Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 75-76 (30.8.1923)
- Date
- 1923-08-30
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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TT Seite 468 Erklärung der Fraktion der zionistischen Demokratie Die Fraktion der zionistischen Demokratie übersendet uns die folgende Erklärung zur Veröffentlichung. Wir halten cs für unsere Pflicht, gegenüber der zionistisehen Ocffcntlichkeit die Motive zu erklären, die uns gezwungen haben, vor der Abstimmung über die Wald der neuen Exelartive den Saal zu verlassen. Unsere Fraktion hatte sich auf dem Kongreß konstituiert, tun für die Sicherung und stärkere Betonirng der nationalen 11ml demokratischen Prinzipien in der zionistischen Politik — in der äußeren wie in der inneren — zu kämpfen. Ganz besonders versuchten wir, die Sicherung dieser Prinzipien in der Frage der Erweiterung der Jewisl! Agency durchzusetzcn. Obwohl die vom Kongreß angcrommene Kompromißresolution in der Frage der Jcwish Agency manche Sicherungen enthielt, konnten wir diese nicht als genügend ansehen, und mußten daher gegen die Resolution stimmen. Airelt in der Frage der Zusammensetzung der neuen Exekutive gelang cs uns nicht, unsere Minimalfordcningen dirrclmiwtzeu und eine genügend starke Vertretung unserer Anschauungen in die Exekutive zu entsenden. Aus diesem Grunde hatten wir beschlossen, uns an der Wald nicht zu beteiligen und diese Stimmenthaltung durch eine Deklaration, die wir vor der Abstimmung verlesen wollten, zu motivieren. In der allerletzten Siirndc wurde unserer Fraktion vom Prä• sidium des Kongresses offiziell erklärt, daß Herr Dr. Weizniami seine Wahl als Präsident der Organisation nicht annehjnen werde, falls unsere Deklaration verlesen würde. Sowohl der Präsident des Kongresses, wie auch die nächsten Freunde Dr. Wei/matms beschworen uns in den eindringlichsten Worten, diese Situation zu verhindern und auf die Abgabe unserer Erklärung zu verzichten. Wir erklärten demgegenüber sofort, daß wir in diesem Verlangen eine sachlich durch nichts gerechtfertigte, rein persönlich 11ml willkürlich motivierte For* derung erblicken, die für uns als Zionisten, als Delegierte des Kongresses und als Mitglieder unserer Gruppe in gleichem Maße verletzend und erniedrigend wäre. Es wäre ein selbst• verständliches Recht einer oppositionellen Gruppe, im Falle einer Stimmenthaltung bei der Wahl der Leitung ihren Stand• punkt zu motivieren. Da wir jedoch nicht zulassen wollten, daß von seiten Dr. Weizmanns und seiner Freunde die Verantwortung für die gefährliche Situation, die durch seine Demission in der letzten Minute des Kongresses entstanden ,wäre, uns zugeschoben würde, sahen wir uns gezwungen, auf die Verlesung der Deklaration zu verzichten. Andererseits erschien es ,uns angesichts dieser Vergewaltigung unseres Rechtes als ein selbstverständliches Gebot ■unserer Ehre und, Selbstachtung, dem ganzen Wahlakt nicht mehr bcizuwolinen. Alts diesen Motiven verließen wir vor Beginn des Wahlaktes den Saal. Zur Informierung der zionistischen Oeffentlichkeit halten wir uns für verpflichtet, diesen Sachverhalt klarzustcllen und gleichzeitig unsere Deklaration nachfolgend zu veröffentlichen: Unsere Gruppe hat sich gebildet mit der Aufgabe, die nationalen und demokratischen Prinzipien des Zionismus zu verteidigen, die wir durch die Entwicklung des zionistischen Lebens in der letzten Zeit, besonders aber durch die äußere ■ und innere Politik der zionistischen Leitung als gefährdet betrachten. Obwohl wir anerkennen, daß in dem Beschluß des Kongresses in der: Frage der Jcwish Agency gewisse von uns verlangte Sicherungen erreicht worden sind, erscheinen uns diese sachlichen Garantien nicht genügend stark, um für diesen Beschluß eintreten zu können. Die Zusammensetzung der neuen, Leitung bietet uns auch nicht die nötigen personellen Garantien für eine Sicherung und Reinhaltung unserer Prinzipien. Wir können daher zu dieser neuen Exekutive nicht das nötige Vertrauen haben, um für sic stimmen zu können, und werden uns daher an der Wahl nicht beteiligen. Unsere Gruppe wind weiterhin auf der Wache stehen zur Verteidigung und Stärkung der nationalen und1 demokratischen Grundlagen des Zionismus. Ausgehend von der Auffassung des Zionismus als der großen Volksbewegung zur nationalen ,Wiedergeburt des jüdischen Volkes durch den Aufbau des jüdischen Heimes in Ercz-Israel, werden wir nicht nachlassen in dem Kampf fiir diese Prinzipien innerhalb des Zionismus und werden alles tun, um dafür zu sorgen, daß diese Prinzipien im Laufe der Zeit auch die bestimmenden Tendenzen der leiten•' den Instanzen des Zionismus werden. Unsere Haltung zur neuen Exekutive wird bestimmt werden durch das Maß, in dem sic sich in ihrer Politik durch diese Prinzipien leiten lassen wird. Die Taten der Exekutive und ihre Politik werden maßgebend sein für unsere Beziehung zu ihr, wobei wir als > oppositionelle Grirppe uns das volle Recht der Kritik und, wenn cs nötig sein wird, des Kampfes freihalten. Wir werden selbstverständlich alle unsere Kräfte cinsetzcn in der all* gemeinen zionistischen Arbeit und ganz besonders in der Pro• paganda für den Keren Hajcssad. Dis Bewußtsein der zlonistischcn Solidarität und der Verantwortung für. das Schick• sal der Gesamtbcvcgung wird die Basis sein für unsere Stellung innerhalb der Zionistischen Organisation, wobei wir unsere besondere Aufgabe in der Sicherung und Verteidigung jener nationalen mul demokratischen Prinzipion erblicken, mit denen nach unserer Auffassung der Zionismus steht ,und fällt und die wir in der gegenwärtigen Situation der Bewegung für gefährdet betrachten müssen. ' ׳ Abgeordneter izehak Grünbaum, Warschau. . ׳ Dr. Emil Mar gulles, Leitmeritz. Dr. Benzion Mossinsohn, TeBAwiw. " , % ,Wladimir Tcmkin, Berlin. Dr. Bruzkus, Kowno. Dr. Wilensky, Jerusalem. . , Dr. Nahunt Goldmonn, Berlin, , , , * Dr. Boruchow, Jerusalem. ' Dr. J. Waldmann, Wien. ' ׳* ׳ Abraham Poelllszewskl, Warschau. Abgeordneter Ab. Hartglas, Warschau. Alexander Ol schwanger, Warschau. ' Mcnachem Leiserowitsch,!Warschau. Dr. Israel T riwus, Berlin. Israel Rosoff, Tei-Awiw. Dr. Gelber, Wien, , , Esther Margulies, Wandt*«, ' Josef Grawick 1, Warschau. Abgeordneter Dr, Izehak Schipper» Warschau. , Dr. Lifschütz, Warschau. , '! Dr. Maier Klwmcl, Warschau, Dr. M. Olttckson, Tel-Awiw. Dr» Josef Sapier, Klschinew, ' A _ '.י' •י . JUEDISCME RUND5CH,AP .,.-l■.—.. ....•.'■».« f■»''"«־».'«•■, "» '■».} ..... Zur K&lWg der Opposition Zum׳ Verstand.üs der vorstehenden Deklaration wird es notwendig, eine ausführlichere Aufklärung der. parlamcn• tarischcu Situation des Kongresses zu geben. Die Darstellung der Einsender entspricht zwar den Tat- Sachen, gibt aber kein völlig richtiges Bild der Situation, die . vor der wähl der Exekutive entstanden war. Um die Situation zu verstehen, muß man sich die Zusammensetzung des Kongresser, ins Gedächtnis zurückrufen. Der Kongreß bestand aus folgenden Gruppen: 1. Vereinigte Landsmannschaften . . zirka 120 2. Misrachl 75 ״ 3. Hitachdutli 46 ״ 4. Demokraten . .. , * 30 (denen sich jedoch noch einige weitere Delegierte als Hospitanten angcschlossen hatten, so daß sic insgesamt etwa 40 Köpfe zählten) 5. Poalc-Zion *•«g,«••• 10 6. Zeirc-Zion , 14 2, Dror 4 8. de Licmc-Gmppe 4 , * 5 Man macht sich wohl keiner allzu revolutionären Haltung gegenüber unserer Konstitution schuldig, wenn inan fcststellt, daß die Zusammensetzung des Kongresses keineswegs den realen Verhältnissen der Partei entsprach. So hatten z. B. die Amerikaner, die wegen ihrer Inanspruchnahme durch den Keren Hajessod Drive nicht genügend Energie und Zeit auf die Sdu'kelsammlung verwenden konnten, nur 10 Delegierte gehabt, das 11. Mandat wurde vom Kongreß-Gericht annulliert und der Inhaber gezwungen, auf der Galerie Platz zu suchen. Die Institution des föderativen ־Schekels gibt ferner den Föderationen die Möglichkeit, durch eifrige Schckclprona• ganda, sich von vornherein einen starken Einfluß auf den Kongreß zu sichern, olmo an' den Willen der zionistischen Massen vor den Wahlen appellieren zu müssen, Die linken Föderationen waren bereit, sich dieses Privilegiums zu begeben und setzten sich dafür ein, daß ein Eiiilidtsschekcl eingeführt wird und die zionistischen Massen sich selbst bei den Kongreß wählen für diese oder jene Partei, für dieses oder jenes Programm entscheiden. Eine.solche Acndcrung würde den Kongrcßwahlcn Sinn und Würde zurückgeben. Der Kon• ״rcß würde dann wohl genauer den Wißen der zionistischen Massen wicdcrspiegcln, als cs heute der Fall ist; denn es dürfte kaum ein Zweifel bestehen, daß bei ein;!11 Wahlkampf unter der Parole für oder gegen Wcizmann heute die überwältigende Mehrheit für Wcizmann stimmen würde. Dies hat sich in Polen gezeigt, wo der so beliebte und verdienstvolle Führer Grüubaum, vor kurzem noch Führer nicht nur ejer Zionisten, sondern des gesamten polnischen Judentums im Wahlkampf zum Sejm, in einer verschwindenden Minderheit blieb gegen• über einer Gruppe, die an zionistischem Radikalismus und nationalem Elan sicherlich hinter ihm zurileksteht Aclinlich wäre die Sache wohl gewesen, wenn überall allgemeine Wahlen aller ScliokdZahler stattgefunden hätten.• Der Misrachl aber opponierte gegen eine solche Acndcrung und forderte ultimativ die Aufrechterhaliung des föderativen Schekels; von der Er• füllung dieser Forderen״ machte er seine Zustimmung zur Wahl der neuen Exekutive abhängig. So kam es, daß der Block der Vereinigten Landsmannschaften sich veranlaßt sah, für die Aufrcchtcrhaltnng des föderativen Schekels zu stimmen, obwohl einzelne Lnmlesarganis.itioncn, darunter die deutsche auf dem Dresdener Dclegiertcntag, ausdrücklich einen ein• stimmigen Beschluß für die Abschaffung des föderativen Schekels gefaßt hatten. Ob dieses parlamentarische Handelspeschäft durch die Pression des Angcnhlicks zu rechtfertigen׳ ist, soll an dieser Stelle nicht beurteilt werden. Fest steht jedenfalls, daß durch diesen Beschluß die Qasundung unserer parlamentarischen Verhältnisse hinausgeschoben worden ist, ' Angesichts der erwähnten Zusammensetzung des Kon• grosses zeigte sich nun bei den Verhandlungen über die Nett• gcslaltung tlcr Exekutive, daß cs im Kongreß überhaupt keine tragfiihigc Majorität gab, die die Stütze einer Regierung hätte bilden können. Mit Ausnahme des Blocks der Landsmann• schäften waren alle mehr oder weniger oppositionell, die eine von links, die andere von rechts. Die Opposition zerfiel also in so verschiedenartige Gruppen, daß auch sie keine Majorität bilden konnte. Eine Zeitlang schien cs, als ob die Zionistische Demokratie zusammen mit dem Misrachi und vielleicht auch mit der de Llemc-Gruppe eine Exekutive ohne Wcizmann zu präsentieren bereit ist; wenigstens wurde in den Couloirs eine derartige Liste kolportiert. Nach einer kritischen Sitzung des Permanenzausschusses mußte Wcizmann , erklären, daß er die Wahl nicht annchmcn kann, da er keine Majoriiät 11.1t. Da man nun dem Ernst ins Auge sah, begann die Geschichte auch den anderen Gruppen unheimlich zu werden. Teile des Misraclii und der 1 )emokraten begannen ihr Desinteressement zu betonen und forderten von der anderen Seite die Ucbcrnahmc der Verantwortung. In diesem Augen• blick entstand der Gedanke einer zcutro-linkc« Koalition. Die Kraft und Entschlossenheit der linken Gruppen reichte jedoch nicht aus, die Mitverantwortung zu übernehmen, und sie verfielen wieder in ihre negative Politik. Angesichts dieser Sachlage erklärte Dr. Wcizmann, da auch für seine Vorschläge bezüglich der Kabinettsbildung keine Majorität im Permanenz• ausschuß zu finden war, daß qr die Wahl nicht amiehmen kann, da ihm die Weiterarbeit unmöglich gemacht wird, wenn er nicht mit dem Vertrauen einer ausreichenden Mehrheit aus dem Kongreß hervorgeht. Nun wäre die natürliche Folge gewesen, daß die Opposition die Bildung der Regierung übernimmt, Es zeigte sich jedoch, daß sie dazu weder fähig noch gewillt war. Man verstand zwar an dem Programm Weizmanns hcrumzukriteln, besonders mit Argumenten, die sowohl Wcizmann als auch seine Freunde selbst zur Genüge kquiicn und keineswegs geringschützen, sondern nur deswegen ztirückdrängen, weil sic keinen anderen Ausweg sehen; aber man vermag nicht, etwas Positives zu schaffen und selbst die Last der Verantwortung zu übernehmen. Die Opposition hat .,sich damit selbst ad absurdum geführt, sic hat *ich als steril erwiesen. Man mußte doch wieder zu Wcizmann zurück• kehren. Wcizmann erklärte jedoch, die Wahl seitens einer Minderheit nicht aiminehmen und verließ den Kongreß.' So war die Situation, als endlich die einzelnen Gruppen den Ernst der Lage zu verstehen begannen, und nun auch die Hitachdutli für Wcizmann zu stimmen erklärte,' ,der Misrachl, der inzwischen, wie schon erwähnt, Kompensationen erhalten hatte, sich bereit fand, nicht gegen Wcizmann zu stimmen. In diesem letzten Moment, wo die Lage wieder Nr. 75/75 halb gerettet war, konnten sich die Zionistischen Demokraten int Vertrauen auf ihre Minderheit wieder erlauben, die Fahr» der Opposition hoch weben zu lassen. Obwohl Dr, S0k! weiczik, der allgemein als Vertrauensmann dieser Gruppe cau und sich auch selbst als solcher benahm, in die Liste dt, neuen Exekutive aufgeuonimcn war, erklärten sich <lic Dcm<v kraten für unbefriedigt und beanspruchten das Recht, ihrem Mißtrauen bezüglich der nationalen Zuverlässigkeit der neuen Leitung öffentlich Ausdruck zu geben. Es muß der objektive״ Beurteilung überlassen bleiben, ob die Erklärung Wcizmanni. unter diesen Umstanden bei seiner Demission zu verharren! lediglich als persönliche Caprice auszulcgcn istי ־.״ Es war wohl notwendig, die Erklärung der Einsender durch diese, wie ich glaube, objektive Darstellung des Sich. Verhalts zu ergänzen. Für diejenigen, die die Darstellung für subjektiv gefärbt halten, was in so delikaten Angelegen, beiten leicht vorgeworfen werden kann, bemerke ich, daS natürlich nur ich persönlich für diese Zeilen verantwort, lieh bin. R.W, Palästinensische Chronik Ende Juli fand in Pctach Tikvvah die Konferenz der jüdischen Kolonisten ganz Palästinas statt, welch* den allgemeinen palästinensischen Bauernverband (Hitachdutli Ha-Ikarun) gründete. Der Versuch der Vereinigung der Kolo, nisten wurde bereits früher mehrfach unternommen, doch stets erfolglos. Die Konferenz selbst trug einen mehr polj, tischen als sachlidien Charakter. Der Berichterstatter dt! ״Haarcz“ weist auf di« charakteristische Absonderlichkeit hin, daß mit Ausnahme eines Referates des Vorsitzenden dies« ״landwirtschaftliche“ Konferenz sich mit landwirtschaftlichen Fragen überhaupt nicht beschäftigte; ebenso wenig wurden die Fragen der Erweiterung des jüdischen Jischuw und die wichtigste Frage, die Frage der jüdischen Arbeit, berührt, Die Organisation der Kolonisten Et jedoch ein gewaltige! Fortschritt, sowohl in ideeller Beziehung — Annäherung dt! verschiedenen Kolonisten typen Judäas und Galiläas, Ucbcr. Windung der egozentrischen Isolierung — als auch in prak< tischcr, da der Verband gewisse gemeinsame Institutionen, Organisierung von Kauf, Verkauf und Kredit schaffen soll. Auf der Konferenz kam es m einem Konflikt zwischen den älteren Kolonisten und den jungen, die bekanntlich im Verband ״Bne Benjamin‘‘ organisiert sind. Die ״Bnc Ben• jamin“ forderten eine Anzahl vom Sitzen im Zentralkomitee, abgesehen von den Mandaten, die 610 011 Vertreter von Koalnien zu bekommen hatten. Als diese Forderung abgt. lehnt wurde, verließen die Bnc Benjamin die Konferenz und hielten ihre eigene Konferenz in Pctach Tikwah ab. Bei dieser entwickelte «ich eine heftige Debatte über den Antrag de« Pcrmanenzaufschufscs, der die Tätigkeit des Verbandes aut fachliche und wirtschaftliche Interessen beschränken wollte Die Opposition forderte, daß der Verband seine Beschrän. kung auf den engen Interesscnkrcis des Kolonisten aufgibt und sich auch für dio Fragen des Aufbaues der nationales Heimstätte und für die Heranziehung der jungen Juden au! der Diaspora interessiert. Die Entscheidung der Frage wurde verschoben. Sowohl die Kolonistenkonfercnz als auch die Konferenz der ״Bne Benjamin“ brachte ihre besondere Verbindung mit der Brand eiagruppe zum Ausdruck, An der Kolonisten• konferenz nahm Judge Mack persönlich teil; der Führe! der ״Bne Benjamin“, Alexander Aronsohn, ist der be sondere Vertrauensmann der Mrs. Fels, die gleichfalls jetzt in Palästina wellt. Fs hat den Anschein, als ob der Besuch dieser beiden prominenten Mitglieder der Brandeisgruppe dazu benutzt worden wäre, um besondere politische Beziehungen zu knüpfen. Die beiden Gäste standen offenbar völlig unter der Führung Ahronsors und seiner Freunde und haben das Land durch deren Brillen gesehen. Sie traten auch ln eine enge Verbindung mit der Gesellschaft ״Hassolel“ und habe* den ״Doar Hajom‘‘, das wichtigste Blatt des ,,Hassolel“, ge kauft. ״Doar Hajom“ vertritt schon seit Jahren das Brandeis. Programm, allerdings in einem Stil, mit dem wahrscheinlich Brandete nicht identifiziert werden darf. Vor dem Kongreä veröffentlichte ״Doar Hajom“ drei zusammenhängende Leit• artikel, die nicht gezeichnet sind, (also wahrscheinlich von A, Saphir, dem Herausgeber des Blattes herrühren). In diesen Artikeln werden so ziemlich alle leitenden Persßn* llchkcitcn des Zionismus und der Palästinaarbeit auf dar gröblichste herabgesetzt. Der ganze heutige Zionismus wird als eine Maschine von Beamten hingestcllt, die um ihre persönliche Existenz kämpfen und aus solchen Moilven Ihren Brotgeber, die Leitung, stützen. Auch die palästinensischen Delegierten, die zum Kongreß gefahren sind, seien laut« Beamte und repräsentieren daher keineswegs die wahre öffent• liehe Meinung des Landes, mit der einzigen Ausnahme vielleicht Ldcs Herrn Supraski. Logischerweise müßte jeder Paläsil• nenser das Waid recht rum Kongreß haben, nicht mir die Schckelzahlcr, Der Artikclschrcibcr, tritt für eine radikalt Re• form ein, sofortige Auflösung des Londoner Büros, Uebergab« der gesamten Aufbauarbeit an die Jcwish Agency, die aus den großen Organisationen zu bilden ist und sich bei der Durch• Führung der Arbeit wirklicher Fachleute und nicht Protck• tionskinder bedienen wird. Besonders scharf tritt ״Do.tr H*• ' jom“ gegen die jüdischen Arbeiter auf, denen er vorwirft, daß sie die öffentlichen Gelder verwirtschaften und von der Arbeit nichts verstehen. 'Die Organisation der Kolonisten, die ״Bne Benjamin“, die Gruppe der Gesellschaft Hassolel, dazu noch ein Teil der Sephardim, sind unter der Aegidc de! Brandeisgruppe eine immer deutlicher hervortretende reak• tionarc l%a!anx. Durch diese Gruppierung werden leider die Gegensätze im Lande verschärft und jeder lin Lande arbd•; tende Faktor wird Im Interesse des Inneren Friedens bei Anknüpfung Irgendwelcher Beziehungen dieser Art sehr vor״ ,sichtig sein müssen. ,N elnsl «Ei״, י ז* cunj .!rbo *bef ) .eew [ rücki : ./neu! ״ bind! xera; 1 ״ schv ״Stan .der ׳ fprü1 : die *und ihnc, ן *ulfcj , rion | ' tion: , tiscl , 'vor|׳ ■ glal die : lung l’el, schv; dem; ,Hat: ' fun< Spa 1 der . ihn«!' •Die! gen, ■ me! verl! gen im 1 ein( . Ori:, XU sch .und11 ein׳; Orj vor .}es* I Judl nie!, ׳ Schi' ancj , zur auf Lai1 des!י Ihr* i leui;: am i das im 1 gb>' ־ im, Ar'ין; ko:!, rir! sic.! : de! 1 v 1; bi.1ö ׳;,1׳׳w 1 l *p: . &d J I-I i \ mi1 ׳,/ וmt . }׳ mi «1 j Zi- 1;'i: l su! ־; ■;!טi; 1 ן du!:, : sa ן 1 1 kc ׳ ,ן : 1 •c-Ü 1; I IH f llr 1?ס!Ja 1U j ־ dl 1 ' 1 T. :' ' I ־ B!!<׳ : I ,1 '«1 '1 j ■ז w d( at 01 1 't ' 83 Illltl(ll!llllil(!lill)l!lllllllllllllllllll An unsere. InserentenI'! | Wir madien hterdarch darauf aufmerk• ־'; sasa, daß ■der TogosproU für Anzeigen g vorläufig€3 100 ׳®,—. Klc. für die echt« j§ gespaltene אonparoUlezoUo •betrügt. ■׳ . g Verlag »Jüdische- Rnödschaw“ ׳; ’ | Berlin W 15, Sächsische StrqOe V I ' ’ ’ 1 ih llllllllllWhUlBUUllUlIHllilUlUlUUllitinSUUlUUUliHUlUliiWlUIUUUUilüiUtlUUUIUlUUMUUltU^ Transjordanien, ein Teil des arabischen Reiches Jerusalem. (J.C.B). Belm feierlichen Empfang, d'׳ dem König Fcisul bei «einem Besuche ln Amman bereitet wurde, erklärte dieser, Transjordanien sei ein kleines Land, 1das nicht von den übrigen arabischen Länder« losgelöst werden kann. Er sei sicher, daß die gef!»1’ w&rtigc Loslösung nur von kurzer Dauer sein werde, Seut Vatfcr bemühe sich um die Erfüllung dieser Hoffnung und «f 1 selbst, sowie der Emir Abdullah arbeiten für diesen Zwecx. ■ König Fcisul erklärte, er sei bereit, auf seinen Thron verzichten zugunsten de» Volkes, das «r mit «inan Biu*• *״״ , lösen will. dt ' d. 1'