Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 100-101 (30.11.1923)
- Date
- 1923-11-30
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 2× ep/1047930
- Safed 2× ep/1046078
- Tiberias 2× ep/1048138
- Hebron 1× ep/1047559
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Kr. 100/101 fUEDISCHE RUNDSCHAU Sette 585 1 die iüic nur der rde hre 1c« tcrr >ar, ind feit pa- 85• fch ins '«?r der der 'er* Ion mit der age ren die ese her :114 der;cn. viel .(״/* len, Itiff nte >aB den mal 43 1aft die ert es reis Ist nur hin, ■ora mer ertc llen 7e־rt nur auh lti& fen. die viel uns tina! Imuer, Die iten (nur Vert tbert den- und* Illen die da eu fTauf So• ein« ency ן in ahne fünf׳ ilsic• hielt, ger.e «cntgL־«» 1u«* für ,ote« hat*• gctis mten jeren »her׳ Statistik Die Zahl der Juden I n den Kolonien und Dörfern laut der Volkszählung 1022. (Mach dem ״Pinkas“.) Die Gesamtzahl der Juden, welche bei der Zählung 1022 In den Kolonien und Dörfern ermittelt wurde, war 15172 Seelen (sic wird nngczwcifclt, Dr. Zagorodsky schätzt sie auf 17 262). Die Mehrzahl davon besteht aus Kolonisten, landwirt• schaftliclien Arbeitern und verschiedenen anderen Elementen, die in irgendeiner direkten Weise für die landwirtschaftlich« Bevölkerung tätig sind (Acrztc, Lehrer usw.). Es verstellt sich, daß ein Teil der• Zahl jüdischer Dorf* bewolmer aus den Mitgliedern der nichtstabilcn Kwuzoth besteht, welche mit Bev ässcrungs- und anderen Vorbercitungs■ arbeiten auf jüdischem Boden, öffentlichen Arbeiten usw, beschäftigt sind, deren Mijglicdcrzahl schwankend ist und die beständig wandern, je nach der für sic vorhandenen Arbeit. Jüdische Dörfer, wie sie sich in der Diaspora finden, wo die Juden als Handwerker, Händler usw. unter nichtjüdischen Bauern ihr Brot verdienen, gibt es in Palästina nicht Die Zahl der Juden, welche zur Zeit der Zählung in Kolonien und Kwuzoth gefunden wurde, beträgt 14 851 Seelen. Weitere 321 Seelen waren zerstreut in verschiedenen Lagern als Beamte und Arbeiter. Zahl der jüdischen Landbevölkerung in Kreisen Palästinas. de 11 Kreil Ofsamtzih] der Doifbewolmer Zahl d. Orlt indischer Verwaltung Zahl der fad. Dortbewohner In Pro* itnten Süddistrikt Gaza , , , Hebron . . Beer Scheba . 55 015 Bf. 994 72 868 8 270 0,4 Distrikt Jerusalem Jaffa Jerusalem . . Ramallah . . Bethlehem, , Jericho . , . Jaffa .... Ranileh, , . 28 694 20 899 17 955 890 17 650 37 535 5 9 9 460 3 068 3 803 1.« .22,6 10,1 Distrikt Samaria Sichern . , , Tulkerum , , Jenin , , . Baisan . , , 40 748 31 622 80 807 8 738 4 652 7,6 Norddistrikt Haifa , , . Akka. , , , Nazareth , . Tiberias , . Safed , , , 31 823 29 115. 15 257 13 77 L 14 02» 18 1 6 15 6 2 514 63 617 1741 730 7,5 0,2 4,2 12,7 5,8 511130 76 14851 2.» Die jüdische Landbevölkerung ist in zwei Distrikten kon* zentriert: Jaffa— Jerusalem und Norddistrikt. 1111 erstereu finden wir zur Zeit der offiziellen Zählung 23 dörfische Punkte, in denen insgesamt 8231 Juden wohnten. Aber selbst in diesen ist der Unterschied zwischen der jüdischen Devölkcning der Dörfer und der einer Stadt groß genug, im Kreise von Jerusalem, diesem größten jüdischen Zentrum, finden wir nur kleine Dörfer, in denen nur 400 jüdische Seelen wohnen. In den Kreisen Ramallah, Bethlehem, Jericho gibt cs kein jüdisches Dorf. Die jüdische ländliche Bevölkerung des ganzen Distrikts befindet sich ln den Kreisen Ramie 11 und Jaffa (siehe Tabelle), wo sie aber nur 10,1 «/o und 22,5 ״/!> der gesamten ländlichen Bevölkerung ausmachen. 111 beiden Kreisen liegen die jüdischen Dörfer sehr nahe beisammen und z. B. im Kreise vom Jaffa könnten sie territorial vereinigt werden, was von politischer Wichtigkeit wäre. Der zweite Distrikt, in dem eine größere Zahl von jüdischen Dörfern vorhanden ist, der nördliche (Umgebung von Haifa) weist 46 Dörfer und Kwuzoth mit 5603 Seelen auf. Das sind nur 5,5 °/0 der gesamten ländlichen Bevölkerung des Distrikts. Auch hier ist ein großer Unterschied zwischen Stadt und Land, Im Kreise Haifa gibt es eine jüdische ländliche Bevölkerung von 2514 Seelen <>/3 0/0). Im Kreise Tibcrias 174! (12,7 %). In eien restlichen Kreisen nur 1440. Ucbcr die ländliche Bevölkerung des Norddistrikts gibt nachstehende Tabelle Aufschluß: Religion und Volkszugehörigkeit der lä nd ׳ liehen Bevölkerung des Norddistrikts. Kreis Gesamtzahl Mohammedaner Christen Drusen Juden Haifa 31 823 25151 2244 1913 2514 Akka 29 115 20 042 4350 4001 63 Nazareth 15 257 . 12 450 2158 — 617 Tiberias 13771 10 385 891 679 1744 Safed 14 029 11875 910 1 386 780 Hueaenbatidd So erfreulich cs Ist. daß der Export Palästinas an Landes- Produkten steigt und damit die Handelsbilanz gebessert wird, so wird erst eine Analyse der Importziffern, sobald die näheren Daten vorlicgcu werden, ergeben, ob auch die Abnähme des Imports mir durchaus erfreuliche Seiten hat. Außer Kousumgütern werden ja auch solche Rohstoffe und Produktionsmittel citigcführt, die im Lande noch nicht erzeugt werden, je rascher der Aufbau vor sich geht, um so größer müssen zunächst solche Importe sein. Wenn z. 0. Ruthen• berg elektrifiziert, so muß er elektrisches Material, Maschinen tisw. ciiifiihren, ein durchaus erwünschter Import, der durch Kanitalzufulir von außen gedeckt wird. Je mehr Kapital nach Palästina strömt, desto mehr werden die Importe von Produktionsmittcln ׳ wachsen, Hdminiöfration Das Budget der Administration 1922 21 Der Bericht der Regierung über das abgclaufcne Finanzjahr zeigt als Hauptposten in den Einnahmen (die Ziifern des Vorjahres in Klammer): Zölle 594000 fig. Pfund (623 300) Steuern usw. 493 006 ,. 758100) ״) In den Ausgaben stehen an der Spitze: Ocifciitlichc Sicherheit 307 856 äg. Pfund (32IOOO' Gesundheitswesen 114150 142900) ״ ״ OcifculL Arbeiten 114000 38000 ) ״ ״ ״ ״ (laufend) 100 0Q0 500 63 ) ״ ״ Erziehung 89 200 200 83) ״ ״: Die Eisenbahnen ergaben ein Defizit von 30003 Pfund, hingegen die Postvcrwaltung einen Uebcrschuß von 60)0 Pfund. Von Interesse ist cs, daß die Regierung aus den allgcmeinen Laridcseinnahmcn für Sanität und Erziehung nicht mehr nvfwcndcn kann, als ungefähr die Zionistische Organisation aus freiwilligen Mitteln für den Jlschuw allein. Der Rückgang der Steuersummen gegen das vorige Jahr ist vor allem durch den der Osclicreingänge verschuldet, die natürlich bei fallenden Preisen der Produkte geringer werden müssen. Arabcrlrage Aus dem Bericht der Administration für 1922 (Leistungen für die Araber). Dem bisherigen Parlament ist kürzlich der Bericht der palästinensischen Administration für 1922 vorgclegt worden. Es ist von Interesse, daraus zu entnehmen, was die Administration über die Verhältnisse in der arabischen Bcvölkcning sagt und was sic für diese tut. Ucbcr die Arbeitsverbältnisse sagt der Bericht, daß das Angebot arabischer Arbeiter Im Herbste knapp war, weil in Trnnsjordanicn höhere Löhne gezahlt wurden. Die Arbeitszeit ist bei den Arabern viel länger als bei den Juden, wclöhc die 43-Stundcnwochc haben. Die Arbeitslöhne lür Ungelernte fielen um 20 bis 25 0/0. Die Administration hat insgesamt 303 Elementar• schulen für Araber, inklusive solche für Beduinen des Südens errichtet, davon 75 in 1922. Private mohammedanische Schulen gibt cs scltr wenig, sie zählen insgesamt zirka 2500 Schüler. Der mohammedanischen Schule in Haifa wurden 6000 Pfund für den Kauf eines Bauplatzes gegeben. Die Lehrerbildungsanstalt In Jerusalem zählt 75 Schüler, die Lehrcrinncnbikiungsanstnlt 45. Die nicht jüdischen Pfadfindervereine 7.5hlen 633 Mitglieder. Dagegen hat bei den Juden teils wegen des Fehlens von geeigneten Führern, teils wegen Abflauens des Interesses die Aktivität abgenommen. ln den Rcgierungsschulen wird, wie In den jüdischen, alljährlich ein Baumpflanzungstag abgehaltcn. In erstcren wurden 1922: 10000 Bäume gepflanzt. Der Schulbesuch der schulpflichtigen Kinder war schätzungsweisc bei den Juden 91 °/0, bei den Christen 57 0/0, Moslem 17 0/0. Ein« Ucbcrslcht über Tabelle: Rcgierungsschulen Private Schulen: mohammedan. Christi, jüdische Schulwesen gibt folgende Schulen Lehrer Schüler 311 •639 ’ 19639 42 114 2487 139 688 11952 170 814 18064 “565 2255 52162 Insgesamt Hieraus geht hervor, daß von den Schülern fast 40 י/# Juden waren, also mehr als dreimal soviel als dem Bc• völkerungsanteil entspräche. Das Verhältnis wäre für die Nichtjuden noch viel ungünstiger, hätte nicht die Regierung Schulen für die Moslem eröffnet. ln der Polizei war die Zahl der Offiziere: Moslem Christen Juden Offiziere Unteroffiziere u. Mannschaften 32 879 34 168 12 82 78 1129 \ In ganz Palästina gibt es keinen Kreis, bei dem in der Zusammensetzung der ländlichen Bevölkerung die Moslem relativ so zahlreich sind, wie im Norddistrikt, gerade in denjenigen, der heute das Zentrum der jüdisch• landwirtschaftlichen Arbeit bildet Landtransaktionen. Es kauften Araber Juden Europäer (Nichtjuden) Auswanderung. Von den 1521 Personen, die 1922 aus Palästina auswanderten, waren 512 Moslem, 559 Christen und 450 Juden. 29 520 Dunatn Wert 369177 Pfund ' ״ 271 701 * ״ 302 44 ״ 581 85 ״ ״ 476 Landwtacbaft 4 Besserung der palästinensischen Handelsbilanz Seit der englischen Okkupation hat der Export aus Palästina im Monat August seinen höchsten Stand erreicht, und zwar mit einer Ziffer von 180 000 Pfund Sterling, während der Import 356 000 Pfund Sterling betrug. , Hauptsächlich waren es Wassermelonen, die für 74 000 Pfund Sterling exportiert wurden, ferner Spezereien für 48000 Pt St. und frisches Obst für 22 01X1 PL St. Die palästincnsische Handelsbilanz hat sich also gegen das Jahr 1922 um 644 000 Pf. St. gebessert. Die Ziffern stellen sich folgendermaßen (in Pfund Sterling): Jumu bis August Jsnusr bis Auntsl Za- oder Ab- 1922 1923 nshms Import 3638 000 3172 000 - 466000 Export 833000 ' 955000 -1-122000 Reexport 123000 179000 •f 56000 Besserung deg Bilanz im Jahre 1923 um 644 QQQ RL St. SlcdlungsabUon der ICA. Um das Jahr 1900 hatte die Ica zirka 7000 Dun am In der Nähe von Tibcrias gekauft Es war aber unmöglich, den Kaufstitel (Kuschan) zu erlangen, da die Araber Schwierigkeiten machten. Im Krieg nalunm sie das Land einfach in Besitz und die Ica mußte um ihr Recht kämpfen. Im Jahre 1922 kam endlich ein Abkommen mit den Arabern zustande. Hierbei wurde der Besitz teilweise durch Tausch zerstreuter Parzellen mit angrenzenden arrondiert, teils wurde jedem der arabischen Landwirte je 50 Dunam gratis ge* geben. Dadurch blieben der Ica nur 6000 Dunam, dafür aber waren die Araber befriedigt und die Ica konnte zur Be• Siedlung des Landes schreiten. 5000 Dunam davon liegen zwischen Jawneel und Betti .Gan, 1000 nahe der Kolonie Mizpah. Für eine provisorische Besiedlung werden einige Häuser und Ställe In der Nähe von Bcth Gan gebaut Im nächsten Jahre soll die An- Siedlung von 35 Kolonisten durchecführt werden, ebenso sollen ln der Nähe von Jabnicl Aiiislcdltwigcn geschaffen und durch eine Kette kleiner Dörfer eine Verbindung mit der Kolonie hcrgestclit werden. Die Siedlungen führenljishcr den Namen ״Lubka“« ... Mrad und Dr. Soskln in Palästina Jerusalem. (J. T. A.). Unter dem Vorsitz Ettingcrs fand eine Sitzung statt, in weicher der kalifornische Land- Wirtschaftsexperte Professor Me ad und der bekannte Landwirtschaftskciincr Dr. Soskiii begrüßt wurden. Die beiden Gäste waren nach Palästina gekommen, tim die Frage einer Intensiven Bebauung und Besiedlung des Landes zu studieren. Professor Me ad stellte eine Reihe Fraget! betreffend den für Palästina am besten passenden Umfang der einzelnen Farmen, die ergebnisreichsten Getreidearten, die Zinszahlungslähigkcit der Farmen innerhalb der ersten zehn Jahre und die rasche Ausbildung neuer Kolonisten für ihren Beruf. Er bat um schriftliche Antworten auf alle diese Fragen. Einer der wichtigsten Punkte, sagte er weiter, sei die Frage des Marktes. ״Wenn ich Nalialel sehe, rieche ich australische Butter; die Bedingungen hier sind im Grunde dieselben wie in Australien, wo ich als Sachverständiger tätig gewesen bin.“ Professor Mead schloß, cs würde nicht lange dauern, bis Palästina erstklassige Produkte liefern würde. Die Bewässerung«• möglichkcitcri des Landes seien sehr gute und das warmei Klima gestatte cs, den Boden das ganze Jahr hindurch intensiv zu bearbeiten, Das Boflenproblem Erfahrungen mit dem Privateigentum an Grund und Boden in Nordamerika. Nach authentischen Berichten geht •cs den Landwirten der Vereinigten Staaten, trotz ihrer relativ geringen Vcrschuidung und der relativ guten Preise für ihre Produkte nicht gut. Senator Cappcr führte neulich aus, daß im Jahre 1923 nicht weniger als 60(101)0 Farmer das Land verlassen und in die Städte ziehen werden. Seit 1920 sind mehr als 1 500 000 Leute vom Land in die Stadt geströmt 1 Auf den erstell Blick, wenn man die nachfolgenden statistischen Daten betrachtet, erscheint diese Landflucht rätselhaft. Im Jahrzehnt 1910—20 hat sich vermehrt: der Wert des Farmlandcs tim 26 354 Millionen Dollar, der Wert des gesamten Farmcigcntums um 36 933 Millionen Dollar, der wert der Verbesserungen tun 7490 Millionen Dollar, der Wert der Maschinen und Werkzeuge um 2329 Millionen Dollar. Demgegenüber hat sich die Hypothekarschuld nur um 2777 Millionen Dollar vermehrt unu beträgt insgcsajnt nur 4000 Millionen Dollar. Von einer ״Ucbcrschuluung“ kann daher in keiner Weise die Rede sein. Senator Capper meint, daß die niedrigen Weizenpreise■ schuld an der Landflucht sind. Aber auch diese Begründung; ist nicht richtig. Der Eigenkonsum der Bevölkerung der Union an Weizen beträgt 00) Millionen Dushcl, wovon die 50 Millionen der Landbevölkerung selbst die Hälfte konsumicrcn. Außerdem brauchen die Farmer zur Viehfütterung und zur Saat 100 Millionen. Es bleiben daher nur 200 Aliu lionen Busheis zum Export Wenn auch die Weizenpreise niedrig sind, so sind die Roggenpreise hoch. Der Farmer gewinnt an den Roggenpreisen das 3—4f.'!chc dessen, was er an ddn Warenpreisen etwa verlieren sollte. Der wahre Grund der Landflucht sind die übermäßig hohen Grundpreise. Diese sind im Krieg infolge der hohen Gctrcideprcisc gewaltig gestiegen und haben sich auch heute ihre iföiie erhallen. Denn auch alle Verbesserungen! des Verkehrs, der Hafcncrvcitcningcn, der FrachtratenvcrDilligung usw. der letzten zehn Jahre wurden ständig vomrf Bodenbesitzer durch Steigerung des Landwertes kapitalisiert: Dies ist der Grund, warum Käufer von Land bei den heutigen, gegen den Krieg־ gesunkenen Getreidepreisen nicht mehr reüssieren können und ebensowenig die Pächter, die eine dem ßodenwert entsprechende hohe Pacht zahlen müssen.׳ Das Pachtsystem hat aber in den letzten Jahrzehnten ständig! zugcnommcit; 1880 gab cs 4 Millionen Farmen in der Union,' davon wurden */* von den Besitzern, G von Pächtern bewirt- SchaftcL 1910 gab cs 6,3 Millionen Farmen, von denen nur mehr 63 «,0 von den Besitzern bewirtschaftet wurden. Wenn dies Im gleichen Verhältnis so weiter geht, werden 19IQ bereits 55״/# aller Farmen von Pächtern bewirtschaftet werden. Die Pächter haben natürlich viel schwerer an den stets erhöhten Pachtraten sich ausdrückenden Bodenwertstcjgemngen zu tragen als die Besitzer, die schon längere Zeit Eigentümer des Landes sind. Die Ausdehnung des Pacht- Systems ist natürlich eine Folge der hohen Bodenpreise, dies acn Kreis derjenigen, die Farmen in Eigentum erwerben können, immer enger zieht Ein Beweis dafür sind die weiter, unten folgenden Daten, nach denen der Aufstieg der Pächter, zu Eignern immer schwieriger wird. 1 In den Staaten des mittleren Westens rechnete man vor! 30 bis 40 Jahren, daß das Tempo dieses Aufstiegs folgendes sei: 5,2 Jahre Lohnarbeiter, 4,9 Iah re Pächter, nach 10,1 Jahren, Eigner. Drei Jahrzehnte später brauchte ein Landloser 19 Jahre (7,9 Lohnarbeiter, 11,1 Pächter), um zu einer eigenen, übrigens stark verschuldeten Farm zu gelangen. 1 Natürlich ist auch bei diesen Verhältnissen ein starker Wechsel in den Personen, welche die Farmen bewirtschaften,' zu verzeichnen. Von 1921/22 wechselten nicht weniger als 20 «/<>, der Farmen ihren Bewirtschafter (Eigner oder Pächter), im Jahre 1922 25 <V0. Während der letzten zehn Jahre wechselten 10 ס/יי der Farmen den Besitzer. Die Farmer müssen ihr Pachtland verlassen, weil die immer höher getriebene Pacht die Rentabilität unjergräbt, die Besitzer verkaufen ihr Land so liäufig, weil sie dabei durch den gestiegenen Bodenpreis f" "יי ' ' ‘ ' " ’ . gestiegen ist! Aus diesen Daten, welche offiziellen Angaben entstammen, geht klar hervor, daß selbst in einem Lande von so ungeheurer, Fruchtbarkeit, stürmischer Aufwärtsentwicklung und glänzender Prosperität aas Privateigentum an Boden durch die private Aneignung des ״unverdienten Wertzuwachses“ unerträgliche Verhältnisse in der Landwirtschaft mit sich bringt, die eine ungeheure Landflucht verursachen. Hier ist es weder Ucbcrschuidung noch Dodcnzersplitterung, Latifundienwirtschaft, rückständige Technik oder sonst eines der in Europa wirk* samen Momente, welche die Landflucht verursachen, sondern einzig allein das Privateigentum am Boden i s't in Amerika an ihr schuld. Die Nutzanwendung auf Palästina ergibt sich vor» selbst. Die Ausgrabungen in der Davidstadl London. (J.T.A.) ״Daily Telegraph" hat das folgende Telegramm von Professor Maealistcr aus Jerusalem erhalten: ״Jcbusitcr Nordmaucr mit Turm entdeckt.“ ״Daily Telegraph“ sdircibt dazu, daß angesichts dieser Nachridit von einem Wissenschaftler vom Range Professor Macalisters angenommen werden kann, daß Entdeckungen von außerordentlichcr Wichtigkeit gemacht worden sind. Wie Professor Maealistcr schon in einem früheren Bericht mitgeteilt hat, wird man jetzt In der Lage sein, nähere Einzelheiten über die Jebusitcrlcstung Millo zu erfahren, die König David als ' Schlüsselpunkt für seine eigenen Befestigungen( «uf dem Berge Zion diente.