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Jüdische Rundschau · 1923-12-14 · Heft 104 (14.12.1923) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 104 (14.12.1923)
Date
1923-12-14
Page
– (sequence 3)
Language
German
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IUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 603 Nr. 104 Kundscbau Wcizraaita nnd Ruppln In Amerika Eine Erklärung Wcizmanns bei seiner An• kunft in New York Am 2. Dezember traf Dr. Chaiin Wcizmann, der Präsident der Zionistischen Organisation, begleitet von pr, Arthur Ru pp in, dem Vertreter der zionistischen Palästina-Exekutive, in New York ein. Er wurde von einer Reihe leitender amerikanischer Zionisten in dem Landungsboot des Bürgermeisters Hylan von New York abgeholt. Bürgermeister Hylan hatte Jiiclgc Bernhard A. Rosenblatt die Benutzung seiner Jacht selbst angetragen, Unter den zionistischen Führern befanden 4icl1 Louis Lipsky, Morris Rothenberg, Rabbi Mcver Berlin, Herman Conheim, H. L. Simons und Enianiiel Neumann. Diese stiegen an Bord der ״Aquiiania“ und begleiteten Wcizmann auf das Lau- (iungslx)ot des Bürgermeisters. Trotzdem Wcizmann in der New Yorker Presse den Wunsch nusgedrückt hatte, daß Danonstrationca bei sc'ner Ankunft vermieden werden möchten, war am Ufer eine grolle Menge von Zionisten vcisammcli, die Wcizmann einen enthusiastischen Empfang bereitete. Nachdem Dr. Wcizmann ans Land gestiegen war, gab er folgende Erklärung ab: ״Ein Einlassen in Kontroversen ist ein Luxus, den ich mir nicht gestatten kann. Ich habe hier zu viel aufbauende Arbeit zu leisten, und icli bin hergekommen, um einiges davon auszuführen und nichts anderes außer diesem.“ Am *). Dezember hielt Dr. Wcizmann seine crslc Ansprache vor dem neuen Keren Hajessod-Rat. Am Montag, den 10. Dezember, spraeli er auf dem ihm 211 Ehren veranstalteten Empfang im Hotel As or. Unter den Anwesenden waren Louis Mars ha 11, Oscar Straus, Samuel Untermycr, Judgc Irving Le 11־ man usw, Dr. Wcizmann wird mit führenden amerikanischen Juden Besprechungen über ihre B.te ligung an der Jewish Agency abhalten. Dr. Rrppii wird besonders für die Teilnahme von Privatunterneh ,.tin ,c!1 in Pal s im tätig sein. Ueber den Fortschritt der Palästina-Arbeit sagte Dr. Wcizmann, cs gäbe zu viele jüdische Pcssimisten, die nur die Hindernisse sehen wollen, aber nicht die geleistete beträchtliche Aufbauarbeit in Betracht ziehen. Der Sol.n Sir Al'rel Monds In das Unterhaus gewählt London. (J. T. A.) ln das Housc of Commons wurden noch folgende jüdische Kandidaten gewählt: Der einzige Solm und Erbe Sir Alfred Monds, Licut. Henry Ludwig Mond (liberal); Dr. O. E. Spero (liberal) Arthur Michael Samuel (kons,); Emaiuiel Sh in well (Labour Parly) und P. C. Hoffmann (Labcur Party). Die englische InfcrvcitUon in München London. (J.T. A.) Die Meldung über eine Intervention der britischen Regierung bei der bayerischen Regierung wegen der Judenausweisuugen aus Bayern wird der Londoner J.T.A. seitens des britischen Auswärtigen Amtes in der folgenclca Form bestätigt: Der britische Generalkonsul in München M r. Robert H. Olive ist persönlich bei der bayerischen Regierung in der Angelegenheit der Aus- Weisungen von Juden aus Bayern vorstellig geworden. Schn.denersalzlordcrung Polrns wegen (krPiü;u!crung in Rerlln (J.P. Z.) Die polnische Regierung wandte sich durch ihr Berliner Geucrnlkonsiiät an d.e deutsche Regierung wegen der am 5. November erfolgten Judenunruhen in Berlin, bei denen auch polnische Staatsangehörige zu Schaden kamen. Nachdem diese Intervention erfolglos blieb, erneuerte die Warschauer Regierung durch den polnischen Gesandten in Berlin ihre Vorstellungen beim Reichskanzler. Die in entschiedenem Tone abgefaßte polnische Note weist darauf hin, daß mehr als 100 Protokolle vorliegen, aus denen sich ergibt, daß die deutschen Polizeibehörden die angegriffenen polnischen Staatsbürger jüdischen Glaubens nicht nur nicht geschützt, sondern durch ihr Verhalten die Plünderer sogar ermutigt haben. Die Note fragt weiter an, in welcher Weise die schuldigen Beamten bestraft worden sind und fordert zum Schluß Schadenersatz für die während dci Unruhen geschädigten polnischen Staatsbürger. Eine Abfuhr des Cenlral-Vereins Berlin. (J.T.A.) Die Ortsgruppe Frankenstein des Central-Vercins deutscher Staatsbürger jüdischen Gknsäicim hat in schlesischen Blättern mitgctcilt, daß die deu.sdicn Juden mit den jüdischen Ausländern, die wertbeständige Zahlungsmittel aufkaufen, nichts 7.11 tun haben wollen und cs aufrichtig begrüßen winden, ״wenn der Herr Staatsanwalt sich dieser Elemente so bedienen würde, wie es ihnen als lästigen Ausländern gebührt“. Der Strchlener ״Volksbotc“ greift den Ccntral-Vcrcin wegen dieser Erklärung an und meint, die deutschen Juden werden nicht dadurch In die Höhe kommen, daß sie die ausländischen Juden im Stich lassen und beschmutzen. (Wir erwarten, daß die Berliner Hauptleitung des Ccntral-Vcrcins zu dem unerhörten Vorgehen ihrer Frankensteiner Ortsgruppe unzweideutig Stellung nimmt. — Red. d. ״J. R.") Mussolini und ungarischer Numerus clausus Bukarest. (J.T.A.) Das Zentralhilfskomitcc jüdischer Studenten hielt anläßlich acs Tb jährigen Jubiläums des Oberrabbiners Hevcsi eine Festvcrsammiung ab, auf welcher mitgctcilt wurde, daß in diesem Schuljahre 5UQ Millionen un- Eirischer Krone! für die Unterstützung de,־ durch den Numcius clausus von ungarischen Hociisc.iii.e!! ausgeschlossenen, au ausländischen Hochschulen studierenden jüdischen Hoch- Schülern gesammelt wurden. Dr. Sabolozi berichtete der Versammlung, daß der italienische Unterrichtsminister Gertle auf Weisung Mussolinis den ungarischen jü• dischcn Studenten das Studium an den itali י. nischen Hochschulen f re!stellte und sie vi u Kollegiengc Idern und I nskriptionsUxen befreit hat. AbldimmijiIcrMiuilorlidlst’cWarallondurcliilcnlllauiscIicnSclui Kowno. (J.T.A.) Die im September in erster Lesung, dann auch in zweiter Lesung fast ohne Widerspruch angcnoinmene I Migration der Litauischen Regierung an «len Völkerblind über die Rechte der Miuori.äicn im Lande ist vom lit.mischen Parlament am 5. Dezember in dritter Lesung abgelehnt worden. Dieser Beschluß des Sejm wirkt überraschend. Die ersten zwei Lesungen wurden von der Rcgicrungsmclirlicit deshalb angenommen, um der Rcgicnin** keine außenpolitischen Schwierigkeiten zu machen. Welche inner- und nullciipulilBchc Folgen die Ablehnung haben wird, läßt sich noch nicht voraussenen. Zu dieser Meldung teilt J.T. A. noch mit: Die Resoliiiion, durch welche die Nichinnnnhmc der Dcklnratiou der litauischen Regierung ווה den Völkerbund begründet v.unle, lautet: ״Nachdem der Sejm von der Deklaration der Regientng über die nationalen mul religiösen Mlndcrhciisrcclitc Kenntnis genommen hat, beschließt er in Uebcrcinstimmung mit «lern S 30 der Verfassung, daß die Deklaration der Regicrung keiner Raiilikalion durch den Sejm bedarf.“ Somit ist also eine direkte Ablehnung nicht erfolgt. Die Vertreter der Volkspattei und der Sozialdemokraten vertraten den Standpunkt, daß die Ansicht «kr Scjmmchrhcit in der VeiiVsting keine Stütze findet und «lab schon die Not- Wendigkeit, der Welt zu zeigen, «laß Litauen die int ernationalen Verpflichtungen respektiert und die RcrDe der Minderheiten wahren will, <11c Annahme der Regieimigsdckini'A.ion zur Pilicbt machte. Eine Nichtannahme der Deklaration könnte sich für Litauen in der Memelcr Frage sowie hein> Wilnncr Problem u.igiins lg aus wirken. Der jiidischc Redner, Rechtsanwalt Einkclstcin, wies darauf hin, dali die Deklaration in ihrem ersten Absatz als Gesetz gekennzeichnet wird, weshalb nach der Verfassung darüber ein Scjinbesciilull lrerbeigcfiilirt werden muß. Die Dcklaration müsse auch nach der Abmachung mit dem Völkerbund ratifiziert werden. Auch der Ministcrpiä klcnt und Außen• minister Oalwanowski bestand auf die Ratifikation durch den Sejm, um bei der am 10.!Dezember beginnenden Tagung des Völkerbundes eine gute Position zu haben, Beaittlenabbau im Jüdischen Ministerium lür Litauen Kowno. (J.T.A.) Der Mini der für jüdische Angelegenheilen, Dr. Rosen bäum., hat den Angestellten des jii- «Eschen Ministeriums mit ׳geteilt, daß sic mit Rücksicht auf die Einschränkung des Arbeitsgebietes des jü- Uisehcn Ministe! äitns ihre Posten verlassen müssen, im Büro des Ministeriums verbleiben bloß ein Sekretär und zwei Hilfskiiifte. Diese Einschränkungen sind durch die Vcrmindcrung des Budgets des jüdischen Ministeriums notwendig geworden. Durch die Budgeteinschränkung ist auch das ArbeitsjjeLict des Ministe!iuais wesentlich beeinträchtigt worden. Dr. Roscnbauin über Fragen des lilauiscltca Judentums Berlin. (J. T. A.) Auf der Durchreise nach London weilte der!Minister für jüdische Angelegenheiten in Litauen, Herr Dr. Sch. Rosenbaum, am 10. und 11. Dezember in Berlin und beriet mit «len Vertretern des Vereinigten Komitees für jüdische Auswanderung wichtige Fragen, die jüdische Emig r a t i 0 11 und die Transemigration durch Litauen betreffend. Vom Keren KaJeradli in Deutschland Trotz, der bisherigen schwierigen Währungsverhältnisse in Deutschland ist es gelungen, den größten Teil des diesjährigen Kontingents für JndJwr aufzubringen. Dies ist vor allem den Vcrtraucnsieuicn, die sich hin- ״ibungsvoil für die Keren Knjemeih-Arbcit einsetzen, zu danken. Besonders erfreulich ist es, daß seit Beginn der Siabi.i-ieiutig die Keren Kajcnieth-Speudcn wieder in viel reicherem Maße fließen, weil die gespendeten Betrage viel größere Werte darstellen, als während der Zeit der Oe Identwertung. Da nur noch eine Verhältnis* mäßig geringe Summe zur Erfüllung des ganzen Kontingents auf/.ubringen ist, liat die Zentrale des Keren Kajcmctli alle Vertraue.sieuie und Vorsilzendc in einem Rundschreiben aufgefordert, unbedingt dafür zu sorgen, daß überall die Rcstsumme des Ortskoniingents mit verstärkt er Energie in den letzten Wochen des Dezember gesammelt wird. Dieser dringende Appell richtet sich an alle deutsehen Z;onis'.en. Mit Bedoticrn hat die Zcn.rale festgestellt, daß nur ein Bruchteil der ZioniSicn für den Keren Kajcmclh gespendet hat. Die Aufbringung des Kontingents würde für die gesani.c zionistische Arbeit nicht nur in Deutschland, so 11* der!׳ auch in den anderen Landesverbänden von groß.er Bedeutung sein. Sic würde beweisen, daß deutsche Zionisten die Palästina gegenüber übernommenen Verpflich.ui geii erfüllen, und die außcrJctiIschen Verbände und SammclsliLen würden erkennen, daß selbst unter schwierigsten wirtschaftlichen Umständen namhafte Beträge für Ercz Israel gesammelt werden können. Jeder deutsche Zionist und insbesondere diejenigen, die in diesem Jahre noch nicht für den Keren Kajcmeth gespendet haben, ist daher verpflichtet, noch in den nächsten Tagen für den Keren Knjemcth größere Spenden zu geben und zu sammeln, damit die diesjährige Summe für Jadjur sichcrgcstcllt wird. r* 3חוריץך י U 4 L4i^ ll§2j ־‘i.L.ikuvDL!'!iju11!s1;1y!iii|jl1i!blilM!;!it,d^ ßJiiitjiilllitliiliiliSiililllllliii! sammle umgehend größere Spenden für den Keren Kajemelh, damit das diesjühr ige Koniin gent für aufgebracht wirdl Ucbcr den Zweck seiner E n g I a n <1 - Ruse äußerte sich Ministcr Dr. Roscnb.itini dem Vertreter der J.T.A. gegenüber ‘lalun, er wolle die westeuropäische Jutlcnheit über die politische, ökonomische und kulturelle Lage der Juden Litauens gcnmi informieren, da in der letzte.! Zeit in der Presse über Litauen sehr einseitige Informationen erschienen sind. Dr. Roscnbauin bczeicliuctc die Nachrichten über eine ganz, liehe oder auch nur teilweise Liquidation des jüdischen Minisieiiums in Kowno als unrichtig. Infolge einer Reorganisatirin des litmiisehen Regicrunrpetats Halten fast sämtliche Ministerien ihr Budget um 50 0'״ kürzen müssen, Davon wurde natürlich auch das jüdische Ministerium berührt. Diese Etatseiiisctiriinkuiig bedeute aber nicht, daß die verfassungsmäßig« Position des jüdischen MiuMemiins geschmälert worden ist. Der jüdische Naiionnlrat, dessen Legalisierung bevorsteht, üLcrn; mutt erneu feil der Agenden des jüdischen Ministeriums. Durch die Legalisierung des N.'itionalrats werden die Punkt« der Verfassung über die Mindciheitsrechte der litauischen Juden zur Verwirklichung kommen. Ueber die Nichtannahmc «1er Deklaration der litauischen Regierung an «len Völkerbund über die Minderhcitsrechte seitens des litauisehen Sejm äußerte sich Minister Dr. Roscnbaimi: De Nichtnnnahme der Deklaration hat um so weniger Bedeutung, als der Sejm die Deklaration zur Kenntnis genommen hat und nur feststelltc, daß eine Sanktionierung durch den Sejm unnötig sei. Diese Ansicht wird natürlich bestritten, das Ganze geht aber nicht über den Rahmen einer juristischen Streitfrage hinaus. Der Beschluß des Sejm könnte aber auf die Lage der Juden in anderen Ländern vielleicht ungünstig einwirken, indcin er sich als ein Präjudiz zu ungunslcn der Minderheiten auswirken könnte. Freie Einwanderung nach Caiuida Ottawa. (J.T. A.) ln seiner Rede auf einer jüdische« Versammlung in Winnipeg teilte das Mitglied des kanadischen Parlaments, Herr S. W. Jacobs mit, daß in bezug auf die Einwanderung in Kanada ein vollkommener Umschwung stattgefunden hat. Du reb die Politik der offenen T ii r und der Abschaffung der Einwa nderungsbe* bcschränkuiißcn wird «las Land einen gesunden sländigen Zustrom von Einwanderern erhalten. Es sind Vorberci* Hingen zum Empfange v m ungefähr öOOO ukrainischen Fluchtlingcii in Kanada getroffen worden, wobei die Jewish Colonisation Association die Versicherung abgegeben bat, daß die Flüchtlinge nicht dcrOcficntlichkcit zur Last fallen werden. Bi* zu dem Zeitpunkt, da für die ganze gewünschte Zahl der Lin* wamlercr Raum geschaffen ist, hat die Regierung eine Quote von 103 Einwanderern wöchentlich festgesetzt. Die canadischc Regierung hat allen denjenigen jüdischen Einwanderern die Einreise nach Caiiada gestattet, die wegen Ucbcrfüilung der russischen Quote von «len Einwandcrungsbeliötden der Vereinigten Staaten zur Deportation bestimmt wuidcn. Die Deportierten in der Höhe von einigen hundert Personen werden sich bis zum Juli 1021, da die neue russische Quote wieder eröffnet wird, als Touristen in Canada aufhalten dürfen. Der Protest der Bo'.foncr Jaden gegen den Empfang von General Halter Boston. (J.T.A.) Die von dem Bürgermeister Curley vcranlaßte Untersuchung, ob dem polnischen Gen erat Haller die Ehre zuteil werden soll, offiziell als Gast der Stadt empfangen zu werden, hat den Kommandeur der amerikanisehen Legion General Edwards veranlaßt, die Erklärung abzugehen, daß General Haller nicht von dem Bürgermeister, sondern von der Legion cingeladcn wird. Einladungen 211 dem öffentlichen Verhör über «fie Taten des Generals Halfer in Polen sind seitens des Bürgermeisters an Vertreter der jikl sehen, polnischen und ukrainischen Bevolkcrung ergangen. Der Bürgermeister verweigerte den jüdisclien Protestlern das Wort mit der Begründung, daß einige der Beschwerdeführer nicht in Boston, sondern in Lynn wohncn. Der Bericht über den von dem polnischen General veranlagten Pogrom war schriftlich cingereicht und vor dein I klfsgencralanwalt für Massachusetts und Mitglied des nationaleii Exekutiv-Komi.ccs tlcs amerikanisch-jüdischen Kongresses, Eliliu D. Stone sowie von den! Sekretär das jüdischen Kongreß- Komitees in Bas'on unterzeichnet worden. Der Präsident des Boston er Komitees des Jüdischen Kmgrosses, zugleich Vizepräsident der Unabliäugigcn Brill! Abrap hatn-Logc, Samuel Esles.ky, weigerte sich im letzten Augenblick, den Bericht zu unterzeichnen, obgleich das Kongreß- Komitee beschlossen hatte, ebenfalls gegen den Empfang Habers zu protestieren. Herr Herman Bernstein aus New York, der den amerikanisch-jüdischen Kongreß auf der Zusarnmenkunft beim Bürgermeister vertrat, hatte keine Gelegenheit, die Sachlage mündlich darzulegen, sondern brachte ein schriftliches Memorandum darüber c»11. Die Angelegenheit ist noch im Fluß. (icr/zraJ Hai!er über die polnischen Judenpogrome Detroit. (J.T.A.) Aus Anlaß seines Besuches in Detroit erklärte der jetzt Amerika bereisende polnische General Josef Haller folgendes: ,,I11 den Vereinigten Staaten waren Meldungen verbreitet, ich hätte die Juden in Polen seit der Zeit des Waffenstillstandes verfolgt. Ich Icuine dic־.c Behauptungen kategorisch ab. Niemals habe ich offiziell oder inoffiziell' einen Befehl erteilt, die in!Wien wohnenden Juden anders als die Angehörigen anderer׳ Mationatitatcn 7u bchamluln. Im polnischen Parlnmcnt saß ich mit Juden zusammen.“ Haller hat den Wunsch jüdischer Presse- Vertreter nach einer Aussprache abgclelmt uiul durch seine Vertreter erklären lassen, er hoffe nicht, die jüdischen Presseleutc zu überzeugen. Hallers Vertreter gab bei Gelegenheit dieser Erklärung zu, daß die 1 lallcr-Trnppcn1 in der Tat jüdische Bärte abgeschnitten hatten. Das soll aber nur aus hygienischen Gründen geschehen sein, da zu jener Zeit eine Typhusepidemie herrschte, die durch Ungeziefer übertragen wird. Eine IranyJsisclie Infcrvcaiion gegen den Numerus dausiu in Polen Paris. (J.T.A) Der bekannte französische Professor Charles Gide, der in Polen großen Einfluß in akademischen Kreisen besitzt, ist kürzlich nach Polen gereist. Profcssor Charles Gide ist beim Rektor der Universität Warschau sowie bei verschiedenen Dozenten und Professoren der, Universität vorstellig geworden, um ihnen klarzumachen, welch einen schlechten Eindruck die Einführung des Numerus clausus in Frankreich hervorrufen würde.

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