Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 95 (6.11.1923)
- Date
- 1923-11-06
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2651273-2652595-2652502-2652583--16931-2674632- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 05 JU ED ISCHE RUNDSCHAU Seite 555 Briet aas Leipzig Von Df. J/4t cquet Adler, Leipzig, Die Innrrpoülis'Vic Verworrenheit Im Deutschland der Oe■ g*nwart wirft tie^c Sdiattcn such auf das jüdische Leben. Die Heize, die heul/; von München amgelit, wendet sich zwar den Worten nacl\ gegen des ״Marxismus“, ist aber in der Tat gegen die Juden gerichtet, unter dem Deckmantel der Aus- Weisung ״lästiger“ Ausländer. Marxisten und Juden sind offenbar für die Münchener Ocwaltigcn eins. Die Praxis freilich weiß es anders. Man höre folgendest Soeben wunlc in Sachsen durch die Rckhscxckutlve die se^.ilistiscli-koniitiumstischc Regierung Zclgncr gestürzt, ganz tUuwGfdiiait ein rein marxistisches Kabinett Diesem Kabinett gehörte kein einziger Jude an; leider, denn vielleicht hätte die Anwesenheit eines jüdischen Ministers doch bewirkt, daß die allgemeine Kirchen- und Schulpolitik dieses Kabinett —!und auch seines ebenfalls von Dr. Zeigner geleiteten Vorgängers — sidt weniger kraß reiiglon!jfclndlich —• gegen Juden und Christen — gestaltet hätte. Diese Rcligionsfclndsdiaft traf ganz paritätisdi sowohl die Interessen der christlichen Konfessionen als auch des Judentums. Vor etwa Jahresfrist hatten wir den fall, daß die Regierung den Schulbesuch der jüdischen Kinder .an den hohen Feiertagen mit Gewalt zu erzwingen Wichte, und;in den letzten Wochen übte die ״marxistische“ — also nach Münchener Auffassung ״vcrjudctc“ — Regierung auf die Direktion der Höheren Israelitischen Schule zu Leipzig den schärfsten Druck aus, um den Schulunterricht an Sonnabenden «furclizusetzen. Wenn man bedenkt, daß diese Schule von der überwiegend orthodoxen Elternschaft unserer Leipziger ,Gemeinde gerade um der Sabbat-Heiligung willen unter großen Opfern aufrcdiierhaltcn wind, 90 muß einem das Vorgehen der Regierung, das den Grundgedanken der Schule verniditet, als ein beispielloser Gewissenszwang erscheinen. Es ist dieselbe Rcligionsfcindschaft, die sich bis noch vor einigen Monaten — jetzt soll cs ja etwas besser geworden sein — audi in Rußland kundgab. Nein, dieser ״Marxismus“, der autn höheren Ruhm« der antiklrdilldien Doktrin lebensnotwendige Institutionen der Judcnhclt planmäßig zerstört, hat mit dem Judentum niclat das Mindeste zu tun. In soldier Zeit der Ungunst der äußeren Verhältnisse verwenden die Juden im Freistaat Sachsen ihre Kraft am zweckmäßigsten auf den Ausbau ihrer kulturellen und sozialen Einriditungcn, um den Erschütterungen auch einer schweren wirtschaftliche!* Krise, die insbesondere die jüdischen Nahnmgszvcigc des Kleinhandels und des Kleingewerbes gefährden dürfte, entsprechend entgegenwirken zu können. Das wichtigstc Ereignis ist d!e Verfassungsrefonn in Leipzig, der größten Gemeinde Sachsens, deren Repräsentanz am 30. Oktober endgültig ein neues Statut genehmigt hat. Die Wahlrcditsfrage, di« jahrzehntelange erbitterte Kämpfe hervorrief, hat eine Kompromißlösung gefunden. Stimmberechtigt sind sämtliche männliche und weibliche Gerne indemitgiieder über 20 Jahre ohne Untersdaied der Staatsangehörigkeit, bei mindestens fünfjähriger Ansässigkeit im Gcmclndcbczirk. Ke Gemeindevertretung hat 33 Mitglieder, wovon hödistens 8 Niditrcichsdcutsdic sein dürfen. Der Ocmcindcvorstand darf nur aus Reichsdeutschen bestellen. Bei der Wahl zur Gemeinde- Vertretung wählen die Reichsdeutschen 25 tmd die Nichtreichsdeutschen 8 Vcrordnele. Die Neuwahl des Gcmeindekolfegiums auf Grund de* neuen Wahlrcdits soU binnen kürzester Frist erfolgen. Diese Twilreform mag dankenswert sein, insofern als sie die bisherige völlige Reditlosigkcit der *ausländischen׳' Gemcindcmchrlieit durdabricht, und cs ist zu hoffen, daß im Laufe der Zeit auch das ab Endziel zu erstrebende gleiche allgemeine Wahlrede zustande kommen wird. Bedauerlich bleibt allerdings, daß das Entgegenkommen der bisherigen Gemeinde-Machthaber weniger aus der Erkenntnis eines gutzumachenden alten Unrechts erfolgte, als vielmehr hauptsächlieh unter den Druck einer Finauzart, die zum Appell an die Opferwilligkeit der gerade bisher sorgsam von der Gemeinde- Verwaltung fcrngchaltcncn ״Ausländer" zwang. Jetzt hat nun die Gemeinde, ebenfalls durch Beschluß vom 30. Oktober, sich auf Gold inark-Etat und Goldmark-Stcucrn umgcstcllt, und auf diesem Wege folgen ihr auch die übrigen Institutionen der Leipziger Judenheit, die gerade in den letzten Wochen bittere Not erduldeten. Denn diese Not braucht nicht zu sein. Die Juden Leipzigs sind zu ansehnlichen Leistungen fähig, wenn die Finanzarbeit praktisch organisiert wird. Beweis dafür die Keren Hajessod-Aktion, die unter der Leitung der Berliner Delegierten Kronberg und Fclwel in den letzten Wochen gute Erfolge erzielt hat. Beweis dafür ferner die lebhafte Entwicklung der jüdischen Turn- und Sportbewegung in Leipzig, die erfreulichen Ergebnisse des Jüdischen Nationalfonds, das starke . Interesse für die Einleitung Wirtschaftllcher Beziehungen zu Palästina. Ausgewiesene in Wien Wien. (J. C, B.) In Wien sind eine Reihe aus München »!«gewiesener jüdischer Familien eingetroffen. Die Unglückliehen sind meist ganz mittellos, da ihr Vermögen von den bayerischen Behörden zurückgehalten wird. Zum Teil sind die Ausgewiesenen preußische Staatsbürger, die nunmehr von Wien über die Tschcdwslowakri in Ihre preußische Heimat zurück kehren werden. Für die Jüdischen, geistigen Arbeiter in Deutschland Die Vereinigung jüdischer Forsdtcr, Schriftsteller und Künstler ״Haruach“ In Wien veröffentlicht einen Aufruf an die jüdische Oclfentlichkeit in Oesterreich, in welchem diese aufgefordert wird, den mit schwerster Not kämpfenden jüdischen geistigen Arbeitern in Deutschland, die nicht bloß unter dem allgemeinen Zusammenbruch, sondern auch um ihres Judcntumswlllcn leiden, zu Hilfe zu kommen. Indem Aufruf wird gesagt! ״Die jüdische Ocffentllchkeit möge dem jüdisdien Dichter, Künstler und Forscher ihren Dank ab- •Uttca für all das, was er ihr gegeben hat!“ Aut dev ׳reß der Kuitusnemeinden Ungarns, der am 31. Oktober ln Budapest zusammengetreten i^f, wurde neben der Konstituierung eines Bua-.«״ -.i—j.e.ncindcn, welche den Hauptprogrammpunkt bildet, auch die Frage der Stellung- «ahme der otiizlellcn Kreise des ungarischen Judentums zum Aufbau Palästinas erörtert. ־C? p .-V k.'ü׳«. Am 13. Oktober wurde Im großen Logensaale das fünf- 1md/vanzigjäl1f1״e Bestellen der Hamburger /,ionhtüchen Vercinij־{<«>׳* festlich' beganren, La war eine Interne Feier unserer Ortsgruppe, der etwa 500 Personen beiwohnten. Nach kurzen Worten der Begrüßung übergab der derzeitige Vorsitzende der II. Z. V., Herr Lcibowltsch, den Vorsitz für den Festakt Herrn Sanitätsrat Dr. Frank, der vor 25 Jahren einer der Gründer und der erste Vorsitzende der Ortsgruppe gewesen war. Dr. Frank berichtete aus den Tage« der Gründüng uiid gedachte dam! ln bewegten Worten all der treuen Weggenossen, die Im Laufe dieses Viertellahrhuiidcits uim durch den lod entrissen wurden, Die Grüße der Z.V. t. D. brachte deren Vorsitzender, Herr Dr. Landsb® t K. <ler In dieser Eigenschaft das erste Mal ln die Oeifeutlichkcit trat und den Hoffnungen Ausdruck gab, die ihn bei Übernahme seines Amtes bewegten, und die er auch an die Arbeiten der zweitgrößten deutschen Gruppe knüpft. Die eigentliche Festrede hielt Herr Nachum Goldmann, indem er in mclstcr* Hafter Weise die Stellung des Judentums In der Weit kennzeichnete und beleuchtete. Der akademischen Feier des Abends schloß sich ein gemütlicher Teil tut der die gesamte Ortsgruppe nocii einige Stunden beim Tee Zusammenhalt. Eine: Reihe von Ansprachen der verschiedenen Gruppen der H. Z. V., des Vertreters der Lübecker Ortsgruppe, Ur. Rothschild, des früheren Vorsitzenden Dr. Kalmus, erhöhten die Stirnmutig des Abends. Eine Jubiläuinsspcnde, die die H. Z. V. für Jadjur veranstaltete, brachte etwa 1000 Goldnurk. Der folgende Ta״ wurde vom Vorstand der H.Z. V. zu einer eingehenden Aussprache mit Herrn Dr. Landr-berg benutzt, in der die Wintcrarbcit .sowie die Politik der Z. V, f. D. bcsprechen wurde und ln der volle Uebcieinstimmung mit den Absichten des neuen Leiters der Z. V. f. D. festgestetit werden konnte. Di« eigentliche Winterarbeit der H. Z. V. hatte bereits unmittelbar nach dem Kongreß begonnen. Herr Leopold Landau belichtete *. Zt als Kongrclkiclcglcrtcz über sein« Eindrücke aus Karlsbad in einer zahlreich besuchten Ortsgruppcnvcrsammlung und informierte unsere Mitglieder eingehend über die Arbeiten verschiedener Kommissionen und die Ansichten der deutschen Landsmannschaft, während Herr Erich Roth ein Referat über die dem Kongreß übergebenen Berichte der Exekutive, des National-Fonds und Keren Hajessod gab. In tcbcrciiistlnimung mit den Ansichten des Landosvor• Standes sieht der Vorstand der H.Z.V. für die kommende Wintcrarbcit eine wesentliche Aufgabe darin, die zlonist« ischc Propaganda in der Oefientlichkcit neu zu beleben, nach innen aber seine Mitglieder zu aktiver Teilnahme an allen Fragen praktischer zionistischer Arbeit heranzuziehen. Ende September hatten wir einen Vortrag von Dr, Shmariahu Lew In, dessen Anwesenheit auch zur Keren I Injcssod-Propagaiula ausgenutzt wurde. Für unsere Mitglieder und einen kleinen Kreis interessierter Freunde ist ein Vortragszyklus über die politischen Parteien im Zionismus geplant,!11 dessen Rahmen führende Männer des Misrachi, Hapoel Hazair, der Itoalc Zion, der demokratischen Fraktion und der Sztamzionisten prinzipiell über ihr Programm und ihre Stellungnahine zu den aktuellen Fragen zionistischer Politik und des Aufbaues sprechen werden. Wir glauben hierdurch da» Interesse der Hamburger Zionisten für die internen Fragen der Bewegung neu zu wecken und ihnen für ihre Mitarbeit innerhalb der Bewegung die nötigen Grundlagen zu geben. Aut Anregung und unter tätiger Mitarbeit von privater zionistischer Seite werden In diesem Winter die akademischen Vorträge zur Judenfrage, die voriges Jahr Im großen Rahmen aut unsere Initiative• in der Universität gehalten wurden, fortgesetzt Als erster Redner sprach am 30, Oktober in der Universität Dr. L. Daeck über das Thema! ״Der Gedanke der Erneuerung und der Renaissance im Judentum", Ferner werden folgende Herren ln diesen* Zyklua sprechen! Arnold Zweig, Prof. Cohn, Königsberg. Dr. H e i!11 a n n, Breslau, Dr. Martin B über. IIcppenncim. Die laufende zionistische Arbeit geht Ihren Gang. Wir glauben, daß wir bisher In der Keren tlajessod- und National- Fonds-Arbeit durchaus den Erwartungen gerecht geworden sind, die mau an uns gestellt hatte. Die interne z.lonistischc Arbeit wird durch Sjieziaiaufgaben, die der Misrachi und die Jiigcmigmppen sich gestellt haben, geleistet. In Altona konzentriert man sich im wesentliche» auf di« Keren Ha■ jessodarbeit und den Zusammenhang mit den dortigen ost jüdischen Vereinen. Die Gruppe Ost veranstaltet einen zu Ramme!!hängenden Vortragszyklus von Herrn Dr. Sack heim über jüdische Literaturgeschichte. Unser Jugendaus schuß hat sich unter Führung von Dr. Arnsdorf neu konsti׳ tuiert und einen Ocsclilclitskursus unter Leitung von Di. Blocde begonnen. In sein Arbcitgcbcrreich fällt auch der Sprachverein ״ivria“ der eine hebräische Sprachschule organisierte, die verschiedene Kurse abhält. Die bereits im Vorjahre abgchaltcnca Konversationsabende werden von dieser Seite demnächst wieder aufgenommen werden. Wir berichten schließlich noch gern von unserer Chainzfürsorge und deren Erfolge. Eine ganze Anzahl von Chaiuzitn hat durch unsere Vermittlung In der Nähe Hamburgs Beschäftigung, zumeist Im Handwerk, vereinzelt auch in der Landwirtschalt getunden. Auf Anregung der Misrachi- Jugcndzcntrale hat der Misrachi in der Nahe Hamburgs ein Landheim eröffnet, ln dem religiöse Chaluzdm Ihre landwirtschal!liehe Ausbildung genießen, Eine große, bisher noen nicht a ungefüllte Lücke entstand durch den Fortzug unseres ersten Vorsitzenden Dr, Dan zig er, der nach Palästina übersiedelte, um ln Jerusalem eine Klinik zu eröffnen, Wir geben uns der Hoffnung hin, daß seine ganze Arbeitskraft und Schaffensfreude sich drüben so bewahren möge, wie sie cs hier getan. Auch an dieser Stelle sprechen wir ihm den Dank unserer Gruppe für die uns geleisteten Dienste ans mit der Versicherung, daß sein Wirken sobald nicht bei uns vergessen sein wird. ■ Eine Anzahl liier ausgcbildcter Chaltizim sind in letzter Zeit nach Palästina übcrsicdelt Mehrere Hamburger Zionisten haben sich im leiden Jahr vorübergehend In Palästina autgehalten, so daß wir sagen können, daß ein ziemlich enger, auch persönlicher Kontakt zwischen Hamburg und Palästina besteht Daß auch im allgemeinen jüdischen Leben die Tätigkeit der Zionisten eine rege ist, zeigen die Wahlen unserer Freunde Rechtsanwalt David zum GcmcindCvörstand, Dr. Tannenwald zum Syndikus der Gemeinde, des Herrn Lcibowltsch zum Gcmeindcrcprüscntauten und des Herrn Landau zum Prfitideuten der Henry-Jones-Loge. Wir sehen einem arbeitsreichen Winter entgegen, der Erfolg desselben wird nur davon abhängen, ob alle Kreise unscrcr Gruppen sich an den Arbeiten intensiv betätigen, wozu wir auch noch an dieser Stelle eimiringllclist auffordem. 6)*ßz־X0Fäd Ela Antrul des Jüdisdien NallonaUonds Jerusalem. (J.C.B.) Das Hauptbüro des Jüdischen Katlonaifonda erläßt einen Aufruf, ln welchem gesagt wird, daß nach einer langjährigen Arbeit der Besitz des Jüdischen Nationaifond« nur 1/a <0/י des unter dem Mandat stellenden Bodens ausmaeJit, und daß alle Juden zusammengenommen nur 3 V» ®/o des palästinensischen Bodens besitzen. Im laufenden Jahr betragen die Verpflichtungen des J.N.-F. für bereits erworbenes Land 70,000 Pfund. Es heißt also jetzt, die Sdiulden bezahlen und keine Neuerwerbungen machen. Immerhin Ist «s gelungen, den Rückgang der National(onds-Einnahmen aufzuhaiten. Der monatliche Durchschnitt, der im Jahre 1422 auf 6.000 Pfund zurückgegangen war, stieg in! Jahre 1923 wieder auf 9.500 Pfund, die Keren Hajcssod-Zahlungcn nicht mitgerechnet. Das bedeutet also eine Zunahme von 60 ״/«. Dennoch aber fließen die Spenden immer noch nicht reichlich genug. Streik In Halla Jer•11 alern. (J.C.B.) Drei Mitglieder des jüdischen Arbcltcrratci in Haifa wurden durch die Polizei verhaftet, weil sie angeblich Abmachungen mit einer DruckereI nicht clngchalten haben. Der jüdi chc Arbeiterrat hat eine Abordnung an de» Gouverneur von Haifa, Colonel Sy me■ geschickt, die dem Gouverneur erklärte, wenn die Mitglieder nicht sofort auf freien Fuß gesetzt würden, werde der Generalstreik aller jüdischen Arbeiter der Stadt ausgerufen werden. Die hebräische Presse in Palästina Der Jerusalemer Korrespondent des New Yorker ״Jiddlsehen Tagblatla“ macht folgende Angaben über die Auflage der hebräischen Presse in Palästina: ״Doar Hajom" 6030 Exem* plane, ״Haare!“ 4000, von Wodicnschriften ״Hapoel-Hazair“ 2000, ״Kunlress" 1000, ״Haler“ 10)0, ״Kol Jisrocl‘* (Organ der Agudah) 1000, ״Kol Jaakob“ (Organ des Oberrabhinats) 700, ״Hapoel Hamisradii“ (erscheint periodisch) 500, ״Hamladia“ (monatlich) 500, ״Hachinuch" 500. Außerdem erscheinen noch in unregelmäßigen Abständen zahlreiche peri* odisdie Zeitschriften wie ״Ercz Israel‘*, ״Al Hamischmar“, ״Asiaklaria“, ״Hasadah", ״Haadamah" u. a. m. Auels der ״Hasdiifoach״ ist bereits vor kurzem wieder erschienen, Medizinische Ableitung der Naltonalbibliolhek Am 19. Oktober fand bei großer Beteiligung die Eröffnung der medizinischen Abteilung der Jerusalemer Nationalbibliothck im Pastcur-histi.ut Statt. Prof. Fodor sprach Im Namen der zu eröffnenden Abteilungen der Universität, und zwar der chemischen und biologischen. Von den zahlreichen Rednern seien erwähnt Ycllin, Pick, Ussischkin, Bergmann u. a. m. Diese medizinische Abteilung wie auch das ihr anpesdilossenc allgemeine Lesezimmer sind eine Spende der jüdisdien Aerzte in Amerika. Eta Paläsllaabaadbuch 2111 der britischen Ausstellung Jerusalem. (J.C.B.) Das Xussleüungskomitcc hat besailossen, ein besondere• Palästina -Handbucn zur uncntgcltlidien Verteilung im Palästina-Pavillon der Britisenen Rcidisausstcllung herauszugehen. Das Buch wird 203 Seiten stark sein und Ansichten Pa äitinas enthalten, darunter solche die noch nirgends veröffentlicht wurden. Das Handbuch wird Angaben über die Geographie und die Vegetation Palästinas, sowie über •die Entwicklung seiner Industrie enthaften. Endlich eine voli5sandige Liste der Aussteller des Palästina-Pavillons. Die Septemberelngiage des Keren Hajmod Vereinigte Staaten £ 35,433.15. 4 Danzig £ 57. 5. 2 Polen 862.16.— Oslgalizicn 84.13.—• Tsdicchoriowakei 687. 6 — Elsaß-Lothringen 67—, 6 Mesopotamien 630.—.— Schweden «1.—.—! Südafrika 500.-,— Frankreich 50.11.— Jugoslawien 271. 4, 2 Lettland 47. 2. 1 Litauen 874.15, 8 T ranssylvanien 28.12. 4 Russ. Flüchtlinge 275. 7, 8 Chile 27,'—. 6 Oesterreich 164. 2. 8 Brasilien 15. 9.— Estland 149.14, IU Griechenland 10—.-1 Bukowina 141. 2, 6 Tunis 2.13. 6 Schweiz 135.10,10 Palästina 2. 9. 5 Italien 130. 4, 5 England 2. 3.10 Fiolland 118.14, 8 andere Linder 2 3 .3 ־ Die Gesamtsumme der 41,274. 3. 3 Eingänge des Keren Hajessod per 30. September 1923 bet! rägt demnach £ 1,076,062.18.1, Zionistischer Groppenvertand Obcrscblestcn Der Gruppenverbandstag am Sonntag, den 11. November, in Beuthen, Logenräume, beginnt erst 3 Uhr nachmittags. Die öffentliche Versammlung findet abend« 6 Uhr •tatt. Im Übrigen ist die Tagesordnung bereit« bekanntgegeben. Pressesllmmen Zu den* Fall des Polizisten Blum, der wegen Dienst- Verweigerung am Jom Kippur zu Gefängnisstrafe verurteilt wurde, schreibt ״Palcstine Weekly“: ״Eine der wichtigsten Punkte von Lora Allcnbys erster Proklamation nach dem Einzug in Jerusalem war das Verspreche» an aile Einwohner, daß keiner in der Ausübung seiner religiösen Gebräuche behindert werden dürfte. Una doch wurde ein Polizcimann in Rosch-Pinah am Vcrsöärungstagc, drin hei;igsten Tag de« Jüdischen Kalenders, vor das Disziplinargericht in Sifcd geladen, und als er den Grund anführte, der ihn verhinderte, er Vorladung Folge zu leisten, wurde er inner Eskorte Zwangsweise nach Safcd gebracht und ‘wegen üe.iorsamsvcrwcigerung zu vierzehn Tagen Gefängnis verurteilt. Bedeute über weniger krasse Fälle der Verletzung des Gesetzes liegen aus anderen Teilen Palästinas vor, auch aus Jerusalem, wo den Polizeileutcn erst am Mittag des Vcrsohnuiigstagcs dienstfrei gegeben wurde, nach Vorstellungen des Ouerrabbina;». Es darf nicht überraschen, daß die jüdische Oclfentlichkeit über ein solches Vorgehen einigermaßen erregt ist. Obwohl der Oberkommlssär seinen religiöser* Pflichten mit der größten Gewissetihaftigkeit nachkommt, sind niedere Beamte des Rechtes beraubt, derselben Gewissonsnflicht zu genügen. Es ist senwer zu glauben, daß derartige Befehle von einem höheren Beamten der Regierung ausgehen. Wir wollen lieber annchmen, daß es (ich um Uebergnffe unverantwortlicher untergeordnet Organe handelt. Wir glauben, es ist nicht zuviel verlangt wenn wir die Regierung oder die zuständigen Dislrikftbeamten ersuchen, der Jüdisdien Oeffentllchkeit Aufklärung übet dieses Punkt zu geben,“