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Jüdische Rundschau · 1923-09-21 · Heft 81-82 (21.9.1923) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 81-82 (21.9.1923)
Date
1923-09-21
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 400 JU ED IS CHE RUNDSCHAU Nr. 81/82 in einem verhungernden Körper nie und nimmer irgend ein befreiender Geist wohnen kann, daß äußerlich gebrochene Menschen notwendig auch innerlich gebrochen sind, jedenfalls aber ungeeignet, Begeisterung »1 verbreiten, zu befreien. Und: da« es notwendig ist, nicht nur ein solches Zusammenbrechen zu verhüten, sondern auch alles, was nur irgendwie darnach aussieht, als könnte cs zu solchem Zusammenbruch führen. Darin aber besteht zionistische Praxis, und der Kongreß, der hinter uns liegt, hat das Wesen dieser Praxis, die, so gesehen, alles eher ist, als ein Verrat am Ideal, — im Gegenteil — nicht erkannt. Darin liegt auch der Grund für die ־fast allgemeine Enttäuschung und darin auch die Berechtigung zur Forderung nadi einer neuen Form, die dem neuen Inhalt angemessener ist, als die bestehende. Was diesen Kongreß — in schlechtem Sinne — auszeichnete, war das Uebermaß an Politik, an dem er litt. Die sachlichen, und gewiß nidit weniger wesentlichen Fragen des Budgets, der Immigration und Kolonisation, der Fonds lind der Finanzpolitik sind in einem, in keinem anderen Parlamente der Welt üblichen Maße zurückgetreten. Das ist nicht allein, wie Siegfried Mosos hier letzthin gesagt hat, eine Folge des vollständigen Fehlens von Oeselzesvorlagcn, von bestimmten Arbeitsvorschlägen der Leitung (wie sie übrigens die Z. V. f. D. noch vor dem Dresdner Dclcgicrtcntag von der Exekutive verlangt hat); es ist auch eine Folge des oben skizierten Nichtverstchcnkömiens, oder Nichtverstehenwollen« oder doch des Oeringerachtens der Tragweite der sachlichen Bcrahingsgcgcnstnude. Und diese Erscheinung wieder ist eine Folge mangelnder Erziehung in dieser Fl insicht, ein Mangel unserer bisher, insbesondere seit San Rcmo betriebenen Propaganda also. Es genügt nicht, immer nur an das Solidaritätsgefiiiil, an das Ehrgefühl, an das nationale Empfinden zu appellieren. Es ist notwendig, einen viel größeren Kreis als bisher mit den realen Verhältnissen und Notwendigkeiten vertraut zu machen, die Interessen viel größerer Kreise auf diese realen Notwendigkeiten hinzulcnkc«. Eine solche Versachlichung der Propaganda aber wird Zweifellos auch eine Versachlichung der Kongreßberatungen mit sich bringen. Es besteht ein deutliches Gefühl der Ablehnung gegenüber dieser Forderung, erst unlängst wurde dieser Versachlichung geradezu die Schuld am Niedergänge des idealen Schwunges der Bewegung zugeschoben. Mossinsohn hat dies vor einiger Zeit in der ״Selbstwchr“, in einem den Standpunkt der ״Zionistischen Demokratie“ darstellenden Artikel etwa so formuliert ״daß die Arbeit für den Keren Flajessod oft ohne geistige Vertiefung nur auf Grund augenblicklicher Notwendigkeit geführt wurde, was“ — das ist die Ansicht der Zionistisehen Demokratie — ״eine Gefahr der Verflachung der Idee danstdlt, die zur Ausplünderung der Volkskräfte, zur Aushöhlung führen muß.“ Deutlicher wurde dem bestehenden Gefühle der Abneigung gegen die Versachlichung der Propaganda wohl noch nicht Ausdruck gegeben, und es muß zugegeben werden, daß Mossinsohn mit dieser Behauptung insofern recht hat, als tatsächlich oft die Keren Hajessod- Propaganda zu unmittelbar auf die Erreichung des Beitrages gerichtet war, ohne in vielen Fällen einen ideologischen Unter* bau m schaffen. Allerdings hatte diese Art von Propaganda die krisenhafte Situation zu Anfang des Jahres für sich. Andererseits aber ist es durchaus möglich, die geldliche Leistung ideologisch zu fundieren — indem eben die nationale Realpolitik von der Forderung zum System erhoben wird. ״Es muß absolute Klarheit darüber geschahen werden, daß in den gegenwärtigen Verhältnissen die Zahl der Ein* Wanderer, welche in Palästina eine Existenzmöglichkeit haben, abhängt von den Mitteln, welche für die Seßhaftmachutig dieser Einwanderer zur Verfügung gestellt werden können. Es ist unmöglich, die jetzige Eimvandcmngsziffer nach Palästina aufrcchtzucrhalteu oder gar zu vergrößern, wenn wir nicht in den Stand gesetzt werden, durch größere Einnahmen diesen Einwanderern Existenzmöglichkeiten in Landwirtschaft, Handwerk und Industrie zu schaffen.“ In diesen knappen, dem Bericht der Exekutive an den XIII. Kongreß entnommenen Sätzen ist zugleich ein Urteil über die bisherige und ein Programm für die weitere Arbeit enthalten. Hält man hinzu, was In dem in der letzten Nummer der ״Rundschau“ wiedergegebenen Aufsätze ״Wahrheit aus Palästina“ gesagt ist — so kann die entscheidende Wichtigkeit dieser Versachlichung der Propaganda mit dem Ziele, nationale Realpolitik zu ermöglichen, gar nicht hoch genug cingcschätzt werden. Wir dürfen aber heute nidit mehr mit Wechseln auf lange Sieht operieren; es könnte zu spät sein, die sie honoriert werden. Das bedeutet, daß wir die Propaganda, die, auch wo sic geldliche Leistung verlangt, doch letzten Endes Erziehungsarbeit zu sein hat, so intensivieren müssen, daß schon der nächste Kongreß in die Lage versetzt ist, sachliche Arbeit zu leisten; denn — darüber müssen wir uns ganz klar sein —noch eia solcher Kongreß und die zionistische Bewegung ist in dem Stadium an gelangt, in dem sich vor ihrem Beginne etwa die Chowcwc-Zion befanden. Wir müssen daher in ungleich höherem Maße als bisher unsere Aufmerksamkeit den rein praktisdien Not- Wendigkeiten der Immigration, der Kolonisation und ihrer Finanzierung zuwenden; wir müssen erhöhte Aufmerksam* keit jenen Instanzen widmen, welche für diese Arbeitsgebiete verantwortlich sind; wir müssen mit dem Zustand aufräumen, daß es wohl da und dort und dann und wann Personen gibt, die sich für diese Arbeitsgebiete interessieren, daß aber dieses Interesse nicht systematisch gepflegt, nicht zweckentsprechend verwertet wind. Den Weg in dieser Riehtung hat der Kongreß — allerdings mehr fatalistisch, als in klarer Erkenntnis seiner diesbezüglichen inneren Unfäliigkeit — bereits eingcschlagen, indem er die Einberufung einer Kolonisationskonferenz und die Ausgestaltung des Finanz* und Wirtschaftsrates beschlossen hat. Trotz des Mißbehagens, das in weiten Kreisen der Organisation herrscht, wenn neue Instanzen errichtet werden, trotz des Mangels jeden inneren Verhältnisses, mit dem viele Zionisten — oft sogar unsere Besten — der praktischen Arbeit gegenüberstehen, trotz des Vorwurfes, der sich zweifellos erheben wird, daß eine der- ,artige Neuordnung imdemokratisch, der Traditio« widersprechend tot, — — trotz alledesn ist es unumgänglich notwendig, diese Beschlüsse nicht nur durchzuführen, — das ist bei uns nidit immer ganz sicher —, sondern sie auch 80 auszugestalten, daß sie dem Actions-Gomitö und dem Zentralrat an die Seite gestellt, also mit souveräner Entscheidungsvollmacht ausgestattet werden. Ms wiHdich notwendig und nützlich aber wird die große zionistische Ocffcntlichkcit diese Entwicklung nur cinschcn, wenn die Forderung «ach einem engeren Kontakte zwischen Leitung und Bewegung entrprcdiend gewürdigt wird, wenn dieser Kontakt nidit nur ein rein aktueller, durch die Vcrliältiiisr.e gebotener sein wind, .׳ondent ein innerer, ein herzlidi-warmcr, ein dauernder. Wobei von der Erkenntnis ausztigchen ist, daß wir heute nicht politischen, und auch nicht praktischen Zionismus allein betreiben — um diese in die Diskussion geworfenen, alten Argumente aufzunehmen — sondern syntlietlschcn, praktisch-politischen Zionismus, bei dem die praktische Arbeit auf allen Gebieten die gegebene Voraussetzung für zionistische Politik, zionistische Politik wider den natürlichen Rahmen praktischer Arbeit darstellt. Das Voistohendo hatte nicht etwa den Zweck, um das eingangs Gesagte zu wiederholen, ein System zu geben; es sollte nur eine brennende Frage, an die heranzutreten trotz .muH״.huhu.!!וווו....;81 dis 1 Gßhlcuc Butli-Einlrayung. 1 Baum 1 Telegramm.. . . . . 1 000 000 000 Mit. ״ 000 000 30 ״ 000 000 0 ....ml».!(11!!hi״״״.ä'u...•mniii.!ms״.mutt.mim!״״ imiiMFit 1r rrr 1w>Mya1ivaf111! irwin irn rin י*ז«חר■ allem nodi eine gewisse Scheu besteht, der bei uns besonders großen Gefahr des Ins-Vergcsscns-Gcratcns entrissen und zur Diskussion gestellt werden. Daß bei uns vieles, sehr vieles reformbedürftig ist, steht fest; man reformiert aber nicht, indem man über die Dinge schweigt, oder gar achaelztickend resigniert. War. wir jetzt brauchen, ist nicht die Feststellung, daß es scliclcht ist, sondern die Anweisung des Weges, auf dem cs besser gemacht werden soll; nicht bittere oder 'erbitterte Anklage, die jeden verantwortlich macht, nur nidit sich selbst, sondern die Erkenntnis seines eigenen Fehlers, und der Wille und die Kraft, ihn abzustreifen; ist nicht zersetzende, oder auch nur rückschauendc, sondern eben: schöpferische Kritik. I. Sch, Die IGflischen Arlidfer in Amerika für Palästina Wir haben in der letzten Nummer der ״Jüdischen Rundschau“ eine Meldung wiedergegeben, nach welcher die vereinigten jüdischen Gewerkschaften in Amerika den Beschluß gefaßt haben, eine Konferenz eiiraibcrufen, welche die Ent- Sendung einer Delegation nach Palästina zum Studium der dortigen Lebens- und Arbcilsvcrhältnissc der jüdischen Arbeiter und zur Herstellung von engeren Beziehungen zwischen der jüdischen Arbeiterschaft in Amerika und der in Palästina beschließen soll. Dieser Beschluß ist nicht allein ein Ausdruck des Solidaritütsbcwufltsehis zwischen den Arbeitern beider Länder, er ist weit darüber hinaus ein Beweis für den Widerhall, den die Tätigkeit der jüdischen Arbeiterschaft in Palästina in Arbcitcrkreiscu gefunden hat. Den Anlaß zur Fassung dieses Beschlusses, gab ein Brief Ben Gurions, den dieser namens der Histadruth ilaklalith an die vereinigten jüdischen Gewerkschaften in Amerika gerichtet hat,‘ unu in welchem cs heißt: ״Die jüdischen, Arbeiterorganisationen in Palästina zahlen heute über 17000 Mitglieder; über 11000 sind in den letzten vier Jahren nach dem Kriege eingewandert; in einer Rundfrage, welche die Histadruth Ilaklalith durchgeführt hat, wurde jestgcstcllt, daß eine groüe Zahl von ihnen früher gar nicht Arbeiter gewesen sind, daß sie sich im Gegenteil mit Kleinhandel, mit Spekulation befaßt haben, oder daß sic gar überhaupt keine Beschäftigung hatten. Heute befassen sie sich alle mit schwerer ehrlicher konstruktiver Arbeit.“ In dem Briefe wird auf die palästinensischen Arbcitcrkoopcrativcn hingewiesen — es bestellen heute in Palästina 83 solcher Kooperativen —, auf die immer wachsende Tätigkeit der Arheitcrkrankeiikasscii, auf die Tätigkeit des vereinigten Knlturkomitces für Bildung der dortigen jüdischen Arbeiter, auf die Bemühungen zur llerstcllung einer inneren Harmonie und Einigkeit unter den Arbeiterparteien, welche letzthin durch geführt worden ist, durch Gründung der Histadruth und auf die allgemeine Tätigkeit der Histadruth I laklalith auf pnlitlschem, ökonomischem und sozialem Gebiete. Der Brief schließt mit der Einladung an die jüdische Arbcitcrschaft in Amerika, welche selbst durch Immigration entstanden und die selbst den Weg der Einwanderer, des Eintrittes in eine neue, fremde Umgebung und des Fufifasscnmüssens unter neuen Bedingungen und Lebensformen gegangen ist, eine Delegation nach Palästina zu schicken, welche sich mit dem Leben, mit den neuen Bestrebungen und mit dem Wirken der Arbeiterschaft in Erez-fsraci vertraut machen soll. Die Histadruth Fiaklallth Ist davon überzeugt, daß sie mit Recht auf die brüderliche Solidarität der amerikanischcn Arbeiter hofft. Dieses Schreiben wurde nach den vorliegenden Meldungen in einem Meeting der vereinigten jüdischen Gewerkschaften in New York mit allgemeiner Zu- Stimmung aufgenommen. Joseph Schloßberg, einer der Führer der jüdischen Gewerkschaften in Amerika, schreibt im ״Fortschritt“ zu dieser Einladung: ״Außer in kleinen Kreisen hat in der jüdischen Arbeiterschaft Amerikas bisher ein kaltes, wenn nicht gar feindliches Verhältnis gegenüber den jüdischen Arbeitern in Palästina bestanden. Es ist das Recht und die Pflicht der jüdischen Arbeiter In Amerika gewesen, die italienischen, französischen und deutschen Arbeiter zu begrüßen und ihnen zu helfen. Man hat auch den jüdischen Arbeitern geholfen, aber nicht denen in Ercz-Isracl. Ich hoffe, daß endlich die Zeit gekommen Ist, da wir die jüdische Arbeiterschaft in Erez- Israel als Fleisch von unserem Fleische und Blut von unserem Blute ansehen werden. Als Juden und als Arbeiter gehören sie zu uns und wir zu Ihnen,“ ,\ralHscher landwirtschaftlicher Kongreß Jerusalem. (J.C.B.). Auf Initiative der arabischen ökonomischen Gesellschaft findet am 12. September in Haifa ein arabischer landwirtschaftlicher Kongreß statt, an dem Vertreter aller Dörfer teilnehmen. י Die Forderungen der Translordanischen Stimme an Emir Abdullah Jerusalem. (J. C. B.) Die Häupter der arabischen Stimme Transjnrdnnicns haben sich an den Emir Abdullah mit folgenden Forderungen gewandt: 1. Baldige Einberufung einer Volksvertretung, 2. Ausweisung aller Fremden, 3, Ucbergäbe der wichtigsten Posten an Eingeborene, 4. Verkleinerung der Ochälter, 5. Einstellung der Zahlungen an׳ die Scheichs, 6. Befreiung der FeUnc’icn von' der Vermögensabgabe rückwirkend bis zum Jahre 1918, Die KrctliScrlordcraissc Palästinas Von Julius Simon. Wir erhielten soeben die August-Nummer h Monatsschrift ,,The F'alcstine Progress“, des Ortj.? der von der Brandcis-Grtippe begründeten ״Palcj:: s ״ Development Lca״ucs“. Das Heft enthält eine An;״!״ von Palästina-Nachrichten, Auszüge aus dem XtnS tungshcrlcht der Palästina-Regierung, statistische!■®j wirtschaftliche Notizen, ferner die wichtigsten Referag, die bei der Konferenz acs Palcstinc Development Cound im Mai dieses Jahres gehalten wurden. Was b , fremdem! und geradezu komisch wirkt, ist das ko» seqneiite Verschweigen des Zionismus und der nistisclicn Tätigkeit.» Unter all den Notizen Ist nicht eine einzige, die sich auf die kolonisatorische fati». keit der Zionistischen Organisation oder ihrer Institute bezöge. So löblich und begrüßenswert die Tendenz ״־ positiver Aufbauarbeit In Palästina bei der Brandeis- Gruppe zweifellos von allen Zionisten empfunden wiJ so mutet es doch beinahe kindisch an, daß man di» Verärgerung der Partcikämpfc auch auf dem sachliche!! Gebiet des Berichtes über Tatsachen mitspiclen Das System des gegenseitigen Totschweigens ist jc<j»n. falls nicht die richtige Methode zur rlerbcilulitun," einer zweckmäßigen Koordination der Arbeit. — tyjj entnehmen dem Hefte das Referat von Julius Simon das eine gute Ucbcrsicht über die Erfordernisse dt! palästinensischen Kreditmarktes bietet. Red. ״). R*. I. Die gegenwärtige ökonomische Lage Palästinas offen, bart sich sofort bd Bctraditung der Flandclsbilanz, Im Jahre 1921 überstieg der Export den Import um mehr als 20 A(i]. Honen Dollar, und dies bei einer Bevölkerung von nidit mehr alg 700000 Seelen. Die Differenz wird gedeckt durch die britischen Ausgaben für die Okkupationsarmee, durch die Ausgaben der Touristen und durch den beträchtlichen Betrag, der aus jüdischen Quellen in das Land fließt. Um diese H.indrhbilnnz zu verbessern, müssen wir die Produktivkräfte <j« Landes stärken. Zu diesem Zweck müssen Juden nach Pa• lästina gehen und sich dort niedcrlasscn. Sie müssen ihre Fähigkeit und Energie ebenso mitbringen wie ihr Kapital. Sic müssen hingchcn mit ihrem Hab und Gut und ihre Kräfte dort ebenso entfalten wie sic es in anderen Ländern getan haben, um Wohlstand und wirtschaftliche Blüte für die Gemeinschaft zu sdiaffen. Allerdings sind Kreditmöglichkeiten unerläßlich für ihren Erfolg. In einem Lande wie Palästina, wo etwa SO «> der Bevölkerung rückständig ist, wo vielt arabische Bauern von ihrer eigenen Produktion leben, und wenn sie ihre Erzeugnisse oder Arbeitskraft verkaufen, das Geld vergraben, statt cs für die Entwicklung ihres Bodens zu verwerten oder anderswo zu investieren, müssen die Kredit• Möglichkeiten notwendigerweise von außen kommen. II. Für eine Art des Kredits ist in Palästina schon reichlich Vorsorge getroffen, und zwar für den gewöhn• liehen kurzfristigen Bankkredit. Es ist wahr, daß die jüdische Bank des Landes, die Anglo-Paleslint• Company, gegenwärtig den größten Teil ihrer Gelder ia langfristigen Krediten festgelcgt hat, deren Rückzahlung eine große Zaiil ■von Jahren beansprucht. Aber außer dieser Bank arbeiten vier andere wichtige Bankkonzerne in Palästina: die Anglo Egyptian Bank, die Bank Ottomane, der Credit Lyonnais und die Banca di Roma. Diese Banken sind Im- Stande, allen Ansprüchen zu genügen. Die Anglo Egyptian Bank hat ein relativ großes Geschäft in Palästina entwickelt Diese Bank hat allerdings große Mittel zu ihrer Verfügung und es war natürlich, daß sic sich der Regierung von Palästina als Regicnmgsbank empfohlen hat. Es ist zu bedauern, daß nicht genügend jüdisches Geld zur Verfügung gestellt werden konnte, tun diese widitige Rolle zu übernehmen und dici einträgliche Geschäft zu machen oder zumindest daran zu partizipieren. Für die andere Form des kurzfristigen Kredits, den koopt• rativen Kredit, wird gerade jetzt die ״Zentralbank für koope• rativen Kredit“ mit entsprechenden Mitteln ausgestattet. III. Obwohl die Anforderungen für kurzfristigen Kredit ln einem gewissen Maß bereits befriedigt wurden, kann dasselbe nicht gesagt werden in bezug auf langfristigen Kredit, Außer den Baukrediten, die noch erweitert werden müssen, ist hier vor allem der landwirtschaftliche Kredit zu nennen. Ein Land, wo zwei Drittel der arahisehen Bevölkerung Bauern sind, kann nur dadurch vorwiegend jüdisch werden, daß eine wesentliche Zahl von Juden, die ihre Wurzeln tief in den Boden schlagen wollen, auf dem Lande angcsicdclt sind. Ich will in dieses verwickelte Problem nicht cingchcii, sondern nur sagen, daß nach unserer Auffassung der Bauer nicht wie bisher angcsicdclt werden soll, mit voller Ausstattung ausschließlich aus Mitteln, die nicht sein Eigentum sind, sondern er muß seinen Besitz allmählich selbst aufbauen und die Mittel dar״, müssen zum Teil aus seinen eigenen Ersparnissen kommen Doch dies kann er nicht ohne langfristigen Kredit. Er braudrt Kredit zur Lebenshaltung, Werkzeuge usw. nach ähnlichen Richtlinien wie der kooperative Erntekredit durch die Zentralbank geboten wird. Ferner braucht er Hypothekarkredit für Häuser auf einer ähnlichen Grundlage, wie er in den Städten durch die DaukrcdiP genossensehaften gegeben wird. Diese Kredite werden bd richtiger Verwaltung ziemlich sicher sein. IV. Das größte Bedürfnis besteht in Palästina für lang־ frfstigen Industriellen Kredit. Es kommen Leut• nach Palästina mit einigen Mitteln, und mit Werkzeugen und Maschinen für kleine industrielle Unternehmungen. Siebrauchen Kredit. Sie können nicht zu den Banken gehen, welche Geld nur auf kurze Fristen geben. Sie brauchen billige« Kredit, der in einer größeren Anzahl von Jahren abgezahit werden kann. Es gibt andere, die in Palästina zu arbeite« begonnen haben und ihr ganzes Kapital ln Inventar t»1״ Maschinen angelegt haben, und die nicht genügend WcitNid hatten, um zu bedenken, daß die Schaffung eines Markte» ihre Produkte nicht eine Sache von einem oder zwei Tage» tot. Sie gerieten ln arge Not um einiges Betriebskapital• für das sie angemessene Sicherheit bieten können. Es wäre ein Jammer, diese Leute zugrunde gehen zu lassen. Fcmef gibt es eine ganze Anzahl von tüchtigen Geschäftsleute« in Europa, nicht nur in Osteuropa, sondern auch in Zentraleuropa, welche, durch die neue Welle des Antisemltismu» ernüchtert, geradezu darauf drängen, ihr Geschick mit de» Aufbau des jüdischen Landes zu verbinden, wenn norm»» Kreditmöglichkeiten vorhanden sind. Oerade die wertvoll*(!־« Menschen, die Menschen mit Voraussicht und Klugheit, weid׳’» solange zögern, hinzugehen, solange die Kreditbedingung»• 80 primitiv sind wie heute. Schließlich gibt es such ■ Amerika Leute, die Geld in palästinensische Unterzieht!*■1?6* invcsücren wollen, wenn •1c durch Kredit ermutigt und WütP i(üt^ werden. jrti ' fiel! '1 lieb י Toi; ist, ■ i ki •H 1:!;be i die!, Ich | ‘ w i j, Will Fab | zud 1 Seit; 1 ein< :. und wi!׳ will zeu r Oel 1 hd< kau sch 1 l.iir 1 Er , die Ort we' Zül 1 Prf , er« , jiac Jab Sic er?׳ lnd vor die UM Jab für Ob <* pr! Vit wc ״Cf tici ma Tc ein Zn l!s 1. zn wr Gc De die wc dal W, all. ge ein sis vei au eir M. m ge <lh da da 11a 11 i! fü ln du gl 1 ui Li; sc In! R. J D lit G w B. di n c V .11 st H u; (1 V rr V1 V A ft ( d : f

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