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Jüdische Rundschau · 1923-09-07 · Heft 77-78 (7.9.1923) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 77-78 (7.9.1923)
Date
1923-09-07
Page
– (sequence 6)
Language
German
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■Seite 478 •׳ 'י Wahl recht zum Kongreß. ' ' Dk! Exekutive wird aufgdonfert, der nSchrfen Staig :'i5c׳S׳ A. C. »Wie Acnderungcn «fcg Wahlreglcments vorzu-;;1;cl11a״c11, die durch die .Beschlüsse des Kongresses notwendig ‘Ujeworden sind. r Passives WahlTcch’f. 1 '׳ ׳ “ (Das passiv« .Wahlrecht ist an den KadiweH» der ferufe״;־ . 'fe Verpflichtung gegenüber dein Keren Hajessod pebundeö. 'tter Nachweis erfolgt durch' die zuständige Steile des Keren 'Hajcssod. Geschäftsordnung kJes Kongresses. '; Die von der JalireskonfcrcnZ beschlossene Geschäftsordnung des. Kongresses wird mit folgender Aendcrung bestätigt: § 1 Abs. 2 soll wie folgt ergänzt werden: ״oder wenn '׳• י er •sein Mandat endgültig nkdetgclegß‘. § 1 Abs. 2 der GeschäHsoidnmig lautete bisher! Das Stimmrecht ist von allen ,Delegierten persönlich': ' '־ aifszuiiben. Ein Ersntzd elegierter tritt mir dann an die Stelle eines Delegierten, wenn dieser an, ■ז‘‘ den Verhandltnigctt des Kongresses noch nidit * ׳' ' ieilgeisommcn hat. ׳ ־׳ S 20 des Statuts, welcher tautet! .; Außer den gewühlten Delegierten haben die Mitglicdcr des Aktionskomitees das Recht der Teil־ nähme am Kongreß. Sie genießen die vollen , Rechte der Delegierten. wurde erweitert durch die Bestimmung: Der Vorsitzende des Ehrengerichtes und der Kon־ grcßanwalt haben das Recht der Teilnahme am ' Kongreß ohne Stimmrecht. Schekel. Die Schekclkoiitrolle wird innerhalb eines Landes einheitlich geführt durch ein Komitee, in dem der Landesverband und die Landesgruppe 11 der Sonderverhände vertreten sind. Die Exekutive ist berechtigt, in den Lindem, ln denen 'die Bildung eines Undesschekelverbandes auf Schwierigkeiten ertößt, einen Landesschckdkommissär zu ernennen. ׳ Die Grenzen der Landessclickelvcrbände werden von der Exekutive festgesetzt. * Preis des Schekel«. Der Preis des Schekels ist von der Exekutive einheitlich nach dem Preis einer allgemeinen Ware oder einer Arbeits- Btunde festzusetzen. . . ״. , . Der Kongreß betrachtet es als Pflicht jedes Zionisten, äer dazu imstande ist, den Goldenen Schekel in der Höhe von 1 Pfund (in, Lindern mit stark entwerteter Valuta 10 Schilling) zu ]bezahlen. Die Exekutive bestimmt zusammen mit den Landesuna Sonder verbänden die Hölle des Betrages; den jeder dieser Verbände aufzubringen hat. Die Zahl der Kongreßmandate ist von der von den Landes- oder Sonderyerbändcn aufgebrachten Zahl Goldener Schekel nicht abhängig. Die Schckelgelder sind an die Exekutive mit •Ende eines Jeden Monates ahziifiilircn. Die Sdiekalim aus den Ländern reit schwankender Währung sind entsprechend dem Stande dieser Währung in dem Monate der• Geldabführwig in Ansatz zu bringen. Die nähere Durdifüihrung dieser Bestimmung obliegt der Exekutive. Innerhalb eines Währungsgebietes muß der Sdiekelpreis (einheitlich festgesetzt werden, ln Währungsgebieten mit guter. Valuta, in denen es politisch-geographisch abgezweigte Landes- •heile»mit grundsätzlich abweichenden wirtschaftlidien Verhiiltnissen gibt, ist die Exekutive bered!tigt, zur Venneidung offenbarer Ungerechtigkeiten die Höhe des Schekels ausnahmsweise auf den Sdiekelpreis von Ländern mjt entwerteter Val uta herabzusetzen.! ׳ ״ Der Berechnung der Zahl der Koiigrcfkfclegierten ist die Durch sei 1 nitt szit fe r der Sshekcleingänge des Kongreßjahres und des ihm vorangegangenen kongrcßlosen Jahres zugrunde zu legen. Zionisten, die den Goldenen Schckd entrichten, haben Hie vollen Rechte eines Schekelzalüers. Der Preis des Goldenen Schekels beträgt ein Pfund jährlich, in Ländern mit stark entwerteter Valuta ein halbes Pfund jährlich. Die Exekutive wird ermächtigt, gemäß diesen Beschlüssen 8׳as Statut zu redigieren. Beamtenschaft Die Zionistische Organisation bedarf zu Buer Stärkung kmd Ausbreitung einer hochstehenden Beamtenschaft deren Beispiel und Leistung die freiwillige Mitarbeit aller Zionisten intensivieren und erweitern wird. Ke Laufbahn eines zioüistischen Beamten muß ein erstrebenswertes Ziel für die besten Menschen der Organisation werden. Daher ersucht der Kongreß die Leitungen aller organisatorischen und finan- »eilen Institutionen, 111 jeder Beziehung für eine diesen Grundsätzen entsprechende Regelung des Beamten rechtes zu •argen und beauftragt die Exekutive, der nächsten Sitzung de* A. C. den Entwurf eines Beamtenstatutes vorzulegen. 1.5 Verein heitli chung der Finanzaktionen. Die Aktionen der zionistischen Fiaanzinstitute sind in ihrer Propaganda miteinander und mit den Bedürfnissen einer aufs höchste gesteigerten Wirkung in Einklang zu bringen. Zu diesem Zwecke ist von der Exekutive an ihrem Sitze eine besondere Stelle einzurichten, die aus je einem Vertreter der in Frage kommenden Finanzinstitytc besteht. > Kleine NscbrfcMen Am 25. August ist es im Emek Jcsreel bei Tel Joseph am einem Zusammenstoß zwischen Juden und Arabern, die in Streit geraten waren, gekommen. Im Verlaufe der Schlägerei wurden mehrere Araber und Juden verletzt. Dieser Konflikt hat rein lokalen, unpolitischen Charakter. •Emir Abdullah ist am 27. August in Jerusalem eingetroffen, um dem Gouverneur von Jerusalem, General Störs, und dem Kommandanten der Gendarmerie, General T.uder, private Besuche abzustatten. ln Jerusalem finden unter Leitung HeiTperiits Sommer- Ictirse für Kindergärtnerinnen statt. Dabei werden (Vorlesungen über deutsche und amerikanische Pädagogik, über Psychologie und Naturgeschichte usw. gehalten. Ein Musterlrindergarten, unter der Leitung von Orete Obernik gibt leine praktische Einführung in das Morftcssori-System. — Während des Sommers gelangten an die Nationalbibltetlick Id Jerusalem die philosopihbdiic Bibliothek von Dr. Igd aus 7J0CZ0W, die juristische Bibliothek von Dr. Rosenbacher aus Prag, die Bibliothek des verstorbenen Vaters von Sir!Alfred Mond, wie auch di« Bibliothek von Joseph Po pper-Ly n keus. Der bekannte Talmud-Gelehrte Rabbiner Tscliemowitz faw Zair), der sert mehreren Jahren in Berlin wohnte, ist Amerika eingetroffen, um am Jewish Institute of Religion!Vorlesungen über talmudischcs Reait zu halten. Nach Beendi- |>tmg seiner Vortrags-Tournee begibt sich Rabbiner Tschernonvitz nach Palästina, um in Jerusalem Vorlesungen über Talmud 3ץ •halten. Die ״Frankf. Ztg.“ bringt anrc 30. August einen ausführ• liehen Und für Außenstehende itn großen Ganzen gut informierenden Bcriclit ihres Prager Korrespondenten über den 3& Zionistcnkongreß ja Karlsbad, JTJEDISCHE )RUNDSCHAU /Km•« m *.W, ׳ fl ■r,**■־ ׳־ז יי", —,T.% *ץ •!m A,, '»»a -׳ '»■t1.-t.1Mv. , Ga־c1!h1־5: i! dl 13 la D״ 1.1, lind PapierpiÄa «tia V/dt״: ״׳rMprr! וזר fcrrrits er'.rb'lr't flfcrr.־:' '׳ritten haben und mit 1!:!cLjl'Ht f! f!!3?*. *,ri «■;;'■,־•ז!! for]׳>C:L.t! Ten tliul wir ge- XWl£tt£ ׳en, auch 1 i!8 Abos nsracategcbühren für cnsc re Aloonentca in Aailiodfi r:;1!citerina. Pie OebShrea tctrrjso: F•*? Li dm « « * ׳ . . 4 cli ’ H Amerika .... . . 1 Dollar 99 4 eh . ׳. ..... »!:;•.־'1 * » . •10 I’rana Bulgarien , , . t 1 1 . . C0 Lewa ■ l'"!5 ־׳mark, Schweden n.1f0r0f״ea 3 Krone» DciitchOcäterrelcU » , 35CI3 Krön» . 99 fnglr.nd ..... ♦ י * . . 4 t.i to M E.iiirmd . . . , n:.־.׳.laad . . . . » » 9 .,35C.33 cstallark , 2a fino. Mark T 1• Vzzalni-h ... . ' . 91 % , 12 Franca ׳ M ' ׳. . c!!c3Wnd״Cri . . 12 Franca ff Ilclhad . . , . 1 * . . 2H flaldsa •t Italien .... * ' * . , 20 Lira , «» Jtificrifwtea . . . ( * . . CO Dinar* 9t Lettland .... . . 10 Llta 99 Uta.nca .... . . 5 Lata 99 Liixcnibarg , . . י . . 10 Franca ff Mamcilana . , . ’ ♦ . . 8 Uta 99 Palästina . . . . . 4 ab 99 Polen ־,...־ * * .2ÜDCÜ0 pH«. Mark 99 R.״.r.r,Isa . . . * « . . G.D kl H Schweiz , ... . » « . . 5 Francs ff Spanien . . . , Tschcchcslovudtei « . . 7 Pesetas ft « . . 30 Kronen 99 TCrkd .... . . 12 Franca 99 Ungarn .... . 14000 Kronen Wir ersnehen eile fliuere Abonnenten nra umgehende Eingendang dieser OcbOhrcn für das 4. Qaartal und am schleunigste Begleichung der wiederholt von ihnen angemahnten rückständigen Gebühren bis zum 1. Oktober. Wir sind mH RSchalcht aaf unsere schwierige finanzielle Lage dazu gezwungen, die Lieferung unserer Zeitung an alle diejenigen, die mit der Zahlung int Rückstand sind, einzcsteilen. Die Zmeodangder Gebühren erbitten wir la Originalnoten im eingeschriebenen Brief. Verlag JQdlsclie Rundschau Berlin W15, Sächsische Str. 8 ■ Die zionistische Arbeit 11 Palüstlua Von Colonel Kisch. Colonel Kia ch hat anläßlich des XIII. Zionistenkongresses sich zu dem Herausgeber der Züricher Jüdischen Prcßzcntralc in einem längdtn Interview über die Fortschritte der zionisticchcn Arbeit in Palästina seit dem letzten Kongreß ׳ geäußert: ״ich will vor allem von der Einwanderung sprechen, welche die fundamentale Basis unserer Arbeit bildet. Wenn cs uns nidit gelingen wird, einen stetigen Strom von Immigranten ins Land zu bringen und sie dort anzusiedetn, wird der Fortschritt auf anderen Gebieten unserer Arbeit nur von geringem Wert sein. Bisher Ist es uns gelungen, zirka 10000 Immigranten pro Jahr ins Land zu bringen. Das ist schön, aber nicht genug. Niditsdcstoweniger hat es keinen Sinn, einer unbegrenzten Einwanderung das Wort zu reden, solange nicht die wirtschaftliche Lage in Palästina so weit entwickelt ist, daß die imtnigranten auch absorbiert werden können. Die Zionistische Organisation widmet diesem wichtigsten Arbeitsgebiet höchste Aufmerksamkeit, aber, es Ist natürlich eine Frage, bei der große finanzielle Mittel in . Betracht kommen. Was dio industrielle Entwicklung betrifft, bessert sichdie Lage in Palästina in erfrculidicr Weise. So produzieren beispielsweise die neuen Salz werke Atlilit tausende von Tonnen Salz. Tel-Awiw besitzt bereits elcktrisdie Beleuchtung, die von der Rutenbergstatten geliefert wird. Die Ausführung weiterer Arbeiten des Rutenbergprojelftes sind bereits in Angriff genommen worden. Desgleichen wird mit dem Bau einer Zementfabrik in Haifa begonnen, ein Unternehmen von erstklassiger Bedeutung, Ich wiederhole, was id! schon bczüglich der Einwanderung gesagt habe, AU dies Ist schön aber nicht genug, und cs eicht zu hoffen, daß alles,.was bisher geschaffen wurde, auch andere jüdische Industrielle und Kapitalisten ermutigen wird, weitere Unternehmungen in Pa* lästina zu gründen oder zu finanzieren. In Palästina haben wir auf Grund der Einwanderung ein immer steigendes Maß an Arbeitskräften und zwar von solchen, die hauptsächlich aus begeisterten Qialuzim bestehen, die bereit sind, fast jedes Opfer zu bringen, v״־nn sic nur instand gesetzt werden, am Aufbau unserer Heimstätte aktiven Anteil zu nehmen. Der Fortsdiritt und die Entwicklung unserer Koloniaationsarbe 1t ist auch schon derart, «faß sie einen Teil der Einwanderung aufnimmt, und der von den jungen Kolonisten entfaltete Eifer gibt demjenigen ihrer im industriellen Leben stehende« Ocnassen nidils nach. Die älteren Kolonien haben die Schwierigketten des Krieges und die der gegenwärtigen Wirtschaftekriac überstanden und gehen jetzt hoffentlich besseren Zeiten entgegen,. Es wäre *ehr wünschenswert, daß ein Weg gefunden werde, einen Teil unserer Einwanderer in diesen Kolonien unterzuhringen. Es muß betont werden, daß die ökonomische Krise in Palästina noch nicht behoben ist, doch hat die sehr verbesserte finanzielle Lage der Zionistischen Organisation, die hauptsächlich dem wunderbaren Widerhall zu verdanken ist, den Welzmanns Appell ln Amerika aufgelöst hat, bereits eine •sehr merkliche Wendüng zum Besseren bewirkt. Infolge der allgemeinen wlrtschaffllcben Lage der Welt, wird Palästina jedoch noch Immer ungünstig beeinflußt, Insbesondere! dadurch, weif wir eine sehr hohe Valuta haben. Im etntgen Fällen haben die einheimischen Produkte deshalb eine erschwerte Lage gegen üb erde m ausländischen Import Im allgemeinen hat sich jedoch die ökonomische Lage Im Lande seit den letzten sechs Monaten materiell gebessert und befindet sich auf dem Wege einer weiteren Gesundung. Ich brauche wohl nicht zu betonen, daß die zionistische Exekutive in Palästina Hilfe und Mitarbeit von jeder Seite am Aufbau des Landes begrüßt. Wir kennen keine Parteiunterschiede, wo es sich um die Entwicklung des nationalen Heimes handelt. . . ___ Nr■ 71m 1 Frcfcvilüse klsfanfj I Von Arnold Zweig. Freiwilligkeit ist das edelste Gut des Mensch: I Wn3 er ohne Zwang von Außen tut, nur dem־ Gey.!;! seines eigenen Wesens folgend, was aus ihm tritt wied.l Scliriftzüge seiner Hand und die Gebärde seines Gam>c- י unabhängig von seiner Beeinflussung- und selbst scir^l Kontrolle, ist das reinste Maß, mit dem Menschen übu j haupt gemessen werden können. Freiwilligkeit baut $jc1?| auf aus begeisterter Hingabe oder reifster Einsicht, u-!| aus weldicr von beiden auch folgernd, immer hat J zum Mutterboden die besten Güter unserer zwiespältig I einheitlichen Natur. Wir messen Zeitalter der Bedranpi l an der Heftigkeit und Breite, mit der Freiwilligkeit aipl ihnen strömte, sie weist ihnen den Rang an unter deji denkwürdigen Epochen der Völker, die Frauen Kartha׳ J und die Männer der Kreuzzüge, die Gefolgen der Maccali bäer und die der französischen Revolutionsheere, die An.| sfrengung Preußens anno dreizehn und die aller Nationerl zwischen 1914 und 1918 werden verbunden und verewi«■ durch die groß« und .opfervolle Freiwilligkeit, mit dejl sie auf die Not der Zeiten antworteten, und vom Bau d^l Stiftshtittc an sind die großen Heiligtümer der Völker■ die durch ihre vollkommene Gestalt heute noch aus)■ drücken, daß sic aus erfüllter Seele, im durclifühltcr,! Wissen um ihre erlösende und heiligende Sendung in| die äußere Welt traten, Kinder der menschenverbindendetj Freiwilligkeit Freiwilligkeit des Sclbstcinsatzes ist die| adelnde Antwort auf große Not wie Selbstaufgabe diel knechtische darauf ist; ob einer in die Bresche springtI oder ob er sich im Keller verkriecht oder gar in Feind«•■ kleiH verkleidet wenn der Angriff hereinbricht, daran! erkennt man, wer einer ist. 1 . Die Leistung von Juden für Juden ist seit zwei I Jahrtausenden aut Freiwilligkeit gegründet gewesen. Sie! war der Ausdruck eines Vcrbundenheitsgefühls, das hoher | Verantwortlichkeit des Einzelnen fürs Ganze glich. Und! wenn cs sich bei solcher Leistung auch meist nur uml Geld handelte, war dies Geld doch nicht nur Geld. Geld■ war für den Juden als Erwerber der einzige Bürge halb• | wegs unbedrohter Existenz, der einzige Hebel, mit dem | er Gefahren und Einengungen von außen her weg•■ wälzen konnte; es war für den Juden als Geber diel Mauerkelle, mit Bcthmidresch und Mikwc, Jcnkiwc und 1 Chewra-Kadisclia aufgebaut ausgcbcssert und erhalten I worden; es war nicht die Mizwa, aber das Werkzeug derI Mizwoth war es in den meisten Fällen, und von der] Schwere des Erwerbs und der Frömmigkeit des Zwecks I erhielt es selbst, das vergängliche Geld, Würde und I Dauer. . Die Not dieser Zeit ist sehr groß und ihr Druck auf jeden von uns sehr schwer. Auf das Ganze aber, dies brock liehe, nur schwach noch zusammenhängende Ganze der Judcnheit, legt er sich mit gefährlichem Gewicht Wir versuchen, ln Ercz-Israel eine Stelle minderen Drucks und weit offener Zukunft zu schaffen und wissen, daß es sehr schwer ist. Scharen Freiwilliger sind hinüber• gegangen, wahrhafte Soldaten der Zukunft und Krieger gegen die schwierigsten Umstände. Ich glaube, wir sollten sic nicht im Stich lassen; mir kommt es vor, als sei das für uns erniedrigend, wenn wir sie im Stiche lassen. Sie brauchen Boden auf ihm zu arbeiten und später, wie wir hoffen, auf ihm zu leben. Es gibt einen Fonds, geschaffen, ihnen diesen Boden zu erwerben, den Keren Kajemcth Lejigrael, den man mit einem irreführenden und häßlichen Namen ״Jüdischen Nationalfonds“ ge• nannt hat, und der ״Jüdische Landgabe“ heißen sollte. Wir sollten uns seiner Bestimmung und seiner Existenz oft erinnern. Wir sollten daran denken, daß er kein Wort und kein Geld darstclit, sondern daß er die Benennung Ist für eine Wirklichkeit, die sich aus jungen Arbeitern in schweren Bedingungen, hartem und notvollem Boden unter starker Sonne, und all den Werten um die einzige, strenge und befreiende Zukunftshoffung unserer und der nächsten Generation zusammensetzt; diese Wirklichkeit hinter der Fassade des Namens sollten wir uns manch• mal eindringlich vors geistige Auge stellen. Und dann sollten wir erwägen, was hier über das Freiwillige und das Jüdische gesagt wurde; daß es nicht von einem Menschen und seinen Worten ausgeht, sondern daß es in der Natur der Dinge und der menschlichen Seele so beschlossen liegt Und in Betracht ziehen sollten wir schließlich, daß wir Juden keinerlei Macht und innere Organisation haben, um vom Erwerb des Einzelnen dem Volke, der Ganzheit, einen Anteil zuzuführen, wie es als Pflicht des Menschen von jeher anerkannt worden ist, daß jeder, dankbar, einem Ganzen zuzugehören, nicht als Einzelner in der Welt verloren zu sein, ihm zinse; und daß es lediglich von uns Einzelnen, von jedermann, abhängt, ob daraus eine unheilbare Schwäche oder eine unvergleichliche Kraft unseres Volkswesens ersichtlich werden soll. Denn das, in die geistige Wirklichkeit über• setzt, verraten die Zahlenauswcise des Keren Kajemetb Lejisracl — nicht weniger. Persönliches Unser Gesinnungsgenosse, der bekannte Führer des russl־ sehen Zionismus, Herr Wladimir T e m k i n, feiert in diesem Jahre das 40 jährige Jubiläum öffentlicher Tätigkeit. Dk .wachen zu selbst Verantwortlicher, demokratisch organisierter sozialer Arbeit sind auch in den Kreisen der westlichen Zio־ nisten bekannt und sicherlich werden sich alle zionistischen Kreise darin vereinigen, Herrn Tenikin anläßlich dieses ehrenvollen .Jubiläums herzliche Glückwünsche darzubringen. D>e näheren Freunde und Verehrer des Jubilars haben beschlossen, am 22. September eine besondere Feierlichkeit zu. Ehre» Tcmkins abzuhaltcn. Das Jubiläumskomitee befindet sie״ Berlin W 15, Meincckcstr. 11,

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