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Jüdische Rundschau · 1923-10-19 · Heft 90 (19.10.1923) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 90 (19.10.1923)
Date
1923-10-19
Page
– (sequence 3)
Language
German
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JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 531 סח Kr. PO .!ך):;. ■-Ik'S ״״״; ■,‘■'ist, •Hilf׳ ״"Iß i'H'n. 1' her!'Ion Daß " hier sein, ' Inden ׳'idclt iwisJr ׳'heu des T ist, .'Ische einer Hand Idee ndiff raber, dien, > der deren lüvee;!den• ■dien klier »dein den, Kiht, sind, üeser allein "Ken, Der issen!s'-cn;keil 1 üim vesen mgc• Kon• 1 jü- :irren, I im , eiche ehern :ngcr seildern in Die lidit und ' crt. 1r!e, die an• II ke. :lies llen ach, nterebot ßen, der tion dpft die die ditik ung t cs iner der der imle sehe iden )׳bei- ־,clie ung!de• der ■enn sren!!;■«1 :!;en .he iidc «Hg uleiche ju• die iilic!!ich den hat den .!״er mit he:1 die Antuet 0־11 /.11 in die; fjnwwderung __ ilincn sehr erheblichen wirtschaftlichen und׳ ,!hjre'lkn N‘>UC" bringen wird. Alles, was bisher gesagt w jc war wohl unmittelbar an die Araber gerichtet, aber cs 9\ vielleicht von einer Distanz aus gesagt, die das Ver- I״j, auf arabischer Seite erschwerte. Jede Möglichkeit, kt||j1-h dazu zu kommen, sich mit den gewählten Vertretern fr palästinensischen Araber an einen Tisch zu setzen und f ganze״ Fragenkomplex mit ilincn zu besprechen, muß , begrüßt werden und wir glauben, daß der englische Vor- *dilagt trotzdem er von den Arabern abgclchnt wurde, eine fprrlichkeit dam bietet. Wir wurden cs sogar für gut halten, tnn das Aetions-ComiU' an die Araber die direkte Auffor- *rang richtet, eine derartige Vertretungskörperschaft zu bil- . ״ un(j wir glauben, daß eine derartige von unserer Seite ,״.״eilende Einladung kn die Araber ihre Wirkung nicht ver- Stilen wird, daß sie jenen arabischen Elementen, welche der allerdings ausgezeichneten Agitation der sogenannten!»bischen Exekutive nur mitgerissen wurden, die Augen offnen» und ilincn beweisen wird, daß die Juden tatsächlich nicht die Absicht haben, sich auf die englischen Bajonette p! stützen, sondern lediglich auf die bestehende Internationale Vereinbarung, welche doch auch vorsieht, daß die Rechte der bestehenden raichtjüdischcn Gemeinschaften in Palästina durch die Errichtung: der jüdischnationalen Heimstätte nicht bcein- [rachtigt werden sollen. Premierminister Witos und die nationalen Minderheiten Warschau. (J.C. B.) In der letzten Sitzung des potüirchcn Sejm hielt der polnische Ministerpräsident Witos ein Expose über die allgemeine politische Lage Polens und richtete scharfe Angriffe gegen die Vertreter der nationalen Minderheiten, die sich in Genf bei dem Völkerbund beschwert hatten. Witos versicherte, daß die nationalen Minderheiten Grund zur Zufriedenheit haben, indem sie genau nach der Verfassung behandelt »erden. Die jüdischen Vertreter richteten an Witos die Anfrage, ob auch die Numcrus־dausus־Praxis Glombinskis mit der Verfassung im Einklang siehe. Auch die anderen Minderbeikvertreter protestierten gegen die Ausführungen des Ministerpräsidenten. Per Vorstoß der völkischen Studenten In Prag Der akademische Senat der deutschen Universität Prag hat ru der Eingabe der deutsdi-nationalen Studenten gegen die politische Betätigung zweier jüdischer Professoren, sowie gegen die Berufung des Professors Kisch aus Halle (s. Leit• artikcl der ״Jüd. Rtlsch.“ vom 9. d. M.) beschlossen, eine Kundmachung an die Hörer zu richten, in welcher die Ein• mischung der deutsch-völkischen Studentenschaft in die Angelegenheiten des Senates scharf verurteilt wird. Da• gegen wird in Aussicht gestellt, daß der Senat mit samt• liehen Studentcngnippen in Verhandlung treten wird, um in mancherlei Fragen mit der Studentenschaft in Fühlung 81 bleiben. mn״ ft.״,״... Das im 3. Quartal an jeden a // «ISS 44 v. Sy .. ק «••ץי*"*־•/ ן' י ך־*ן ^י*-<ין 1« ך-״ץ*'ן f*m‘\ ». iLt 4(״'wiä ItiJrdi'Sijs. j /ללי i.. rl v ׳r\ rj ■. 1 -11 w ü ergangene Rundschreiben wegen Zeichnung und Zahlung von hat den erwünschten Widerhall nicht gefunden. Bis heute eind für das 3. Quartal nur von etwa 600 Personen Zahlungen cingegnngcn, d. h. von nur 12 % aller bisher für die Zionktenstouer erfaßten Gesinnungsgenossen, Nur etwa 300 von den allen Rundrehrcllicn bciftologten Frciknrt43E, davon nur 200 eilt Aufgnbo von festen Zclchnungen, «lud an uns zurückgckoramen. Auch die in der ״jüdischen Rundschau“ an alle Zionisten gerichteten Zahlungsappeüe sind wenig beachtet worden. Wir haben im 3. Quartal nur eine verschwindend kleine Anzahl neuer Zeichner hinzubekommen. Die materiellen Schwierigkeiten llhmen die Arbeit der Zionistischen Vereinigung für Deutschland 1 Gesinnungsgenossen, gebt sofort Eure Zelchnungen ab! Schätzt Euch nach Euren finanziellen Möglichkeiten in die untenstehenden Stufen ein 1 Zahlt sofort die Nachträge für das 3. Quartal und gleichzeitig den entsprechenden Betrag für das 4. Quartal 1 Jeder Zionist muß Zionistensteuer zahlen 1 Die Sätze der Zionistensteuer betragen vierteljährlich t L Stufe: (Jugcndl. u. Personen mit ganz kleinem Einkommen) 0,25 Goldmark II. Stufe: (Personen mit geringem Einkommen) . ..0,75 w III. Stufe: (Personen mit mittlerem Einkommen) , ..3,00 ״ IV. Stufe: (Personen mit höherem Einkommen).6,00 ״ V. Stufe: (Personen mit höherem Einkommen). 20,00 ״ SDie Goldmark wird und« dem jeweiligen Berliner )ollarbriefkur* dei £»hlang»t»ge» berechnet) Zionistische Vereinigung für Deutschland Postscheckkonto: Berlin 8091. Ein palästinensischer Botaniker Der palästinensische Botaniker Ephraim Rubfnowicz, der jetzt auf seiner Reise nach Amerika auch europäische Städte besucht hat, um hier die Fmellte seiner Wissenschaft• liehen Arbeit vorzuführen, ist einer der originellsten und produktivsten jüdischen Gelehrten in Palästina. Ehemals Assistent am botanischen Institut der Universität in Lausanne, war er In der letzten Zeit bet der palästinensischen Re■ jjicrung als Botaniker angcstcflt, und hat sein ganzes Leben der Erforscliung der palästinensischen Flora gewidmet. Er bat nicht nur die Eigenart der Pflanzen Palästinas in botonischer Hinsicht durchforscht und hierbei viel Wertvolles nitage gefördert; seine Kenntnis der Bibel und des Talmud, »wie der arabischen Sprache haben ihn dazu befähigt, wischen den Pflanzcnnamen der alten jüdischen Literatur, der modernen arabischen Sprache und der Wirklichkeit äußerst wertvolle Identifikationen vorzunehmen. Seine Feststellungen haben die begeisterte Anerkennung des bedeutendsten Forschers auf diesem Gebiete, Immanuel Löw, gefunden. Rubinowiez geht nun daran, seine Forschungen in einem großen Werke zu veröffentlichen. Er besitzt in Palästina ein eigenes botanisches Museum, das er mit seiner Frau, die auch Botanikerin ist, verwaltet. Es ist ein wertvolles Stück zionistischer Arbeit, des von dem bescheidenen Gelehrten — ähnlich wie von dem Zoologen J. Aharoni in Rechoboth auf seinem Gebiet — in jahre* langer, stiller Arbeit geleistet worden ist: eine Vermählung von Volk und Land von seltsam-inniger Art; ein geistiges Eindringen in das Intimste des Landes, in die Oeheimnisse seiner Pflanzenwelt; ein wundervolles Aufdeckcn des Zu- *ammenhanges des Landes Palästina mit seiner jüdischen Geschichte an der Hand der Pflanzcnnamen; eine Rückkehr des Juden zur' Natur, zu seiner Natur, — die er so lange vcrnacJilässigt hat; die Schaffung neuer realer, allgemeiner anerkannter Beziehungen zwischen jüdischer Arbeit und Ercz Israel: kurz ein Teil der wahren Eroberung durch geistige Arbeit. Wie wir erfahren, beabsichtigt Rubfnowicz, der nach dem Kongreß seine Ausstellung auch in Prag unter außerordentlichem Interesse der Oeffentlichkeit gezeigt hat, dem- ״seilst auch nach Berlin zu kommen. Es besteht kein Zweifel, daß die Ausstellung eine wertvolle Bereicherung für *He Paläslinafreundc wäre, die gerade durch die Kenntnis der palästinensischen BlumenweH eine intime Beziehung zu der konkreten Wirklichkeit des Landes gewinnen könnten. Audi ein botanisches Fachinteresse dürfte in Berlin zu finden sein. 21 pl*C09C9d)äU Tragiselies Spiel mit dem Revolver . Vor einiger Zeit fanden in Haifa zwei Chaluzim auf ^fecBiafte weise den Tod. Alan vermutete Selbstmord. Nunfjjchr berichten die Zeitungen folgende traurige Einzelheiten: ycr Arbeiter Weinstein spielte mit einem Revolver, aus fll:m sich plötzlich ein Schuß löste und seinen besten Käme- [?den Rot her, verletzte. In dem Glauben, daß sein Freund 5«!lieh getroffen sei, richtete Weinstein die Waffe gegen S|d1 una tötete sich durch einen Schuß in die Schläfe. Der Verletzte Rotier nahm darauf den den Händen seines toten Kameraden entfallenen Revolver und erschoß sich ebenfalls, ״cide Getöteten waren angesehene und beliebte jüdische Ar- ״'der und eie erwarteten für die nächste Zeit die Ankunft ffer Angehörigen In Palästina. Weinstein war 31, Rather 25 Jahre alt. Kongreß nnd Krise In ״Hapo81-Haza'i1“ veröffentlicht I, Lufban eine» Artikcl über den Kongreß, der eine sehr bemerkenswerte Analyse des gegenwärtigen Zustandes der zionistischen Bewegung enthält. Lufban wendet sielt gegen jene Kritiker des Kongresses, deren Kritik an ganz falschen Punkten ansetzt, z. B. bei dem Vorwurf, der Kongreß halte nicht genügend gegen die Abtrennung des Ostjordanlandes protestiert usw. Derartige oberflächliche Urteile verhindern nur das Wesentliehe zu sehen. Die . Unzufriedenheit, die der KongreB zurückließ, ist jedoch eines der positiven Resultate, die er gehabt hat. Denn sie »nacht endlich jenem unerträgliehen Zustand, der Selbstzufriedenheit und Sdbstbcräuchcrung ein Ende, die bisher im Zionismus geherrsdrt fiat, Aus den! brennenden Gefühl, daß bei uns nicht alles in Ordnung ist, daß wir zu Uurcdvt gejubeW haben und uns an falsche lilusionen gehängt haben, kann vielleicht die Heilung kommen, ln den Setzten Jahren fiat cs iiberhand genommen, daß der satte zionistische Bürger immer wieder darübcer begeistert war, wie schön Palästina sich von selbst aufbaut, wie schön die Chaluzim arbeiten, wie schöne Erfolge Weizmann hat, welche ewigen Grundlagen das Mandat bietet usw., und daß er nebenbei noch vielleicht eine Summe für den Keren Hajessod gab, wie man von einem Festmahl einen Brocken abfalleni läßt. Die zionistische Propaganda war stets auf den äugenblicklichcn Erfolg abgestellt, statt die Massen zu erziehen, und eine starke, von moralischer Kraft erfüllte und zu Ökononüschcr Leistung befähigte Bewegung zu schaffen. Mit dem Satz, der vor ungefähr fünf Jahren in einem offiziellen zionistisclicn Blatt Amerikas veröffentlicht war: ״Wälirend Ihr hier ruhig sitzt, wird dort in Palästina bereits der Judeustaat aufgerichtet״ — beginnt der Niedergang des Zionismus. Darin lag der Ton der Selbsttäuschung, die Illusion, die sich leichthin von jeder Sorge befreite, Dies war die Spekulation auf den Dollar; vielleicht wurde dadurch auch Begeisterung erzeugt, die' aber schnell vcrfl-og. Der falsch« Ton aber blieb und verstärkt« sieh im Verlauf der Jahre nicht nur in Amerika, sondern auch in Europa, und beruhigte den zionistischen Kleinbürger, die Krämer und Spekulanten und schckclznhlcndcti Valutcnsciiieber;, sie gaben auch Spenden, aber ihre Seele blieb unberührt. Und die Zionisten griffen seclcniuhig zu ihrem Teeglas und waren ganz gerührt bei dem Oedanken; Während sie hier sitzen und Tee trinken, wird dort in Palästina bereits der Juden Staat aufgerichtet. Auch die Mißerfolge wurden mit derselben Seelenruhe ertragen. Man räumte der Politik eine Art Autonomie ein und sagte sich: es gibt ja ein Mandat, eine Balfour-Dcklaration, San Rc!m>, den Völkerbund — so muß es auch die nationale Heimstätte geben. Die Tatsache, daß die letzten fünf Jahre vorübergezogen sind als eine einzige lange Demonstration unserer Unfähigkeit, die .Rechte, die uns gegeben wurden, in Wirklichkeit umzusetzen — wurde nicht beachtet. Man protestierte gegen die Schließung der Tore Palästinas, gegen die abgehackten Grenzen, man faßte Beschlüsse, man verkündete pathetisd» unsere historischen Redete — aber die Seelenruhe wurde nicht einen Augenblick erschüttert. Man war zufrieden. Der Zionismus hörte auf, eine revolutionäre Energie zu sein. Man sang ״Noch ist unsere Hoffnung nicht verloren“ — und wandte sich wieder seinem Gcsdiäft zu. Dies war das Unglück. Ein platonischer Zionismus ohne fleischliche Berührung, ein Zionismus der Deklamation, ehe Parade der Versammlungen und Kongresse verlor seine innere Kratt und vegetierte nur noch dahin. Eines der bedenklichsten Symptome, die sich in den letzten zionistischen Kongressen und Konkren/cn zeigen, ist der Mangel eine» Nachwuchses neuer Kräfte. Die Führung der zionistischen Angelegenheiten in den einzelnen Ländern blieb entweder in der Hand «kr alten Dynastie zionistischer ״Generale“, deren Träume schon verflogen sind, und die die Bewegung nicht vom Fleck bringen können, oder liegt sie in den Händen junger ״Feld• wcbcl", die überhaupt keine Träume batten und ihrer Aufgäbe nidit gewachsen sind. Dieselbe Erscheinung sehen wir auch 111 der zentralen Leitung de» Zionismus. Neue auf• strebende Kräfte, die imstande sind, die zionistische Ideenweelt zu befruchten und Impulse zu neuen Taten zu geben, die sich den Weg zum Volk bahnen und an seiner Spitze stellen können, sind nicht vorhanden. Was wunder, daß die Zionistische Organlsation heute unter der Diktatur eines Einzelnen steht! In einer Zeit des Niederganges konzentriert sich die Tatkraft und Energie stets bei Einzelnen, und ״wo es keine Männer gibt, ist der Mann Herrscher“. fm zweiten Teil geht Lufban auf die Möglichkeiten einer Besserung ein. 111 «kn Diskussionen der Partei wird zunächst eine Erweiterung der Bewegung vorgeschlagcn, aber auch dies ist nur eine formelle Frage. Der jüdische Weltkongreß ist wieder eine Flucht in den Parlamentarismus, in den Illusionismus, «kr die Sache nicht ändern kann. Denn der Grundfehler unserer Orientierung liegt darin, daß wir meinen, die parlamentarischen Grenzen des Zionismus seien zu , eng, während in Wirklichkeit die Grenzen des Zionismus selbst inerhalb unseres Parlamentarismus zu eng sind. — ( Kein Volk steht hinter ihm, kein Funke neuen Lebens zeigt sich in seinen Qrenzen. Und dies wird nicht durch eine quantitative Erweiterung «xler Schaffung irgendeiner neuen legalen Vertretungsinstanz geändert. Die heutigen Führer de» Zionismus vermögen das Volk nicht mitzureißen, we 1 sie ihnen kein Beispiel geben. Die Aufforderung zur Zahlung des Maasser t. B,, «lie von Menschen kommt, die selbst nicht einmal einen Bruchteil des Maasser geben, kann kein Gehör finden. Ebensowenig wie die Aufforderung zur Investition von Kapitalien, die von Mcnsclien komme, die an allen Stätten der Welt ihr Vermögen aniegen und vergrößern. Da* zionistische Problem von heute, zumindest für eine Gene• ration, ist mehr ein Problem der Erziehung als der Politik, Es ist das Problem des Säe 11 s i 11 den Herzen, um ein Wort Achad Hanois zu gebrauchen. Hier• für bedarf es eines grundlegenden Programms der Kulturarbeit und Volkserziehung. Aber auch die tägliche Propaganda des Zionismus muß auf eine ganz neue Stufe gestellt werden. Statt ״Palästina wird aufgcbaüt, Hailclujah!“ muß es heißen: ״Palästina wird nicht aufgebaut, es ist Wüste, seine Be• wohner sind nicht Juden, der Boden ist verdorben, die Ver• suche «los Aufbaus sind ganz k;;in, schwer und anstrengend usw.“ und «lies muß im ganzen Volk Widerhall finden und dort gefühlt werden als ein großes Unglück, wie ein Krieg vor den Toren, »0 wie die fürchterlichen Bilder vom T^oben des Hungers und vom Sterben der Kinder, mit deren Hilfe das Joint Distribution Comitcc die Teilnahme des Volkes er• weckte. Dies ist nicht nur eine technische Frage und ein Propagandamiitef, sondern der neue Ton, der wahrhafte, der keine Begeisterung weckt und keine Fiktionen lehrt, aber. Schmerz und Vaterlandsliebe entbrennen!aßt. Die Arab Agency In den Londoner ״Jewish Times" vom 15. Oktober schreibt Morris Mycr über den Vorschlag einer Arab Agency: ״Es ist eine ganz natürliche Sache, und sogar sehr erwünscht, daß man Mittel und Wege suchen soll, mit den Arabern zu einer Verständigung zu gelangen. Nur Hitzköpfe, nur Chau• vinisten schlimmster Art, nur Extremisten, die sich von dem Standpunkt leiten lassen: Alles «xler Nichts, nur solche Men• sehen können sich vorstcHen, dal! es möglich ist, ein jüdischnationales Heim in Palästina zu errichten und dabei die dort lebenden Araber zu ignorieren. Jeder vernünftige Zionist versteht, daß Palästina sich nur entwickeln kann und daß die jüdisch-nationale Heimstätte nur vergrößert und gesichert werden kann im Einverständnis mit den Arabern. Der Schritt der Regierung kann also vwn prinzipiellen Standpunkt nicht kritisiert werden. Vom taktischen Standpunkt ange* sehen aber war er durchaus verfehlt. Vor allem hätte die Regierung ein Einverständnis mit den Arabern nur auf der Basis des bestehender» Mandates und seiner Bestimmungen herbeizuführen versuchen dürfen. Sich von dem Mandat zu entfernen, heißt, die Illusion der Araber verstärken, daß man das Mandat sw ändern kann, wie sie cs wünschen, und sogar daß man es ganz aufheben kann. Audi ist cs eine all« Tradition britischer PoiitLk, wichtige Vorschläge zur Lösung von Problemen nur zu machen, wenn Aussichten vorhanden sind, daß sic angenommen werden. Wäre die Regierung sicher gewesen, daß die Araber ein derartiges Kompromiß, wie die arabische Agency, angenommen hätten, so hätte «1er Vorschlag einen Sinn gehabt, und auch eine gewisse Berechtigung. Aber oline diese Sicherheit hätte er unterbleiben sollen. E» wäre taktisch richtiger gewesen und auch viel praktischer, wem» die Regierung den Arabern gesagt hätte, wir können die Balfour-Deklaration und das Mandat auf keinen Fall aufgeben. Wenn ihr uns aber solche Vorschläge machen wollt, welche mit der Balfour-Dcklaration und dem Mandat verbunden werden können, so werden wir sie preisen und, soweit cs möglich sein wird, annehmen. Das heißt also, daß die Aufgabe Kompromißvorschlägc zu machen den Arabern überlassen wird, und man muß Geduld haben, und warten, bis sie solche Vorschläge machen werden. In! anderem Falle aber sehen die Araber eine Schwäche de« Regierung und das verstärkt ihre Hartnäckigkeit und ihren Glauben, daß, wenn sie sich nur konsequent verhalten, sie sich vom Mandat befreien würden. Wenn die Araber aber einen Vorschlag mache« würden, auf der Basis, daß sie nationale Gleichberechtigung mit den Jude» verlangen, und daß sie ihre Agency mit ihren nationalen Anstalten genau so wie die Juden haben wollen, so wären wir durchaus d a für, daß man diesen Vorschlag annehmen soll. Jetzt aber muß es heißen, genug, nicht weiter! De Regierung ist weitergegangen als sie berechtigt war, weiter auch, als es vernünftig und praktisch gewesen ist. Aber es muß doch auch eine Grenze geben. Es darf nicht mehr der kleinste Schritt getan werden. Man hat den Arabern das Maximum angeboten und wenn sie es ablehnen, so ist das ihre Sache.“ Die rechten Poafe Zion Ostgaliziens haben auf ihrer Landeskonferenz gegen die Beschlüsse der letzten poale* zionistischen Wcltkonlcrcnz Stellung genommen und besonders reinliche Scheidung von ״Achduth Haawoda“ und ״Zeir« Zion“ verlangt, da diese Gruppen nidit sozialistisch »eien.

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