Beteiligung der besten jüdischen Turner und Turnei innen aus den Städten und Kolonien. Kindertag und Kiudersportfest unter Teilnahme unserer sämtlichen hebräischen Schulen. An den Abenden werden im Jerusalemer Theatersaal festliehe Veranstaltungen siaUutulen, t. B. Konzerte. Die He• bräischc Oper mit dem bekannten Leiter Herrn Golikin von der Oper in Petrograd wird zwei festliche Premieren- >441 fPt/-•!-• ... J laäS V. lull Trefft Eure Vorbereitungen für die Ende Januar stattfindende AIrI ןיי׳«-־#י״ '■ ' -i! '■* ״ '1:;־'־־ ־-• ' 11 ' ' ' in Deutschland 1 flcslnnangifenosicn, bedenkt Eure Nationalfonds- Büchse regelmäßig mit Spenden, damit alle Büchsen bei der nächsten Leerung große Beträge enthalten! Vorstellungen!',eben: Hie ״Judith“ von Ilalevy' und die .,Makkabäer“ von Rubinstein. Das Hcbräiscite Theater bereitet eine Sondervorstellung mit seinen besten Kräften vor. Eine Reihe wertvoller Ausstellungen wird für das Fest vorbereitet: Der Jüdische Nationalfonds wird einen Ueberbiitk über saue produktive Sicdhingsarbcit geben. Im Zusammenhang mit der Ausstellung sind die Gäste zu einer planmäßigen Besichtigung der Nationalfondsbcsitzungcn und lärmen eingcladcn. Der Keren Hajessod wird ein Bild von seiner praktischen Artreit in Palästina neben. Eine pädagogische Ausstellung wird vom unterrichtskomiicc der Zionistischen Exekutive vorbereitet. Eine Kunstausstellung wird das Schaffen unserer Jerusalemer Künstler zeigen, 111 Verbindung mit dieser allgemeinen Aus- Stellung werden auch Somleraussteliungcii' von Werken bckanntcr Künstler :;tat!finden, wie Ausstellung der ״Bibel in Bildern" von Abel Patin 11. a. Die K u n s t g e w c r b e - Ausstellung, in welcher vertreten sind; kirnstkriselte Mctallbcttcn, Teppiche, Seidcnmalercien, Keramik, Graphik usw., wird mit einer allgemeinen L a 11 d e s -111 d 11 s t r i e - A u s s t c 11 ti 11 g vetbitmlcn sein, in welcher die Arbeit unserer jungen Laiules-industrien zu selten sein wird. Die Verans.aller hoffen: dieser Frühling in Ercz-Israel wird für viele ein unvergeßliches Erlebnis werden und so manchen wird es nach seiner Rückkehr in die Galuthländcr nach den Bergen Galiläas und nach Judäas Fluren zurückziehen, und viele werden wiederkonimcn, und dann für immer. Und andere wieder, die nicht kommen können, werden in ihrem Herzen doch verbunden bleiben mit dem Lande Israel und von drüben an uns denken in unserem schweren Kampf um den Aufbau unseres jüdischen Naüon.iikeims. Brüder aus dem Galuth! Kommt und seht Ercz-Israel! Erneuert und verstärkt das Band, das zwischen Euch und dem Lande bereits besteht. Kommt und verbringt mit uns das Peßnehfest in Jerusalem! 1 Die Banken Palästinas Jerusalem. (J.T. A.) Laut ,,El Carmel“ existieren heute in Palästina 32 Banken oder Bankfilialen mit einem Gesamtjahresgewinn von schätzungsweise 21OG03 bis 250000 Pfund. Nach Abzug der Gehälter für pa'iistincnsische Beamte verbleibt ein Reingewinn von etwa 200 000 Pfund. Dieses Kapital wandert nun außer Landes. (Bei den zionistischen Banken ist das nicht der Fall. Ein neuerlicher Beweis, wie nützlich die zionistische Arbeit dem Lande ist. — Anm, d. R. der ״J. R.“) E>cr Geldbetrag, der auf diese Weise während der letzten fünf Jahre, also seit der Okkupicrung, nach Europa hinübergewandert ist, dürfte etwa 1 000 003 Pfund betragen. Es ist einleuchtend, schreibt ״El Carmel“, daß mit solch einem Kapital leicht eine Nalionaibank errichtet werden könnte, 'wodurch das Geld dem Lande ei halten bliebe. Die arabische Zeitung stellt mm diesen Plan der Ocffentlichkcit zur Diskussion. Die lokale Selbstverwaltung in Palästina Jerusalem. (J.T,A.) Die Regierung hat über die Frage der Teilnahme der Bevölkerung an dem Bildungswesen eine Erklärung herausgegeben, in der gesagt wird: Die Errichtung lokaler Councils soll jedenfalls der Wahl eines Zentral-Councils vorangehcii. Die Bildungsfragc ist nur eine von vielen öffentlichen Angelegenheiten, die wohl nicht von den anderen Angelegenheiten getrennt behandelt werden kann. Die Re- ' gkrung will jetzt die beste Form der Errichtung eines allgemeinen Systems lokaler Verwaltungen prüfen, an der Ver* treter der Bevölkerung tcihiehmcn sollen und die mit entsprechenden finanziellen und administrativen Mitteln ausgestattet werden wird. In dem Plan dieses Systems muß die Frage der Beaufsichtigung und Förderung des Unterrichts- Wesens einen hervorragenden Platz einnchmen. Diese Kundgcbting der Regierung ist von der arabischen Exekutive mit großem Mißfallen aufgenommen worden. Die Grenze zwischen Palästina und dem Libanon Jerusalem. (J.T.A.) Der Emir Fluad Arsian hat Libanon-Regierung die folgende Frage unterbreitet: In provisorischen Verlasstmg heißt es, daß die Frage über Grcnztcstsetzuiig zwischen Palästina und Libanon dem Libanon-Council unterbreitet werden soll. Warum werden die von den beiden Regierungen in Aussicht genommenen Zusatzbestimmungen nicht vor diesen Council gebracht? König Dusseln Kommt nach Jerusalem Jerusalem (J.T.A.) Die Palästina-Regierung hat König Hussein eingcladcn, nach Jerusalem zu kommen. Man nimmt als bestimmt an, daß König Hussein der Einladung folgen wird, da er schon früher seine Absicht kundgegeben hat, die Omar-Moschee zu besuchen. König Hussein in Amman Jerusalem, (J.T. A.) König Hussein soll am 3, Januar in Amman cingctroffcn sein. Das Koionialamt hat die palästinensische Regierung benachrichtigt, daß der Besuch einen offiziellen Charakter trägt. Die gemäßigte palästinensisch-arabische Partei will ihrerseits mit König Hussein ebenfalls in Verbindung treten. Scheich Assad ii Schukciri tritt dafür ein, daß die palästinensischen Delegationen König Hussein bitten mögen, ihnen den Text des englisch-arabischen Vertragsentwurfes auszuhändigen, der dann von den besten arabischen Juristen Palästina und Aegypten sorgfältig geprüft .werden soll. der der die Straßenbau in Palästina Jerusalem. (J. Jerusalem hat ,T.A.) Eine Anzahl Grundbesitzer in Jerusalem hat mit dem palästinensisch-jüdischen Arbeiterverband einen Vertrag über den Bau von zwei Straßen geschlossen, von denen die eine an der Ohel- Moschee vorbeiführen, wahrend die andere durch das Geulah- Viertel gehen soll. Die Baukosten werden aut 1500 Ptund veranschlagt. Es sind jetzt Verhandlungen über andere von dem Arbeitcrvcrband auszufülircndg öffentliche Arbeiten 1m Gange. ״Von diesem Vertrag hängt — sagt er — die ganze Zukunft Palästinas und der betreffenden arabischen Länder ab. Wenn König Hussein uns nicht den ganzen Vertrag übermitteln kann, so soll er uns wenigstens den Palästina betreffenden Teil des Vertrages zeigen.“ , Arabischer Anlizionismus und Antisemitismus Der Jerusalemer Korrespondent des ״Daily Expreß“ teilt mit, die arabisch-nationale Exekutive habe an den Regenten von Veinen aii'äßiicli seiner vor kurzem erlassenen' antizionistischen Kundgebung eine Dankadresse gesandt. Qlcichzeitig heißt es in dieser Adresse, die anii/ionistischc arabische Bewegung sei nicht anlijüdisch, und cs wird darum :diesen, die ju len in Ycmeii nicht zu verfolgen. Wie der Korrespondent noch liinzufügt, hätte Musa Kazim Pascha noch geäußert, der Zionismus sei eine Gvtahr für die luden aller arabischen Länder von Marokko bis Indien. Die Ratifizierung des Lausnnncr Vertrages und Palästina I* a r i 8. (J.T. A.) Die tran/ösisclic Regierung hat bcschlossen, noch vor der Ratifizierung des Laus,inner Verträges einige Anträgen an die türkische Regierung bezüglich gewisser Berichtigungen der syrischen Grenze und der Herausgäbe einer Verfügung bezüglich der Zahlung der türkischen Staatsschulden au tranzö.-Fchc Aktionäre zu rciiten. Solange der noch am 2t. Juli 1323 zu Lausanne Unterzeichnete Frndensvertrag mit der Türkei mellt von alten beteiligten Mächten ratifiziert wird, ist auch die endgültige Festlegung des Status bezüglich der außerhalb der 111 dem Vcitrag tesfgclegtcn Grenzen der Türkei belegend! Territorien, über die laut Artikel 1(> des Vertrages die Türkei alle liechte und Titel verliert, noch nicht criolgt. So kann u. a. das palästinensische Staatsr.ugchörigkcitsgcsctz. mellt vor der Ratifizierung des Vertrages in Krait treten. Wie bekannt, sagte gleich nach der Unterzeichnung des Lausnnncr Vertrages der Unterst,nats- Sekretär der Kolonien M1\ Ormsliy (jo re in Seiner Rede im englischen Unterhaus, die türkischen Rechte über Irak und Palästina seien in einem tieimdschafthehcn Ueberemkommen zwischen der englischen und der türkischen Regicrung über die nördliche Grenze des Mosul-Vüaycts geregelt worden. Ein arabischer Protest gegen den Advlsory Council Kairo. (J.T. A.) Der Sekretär des palästinensischarabischen Komitees in Aegypten hat folgenden Protest der Presse übergeben: ״Das Palästina-Komitee in Aegypten erklärt öffentlich, daß die Bewohner Palästinas diesen Council nicht gewählt haben, der nur vom Oberkommissar aus engiischen und jüdischen (?) Beamten gebildet worden ist. Wir sind stolz darauf, zur arabischen Nation zu gehören, die die zionistische Regierung in der Weise boykottiert, daß kein Bewohner zu finden ist, der an ihrer imperialistischen Politik teilhnbcn will,“ Kleine Palästina - Nachrichten Nachstehend gehen wir die Zahlen der von September 1022 bis September 1923 nach Palästina eilige wander teil orientalischen Juden. Diese Zahlen umfassen allerdings nur die das Zionist Office in Jerusalem passierenden Immigranten, die aber einen sehr großen Teil sämtlicher Einwanderer nach Palästina ausmachen: Perser 5-18, Kurdistniier 41(1, Marokkaner 382, Bagdnclcr 162, Aleppaner 175, Balknncscn 177, Verneinten 102, Georgier 57, Crimoacncr 27, Tripoiitaner 24, Anatolier 46, Surcaliancr 31. Zu bemerken ist, daß die Zahl der aus dem Orient und dem Nahen Osten nach Palästina cingcwandcrtcn Immigranten 25 0/״ der Gesamtzahl der in der entsprechenden Periode nach Palästina gekommenen Immigranten ausmachen. Jerusalem. (J.T.A.) Am 31. Dezember hat Dr. Nahum S10 useh von der jüdisch-palästinensischen Forschungsgcscjlschaft mit seinen historisch sehr wichtigen Ausgrabnngsarbeiten auf dem Oelberg begonnen. Die Sammlungen in Amerika zugunsten des Fonds für Ausgrabungen in Palästina werden besonders in Chikago und Cincinnati erfolgreich weitergeführt. Nach der Beendigung seiner Arbeiten auf dein Oclberg wird sich Dr. SlouscU nach Tiberias zur Fortsetzung der dortigen Ausgrabungen begeben. — Professor R.-A. S. Macalister hielt dieser Tage eine öffentliche Vorlesung über ״Das alte Jerusalem“, in der er eine kurze Zusammenfasstnig über die in den letzten sechzig Jahren von der palästinensischen Forschirngsgcsclischaft geleistete Arbeit und über seine gegenwärtigen Ausgrabungen in der Davidstadt gegeben hat. Der bekannte südafrikanische Zionist M. Marison bcschloß, In Palästina ein Sanatorium für Lungenkranke zu gründen und hat auch schon einen großen Teil der nötigen öiimmc für Bau und Ausstattung bcrdtgcstcllt, Außerdem hat er persönlich die Pflicht übernommen, die noch nötige restliche Summe durch Sammlungen aulzubringen. Eine Kundflebung zur Arbeitslosigkeit in Jerusalem Wir erhalten aus Jerusalem den folgenden Bericht. Für die Richtigkeit mancher darin enthaltenen Behauptungen müssen wir den Einsendern die' Verantwortung überlassen: Am Sonnabend, den 15. Dezember, wurde von dem Rate der Jerusalemer Arheiier (Moazaih Paale Jerusalem) eine öffentliche Kundgebung wegen der Arbeitslosigkeit veranstaltet, an der mehr als tausend Arbeiter teilnahmen. Der .Sekretär des Rates, Herr S’cwi, betonte in seiner Eröffnungsansprache, daß die Versammlung keine Diskussion über theoretische Fragen bezwecke, sondern einer Lebensfrage, der Frage unserer Existenz in Palästina dient. Wir sind in eine katastrophale Lage geraten, und die Arbeiten tragen einsam ihre schwere Last. Die Versammlung soll denen als ernste Warnung dienen, die für die gegenwärtigen Zustände die Verantwortung tragen und denen cs möglich ist, Erleichterungen lierbci/uführcn. Dann schilderte Herr Gcladi, der Leiter des Arbeit0,tniros der Arbeiterorganisation in Jerusalem, an Hand von Ziifcrn die fortwährend in erschreckendem Maße wachsende Arbeitslosigkeit und die körperliche und geistige Verwahrlosung, die sich als Folge dieses Zustandes zeigt. L'r wies auf die eigenartigen Schwielig* keilen lün, gegen die die Arbeiter Jerusalems zu kämpfen haben, um sämtliche Zweige der Aufbauarbeit zu beherrschen. Mit schwerer Mühe gelang es ihnen, die Arbeit von Stein* hauen! und Maurern zu erlernen, Arbeitsgebiete, die unsere Genossen im Galutli nicht kannten. Jetzt gibt es aber in Jerusalem schon einige hundert Spezialisten auf diesen Gebieten. Die Ver״acl1las:,igun׳׳ dieser Fächer ist dem Mangel an Interesse seitens der nationalen Institutionen zuzuschreiben, die nicht dafür Sorge getragen haben, daß wir nicht mir eine Anzahl von Chawerim in der Steinbautätigkeit beschäl* tigen können, sondern daß wir auch für die nächste Bausaison Baumaterial vorbcrcitcn können. Es wurde die sehr erfreuliche Tatsache hervorgehoben, daß die Alijaii aus den Oricntländcrn sich in den letzten Monaten ständig verstärkt hat. Dieses Menschen* material paßt sieh den Lebens- und Arbeitsbedingungen Palästinas leicht an und ist geeignet, in der Arbeits- und Aufbaubewegung Palästinas ein geeigneter Faktor zu werden. Aber das *Jerusalemer Publikum steht in einem krassen ücgensatz zur Vermehrung der jüdischen Arbeitskräfte und ihrer Spezialisierung. Nicht nur Privathäuser, sondern auch Synagogen werden durch Ausnutzung der billigen arabischen ׳ Arbeiter von uichtjüdischen Arbeitern gebaut. Sogar die Sephardim, die so fest Zusammenhalten und ihre Interessen eitrigst verteidigen, wollen nicht ihren Brüdern aus den Oricntländcrn helfen und ihnen Beschäftigung verschaffen. ' Bei den Ausgrabungen neben Klar Haschiloach, die mit den Geldern des Barons Rothschild unter der Leitung eines jüJischeu Kapitäns Weilt angeführt werden, finden jüdische Arbeiter keine Beschäftigung. _ Herr Weil! hat sämtliche jüdischen Arbeiter, die kurze Zeit bei den Ausgrabiuigsarbeiten .tätig waren, entlassen. Dieser Gelehrte nützt arabische Frauen- und Kinderarbeit aus. Auch hei den Ausgrabungs.irbeiteh in der David-Stadt wird kein Jude beschäftigt. — Herr Geiadi sprach über den Monteliorc- Fonds. Seit einem Jahr wird über den Bau der ״Schccluinath Montefiore“ gesprochen. Die Mittel für den Zweck sind bereits aufgebracht und trotz der Versprechungen des Kuratoriums, der Herren Yellin und Mcjuchas, daß die Frage bald geregelt wird, wartet die Arbeiterschaft bis heute und die Herren Kuratoren beeilen sich gar nicht, ihre Pflicht für die Erweiterung des jüdischen Jischuws in Palästina und gegenüber den hungernden jüdischen Arbeitern zu erfüllen. Die Arbeiterschaft verlangt sofortige Inangriffnahme dieser Arbeiten und zweckmäßige Maßnahmen seitens der jüdischen Institutionen, um den städtischen Arbeitern eine Entwicklungsmöglichkeit in der Nähe der Städte zu gewähren. Herr Ben Zwi resümierte als die Forderung der Arbeiter* Schaft, die Beschleunigung des Ausbaus von Jerusalem niiuei» Gründung von Vorstadtsiedlungcn, durch die die Arbeitslosigkeit vermindert werden könnte. Am Schluß wurden ein* stimmig eine Reihe von Resolutionen gefaßt, die einen Protest gegen die Behörden wegen ihrer Boykottpolitik gegenüber den jüdischen Arbeitern bei den munizipalen und Regierungs* arbeiten zum Inhalt haben und die Forderung ־ aufstclien, daß bei der Urberg,1111• von Arbeit durch die Regierung und die Stadtverwaltung die organisierte jüdische Arbeiterschaft berücksichtigt werden soll. Dann wurde die Erbitterung der jüdischen Arbeiterschaft gegenüber den jüdisch-nationalen Institutionen wegen des mangelnden Interesses an der Linderung der Arbeitslosigkeit ausgesprochen und von dem Kuratorium dos Montcfiorc-Fomls die sofortige Inangriffnahme der Ar* beiten zwecks Baues der ״Schcchunath Montefiore“ verlangt. Endlich wurde Protest erhoben gegen die Ausbeutung des Arbeiters, die von der Regierung gefördert wird durch Herab* Setzung des Tagelohns des schutzlosen arabischen Arbeiters wie auch des kleinen Häufleins jüdischer Arbeiter, die bei Regierungsarbeiten beschäftigt sind. Die Regierung wird auf* gefordert, ein Arbeitsgesetz zu erlassen, das der Anarchie auf dem Arbeitsmarkt, der Ausbeutung von Kindern und Arbeitslosen ein Ende machen soll. Die neuen EinwanderungsbesÜmmungen tiir Amerika Washington. (J.T. A.) Das Einwanderungs-Komitee hat jetzt über die Hauptpunkte der ihm zur Ausarbeitung übergebenen Einwanderuiigsvcroidmuig Beschlüsse gefaßt. Danach wird eine Quote von zwei Prozent, basierend aut dein Census von 1890, testgesetzt. Es wird aber bestimmt, daß diejenigen Personen, die im Verwandtschaftsvcriiältnis von Mann oder Frau zu amerikanisehen Bürgern stehen, ebenso Eitern über 55 Jilire und unverheiratete Kinder untcHS Jahren von amerikanischen Bürgin! über diese Quote hinaus cmwandern dürfen. Der demokratische Kongreßabgeordnete Samuel Dickstem aus New York, der Mitglied des Einwandcruugs-Komitccs ist, wendete sich schart gegen die Quoten* testset/ung aut Grund des Census von 1890 und befürwortete, daß man es bei einer Einschränkung aut wenigstens drei Prozent, basierend aut dem Census von 1910, bewenden Sasse, Nachdem diese Vorschläge keinen Ertolg hatten, beantragte er eine Quote von drei Prozent aut Grund des Census von 1890. Auch dieser Vorschlag wurde abgclcluit. Das Komitee hat den Vorschlag einer ärztlichen Untersuchung der Lut« Wanderer in den Emigraticmsländem intolgc des Einsprüche« fremder Staaten abgelehnt. Im Verlaut der Debatte über die Registrierung der Ausländer in der Immigraiionskonterenz des Industrie-Komitees hielt der Kongreß-Abgeordnete Erna* nuet Gelier (Demokrat), der den zehnten New Yorker Distrikt vertritt, eine scharte Rede, 111 der er vor der Ausspionier 1tng und der polizeilichen Kon• trolle der Ausländer warnte. Er winde in seinem Proust durch den Vertreter des Baron Hirsch-Fonds, Max J. Köhler, ferner durch Isaac A. Hourwich und Dr. Joseph, Mitglieder des amerikanisch-jüdischen Kongresses, unterstützt. Der Unterkonunissar für Einwanderung jcnning erklärte, daß er den vom Präsidenten Cooüdge bereits bestätigten Utwtirt der Registrierung durchaus zustimmc. jyNr^wws*■ i

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