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Jüdische Rundschau · 1923-10-05 · Heft 85-86 (5.10.1923) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 85-86 (5.10.1923)
Date
1923-10-05
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seile 506 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr.BS'BO 1 richligkcit in der Schilderung der drohenden Gefahr und mit der Notwendigkeit sie abzuwehren. Psychologie — wie Dostojewski mal sagte, — ist ein Stock, der bekanntlich zwei Enden hat. Man kann mit dem einen sowohl, wie mit dem anderen schlagen. Für die glückliche Durchführung unserer Aktion ist auch eine psychologische Einstellung nötig, die durch die unerschütterliche Ueberzeugung gegeben wird, daß die sJudensachc“, wie Herzl cs ausdrückt, die gerechteste, die schönste, die notwendigste Sache ist, daß wir gewisse ■״Rechte“ haben, daß gewisse Verpflichtungen uns gegenüber bestehen, daß — und das ist das wichtigste — die Ausführung der ״Judensache“ und die volle Erfüllung der übernommenen Verpflichtungen — nieinandem zu Leide sein wird, und auf einem unermeßlichen Gebiet der menschlichen Beziehungen Erleichterung und Erlösung — bedeuten wird, daß umgekehrt die Nichterfüllung Enttäuschung, Verbitterung, Verzweiflung zeugen und fatale Wirkungen ausiösen muß. Daß diese psychologische Einstellung bei unseren leitenden Männern vorhanden ist, das wissen wir. Aber sie genügt nicht. Es müssen auch Formen entdeckt werden, es müssen Maßnahmen getroffen, ein Apparat geschaffen werden, der die Absichten in Taten umsetzt. Nur der liebe Gott konnte die Welt aus nichts und mit nichts schaffen. Auch die Halbgötter brauchten Werkzeuge, uni die ihnen obliegenden gigantischen Arbeiten auszuführen, und da Jason daran ging, das goldene Vließ zu holen, ist er nicht allein gegangen, sondern hat sich eine treue Gefolgschaft ausgesucht. Die Eigenschaften * der Ubiquitat, der Allwissenheit, des AHes-alleimnachenkönnens fehlen eben allen mit dem Fehler der Sterblichkcit behafteten Wesen. Die Gefahr ist tatsächlich sehr groß. Die öffentliche Meinung in ganz Europa wird von allen uns feindlichen Elementen ständig bearbeitet. Der Erfolg kann einfach nicht ausblcibcii, wenn nicht Gegenwirkung erzeugt wird. Es wiederholt sich die Geschichte mit der Judenemarizipation. Im erhebenden Rausche der allgemeinen Mcnschcnbefrciung hat man den Juden die Gleichberechtigung oktroyiert. Und am Morgen begann der Judenhaß wieder zu zischen und zu vergiften. Im Rausche des Weltkrieges, dessen Ideologen auch die Forderung nach der Befreiung, nach dem Sclbstbcstinrmungsrcchtc der kleinen Nationen aufstellten, hat man nunmehr auch der jüdischen Nation die ,Gleichberechtigung zuerkannt. Und am Morgen begann der Judenhaß zu zischen und zu vergiften. Natürlich benutzt er alle die Schwierigkeiten, die der Ausführung der ״Judensache“ tatsächlich anhaften, vornehmlich die Schwierigkeiten, die allerdings in unserer eigenen Unzulänglichkcit und auch in dem Vorhandensein einer arabischen Bevölkerung in Palästina begründet sind. Natürlich liegt die beste Abwehr der zischenden Und vergiftenden Kampagne in einer Steigerung unserer Leistungsfähigkeit, und in der Verminderung aller Rcibungen zwischen uns und den Arabern. Aber die Kampagne verringert die Resultate unserer Aktion, indem sic die Kleinmütigen und die Indifferenten in detx jüdisehen Reihen entmutigt. Aber die Kampagne erschwert die ,Verständigung mit den Arabern, so sie die intransigenten Elemente — dort ermutigt. Vor allem bedeutet sie eine Gefahr, da die letzte Sicherung unseres ,Erfolges doch in der Schaffung der ״Atmosphäre des allgemeinen Wohlwollens“ liegt, doch durch die Eroberung der öffentlichen Meinung gegeben werden kann, ■ Nicht durch das ״Bestehen auf dem Schein“, nicht durch Zitate aus dem Mandat und Hinweise auf die Völkerrechtlichen Verpflichtungen allein, können wir unserer Sache bei den anderen zum Siege verhelfen. Nur die Erkenntnis.- auch der anderen — daß die Judensache eine schönt, große, edle Menschensache, auch politisch, ökonomisch, sozial nützlich, ja notwendig ist, nur der feste Wille — auch bei den anderen — sie auszuführen, sind die Voraussetzungen unseres Erfolges. Daß diese Erkenntnis beigebracht, daß dieser Wille erweckt werden kann, das lehren die Einzelerfahningen eines jeden, der auf diesem Gebiete tätig war. Die ,Geschichte des nationalen Befreiungskampfes anderer Nationen ist auch da, um Beweise, falls sie nötig wären, ZU liefern, .Vor einigen Tagen ist ein großer Mann in England;י— John Morlcy, der ,,ehrliche John“ — gestorben. Wer die zwei Bände seiner Erinnerungen — seiner״Recoileetions“ liest, wird ergriffen — durch diese wundervolle! Schilderung der Gewalt einer ״Idee“, einer Ueberzeugung ן von der Wahrheit, Schönheit und — daraus resultierenden }Notwendigkeit einer Mensehensache im seelischen Erj leben eines ״praktischen Politikers“ größeren Kalibers. [ Und wer diese R cco 11 ection 8, die, von einem!Achtzigjährigen geschrieben, das Zeugnis über seine!ganze Entwicklung darstelit, liest, lernt auch die Innere Mechanik dieser Seele und dieser Prozesse kennen, be-;kommt Einsicht in die Wege, auf welchen die ״Ideen“ ו ihren Eingang in die Seele finden, und eine ״fremde Sache" in die ״eigene Sache“, in die ״mea res“ dieses Menschen umgcwundelt wind. Mau lernt mit Erstaunen, ,welche hohe Intellektualitüt, welches Bedürfnis nach Wissen, welche Begeisteningsfähigkeit in solchen [Männern lebt, es schildert ja Morlcy nicht nur sich 'allein, sondern sein ganzes Milieu, d. h. er führt die ganze Galerie der leitenden Menschen Englands vor. Lesen Sie die ״My Diaries“, mein Tagebuch von Blunt. Da werden Sie ein wunderbares Leben und einen wunderbaren Mann kennen lernen, der sein ganzes Leben dem Kampf für die Befreiung der fcleinert Nationen gewidmet : hat, ebenso wie auch Morley seine wichtigste Tätigkeit im Kampf für Home Rule und für Reformen in Indien ,!erblickte. Man hat das sichere Gefühl: auch für unsere Idee kann man solche ,Vorkämpfer gewinnen, und nicht nur in England allein. Aus diesem sicheren Gefühl heraus muß man endlich zum Entschluß kommen, dies auch zu tun. Und zwar auf dem einzig richtigem Wege — gleichzeitig mit der Gewiniuuig der einzelnen ״Großen“, erstens auch das ganze Milieu, dem sie doch ״tributpflichtig“ sind, zu erobern uichcii, und das ״Wohlwollen“ Einzelner in dem festen Rahmen tätiger Vereinigungen zu organisicren suchen; Es soll das Entstehen einer großen ״all* menschlichen“, — nicht an einen Staat oder an eine Gruppe von Staaten und Völkern gebundenen und begrenzten — ״Pro-Palästina“-Bcwcgung an gestrebt werden. Der Erfolg ist unzweifelhaft, ist doch die ״Judensache“ die schönste, die reinste, die romantischeste und zugleich auch eine der für alle praktisch-notwendigsten Befreiungsbewegungen der Menschheitsgeschichte: Eine schöne und notwendige menschliche Sache hat, richtig dnrgcstcllt, eine unbezwingbare Gewalt über die Seele des besseren Menschen. Darin soll das Zeichen unserer politischen Propaganda liegen. In hoc signo vinecs. politische ]Sad>rid>ten Bcdsclias im Völkerbund J. C. B. meldet: Die Exekutive des arabischpalästinensischen Kongresses in Jerusalem hat das folgende Telegramm aus Genf erhalten: ״Nachdem die arabische Regierung dem General- Sekretariat des Völkerbundes ihren Wunsch mitgeteilt hatte, int Völkerbund vertreten zu sein, hat der Völkerbundrat die Berechtigung dieses Gesuches anerkannt. Daraufhin hat die arabische Regierung den Gesandten in Rom Emir Habid Lutfall ah beauftragt, sic im Völkerbund zu vertreten. Der Emir ist nach Genf abgereist. Der Völkerbund hat den Konimissionsbericht über die Bestätigung dieser Vertretung anerk a n n t.“ Der Vertrag von Versailles war seinerzeit auch durch die Regierung von Hodschas unterzeichnet worden. Ala aber einem Proteste gegen die Anwendung des Mandat- Systems nicht stattgegeben wurde, sandte König Hussein keine Vertretung zu der Völkerbundtagung. Der jetzige Beschluß der HecIschas.Regieruug, wieder im Völkerbundrat vertreten zu sein, bedeutet daher eine Acndcruug ihrer Politik in bezug auf das Mandatsystem in den arabischen Ländern. Verständigung zwischen Hussein und England? Wie der ״Doar lhpm“ aus verläßlicher Quelle erfahren haben will, soll binnen kurzem die Vereinbarung über die arabische Konföderation von König Hussein von Hcdsclias und der englischen Regierung unterfertigt werden. Beide Vertragsparteien hätten Konzessionen machen -müssen, König Hussein soll eine Anerkennung der Forderung der Araber nach größerer und direkterer Beteiligung au der Regierung Palästinas erreicht haben, Dafür erkennt König Hussein ausdrücklich das englische Mandat und die staatliche Sonderstellung von Palästina an und so auf freilich indirekte Weise auch die Baifour- Deklaration und das jiidisclmationale Heim. Im Colonial Office soll man hoffen, daß nunmehr die Agitation gegen den Zionismus aufhören werde. Juden und Araber würden nun in Frieden und Eintracht in Palästina nebeneinander leben können. Es ist überflüssig zu bemerken, schreibt der ״Doar Hajoin“ weiter, daß ein derartiges Uebcrcinkommcn zwischen England und den Arabern nur mit Zustimmung der Jewish Agency geschlossen werden könnte, mit der die englische Regierung alles zu beraten hat, was irgendwie die Zukunft des jüdischen nationalen Heims berührt. Die Bilckkchr der pläsliueiisiscli-arabischen Delegation nach Jerusalem Jerusalem (J, C. B,). Die palästinensischarabische Delegation ist bereits aus London nach Jcrusalem zurückgekehrt. Die Mitglieder der Delegation blieben kurze Zeit in der Nähe von Rainieh, wo sie an der Feier des Ncbi Ruben-Festes tcilnchmcn. Sic kamen deshalb mit einigen Tagen Verspätung in Jerusalem an, Der Präsident des palästinensisch-arabischen Kongresses hat an Zag hin I Pascha anläßlich seiner Rückkehr nach Aegypten ein Glückwunsch-Telegramm gesandt, in dem er seinen Wunsch für das Wohlergehen Aegyptens und aller arabischen Länder ausspricht. Sir Herbert Samuel und die arabische Exekutive Jerusalem (J. C. B.). Der Sekretär der pnlästl• uensisch-arahisehcn Exekutive hatte eine Unterredung mit Sir Herbert Samuel in der Frage der Einsetzung einer nationalen Regierung in Palästina. Sir Herbert Samud unterstrich, daß Palästina für eine nationale Regierung noch nicht reif sei. Die palästinensisch-arabische Exekutive hat für Montag, den 1, Oktober eine Zu• sammenkunft zwecks Prüfung der Lage anberaurnt. Wie unser Korrespondent erfahrt, wird der Präsident der Exekutive Mtisn Kazim Pascha nochmals mit Sir Herbert Samuel in dieser Frage konferieren,׳ Es wird dem Ober• komtnis&ar ein Memorandum übergeben werden, in welchem die Forderung nach einer nationalen R •r:;>1:1״.•( in Palästina gestellt sein wird, Rundschau Die antisemitische Welle J. Sch. Berlin, 2. Oktober. Die Nachrichten, welche au» den meisten Ländern des Ostens zu uns dringen, zeigen, daß fast überall ein militanter Antisemitismus das Heft an sich gerissen hat und Regierungen und Öffentlichkeit terrorisiert. Für alles werden *die Juden verantwortlich gemacht. Der polnische Ministerprasi. dent verlangt von einem jüdischen Parlamentsmitglied(.• welches am Zionistenkongreß als Delegierter tcilgenoinmcn hat, befriedigende Aufklärungen über die Jewish Agency, ln welcher drt die Grenze des Irrsinnigen fast schon über•' schreitender Antisemitismus eine neue ,,Gefahr" für die autochthonc Bevölkerung Polens sicht, eine neue Form jener sagenhaften jüdischen Weltherrschaft, welche nach Ansicht der Antisemiten in allen Lagern und Ländern sich immer offener hervorvvagt und in der Jewish Agency nunmehr ihre konkrete Form annimmt; und gleichzeitig erklärte ein rumänischer Minister drei Tage nachdem die rtimiiuischc Reglerung den Antiscmitcnkoiigrefi verboten hat, Ln einer van rumänischen Bauern gehaltenen Rede es als die Aufgabe eines jeden guten Rumänen, gegen die ״Fremden im Lande" ni kämpfen. Denkt man <13ran, wie im August 1914 alles ia eitel Brüderlichkeit zerfloß, wie jede der kriegführenden Mächte das historische und das ethische Recht für sich in Anspruch nahm, so fühlte man sich versucht, eine Satire zu schreiben, wenn all das nicht so verzweifelt traurig wäre. In Polen wird eine scharfe Kampagne gegen die Juden geführt und es hat fast den Anschein, als stehe die Regierung diesem Kampfe der Antisemiten mit wohlwollender Neutralität gegenüber. Der Kampf, den die Juden um ihre primitivsten Rechte in Polen auszufccliten haben, der Kampf um die bürgerliche und nationale Gleichberechtigung, ist noch lange nicht zu Ende. Der polnische Unierrichtsministcr hat vor kurzem in einem Zirkulare den Rektoren der Universitäten Polens ״nahegelcgt", so wenig Juden als nur möglich aufzuuclimcn. Noch hat der Sejm das Oesctz betreffend des Numerus clausus nicht verabschiedet, vielleicht aus dem Grunde, weil es Immerhin noch Männer gibt, welche sich über die Tragweite eines solchen Beschlusses Rechenschaft geben, aut welche Eminziationcn wie die der Pariser Liga für Mcnsclun• rechte und einer Reihe Gelehrter der westlichen Universitäten, insbesondere der Sorbonne, noch Eindruck machen. Diese Männer wollen Polen nicht auf jene Stufe stellen, auf der einmal Rußland gestanden hat, von dem man die längste Zeh hindurch nicht anders gesprochen hat als vom ״schwarzen Rußland". Aber darüber scheint sich der polnische Unterrichts• minister mit einer Leichtigkeit hinwegzusetzen, die ihres• gleichen sucht, Er wartet nicht auf das Gesetz, sondern empfiehlt — In einem Geheimerlaß — den Rektoren cu:e Verringerung der Aufnahme jüdischer Bewerber um die Immatrikulation. Neben diesem ״versteckten“ Gcwaltstreiäi hat sich die polnische Regierung aber auch noch ganz offene geleistet. So wurden 15 Juden wegen Hochverrates — zur Zeit der deutschen Okkupation Kongreßpolens (!!) — ver• Haftet. Wir wissen nicht, wie das Urteil des Gerichtes ausfallen wird; es voraus ruschen, dazu gehört keine allzu stark« Phantasie. Die Juden, die stets loyal am Aufbau des neuen Polen mitzuarbeiten willens waren, haben über ihre Forderungen keinen Zweifel gelassen. Der heroische Kampf, den der jüdische Sejmkhib um die nationalen und bürgerlichen Rechte der Juden in Polen geführt hat, dürfte die polnische Re• gierung darüber, was die Juden in Polen erstreben, aufgeklärt haben. Ocrad« in diesen Tagen sind seitens des jüdische« Nationalrats 1« Polen die Reden der jüdischen Sejmabgeord• neten Grünbatim, Thon, Hartglas und Farbstein gesammelt herausgegebeti worden. Diese Reden geben ein Bild der parlamentarischen Tätigkeit der jüdischen Vertreter; sic habe.« geradezu dokumentarischen Wert. Sie enthalten ein Pro• gramtn, aber auch eine Anklage; Anklage wegen Entrechtung eines Teiles der Bevölkerung und wegen Nichterfüllung von internationalen Verpflichtungen, die nicht nur aus Gründen der internationalen Verbindlichkeit, sondern auch aus prak• tLsclicr Innerpolitischer Notwendigkeit hätten erfüllt werden müssen, Polen hat den Minoritätenvertrag unterzeichnet und e8 hat diesen Vertrag, wenn auch ziemlich versteckt in seine Konstitution aufgenontmen. Wenn der polnische Ver• tretcr beim Völkerbunde glaubt, daß die Zeit gekommen sei, den Minoritätenvertrag in Vergessenheit geraten zu lasse« oder gar außer Kraft setzen zu können, durch den Antrag, daß die Minoritäten gegen die Verletzungdes Minoritätenschutzrcclites nur im Wege der Staatsrcgierung protestieren dürfen, dann ist er auf falschem Weg. Es wäre Sache des Komitees der jüdischen Delegationen, die Frage der Minori• tiitenrechte nncli den Erfahrungen der vier Jahre neuerlich In der Orffentlichkeit grundsätzlich auf/urollcn; in den westlichen Liimlern, insbesonders in den Kreisen der fran• zösischeu Liga für Menschenrechte und der französischen und englische« Völkcrbuiuisliga bildet die Minoritätcnschutz• frage, insbesondere in den russischen und österreichische« Nachfolgestaaten, ohnedies einen dauernden Beratungspunkt, Hier hätte eine aufklärende Propaganda clnzusetzen. * In Rumänien sind die Verhältnisse nicht viel ander!, Auch Rumänien hat seinerzeit den Minoritätenschutzvertrag unterschrieben und er ist Bestandteil der rumänischen Verfassung. Allerdings hat die jetzige Regierung versucht, durch eine Verklausulierung diesen Vertrag unter den Tisch fallen zu lassen. Es ist ihr aber infolge des Protestes, der sich ווי allen Teilen Rumäniens dagegen erhoben hat, nicht gelungen. Die rnmii irische Re;!io;ung versucht jetzt offenbar auf andere Weise die Juden Rumäniens, die auch heute noch (nach einem |m Namen der Selbstbestimmung der Völker ge־ führten Kriege und abgeschlossenen ״Frieden“) im Lande nach dem Wortlaut des Gesetzes großenteils noch ״Fremde“ sind, zu entrechten. Sie schaltet systematisch die Juden aus allen staatlichen und lokalen Vertretungskörpern aus, sic sperrt mit einer Konsequenz sondergleichen den jüdischen Bürgern Rumäniens den Zugang zu den Aemtcrn und den jüdischen Kindern den Eintritt in die Sdtulcn, Und nun hat es sogar ein Minister als die vornehmste Aufgabe eines jeden Rumänen hingestclit, gegen die ״Fremden“ im Lande zu kämpfen. (Kein Mensch in ganz Rumänien versteht unter verantwortlichen Regierimgsntänuer in Rumänien sollten daran dem Wort« Promter etwa» anderes als Juden.) Auch die

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