Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 92 (26.10.1923)
- Date
- 1923-10-26
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr.02 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 54t «jeh fand, die ihrerseits erst der Mittagliöh« ihrer sdricksalhafte« Bestimmung, der gotischen Kultur, zustiebte. Das landlose Judentum, losgerisscn von dem ihm kongenialen ara• L c|1ett Wesen, lebte so nicht bloß in der Uhu artfremden gotischen Welt; sondern — was für beide Teile noch ichlimmer ״״,r ...., cs war langst nicht mehr ״gleichaltcrig" mit ihr, schleppte sieh greisenhaft durcli eine Jugend hindurch, {cllachcnhaft“, wie Spengler diesen Zustand überständi״ ge- »ordrncr Zivilisation nennt, gleich Chinesen- oder Aegypicr- ,״״, •inaloc der gotisch-abendländischen Zivilisation von morg(n B(ro und übermorgen, die ja eben um ihrer Uebcraltcrung ^',jicn unrettbar dem ״Untergang des Abendlandes" verfallen jSt. Seit den jüngsten Jahrhunderten freilich, seitdem die europäische Aufklärung die Völker des Abendlandes von der Kultur“ zur ״Zivilisation" hcrabgleitcn, erstarren läßt, macht sieh ein gewisser Ausgleich geltend, Nationalisierung und Intellektualisierung, die überall gleichen Erscheinungen des Sterbens, werden nunmehr rum Charakter der europäischen yf'dt, wie sie längst derjenige des Judentums und überhaupt aller sich vollendenden Kulturscelen sind. So traf die Emanzi- »,11011 den Juden zu einer Zeit, da er — wenn auch ■nur iußcrlich - - an den Interessen und Geschalten, den Stirnmungen und Bestrebungen seiner Umwelt tcilnehmen zukönnen schien, weil diese ganze Lelienssphäre selbst seiner Ursprungliehen richtunggebenden Triebkräfte sich entfremdet hatte. So soll der Internationalismus in seinen verschiedenen Aus- Strahlungen als Pazifismus, Sozialismus, Kapitalismus — alles Ausflüsse eines farblosen rationalistischen Sinnes — das Judentum besonders zu begeistern vermögen, weil es in diesen Gestaltungen angeblich nichts anderes erlebt als den Abbau dessen, was ihm innerlich widerstrebt, eine Abschlcifung der charakteristischen Formen gotischen Lebens, wie es sich in den Idealen von Dynastie, Vaterland, Monarchie offenbart. Zu diesen Idealen greine gewordenen Menschentums gehört, wie Spengler an andern Stellen ausführt, auch Demokratie, Großstadtwesen und der ganze Betrieb dessen, was organischer Staats- und Gesclischaftsauffassnng zuwider sein soll. Wir sehen also, die Beurteilung, welche das Judentum hier erfährt, mündet in Jene reaktionäre Auffassung, hinter der schließlieh sich nichts anderes birgt, als die ausgesprochene politische Unfähigkeit so vieler gerade deutscher Gelehrter. Unsere Betrachtung dieser Dinge will aber nicht diesen allgemeinen Gedankengängen folgen, sondern möchte sich auf eine krilischc Stellungnahme zu spezifisch Spcnglcrschen Ideen beschränken, und zw ar nur zu denen, die das Judentum angehe n. Die von dieser Geschichtsphilosophie verkündete Auf fassung steht und fällt mit der Ansicht, daß das Leben einer Volks- oder rassenmäßig umgrenzten Kuiturpersöniiehkeit ein an sich völlig eigenes abgeschlossenes Ganze ist, welches nichts andres vermag, als das in ihm von vornherein angelegte C*.-etz von der Kindheit bis zum Grabe zu erfüllen, un beeinflußbar, gleichsam ohne Fenster, durch äußere Eindrücke nicht beweg- und formbar sein Schicksal zu tragen. Hier fragen wir uns, ohne auf das grundsätzlich Richtige oder Falsche dieser Hypothese einzugeiicn, ohne auch die zahl reichen Belege einer erstaunlichen Unkenntnis historischer Einzeltatsachcn zu berühren, zuallererst, wie sich eigentlich Spenglers Judentum, das zu Beginn unserer Zeitrechnung im Schoße des arabischen Geistes geboren wird, zu tler israelitisch-biblischen Weit verhält. Wir erfahren nichts Klares darüber, ob ein Zusammenhang, und welche Beziehung zwischen biblisch-prophetischem Geist und den ihn tragenden Menschen auf der einen und talmudisch-rabbinisehern Wesen und den durch dieses geformten Juden auf der andern Seite besteht. Daß mit dem Judentum der Diaspora seit der Zerstörung Jerusalems eine neue von allein Voraufgegangenem tief unterschiedrne Entwicklungsphasc beginnt, bezweifelt kein Mensch. Daß aber die 1000 Jahre Israclitcntum die folgenden H>00 Jahre der Blüte-, der ״Kultur"-Zeit — nach Spengler! — des arabisch-magischeii Judentums nicht tiefgreifend, schicksalhaft vorbereitet haben sollen, — wer vermag das zu glauben? Gerade weil aber hier — mit Recht und im Gegensatz zu dem üblichen Schema der Beurteilung seitens Außenstehender — in dem Judentum der nachchristlichen Zeit etwas Vollsaftiges, Kraftvolles, Eigenständiges gesehen wird, das Seele und Zentrum in sich selbst besitzt, wird durcli ein vorzügliches Beispiel die zu Grunde Hegende Theorie widerlegt, daß es für ein Volk oder besser für eine Kulturlndividualität, nur eine einmalige Entfaltung gibt, die so sicher von Erstarrung und Tod abgelöst wird, wie den einzelnen Menschen sein Grab erwartet. Hier hat Spenglers Pessimismus sich selbst widerlegt. Und im weiteren: Kann man sagen, daß seit der Peripetie der spanisch-jüdischen Periode, seit jehuda Halevi der Verwesungszusfand augenfällig geworden ist? Sind vor allem die Belege, die wir hören, irgendwie von durchschlagender Kraft? — Spengler führt z. B. den Gesetzeskodex des Maimometes an und glaubt, aus der minutiösen Sorgfalt, weiche in ihm allen möglichst längst durch das wirkliche Leben vergessenen Verhältnissen gewidmet wird, Unlebcndigkeit, eben Todesstarre, schließen zu sollen. Daß der Schuldian Aruch des Joseph Caro 400 Jahre später dasselbe wiederholt, ist ihm ein Beweis von dem absoluten grauenhaften Stillestehen dieses Lebens. Hier scheint uns völlig das konservative, von der ewigen Gültigkeit der Offenbarung erfüllte Wesen der Religion verkannt. Die verschiedenen, ihren! Inhalte noch einander tatsächlich sehr ähnlichen Gcsctzcskodiccs mittelalterlicher Autoren bedeuten in dieser Hinsicht etwas ganz ähnliches wie die mannigfaltigen dogmatischen Werke der Rroßen katholischen Kirchenlehrer, die summac theologiac, hinsichtlicli deren auch nur ein ganz Vertrauter den Wandel der Zeiten bei prinzipieller Gleichheit der Grundaiiscliauungen zu erkennen vermag. Das Judentum fühlte sich nun einmal als eine religiös-bestimmte Größe. Das Religiöse ist aber in'der ganzen Ausbreitung seiner Lebenscrscheiiiungeti, weil es die Offenbarung des Ewigen ist, die Macht der Beharrung, des Bleibenden. In diesem Punkte finden wir das Judentum i>1 genau der gleichen Lage wie Katholizismus und Islam. Und « ist gewiß bloß die mangelnde Kraft der Einfühlung, die ״ier dem Kritiker das Urteil führt. Und nun der spezifisch jüdische Nationalismus, den Spengler &I9 ein Zeichen der Dekadenz deutet, und der dem Judentum die äußerliche Assimilation an die überreif gewordene abendländische Zivilisation geöffnet haben soll. Wenn <״an unter Nationalismus in allgemeiner Kulturbedeutung, die Seelische Einstellung begreift, die durch die Mittel klarer Einsicht und nüchterner Ueberiegnng zu einer den Me!sehen beherrschenden Ueberzeugung Vordringen will, eine Geistes, ״altung, die innerlicher Gläubigkeit nicht zuwider ist, dann R«rUn«r Zionlatlioh» V«r«l»1l|rnn1r, Jlorlln O IQ, I T«t«phon! Zitntnira » rnrtnebtclikonio No, 108(/־ NW ל K *!*!זי!-* tu nt.11 ׳. 'Z, V paMv-nr*’׳''־ ־■יי ״יי׳ - -יי.י——- .. .• »om! dir Berlin•׳ Zlonlit.?•!•late•■* a»S JIMHtlttr Sefcalrerel■• Vor m 1 Ula11 ״ 11 ■) ח f ttr h*b rälaeliaa Onterrtabt. Anikuntt׳ toUptionUch Zentrum 8514/16, tliglloh von 10—4 Ubr. Sprecbitande jeden Kroltef nftobm. v. 2—4 Xjbr in der 11.22 V., Seydeletr. 8 &on&fit>endt den 22. Obiober ebende 8 Vf Vkr Htpoll Hereljf, 0»Ult?eROlrt«tr»B« 52. I. ▼ortreg im Yortrngisybiae‘ ״Felletlee and der teitirtlieiF■ lloterenti Obewer bendeuer. Ileyofl ntitlr, Meillgeaoletiir. 52, »bende % Ob# Informationen nur für Obewerlm. Monteg. den 22. Oktobor , »benfl» TM Obr Örepae de« Zi»>Utea eae dem Ontea, Im Helm. T<endeberget׳ Phr. 50 Herr Beueioa i'etki -Die Katwleilna* der )Bflleobe« relitlk la Jn lalllehM liindela." oripp« Kord, Ttosmthnler 0*,r, 4,' näTtenreat Hoppe, *bemle 8 Uh» Herr Dr. ■h Schmor*! -Bl״ JBdliohen Mladerkollea la dm «elllrboa Stiatea taropee." Dlanetetr. den 80 Oktober r.bende 8 Uh» Zlonlelliebrr Zapendrorel■ ll*6hene»t fireppe OkiTletteiibarr, Im Reitearent ..Zorn Amttgerlrbt״, Ueonberd.. Krbe Holieitdorfelrpl• Herr Dr. Kur«: ,,Die Probleme de* XIII. ZlPnleleakeagreeeee." Mittwoch, den 81 Oktober , . ab״nd« 8 Uhr «lapp» Iler, <m Zlonlellrcfcen Helm,!.endeberger Rlr. m, H»rr Kerl (llaeeri ״DU Krlee de« PerlemeaUrleaiee la der tUaleUmbda Ontealeetloa•'. Vom 51• Oktober eb finden dl» VeraneteHongen der Orttpp* Ort Im Zlonletlrchen Helm,!,andeberger 8tr»S« 89. etelt. Bonnereteg, den 3. Korember •bende 8 Uh» Ureppe »ndaeatllcher Tororte der Berliner Bleubtlerkea Terelnlfaag. ln der Wobnang dee Herrn Br. Erwin Meyer, Berltn-Stegllta, Sohöncborger Straö• 18• Teeebend. — Ceaerelrereeaimliap. Tegoeordnnng! 1. Bortobte. 2. Neuwahl de• Voratende«. 8■ ▼ereohledene» Jeden Dl״n«181rat1״nd, Rühr . _ , Oetjllcllecher Stadoatenrereln ET. Berlin, Frledrlahetr. 115 Seminar für JOdleoh* Llttrttar• _ Bebrälecbe Sprerhecbala ln Berlin (XL 8e«**ter) Anfnehme in den fortgeschrittene» Klassen kenn naob Rdokepreoba mit dem SobolleHer Herrn Boregrün jederzeit erfolgen. Bpreobeelt! Mittwoch, ebenda 8 Uhr, la dar Hooheohnl* für dl» Wieneoeoheft dee .Tadentume, Artlllerleetrefle 14,1. Uebrtltrber Klailnrrertea Oherlotteabartt, Kfletrlner Btr. 18, Bnetaurant ,Tneher*. — Montag bla Froitetji von H10—Ml Uhr, Eebrilscker Kladcrirerlea Word, Roetntheler Str. d, bnl Hopp«, — Montag bi* Freit»R» von MIO-M* Uhr. Bcbrllfcber Kladerrerten Sild, io» Restaurent .Pnlneohofer‘, Dob»u- Ecke KoutcretraBe. — Monteg bis Kroltage von Ml0־־Mt Ubr. H*brli«rher Kladerpertea Oet, Jablonekletr. W. — Montag W« Traltaga von Ml® “Kl Uhr. Im Hasple gegen den Anllsemitismus Sitzung des Board of De put le». London. (J.C.B.) In der letzten unter dem Vorsitz von Mr. Hcnrlques stntfgefundcncn Sitzung dei Board 01 Deputlc* wurde der Bericht des Joint Foreign Committee (außenpolitische Kommission) des Board verlesen, worauf in die allgemeine Diskussion cingegangcn winde. Mr. M. Landa fragfe, ob es wahr sei, daß Henry Ford hinter der!11 der Schweiz existierenden intemalionalncn Qrganlsatksn für Hie anikemithebe Weftpmpaganda stelle imd was getan worden Ist, um die öffentliclve Meinung der Welt davon zu 'überzeugen, daß sich die internationale Haute finanoc nicht nur aus Juden zusanimcnsetzt. Mr. Luden Wolf erwiderte, diese Frage befinde siel» mi Stadium deir Prüfung. Bezüglich der Frage der Erleichterung der höheren Bildung für die jüdische Jugend ln Polen erklärte Luden Wolf, daß zwar ein Gesetz über den Numerus clausus in Polen nicht eingeführt worden sei, daß jedoch ein inofflzieller Numerus ciausizs in A nwcndunff Ist. Der polnische Untcrriehisminister hat eine Verfügung erlassen!, die cs den Universitäten und Proicssorcn-Kollcgien ennöglicht, die Juden von den höheren Schulen fcmzuhaUen. Die Universitäten wenden die erhaltene Befugnis, die allgemeine Zahl tler Hörer selbständig beschränken zu dürfen, ausschließlieh gegen die Juden an. Da aber das Komitee keine direkte Beschwerde aus Polen erhalten hat und es für u n - angebracht hält, irgendwelche Schritte zu unternchmen, solange cs nicht überzeugt ist, daß dieselben Im Auftrage der betroffenen Bevölkerung gemacht werden können, so glaubt das Komitee, in dieser Angelegenheit vorläufig nichts weiter unternehmen zn sollen. Polen habe übrigens sein möglichstes getan, um den Kontakt des Joint Foreign Committee mit dem Völkerbund zw stören.!ו?ייזו Uoi t ה!רן׳|?flt sind unter folgenden Telephon nummern zu erreichen: Uhl&nd 1534 Pfalzburg 809, 9895, 6697, 6698, 6699 ist dieser Nationalismus so alt wie das biblische Judentum seihst. Man lese einmal das fünfte Buch Moses mit seinen nie abbrcclicndcn Hinweisen auf die Vernünftigkeit und einleuchtende Kraft des jedem Menschen *ufgcgcbcncii Gebotes. Die Prophetie, an sich flcisdigc worden cs Geheimnis, sofern sic aus dem unmittelbaren Erlebnis der göttlichen Offenbarung schöpft, wendet sich mit ihrer sittlichen Forderung stets an das natürliche humane Empfinden. Daß die biblischen Schriftsteller bemüht sind, da« Mythologische möglichst in den Hintergrund zu rücken, ist oft beobachtet worden. Und der Talmud, der nach Spengler nicht einen Abschluß, sondern einen Anfang bedeutet, nämlich den Ausgangspunkt eines von dem biblisch-nationalen Disein Israels mehr oder weniger unabhängigen Judentums, stellt er nicht in Reinkultur jene seelische Art dar, die angeblich das Kennzeichen geistigen Niedergangs sein soll? — Wenn cs irgend etwas gibt, woran sich von de« ältesten Offenbarungen jüdischen Wesens bis in seine spätesten Ausstrahlungen etwas geistig Einheitliches enthüllt, so eben gerade hierin in diesem Nationalismus, in diesem optimistischen Vertrauen auf die Kraft der Oott abstammemien Vernunft. Sehen wir aber so, daß im Judentum von heute noch starke Triebkräfte aue seiner Hcldenzeit leben, so brauchen wir vielleicht dod» nicht zu glauben, daß wir schon seit dreivicrtel Jahrtausenden tot sind zumal ja nach jiidisdicr Lehre den Toten — eine Aufcrstchung verheißen wird. Kongreß •Wahlen Wir erhalten folgende Zuschrift: ln Nr. 87 der , Jüdischen Rundschau" bringen Sie einen Artikel uhtex der Uebersdtrift: ״Wozu haben wir ein Kongrcßgcricht?״, der sich mit den Wahlen zum Kongreß in Zusammenhang mit der Schckclablicferung beschäftigt. Es ist unnötig zu sagen, daß jeder an verantwortlicher Stelle stellende Zionist 1111t den Ausführungen des Verfassers voll* ständig einig geben muß. Es sollte jedoch noch darauf hingewiesen werden, daß ein für allemal der Brauch abgeschafft wird, daß die Exekutive eine Mindcrabiiefcnmg von SchckcI noch dadurch begünstigt, daß sic ein Zusammenlegen der Schckclabücfcrung eines Verbandes mit der eines andern vorschlägt. bo ist seitens der Exekutive ein Zusammenlegen der Sdickclablicfcrung der Schweiz, die für die Entsendung eines Delegierten ,nicht genügend Schekel aufgebracht hat, mit Singaporc vorgc^dilagen worden. Das Zcntral-Komitce des Schweiz, Zionistciivcrliniidcs hat diesen Vorschlag nicht angenommen, da es der Meinung ist, daß cs die Disziplin der Zionistischen Organisation außerordentlich schädigt, wenn durch irgendwelche Manipulationen die Entsendung eines Delegierten ermöglicht wird. Zu solchen Manipulationen gehört auch der Brauch, daß kleinere Verbände aus ihrer Verbandskasse einfach die noch killende Schckä!summe ergänzen. Es muß unter allen Umstanden darauf gesellen werden, daß kein Verband und keine Föderation mehr Delegierte entsendet, als aus der Schekclnblicfenuig resultiert. Notwendig ist aber auch, daß die Sclnkciabliefcrung in den kongreBlasen Jahren streng In Anrechnung bei den Kongreßjahrcn gezogen wird. , Dr. Felix Pinkus» 2urid\ Ausweisung Alexander Eliasbergs M fi n c h c n, (J. C, B.), Dr, Alexander Eliasberg kt mit einer Frist von 14 Tagen au* Bayern ausgewiesen worden. Seine Gattin wurde trotz der von ihr eingelegten Revision in ״Schutzhaft" genommen und ins Gefängni» gebracht Die Lage der Juden in Polen Warschau. (J.C. B.). In der letzten Sitzung des polnisehen Sejm wurde u. a. über die Interpellation des jüdischen Deputierten Dr. Reich verhandelt, in welcher von einem judcnhctzcrischen Untersuchungsakt eines polnischen Gerichte» die Rede ist. In Beantwortung der Rede des Deputierten Reich Wirte Premierminister Witos aus: Der Deputierte Reich habe cs für nötig befunden festzuvtellen, daß es der jüdischen Minderheit in Polen schlecht gebt. Ich aber eririäre im Gefühl meiner ganzen Verantwortlichkeit, daß es selbst der polnisehen Gesellschaft in vielen Gebieten lange nicht so gut geht, wie den Juden. Polen ist das erste Land in Europa, wo die größte Toleranz herrscht und wo besonders die Juden sehr gut leben. (Scharfer Widerspruch seitens der jüdischen Deputierten.) Die Mißbräuche, schloß Witos, sind in Polen eine Aus• nabmeerschcinung. Auf den Zuruf des Deputierten Wischlizki, wie sich damit die letzten Mas&enverhäftungen unter den Juden vereinen lassen, erwiderte Witos, er wolle darüber nichts sagen, da noch weitere Verhaftungen vorkommen können, Mitlcllunccn des Landesvorstandes der Z.V.LD. Unter dieser Rubrik werden wir fortlaufend wichtige Nachrichten des Lmidcsvorstandes übermitteln. Wir empfehlen daher diese Rubrik der sorgsamsten Be* achtung, 1. In einem Rundschreiben an •Ile Ortsgruppen and Vertrauensleute richtet der Landesvoratand an diese den Appell, usveriBgHch die Winterarbelt aatzunekmen. Es werden gewisse Richtlinien Tür diese Arikeif gegeben, und es Ist notwendig, daß alle tätige( Zionisten von diesem Rundschreiben Kenntnis erhallen. — Wir erwarten von den Ortsgruppen und Vertrauensleuten alsbald einen Bericht über de* Plan der Arbeit in Ihrem Bezirk and sind bereit» diese Arbeit in jeder Weise vin ','!er au na!ordern, 2. Das Rundschreiben entlüft sodann die Stcium: nähme des Landes Vorstandes gegenüber den antisemitischen Ue bc rg r i f f e 11 der lehrten Zeit. 3. Das neuerrichtete Jugend-Sekretariat wendet sich in einem Rundschreiben an alle Ortsgruppen und Vertrauensleute. Wir bitten, die bi dem Rundschreiben gestellten Fragen umgebend zu beantworten. 4. Der Äktionskalendcr der Z. V. f. D., in dem alle propagandistischen Veranstaltungen der Ortsgruppen veröffcntlicht werden, wird van jetzt ab wieder in regelmäßigen Zwischenräumen erscheinen. Wir bitten alle Onippcn, uns über die von ihnen in der Zeit nach dem Kongreß veranstalictcn Vortragsabende, Kurse usw. mit genauer Angabe der behandelten Themen und der Termine zu informieren. Neu-hcbrlische Musik. Am Donnerstag, den l. November, abends 8 Uhr, findet im Beethoven-Saal ein Ncu-hcbräisclier Musikabend statt. Zue Aufführung gelangen Werke von Joseph Achron, S. Alman, Julius Engel, M. Gnessin, Alexander Kran, Al Levin und M. Mihicr. Ausführcnde: Zinaida Jurjcvsksja (Staatsoper), Theodor Scbcidl (Stualsopcr), K,1rol Szretcr (Klavier), Streich-Quartett (Kroyt Hermann, Drobatsclicwsky, Piatigorsky); atn Flügel: A. Lafiinsky. Sämtliche Werke sind Im Verlag ״libneh", Berlin, erschienen. Ein Teil der Werke gelangt zur Uraufführung. Eintrittskarten sind in der Musikaiieiihandlurtg von Ed. Bote & Bock, Leipziger Str. 37 und Taucntzicnstr. 7, bei A. Wertheim, Leipziger Platz und Tauentzienstf. 12a, sowie abends an der Kasse zu haben. Jüdische Gemeinde. Freitag, 26. Oktober, abends 5 Uhr: Predigt: Synagoge Levetzowstr.: Dr. Bergmann; Sonnabend, 27. Oktober, morgens: Synagogen nach ailtcm Ritus: 0 Uhr, Synagogen nach neuem Ritus: Frühgottesdienst: 71/2 Uhr, Mauptgottcsdienst: 10 Uhr. Predigt: Synagoge Fasanchstr.s Dr. Bacck; Jugendgottesdienst: 4 Uhr: Synagoge Llndcnstr.: Dr. Bluincnthal; Synagoge Fasaticustr.: Dr. Gallincr. Ootiesdienst an den Wochentagen: Abends in allen Synagogen: bis 8. November 4'/» Uhr, vom 11. November ab: 4 Uhr. Morgens: Synagogen nach altem Ritus: 7 Uhr, Synagogen! nach neuem Ritus: 7'/z Ulvr. — Sitzung der Repräsentanten- Versammlung: Sonntag, den 28. Oktober, vorm. 10 Uhr, im Repräscntantcnsaal, Oranienburger Str. 30. JBtllsch« Arbeitsamt Wir suchen eine Hauslchrcrstellung für einen Dr. phil. für die Fächer: Deutsch, Französisch, Griechisch. Elementar« mathematik, Geschichte für sämtliche Gymjiasialklasscn. Mddüngen an das Jüdische Arbeitsamt, Augusts ir. 17, Norden 0130 Mod 2133.״.י..,. .