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Jüdische Rundschau · 1923-09-14 · Heft 79-80 (14.9.1923) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 79-80 (14.9.1923)
Date
1923-09-14
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Kr. 70/80 JUEDISCME RUNDSCHAU Seite 48S pi. :!1e .!er •il« /II '111־ ״ft er. ist, ״H:• in dl, aus vcr• Iicr nlt Vv'ie fein . oft , ehe ert, <lt eine een nel Paist and 1011 •111er von Die der '.־er-!ehe ist ,rakticli Ein• Sir der en. Oll und eder eine Bc- 1uel taklen 1111(1 wird dem cils rer- 11111■ len, den der■ 1 d c der iion Land sic atcu dann I!,11• incr 1i״c eine mdc sehe imi. diui licit die wollt not* un״ nrcli erea ehn« da 8 dazu t teic. men. > In* ■nsl• der aro,!escr gibt ' cs /enn 1h reu ilatl! die our• sie acht 1 mit י..1׳ isch•!uhe, tung r׳c• (,׳<*• knsO Und, h die uifitt *׳enn erjioB 'Vor citcr iiiup■ aber .er., ihren (das im und :Sc es es ir im Interessen Seiner Britischen Majestät״ erinnern, welche der Vrrtraft ausdrücklich Vorbehalt. Wenn aber nicht, so wird He Eingliederung: Palästinas in die arabische Sphäre kon* (!IC Formen ainiclimcn. Weder der Herzog von uevomhire roch irgendein anderer englischer Minister können hier ״Vnd etwas tun, selbst wenn sie den besten Willen hätten, npn stiie doch auf Aegypten hin, wo England ganz au8erordentliche strategische und ökonomische Interessen hatte, wo cs eine Position nach der anderen aufzugeben ge* rjiiflgcn war. ZagluI Pascha, der Verbannte von Seychelles, j!t nach Aegypten als Triumphator »1 rückgekehrt und Lord Ailenhv ist gegangen. Die jetzige Ruhe in Palästina ist ,150 ebenso deplaciert wie der Sturm, der ihr vorausgegangen jjt. Die Situation bleibt ernst, ja, sie ist ernster als vorher, penn die wirkliche panarabische Union, die durch das Er- ״jchcn des arabisch-nationalen Instinktes entstellt und nicht etwa durch Diplomatie, ist unterwegs und nichts wird sie j.fhr aufiiaiten. Und diese Bewegung wird uns sehr ,;jer den Strich geben, denn cs liegt kein Grund vor, (j r sic veranlassen sollte, auf ein Land zu verzichten, von dessen Bevölkerung 80 ״/o Araber sind. Das soll nicht heilten, wir etwa gegen den arabischen Block kämpfen sollen. ן; ist eine Tatsache, daß die christlichen Araber wenig trlrcut sind, zu sehen, daß die nati onaie Bewegung immer mclir in die pa ni s Iam i t is ch e Bewegung übergeht. Ich ״.c!(i auch genau, daß von dieser Seite Versuche gemacht «tirdcn, die Verhandlungen mit den Juden aufzunclimcn. fhei!so weiß Ich aus guter Quelle, «laß bestimmte englische prfisc die Hand fester auf Palästina legen und es in eine Kronkolonie“ iimwandeln wollen. Das wird seine Schwierigfeiten haben mit Rücksicht auf den Völkerbund, aber cs -ibt, ״selbst mit Gottes Hilfe“, Verglcithsmöglichkritcn. Ktirr, wenn das Mandat ״A“ in ein Mandat ״B“ umge- «iiideit werden' wird, das Resultat wird das gleiche bleiben. Ulan glaubt auch, aaß man auch auf dem Oelberg einer icrartigcn Möglichkeit ohne Scheu cntgcgcnsicht. Das Feld drr Kombinationen ist weit: Aber was beweist das? Daß fidi die Verhältnisse zu unseren Ounstcn ändern werden, ״■enn wir uns auf einen zahlreichen und ökonomisch kräftigen lischuw stützen können. Im entgegengesetzten Falle werden die Araber äiis den gleichen Umständen ihren Vorteil ziehen. Die Gelalireji für uns sind nicht die Uebercinkommcn, welche (lussein oder ein anderer mit England abschließen kann, sondern die Tatsache, daß unsere politischen, finanziellen und ökonomischen Kräfte nicht ausreichcn, damit wir auf der Höhe der Situation steilen. Und das ist das ungleich Wcscntliebere; wir sind eine quantitä ndgligeable. Aber anerkennen, daß England nicht imstande ist, das tatsächliche Kräftcvcr- Kiltnis zu ändern, daß es zwischen uns und den Arabern, eine Frage der Schnelligkeit gibt, heißt, das flagrante Mißvcr* häitnis zwischen dem Ziel, das erreicht werden soll, tmd dem Getanen fcststclien, heißt, die Notwendigkeit einer un• gduiircn Anstrengung anerkennen, soll der Ricrenvorsprung eingeholt werden, den die Araber uns voraus haben. Aber anslitt der Gelahr ins Gesicht zu sehen, ziehen unsere öffentliche Meinung und unsere leitenden Männer cs vor, sich durch eine neue Lüge einlulkn zu lassen: durch die Idee, daß sie noch unbeschränkte Zeit zu ihrer Verfügung haben. Der Verfasser schließt: ״Unsere Politiker deklamieren: ,Wenn w־ir die Majorität haben werden . . aber cs muß doch genauer gesagt werden: wann? Bei der Lösung aller unangenehmen Fragen, wie z. B. der des Bodens, schiebt man die Frage der Zahl zur Seite und doch ist sic d3s A und O des Zionismus. Die Majorität ist das politische Machtejement schlechthin, nicht allein auf dem Gebiete der inneren, sondern auch auf dem der äußeren Politik. Wir werden nie* mais eine nationale Heimstätte haben, wenn wir nicht in der Mehrzahl sein werden. Dann freilich wird man uns nicht mehr daran hindern. Man soll sich keine Illusionen machen. Wenn das Wiederaufleben des arabischen Nationaiismus noch 20 Jahre in gleicher,Intensität wie bisher fortschreiten wird, werden wir Palästina niemals haben. Europa hat begriffen, daß die Araber als eine Nation anzusehen sind, und es wird gezwungen sein, ihnen das Recht der Selbstbestimmung zuzubilligcn. Wir werden nicht ewig unter dem Titel einer privilegierten Minorität in Palästina bleiben können, lei dieser Titel auch nur rein theoretischer Art.'* -י* *!יי, mi ׳ Entsendung einer Delegation der!Mischen Arlcltcr Amerikas nach Palästina New York. (J. C. B.) Die vereinigten jüdischen Gewerkschaften In New York haben die Einberufung einer Kon- [erenz beschlossen, die über die Entsendung einer Delegation nach Palästina entscheiden soll, um die dortigen Verhältnisse ש studieren. Die Histadruth Haowdim hat sich nämlich an die «־״reinigten jüdischen Gewerkschaften mit dem Ersuchen gewandt, eine Delegation nach Palästina zu entsenden. ,der Die Jerusalemer üandelslige im Juli 192} Die flaue Geschäftslage wurde im Juli noch ausgesprochener. Die Kommissionshäuser und Großkaufleutc gaben immer weniger Order auf Woll- und Baumwollware, Konfektion, Metall und Baumaterial Der Oetrcidcliandcl anderseits war ziemtich rege. Aus Transjordanien wurden große Mengen Weizen eingtführt. Da, wie es heißt, in einigen Teilen von Transjordanien die Ernte dürftig aus fiel, bleiben die Preise tat. Ein neues Produkt auf dem Lokalrnarkt bildete syrisches »d Haifacr Mehl, letzteres ein Erzeugnis der neuen Grands Mulins de Pafasbne. Ungefähr 88ü0 Tonnen Mehl werden jährlich aus dem Auslände importiert. Wenn das einheimische Mehl «dh als ebenso gut und hiftig wie das importierte Mehl erweisen sollte, 80 würde das dein lokalen GetreidefcüxW künftighin einen erhr starken Impuls verleihen. Die Warenpreise in Palästina . Jerusalem. (J. C. B.) Nach offiziellen Mitteilungen J«nd die Warenpreise in Palästina im Vergleich zum Jahre W22 um 2U,12 «/ס und im Vergleich zu 1921 um 31,39 °/0?*fallen. Am niedrigsten sind die Preise in Haifa und Iilfa, wo große .Warenvorräte vorhanden sind. Eine Acttßensg vea Prctear l3״rI13r§ Di*״ ־Berliner Börsen-Zcltung“ veröffentlicht in ihrem Morgcnblatt vom 31. August unter der Ucbcrsdirifl ״Engtandsjüngst« Kolonie“ einen Artikel von einem gewissen Erich Köhrcr, worin des langen und breiien nachgcwicscn wird, daß die zionistische Arbeit in Palästina ausschließlich dem Zwecke dient, eine neue Kolonie für das englische Imperium aufnibauen. ״Um die Flanke des Suezkanals zu sichern, versucht sie (sc. die englische Politik) die ganze Welt in ihren Dienst zu spannen, indem sie die Juden aller Völker aufruft, in den englischen Judenstaat heimzuwandern.“ Der Verfasser des Artikels beruft sich auf die Reiseberichte von Beermann und Rundt, die bekanntlich vor kurzem im Verlag von E. P. Tal (Wien) erschienen »Ind, und ans denen er jedes Ncbensätzchcn herausklaubt, das seine Auffassung pi bestätigen scheint Berliner Zionistische Vereinigung t Dienstag, den 18. September, ebendt 8X Uhr Im Be c h •i e Ins a I, Llnkstr, 4a Vortrag von Herrn Di״־ Sclimarjahu Lcwin Eintrittskarten aum Gegenwert von 0,10 btt 0,50 Goldmark nur an der Abendkasse erhältlich. t Die Tätigkeit des ״Pardoß“ Jerusalem. (J.C. B.) Aus dem auf der Jahreskon- ׳erenz der kooperativen Gesellschaft ״Pardoss“ erstatteten Bericht geht hervor, daß von dieser Gesellschaft im ver- 1״»sciien Jahre 25870 Kisten Orangen aus Jaffa exportiert Wurden. Die Gesellschaft ״Patdcss" besteht aus 103 Mitl'iedcrn und besitzt 5155 Dunam Boden, auf dem Mandeln, Zitronen und Drangen kultiviert werden. Die palästinensische Regierung hat der Stadtverwaltung Tibcrias untersagt, .vor Einholung der Genehmigung *nteas der Leitung des Rutcnberg-Untcmchmens Verträge "Btt Versorgung fnit Elektrizität abzuschließen. Herr Professor Warbttrg hat, wie er ans mitteitt, an die Redaktion der Berliner Börscn-Zcltung als Antwort auf den erwähnten Artikel den nachstehenden Brief gerichtet: Berlin, den 4. September 1923. An die Redaktion der ״Berliner Börscn-Zcitung", Berlin W. 8, Kroncnstr. 37. Sehr geehrte Redaktion 1 Gestatten Sic mir einige Worte zu dem Artikel ״Englands jüngste Kolonie“ von Erich Köhrcr in Ihrer Ausgabe vom Freitag, den 31. 8. Der Verfasser nimmt das Buch von Arthur Rundt und Richard Bcermann zum Ausgangspunkt, um darzulegen, daß die jüdische Sicdlungsarbcit in Palästina ausschließlich englischen imperialistischen Zielen dient. Gerade das erwähnte Buch, dessen Autoren bekannte Journalisten sind, die der zionistischen Bewegung fern stehen und eher gegen als für sie voreingenommen waren, schildert die enthusiastische und idealistische Aufbauarbeit der Juden in Palästina, denen es gelungen ist, Oedland in blühendes Ackerland zu verwandeln. Es werden ferner, wie auch der Referent zugibt, die Ansätze eines neuen Gemeinschaftslebens und neuer kultureller Leistung in ihrer übernationalen, mcnschhcltlichen Bedeutung gewürdigt, Aus dieser Darstellung kann gewiß kein unvoreingenommener Leser den Eindruck gewinnen, daß hier ein anderes Ziel verfolgt wird, ais dasjenige, das programmatisch ausgesprochen und In dem Mandat für Palästina völkerrechtlich verbrieft worden ist: Die Schaffung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk. * Der Zionismus ist nicht erst im Krieg und nicht durch die lialfour-Erklärung im Jahre 1917 entstanden, er Ist vielmehr auch in seinem neuen politischen Gewände bereits 27 Jahre alt. Im Jahre 1897 hat Theodor HcrzI den t. Zionistenkongreß cinbcrufen, der sofort das Ziel proklamierte, das bis heute unverändert geblieben ist, Alle Anstrengungen der zionistischen Bewegung seit dieser Zeit sind auf die Erreichung dieses Zieles gerichtet. Alle zionistische Politik hat lediglich das jüdische Interesse im Auge und darüber hinaus, wie cs auch schon Herz! formulierte, das Interesse der gesamten Menschheit, die durch die Lösung der Judenfrage von einem ihrer schwierigsten Probleme befreit werden wird. Was die Beziehung zwischen den Mächten anlangt, ist der Zionismus neutral, er muß cs schon deswegen sein, weil seine Anhänger in den einzelnen Staaten, in denen sie wohnen, treue und loyale Staatsbürger sind, die alle Pflichten ihrem Vaterland gegenüber restlos freudig erfüllen. Die Auffassting, daß die zionistische Tätigkeit englischen Interessen dient, ist daher eine Insinuation, die nur durch völlig vcrkehrte Auffassung der geschichtlichen Entwicklung erklärt werden kann. Wenn England die bedeutenden moralischen und materiellen Werte, die in der zionistischen Bewegung liegen, zu würdigen verstanden hat und mit dem feinen sinn für politische Imponderabilien, der die englische Politik — leider Im Gegensatz zur deutschen — aiiszciclinet, In ihr Kalkül ein• gesetzt hat, so beweist dies nur, daß England sich des Wertes der zionistischen Energien bewußt war. Vom deutschen Standpunkt bekämpft der Verfasser vor allem zwei Erscheinungen, die er geradezu nie Verrat hinzustellen wagt. Er wendet sich dagegen, daß deutsche Zionisten mit voller Anteilnahme am öffentlichen Leben in Deutschland leben. Seiner Auffassung nach kann man nur Zionist oder Dänischer sein und müßte als Zionist sofort auswandern. Diese beinalie kindliche Art, die schwierigen Probleme des Völlicriebcns auf eine einfache Formel zu bringen, kann ieiciit durch viele Gegenbeispiele widerlegt werden. Ohne erst auf das Beispiel gemischt-nationaler Staaten hinzuweisen, möge nur an die Deutsch-Amerikaner erinnert werden, die als gut« Amerikaner dennoch ihrem deutschen Volkstum die Treue wahren. Ebenso beanspruchen Zionisten, die gute deutsche Bürger sind und bleiben Wollen, für sich aas Recht, die Treue zu ihrem jüdischen Volkstum, durch die In keiner Weise deutsche Interessen berührt werden, zu betätigen. Wir glau• ben, daß das chrliclie Bekenntnis zum eigenen Volkstum bei allen ehrlich denkenden Menschen Achtung erwecken sollte und jedenfalls kein Kriterium für menschliche Minderwerligkeit ist. Wenn deutsche Zionisten Infolge ihrer persöniichcn Qualifikation und Tüchtigkeit ln öffentliche Acmtcr berufen werden und dort gewissenhaft und erfolgreich tätig sjnd, so wäre es nicht nur ungerecht, sondern auch höchst unpolitisch, daraus einen Konflikt zu konstruieren, wie es Herr Köhrcr tut. Wenn er meint, daß die Berufung von Zionisten in Staatsämtcr ein Beweis für die unpolitische Denkungsart des deutschen Volkes ist, so ist darauf hinzuweisen, daß der höchste Richter der Vereinigten Staaten, Judgc Louis D. Brandeis, ebenso organisierter Zionist ist, wie der Arbeitsminister des Kabinetts Lloyd Georges, Sir Alfred Mond. Nicht die Anerkennung dieses selbstverständlichen Rechtes der Zionisten auf volle staatsbürgerliche Funktionen ist unpolitisch, vielmehr dürfte es für den unpolitischen Sinn mancher Wortführer des deutschen Volkes charakteristisch sei«, daß sie solche Fälle für unpolitisch halten. Die zweite Erscheinung, die Herr Köhrcr bekämpft, Ist die materielle und moralische *Unterstützung des Aufbaus der jüdischen Siedlung durch deutsche Juden, weil dieser Aufbau englischen Interessen dient. Dieser Einwand kann ganz kurz durch einen Hinweis auf das bereits Geschehen« ztirückgeiviesen werden: Schon 30 Jahre vor der Baiiour« Deklaration wird die jüdische Sicdlungsa rbeit in Palästina betrieben. Seit 10(13 wurde sic durch das Palästina-Amt der Zionistischen Organisation, an dessen Spitze Dr. Ruppin, ein deutscher Jude, stand, organisiert, und die heutige Sied* lungsarbeit ist nur die organische Fortsetzung dieser Anfängen Wenn heute in Palästina — wie auch aus den Berichte«! von Rundt und Bcermann hervorgeht — eine Reihe blühender־ jüdischer Dörfer und Anfänge moderner städtischer Siedlungen, bestellen, wenn es heute wieder einen Typus des hebräisdr sprechenden, jüdischen Bauern gibt, wenn in der werdende* palästinensischen Wirtschaft Juden alle Funktionen vom urni «lernte« manuellen Arbeiter aufwärts erfüllen und di« egende von der Arbeitsunfähigkeit der Juden ein für alle mal durch den Beweis zerstört ist, daß die Juden bei Erfüllung der Bedingungen zur freien Entfaltung ihrer konstruktive«׳ Fälligkeiten auch zu einem großen Werk« des Aufbaus irrt-. Stande sind, — so sind das ideelle Güter, für die da» Judentum der ganzen Welt mit Recht materielle Opfer bringen muß, da durch die so aufgebrachten Mittel ein Werk von größtem jüdischen Interesse entsteht. Nur dieses jüdische Interesse ist cs, das die Juden aller Länder heute an Pa* lästina bindet, und es ist eine völlige Verkennung der Tat-* Sachen, wenn man diesen Wesenskern der zionistischen Arbeit: übersieht und dem Zionismus englisches Handlangcrtum vom wirft. ' | Da die Ausführungen des Herrn Köhler schwere Vor•* würfe gegen einen Teil des deutschen Judentums erheben, 80׳ taube ich, daß Sic loyal genug sein werden, auch diene*} Irwiderong in Ihrem Blatte Raum zu geben, ' Mit vorzüglicher Hochachtung! Prof, O. Warburg. Presse ־ Rundschau ״Das jüdische Volk“, das offizielle Organ der Zionistische«! ,Organisation in Amerika, befaßt sich in seiner Ausgabe von* 24. August mit den Ergebnissen des Kongresses. An leitender‘ Stelle heißt es: ״Wir glauben, dal! der Kongreß ein erfolg reicher gewesen ist, und wir sind davon überzeugt, daß e in die Bewegung einen neuen lebendigen Geist und inner Gesundung gebracht hat. Die angenommenen Prinzipien für die Erweiterung der Jewish Agency, ohne Rücksicht auf die heftige Opposition sind der beste Beweis dafür, daß diel Delegierten ein Gefühl der Sicherheit und einen festen Glaubet« an die Starke der Bewegung gehallt haben. Wir kommen jetzt in die jüdische Gasse mit neuen Arbeitsmöglichkeiten] und mit einem breiten Programm für volkstümliche Arbeit. Wu?J haben wiederholt die Notwendigkeit der Erweiterung der! Jewish Agency betont, aber auch gesagt, daß das eine Sachet ist, die nicht über Nacht verwirklicht werden kann. Es ist! ein Prozeß, der durch systematische und langwierige Arbeit! durdigcfiihrt werden muß. Der Weg ist vielleicht langsamJ aber er ist sicher, und er wird, davon sind wir überzeugt^ zur Heranziehung neuer jüdischer Kräfte zum Aufbau Ercz-, Israels führen. Der hohe nationale Idealismus hat sieh noch! niemals so stark und mächtig erwiesen, wie in dem AugenJ blick, da er die Hand reicht einem jeden Sohn des jüdische« Volkes, ohne an ihn die komplizierte F־rage zu steilen nacht seiner Stellung zum Wiederaufleben des jüdischen Volke» und seiner historischen Heimat. Die Zukunft wird beweisen,! ob (in lebendiges Volk gleichgültig bleiben kann, wenn est vor ein so tiefernstes nationales Problem gestellt wird. Ei* Kongreß, der so zum Volke spricht, wie cs dieser Kongreß getan hat, ist in Wahrheit ein Volkskongreß. Das Gefühl, der allgemeinen Zufriedenheit wird noch bestärkt durch die• Zusammensetzung der zionistischen Exekutive. Zwischen Lonw don und Jcnisalem werden keine chaotischen Reibungen mehr* bestehen, sondern ein einheitlicher Geist und Harmonie tiiuf Verantwortlichkeit werden der Hauptfaktor in der ganze« Arbeit sein. Auch unsere Freunde, welche bis zum letzten Augenblick in Opposition gestanden sind, werden bald die: große Wohltat einer homogenen Exekutive erkennen, unef wir hoffen, daß, wenn sic die Resultate sehen werden, sie! sich auch unserm System anschiießen werden. Unsere Kräfte; sind neu organisiert und das ist der beste Erfolg unsere» erfolgreichen Kongresses." I Zur Wald Lipskys in die Exekutive heißt cs: ״Niemand) wird in Lipsky das ,amerikanische‘ Mitglied sehen; dem* seine Wahl ist nicht erfolgt auf Grund eines Wunsches vor»! außen her, nicht als eine aufgezwungene Forderung, sonder« als ein natürlicher Prozeß von innerer zionistischer Vcr« bundcuheit und Solidarität. Was die Zionisten beiderseits des Meeres erstrebt haben, in den Ictztvergangenen JaHrens: die vollständige Abschaffung des landsmannschaftlichen Zionisnius und die Erhöhung der zionistischen Idee zu ihrer wirklichen nationalen Größe, ist verwirklicht und demonstriert; worden, durch die Wahl des amerikanischen zionistische* Führers in die Exekutive.“ ' ( (11 einem Artikel ״Was bedeutet das Ausscheiden llssisetv״ kins“ vergleicht Dr. S. Bernstein die Stellung Ussischkius mit der David Woltfsolms vor seiner Resignation. Da* mais siegte der praktische Zionismus über den politischen« Heute, so meint Bernstein, müssen wir wieder den politischen Zionismus zum Prinzip erheben. Der Unterschied zwiscltep Wolffsohn und Ussischkin bestehe darin, daß jener die Zeichen der Zeit erkannt habe, während dieser sie nicht erkannt habe. ״Ussischkins Ausscheiden ist eine direkte logische Folge des siegreichen Programms des politischen Zionismus. Wer sich ihm nicht von ganzem Herzen und mit ganzer Seele anschiießen kann, kann nicht sein Führer sein. Herzls Ideen waren nicht berechnet für eine einmalige, vollständige Verwirklichung, sondern als ein langsamer historischer Prot zeß, Wir stehen jetzt erst am Anfang der Verwirklichung von ilrrzls Ideen, aber wer Au&en hat, kann die Zeichen eines baldigen sicheren Triumphes sehen. Wie Wolffsohns De•׳ missten das Vorzeichen einer kommenden politische« Erncticrung' gewesen ist, so ist Ussischkins Ausscheide« das Signal, daß die Stunde geschlagen hat, in der der politische Zionismus die Führung und die beherrschende Macht unserer nationalen Aufbau-Idee wird. In diesem Sinuc müssen •wir das. Ausscheiden dieser bedeutenden Persönlichkeit aus der Exe* kuiiv« anschcn. Das ist nicht ein Sieg Weizmanns, das ist ein Sieg Herzls.“ * ״Das jüdische Volk", das offizielle Organ de* amerikanischen Zionisten, zitiert in seiner - Prcsscschati einen Artikel des New Yorker ״Morgen Journal“ über die in Karlsbad gewählte neue Exekutive, der in vielen Punkten ein reichliches Maß von Unoricntieriheit beweist; besonders befremdend ist folgender Passus: ״Was uns am wenigsten gelallt und einen schlechten Eindruck auf die Außenwelt machen wird, ist die Wahl von Joseph Sprinzak in die Palästina- Exekutive. Sprinzak vertritt •die zerstörenden Elemente Palästinas, wenn auch die dortige radikal« Bewegung sich unter schönen Phrasen versteckt. In Karlsbad hat sich gezeigt, daß der Misrachi sieh noch im letzten Moment mit den *altgemeinen Zionisten vereinigen kann, aber die Radikalen bleiben eine besondere Gruppe, bereit, alles zu opfern und zu ver• nichten, wenn *ic nicht ihre Fordesrung durchsetzen, , ,

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