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Jüdische Rundschau · 1924-01-08 · Heft 2 (8.1.1924) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 2 (8.1.1924)
Date
1924-01-08
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Sette 12 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 2 €corfl Brandes Uber den Zionismus Georg Brandes, der führende I.ltcrntiukritiker unserer Zelt, hat kiir/lkt» so etwas wie ein Glaubensbekenntnis ah• geteilt, ln einer der letzten Nummern der ״Jewisli Tribüne“ veröffentlichte er unter dem Titel ״Meine Stellung 1um jüdisclien Nationalismus“ einen Artikel. Der große Schriftsteiler erzählt, daß von seinem fünfzehnten Lebensjahre bis zu seinem sechzigsten das Judentum ihm nur eine Religion bedeutete und daß er in allen diesen Jahren nicht imstande war, die Bedeutung der jüdisch-nationalen Bewegung zu erfassen, ja, daß er sogar gegen sie arbeitete. In späteren Jahren jedoch hat sich seine Auffassung der Judenfragc grundlegend geändert., Brandes schreibt wörtlich: ״Die Juden ,Westeuropas sind meiner Meinung nach kaum in Betracht zu zielten. Nur in Osteuropa finden sich jüdische Massen, in denen große schöpferische Kräfte schlummern, und diese haben ein Recht, zu versuchen, sich in ihrem eigenen Lande als eigenes Volk niederznlnsscn. Das habe ich vor zweiundzwan/ig Jahren nicht verstanden und die Bedeutung dieser Tatsache nicht erfaßt. Merzt sandle mir sein Buch ,,Der Jutlcnsia.it‘ und bat mich um meine Meinung. Ich nnhvorlele ihm, eher scherzhaft gestimmt, indem ich die nachstehende Anekdote zitierte: Friedrich Wilhelm iV. von Preußen fragte einst den Bankier Mendelssohn, was er von der Idee der Rückkehr der Juden nadi Palästina halte. Darauf antwortete Mendelssohn: ,Ich würde darum billen, Gesandter des neuen Staates in Berlin zu werden.‘ Merzl fühlte sich durch diese frivole Bemerkung gekränkt und schrieb mir, daß ich wohl kaum wisse, in welche Gesellschaft ich mich damit begehen habe. Seither ist viel Wasser in den Ozean geflossen. Der Amiscinitismus ist in großem Maße überall gewachsen. In jedem Lande mußte der Jude eiiischen, daß er nicht als wirklicher Eingeborener angesehen wird. Die Antwort darauf, die auf der Hand liegt, ist die Begründung eines eigenen Staates. Es muß hinzugefügt werden, daß, obgleich das Judentum merkwürdigerweise keine religiöse Renaissance erlebt hat, die Juden ein mächtiger nationaler Enthusiasmus ergriffen hat. Bei den Juden Rußlands, Polens und Amerikas sind die Zeichen der Entwicklung einer nationalen Erneuerung zu merken. Diese Bewegung hat, obwohl ich durchaus ein Kosmopolit bin, meine volle Sympathie. Sic ist berechtigt, da sie tief eingewurzelt und natürlich ist. Nachdem Palästina das Ziel der jüdischen Kolonisation geworden ist und mehrere Regierungen diese Idee anerkannt haben, scheint die Zukunft des Zionismus gesichert zu sein.“ * In einem Brief an die ״Frankfurter Zeitung“ schrieb Brandes unlängst: ״.. . Man erwartete, daß die Deut• sehen nach so großen Ungliicksfällcn, wie ein Mann gegen die feindliche Welt stehen würden; alle sehen dagegen, daß die Deutschen sich gegenseitig zerfleischen, allen Feinden Vorschub gehen, und daß z. B. demokratische Blätter von den Gegnern immer nur als J u d c 11 b i ä 11 c r bezeichnet werden. Der Judenhaß ist nicht weniger lebendig in Deutschland als in Polen; sogar ein Einstein wurde von den Studenten ausgezischt. Das Ansehen der deutschen Zivilisaliou hat durch solche Fälle, sowie durch die Ermordung von Rathenau und so vielen anderen, in den Augen ganz unparteiischer Menschen unendlich gelitten.‘‘ Eine nene orthodoxe Organisation Wir erhalten folgenden Bericht; Am 26. Dezember erfolgte in Frankfurt a. M. unter Beteiligung zahlreicher prominenter Persönlichkeiten aus allen Teilen des Reiches die Gründling eines ,,Verbandes gesetzestreuer Juden Deutschlands“, der den Namen ״Achduth“ führen wird. Dieser Name ist ein Programm: Die neue Organisation wird alle diejenigen Gcselzestreuen umfassen, die sich zur Einheit der gesamten jüdischen Gemeinschaft bekennen; in religiösp o i i t i s c 11 c 11 F r a g c 11 w i 11 s i c cs a b c r j e d e m Einzclnen fr ei stellen. den rechten Weg selbst tu linden. Ein Aufruf, der diese grundsätzlichen Voraus- Setzungen kurz festlcgte, ist vor einigen Wochen an eine Reihe jüdischer Persönlichkeiten versandt worden, die fast ausnahmslos dem an sic gerichteten Rufe Folge geleistet haben und zur Tagung nach Frankfurt a. M. gekommen sind. Der staikc Widerhall, den der Ruf zur Sammlung in allen traditionell gerichteten Kreisen, nicht etwa nur in den sogeiiannleu ״gemcindckonservaliven“, gefunden hat, legt davon Zeugnis ab, daß die überwiegende Mehrheit des deutsehen geselzestreuen Judentums nunmehr des langen Hader!! müde ist und sich endlich zur Förderung ihrer großen positiven Aufgaben Zusammenschlüßen will. Diese Tendenz kam sowohl in dem einleitenden Referat des Herrn Dr. Albert Sondhcimcr wie in dem Referat des Herrn Rabbiner Dr. Unna, Mannheim, über die Verpflichtung zur ערבות, zur Gcmcinbürgschaft und schließlich in dem dritten Referat des Herrn M. A. Loch, Berlin, über die Organisafionsform, sowie auch in den Debatten der Gründiingsversanmilung deutlich zum Ausdruck. Eine kleine Gruppe, die nur die im engeren Sinne gemcindekonscrvn fiven Aufgaben der neuen Organisation zuweisen wollte, wurde überstimmt und wohl aucli überzeugt, was in der einstimmigen Annahme des Oesamtstatuts zum Ausdruck kam. So ist nunmehr endlich eine Vereinigung geschaffen worden, die jedem thoratreuen Juden offen steht und nicht nach seinem Bekenntnis zu Agudah oder Misrachi, Centralverein oder Separatgemeinde fragt. In den Vorstand wurden gewählt: Zum Vorsitzenden Dr. Albert Sondhcimcr, Frankfurt a. M.; zu stellvertretenden Vorsitzenden: Rabbiner Dr. Huna, Mannheim, Prof. Adolf Frankel, Marburg, Moritz A. Loeb, Berlin. Von den in den Vorstand und Ausschuß weite!hin gewählten Persönlichkeiten führen wir noch an: L. Birnbaum. Fürth. Jakob Daube, Freiburg, Dir. Dr. Deutsch, Fürth, Edwin Feist, Frankfnrt a. M,, Kommet ziciirat Frankel, München, Rabbiner l)r. Freund, Hannover, Georg Freudenstein, Frankfurt a. M,’ Dr. Frcyhan, Breslau, Bruno Galewski, Berlin, Bankdirektor flaas, Karlsruhe. Max Hackciibroch, Frankfurt a. M״ Jak i leckschcr, Hamburg, Rabbiner Dr. Iiafmatin, Frankfurt a. M, Rabbiner Dr. Holtmann, Breslau, Rabbiner I>r. Horov'ifz Frankfurt a. M״ Dr. Bernhard Kahn, Berlin, Stadtrat Meyer Halberstadt, Jak. S. Posen, Frankfurt a. M., Rabb. Dr. Simonsoiui, Breslau, Nathan Sondhcimcr, Frankfurt a. M., Rechtsanwalt Dr. Sulzbergcr, Wiesbaden, Dr. Stichel, Frankfurt a. M Studienrat Dr. Unna, Nürnberg, Rabbiner Dr. Wischuer! Bad Homburg, Dr. Würzburger, Heilbronn, u. a. in. Für Berlin, Breslau, Köln, Hamburg, Würzburg und andere Gemeinden werden weitere Vorstands- und AusschuRmitglicde •von den dortigen Ortsgruppen delegiert. Schh'eß'ich sei’ noch eine Reihe von Persönlichkeiten mifgcführt, die ihren Beitritt zur Acluluth bereits erklärt haben: Rabbiner Dr. Bambcrger Wandsbeek, Rabbiner Dr. Dünner, Köln. Studiendirektor T>r’ {onas, Hamburg, Rechtsanwalt Dr. Lerner, Hamburg, Htmä 4ai11z, Hamburg, Kommerzienrat George Marx, König.hcr’’ Zahnarzt Dr. Najhanscn, Würzburg, Jul, Philipp, Hamburg,’ Rnbß. . a. ra. /-lUJiidui u., iNauiunstjj, w ur/.uurg, jtij, rmilpp, inm] Rabb. Dr., Ro enthal. Köln, Oberlehrer Stoll, Wiirzbmy N Dr. .Weingarten, Bad jSms, Victor Wreschner, Breslau,” u. In Brutlien lut vor wenigen Tagen ein sehr bemerken*• weder Prozeß slatlgclundcit. ״M c n s ch eil s C 11 m ug g Ic r" standen unter Anklage. Es hamleite sich air-schlicßlich um Ostjuden, die zum Teil in Pole», zum Teil in Oberschlesicn ansässig waren und die beschuldigt wurden, gegen Entgelt ostjüdisehc Flüchtlinge, die kein Einreisevisum nach Deutschland hallen, über die deutsche Grenze Ins Reich geschmuggelt zu haben. Neben diesen Personen saßen eine ganze Anzahl Beamte der Ln tul e s g r c n z po I i zc 1 auf der Anklagebank, denen die Anklage vorwarf, daß sie die Schmuggeleien begünstigt und von den Schmugglern hohe Bestechung*• summen angenommen hätten. Die nngcklagtcn Ostjuden wurden nahezu sämtlich verurteilt, zum Teil zu außerordentlich hohen Strafen, insgesamt wurde gegen 14 Angeklagte auf 20 Jahre Gefängnis erkannt, einer wurde freigesprochen. Die Polizeibeamten wurden erheblich leichter bestraft, sieben Angeklagte winden zu insgesamt acht Jahren Gefängnis verirlcilt, einer winde frcigcsprochcn. Allen Polizcibcnmtcn wur• den danach mildernde Umstände zngcbilllgt (das Urteil häiic sonst auf Zuchthaus lauten müssen), ferner wurde allen Beamten Bewährungsfrist zugcbilligt, die sämtlichen jüdischen Angeklagten verweigert wurde. Der Prozeß hat in Oberschlesicn erhebliches Aufsehen erregt. Wir hätten an sich wenig Veranlassung, uns mit dem Prozeß zu beschäftigen. Es ist verständlich, wenn jüdische Flüchtlinge versuchen, ans den Ländern des Pogroms und der ökonomischen Not zu flüchten. Auch M il 11 ä r f 1 ü c h 111 n g o befanden sich wohl unter den unerlaubt Eiugcwnndertcn. Doch war eins Treiben der Schmuggler auf jeden Fall verwert lieh. Sie haben nicht nur bewußt gegen die Gesetze des Deutschen Reiches gehandelt, eie haben aus reiner Geldgier unter Vorspiegelung falscher Tatsachen manche Personen zur Einwanderung nach Deutschland veranlaßt, die hier weder Arbeit noch Aufenthalt finden konnten. In fast allen Fällen haben diese Schmuggler die Flüchtlinge auf das s e 1t w c r n t c geschädigt und i 11 n e n den Rest ihres Vermögens nbgenommen. Trotzdem müssen wir uns mit dem Prozeß befassen. Die Urlcih.hegriimlinig beweist, wie fremd deutsche Richter jüdi* sehen Problemen gcgciiüberstchen. Die Ostjudcn-Ein- Wanderung nach Deutschland hat seit mehr denn einem Jahre vollständig auf ge hört, die Zahlen, die im Bcuthcncr Piozeß genannt wurden, sind maßlos übertrieben und im Parlament regierungsseitig schon ein dutzcndmal widerlegt worden. Trotzdem werden sic wieder herangezogen, trotzdem taucht wieder das Märchen von der Schädigung Deutschlands durch die Ostjuden auf. Natürlich darf auch das Gerede von der kulturellen Minderwertigkeit der Ostjuden in der Urteilsbegründung nicht fehlen. Diese völlige Verständnislosigkeit einem Flucht',ingsproblcm gegenüber isf besonders bemerkenswert zu einer Zeit, in der zahl׳ reiche Deutsche, durch Arbeitslosigkeit und Hunger gczwungcn, das gleiche Delikt begehen und sieb ohne Paß und Visum in fremde Länder hinübcrschmtiggeln. Bezeichnend war auch das Verhalten der Presse. Soweit sie überhaupt darüber berichtete, erschien ein recht ten dcnziös gefärbter Bericht, der insbesondere das Arbeiterfürsorgeamt der jüdischen Organisationen Deutschlands in unfreundlicher Weise erwähnte. Demgegenüber sei darauf hingewiesen, daß cs in der Anklageschrift des Oberstaats• anwaJts u. a. wörtlich heißt: ״Es sei im übrigen erwähnt, daß . . . einwandfrei hervorgeht, daß die jüdische Arbcitcrfürsorgcstctlc in Bcuthen sich ständig darum bemüht hat, den Menschen- Schmugglern ihr Handwerk zu legen.“ Das Arbcilerfiirsorgcamt hat sieh aus klarer Erkenntnis der Sachlage eben immer bemüht, den illegalen Zustrom zu hemmen, im übrigen wären derartige Vorkommnisse völlig unmöglich gewesen, wenn Ostjuden endlich bei der E r reich ungvonVisanichtnufbesondercSchwie rigkeiten stoßen würden. Es ist in allen Raudstaaten ein offenes Geheimnis, daß die deutschen Konsulate bei der Erteilung von Einrcisc-Sichtvcrmcrkcn usw. Juden besondere Schwierigkeiten bereiten. Man tlarf sich alsdann nicht wundern, wenn illegale Kanüle benützt werden, falls der legale Weg verschlossen ist und es für Juden, die während der langen Bcseizuiigszäl in allerlei Verbindungen mit Prcußcn-Dcutseh land förmlich hincingczwimgcn wurden, doch wohl Anlässe genug zu zeitweiligem Aufenthalt im Deutschen Reiche gibt. Es ist ja noch ganz unbewiesen, daß einrclscnde oder so eingeschmuggelte Ostjuden sich dauernd in deutschen Städten cinhürgcrn wollten; oder glaubt man, sie wüßten nicht, wie wenig angenehm für sic der Aufenthalt in den schwarzrotgoldenen Giciizpfähhn ist? Im übrigen sei nochmals betont, daß die Zuwanderung'von Juden nach Deutschland seit längerer Zeit völlig aufgehört hat. In gleichem Maße ist die A׳bWanderung aus Deutsch land gewachsen, und es bewahrheitet sich wieder die alte, aber aus Agitationsgründen oft verschwiegene Tatsache, daß aus geographischen Gründen Deutschland das Haupt durch wandcrungsla.nd für die Bewegung des jüdischen Volkes auf der Erdoberfläche ist und bleiben wird, bis es uns gelungen sein wird, den jüdischen Massenslrom nach Ercz-Isracl zu lenken. Demission des Ministers Dr. Rosenbanm Kowno. (J. T. A.) Sofort nachdem der Minister für jüdische Angelegenheiten in Litauen, Dr. Rosenbanm, von seiner Auslandsreise zuiückgckchrt war, hielt er mit jüdischen Politikern eine Konferenz über die neue Lago in Verbindung mit der Ablehnung des Budgets des jüdischen Ministeriums ab und, überreichte hierauf seine Demission. Ablehnung des Budgets des indischen Ministeriums in Litauen Kowno. (J.T, A.) Bei der dritten Lesung de» Budget» wurden die BudgcIL I e für das jüdische und das weift, russische Ministerium abgehhnt. Daiaulhin erklärte die jüdische Scjnvfrriklion, daß sie entgegen ihrem früheren Beschlüsse nun gegen das Ocsamtbudgct stimmen werde. Das Budget wurde aber in dritter Lesung mit Mehrheit angenommen. 111 der gleichen Sitzung haben die geistlichen Mitglieder der christlich-demokratischen Mehiluit eine Verminder u 11g der Staats» ubventione n für die Minder heftsfeh 11 len gefordert. Einer der Redner machte gellend, daß unter den Litauern im ganzen 142 Seminarschüler vom Militärdienst befreit sind, während 703 Zöglinge der jüdischen Jeschiboth das gleiche Vorrecht genießen. Im Zusammenhang mit dem Abbau der Beamtenschaft werden seit eini;cr Zeit jüdische Beamte vor allen anderen verabschiede!, obwohl in der litauischen Beamtenschaft die Juden nur sehr gering verlrclcn sind. Im Justiz-, Finanz- und Innenministerium wurden kürzlich die letzten jüdischen Beamten verabschiedet. Einen besonderen Eindruck machte die Entlassung des General-Konsuls in Berlin, Hirschowitz, und des Beamten für spezielle Angelegenheiten im Innenministerium Rosowski. Der letztere arbeitete in der Milizabteilung seit dem ersten Tag der litauischen Unab» hängigkeit. Die Zionistcnverlolflwigcn in Sowjet Rußland In Sluzk, Gouvernement Minsk, wurde kürzlich ein Gerichtsverfahren gegen eine Gruppe junger Leute wegen ihrer Zugehörigkeit zur zionistischen Organisation und wegen angeblicher Verbreitung einer gcgonrcvolullonären Zeitung eingeleitet. Der Führer der Gruppe, ein Soldat der Roten Armee namens Nokritseh, wurde zu einem Jahr Gefängnis und Entfernung aus dem Heere verurteilt; die anderen, die noch minderjährig sind, wurden gegen Bürg- ■Schaft freigeiassen. '* r, .Konstantinopel. (J. T. A.) Achtundzwanzig aus Palästina hier cingctroffcnc jüdische Familien, die nach Rußlana zuriiekkehren wollen, und beim russischen Repatriierung*• Komitee um Visen nachgcsucht haben, erhielten die offizielle Antwort, sie würden nur dann das Visum erhalten, wenn s c eine von den Familienoberhäuptern Unterzeichnete Er- Klärung an die sowjetfreundliche Zeitung ״Nakamine“ in Berlin richten, daß sie mit den Bedingungen in Palästina, mit der Verwaltung des Landes und mit der Politik der Zionistischen Organisation unzufrieden sind, ferner, daß sic auszuüben 1ClltCn* in Ruüla״cl kcincrtcl zionistische Tätigkeit Konferenz des ״Order Anelcnt 01 Maeabcans“ Am 25. und 26, Dezember fand I» Newcastle-on-Typc die Jahrcskonferenz der ״Order of American Ancicnt Maccabcaps“ statt, auf der der Großordeiismeistcr Mr. Israel M, Sic f f den Vorsitz tülirte. Vom Präsidenten der Zi m s liehen Weltorg.ini• sation, Dr, Wcizmann jangte ein Bcgiüßiingstelcgr.inim ein. Lord Balfour ü'icrmlt.c te der Versammlung schriftlich seine besten Wünsche für das Gedeihen des Zionismus, der ja durch die Loge so kräf.ig unterstützt und gefördert wurde. Der Vorsitzende des Economic Board for Palcstinc, Sir Mond, hob in seinem Begrüßungsschreiben die außerordentliche Arbeit der Log« in der Förderung des zi.mis'ischcn Werkes, besonders des Keren I iajcssod und des Nationalfcmds, hervor. Bei der nachfolgenden Feier im County Hotel wurden die Gäste von dem Lotd Mayor und dessen Gemahlin ennfangen. Das Parlamentsmitglied M, Turner Samuels dankte in seiner Rede dem l’ü geimdstcr und sagte datici, er sei stolz darauf als ein Jude dem britischen unterhause anzugehören und er hoffe, er werde sich als Jude nicht weniger englischpatriotisch erweisen. Die Klausenburger Judenexzesse Bukarest. (J.T. A.) In der letzten Sitzung des rumanischen Parlaments Interpellierten die Deputierten Dr. P i s t i n c r (jüdischer Sozialist), Scver Dan, Deleanu und der Geistliche Manu die Regierung in sehr scharfer Form wegen der Sprengung des rumiin'schen Journalistenkongresses in Klausenburg du,cl» die antisemitische Studentenschaft. Die Interpellanten beschuldigten sowohl die Zivi!- als auch die Miitäibchördcn Klansenburgs, daß sie cs verabsäumt haben, den Kongreß zu schützen. — Der Schaden, den die jiit'P.hr Pevöl.eiuiig Klars-nburgs während der Exzesse in Verbindung mit der At.ackc auf den Presse* kongreß erlitten hat, wird auf mindestens eine Million Lei geschätzt Prcm'eiminister Bratianu hat seihst die Unter- Buchung In die Hände genommen. Es wird mitgctcilt, daß der Militärkommandant ab gesetzt woiden ist und daß auch der Präfekt seinen Posten verlassen wird. Wie die Zeitung ״Lupta“ erfährt, haben sich der Ministerpräsident Bratianu und der Staatssekretär Franasovici nach Klausenburg begeben, um die Lage zu untersuchen und den Schaden fcstzustcllcn. Ein vorhergigangcncr!Ministerrat hat beschlossen, gegen sämtliche Schuldigen aufs strengste vorzugehen. Vier Jüdische Abgeordnete ln Saloniki Saloniki. (J. T. A.) Fast alle Juden Salonikis haben sich als Protest gegen die Einrichtung eines besonderen jüdisehen Wahlsektors der Stimme e.u 11 alten. Nur 02 Stimmen wurden in dem jüdischen Sektor abgegeben. Nunmehr hat die griechische Regierung gemäß ihrer dem Rat der jüdischen Oemciiuleorganisation gegebenen Zusage den Vertretern der Saloniklcr judcnschaft vier Sitze im Parlament eingerüumt Die vier jüdischen Abgeordneten sind: isaac Alhanati, Jonas J a m n 01 i d e s, Josua L a i a s und L c v y. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde Salonikis ist zurückgetreten, da er die Stimmenthaltung der jüdischen Bevölkerung als einen Verstoß gegen seine Autorität ansieht Der ״llcclialuz“ 111 Rußland Moskau. (J. T. A.) Wie bekannt, hat die Moskauer Regierung vor einiger Zeit die russische Hcchaluz-Orgaiiisation legalisiert. Auf Grund dessen hat sich das allrussische Zentralkomitee des Hcchaluz an das Exekutiv-Komitcc des Gouvernements Hamei mit der Bitte gewandt, das dortige Rayonkomltee des Hcchaluz zu registrieren. Das Exekutiv- Komitee lehnte das Gesuch mit der Begründung ab, daß schon andere jüdische Organisationen mit Erfolg bemüht sind, die jüdische Arbeiterschaft zu landwirtschaftlicher Tätigkeit heranznzielien. Das Hcchahtz-Koitillee hat gegen diese Entscheidung Rekurs angemeldct. In Verbindung damit cröffnctc die Moskalter Zeitung ״Eines“ den Kampf gegen Hcchaluz und nennt Ihn eine zionistisch-bourgeoise Organisation unter prolctarischer Maske, Fllegerlod des Lentnanls Katz London. (J.T.A.) Wie erst jetzt bekannt wird, kam der frühere jüdische Legionär Leutnant Joseph Katz, der während des Krieges in Palästina Dienst getan hat, am 17. Dezember während eines Fluges in Aegypten ums Leben. Leutnant Katz hat sich während des Palästina- Feldzugs ausgezeichnet, er war einer der nächsten Mitarbeiter Jnbolinskys. Als Jahotinsky Direktor des Keren Hajessod war, war er dessen Sekretär. Später trat er in die ägyptische Luftflotte ein, bei der er kürzlich das Pilotenexamen abgelegt hat.

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