Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 79-80 (14.9.1923)
- Date
- 1923-09-14
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 484 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 79 80 gung für Deutschland kann das Verdienst für sich in Anspruch nehmen, eine sachgemäße Erörterung dieser Fragen rechtzeitig vor dem Kongresse vorbereitet zu haben. Sic veröffentlichte bereits vor dem Dresdener Dclcgicrtcntagc drei Referate, die die wichtigsten Problcine der Finanz- und Wirtschaftspolitik teils theoretisch zu klären, teils einer praktischen Lösung näher m bringen versuchten. Diese Referate und das ebenfalls vor dem Dresdener Delegicrtcntag erschienene Buch von Arlosoroff lagen den Beratungen des finanzpolitischen Ausschusses zugrunde, den der Dresdener Delegicrtcntag eingesetzt hat. Der Ausschuß hat in mehreren Sitzungen aus diesem u in fangreichen Material eine Anzahl Vorschlüge für den Kongreß zusamniengestellt, die nach seiner Ansicht einen Ausgangspunkt für die Beratungen in Karlsbad bieten konnten. Auf einen Antrag, der geineinsam von der Z. V. f. D. und der Hitachduth gestellt wurde, hat denn auch der Kongreß einen fittanzpolitischen Ausschuß zur Erörterung der grundsätzlichen Fragen der Finanz* und Wirtschaftspolitik eingesetzt. Der Beratungsstoff, den die Plenarverh'andlungen des Kongresses diesen« Ausschuß boten, war nicht umfangreich. Zu den verhältnismäßig umfassenden Vorschlügen, die x. B. im Bereich der Z. V. f. D. diskutiert worden waren, wurde von keiner Seite Stellung genomtnen. Am wichtigsten für finanz- und Wirtschaftspolitische Erörterungen waren die Vorschläge von Dr. Ruppin, der in seinem! Referat für ein Teilgebiet der Finanzpolitik systematische Reform Vorschläge machte. Das Referat von Dr. Halpern war lebendig und eindrucksvoll, erhob aber offenbar gar nicht den Anspruch darauf, in irgendeiner Beziehung erschöpfend oder auch nur umfassend zu sein. Am bemerkenswertesten war die Erklärung von Dr. Halpern, daß es notwendig sein werde, selbst Unter Opfern zur Industrie überzugehen; eine Gelegenheit, des Näheren auscinanderzusctz.cn, wie er sich das vorstellt und was etwa bereits in der nächsten Zeit in dieser Richtung geschehen soll, hat Dr. Halpern in Karlsbad nicht gefunden und wahrscheinlich auch! kaum gesucht. Abgesehen von diesen beiden Referaten Sind finanz- und wirtschaftspolitische Fragen im1 Plenum Ücg Kongresses fast gar nicht besprochen worden. Nur der Redner der Poaie Zion in der Generaldebatte hat diese Fragen etwas atisfiihrlich'cr berührt. Aus seinen Ausführungen war airt interessantesten der Hinweis auf die Tatsache, daß in den letzten 4—5 Jahren 5 Millionen Pfund nach Palästina eingcflossen sind, davon höchstens jj— 1!/«י Millionen Pfund von privater Seite für Industrie- und Agrarzwecke; rrn Gegensatz zu diesem Redner wird man aus der von ihm angeführten Tatsache den Schluß ziehen müssen, daß sich bisher die sogenannte Privat-!Initiative zwar keineswegs als ein ausschlaggebender, :aber doch als ein durchaus beachtlicher Faktor für den Palästinaaufbau erwiesen hat, , 111. Bei dieser Sachlage hat der finanzpolitische Ausschuß sich sein Arbeitsgebiet unabhängig von dem,1 Plenum selbst bestimmen müssen. Er hat selbständig geprüft, welche Probleme aus dem Gebiet der Finanz- Wirtschaft zweckmäßig zu erörtern und welche Eigebnisse anzustreben seien. Das hatte für einen Avisschuß, der zum ersten Mai auf einem Kongreß die Fragen der Finanz- und Wut Schaftspolitik umfassend zu beraten hatte, unleugbar den großen Vorteil,■ daß er an eine wirk- ' lieh grundsätzliche Erörterung der Fragen herangehen konnte. Auf der anderen Seite entschwand gerade durch die ganz prinzipielle Behandlung der Fragen (zugleich aber auch dadurch, daß die verantwortlichen Leiter unserer Wirtschaftsarbeit in dem* Ausschuß sich auf kurze Referate beschränkten, auf eine Mitarbeit in der Ausschußarbeit aber verachteten) die Möglichkeit, zu bestimmten praktischen Ergebnissen zu kommen. Das wäre allerdings auch sonst für den Ausschuß, so wie er zusammengesetzt war, sehr schwer gewesen. In der Zusammensetzung des Ausschusses! hat sich nämlich zunächst einmal der Umstand bemerkbar gemacht, daß die Landsmannschaften und Gruppen bei der Beschickung der Ausschüsse von dem Aufgabenkreis dieses neuen Ausschusses offenbar vielfach nicht die richtige ,Vorstellung hatten. Ein Teil der Ausschußmitglieder war in den Ausschuß entsandt worden, ohne daß die Finanz- und Wirtschaftspolitik ihr spezielles Arbeitsgebiet oder auch nur ihr besonderes Interessengebiet gewesen wäre. Das bat naturgemäß die Arbeitsmöglichkeiten des Ausschusses stark beschränkt. Dazu kommt aber noch ein gewichtiger innerer Grund. Es darf nicht verschwiegen werden, daß in dem finanzpolitischen Ausschuß des Kongresses die Opposition gegen die bisherige Wirtschaft»- Politik der Leitung die Majorität hatte; und wahrscheinlich ist in diesem( Punkte der Ausschuß ein kkllich getreues Abbild des Kongresses gewesen. Allerdings war diese Opposition — Und hierin ergeben sich interessante Parallelen zu der politischen Situation auf dem1 Kongreß — nicht etwa durch ein positives Programm geeint. Sie bestand vielmehr aus den beiden extremen Gruppen: den Anhängern der Idee, daß Geldaufbringung und Geld Verwendung so straff wie nur irgend möglich in der Hand der Gemeinschaft zentralisiert werden müssen, und jenen anderen, die alles Heil von der Privatinitiative erwarten, welche nach ihrer Vorstellung durch eine möglichst dezentralisierte Gemeinschaftsarbeit nur ergänzt werden soll. Die von dem finanzpolitischen Ausschuß des Dresdener Delegiertcntagcs vertretene Auffassung, daß der Keren Hajcssod — als das bestehende Und allein das Palästina-Budget speisende Finanzinstru- »»ent — den Ausgangspunkt für alle finanzpolitischen &־ örtcrumgen und Maßnahmen bilden muß, daß daneben aber die übrigen, bi:.'1er in den Hintergrund getretenen Möglichkeiten, Kapitalien für die Palästiiu-Kotoniulioii hernnziixiehen, — National; nleilie, Üeldv/erbtttiß für die zionistischen Finanzinstitute, Privatinitiative — systc* mntiscli und restlos ausgenutzt werden müssen, diese Auffassung hatte in dem finanzpolitischen Ausschuß und auch wohl auf dem Kongreß eine Majorität nicht hinter sich. Wenn trotzdem die Richtlinien, die der finanzpolitische Avisschuß beschlossen hat, im Grunde den Gcdanken des finanzpolitischen Ausschusses der Z. V. f. D. zunt Ausdruck bringen (mit einer Anzahl benverkens* werter Ergänzungen und Variationen), so ist dies Ergebnis zu einem guten Teil sozusagen mit wechselnden Mehrheiten zustande gekommen: das ״Zentrum“ des Ausschusscs, das etwa auf dem! Standpunkt des Dresdener Delcgiertentnges stand, hat gancinsam mit den Sozialisten durcligesetzt, daß der Ausschuß für eine sorgfältige Prüftmg des Nationalnnlcihc-Projckts eintrat; andererseits ist cs gemeinsam mit den Anhängern der Privatinitiative dafür cingelrcten, daß unverzüglich an eine systema« tische Förderung der privaten Wirtschaftstätigkeit und an den Ausbau der nationalen Kreditorganisation herangegangen werden soll. Ein erfreuliches Ergebnis der Aussciiußarbcit war die einmütige Feststellung, daß auf absehbare Zeit die Spendenfonds in einem Finanzsystem für den Aufbau Palästinas unentbehrlich sind, und daß Keren Hajcssod und Nationalfonds nicht mir erhalten, sondern nach Kräfte« avisgebaut werden müssen. 111( einzelnen können die von dem finanzpolitischen Ausschuß beschlossenen Richtlinien hier nicht erörtert werden. Der Ausschuß hat darauf verzichtet, diese Riehtlinien dem Kongreß zur Beschlußfassung vorzulcgcn, da das Plenum zu einer sachgemäßen Beratung dieser Fragen weder hinreichend Zeit hatte, noch innerlich für eine derartige Beratung vorbereitet war. Deshalb hat der Ausschuß die Richtlinien dem! Kongreß nur zur Kenntnisnähme unterbreitet und gleichzeitig beantragt, daß die Richtlinien der Exekutive zur Bearbeitung übergeben werden, welche dem! Ä.C. über die erfolgte Bearbeitung Beridrt erstatten soIL Diesen Antrag hat der Kongreß angenommen. Es wird Sache der Exekutive sein, die in den Richtlinien enthaltenen Anregungen eingehend nachzuprüfen. IV. Sobald sich in der Arbeit des Ausschusses herausstellte, daß unmittelbare praktische Ergebnisse auf diesem Kongreß nicht zu erzielen waren, hat der Ausschuß aus dieser Erkenntnis die Konsequenz gezogen, daß eine Instanz geschaffen werden muß, die während der kongreßlosen Zeit finanzpolitische Fragen durcharbeiten und prüfen soll. Den Fitianz- und Wirtschaftsrat in seiner gegenwärtigen Verfassung hat der Ausschuß nicht als eine für diese Arbeit geeignete Instanz angesehen. Der Finanz- und Wirtschaftsrat ist ein nicht sehr glückliches Mittelding zwischen Venvaltungskörperschaft und Beratungskörperschaft. Im wesentliclvcn betrachtet und empfindet man ihn allgemein in der Bewegung als eine Zusammenfassung der Leiter unserer Wirtschaftsorganisationen, der als relativ bedeutungslose Anhängsel ein paar nicht in London wohnhafte Mitglieder angefügt sind; dieses Bild hat sich nicht dadurch verändert, daß der Kongreß ia letzter Stunde noch einen Vertreter des Keren Hajcssod, einen (alleidings finanzpolitisch besonders interessierten) Vertreter der Linken und infolgedessen natürlich einen Vertreter des Misrachi hincinwähltc. Was dem finanzpolitischen Ausschuß des Kongresses dringend notwendig erschien, war etwas anderes: eine ausschließlich beratende Körperschaft, die darüber wachen und durch ihre eigenen Arbeiten dazu beitragen soll, daß die grundsätzlichen Fragen der Finanz- und Wirtschaftspolitik in anderer, gründlicherer und intensiverer Weise gefördert werden als bisher, daß die zionistische Ocffentlichkeit besser als bisher für eine Entscheidung dieser Fragen auf dem nächsten Kongreß vorbereitet wird. Der Gedanke der Schaffung eines solchen beratenden Wirtschaft»- Ausschusses fand auf dem Kongreß vielfach Anklang. Es herrschten aber Meinungsverschiedenheiten über die Fon« der Durdifülming dieses Gedankens. Zu einer Abstimmung über den Vorschlag isltes auf dem Kongreß nicht mehr gekommen. Es darf die bestimmte Er- Wartung ausgesprochen werden, daß — wie cs auch der Vorsitzende der Organisations-Kommission für notwendig erklärt hat — eine Beschlußfassung des Aktionskomtitees über die Schaffung des Wirtschafts-Ausschusscs hcrbeigcfüliTt werden wird. Die Exekutive wird gemeinsam mit denv Finanz- und Wirtschaftsrat eine entsprechende Vorlage für die nächste Aktions-Komitee- Sitzung vorbereiten müssen. Eine neue arabische Partei ln Palästina!Wie der J. C. B. - Corrcspcndcnt in Jerusalem erfährt, beabsichtigt eine Gruppe arabisch er Notabcln, eine neue demokratische ntoh'aiximcdanisclir christliche Partei (oder liberale gemäßigte Partei) zu gründen. Die neue Partei soll der Politik der Anhänger Musi Kasim Pascha cntgcgcntrctcn. Es besteht die Möglichkeit, daß die Mitglieder der kürzlich gegründeten mohammedanisch-arabischen Partei, die eine Politik der Koogeration mit der britreclicn Verwaltung verfolgt, sich dieser neuen Partei anschlicßcn werden. Es mag dabei interessant sein festzustcllcn, daß die Zeitung ״Saut esch Scltaab“ aus Bethlehem vor einigen Tagen ein Interview mit dem Emir Abdullah veröffentlichte, in dem dieser erklärte, cs wäre für die palästinensischen Araber besser, durch die Gründung einer reprimmtaliven Körperschaft der eingeborenen Bevölkerung zu ein« ,Verständigung mit der britischen Regierung zu gelangen. Ifclirkll ans Paüisüna ln der belgischen ״llatikwali“ schreibt ein n : יי lästinc11si!.chcr Korrespondent ״Spv“, der schon u 1 längst einen außerordentlich beachtenswerten Auf• 1 1־ über die palästinensische Psychologie vmlfcntlicht h-! )1 Situatieiisberichte aus Palästina, die sich durch ih ' 1׳ schonungslose Wahrheit auszciclincn, Wir geben narb* I folgend den llatipUcil seines letzten Artikels in deutsch.* 1־ Ucbcractzuug wieder. Wir glauben, daß in seiner u/ f urteilt! 11g der öffentlichen Meinung Palästinas und d 1 politischen Lage selbst viel Wahrheit steckt, und daß t1tf 11 ungerührten heiklen Probleme Veranlassung ״ ij ernstestem Denken und ernster Selbstkritik in uns״״ ' eigenen Kreisen geben. Wir haben an dieser Stelle ן״» I betont, daß Selbsttäuschung, besonders in der Araber, J frage, der gefährlichste und verhängnisvollste Fehler ist,' <1 Seine letzte Krise hatte Palästina aus Anlaß des en,׳ ׳J lisch-arabischcn Vertrages. Man sah König Hussein bereits 1 Jerusalem den .Thron besteigen. Mit der gleichen Schnelligkeit 1 mit welcher die leicht aus dem Gleichgewicht Gebrachten aus I einem Gemütszustand in den genau entgegengesetzten vcr. 1 fallen, hat sich diese Krise beruhigt, da ein englischer i Minister ein« Rede gehalten hat, deren wesentlicher Inhalt I darin bestand, daß er versicherte, daß 2 mal 2 4 ist! Wlc soll man sich diese bizarren Sprünge vom Fast-Vcrzwcifcln bis zu absoluter Ruhe erklären, deren Zeugen wir so ob seit der Balfour-Dcklaration gewesen sind? Die Ursa ״'׳ ist darin zu Rehen, daß unsere Politik auf einer Lüge basiert eingegeben durch die Furcht, der ungeheuren Schwierigkeit des arabischen Problems gerade ins Gesicht zu sehen; eine Lüge, welche man brauchte, um sich und urn die Massen zu beruhigen. Man hat eine sehr einfache dreiteilige Formel gefunden: Wir sind die Ausgezeichneten, welche nach Palästina kommen, um dort etwas za schaffen; der Araber ist ein subversives Element, das die Ordnung stört und England ist der Gendarm. Es ist klar, daß eine solche Situation durchaus vom guten Willen des Gendarmen abhängt. Daher die angstvolle Spannung, mit welcher man jcde3 Wort von Mr. Ormshy Gore oder von Lord Jslingto» verfolgt. Die englische Regierung ist zugleich der Rettungsanker und der Siindcnbock; das ist außerordentlich bequem, um die Ver« antsvortung von sich abzuwälzen. Der Zionisten, welche alle unsere Pflichten der Regierung aufladen wollen, ist Legion. Die frappicrcndstc Erscheinung und die charaktcristischcstc ״konventionelle Lüge״ ist die offene oder auch versteckte Mißstimmung, die sich seinerzeit infolge der Ein• Stellung der Immigration erhoben hat. Im Grunde hat Sir Herbert Samuel durch die Einstellung der Immigration der Zionistischen Organisation einen großen Dienst erwiesen. Hätte er es nicht getan, so hätte die Organisation selbst bei Jaffa und Haifa ״Träncninseln“ cinrichten und entweder die überflüssigen Immigranten zuriickschickcn oder aber alle aufnehmen müssen und so in kurzer Zeit eine Katastrophe herbeiführen können, in welcher die ganze Bewegung zusatnmcngcbrochen wäre. Dank Sir Herbert Samuel hatte sic einen Ausweg. Aber selbst, wenn man diese taktischen Betrachtungen beiseite läßt, ist es doch für jeden Menschen guten Glaubens klar, daß Palästina jetzt und später nur eine beschränkte Anzahl von Immigranten wird aufnehmett können. Ich weiß sehr gut, daß man zwischen dem Prinzip der Einschränkung der Einwanderung einerseits und ihren Motiven und der Art ihrer Anwendung anderer• seits unterscheiden muß; aber jene, welche in Versainm• lungen und in der Presse sich allzu leichte Erfolge holen, indem sie verlangen, ״daß inan die Tore Palästinas den jüdischen Massen weit öffne“, stoßen sich an dieser Unter- Scheidung gar nicht; und doch raten in dieser Stunde Loyalität wie auch das eigene wohlverstanden« Interesse der Zionistischen Organisation viel eher, die ganze Immigration für eine gewisse Zeit einzustcllcn, als Menschen ins Land zu lassen, von denen man von vornherein weiß, daß sie keine Arbeit finden werden und daß sie nach einigen Monaten gezwungen sein werden, wieder abzufahren, und die dann eine grauenhafte Demoralisation im Oaluth verbreiten. Nach den Engländern kommen die Araber. Deren Hai• tung uns gegenüber wird gewöhnlich in der Form einer Antithese dargcstellt; auf der einen Seite die große, ruhige und gutmütige Majorität, auf der anderen Seite eine kleine Gruppe von Aktivisten, schlimmer Gesellen, vom Auslände unterstützt, um die Ordnung zu stören. Es ist die zaristische These von der alleinigen Schuld der Juden a!1 der Revolution, in jüdischer Ausgabe. Gewiß, die arabischen Aktivisten sind eine Minorität; aber wir selbst im Verhältnis zum jüdische# Volke? Nicht ihre Zahl kommt in Betracht, sondern die Tatsache, daß sie in der arabischen Bevölkerung wohl Indifferenz, kaum aber Gegner finden. Aber es ist not• wendig, zu wissen, daß die ganze arabische Bevölkerung ihnen nicht folgen wird, wenn wir cs zuwege bringen, durch Tatsachen zu beweisen, daß wir eine Macht sind, deren Freundschaft nützlich, deren Feindschaft aber sehr unangenehm sein kann. Im Augenblick aber sieht der Araber nur, daB wir nicht arbeiten.“ Der Verfasser wendet sich da• gegen, daß man die ganze arabische Frage die längste Zeit in unserem Lager als einen ״orientalischen Bluff“ betrachtete. Alan müsse doch endlich zu exakteren Schlüssen kommen. Ein Politiker dieser Sorte habe nach Bekanntgabe des In• halts des englisch-arabischen Vertrages in einer palästinensi• sehen Zeitung einen Artikel erscheinen lasse«, bei dem der Verfasser des hier wiedergegebenen Briefes sich, gleich Figaro, zum Lachen gezwungen habe, um nicht zu weinen; dieser Politiker hat eine ungeheure Entdeckung gemacht: ״Es gibt Araber in _ Palästina. Politisch und ökonomisch gibt cs im Augenblick in Palästina nichts anderes als Araber. Wenn auch die Aktivisten viel ״Muffen“, und wenn man von ihren Rodomontadcn absicht, so könne man nur wünschen, daß unsere Politik dieselbe Energie und Ausdauer aufwiese, wie die dieser Desperados. Während sie die Aufhebung der Bai tour- Deklaration erwarten, die sie dauernd verlangen, haben sie bereits sehr wesentliche Erfolge errungen. Es gibt mehr als einen Zionisten, weicher das ganze Baseler Programm mit Freuden hiiigcbcn würde, um solcher realer Erfolge willen..• Der Sturm, der sich anläßlich der Publikation des englischarabischen Vertrages erhoben hat, und die vollständige Ruhe, die ihm gefolgt ist, beweisen unseren Mangel an Vorbereitung und unseren Wankelmut! Wodurch war eine Erregung Se' rechtfertigt, welche einem Teile unserer Presse hier (se' meint Ist die palästinensische Presse) Gelegenheit zu ebenso lächerlichen wie erniedrigenden Litaneien gegeben hat? Und, wenn sie gerechtfertigt war, welche Acnderung ist durch die Rede des Herzogs von Dcvonshire eingetreten?“ Man wußte seit Monaten, daß dieses Ereignis in Vorbereitung sei. Wenn der Vertrag Palästina theoretisch in die arabische Region cintrctcn lasse, so hat doch die englische Regierung vor und unmittelbar nach seiner Publikation erklärt, uaß er weitet keine Acnderung am Status Palästinas bedeute... ״Die Bchaup• tung, daß das eine Zweideutigkeit sei, ist richtig, aber diese Zweideutigkeit ist weiter nichts als die Folge dessen, was wir selbst getan haben. Wenn wir seit fünf Jahren 150000 Juden nach Palästina hätten cinwandern lassen (das sind 30000 Juden jährlich, eine Ziffer, ■welche noch ttn Jahre 1010 als die Mindestziffer angesehen wurde) und wenn wir 200—300 Kolonien gegründet hätten, so hätte « keine derartige Zweideutigkeit gegeben. Genau so ist p für die Zukunft. Wenn wir ein entscheidender Faktor i« Lande sein werden, so wird nun sich nicht lediglich *der Int Ve! die ,׳ jef c ■; not ,' i irg Mi ' orc ׳. 0«; zw; ist All als׳ ist. Df sv i , «tu ' mc wie der de; dal Es eif mr we : wu Eb ' Kr ״IC wa Mi dCI de! sic V» י ök kc au: fal Hi i so! ök de fiel ■ da bä 1 Fr hä de je! «u an «f sic Id׳ ha do un Itl. un tl! 50 in;, de * ni׳ m m sc hs ui bc w fe Di a di 8• g* ir N zi גי, T f< u A P A A b 1 l f E f v 5 I i