Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 104 (14.12.1923)
- Date
- 1923-12-14
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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I Seite 602 JUEDISCIIE RUNDSCHAU Nr. 104 Grcz-Ioract Die EinricIsSung des Haifacr Teclmlkum Eine erfolgreiche Aktion. Von Dipl,-In״. M. Meck er, Jerusalem-Berlin Das Technikum in Ha'fa war bereits vor zehn Jahren seiner Eröffnung nahe, wurde aber durch den Kriegsausbruch in seiner Entwicklung jäh unterbrochen und war seither in einen toteiiähiilidien Schlummer versunken. Diesem bedaucr• liehen Zustand konnte cs erst in neuester Zeit entrissen und so weit gefördert werden, daß ■es im nächsten Frühjahr endgültig ins l eben treten kam«. Die Zionistische Organisation, die Ligcigüiuerin des Bodens und der Gebäude ist, hat Betrieb lind t'ntcilialttmcr der Anstalt einer neiigcg rundeten Gesell• schatt ״Haifa Technical Institute“ übergehen. Dieses stellt — unter Wahrung des nationalen. Charakters der Anstalt — auf neutralem Hexten und vereinigt zionistische und nicht/ionistischc Kreise zu gemeinsamem Wirken. Maßgebend für die Wahl dieser besonderen ürgamsationsform war die Erwägung, daß sich für eine solche Arbeitsgemeinschaft kaum eine geeignetere Aufgabe bieten kann als die Lösung des konkreten Problems, Juden Palästinas in produktive lechnisrbc Hernie ciu/uführeu. Die neue' Gesellschaft hat sich erst vor wenigen Monaten in London konstituiert und ist jetzt dabei, eine Werbetätigkeit in größerem Umfang vorzubcrciten. In diesem Vorstudium ihrer Entwicklung stellen der Gesellschaft natürlich erst beschränkte Mittel zur Ver- Fügung, die au; zionistischen Quellen siammen. Nim legt aber die Dringlichkeit, den Betrieb der Anstalt zum frühesten Termin zu eröffnen, gerade jetzt zum Anfang erhebliche finanzielle Verpflichtungen auf. Der Beginn einer fruchtbaren Tätigkeit hängt davon ab, daß ein gewisser Grundstock an Einrichtung und Lehrmaterial zur Verfügung stellt, die den Unterrieht gegenständlich und nuschanlidi gestalten sollen. Diese Forcierung wird noch dadurch erschwert, daß die besonderen Verhältnisse Palästinas die Anstalt zwingen, auch die pruktische Schulung der Zöglinge in die II :nid zu nehmen — eine Aufgabe, welche die kostspielige Einneblung von Werk- Stätten, Laboratorien u. dgl. notwendig macht. Als mir das Direktorium «!er Gesellschaft vor einigen Monaten den Auftrag erteilte, die erste Einrichtung für das Technische Institut zu beschaffen, befand ich mich somit in einer schwierigen Lage. Auf der einen Seite die Erkenntnis der Notwendigkeit einer möglichst reichhaltigen und guten Ausstattung, .111־f der anderen Seite ein Minimum au Mitteln, das mir füi' Ankäufe zur Vcifugiutg gestellt wurde. Um aus diesem Dilemma herauszukommcu, bemühte ich mich, die fehlenden Teile der Einrichtung durch Geschenke zu ergänzen, und jüdische Industrienn-J HanclcJskrcisc zu solchen zu veranlassen. Doch weniger leicht und einfach wie der Gedanke war seine Ausführung. Es erwies sich als sehr müh• selig, wirksame Beziehungen zu solchen leistungsfähigen Kreisen herzustcllcn. Trotz dieser Hemmnisse vermochte die einfache, großzügige Idee, die in der Erzichungsanfgabc des •Technischen Instituts liegt, allmählich ihre Wirkung auszuiiben. Sie wußte nicht nur Interesse und Verständnis hervor- Zurufen, sondern auch Bereitschaft zu tätiger Unterctüiz’m״ zu wecken, die sielt in zahlreichen, oft recht wertvollen Materi.'ilgeschenkcn äußerten. Da eine Anzahl Spender den!Wunsch geäußert hat, nicht genannt zu werden, so muß ich es mir versagen, durch Auffahren einzelner Namen der gebührenden Anerkennung Ausdruck zu geben. Wesentliche Teile der Einrichtung und bedeutende Mengen an Arbeitsniatcrialicn, welche die Werkstätten für längere Zeit hinaus versorgen, sind mir;1111 diese Wci.se aus zahlreichen Einzel• spenden zits.immeiigctlüs.sen, von denen nur einige größere Erwähnung finden können. So schenkte der Inhaber eines M a s c 11 i 11 c 11 k o n z. c r n s in Berlin und der Leiter einer Dü s s e I ei o t f e r Fabrik jeder eine Anzahl Werkzeugm a s c 11 i!1 e 11 für die mechanische W c r k s t ii 11 c. Eine ähnliche Spende stammt von dem Generaldirektor eines tschechoslowakischen Eisenwerks, der auI!ersinn noch den gesamten I: i s c nbeda r f der Werkstätten zur Verfügung stellte. Der Leiter eines Kupferwerks hatte bereits früher Maschinen für die Scliuhverkstättc dev Realschule in Haifa gestiftet, die jetzt in das Technische Institut cinbe/ogcn wird, und fügte als weitere Spende den Bedarf an Messing 1u1;l Kupfer, sowie das Leitungs* material für die elektrische Anlage hinzu. Von verschiedenen Spendern stammen Motore, Pumpen und sonstige Maschinen, Eiiirichtungsteilc und Materialien. Be• sonders reich sind die Spenden an Holz, das zur Her- Stellung des erforderlichen Mobiliars in der eigenen Ti sc 11- 1 e r w c r k s t a 11 in gröFieren Mengen gebraucht werden wird. Nicht weniger als a c 111 Waggons I: i c 11 e 11 ־, Kiefern- und Fichtenholz sind aus verschiedenen Gegenden zusanrnicngckoinnicn. Schließlich sind auch zahlreiche Beiträge für die Lehrmittelsammlungen zu erwähnen. Erfreulicherweise bleiben neben so vielen inatericlicn Bedürfnissen auch die künstlerischen nicht ganz, unbefriedigt, was im Interesse einer Gesclimrckreiiiwirkung auf die für das Bauen verantwortlichen Kräfte gleichfalls als wesentlich angesehen werden muß. Ein Gemälde von Prochownik wurde von einem Freiburger Fabrikanten, außer seinen eigenen technischen Erzeugnissen, gestiftet, ein Bild von Hirszenberg als Leihgabe in Aussicht gestellt, ein künstlerischer Wandbrunnen ־und verschiedene Porzellane sind Geschenk einer Königs- Borger Bauniateriaücnliamilnng. Eine eigenartige Spende ist «ine umfangreiche Sammlung von Zeichnungen und graphischen Reproduktionen, die einem Leipziger Arzt zu verdanken ist. י So reichhaltig auch dieses Ergebnis der Einzclschcnkungcn ausgefallen ist, so wäre cs doch kaum möglich, au( diesem •Wege eine auch nur annähernd abgerundete und vollständige Einrichtung zivsaninieiiziistclleii. Abgesehen davon, daß ein solches Verfahren ein syrtcmatischcs Vorgehen, wie 110t* wendig, nicht zuliißi, entstammen viele notwendige Einrichiungsteiic solchen Fabrikationsgcbictcn, die jüdischem Einfluß ganz entzogen sind. Um meine Werbetätigkeit auch naci» diesen Richtungen hin erweitern zu können, mußte ich noch einen anderen Weg wählen. Ich interessierte jüdische Gruppen an verschiedenen Orten, die Geldmittel aufzubringen, die zun! Ankauf von geschlossenen Teilen der Einrichtu 11g erforderlich sind. Audi liier drängten sich übergenug Schwierigkeiten in den Weg: das Ausbleiben nahezu jeglicher Förderung von offizieller Seite, Rücksichtnahme auf die gerade in den letzten Mönaten intensiv ein setzende Arbeit des Keren Hajessod und schließlich auch die Ungunst der in Deutschland herrschenden Verhältnisse, die eich nicht nur tu der wirtschädlichen Depression, sondern noch mehr in ihren sceli* sciien Auswirkungen aufs ungünstigste äußert. Allen Hemmnissen zum Trotz, gelang es, aut 11 111 die;;er. Richtung ertreuliche Ergebnisse zu erzielen und weite jüdische Kreise zu wirksamer Miiarbeit zu gewinnen. So hüben Freunde in Chemnitz die Einrichtung für den pliysikaiisehen Uni erricht geschenkt, zugleich als Stiftung zum ehrenden Gedenken des dort verstorbenen Gesinnungsgenossen Apisdorf gedacht. Andere fanden sich in Berlin und 11 a m bürg, welche die entsprechende Einrichtung für den c 11 c tu i sc 11 e 11 Unterricht und ein Laboratorium zur Verfügung stellten. Die Wolff so 1111- Gesellschaft und die Jüdische Gesellschaft in Berlin haben cs übernommen, für die Mn scli inen der Tischlerwerkstatt zu Berliner Zionistische Vereinigung Sonnabond, den 15. Dezember, abends 8'/2 Uhr ira ßecbatcinsaal, Linkst!42 .־. ÜOD,11ÜÜGCßDDP D Herr Dr. ArJosoroff: ״Das Crundproblem unserer Kolonisation'* Karton p.mviFrotno M.,1.10 M.,0 tV» \f. »mtor ÄbontlliMß© orhltftHoh Berliner Zionistische Vereinigung Gruppe der Zionisten aut dem Osten. Donnerüog, den 20. Dezember, 8>$ Uhr obendt. Im groben Saal des Logenhousei, Klelilslrafie 10, Herr Prof, Dr, Sie rmann! ״Jüdische* Volk, wo bist Du?" >3iwoouos,iouaxjcrj0crj():« uotwxiuooootioaa^^ sorgen. Dagegen haben sich die Metallbearbeitung*• Werkstätten wiederum Freunde in Leipzig geworben, welche die vorerwähnten Einzclspciulcn durch Zukauf systcniatisUi ergänzen wollen. Schlesien will durch die Stiftung der notwendigen Werkzeuge zugleich das Andenken an unseren zu früh entrissenen Mitarbeiter Dobrzynski fcsthattcn. Audi an anderen Orten wurden von einzelnen Geldbeträge zur Verfügung gestellt, um Lücken in der Einrichtung ausfüllen zu helfen. Beachtenswert ist, daß nicht nur der größte Teil der Mnterialspcndcn, sondern auch viele Geldbeträge t von n i c 11 t z i o!1 i s t i s c 11 e t Seite stammen — ein Be• weis, wie wirksam derartig konkret gestellte Aufgaben sind, um fcrnciYtehemlc Kreise dem palästinensischen Aufbauwerk näher zu bringen. So haben viele Kräfte zu erfreulichem Gdingen zusammengewirkt. Während aus den Mitteln der Gesellschaft bis Anfang Dezember weniger als 8300 Goldmark ausgegeben wurden, sind f re i w i 11i g c S pc 11 dc 11, h auקt sä c 111 i c 11 in Ma tcrialicn, im Werte von 65000 Gold mark zusaimr.cngcfiosscn. Dabei stellt die Arbeit noch in der Mitie und 11at sieh — aus äußeren Gründen — bis jetzt fast ausschließlich auf Dculselilaud beschränkt. Vereinzelte, allerdings namhafte Spenden, sind aus der T s c 11 e c 11 os 1 o w a k c i und am 1'01 en gekommen. Audi in England beginnt jetzt die Arbeit cinziisctzcn, und last •not least wird demnächst auch Amerika in den Kreis der Bemühungen cinbczogcu «erden. Die Werkstätten sollen auch älteren Handwerkern ölten stellen und sie mit modernen Einrichtungen und ArlVeilsmcilioden bckaimlniachcii, damit das derzeit noch niedrige Niveau des Gewerbes auf eine höhere Stufe gebracht werden kann. Ute! aborator'cn, besonders nach der technischen Seite weiter ausgeb,•mt, sind berufen, konkrete Aufgaben aus der Praxis zu lösen und eine erhöhte Ausnutzung und Verbcsscrungcn anzuregen. Die Sammlungen sollen zu einer ständigen Ausstellung erweitert werden, de Interrssicrle Kreise aueti auf .solchen Gebieten, die nicht in den V.'cikstidlca und Laboratorien vorgefiiiirt werden können, mit den Fortschritten der modernen Technik und Industrie bekanniinaclit. Auf der anderen Seite ist eine soiciie Einrichtung auch geeignet, europäischen Lieferanten Gelegenheit zu geben, ihre Erzeugnisse vorznführen. Wese vornehme Form einer wirksamen Propagandi an einer besonders he* rufenen Zentralstelle ist zweifellos auch schon jetzt bei manchen Spendern mitbcstimmcnd gewesen und läßt sich bei der Werbetätigkeit leicht mit überzeugender Kraft ins Feld führen. Auch eile Angehörigen technischer Bcmfskrcisc, die leider mit wenigen Ausnahmen bisher ganz versagt haben, hätten die Elucnpflicht, an einer solchen Somieranfgabe mitzuwirken. Aber auch viele andere könnten erfolgreich mitticlfeit. Handelt es sich doch nicht nur darum, selbst Beiträge zu stiften, die auch bis zum bescheidensten Ausmaße herunter nützlich sein können, — icli denke an Materialproben, technische Bücher und Zeitschriften, Zeichnungen U. dgl., sondern vor allem Beziehungen hcrzustcllcn und potente Kreise zu größeren Leistungen zu veranlassen. Einschlägige Anregungen und sonstige zweckdienliche Mitteilungen, die an den Verfasser (Berlin-Wilmersdorf, Einser Str. 12/IT) gerichtet werden, finden dankbare Aufnahme. Eine Informationsbroschürc, die soeben erschienen ist, wird auch auf Wunsch von dort aus gern zur Verfügung gestellt. Protessor Mcad über Palästina London, (J. T. A.) Auf einem von der Zionistischen Organisaiion am 7. Dezember arrangierten ׳ Beisammensein, sprach der landwirtschaftliche Sachverständige aus Kalifornien, Professor Elwood Me ad, der sich auf der Rückreise von Palästina nach Amerika jetzt in London aufhiilt, über seine Fimlrückc in Palästina. Er unterstrich den großen Einfluli, den die zionistische Bewegung auf das wirtschaftliche und politische Aufblühen dieses wichtigen Teiles der Welt bat, sowie den immensen Nutzen, den die Araber aus der laiidvvirtsdiaftiichcn Tätigkeit der Juden ziehen und kam zu dem Schluß, daß nichts Palästina wieder zu seiner alten Größe verhelfen könnte, als der Erfolg der zionistischen Bewegung. — Professor Mcad zog einen Vergleich zwischen den jüdischen Kolonien und den arabischen Dörfern und sagte, die arabische Bevölkerung könnte keine bessere Belehrung empfangen, als ihr durch das Beispiel der jüdischen Siedlungen zuteil wird. Besonders um Jaffa herum, wo sich die ältesten jüdischen Siedlungen befinden, macht sich dieser günstige Einiluli auf die arabischen Dörfer bemerkbar. Der denkende Araber wird endlich cinsdien, daß die zionistische Be wcgungauch seinem St ammegroßenNutzen bringt. In einem Gespräch mit dein anwesenden englische•! I.andwirtschaftxkommisxar äußerte sieh Professor Mcad, den arabischen Dörfern seien ungeheuer viel Auflagen l)ra Rat in Inndwirtschnftiiehrn Dingen bei ihm cingetrolicn, g, diese Dörfer mit den jüdischen Siedlern •nicht Schritt halte,, könnten. Die zionistischen Vertreter in Palästina seien ihm mit allen erforderlichen Auskünften an die Hand gegangen er führe mit sich ein großes statistisches und anderes Wissen material und cs würden wohl zwei Monate darüber hingchcn bis er der Zionistischen Organisation den vollständigen Berirltt wird vorlcgcii können, Verbesserung der palästinensischen Handelsbilanz Jerusalem. (J.T. A.) Der Außenhandel Palästina! hat im Monat September eine Abscliwächung erfahren, doch hat sicii die Handelsbilanz für die ganzen ersten neun Monate dieses Jahres um 7120<X) Pfund verbessert. 111 der Periode Januar—September 1023 betrug der Import 3 515 fXW) Pfund während er in der gleichen Zeitspanne im Jahre 1022 4 06 00(1 Pfund auunachtc, das bedeutet also eine Abnahme von 522 000 Pfund. Der Export betrug 1 030 000 Pfund gegen 031 000 Pfund in derselben Zeitspanne im Jahre 1022 (Zunahme: 125000 Pfund); die Wiederausfuhr betrug 107 000 Pfund gegen 132 000 Pfund im Vorjahre (Zunahme: 63 000 Pfund), Neue Hanken In Palästina Der ״Jewish C1I1 ronide'‘ meldet: In kurzer Zeit wird in Tcl-Awiw eine G e m c i 11 d c -11 y p o 111 c k e 11 b a ת k mit einem Kapital von 20 000 il eröffnet, von welcher Summe die Stadtgcmcindc ein Viertel zeichnen soll. Außerdem wird in Kürze in Jaffa eine L a n d w i r t s c I1 a f t s b a 11 k mit einem Aktienkapital von 20 000 C eröffnet, und zwar unter dem Namen l׳Bnci Benjamin“. Die Gründung dieser Bank geschieht auf initiative des Captain*; Alexander Aarons 011!1 und Mrs. Fels. Die Bank soll den Siedlern auf ״Bnei Benjamin"• Boden landwirtschaftliche Darlehen gewähren. König Hussein in Amman Jerusalem. (J.T. A.) Die national-arabischen Verbände in Palästina treffen Vorbereitungen zur Begrünung des Königs Hussein von Hedias, der zum Besuch seines ältesten Sohnes, des Emirs Abdullah von Transjordanien in Amman erwartet wird. Am den verschiedensten Teilen Palästinas werden Deputationen in Amman erwarte!. Pie arabischen Deputationen wollen mit König Ihr,sein über die Zukunft Palästinas und der arabischen Gemeinschaft sprechen. Maßnahmen zur Erhaltung der öncftllichenSicherliclUnPalästlM Jerusalem. (J. T. A.) Zehn Scheichs aus dem Gebiet von Berseba wurden verhaftet, weil diese Stämme sich geweigert haben, die Behörden in der Ermittlung der dieses Gebiet unsicher machenden Räuberbande zu unterstützen. Die Scheichs sollen, sobald sie die Räuber dem Gericht ausge• liefert haben, wieder in Freiheit gesetzt werden. Eine bewaffnete Bande von 80 Arabern hnt die in Niedergaliläa gelegene jüdische Kolonie ״Ln Cliarod“ angegriffen. Vier auf dein Felde arbeitende Juden wurden durch Schüsse schwer verletzt. Geschenk der spanischen Regierung an die Jerusalemer Ditiliollack Vor kurzem ist von der spanischen Regierung eine ansehnliche Buclicrseiidung heim spanischen Konsul in Jeru• saicm cingctroffcn. Da diese Bücher die Hcsliininung ״füi die Hebräische Universität in Jerusalem1‘ trugen, folgte der spanische Konsul erst nach Bestätigung des sephardischc» Oberrabbiners, Rabbi Jacob Mcir, wonach die National• bibliothek zugleich auch die Universitätsbibliothek ist, erster« die Bücher aus. (Ziko.) Bi{ ■A I eil!;יי La | : ab' ו a. A; b l: di S 1 n 1 n 1 d' f■1 t s r c ג 1 1 ( I I Ein neues Einwantlcrcrlicim in Haifa Haifa. (J.T. A.) In Anwesenheit einer tausendköpfigen Versammlung wuidc der Grundstein zu einem Einwandererheim der zionistischen Exekutive im Bcth-Galim-Vicrtel von Haifa gelegt. Ansprachen hielten der Gouverneur des Nordgcbicics, sowie Ussis eil kin, Professor Pick und andere. Am 27. November traf vor Haifa ein holländischer Dampfer mit 50 von der ziomsfUchcn Exekutive in Holland für die landwirtschaftlichen Siedlungen in Palästina erworbenen Rindern ein. ״Palästina •Wirlsckallsbcrichle" Soeben erschien als Doppclnummcr ein neues Heit der vom deutschen Keren 1 l.1;c- - >,l 11c1.־uvggegcbct1c11 ״Palästina• Wirtschaftsbcrichlc ־. Diese dem Handel und der Industrie in Palästina gewidmete Zeitschrift hat in der kurzen Zeit ihres Bestehens eine stets steigende Zahl von Abonnenten zugewoniicn. Sie bietet in ihrer Reichhaltigkeit allen am Palästmaaufhaii Interessierten überaus wertvolles Material. Diese jclzige, trotz ihres aufs Doppelte vergrößerten Formates (Quart) '16 Seiten zrililcmlc Nummer hat neben Illustrationen und einer ganzseitigen Karte von der Umgebung Haifas folgendcii Inhalt; Fischerei-Industrie in Palästina; Bank- und Geldwesen; Neue Akticn.1n-.gabc der Arbeiterbank; Gründung der ״Ercz-lsracl“.Bank; Industrie und Handel — Aulbau — Neue ur.d geplante Unternehmungen; Statistik und Konjunktur; Import, Export, Transit; Die Arbeiterkooperative ״Soldbonneh '; Eine Gartenstadt auf dem Karmel; Mitteilungen aus dem Palästina-Amt; Arbc'tsvcrhältnisse in Palästina; Gescllschaftsrciscn nach Palästina; Pnsseschatt. In der letzten Sitzung der Senatskonimission für äußere Angelegenheiten berührte der jüdische Senator Dr. Ringe* die i:rage eines H a ml c l s a 11 k 0 m in c n s mit Pal ä s t i n a und wies darauf hin, daß in dc;11 Handelsabkommen mit Englnnd eine Bestimmung vorhanden ist, wonach das Abkommen auch auf die Mamlatsländcr ausgedehnt werden kann. Da nun die Emigration polnischer Juden nach Palästina irn Wachsen begriffen ,ist und auch eminente I iandclsintcrcsscn bestehen, wäre cs wünschenswert, daß das Handelsabkommen mit England auch für Palästina Geltung erlangt. — Es wurde bc* schlossen, diese Frage bei Gelegenheit der Ratifmenmg des Ilamlelsabkomnieiis in England zu behandeln. (J.T.A.) Im Monat September ist die erste O r a 11 g c 11 s c n d 11 ח ß von KW Kisten im Weile von 25 äg. Pfund nach Aegypten ahgcgangcn, im darauffolgenden Monat die zweite gleich große Sendung. Die englischen Transportgesellschaften haben sich nunmehr bereit erklärt, die Frachtkosten für die «ach England bestimmten Orangen um 6 d pro Kiste herabzusetzen. Die erste nach England bestimmte Orangensendung ist am 15. November von Jaffa abgegaiigcn, und zwar nach Liverpool. Gleich nach den Passah-Tagen Wird in Jerusalem mit dem Bau einer neuen Siedlung unter dem Namen ״Montefiore“ in der Nähe der Siedlung ״Beth Hakerom״ auf dem Wege nach Jaffa begonnen werden, Die neue Siedlung wird zunächst (X) Häuser umfassen. Die Erbau״r erhielten Anleihen von je 450 englischen Pfund, die im Verlauf von 17 Jahren zu tilgen sind. ■ I i . L