Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 90 (19.10.1923)
- Date
- 1923-10-19
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite' 530 JUEDISCHE RUNDSCHAU Füll rer der zionistischen Bewegung In Amerika wollen aus diesen! Umstand kein Kapital schlagen, was sie recht nur in Worten beteuern, sondern auch durch die Tat bewiesen haben Es besteht aber die Möglichkeit, daß die amerikanischen luden gegen iiiren eigenen Willen, d. h. gegen ihre Tendenz bescheiden zu bleiben, gezwungen sdti werden, die rulirerrolle der gesinnten Jiideniicit hn Aufbau Palästinas in die Hand tu nehmen. ..... ich habe die Tendenzen unserer zionistischen oder natiOna len Entwicklung — was für mich gleichbedeutend ist — nur ״״״edeulet. Ich glaube, daß es unsere Aufgabe sein!nullte, 1111 s von dein Omppcnpatriotismus zu befreien, auf manche Ambitionen, die sich auf vergangene Verdienste stützen, zu verzichten, und aus dem bewußt strebenden Teile des jikiisehen Volkes zur Verwirklichung des Zionismus d«1c Einheit zu schaffen, die auf Geographie Verzicht leistet und! aussdiließlieh mit den schaffenden! Kräften des Judentums, sei cs auf , ökonomischem, sei es auf geistigem Gebiete, rechnet Wenn wir diesen Standpunkt akzeptieren, dann wird auch dem u!1klaren, verwirrenden und unberechtigten Kampf um die Person des zionistischen Führers Chajini ,Weizmann die Spitze abgeh rochen. Wenn man vor ein paar Jahren noch ganz unbegründet de» btneren zionistischen Kampf in Amerika auf Personen zurückzuführcn siel» bemühte, und einen Gegensat/. zwischen Washington und Piiisk konstruierte, so ist cs noch oberflächlicher und Idurichtiger, im jetzigen Augenblick einen Kampf zu entfesseln, zwischen Pinsk mit einem englischcn!,aß und Pinsk mit einem poinisclicn Paß. Es kann nicht Weizmann zur Last gelegt werden, daß seine Wiege in Pinsk stand, ebenso wie cs ihm nicht zur Last gelegt werden kann, dal) er unvorsichtig׳ war in der Wahl seiner Zeitgenossen. Es ist nicht seine Schuld, daß gerade er der Auscrwäliltc war, um in einem historischen Moment die Rolle des jüdischen ״Sehaliach zibur“ auf sich zu nehmen. Es ist auch nicht seine Schuld, daß er jetzt durch den ganzen Weg seiner persönlichen Entwicklung und Errungenschaften die geeignetste Persönlichkeit der jüdischen Welt ist, um die zionistische Politik mit Stolz und Unerschrockenheit wie bisher weiterzuführen. Zur Führerschaft in einer Volksbewegung und besonders in einer Bewegung wie die unsere, reicht wohlwollende Sympathie der engeren Kreise der Gesinnungsgenossen nicht aus, dazu gehört auch in hohem Grade die ausstrahlcndc Wirkung auf die wcitmlclicmhn Kreise außerhalb der Bewegung- Durch ersterc wird man *11m ,Pameß“ qualifiziert, zum Führertu«! ist auch das zweite unerläßlich. Es ist wahr, Cbajim Weizmann ist dem russischen Juden-״ tum entsprungen. Aber niemals hätte er seine Aufgabe ausführen können, wäre er nur Oesiicr geblieben. Zum Guck der zionistischen Sa die hat er inzwischen Gelegenheit gehabt, das englische Lebe«, englische Begriffe von Demokratie und den Charakter des englischen Regicrtuigswesens aus unmitteibaTcr Nahe zu studieren. Und gerade die glückliche Kornbination vom östlichen Geist, von dem ex in allen seinen Hand- Jungen getragen ist, und näherer Bekanntschaft mit den engliechen politischen Mctfwdcn hat ihm den Weg zu seinem Erfolg geebnet Wir sollen tu» nicht cmreden, daß wir ein Bündnis mit der Mandat,'imiacht abschlicßen können, ohne dieser Tatsache einen Tribut zu zollen. Wollen wir zu einem, dauernden Verständnis, und zu gegenseitigen wohlwollenden Beziehungen -kommen,וkann es nur auf dem Wege von gegenseitigen Konzessionen •sein. Wir haben das volle Recht, von der .Alandatarinacht zu verlangen, daß sie an die Spitze der palästinensisdien Regierung Männer stellt, die das zionistische Problem richtig erfassen und gewillt sind, seiner Durchführung zu dienen. Eine analoge Forderung müssen wir aber auch an uns riclrtcn, and! an der Spitze unserer Bewegung müssen Männer stehen, die durch ihre Auffassung des Problems und ihre Methoden der Durchführung in der Mandatarmacht Vertrauen wecken können. Nicht auf einen Augenblick dürfen wir außer acht lassen, daß ... wir noch nicht in Palästina sind, sondern erst nach Palästina kommen müssen. Das ist die Situation, ehe aus der Entwicklung der letzten Jahre ganz natürlich ’hervorgegangen ist Weder der Kampf auf der Londoner Konferenz noch auf den folgenden Kongressen und der Jahrcskonferenz hat mich überrascht. — Id» wundere mich nur manchmal zu sehen, wie die Fraktionen innerhalb de! Zionistischen Organisation mit ihnen kleinen Maßstäbe!» kommen und die allgemeinen Motive, mit denen die Neugestaltung des Judentums auf das engste verknüpft ist, gänzlich ignorieren. Das ist zu bedauern, denn eine solche Kurzsichtigkeit, die der Sachlage nidit gerecht wird, schadet der inneren Arbeit und lälunt die zionistische Energie. Es ist zu beklagen, daß der größle Teil der zionistischen Eneigie, statt produktive Arbeit zu leisten, auf die Ucberwiaidung von imnötigen inneren Reibungen vergeudet wird. Wau! sich beute Zionisten finden, die sich die Frivolität erlauben, öffentlich von der Tätigkeit für den Keren Hajessod׳ geringschätzig ah von ״Alanoscnsammlung“ zu sprechen, 80 Iqgen sie damit Zeugnis ab von einer solchen Armseligkeit der Gesinnung und von einer soldien Verkennung der Wirklichkeit, «haß man den Eindruck gewinnen muß, der- . artige die Sachlage entsteilende Argumente können nur herbeigeholt sein, »an den Nebenzweck eines persönlichen Kampfes zu erreichen. , Dem;p:genüber sollte sich gerade kn jetzigen Augenblick kein ncciitdeiikendcr Zionist seiner zionistischen Pflicht entziehen, die in der Mitwirkung bei der Fierbeisduffung der Mittel bestellt, weldie vom Kongreß ah Minimum für den •Aufbau Palästinas in den nächsten zwei Jahren festgesetzt sind. Wenn einer dazu kein Talent besitzt, dann soll er doch' mindestens aus seiner eigenen Impotenz keine Tugend machen. Mit aufgeblasener Großtuerei und mit hohlen Phrasen wW nicht ein Ziegel für den Aufbau Palästinas lierbcigesdiafft. Es gibt ein Sprichwort; Schlecht kl der Soldat, der keine Floffnting ,..gl, einst General zu werden. Noch schlechter ist aber! der General, der nicht Soldat gern kann. Wir haben in unserer Organisation zu viele ■oldier Generäle und daher kommt die Verärgerung, Ich erwarte, daß der nächste Kongreß die jüdische Welt in günstigeren Bedingungen treffen wird. .Die vemdiiedcncu , Gruppen werden nicht nach ihrer zufälligen Stärke gerechnet weiden, sondern nach der Starke ihrer Leistung. Nun haben wir jetzt zwei Jahre Probezeit und erst da־ nächste Kongreß : wird entscheiden, wer die Belastungsprobe bestanden hat. Jerusalem. (J.C. B.) Dieser Tage besuchte «ineOruppe jüdischer Schüler Hebron. Während sie In den Gassen das Lied ״Hatikwah“ anstimmten, erschien Polizei und verbot : das Absingen des Liedes mit der Begründung, daß ״solche Lieder unter den Anwohner« Unzufriedenheit er- ' rtfien״.; .. Nr, 00 יי - '•*.c ן! •11« müßt• dlo ״Jüdische Runclachan“ von llirea Abonnenten für November erhebet», wenn eie der Teuerung gerecht werden wollte. Um den Bezug des Blattes weiten Kreisen zu ermöglichen, fordert sie vorerst nur 509 12I!l©aea Rlairlk unter der Voraussetzung, daß der Betrag sofort auf da* Poatschcclckonto Berlin 17392 eingezahlt wird. Bankschecks können nicht entgegengenommen werden. Jeder Tag der Verzögerung gefährdet die ,Jüdische Rundschau“. Verleg ״Jtldlsdie Rnndsdiaa“ G. m.b.H. Berlin W 15, Sttdhalsdi« Straf{« 8 Postscheckkonto Berlin 17392, Ein Lclfarlllicl der ״Times** Die ״Times“ vom 15. Oktober setzt sich In einem Leitartikel mit der Haltung der palästinensischen Araber auseinander. Das Blatt betont die Unverletzlichkeit der einmal eingeschlagenen Palästina-Politik und kommt dann auf den Vorschlag einer arabischen Agency zu sprechen, durch den die englische Regierung ihren Willen zur völligen Unparteilichkeit bewiesen hat. Das Blatt hebt hervor, daß zwar zur Realisierung dieses Planes noch die Zustimmung des Völkerbundes und der Zionlstischen Organisation erforderlich gewesen wäre, doch war von beiden ein Widerspruch nicht zu gewärtigen, Trotzdem hat Vorurteil und Intrigenspiel die Durch füllrang des Planes vereitelt, da die Araber ihn einstimmig abgeleimt haben. Auch die neue gemäßigte Partei war in diesem׳ Punkt mit den Extremisten völlig einig. Das Blatt erinnert nochmals, wie sich England durch seine verschiedcncn Vorschläge bemüht habe, die Araber zur Mitarbeit an den Rcgicrungsgcseliäftcn heranzuziehen und erklärt zum Schluß, die Regierung müsse nunmehr, da das Mandat endgültig in Kraft getreten ist, die Verwaltuiig ohne weitere Rüchsiclitcn selbst führen. Wenn nicht der Vereinigte Rat aller arabischen Parteien, der diese Woche 2usammentreten wird, sich eines Besseren besinnt und die Mithilfe der Araber ermöglicht, dann muß die Regierung ohne Furcht und ohne Begünstigung eines Teiles der Bevölkerung das ihr übertragene Unternehmen durchführen. Palästina aul der britischen RctchsansstcUnng ■ Jerusalem. (J.C. B.) Wie der J.C,B,־Vcrtrcter er• fährt, hat der Sekretär des Londoner Oekonomischcn Komitees für Palästina, Mr. Walter Cohen, in» Aufträge des Ober• kominissars ein Abkommen mit dem Rat der britischen Reichsausstellung unterzeichnet, in welchem die Bedingungen für die Teilnahme Palästinas an der Reichsausstellung von 1924 festgesetzt worden sind. Es verlautet, daß zum Leiter des Palästina-Pavillons auf der Ausstellung ein Engländer, der augenblicklich Beamter der Palästina-Regierung Ist, ernannt werden wird. Die Wahlen in Tel Awhv Am 19. ICislew finden in Tel-Awiw dk Wahlen in die Gemeindevertretung statt Die Stadtverwaltung hat bereits ein Wahlstatut veröffentlicht und fordert zur Eintragung it» die Wählerlisten auf. Wahlberechtigt ist jeder pa- Iiistincnsfcehc Bürger, der das zwanzigste Lebensjahr erreicht bat, mindestens ein halbes Jahr ln Tel-Awiw seinen Wohnsitz hat und die Minimalsteuer von 50 Piastern im Jahr entrichtet. Als Steuer gilt die Wasscrabgnbc, die jeder in Tel-Awiw Wohnende zu bezahlen hat. Als Bürger gilt Jeder, der sich zur Einbürgerung aiigemcldet hat (das Staatsbürgerrecht selbst ist bekanntlich noch nicht definitiv geregelt)., Hei prominenten Persönlichkeiten kann eine Ausnahme gemacht werden, Sclilcclife Lage der palästinensischen Eisenhahnarbciler Jerusalem. (J.C.B.) Auf der letzten in Haifa abgehaltenen Konferenz der palästinensischen Eisenbahnarbeitcr wurde die schlechte ökonomische und gesundheitliche Lage der palästinensischen Eisenbahnarbeitcr ausführlich besprochen. Die Arbeitsbedingungen sind 80 schwer, daß die Arbeiter an verschiedenen zeitweiligen und dauernden Gebrechen leide«. Für eine ]nvnlklciipciision ist nicht gesorgt. Die medizinische Hilfe Ist sehr notdürftig. Die Eiscnbahnarbeitcrorganisation äst offiziell nidit anerkannt, die Arbeitslöhne sehr niedrig. Besonders habe!» unter diese!» Zuständen die jüdischen Eisenbahnarbeitcr zu leiden, weshalb sich ihre Zahl stark vermindert hat. Noch vor einiger Zeit zählte man 900 jüdische Eisenbalmarbciler, jetzt aber nur noch 200, i'fcderaiiiliau einer historischen Brücke in Pslsliaa Jerusalem. (J, C. B,). Die Flistadrutl» Haowdiin erhielt von der Regierung den Auftrag, die während des Krieges zerstörte historische Brücke ״Buotl! Jaakob“ an der Grenze zwischen Palästina und Syrien wieder aufzubaucu. Die Ausgrabungen der David Stadt Jerusalem, (J. C. B.) Demnächst sollen die Ausgrabungen der David-Stadt auf dem Berge Ophei beginnen, Die_ zu diesen» Zwecke ausgerüstete wissenschaftliche Expedition ist von dem Palcstine Exploration Fund (Forscliuiigsionds für Palästina!), sowie von der Londoner Zeitung ״Druly Telegraph“ organisiert worden. Es wird erwartet, daß die Ausgrabungen die Auffindung der Gräber der alten jüdischen Könige, sowiö andere wichtige Entdeckungen aus der Epoche der Könige David und Salomo zutage fördern werden. AfS Leiter der Ausgrabungen ist in Jerusafem Prof. Macalistcr, ein Dublincr Archäologe, eingetroffen. ״Arab Agency“ ־: Von, Dt. J. Schmerz. j Die Mitteilungen, welche über den Vorschlag der : lischcn Regierung betr. die Errichtung einer Arab Agency anafoh i der im Mandate vorgegebenen Jewlah Agency den paläMintjf sisdien Arabern gemacht wurden, haben nidit allein gro^j ,) Aufsehen erregt, sondern auch eine gewisse Beunruhigung ■ hervorgerufen. *• Der Vorschlag Herbert Samuels an die Araber beweist daß die englische Regierung mit erhöhter Energie an die l6sunp de* arabischen Problems hcrantritt Die englische Regtetun^ legt offenbar Wert darauf, daß es «ine sämtliche paU׳slinC(£ ' sischcn Araber repräsentierende Vertretung gebe, mit wekher die englische Regierung und aud» die Zionistische Organisation : aLs die derzeitige Jewish Agency verhandeln könne. Daß 1 die Bezeichnung Arah Agency gewählt wurde, scheint, wie hier bereits gesagt worden ist, nur darauf zurückzuführen zu 5cj״! um auch, nur den Schein irgenddner Bevorzugung der Juden seitens der Regierung zu vermeiden. Denn tatsächlich handelt! ca «ich nidit um eine Arab Agency in der Art der Jewish Agency, d. h. um ein« Vertretung des ganzen arabischen s Volkes gegenüber der Mandatarmacht, wie es im Sinne des Absatzes 2 des Artikels 4 des Mandates die Jewish Agency Ist, : sondern tmi eine rein palästinensische, also rein fokale arabisch* j Vertretungskörperschaft Und wir glauben, daß die Idee einer ■ solchen Vertretungskftrpersebaft durchaus nicht von der Hand j zu weisen ist. Wir glauben im Gegenteil, daß diese Idee j auch von uns sehr zu begrüßen ist, weil cs tatsächlich notwendig ■ ist, endlich einer Vertretung der palästinensischen Araber < aber aller palästinensischen Araber, gegenübcrzustclien'; welche nicht ernannt, sondern durch den freien Willen der! Araber gebildet und aus freier Wahl hervorgegangen, deren Interessen vertritt, genau so, wie die palästinensische Exekutivee und der Waad Lcumi die Interessen der palästinensischen Juden• schaff bzw. die palästinensischen Interessen der Zionistischen Organisation vertreten, einer arabischen Vertretung, mit welcher die Zionistische Organisation über alle Fragen verhandeln kann, welche den Aufbau der nationalen Heimstätte betreffen. Wir müssen die Tatsache, daß cs in Palästina Araber gibt, die zu verdrängen wir weder in der Lage noch gewillt sind) endlich zur Kenntnis nehmen, und wir müssen aus dieser Tatsache jene Schlußfolgerungen ziehen, welche sie allein uns diktiert, nicht aber irgendwelche Wunsch vorstell ungen, die mit den realen Verhältnissen nichts zu tun haben. Der XII. Zionistenkongreß hat diesen tatsächlichen Verhältnissen Rechnung tragend erklärt, ״daß das jüdische Volk entschlossen sei, mit dem arabische!» Volk in einen! Verhältnis der Einigkeit und der gegenseitigen Achtung zu leben und zusammen mit ihn! die gemeinsame Heimat zu einem blühenden Gemeinwesen zu entwickeln, dessen Aufbau jedem seiner Völker eine unge• hinderte nationale Entfaltung sichert״. Und der XIII. Kon• greß lut, einen Schritt weitergehend, gesagt, ,Jdaß das jüdlsche Volk entschlossen sei, sich mit allen seinen geistigen, 8 moralischen und materiellen Kräften in die heute noch im Werden begriffene, aber an Energien und Möglichkeiten reiche Welt des Ostens einzuglicdem und als Gleiches unter Gleichem mit den Völkern, die seine Schicksalsgenossen sind und in enger Verbindung und unter Herstellung einer furchtbaren Interessen• harmonie zusammenzuarbeiten". Der XIII. Kongreß hat wieder• holt, daß das jüdische Volk gewillt ist, ״mit den Arabern in Palästina Sn vollster Harmonie und Eintracht zu leben“, töe durch das englische Angebot geschaffene Situation ermöglich! cs, an die Realisierung dieser Resolutionen heranzutreten und insofern ist dieser englische Schritt durchaus begrüBensv crt. Um so mehr, als Sir Herbert Samuel ausdrücklich erklärte, daß die Regierung hinsichtlich der Balfour-Deklaralion die giciclien Anschauungen wie die vorherigen Regierungen an• genommen habe und daß sic davon nicht abzuweichen gedenke. Gleichzeitig aber hat die Regierung ein selbstverständliches Interesse daran, ein Einvernehmen mit den Arabern henustellcn und gerade die Zionistische Organisation sollte jeden Versuch, ein derartiges Einvernehmen hcrzustcllcn, beegrüßen und unterstützen. Sir Herbert Samuel hat erklärt, daß sein Angebot an die Araber Englands letztes Wort sei. Das würde heißen, daß mit diesem wiederholten, durch die ablehnende Haltung der Araber gescheiterten Versuch, die Araber zu einer Kooperation heranzuziehen, die Geduld der englischen Regierung erschöpft und daß sie nunmclvr nicht weiter gewillt sei, sich durch die Intransigenz der Araber in der Durchführung ihrer auf die Errichtung der jüdisch-natfonaien Heimstätte gerichteten Politik hindern zu lassen. Wir glauben trotzdem, daß diese Erklärung nur cum grano salis zu nehmen ist Unsere Aufgabe ist es unseres Erachtens, die durch das englische Angebot trotz seiner Zurückweisung geschaffene Situation zu nützen, etwa in der Form, daß wir die Araber selbst einladen, eine den Willen der gesamten arabischen Bevölkerung in Pa'ästina repräsentierende Vcrtrctungskörpcrsdiaft zu bilden, mit welcher die Zionistische Organisation verhandeln kann und mit der unter Umständen auch ein Zusammenwirken bei dem Aufbau des Landes herbeigeführt werden kann. Natürlich müßte eine solche arabische Vertretung den Willen der gesamten arabischen Bevölkerung repräsentieren und nkht wie di« bei der arabischen Dcle• gation oder Exekutive der Fall Ist, lediglich eine Gruppe der palästinensischen Araber. Wir sind davon überzeugt, daß, wenn cg gelingt, daß eine derartige arabische Vertretung, deren Errichtung unbeeinflußt von irgendeiner Instanz zu erfolgen hätte, zu sdiaffcn, die Möglichkeit von Verhandlungen von Volk zu Volk sich von selbst ergeben wird. Die Araber sträuben sich vor allem gegen die jüdische Einwanderung. Einer der wichtigsten Vcihandlungsgegcnständc zwischen dieser arabischen Vertretung und der Vertretung der Zionistischen Organisation wird demnach die Einwamfe• rungsfragc sein, welche nur im Hinblick auf die wirtschaftliche Kapazität des Landes gelöst Werden kann. Palästina ist jü• dis dies und nicht arabische« Einwandcrungsgcbict, und die Juden haben eiu natürliches Interesse daran, die wirtschaftliche Kapazität des Landes so auszugestaltcn, daß cs tatsächlich jenes Eiiiwnnderungs/cntrum wird, welche* es nach den Wünschen der Judensduft «ein soll, Sir Herbert Samuel hat «Id» in seiner Erklärung an die Araber ausdrücklich auf den Artikel 6 des Mandates berufen. Der Artikel 6 sicht aber eine geschlossene Ansicdlimg von Juden auf dem Lande mit Einschließung der nicht für öffentliche Zwecke erforderlichen Staatsländereien und Brachländercier» vor und statuiert die Verpflichtung der Palästinaverwaltung, eine derartige An- Siedlung zu fördern. Die Verhandlungen mit einer arabischen Vertretung über diese Frage werden *י>5׳ darauf gerichtet «ein müssen, die Araber davon tu überzeugen, daß eine jüdische Einwanderung sie in .kefraa j^iM. teemirldti&i• dafi im QegeateM «ne «0W1*