Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 2 (8.1.1924)
- Date
- 1924-01-08
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2 ז u e ז ס s c h e Rundschau Seite 11 ו!•׳ jitjjl•; Ule Novcmbereingänge beim Hauptbüro des Keren llajcssod in London £ 1. Vereinigte Staaten. 22,373. 6. 3 2. Südafrika . 1,525.—.— 3, Argentinien . 725.-.-- 4. Beüarabien .. 670.—,— 5. Litauen . 632.—. 2 6. England >.. 571. 2. 6 7. Jugoslawien . 507.13. 5 8. Brasilien . 505.—• 9. Belgien . 497.18.11 10. Polen ... . 494.14.10 11. Tschechoslowakei ...... 342.11. 7 12. Oesterreich . 265.17. 6 13. Schweiz . 132.18.10 14. Estland . 111. 2. 4 15. Bukowina . . .. 91. 4. 5 16. Lettland .. 82.-. 8 17. Frankreich Pariser Büro . . . 12.10.— Straßburger Büro . 63.16. 4 76. 6. 4 18. Tunis . 51.12. 3 19. Bulgarien . 42. 2.1t 20. Ostgalizien . 36.15. 9 21. Holland . 32. 6. 6 22. Danzig .. 27.10. 2 23. Schweden. 22.11.10 24. Transsylvanien . 22.10,— 25. Dänemark. 19. 4.11 26. Griechenland.. 13.-.— 27. Andere Länder u. Einzelbclträgc . 1,648.16. 9 2S. Juwclcnfonds der Internationalen Frauenorganisation . . . . 243. 6.— 29. Kcrcn-Hagculah-F'onds, Palästina . 1,490. 1.11 Resolution des Landcsvorsiandcs der Z. V. I. D. Der Landes Vorstand der Z. V. f. D. faßte in seiner Sitzung vom 3. Januar 1024 nach eingehender Erörterung der mit der Demission des Herrn Dr. Solowcitschik zusammenhängenden Vorgänge in der Sitzung des Zen- (ralkonii'iCes vom 1. Januar 1024 und nachdem das Zen• trnlkomitec ihm die Beschlußfassung zu diesen Vorgangen übertragen hat, folgende Resolution: Der Landesvorstand der Z. V. f. D. mißbilligt cs, daß Dr. Solowcitschik seine Demission gegeben hat, ohne die von ihm erhobenen Beschuldigungen zu• nächst dem Aktions-Komitee zu unterbreiten; es mißbilligt insbesondere die Art und die Form, in der Herr Dr. Solowcitschik seine Demission und die Gründe, die ihn dazu veranlaßten, der Oeffentiiehkeit unterbreitet hat. Der Landesvorstand der Z. V. f. D. fordert erneut die Schäftung einer starken Organisations- Zentrale in London, die sich verpflichtet fühlt, die Kräfte der Bewegung zu einheitlicher Leistung zusainmen/utasscu. 31,520. 8.10 1,733. 7.11 33,233.16, 0 30. Die Gesamtsumme der Eingänge des Keren Hajessod November 1023 beträgt demnach C 1,128,676.—. 2. >>cr im IHc Hinnahmen des amerikanischen Keren llajcssod ln der Konferenz des Keren-I lajcssod, die am 0. Dezember Hotel Astor, New-York, statt fand, erstattete der Schatzmeisfer, M r. Hermann Conti ei in, den nachstehenden Berictit, in dem er die Entwicklung des Fonds seit seiner Schaffung im Jahre 1921 dariegte. Die Gesamteingänge für das Rechnungsjahr vom 1. Juli 1921 bis 30. Juni 1922 erreichten die Höhe von 1 635 887.SS Dollar. Die Eingänge hn letzten Jahre betrugen 2 110 390.84 Dollar. Das bedeutet eine Mehrleistung von 47-1 502.96 Dollar, also von etwa 30 0/0. Er glaube demnach annchincn zu dürfen, daß die Eingänge für das Jahr 1923/24 die Grenze von drei Millionen Dollar so ziemlich erreichen dürften. Er sei sicher, daß diese Ziffer erreichbar sei. Die Ausgaben des Keren Hajessod-Büros während des letzten Rechnu!1g>j,•ihres betragen nur 83967.20 Dollar. Dies sei ein beträchtlicher Rückgang gegenüber den Ausgaben des vorhergehenden Jahres. Die Ausgaben betragen nur 4 0/0 von den Eingängen des ganzen Jahres. Dieser Rückgang der Ausgaben sowie auf anderen Gebieten gemachte Ersparnisse seien das Verdienst des Finanzkomitees, an dessen Spitze Mr. Siegel stehe. Wählend des Jahres 1923 hat der Keren Hajessod den Betrag von 1 157 727.37 Dollar zum Palästina-Budget beigetragen, von denen 116386.75 Dolllar die ״Hadassah“• Medieal-Organisation erhielt. Am 1. Juli betrug das Bankgufhaben 453 875.59 Dollar. Dieses Guthaben wurde durch Ueberweisungen für das Palästina• Budget und an die Hadassah während des Sommers und Frühherbstes und durch eine besondere Ueberweisung von 57 000 Dollar für das Ruthenberg- Unternehmen vollkommen erschöpft. Die monatlichen Geber- Weisungen von 100 (XM) Dollar wurden regelmäßig cingchaltcn, mit Ausnahme der ersten Hälfte Dezember, wo anstatt 50000 Dollar mir 25 000 Dollar übersandt wurden. Er hoffe jedoch, daß das Ergebnis der Aktionen, welche gegenwärtig in verschiedcncn Teilen des Landes im Gange seien, cs ermöglichen werde, noch vor Ablauf des Monats den Restbetrag zu überweisen. Im Verlaufe seines Berichtes erwähnt Mr. Gonheim insbesondere Philadelphia, das sich in der Keren- Hajessod-Arbeit vor allen anderen Städten hervorgetan habe, und er gibt der HoHnumg Ausdruck, daß das kommende Jahr durch eine große Zunahme der Eingänge für den Keren Hajessod sich auszeichnen werde. Die Arbeiten der llisladruth Haowiiim Die Histadruth Maowdim (Jewish Cooperative Lahour Association! hat einen kurzen Bericht über ihre jüngste Tätigkeit in Palästina veröffentlicht, dem wir folgende Angaben entnehmen: In Jerusalem hat die Histadruth in dem neuen Viertel Beth Hake rem gegen 40 Häuser gebaut, wobei 120 Leute Beschäftigung gefunden haben. In Talpioth wurden 7 Haiisbnnteii ausgeführt, und zwar von den Kwuzoth, die anfangs gelernte Krisftc von auswärts zur Artseit heranzogen, von denen sie dann selber lernten, so daß sic nunmehr ohne auswärtige Hilfe die verschiedensten Arbeiten durchführen können. Seit im Mai die Bautätigkeit etwas nachgelassen hat, wandte sich die Histadruth mehr und mehr der Straßenbautätigkeit zu, so in Romema und in Antinos mul Beth Hake re in, was beträchtlich zur Minderung der Arbeitslosigkeit beigetragen hat. Die Haupttätigkeit der Histadruth war jedoch in Jaffa, wo in den letzten Monaten 450 bis "00 Arbeiter beschäftigt wurden, und durch das neu eingeführtc System eines Schichtendienstes sogar 700 bis 1000. In Sarafend hat die Histadruth die einzige ihr von der Regierung übertragene Arbeit der Errichtung eines Walles mit 80 Arbeitern während drei bis vier Monaten durchgefiihrt. In Haifa wurde eine ganze Reihe von begonnenen Arbeiten kürzlich zu Ende geführt. Von Februar bis September hat die Histadruth Aufträge im Werte von über 100 000 Pfd. übernommen. Sie wird demnächst als Oescllsrliaft mit beschränkter Haftung in Palästina eingetragen werden, und zwar unter dem Namen ״The Cooperative Workers Association for Public Works, Building *nd Industry, Solei Bonelt, Ltd.“ Wirlschalillelic Forderungen der Araber Die arabische gemäßigte Partei hat dem Oberkommissar ein längeres Memorandum übermittelt, in welchem gefordert wird: 1. Die Regierung möge alle Abzahlungen auf Iatidwirtschaftliche Anleihen bis zum Herbst aufscliicbcn; 2. für die Einziehung des Zehnten solle eine zufriedenstellendere Basis gefunden werden; 3. die Verfügung, daß das Dorf Durah in der Nähe von Hebron zu den wüsten Landstrichen gezählt werde, solle zurückgezogen werden. .(J, T, A.) Baron Edmund Rothschild Uber seine Arbeit in Paliistina Im ״Jewish Morning Journal“, New York, erzählt Abra- 11 am Goldbcrg über einen Besuch bei Baron Edmund Rothschild. Wir geben in Folgendem einen Auszug aus der Schilderung Goldbergs, der Rothschild, wie seinerzeit bereits gemeldet, nach seiner Rückkehr vom Karlsbader Kongrell nufsuchlc. ״Der Baron empfing mich in seinem Arbeitskabiuett; die Unterredung dauerte etwa eine Stunde. Wohl ist der Baron vom Alter ein wenig gebeugt, aber seine große Erscheinung macht noch immer einen starken Eindruck. Seine Augen blicken milde 111x1 freundlich und sind oft träumerisch ins Weite gciiehtct. Der Baron sagte: ״Ich arbeite für Palästina schon mehr als 28 Jahre; als ich mit der Pa'ästina-Arbeit begann, waren Sic wohl noch nicht geboren. Ich bin fetzt nahe an die 80 Jahre alt und Palästina bildet mein Lebcnslntcrcssc“. Ich berichtete dem Baron von der Keren Hajessod- Arbeit in Amciika und von der Palii tina-Rtsolulbn, welche im Senat und im Repräsentantenhaus angenommen wurde. Der Baron bemerkte dazu: ״Es ist mir eine große Freude zu horcii, daß die Zionislischc Organisation in Amerika so großen Erfolg bei ihren Geld Sammlungen hat und daß Dr. Weilmann in Amciika so populär ist. Doch was tun bei Ihnen die reichen Juden, die Millionäre für Palästina? Die Tätigkeit von Nathan Strauß ist mir gut bekannt. Wo aber sind die anderen jüdischen Millionäre spricht der ganzen jüdischen Auffassung. Wir wollen ein Heim in Palästina, wollen die Möglichkeit haben, unsere Fälligkeiten zu entwickeln und uns und der Welt zeigen, was Juden schaffen können. Wir wollen wieder al• Volk geistig groß werden. Wenn wir das erreichen, wird für uns die Anerkennung kommen. Vor geistiger Größe beugt sich die Welt. Wir haben nicht die Möglichkeit physiseh groß zu werden, aber geistig können wir cs. Die Balfour- Deklaration gibt uns diese Möglichkeit, nun müssen wir tun, was in unserer Kraft steht.“ Reise llaron Edmund Rothschilds nach Palästina Die Jerusalemer hebräische Tageszeitung ״Doar Hajom“ schreibt, Baron Edmond de Rothschild werde am 12. Januar eine Reise nach Aegypten antreten und bei dieser Gelegenheit wahrscheinlich auch Palästina besuchen. in Amerika? Wir können jetzt und man muß jetzt viel in Palästina tun.“ Ich antwortete, daß die jüdischen Millionäre leider noch abseits sühen. Die sogenannten deutsch-jüdischen Millionäre geben niefit einmal einen halben Cent für die Palästina-Arbeit und kümmern sich nicht darum. Von den russisch-jüdischen Millionären, deren cs heute eine große Zahl in Amerika gibt, haben wenigstens einige mehr Interesse an der Palästina- Arbeit, doch in ihrer Gesamtheit haben sie bisher für Palästina wenig geleistet Aber cs sind Anzeichen vorhanden, daß auch d e deutsch-jüdischen Millionäre in Amerika gerade mit Hilfe des dem Zionismus so nahestehenden Louis Marsh all für die Palästina-Sache gewonnen werden könnten. Bei dieser Gelegenheit erwähnte ich auch den Besuch, welchen der Sohn des Barons, James Rothschild, in Amerika gemacht hatte, der großen Einfluß bei den deutschen Juden ln Amerika besitzt. Der Baron hörte aufmerksam zu und sagte dann: ״Das ist ja sehr interessant Hoffentlich werden die Wirkungen der Reise meines Sohnes nicht ausblcibcn. Ich glaube, daß mein Sohn meinen Weg gehen und mich noch übertreffe 11 wird. Er liebt Palästina ungeheuer. Was nun die reichen Juden in Amerika anlangt, so wird es Sic freuen zu hören, daß ich jetzt eine neue Organisation, die ״Pica“ (Palcstine Jewish Colonisation Association) gegründet habe, deren Präsident mein Sohn James ist. Die ״Pica“ hat die Aufgabe, reiche Juden zur Palästina- Arbeit hcranzuzichcn, die auf eigenes Risiko in Palästina Arbeit leisten sollen auf welchem Gebiete sic wollen, auf dem Gebiete der Kolonhation und der Industrie. Bisher habe ich diese Arbeit allein geleistet. Jetzt bin ich bereit, sie mit anderen zu tun. Ich bin fast 80 Jahre alt, mein Ende ist nicht mehr lern, und da will ich andere reiche Juden zur Mithilfe an meiner Arbeit hcranzichcn. Meine ״Pica“ will nicht mit dem Keren Hajessod in Konkurrenz treten, der vorzügliche Arbeit leistet. Gott bewahret Ich bin ein Freund der Zionistischen Organisation, obwohl sie mir zu wenig religiös ist. Meiner Meinung nach unterstreicht sic nicht genügend stark die religiösen Grundlagen der Beweguug. Mit der Gründung der ״Pica“ bezwecke ich, vermögende Juden hcranzuzichcn, die einzeln oder gemeinsam oder einige zusammen in Palästina etwas Großes leisten wollen. Meine ״Pica“ wird es für sic durchführen., Für unsere Bemühung vcilangcn wir keine Belohnung. Gibt cs in Amerika Juden, welche an dieser Sache Interesse hätten? Die Statuten der ״Pica“ liegen jetzt im englischen Kolonialamt zur Bcstät'gung; sofort, wie sie bestätigt sind, werden wir eine rege Tätigkeit entfalten, hoffentlich werden sich auch amenkaiiischc Juden melden.“ Dann kam die Rede auf Sir Herbert Samuel. Baron Rothschild bemerkte: ״Sir Herbert Samuel ist der richtige Mann auf dem richtigen Platz. Er hat eine schwere Aufgäbe und führt sie mit viel Takt durch; was die Hauptsache ist, Sir Samuel bemüht sich, gegen die Araber und andere Bewohner Palästinas gerecht zu sein. Es wäre ein Unglück für die Juden in der ganzen Welt und für unsere Zukunft in Palästina, wenn er anders vorginge, als er vorgeht. Es hat kc'nen Zweck, nach Oegenwartscifolgen zu jagen und dabei die Zukunft unter den Händen zu verlieren. Samuel, der erste jüdische Herrscher im jüdischen Land, hat das Vertrauen der nichtjüdlschen Welt gewonnen, weil alle überzeugt sind, daß er gerecht ist Wir wollen Frieden mit den Arabern liabcn, und wir werdet! ihn haben. Der Friede wird kommen. Die Juden suchen in Palästina nicht gewaltsame Herrschaft über andere. Das wäre unjüdisch und wider- Arabisches Lob für Sir Herbert Samuel Jerusalem. (J.T.A.) Das Organ der arabischen gemäßigten Partei ״Mernat el Sherk" schreibt in einem Leitartikcl, die Stellung des Oherkommissars sei eine besonders schwierige, einmal durch das hohe Maß von Verantwortung, das er trägt, und dann noch besonders durch seine Stellung als Jiidc. Als Engländer muß er die Interessen der englischen Regierung vertreten, als Jude und Zionist liegt ihm die Errichtung einer jüdisch-nationalen Heimstätte in Palästina am Herzen. Andererseits aber ist er sich bewußt, daß die Mehrzahl der Bewohner Palästinas Araber sind, die die Errichtung einer jüdisch-nationalen Heim- '•tättc in Paliistina natürlicherweise nicht wollen. Sein Gercchligkcitsgefühl wird es ihm deshalb nicht erlauben, sic zu etwas gegen ihren Willen zu zwingen. Das alles macht, daß die Stellung des Oberkommissa.rs eine sehr schwere ist; man braucht sich dcshalh nicht zu wundern, wenn er von seinem Posten zu rückzutreten wünscht, um nach England zurückzukehren und den Rest seiner Tage in Frieden zu verbringen. Wenn wirklich an dem Gerücht etwas Wahres ist und der Oberkotmnissar zurücktreten sollte, werden wir, die Araber, ihn niemals vergessen. Wir werden uns seines freundlichen, gewinnenden Wesens erinnern, seiner Gutherzigkeit und seiner Großzügigkeit allen gegenüber. Wir glauben bestimmt, daß, wenn nicht diese unglückseligen Dift'erenzen zwischen den Arabern und den Juden gewesen wären, dieser Oberkommissar die geeignetste Persönlichkcit für die Verwaltung Palästinas sein würde. Die ״Times“ über König Husseins Reise London. (J..T.A.) Die ״Times“ vom 29. Dezember äußern sich über die Reise König Husseins nach Trans- Jordanien wie folgt: ״Die palästinensischen Araber messen der Reise König Husseins irrtümlicherweise eine zu große Bedeutung in bezug 11 f Palästina bei. Den englischcn Behörden ist jedoch über den wahren Grund der Reise nichts weiter bekannt, als daß der König wahrscheinlich eine Vorbesprechung im Hinblick aut die kommende Konferenz m Ko weit betreffend den Bund der verschiedenen arabischen Staaten abhalton wird. Auf der Konferenz in Koweit wird als Vertreter Transjnndanicns der Unterrichtsminister anwesend sein, der vom Scheich Muri Shalant begleitet werden wird. Als Vertreter Iraks werden der neue Minister für öffentliche Arbeiten Sulein Bey Nashat und der Oberschcich von Nord-Shammar zugegen sein. Der Sultan von Ncjd wird ebenfalls einen Vertreter entsenden. Der Vorsitzende der Konferenz wird der englische politische Beamte für die Länder am Persischen Golf, Colonel Knox, sein, Sir Herbert Samuel, Sir Gilbert Clayton und Mr. Ronald Storrs werden ebenfalls nach Amman gehen, um mit König Hussein und Emir Abdullah Besprechungen! zu pflegen. Die Arbeit der ״lea“ in Paläsllna Der Bericht der ״Ica“ enthält über Palästina folgende Mitteilungen: Die Lage der ica-Kolonislen in Palästina hat sich während des letzten Jahres nicht wesentlich verändert. Aus den gleichen Ursachen wie im vergangenen Jahre — unregelmäßiger Winterregen und nicht genügender Regen im Frühling — waren die Ergebnisse der Landwirtschaft nur sehr mäßige. Nur wenige Kolonisten waren deshalb in der Lage, ihren Verpflichtungen auf jährliche Rück- Zahlung an die Ica nachztikommen. Trotzdem besteht kein Grund zu Kleinmütigkeit. Der Kampf der Kolonisten gegen die materiellen Schwierigkeiten wird sicherlich schon in der nächsten Zukunft seine Früchte tragen. Die geringeren Ein* nahmen zwingen sie, auch ihre Ausgaben zu rück zu* schrauben und ein einfacheres Lehen zu führen, das ihrem Landwirtebcruf mehr angepaßt ist. Die Kolonisten beginnen zu begreifen, daß sic nur durch die Aenderung ihrer Arbeitsweise, durch ein ihren Verhältnissen angepaßtes Leben und durch die eigene Herstellung fast aller nötigen Gebraudisartikel eine dauernde Besserung erzielen können. In de» Nebenzweigen der Landwirtschaft, wie Viehzucht, Milch- Wirtschaft, Geflügelzucht und Imkerei ist ein beträchtlicher Fortschritt fcstzustclleit. Ein interessanter und ermutigender Versuch wurde in bezug auf den T a b a k b a 11 gemacht. Nur lutcnsivwirtfichaft allein kann in Palästina cina weite Ausdehnung der landwirtschaftlichen Kolonisation ermöglichen, da sie den einzelnen Kolonisten in den Stand sclz.t, mit einem geringen Kostenaufwand sich auf einem kleinen Grundbesitz eine Existenz zu gründen, was wiederum eine größere Einwanderung nach Palästina ermöglichen wird. Die amerikanisch-jüdischen Arbeiter tür die palästinensische■ New York. (J.T.A.) Die vereinigten jüdischen Gewerkschaflcn haben beschlossen, einen Fonds vor! 150 000 Dollar zur Un er .(Übung der organisierten jüdischen Arbeiter- Schaft in Palästina zu schaffen. Die Sammlungen werden das ganze Land umf issen. Der Sekretär des Vereins, Max Feir sagte auf der Konferenz u. a,: ״Ihr diirit es Zionismus nennen öder etwas anderes, wichtig ist nur, daß die jetzt unter einer wirtschaftlichen Krisis leidenden jüdischen Arbeiter Palästinas unsere Stütze brauchen und es ist unsere Pflicht, ihnen dieselbe nicht zu versagen.“ Zweihundert Palästina *Wanderer aus Warschau abgereist Warschau. (J.T.A) Dieser Tage sind aus Warschau 200 Personen nach Palästina abgercist. Es befanden sich unter ihnen einige Familien, der größte Teil aber setzte sich aus Mitgliedern des Warschauer Chaluzim-yercins ״Haschomer Hazair“ zusammen. Nach einer Verständigung mit dem Warschauer Palästina-Amt hat die Warschauer Bahn* direktion eine größere Anzahl Waggons speziell für die Pa- Üstinawandercr zur Verfügung gestellt. \ i