Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 81-82 (21.9.1923)
- Date
- 1923-09-21
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2651273-2652595-2652502-2652572--16858-2674548- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Haifa 1× ep/1047930
OCR text
Kr. 81/82 Seite m TUED1SCHE RUNDSCHAU יסי׳ו irt•" -!A ct,״ »ue ‘;1!e ' er d!״: :i'a-!len kt Hit l|.־d!:an 'ing ■ca- ■ich g״lt •'Cr lis-׳ :ine ach mg er hu die mj. cizzu nui;st- Xis ,!cn :cn •en üid her :cl. 11clen irt. cid len :er!ch las ts- ״m cn! or im •11< jümd ler rn- -חי er• nd er• die 1er len ms ־.es lee 1-11. m he eil n hl- HZ tcl he ui, :re ui- SO 1•■r, irste er!er he en ■he me |,-l< :cn ,'ff ■::e als ler :cn cn ies urt ics tin m; he on tg icJi Ul• Hie Beschlüsse der Konferenz!ilr das arbeitende Palästina j Die Konferenz für das arbeitende Palästina, die von der j Mlgcmcinen Organisation der jüdischen Arbeiter in Palästina'‘ i'llistradnth Klnlith) cinberufcn worden Ist, hat In Karlsbad . Jon! 20. bis 21. August stattgefunden, Tcilgcnommcn Iraben Vertreter des sozialistischen Wdtvcrbandcs Poalc-Zion, der allwcltliclicn zionistischen Arbeitsnartei ititaclidutli, des zionistisch-soziaüstisdicn Verbandes Zcirc-2ion, der zionistischsozialistischen Föderation Dror, des kommunistischen Verbaujjes I’oalc-Zion und des Wdtvcrbandcs tlcchaluz. Es wurden ' folgende lksclilüssc gefaßt: 1. Mit Zustimmung aller Teilnehmer wird ein ״Aussilmft für die Angelegenheiten des arbeitenden Palästina" AV'aad Ic-injane Irrer. Israel ha-owcdctli) gebildet. 2. Alle Organisationen, die sieh an der selbständigen Tätigkeit beim Aufbau des arbeitenden Palästina beteiligen wollen, und die sich In ihrer Palästinaarbeit um die allgemeine Arbeiterorganisation konzentrieren, nehmen an der Bildung des Ausschusses teil. 3. Die Aufgaben: a) Organisierung, Leitung der verjrhiodciion Aktionen im Oolus zugunsten der wirtschaftlichen Institutionen der palästinensischen Arbeiterschaft, die der alt-!י emcinen Arbeiterorganisation unterstehen. (Arbeiterbank, flamaschbir, Baufcoopfrntive Solei bonch, Kolonisationsgciiossenschaft usw.) 11) Anteilnahme an der Leitung der gemein-!urnen Institute der llistadruth und des Ausschusses, c) jehaffung neuer Institutionen, die jedoch nur mit Zustimmung der Histadruth erfolgt. •I. 1. c n t r .11 f o (1 d s. a) Die Konferenz anerkennt die Notvendigkoit eines Zentralfouds zum Aufhau der Wirtschaft der Arbeiterschaft im l aride, welcher der allgemeinen Arbeiter- Organisation und der Konferenz für das arbeitende Palästina nn!erstellt und an Stelle der Sonderfonds tritt, die jetzt zu demselben Zweck bei den Parteien bestehen, b) Der Pajästinaarbeiterfonds (״Kapai1‘) soll zu diesem Zentraifonds aiisgestaltet werden, c) Alle andern Fonds, deren Zweck dem dos genannten ähnelt, freken im Zentralfonds auf. d) Die Konferenz nimmt grundsätzlich den Antrag des Hauptbüros der Poalc-Zion an und beschließt, daß der 1>. A.. F. derzeit ein gemeinsames Institut des M/cItvcrbandcs Peale-Zion und der Histadruth sein soll und an seiner Leitung in gleichem Maße einerseits diese beiden Organisationen, andererseits die Konferenz für das arbeitende Palästina teiliichmcn. e) Die Leitung des P. A. F. wird für das kommende Jahr folgendermaßen zusammengesetzt: 25«,״ der Stimmen hat die Histraduth, 2י ״ 3־ das Hauptbüro der Poalc-Zion und 50סי׳ die Konferenz für das arbeitende Palästina, f) Nach einem Jahr geht die Leitung auf den Ausschuß für das arbeitende Palästina und auf die Histadruth über, wenn nicht einer der drei Teilnehmer Widerspruch erhebt, g) Wenn im Falle des Widerspruch die Parteien nicht zu einem Einvcrnehmen gelangen, geht das im Laufe des Jahres gesammelte Kapital mit Aktiven mul Passiven in den Besitz der Hist ulitiih über und alle drei Teile sind für die Zukunft in ihrer Tätigkeit frei, 11) Die Sammlung von Materialien und Geräten im Laufe des Jahres wird durch die vereinigte Leitung des P. A. F. organisiert unter dem Namen: ״Geräte- und Materiaifonds", als besondere Abteilung des Knpaj. i) Außer der Sammlung von Material und Geräten wird gleichzeitig von derselben Leitung die Sammlung von Geld und von regelmäßigen Beiträgen zugunsten des Arbeiterfonds von derselben Zcntralleitujig durchgefiihrt. k) Wenn die Vereinbarung über den Kapaj aufgehoben wird, bleibt das gesammelte Kapital itn Besitze des Gerätefonds als einer Institution der HD a.lruth. 5. Organisation, a) Die Verteilung der Stimmen bei der Konferenz war folgendermaßen: Histadruth 3 Stimmen, Wcltvcrband, Poalc-Zion, Hitachdutli, z.-s. Zeire-Zioa, kom. Verband Poale-Zion, linke Poalc-Zion, Chaluz, Dror je 2 Stirnmen. Diese Verteilung bleibt bis zur ersten Sitzung des Aus- Schusses, h) Der Ausschuß hat das Recht, mit Zweidrittel- Mehrheit neue Organisationen aufzunehmen, c) Die Einrichtunr des provisorischen Sekretariats wird der Exekutive der llistadruth übertragen, d) Die Bestätigung der Beschlüsse der Konferenz durch die angcschlosscnen Organisationen_ muß innerhalb von zwei Monaten erfolgen, e) Die erste Sitzung des Ausschusses wird für den 15. September festgesetzt. I) Alle Teilnehmer werden beauftragt, dem Ausschuß Progranime für die Tätigkeit in den einzelnen Ländern vorzulcgen. () Die Teilnehmer haben bis zur kommenden Sitzung ihre Stellung zu der Möglichkeit einer Zusammenarbeit in den einzelnen Ländern zu bestimmen, g) Die nächste Konferenz findet im nächsten Jahr statt. 6. Die Konferenz spricht die Notwendigkeit aus, eine Weltkonfcrenz fiir das arbeitende Palästina zu veranstalten. * Sekretariat: Im Sinne der vorstehenden Beschlüsse für die Angelegenheiten des arbeitenden Palästina in Berlin hat die Exekutive der Histadruth eia provisorLchcs Sekretariat eingerichtet, das seine Tätigkeit hereits aufgenommen hat. Die Adresse des Büros lautet: Komitee für das arbeitende Ercz-Israel, Berlin W 62, Klciststr. 24. Tel. Lützow 4018. Telegramm-Adresse: Solelboneh Berlin. Kleine Kadiricftten Zwischen dem Vertreter des Emir Abdullah und dem französischen Generalkonsul in Jerusalem fanden Vcrhandlungcn statt, welche die Ratifizierung eines zwischen Trans- Jordanien und Syrien abgeschlossenen Auslieferungsvcrlragcs Mm Gegenstände haben. Wie aus Jerusalem gemeldet wird, hat die Polizei bei *(eben Arabern verschiedene Waffen entdeckt, die Araber *ind dem Gericht übergeben worden, ln der Nähe von Haifa sind iwci Chaluzim, Weinstein und Reiter, unter noch unaufgeklärten Umständen ermordet worden. Nachdem unlängst in Jerusalem ״Traviafa" in hebräischer Sprache mit großem Erfolg aufgeführt wurde, wird nunmehr חס׳י der gleichen Oruppc die Aufführung von ״Rlgolctto“ vorbereitet. Der bekannte Hamburger Gesinnungsgenosse, Dr. Felix Danzig er, ist vor kurzem in Jerusalem eingetnffen, wo זז die Gründung eines modernen Sanatoriums und Klinik vorbereitet. Das Institut, das erste seiner Art, wird von “fr öffentlichen Meinung Paläsfims sehr freudig begrüßt. Die Salzkompagnie in Alith beginnt mit dem Bau einer Salzmühle «nd eines großen Magazins. Die notwendigen Maschinen treffen noch im Lavfe des September in Pa- 'ästina ein. Mc Irfcr.cr «Sfcfcifj (Memorandum, unterbreitet dem XIII. Zlonistcn-Kongreß und der Konferenz ״Für das arbeitende Palästina“ vom Ausschüsse der ״Arbeiter-Siedlung Jaffa-Tel-Awlw“,) Während der Vorkriegsjahre war das Hauptaugenmerk der Kdonis.1iions-Drg.1nc der Zionistischen Organisation auf die Vermehrung der jüdischen landwirtschaftlichen Positionen und deren Ausbildung gerichtet, und auch nach dem Krieg wurde diese Hauptrichtung bcibchaltcn. Leider stellte es sich schon während der ersten Jahve nach der Okkupation heraus, daß man!11 der nächsten Zukimft keine großzügige Kolomsationstütißkclt erwarten darf, und daß die Frage, wie die tausende Immigranten beschäftigt werden sollen, nicht auf dem Kolonlsatlonswege beantwortet werden könne. Für die Neuschaffung einer ausreichenden und zweckmäßigen Anzahl von landwirtschaftlichen Beirieben sind che erforderlichen Mittel nicht geschaffen worden, dagegen Ist in dem größten Teile der vorhandenen landwirtschaftlichen Positionen, und besonders in den bestellenden jüdischen Kolonicu eine Aufnahme von neuen jüdischen Arbeitern nicht mir liimiöglich, sondern es ist die Existenz der dort seit mehreren Jahren lebenden Arbeiter sogar gefährdet. Die in letzter Zeit vor sich gegangene Auswanderung der jüdischen Arbeiter aus den bestehenden jüdischen Kolonien hat leider diese Befiirchhing gänzlich gerechtfertigt. Die öffentlichen und Regicrungsarbeiten, Straßenlind und ELsenhahnbauten, welche Ungefähr vor zwei Jahren im Lande ansgcfülirt wurden, haben für einen Zeilabsclmitt einigen tausenden Immigranten Beschäftigung geboten, nachdem diese Arbeiten zu Ende gegangen, waren diese Arbelisqucllen für die Aibcitermasscn, welche bereits im Lande lebten, sowie für diejenigen, welche an den Toren Erez-Isracf* klopften, ge• sperrt, Hie Einschränkung der Kolonlsatioiistiiligkcit einerseits, sowie die Beendigung der größeren Regicrungsarbeiten andererseits hätten die Entwicklung des jüdischen Jischub unterbunden, hätte sich nicht zu gleicher Zeit die Stadt entwickelt und wären nicht in ihr neue Aufnahme-Reservoire für hunderte und tausende jüdischer Arbeiter erschlossen worden. In dieser Beziehung ist Tel-Awiw besonders hervorzuheber, denn dort'ün haben sich, nach Beendigung; der Regierung*• arbeiten, die arbeitsuchenden Massen begeben, und jeder neue Immigrant war bemüht, sich dort niederzulassen. Gleich nach den Mahmmhen 1021, als die in den gemischten Vierteln lind rein arabischen der Stadt Jaffa woliiicnden jüdischen Massen nach Tel-Awiw znstrcbteu, weil sic ilucs Lebens in diesem auch sonst wicluig gewordenen jlidischrn Zentrum sicherer waren, hat In dieser Stadt eine im Lande noch nie d,1 gewesene Bautätigkeit eingesetzt. Iin Anschluß an die Entwicklung der eigentlichen Bnut.itlgkeit wurden verschieden« große und kleine Industrien des Bauwesens entwickelt (Zierjel- und Bodcnhela.gplatten-Eizcugung, Bautischlern usw.) und die Konzentration des jüdischen Jisclnib in einem Punkte hat auch seine sonstige Ausdehnung und Entwicklung veranlaßt. Jetzt ist Tel-Awiw — von verschiedenen Standpunkten aus gesehen —• eine wichtige Stadt innerhalb des jüdischen Jischtib. Aber trotz der Vermehrung der Häuser in Tel-Awiw waren nur wenig Arbeiter imstande, ein 1 laus zu bewohnen, und parallel mit der Entwicklung der Bautätigkeit in Tcl-Awi׳.v wuchs die Zahl der Zelte auf den Hügeln um Tel-Awiw herum und stieg die Zahl der von Arbeitern bewohnten alten und baufälligen Baracken, auch erhöhte sich die Zahl derjenigen, welche in den ungesunden Kellern, in Tcl-Awlw wohnten, denn der Arbeiter konnte tfcii hohen Mictsprcis nicht bezahlen. Der Miclsprcis ist zwar in den letzten Monaten auf 60 —70״> seiner vorherigen Höhe gesunken, Immerhin aber war In den letzten zwei Jahren der Mietspreis für eine Wohnung von zwei Zimmern und Küche 50 ״׳״ des normalen Arbeitsertrages eines dauernd beschäftigten Berufsarbeiters gleich. Die Wohnungsfrage Ist somit ein hochwichtiges und wlrtschriftlich liöclts!bedeutendes Problem für den städtischen Arbeiter. Andererseits ist der landwirtschaftliche Mnrkt Tel-Awlws gänzlich von nichtjüdischen Produzenten beherrscht und erst in der letzten Zeit haben die jüdischen landwirtschaftlichen Produzenfen begonnen, sich auf diesem Markt* zu etablieren, Täglich stiömcn lumderte Pfunde am den Taschen der jüdischen Konsumenten in den Besitz der iilchtjüdisehen Verkiiiifcr von Geimise, Früchten, Eiern, Geflügel tisiv. Diese Tinkaufe werden aber nicht, wie cs Im jüdischen Geschäftsverkehr sonst üblich ist, auf dem Woge de« Kredits erledigt, sondern alles wird in bar bezahlt, auch der Arbeiter, der eine eigene Wirtschaft entbehrt, ist gezwungen, diese Produkte aus derselben Quelle gegen Barbezahlung zu beziehen. Der nationahvirlscliaftliche Verlust lin Lande Ist somit ein doppelter: 1. Die jüdische Wirtschaft kommt nicht zur produktiven Verwendung aller ihr zur Verfügung stehenden und verlustig gellenden Arbeitskräfte (der Arbeiter während seiner arbeitslösen Zeit, seine Familie wählend der ganzen Zeit), 2. Die Stadt wird der Ausbeutung seitens der nichtjüdischen und feindlichen Produktion aimgelicfert. Anders würde sich die Lage der Stadt und des städtischen Arbeiters gestalten, wäre dem letzten die Ansiedlung in der Nahe der Stadt ermöglicht. ׳ Eine für die Schaffung einer Hauswirtschaft erforderliche Fläche, deren Größe von der Bearbciliingsmüglichkclt und Kapazität jedes einzigen Ansiedlers abhängig ist, welche von den Mitgliedern der Arbeiterfamilie und von dem Arbeiter während seiner .freien Zeit bearbeitet wäre, ermöglicht eine wirtschaftlich gesunde Existenz des Arbeiters und seiner Fa* milic und erschließt neue wirtschaftliche Möglichkeiten für die Stadt, welche der Ausbeutung der fremden Produktion entzogen wird dadurch, daß die Stadt dl® Ihr erforderlichen landwirtschaftlichen Produkte aus den Arbcltssicdtungen bezieht. Die Festsetzung des städtischen Arbeiters ln seinem Hause auf dem Lande und die Einreihung der Mitglieder der Arbeiterfamilie In die Reihen der jüdischen produktiven Kräfte, welche den wirtschaftlichen Wert des jüdischen Jischub steigern, sind außerdem als Mittel für die Steigerung der Immigration und die Unterbindung der Emigration, die tn der letzten Zeit einen katastrophalen Charakter anzunchmen im Begriff Mt, von größter Bedeutung. Der überwiegende Teil de» jüdischen Jischub Im Lande entstammt der öaluth, jeder jüdische Insasse Erez-Israels ist eng mit der Galuth verknüpft, hunderte und tausende Immigranten, die im Lande leben, sind a!« Pioniere der Familie hergekommen, und auch die Zurückgebliebenen hegen die Hoffnung, nach Erez-lsrael kommen zu können, sobald der ״Famllien-Cli.nluz“ sich im Lande festgcselzt und festen Fuß gefaßt hat. Die Zahl derjenigen Immigranten aber, die sich im Lande jetzt festgesetzt haben, ist leider verschwindend klein. Im Gegensatz zu den wenigen ״Glücklichen׳‘, welche «ich irgendwo in einer Landwirtschaft niedergelassen oder fetten Fuß gefaßt haben, sind die bodenlosen, des Broterwerbes wegen stetig wandernden Arbeiter nach tausenden zu zählen. Die ßodenlosigkclt und der Mangel an festem Grund des städtischen Arbeiters sind die Hauptbeweggründe der Auswanderung und das größte Hindernis zur Steigerung der Immigration. Die Schaffung von Arbeitersiedlungen in der Nähe der Städte, um Tausende von städtischen und bodenlosen landwirtschaftlichen Arbeiter anzutiedeln, Ist berufen, die Auftiahmefähigkeit clcs jüdischen Jischub für Hunderte und Tausende von neuen Einwanderern zu steigern. In den Arbeitersiedlungen wird dc!1 unverwendeten produktiven Arbeitskräften innerhalb der Arbeiterfamilie ermüglicht, tatkräftig für die Entwicklung und Vergrößerung de* jüdischen Reichtum* im Lande init/uwirken. Die Arbeitersiedlungen tragen den Kern einer jüdlichen arbeitenden Majorität in sich, und an sie knüpft der städtische Arbeiter seine Hoffnung auf eine Existenz und eine Zukunft in Erez-fsracl. Die Arbeit in den Kommissionen Gg. Dr, Hugo Schachtel, Breslau, sendet uns einige Ergänzungen seines Berichtes über die Arbeiten des XIII. Kongresscs. wir geben den Teil seines Berichtes hier wieder, der eine ־ wie wir glauben, nicht unberechtigte — Kritik der Arbeit in den Kommissionen bzw. des Verhaltens mancher Kommissionsroiiglicder enthält. Dr. Schachtel schreibt darüber: ״. . . Je kleiner eine vcrtrctungsbcrcclitigte Gruppe war» desto schwerer war cs für sic, zu vermeiden, daß einzelne Pcisoncii in mehrere Kommissionen entsandt wurden. Größere Gruppen, wie vor allem der Ali-ra hi, dagegen hatten geniigend Menschen, um mit Leichtigkeit verschiedene Vertreter in alle Kommissionen entsenden zu können, die dann auch in jeder Sitzung ihrer Konmiisstou anwesend sdii konnten. Schwieriger wurde dies; Frage noch für die kleinen Gruppen, die den — eigentlich selbstverständlichen — Wunsch Hatten, in die Kommissionen möglichst solche Vertreter zu entsenden, die für deren Materie besonders sachverständig oder sonstwie geeignet wären. So kam cs, daß die Kommissionen nicht immer gut besucht waren, dali an ihrer Arbeit nur immer_cin Teil wirklich tcilurlimen konnte, da auch zionistische Kan* grcßdelegicrte nur schwer das Kunststück fertig bringen, gleichzeitig an zwei Sudion zu sein. Andererseits lag infolge dieser Vuii.ibnisse für manche Kommissionen eine Gefahr der Majorisicrung vor durch die Fraktion, die durch ihre roße Zahl eben überallhin andere Vertreter entsenden konnte, ie zudem In vorbildlicher Fraktionscligripün stets pünktlich .zur Stelle waren . . . Dagegen die Landsmannschaften! Von einigen erschienen die Vertreter nie zur Sitzung, von anderen einmal und nicht wieder. Eine I)a׳nc, Delegierte einer uns benachbarten Landsmannschaft erklärte es, als man sie bat, doch zu den Sitzungen zu kommen, für wichtiger, daß sie an den Zusammenkünften der Fraucn-Orgauisation tellnchme, ihr iandsmaimschaftlicher Kollege hielt seine Anwesenheit in einer anderen Kommission fiir zu bedeutungsvoll, um da etwa fehlen zu können . . •" Unruhen In Transjordanien Nach einer Reutcrmeldiing haben am Sonntag Araber das im Aduangebiet liegende Lager des Emirs Abdullah angegriffen. Die Hauptstadt Amman, der Sitz des Emirs, wurde um rin gelt und die Telephon- und Teleg r a p h e n 1 c i 1 u n g c n durchschnitten. Schließlich gelang cs nach einem längeren Gcficht den Truppen Abdullahs, die Aufständischen z u ri'1 c k 7 u s c h 1 a gc n. Die Aufständischen, die 82 Tote zuriiekließcn, sammeln sich im Süden. Der Aufstand kann daher noch nicht als endgültig unterdrückt angesehen werden. Wir hoben bereits in der vorigen Nummer über eine wachsende Garung unter den trausjordanisehen Stämmen bcrichtet, die mit dem Regime des Emirs Abdullah unzufrieden sind. Die meist von dm kleineren Scheichs angeführten revolutionären Elemente forderten insbesondere die Elnbe* rufutig der konstituierenden Versammlung, Abschaffung .des fremden Einflusses, Besetzung der Bcamteristclien nur durch Einheimische, Einstellung der finanziellen Zuwendungen an die großen Scheichs usw. Diese Garungen sind nun anscheinend In eine offene Rebellion ausgeartet. Mehrere deutsche Zeitungen brlnijen. die Meldung über die Unruhen mit der Ucbcrschrift ״Bluiigc Kämpfe In Palästlna“ und versehen sic mit dem Kommentar, es handle sich um eine ״arabisch-nationalistische Bewegung gegen die jüdische Hin Wanderung“. In Wahrheit haben die Vorgänge, die auf Konflikte zwischen arabischen Stämmen zurückgehen, nichts mit der jüdischen Frage zu tun. Eine muselmanische rc!l(!iösc Hochscliule ln Jerusalem Jerusalem. (J.C. B.) Der oberste muselmanische Rat in Palästina hat bcscfilossen, Im Laufe des Monats September eine mu»elm«nlsche Hochschule für religiöse Wissenschaft in Jerusalem zu eröffnen. * w יי""*'"' |" ׳״״"*" lii' ttll's I iilii ■Wi' 1 ilfii *Hiüiäiifir י»• yy ■ UMp1!,! »Hl ■' '«*"1IWH י* riiiiiifti ti j 1 I j וו C| rar־-: »i l*V «* וו. א> Cs, *WäJ?