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Jüdische Rundschau · 1923-10-26 · Heft 92 (26.10.1923) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 92 (26.10.1923)
Date
1923-10-26
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 540 JUEDISCHF. RUNDSCHAU Nr. 02 in Wien nicht nur an sich unzweifelhaft richtig, sondern einfach praktisch imuni-diiigiicli. Die Wiener Zionisten allein hätten nach den Erfahrungen der letzten Nationalratswahlen überhaupt keine Aussicht gehabt, durchzudringen, wahrend durch die Vereinigung mit nichtzioiristischen Teilen der Judenlreit doch eine Chance gegeben war, uic mau vorher optimistisch beurteilte. Das Koalitionsprinzip, das von den Zionisten in Deutschland in Form der ״Bündnispolitik“ vertreten wurde, obgleich leider im Gegensatz zu fast allen anderen Ländern mit größerer jüdischer Bevölkerung die Erfolge in diesem Lande am geringsten waren (auch hier wieder die Parallelität der allgemeinen und der jüdischen politischeu Entwicklung!), hat mit dem letzten Kongreß auch in der zionistischen Weltorganisation nicht nur seine ideelle Anerkennung, sondern bereits seine organisatoriselic Formulierung gefunden. Sowohl dem Plan der Jewisli Agency wie dem des Palästina-Weltkongresses liegt der gleiche Gedanke zugrunde. Die politische Lage des jüdischen Volkes ist eben nicht anders wie die politische Situation der Welt überhaupt und aller anderen Volker. Es ist jener Zustand des heimlichen Krieges, des bewaffneten Friedens, der Zustand unausgesetzter Gefahr und gegenseitiger Bedrohung, der das Stadium der offenen Konflagration des Weltkrieges abgelöst hat und wie fressendes Feuer in allen Teilen der Welt unterirdisch weiter wütet. Die Abrüstung der Geister wurde noch nicht vollzogen und das jüdische Volk ist heute vielleicht stärker bedroht als vor fünf Jahren, sowohl was das Ziel seiner nationalen Wiedergeburt im eigenen Lande wie seine nationale, wirtschaftliche, ja oft genug nur körperliche Weiterexistenz in den Ländern der Diaspora anlangt. Da ist es doch der naheliegendste, elementarste und einfachste Gedanke, in Zeiten äußerer Gefahr wenigstens innere Stärkung zu suchen. Kämpfe und Auseinandersetzungen innerhalb eines Volkes können nur unter der Voraussetzung äußeren Friedens gestattet sein. An dieser manchen Matadoren des Geistes nicht angenehmen und von ihnen als Vergewaltigung der Meinungsfreiheit verschrieenen Wahrheit können die häufigen Versuche eines völlig unbeherrschten politischen Exhibitionismus, wie ihn die Rede Israel Zangwilis vor dem amerikanischen jüdischen Kongreß darstellt, nichts ändern. Mit dieser Rede, deren oft geistreiche Originalitat durch keinerlei Selbstdisziplin, Verantwortung und politische Voraussicht gemildert ist, uns näher zu befassen, wird sich noch Gelegenheit ergeben. Ist es notwendig, die Nutzanwendung eines von uns als deutlich abgegrenzte Entwicklungstendenz in der jüdischen Welt und im allgemeinen-politischen Lebeii erkannten Prinzips auf den engeren Kreis der zionistischen ."Weltorganisation zu ziehen? Ist es nicht eigentlich bctrübend, daß wir von der jetzt stattfindenden Sitzung des Actions-Comites vor allem die Wiederherstellung der inneren einheitlichen Front im Zionismus erwarten müssen, die dem Kongreß, einer durch ihre Größe, ihre stärkere Resonanz, schärfere Beleuchtung durch die Ocffeiitlidikeit, nachhaltigere Pression durch die Kürzeder Zeitspanne viel mehr gehemmten Körperschäft, nicht •gelang? Betrübend, weil nach den! Gefühl eines jeden, auch des einfachsten, an aller inneren zionistischen Politik ,völlig unbeteiligten Zionisten der innere Zusammenhalt, die bedingungslose und entschlossenste Mitarbeit über!alle, auch tiefste Mcinungsuntcrschicdc hinweg eine geradezu unsagbare Selbstverständlichkeit und Grund- .:Voraussetzung sein sollte, ln dem kleineren Kreise des Kdions-Comites wird es hoffentlich gelingen, jene arbeitsfreudige, verantwortungsvolle, durch das Bewußtsein des eigenen unerschöpflichen Willens gegen jeden äußeren;!Ansturm gefeite Stimmung des Selbstvertrauens und des unerschütterlichen Glaubens emporwachsen zu lassen, an die kein Defaitismus, auch nicht ein durch die Ueberein- Stimmung eines überreizten Kongreßpublikums genährter, überhaupt herankoinmen kann. Dieser Glaube, dieses!leuchtende, quälende und beseligende innere Müssen aus innerem Wollen, ist der Kern, die Grundlage des?ußeren Erfolgs, seine Garantie und endliche Sicherung. S. K. “i«|||jj||l"1......H|||j|||l>. Aus technischen Gründen kann der Ausweis des KEREN KAJEMETH in dieser Nummer nicht erscheinen. Der nächste Ausweis erscheint am Freitag, den 2. November d. Js. - Alle Spenden von 0,50 Ckoldmark an werden namentlich und mit Text ausgewiesen. Wahlen in Oesterreich Das Ergebnis der am letzten Sonntag durchgeführten Wahlen in den österreichischen Natkn'alrat und in die Gemeindevcrwaltungen läßt sich bereits übersehen. Es hat den Anschein, als ob die vereinigte jüdische Wahlliste kein Mandat im Parlament wird zählen können; im Wiener Gem einde rat hat die jüdische Wahlliste bis jetzt mit einem sicheren Mandat (von den bisherigen drei) zu rechnen. Das charakteristische Ergebnis dieser Wahlen Ist die Niederlage der radikal antisemitischen Partei der ״Oroß- Deutschen“, die es irn ganzen auf 12 Mandate gebracht hat und somit als eine Regierungspartei von größerem Einfluß wenig mehr in Betracht kommt. Der frühere Innenminister Dr. Waher, der sich in der Handhabung der Optionsvorschriftcu gegen die Juden berüchtigt gemacht hat, sowie der Minister Frank sind in Wien unterlegen. In den Gewinn aus den großdeutsclien Verlusten teilen sich! die Christlichsozialen und die Sozialdemokraten. Immerhin verfügen noch Christlichsozialc und Großdeutsche über eine ganz kleine Regierungsmajorität. Die bürgerlichen Demokraten verloren ihr einziges Mandat im Nationalrat, das der mit dem Antisemitismus kokettierende ehemalige Minister Graf Ottokar Czernin innc gehabt hat. Die monarchistischen H&kcnkrcuzler haben kein einziges Mandat errungen und überhaupt keine nennenswerte Anzahl von Stimmen auf sich vereinigt. Die ״Wiener Morgenzcitung“ faßt das Resultat der Wahlen dahin zusammen, daß eine Konzentration der Wählerschaft auf Kosten der Mitte nach links und rechts erfolgt ist, daß die republikanische Staatsform von neuem bestätigt wurde und daß cs im Wiener Gemcinderat nur mehr drei Parteien gibt: die sozialdemokratische, die christHch-soziale und die jüdische. Numerus clausus Forderung in Wien Wien. (J. C. B.). Am 20. Oktober fand in der Aula der Wiener Universität eine Massenversammlung deutsch-völkischer Hochschüler statt, die dazu cinbcrufcn svar, eine Sympathie- Kundgebung für die arische Studentenschaft in Prag, in deren Kampf gegen zwei jüdische Dozenten und gegen die Berufung des jüdischen Professors Kisch aus Halle zu beschließen. Die Versammlung gestaltete sich zu einer Kundgebung für den Numerus clausus an den Wiener Hochschulen. Die Redner protestierten dagegen, daß das Dekanat der medizinischen Fa. kuilät Prof. Dr. Fisch gegeben wurde, auch wandten sic sich dagegen, daß der ״ j 1i d i s c h c Professor Kappel- 111 ac 11 er“ priino looo für eine Kanzel in Wien vorgeschlagen wurde. Man machte dafür Propaganda, die Voriesungen Kap pc 1 m ac 11 crs mit Gewalt zu vcrliindem. Zum Schlüsse wurde unter Heilrufen eine Rcsolution an den Unterrichtsminister angenommen, die die Einführung des verschärften Numerus clausus für Professoren und Studenten jüdischer Abkunft fordert. Antisemitischer Kongreß in Polen Warschau. (.[. C, B.) Die berüchtigte radau-antisemitische Gesellschaft ״Rozwoj“ hat bcsdilosscn, aus Anlaß ihres zehnjährigen Bestandes einen judaistischcn Kongreß cinzuberufen, der vom 7,-10. Dezember in Warschau tagen soll. Wie es in dein Aufruf heißt, soli der Kongreß versuchen, ״einen realen Weg zur Lösung der Judenfrage in Polen zu finden.“ Das Judcnlura In Csv.׳a!d Spenglers ״Untergang I des Abendlandes“ . ' Von Dr. Max Wiener, Stettin. Auf dem Boden einer Anschauung, welche Nationen ' Rassen, Kulturen in schärfster gegenseitiger Abscheidung R 1 einander fremd gegen überstellt, die sic mit je einer besonderen; nur von innen heraus zu erlebenden, jedem anderen, ew,״ : versiegelten Seelcnhafiigkeit au-riistet, erwächst cs zu unj5*. barem Problem, wie auch nur ausnahmsweise ein Kind solch streng umhegter Gruppe zu wirklichem Verstehen, zu warmem ’ Ergreifen der fremden fällig sein sollte, ist es nicht ein : Widerspruch, wenn etwa völkische Literarkritiker Heine, dem Juden, die Kraft absprechen, ein echter deutscher Dichte zu sein, und dabei ihrerseits den Anspruch erheben, bei der ־ Kritik seines Werkes alle verschlungenen Wege freizulegen : die in das Innere seiner schwarzen Seele führen? Hat einen Sinn, den Geist eines Volkstums, das Gemüt einer i Mcnscltenart grundsätzlich von der eigenen Seele verschieden ’ zu charakterisieren, dabei aber sich selber das Genie des i Verstehens und Einfühlens in so hohem Maße zuziitrauen! dal) kritisches Ein leben sich allen Verästelungen des be’; urteilten Wesens einzuschmiegen vermag? Es lieißt doch S den Hochmut auf die Spitze treiben, wenn man für sich 1 die Erleuchtung mit Beschlag belegt, die dem anderen, der blutmäßigen Verankerung seiner Natur entsprechend, hoff. mmgsloB versagt bieibt; wenn man dem eigenen Theorctisiercn, 1 das doch gewiß mehr sein soll als bloß verstandesmäßiges, von außen herantastendes Erkennen sichtbarer Tatsachen, das viel, mehr ein inwendig nach lebendes Ergreifen des Gegenstandes sich zumutet, eine Kraft zuerkennt, die dem Fremden prinzipiell abgcsproclicn wird. Wenn der germanische oder arische, der gotische oder abendländische Geist, sei es selbst nur in auserwählten Persönlichkeiten, fähig sein soll, sich in die Tiefen der chinesischen, arabischen oder jüdischen, der indischen oder ägyptischen oder indianischen Seele hincinzubohren, »0 erscheint cs unausdenkbar, wie diese verschiedenen Rassen und Kulturen bei allein Unterschied ihrer inneren Art, die niemand bestreiten wird, nicht die Glieder einer einigen Menschheit bilden sollen, zwischen denen zahllose, echte, natürliche Ucbcrgängc vermitteln. Ist den! aber so, wie kann dann von vornherein die Möglichkeit abgewiesen werden, daß die Kraft bewußten Willen«►, der Entschluß zur Kn■ näherung, zum Einschlagen neuer Wege, Fähigkeiten, die im einzelnen durch die Tat des sich einfüblendcn Kritikers doch offen zutage liegen, nicht echte Verschmelzungen und Neubildungen sollten bewirken können? Oswald Spenglers Lehre verwirft ״,die törichten der Sprach■ Wissenschaft entnommenen Schlagworte: Arier und Semit1׳ und bekennt sich zu der neuerdings immer mehr Boden ge- Winnenden Ansicht, daß, was die körperlichen Merkmale anlangt, schon in Südcirropa zwischen Juden und Nichtjudtn karan noch erheblich geschieden werden kann, in Vorderasien zwischen ״arischen“ Persern oder Armeniern und Juden überhaupt keine äußerlich sichtbare Trennung mehr erkennbar ist. Die jüdische Nation ist vielmehr, wie jede andere des arabischen, des ״magischen“ Kulturkreiscs, das Ergebnis einer ungeheuren Mischung. Und bis in die Zeit der Kreuzzüge hinein durch massenhafte Zu- und Austritte beständig verändert worden. Aber sie bieibt auch nach Spengler eine ״Nation“ oder eine ״Rasse“, nicht zwar rm Sinne der Entfaliung eines ursprünglichen, sozusagen metaphysischen Wes :nskerncs, einer festst ebenden biutmä lügen Art, dk so und nicht anders sich in den wirklichen Menschen offenbaren mußte, sondern in der Bedeutung eines dominierenden Kulturideais, das Im Ringen um seine Selbstbehauptung das Gefühl tiefen Andersseins im Verhältnis zur Umwelt auslöst und dieses Bewußtsein auf beiden Seiten um so mächtiger hervortreten läßt, je mehr;.״Rasse“ der Einzelne hat. In die Gesetze tirsprüngliclicr Entstehung und Ausbildung der Kulturscclcn dringt kein Blick, daß sic aber die Ausdrucksfonncn ver• schiedcner Dascinsströmc sind, die mit je einem besonderen Takt die einzelnen Menschheitsgruppen durchfluten und unge- •heure Abgründe zwischen ihnen aufreißen, — das sei gewiß. Und indem »0 kein menschhcitliches Einheitsgefüht, sondern allein das Bewußtsein unbedingter Eigenheit lebendig ist, tut sich ein unendlich tiefer, ein metaphysischer Haß zwischen den Stücken der als Oanzes in bloß gelehrter Abstraktion existierenden Menschheit auf. Dieser Riß wird im Falle dos Judentums, zumal des in der modernen abendländischen Welt lebenden Teiles des• selben noch verhängnisvoll durch ein besonderes Schicksal erweitert. Längst ist das Judentum alt geworden, überaltert, in dein Zustand erstarrter Zivilisation versteinert, ein Schicksal, dem keine Kultursccle entgeht, das aber bei ihm zu furchtbarem Verhängnis wuchs, weil cs seit gut 7(W Jahren im Kreise der abendländischen Völker mitten in einer Menschheit Freie Jüdische Volkshochschule Berlin Die beschämende Gleichgültigkeit, die die Berliner jü• dische Ocffcutliclikcit dem Voriesungswesen der Freien jü• disclien Volkshochschule gegenüber an den Tag legt, ist Veranlassung zu diesem Aufruf. Insbesondere von dem zio• nistischeu Publikum Berlins und der nationaljüdischen Jugend hätte ein größeres Maß von Verständnis und Interesse für allgemein-jüdische Bildung erwartet werden dürfen. Die Fr. J. V. blickt demnächst auf ihr fünfjähriges Bcstehen zurück, aber mit schmerzlichem Bedauern muß festgestellt werden, daß ihre Hörerzahl sich unter gewissen Schwankungen fast ständig gesenkt hat. Die Schuld hieran trifft nicht die Volkshochschule, deren gcschäftsführer.dcr Ausschuß sich die denkbar größte Mühe gibt, vielseitige und ansprechende Srniestcrprogramnie zusainmciizustdien und״ das ■.Unternehmen finanziell zu festigen. Die Schuld liegt zum Teil bei den Vertretern der Gründerverbände, die, mit wenigen Ausnahmen, nichts tun, um der Fr. J. V. ln Ihren Kreisen Freunde und Teilnehmer zu gewinnen; sic liegt zum Teil hei den für die Abhaltung von Vorlesungen geeigneten Dozenten, die immer wieder Anlässe finden, um eich ihrer jüdischen Verpflichtung, zu lehren und zu ״lernen“, ,zu entziehen. Die Schuld liegt aber vor allem an den Juden;Berlins, die für hundert amüsante Ablenkungen und Unter- Faltungen Zeit und Geld haben, nicht aber für eine oder zwei Stunden ernsterer geistiger Anregung in der Woche. Und gerade die hiesige jüdische Jugend, deren Aufnahme- .Bedürfnis in der Theorie sehr weit geht, findet nicht in Tlem Maße, der ihrer Stärke und ihrer sonstigen Einstellung 1 entspricht, den Weg zu den Stätten der Volkshochschule', die gerade für sic mitgcscluftcn wurde, Nachdem bereits In den vergangenen Semestern die Hörergebühren lächerlich gering gehalten waren, ist in dem Ende Oktober beginnenden 13. Vierteljahr die Teilnahme an den Vorlesungen völlig kostenlos und bedarf nur eines Zulassungsschcincs. Sollte sich das Prinzip des gebührenfreien Vorlesungswescns bewähren und der Fr. J. V. neue und wertvolle Kreise ständiger Hörer zuführen, so wird es voraussichtlich beibcliaitcn werden können, Einige Worte über die bevorstehenden Vorlesungen. Im Westen Berlins (Synag. Fasancnstr.) wird der bekannte Historiker und Philosoph Prof, David Koigen geschiehtssoziologische Betrachtungen über die ״Merksteine jüdischer Geschichte“ anstelien und hier seine interessanten Auffassungen über die Entwicklungsstndien der jüdischen Geschichte vortragen. Unser Freund Dr. Joseph Meisl hat die ״Vergangenlicit des Zionismus“ zum Thema gewählt, die er bis vor Beginn der Hcr/.lschcn Epoche behandeln will. ״Verfassung und Verwaltung der jüdischen Gemeinden“ bilden den Gegenstand der Vorlesung von R.-A. Dr. Max Ko Ile nscher, der mit den historischen Gesichtspunkten zugleich Elemente für die zukünftige Gestaltung des jüdischen Gemeindewesens bieten wind. Ein junger Bibclwisscnschaftlcr, Dr. Hermann M. Weil, verspricht in drei Abenden, die dem ״Geist der Bibel“ gewidmet sein sollen, anregende Bctrachtungeii über die Wechselwirkungen zwischen der Bibel und den verschiedenen Kulturen und Zeilen. Endlich gibt Julius Bab, unterstützt von der Rezitatorin Lotte Rosenbaum,. Sonntag vormittags eine ästhetische Einführung in ״das jüdische Motiv in der Dichtung Heines“, einen Gegenstand von zweifellos starker literarischer Beachtung. 11.1 S t a d t i n 11 c r 11 findet die jahrelange Lehrtätigkeit zweier Irci bewahrter .LVcutett ihre erfreuliche Fortsetzung: Rabbiner Dr. Bleichrode führt an der Hand Grimm• scher Märchen ins moderne ״Hebräisch“ ein, Rabb. Dr. Locwcnthal treibt (wie der Vorgenannte in der Rosenstraßc) in seiner instruktiven Art mit Anfängern ״Talmudlektüre“. Eine Bereicherung des Programms der Fr. J. V., das sie zugleich in den Dienst jüdisch-sozialer Hilfsvorbereitung stellt, ist der unter Leitung von Herrn Eugen Caspary stellende Zyklus: ״Wohlfahrtspflege“» der eine Reihe bekatintcr Sozialarbeiter über die wichtigsten Spczialfragcn zu Worte kommen läßt und, in hoffentlich sehr wertvoller Weise, mit Diskussionen verknüpf: sein vvi.d. Frau Siddy W ronsky wird in der Lehranstalt die Bedeutung der ״sozialen Ideen im jüdischen Religionsunterricht“ darlcgen und darf -mit Recht die tätige Mitarbeit der zahlreichen jüdischen Lehrer in Berlin erwarten. Dr. Felix A. Teilhaber spricht am gleichen Ort über ״Jüdische Rassenfragen“, die, trotz ihrer Prob'.emi ik, stets in weitesten Kreisen aufmerksamem Interesse begegnen, zumal in einer Zeit antisemitischer Hochflut wie der gegen• w&rtigen. Geschichte und Gegenwart, Bibel und Talmud, reine Belehrung und Rüstzeug für die Aufgaben des Tages — eine verständige Mischung geistiger Nahrung bietet die Jü• dische Volkshochschule durch ihre Lehrer. Möchte die Muhe der Dozenten und Leiter der Fr, J. V. nicht umsonst sein! (Prospekte in den Buchhandlungen von Boas, Ewer, Kodern, Olückamann, Lamm, * Ostertag, Poppclaucr, Schildbcrger. Jurovica, Or, im K. d. W. und bei Tietz an den Theaterkassen sowie im Sekretariat SW 47, Yorkstr. 88, Tel. Lützow 4721.) Dr. Bruno Kirschner, Nikolasse«.

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