Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 77-78 (7.9.1923)
- Date
- 1923-09-07
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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fette 476 Nr. 77/78 ’ ׳ WelsEMißss Progr&nia . Eine der erfreulichsten Tatsachen dieses Kongresses war das Vorhandensein eines wirklichen sachlich״ zionistischen Gegensatzes. Nicht als ob auf diesem Kongreß die Gegensätze in der Sphäre des rein Sachlichen geblieben wären! Auch diesmal ist Idcr Kampf gelegentlich persönlich geführt worden,!und die scharfen Worte der Zurückweisung, die .Weizmann in seiner Rede in der Generaldebatte gefunden hat, entbehrten nicht der Berechtigung. Aber bei all!dem tritt doch klar zutage, daß die sachlichen Differenzen entscheidend waren und nur die Leidenschaft, mit der beide Teile Ihren Standpunkt verfochten, gelegentlich zu persönlichen Auseinandersetzungen führte. Die entscheidende Tatsache des Kongresses war tes, daß der Präsident der Bewegung, Chajinv Weizmann, bei verschiedenen Gelegenheiten ein um״ ■fassendes und klares Programm entwickelt«. Man hat Weizmann früher vorgeworfen, claß sein Interesse sich ganz auf das Gebiet der Außenpolitik konzentriere lund daß ihm die sonstigen Arbeitsgebiete der Bewegung fernlägen. Man wird diesen Vonvurf heute — mit einer noch zu erörternden Einschränkung — nicht irrehr auf» recht erhalten können. Wcizmanns Forderung in bezug auf die Heranziehung nichtzionistischer Kräfte für die!Arbeit zum Keren Hajessod und zur Beteiligung an der Jewish Agency, die allerdings sehr kurzen Andeutungen über eine Reorganisation in Palästina zeigen, daß heute ein umfassendes Regierung*,Programm vorhanden ist. Der Verlauf des Kongresses hat ferner bewiesen, daß hinter dem Programm und hinter Weizmann eine große und durchaus tragfällige, geschlossene Masse der Zionisten stellt, während der größte Teil der anderen Gruppen zwar im einzelnen Betlenken hat, aber im Grunde nicht nur die Führerschaft Wcizmanns, sondern auch Seine Richtlinien anerkennt. Weizmann hat in dem bemerkenswerten Referat, daß er vor einer kombinierten Sitzung des Permanenzaus* Schusses und der politischen Kommission gehalten |1at, die Faktoren genannt und gewürdigt, die für den heuti* gen Zustand der Bewegung und für den Aufbau von Palästina von Wichtigkeit sind. Er wies auf die aUgc! Imeine W e 11 s t i m m u n g hin, die heute überall, besonders aber auch in England, zu verspüren ist, die vor wqltausschauendcn, großen Maßnahmen zurück• schreckt und aus Gründen der Sparsamkeit und einer allgemeinen Ermüdung nach den Kriegsjahren jede nur mögliche Einschränkung der Staatsausgaben erstrebt. 'Mit dieser Stimmung müssen, wie Weizmann ausgeführt hat, alle englischen Staatsmänner rechnen, und die Frage, mit welchen Sympathien eine bestimmte englische Re״ gierung uns gegenüberstände, erscheine dagegen ver״ hältnismäßig bedeutungslos, Mit allem erdenklichen Nach• druck unterstrich Weizmann in dicsefSitzung seine Ueberzeugung, daß die britische Regierung gewillt sei, die Bestimmungen des Mandates wirklich zu erfüllen, und daß alle einzelnen Vorgänge in Palästina, die er ebensq .verurteilte wie Ussischkin, ihn in dieser Ueberzyugung nicht beirren könnten. Neben dieser allgemeinen Weltstimtuüng, die ihren Einfluß auf den für uns wichtigsten Faktor, die eng״ lische Regierung, geltend macht, besprach Weizmann, nachdem er die Haltung der übrigen Mächte kurz ge״ streift hatte, die arabische Frage. Auch hier nahm er mit erfreulicher Deutlichkeit und Offenheit Stellung.!Wie England gelernt hat, mit dem Vorhandensein und Idem׳ Erstarken der arabischen Bewegung zu rechnen, werden wir dazu gezwungen sein und baldigst diejenige Form zu suchen haben, die die Eingliede ru ng der jüdischen Heimstätte in Palästina in die langsam heran״ reifende arabische Ländergemeinschaft er״ möglicht. TURDI3GHE RUND5CHAO 3cc!^r sende uraselcni BQ.״.״ ..illii|1wi1i31 :Jüdischer Nailonalfonds Berlin. Postscheck: 23247. Was Wcizmanns!Ausführungen bis zu diesem Oc> dnnkengnng charakterisierte, läßt sich wohl nicht besser als mit dem viel mißbrauchten Worte ״Realpolitik4' beschreiben. Ohne Beschönigungen, ohne Mißdeutungen erkennt Weizmann die entscheidenden Faktoren und ihre Stärke und mißt die Rolle ab, die wir bei diesem Wider״ streit der Kräfte spielen können. Mit allem Nachdruck erklärte Weizmann, daß er fagi dieser Konstellation keine großen polnischen ״Erfolge“ ln Aussicht stellen könne, daß die Aufgabe vielmehr nur die sein könne, die Po״ sitioii zu wahren und Schwächungen derselben zu verhindern, Aber ein Faktor existiert allerdings, der in erster Linie unserm Einfluß unterliegt, und den wir stärken können und müssen. Das sind wir selbst, die materiellen und geistigen Kräfte, die wir für den Aufhau Palästinas zur Verfügung stellen, Und so mündete Weizmann? politische Darlegung, die die relative Labilität des gegenwärligen politischen Status auseinandersetzte, logisch in die Forderung, unsere eigenen Kräfte m verstärken, weil dies das einzige Mittel sei, unsere politische Position zu verbessern. So führt Wcizmanns politisches System kpnsc״ quent zur Forderung der Verstärkung der Keren Hajessod- Arbeit, der Erweiterung der Jewjsh Agency und der Re״ Organisation in Palästina. Die Erweiterung der Jewjsh Agency ist für Weizmann ebenso ein Mittel der finanziellen Stärkung unserer Position, da schon die Namen mancher derjenigen, deren Eintritt in die Jewish Agency erwartet wird, wesentliche Wirkungen bei der Propaganda für den Keren Hajessod haben würden, als auch von pal!־ tischer Bedeutung, um ״unsern Rücken zu decken“. Es wurde klar empfunden, daß niemand von den Gegnern Wcizmanns imstande war oder auch nur ver״ sucht hätte, dem System, das er vertrat, ein anderes ent״ gegenzusetzen. Als Ussischkin Weizmann in jener Sitzung des Permnncnzaussclviisses und der politischen Konimission erwiderte, vermochte sich niemand der Wucht von Ussischkins Persönlichkeit und dar zwingenden Logik seiner Darlegungen zu entziehen. Zwar waren die ein״ zelncn Vorkommnisse, die er von Palästina berichtete, allgemein bekannt, sowohl die Frage der Regierung*• Ländereien wie der Konzessionen, wie der Zusammen* Setzung der Verwaltung. Aber ihre Zusammenstellung hinterließ einen starken Eindruck. Dann jedoch kamen die Konsequenzen, die Ussischkin daraus ziehen wollte. Das gegenwärtige System sei bankerott, aber was wollte er an die Stelle setzen? ״Wir müssen schreien“, 80 er״ klärte er. Darin erschöpfte sich die Politik, die er der Weizmannschen entgegenzusetzen hatte, Weizmann, Sokolow und Kisch haben ilm\ darauf erwidert. Sic haben 1 darauf hingewiesen, daß seitens der Londoner Exekutive die von Ussischkin genannten Tatsachen in Palästina, deTcn Richtigkeit Weizmann anerkannte, efer Regierung unterbreitet worden seien, daß sie sich aber nichts da״ von versprächen, durch Proteste und Massenmeetings die britische Politik beeinflussen zt) wollen, auf die vielmehr nur die Demonstrierung unserer wirklichen Leistungen im Lande zu wirken geeignet sei. Es blieb das Gefühl, daß Ussischkin nicht ein Programm zu ver״ treten hatte, und für jeden politisch Denkenden, für jeden, der die Homogenität der Exekutive erstrebte, war damit die Entscheidnug eigentlich getroffen. War die Außenpolitik das eine Kampfmoment dieses Kongresses, so war es weiterhin die Frage der E r w e i t e״ Nr. rung der Agency. Die demokratische Grup-* der alch auch Ussischkin angeschlossen hatte, versucht!! hier das Wcimiannsche System m F'all zu bringen. E*? zeigte sich, daß die Klärung In dieser Frage nldit so : weit fortgeschritten war, wie es vor dem Beginn des Kongresses den Anschein hatte. Auch hier konnte den! Wortführer der Opposition nicht abgesprochen werden daß er einen ernsten zionistischen Standpunkt leiden! schaftlich uml eindrucksvoll zu vertreten verstand. Diesen Eindruck hatte man vor allem von Grünlxmins RCc!e im Plenum, einer Rede freilich, die in dem bedenklidien Salze gipfelte, daß der Aufbau eher verlangsamt werden müsse, als daß man Kreisen die Mitverantwortung über, trüge, die t|ns bisher fern gestanden hätten. Mit vollem Recht konnte Weizmann darauf hinweisen, daß der nicht so sprechen kann, der in Palästina gewesen sei, der dij hungernden Chaluzint und die unbezahlten Lehrer am Anfänge dieses Jahres gesehen habe und der empfunden habe, daß die Bewegung solchen Zustand nicht noch einmal werde ertragen könne«. Grünbaum behauptete daß Weizmann eine defaitistische Stimmung geschaffen habe, uqd daß er jn dieser Stimmung sich Illusionen hiugcbe, die m einer Katastrophe führen müssen. Iq Wirklichkeit hat Weizmann nichts weniger vertreten als eine defaitistische Stimmung. Er hat die Situation so ernst gesehen wie sic ist. Grütibaum aber und seine Freunde habeür sich über den Ernst der Situation Illusionen hin. gegeben und ihr Glaube, daß der Palär.tinaaufbau auch in langsamerem Tempo fortgeführt werden könne, zeigt eine bedauerliche Fremdheit gegenüber der wahren Situation in Palästina. darb l^1 Zionist nicht b in sc». Diese , von <i ilclton; wird d schafft' Kampf jisclru'• nicht 1 flüssig' stärke; Unser. D Ebenso erscheint es unrichtig, die Erwartungen, die Weizmann an eine Erweiterung der Jewish Agency knüpft, als Illusionen zu bezeichnen. Auch wir würden cs für verhängnisvoll halten, wenn jetzt die Rettung Palästinas von der verantwortungsvollen Mitarbeit nicht״ Zionistischer Gruppen erwartet wird. Aber der Versuch, unsere Basis zu erweitern, muß gemacht werden und der Nachdruck, mit dem der Führer der Bewegung diesen Gedanken vertritt und ihn auszuführen gewillt ist, läßt uns die Chancen dieses Versuches als günstige erscheinen. Daß dabei materielle Prinzipien nicht aufgegeben werden dürfen, hat Weizmann sclion in der Eröffnungsrede eit? tleutig betont. So war eigentlich artr Schlüsse der Generaldebatte nicht nur das Problem' des Kon• grosses klargestellt, sondern auch seine Lösung heraus• gearbeitet. Dein klaren, realpolitischen System Weizmann«, für das er mit seiner Persönlichkeit cinstehen wollte^ stand zwar eine ernste und keineswegs gering anzu* schlagende Opposition gegenüber, aber weder ein System poch ein Führer, dem ein beträchtlicher Teil der Be• wegung die Führung hätte anvertrauen wollen. Wenn bis zur letzten Minute die Ergebnisse dieses Kongresses unsicher waren, so war dies keine Unsicherheit im Prin״ zip, sondern die unsicheren parlamentarischen Verhält* nisse in unserem Kongreß. Jetzt, nachdem der Kongreß entschieden fiat, nachdem׳ die angenommenen Resolut»• nen und die Wiederwahl Wcizmanns Klarheit geschaffen haben, wird es sich darum handeln, da? System Wei# mann? zur Durchführung zu bringen. Ein Punkt freilich bleibt zu erörtern. Als Well• mann gein Programm vor dem Plenum des Kongresses entwickelt batte, da empfanden auch diejenigen, die auf dem ganzen Kongreß sich entschieden hinter Weizmann gestellt hatten, daß noch eine Lücke in diesem Regierungspragramm klaffte. Man hatte gehofft, daß Weiz• piann nicht nur י-י wie cs in der Eröffnungsrede der Fall war Worte finden werde, um seinem Vertrauen zur Zionistischen Organisation Ausdruck zu geben, sondern daÜ er gegebenenfalls Maßnahmen vor• schlagen werde, die die Schlagkraft unserer Organi״ sation verstärken würden. Es kann nach dem ganzen Verhalten Weizmanns auf diesem Kongreß kein Zweifel Komn , 1 Sende ■! wurde; . Komn! 1 1 B<״rat1 ' , fach 1 ׳ ן ceset: '■! 10 M: ' , 6 am' I ' kontr 1,!: Komi!' ‘ Komi! Stelle!'' bzw.1. , , insbe1! rcbil!: das V 1,11' 1 lege!!1 ׳' Reih 1;־ des 1 möcl;;! nach;;!! Das ־ •}., daß 1 י. rück Wüt;! über 1 : di :,! . p! rt :;! ׳״ uns,; sich vor:• ein ׳ _ , gev!'׳ ׳ Nat; nas , , Zei׳■ 1־ hat 1 Dir. , 1 doc , für: : * Orade eigen, was sich z. B. darin zeigt, daß er, der seine Schriftstellerisch« Tätigkeit mit Brenner zusammen am ״Haricorer“ in London begonnen hat, dem sozialistischen und dem religiösen Judentum sehr nahe sieht, ohne sich einem Dogma tu verschreiben, Seine Stellungnahme innerhalb der zionisty «eben Bewegung ist durchaus persönlich. Ein glänzender Ver״ fhrer llerzls, setzt er der Kritik Achad Haaras eine Gegenkritik entgegen und fühlt auch an diesem Gegner eines abstrakt-geistigen Judentums das Abstrakt-Geistige heraus, Aus einem humanen Geiste heraus beurteilt er schon!902 die arabische Frage, deren Bedeutung er voraussah, wenn er auch den Wert des gemeinsamen semitischen Elements wohl über- Bchätzt. Aufgewachsen in polnischem Milieu — von dessen persönUdien Möglichkeiten er eine charakteristische Auffassung hat — und in Wortuml Ocdaukensti! demselben immer nahe bleibend, erfaßt er doch wieder das neue Leben In Palästina In seiner revolutionären Bedeutung, was sich nldit zuletzt in jenen Stimmungen wicdersplegett, die er z. B. ala Teilnehmer der neuen Farm Siedlung in Kineret erlebte. Ergänzt wird all dies dlrch einen gewissen leiden- Ischaftsloscn, sicheren Instinkt im Politischen (in der Frage der jungtürkisdien Revolution, in der Araberfrage und in der Frage der ״Legion“), vor allen» aber durch seine starke Einfühlung in alles Menschlich-Persönlich« (seine Erinnerungen an den Dichter Gncssin, die Nachrufe um seinen Freund Brenner, um einige gefallene Schonnrim). Andererseits möchte man eine gewisse Kulturkistimg darin Erblicken, in welcher Weise der Verfasser weitv*nd geistesgeschichtliche Gestalten seinen Lesern vertraut zu machen sucht, durchaus aphoristisch zwar, aber doch immer charakteri strich: sei es Goethe (der Verfasser hat ja bekanntlich auch ״Wnrthers Leiden“ ins Hebräische übersetzt) oder Shakespeare, Tolstoi oefer Kierkegaard, Gobinau pdpr Walt Whitman; und vop jüdischen Persönlichkeiten derZeit: 90 entlegene wie Perez, Sal Rubin, Sojcplow, Ruppin, Rabbi Kuk. Eine vortreffliche Zeichnung ist die Oer n«mh|ft«q englischen Politiker der ,Gegenwart, J ־־׳•■־־ * Wenn die hebräische Kultur auf literarischem Gebiete theoretische Kritiker genug aufweist und andererseits auf den Gebieten aktueller Fragen genug Praktiker der engen Sachädikeitcn, die zur Weite der Horizonte nicht die Zeit haben, so ist der beschauliche Beobachter, mitten im Leben und doch immer wieder neben ihm stehend, der Weite des Blicks und der Wärme des Herzens verbindet, trotz seiner nicht immer ganz kritischen Klarheit lind nldit praktischen Sachlichkeit, eine nicht nur literarisch willkommene, sondern auch im Interease des Lebensfortschrittes wertvolle Ersdieinung. Wien. Ernst Mül!er. Goldschmidt, Der deutsche Distrikf des Ordens Bne B r ia«, Verlag der Großiogc, Berlin W 63, Preis 1W schiert Gz, L— M• Pas Buch, das als Nachschlagewerk über den Orden Bnc Briss bezeichnet werden kann, gibt eine QcsamUibcr• sicht der Geschichte des Ordens ßnc ßriss von seiner Be• gründung bis auf die Gegenwart. Ein Kapitel ״Zionismus“ skizziert in kurzen Zügen die Stellung des Bundes zum Zionismus von dem Diskussionsverbot des Jahres 1898 bi* zu der Resolution vom 22. Mai 1021, <H0 (fett Aufbaq Palästinas als gesamtjiuliache Pflicht erklärt, יי V 9 "f 9!■!11 י י , Graphik von Isidor A&chhcim Die Galerie Fischer (Frankfurt «. M.) zeigt eine Auswähl der graphischen Arbeiten von Aschheim (Breslau), Was sie zunächst kennzeichnet! der höchst expressionistischen zeitgenössischen Kunst scheinen sie qm hebst fremd zu «ein. Ein an der Natur orientiertes Tempmntcut gestaltet mit Lcidcnschait, •aiud so sind seine Ar|>citc1\ surli aus rem naturhaftem Lebcnsgcfühl verständlich. Am objektiven Leben?«nächst gereifte und weiter reitende Kunst, Damit aber wäre zu wenig gesagt, und man erinnere sich 1. B. auch, was Max Licbermanp mit der .,Phantasie in der Malerei“ so erleuchtend gemeint hat, In jeder qditen Gestaltung nämlich (st Phantasie enthalten! Phantasie}' d• i. nämlich künstlerische Scham künstlerische Gestaltung, alle! i noch •o Heterogene, waa doch alte! IcÜRSticrisctieü -Kam• Position gemeinsam ist. Das ist die Phantasie (wenn auch nicht das phantastische) auch bei Aschhcimv Er Hält sich ans Objekt und durchdringt es mit seinem Leben. Die vorliegenden Arbeiten stammen wohl alle aus dem gleichen letzten Zeitraum, sind besonder» genau gezeichnet, und dennoch aufgewühlt und geformt. Hier kann man wieder einmal belehrt werden und erfahren, wie mit aus dem Geist der Objektivität das Kunstwerk erwachsen kann. (Freilich, es gibt auch andere Wege, ganz aus dem Subjekt ysvv-, doch berühren wif dies hier mclit.) Au* dem Geist der Objektivität, Ein höchst forschendes Auge, das hinter die Erscheinung zu dringen sucht, da* menschliche Gesicht immer neu prüfend durchdringt und so seine Seele erfahrt und rettet. Denn solche Naturbetrachtung ist schon Kunst. Hier und da manches wohl etwas torrnd, aber meist ganz innerwahr auch gestaltet. Größtenteils Kopfe und Portraits, auch kleine Kon1|«»sitinnen. Man merkt, wie der Künstler durch die relative Kleinheit der Radierplatten ■ in seiner Arbeit etwas beengt wird, denn gerade seine Ad verlangt nach größerer Fläche, möclito größere Kompositionen geben und resigniert immer wieder an gewissen Grenzen, die das Material qnd der sicl\ so beschränkende Kunstwin? setzen. Auch gibt cs von ihm manche Arbeiten, die in dieser Ausstellung leider nicht vertreten sind und eine angemessene tteberschau nicht ermöglichen, obwohl gerade 90 das weiter« am besten gezeigt werden könnte. In Wirklichkeit #190 wäre «in solcher Gesamtüberblick sehr erwünscht. Einige der vorliegenden Blätter sind besonders wertvoll, das Bildnis der Mutter, die kleine Tischkonmoiitinn, «büß• Porträts u<*w,; alle* aber ist wesentlich und sehr zu beachten. El bewegt sich in einer Kunstform, die stilistisch nicht genau zu Bestimmen ist, zwischen ünpressiver uml expressiver Art, Die Arbeiten tragen auch viele Zukunftwnüghdikeitc» ln sich und weisen Im guten Sinne über sich bürt1“• Dam dieser Künstler wäre poch weit größeren Aufgaben gewachsen, als «f Md» hier in einer Art Selbslbcgrenznug gesetzt hat Auch hierin Hegt die Bedeutsamkeit dieser kleinen Ausstellung, diese Einsieht allen daran Interessierten ru vermitteln. Dr. Hc״uapq Wey!, ffipkfort (Mai״)• fall׳ j Paf! 'י der, Ke.; i 1; 1! 1' •i •1 de . 1; de J 1: fr! : tre fü!t lei• : 1 Ai sc cn;,!! »1' R. B. tu;; ׳*1 ■1 ׳ ,