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Jüdische Rundschau · 1923-08-15 · Heft 69 (15.8.1923) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 69 (15.8.1923)
Date
1923-08-15
Page
– (sequence 3)
Language
German
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!tu Lande 'dauernd verschlrft Ättefi 'die fmere Potititr der Lei tun r zielte nlclit auf die Förderung und Stärkung, der Zionistischen Organisation als des konzentrierten Ausdruckcs für den Willen des ganzen indischen Volkes zu seiner Wiederbelebung. Auch wurden nicht die nötigen Schritte jmternommen, die sicherstellen sollen, dass nur solche Uoternehmer mit lüdlscliem nationalem Kapital durch die zionistischen Bankinstitute gefördert werden, die Jüdische Arbeiter beschält!gen. Gleichzeitig Jedoch stellt die Delegation mit Befried!- ping fest, dass die Leitung alles getan hat, um die wlrischaftllche Lage Im Lande *0 sichern und die landwlrtschädliche Kolonisation zu erweitern, nnd dass sie den Keren HaJcssod mit grosser Oplcrwtlllgkelt gefördert hat, der die Anfänge eines Jüdischen Nationalvermögens In Ercz Israel vergrössert. ln Erwägung der angeführten grundsätzlichen und tat- Berl L'ö'clcer (Poale Zfon) verliest namens der Delegation ’des WdfscK-sosdnllstlsehen Arbeiterverbandes Poale Zion die folgende Erklärung: Die Exekutive zeigte nicht die entsprechende Aktivität gegenüber den Methoden des Jetzigen Regimes In Eres , Israel, welches die Internationalen Verpflichtungen der Mandatarniacbt nicht erfüllt, Immer neue Schwierigkeiten für die )fit!Ische Einwanderung schafft und 1'*e Annäherung und Verständigung zwischen der Jüdisch«! und der arablsehen Bevölkerung erschwert. Die Exekutive unterstützte den Jlschtrw nicht ausrdchcnd In seinem Kampf um die Anerkennung seiner natlonalcn Selbstverwaltung und stellte der wirtschaftlichen und administrativen Zcrrclssung von Erez. Israel durch die Ahlösung des Ostlotflanlandcs nicht den nötigen Widerstand 'dessen GutlielssunJt 'Sureh' 'die VoTksvcrfrcWgej!' von' Br®* hnd und Amerika sowie Ihre Anstrengungen, das Palästina• buchet zu sichern und die wirtschaftliche Position In Ps» lSstlna zu erhalten und zu stärken. ln Anbetracht der angeführten Motive wird rieh' <A> Fraktion an der Abstimmung nicht beteiligen. Sie Ist aber bereit, für den ersten teil der Resolution der Hltachdnth zn stimmen und beantragt, die Abstimmung über diese Ro* solutlon so za teilen, dass der letzte Satz gesondert gar Absllmmung gelangt. S. Lolcszen ,׳ verliest namens der Fraktion D r ö r folgende ErklÄrtmer In Anerkennung der schweren Bedingungen atmerbatt» und Innerhalb der Bewegung, welche die Tätigkeit der F- ' •live erschwert haben, und ln gebührender Würdlgutus wm:ii Anstrengung, welche sie gemacht hat, um <§e’ ten . ׳ mg Ise , j! '5 -ku ־ cht!1« len sächlichen Beurteilung der äusseren Faktoren unserer Lage sowie der positiven und negativen Folgen der Tätigkeit der Leitung begnügt sich die Delegation des zlonjstlsch-sozia- Ustlschcn Verbandes Zclre Zion mit dieser Erklärung und gibt bekannt, dass sie sich nicht an der Abstimmung to■ teil!gen wtrd. Nationalanleihe und Keren Hajessod atl- Zu den finanzpolitischen Plänen Arlosoroffs. der Von Dr. Robert Weifi. lern hen •זס׳ für veil des hen dl« Wir als der Ihn 1dl- :hte und zu be• ♦1.1: jng Ins Iteti UHsh r־׳:b -5di eibt der sch lelit Dujem bedie den ilft och hen Ofder 1erals tartan- »ute ler- Zutnonisah, uck ung den des sie- :be« mit «ge den U«g de* »tel- »eht *nd und llttk ),Die finanzielle'Situation des Zionismus. Es ist das Unglück unserer Bewegung, eiaß wir bis zum j,C11li״en Tage noch über keinen cruslzunetmiendcn Finanz- "ג ן n verfügen, der die Realisierung des w i r t! jehaf 11 i eh c 11 Aulbaus Erez Jisraels auf ein-;mii f r e i c 11 Grundlagen auch nur einigermaßen ge- ,Mtlel, Was ist aus unseren liochfliegendcn Plänen geworden! [me monatliche Einwanderung von kaum Tausend Personen, Ieenen genügend Arbeit zuz.iwciscn, wir die größte Sarge haben, fm paar neue Kolonien und ein paar tausend Menschen, die fenvungen s.nd, ein kümmerliches Leben voll der grollten Ent- Selirtingcii zu fuhren, mehl etwa, weil ihre Arbeit schlecht und •jmürtscliafilich verrichtet wurde, sondern weil es an den unumgänglichen ökonomischen Voraus- Setzungen in Palästina fehlt, weil die wenigen ׳,;dischcii Wirtschaftsbet l iehe noch immer an einem chronischen jilangel an a u s r ei ch c ״ d c m Anlage- und Betriebskapital IckIcii. Ohne solide wirtschaftliche Grundlagen; olme gesunde Finanz- und Kreditverhältmsse kann kein Wirtsdiaftslcben auf die Dauer entstehen, selbst wenn der straffe Arbeitswille der Ch.iluzim die unübersteigbaren Hindernisse der palästincnsi-!dien Wirtsclialtswiiklidikeit zu bewältigen sucht. A;1 diesem völligem Fehlen von arbeitsfähigen Kolon 1s«l ion s ha n k c 11 und derjenigen wirtschaftlichen Institute, welche in andern Ländern die S c 11 r i 11 m a c h e r jeglieber Kolonisation sind, an dem völligen Mangel euer Kreditbasis, scheiterten auch jene wenigen Versuche von Privatleuten , Wirtschaftsuntcrnehmungeii größerer Art in Palästina zu errichten. In einem Land, wo Belriehskrcdite rat 30 0/0 verzinst werden müssen, ist ein großzügiges Wirt- «haften unmöglich. Wir hofften vom Keren Hajessod, daß er jener zentrale Wirtschaftsfonds sein werde, der auf nichtwirtschaftliebem Wege: durch Schenkungen imstande sein wird, ]tue Mittel anzubringen, welche notwendig sind, um einer jüdischen (iroIJkoIoniKation die harte, unsichere Ucbergangsreit zu erleichtern. l>ie Eingänge des Keren Hajessod reichten Tum, um das Bestellende zu erhalten, sic bleiben auch bei drei- bis vierfacher Steigerung durchaus ungenügend, w c 11 u praktischer Zionismus heißt, jährlich Zehntausenden Einwanderung und Arbeit zu ermöglichen. Wenn die Zionistische Organisation mit dem Keren Hajessod nicht mehr erreichen kann, als jenes küin- 1״erliche Iksiedhmgstempo. das wir in den .letzten Jahren ein- :!;lagen haben, so würiie dies in aller Eindeutigkeit zeigen, daß wir trotz aller jwlitischen Erfolge, aus Mangel an Wirt-!diaftsmittcln eine großzügige Verwirklichung des ״Jcwish national borne“ nicht erreichen können. Dies hätte die bedenkliebsten innen- und außenpolitischen Konsequenzen, dies würde «faifn recht geben, die für unsere Zionsidee nur eine höhnische Antwort haben: Utopie! Bisher gab cs bloß zwei Wege, um Kapital nach Erez )Israel zu bringen: ״Private Investition“ und Kolonisation mit Mitteln der Allgemeinheit (Keren Hajessod). Die Privat■ W'alivc scheiterte an dem Mangel aller volkswirtschaftlichen Voraussetzungen, und der Keren Hajessod ist!licht imstantie, fee Voraussetzungen in den 80 kritischen allernächsten Jahren w schaffen, er kamt nicht )lungernden Cliuluzim nml Lehrern Subventionen geben und gleichzeitig diejenigen Großkapitalien ״«eit stellen, die für ein tadellos funktionierendes System Agrar-, Industrie- und Handelsbanken notwendig sind, Das ist unsere finanzpolitische Situation. II. Der Anleiheplan Chaim Arlosoroffs. Warum kann der Keren Hajessod nicht so gesteigert wer• f daß er den dringlichsten Ansprüchen der jüdischen Wirtrdiaft in Palästina gerecht wird? Weil er auf dem Prinzip Spende*) au!gebaut ist. Arioso rof f hat dies in 'einem eben erschienenen Buche ״Die Kolonisation?- ״ a n z c n der Jewish Agency“ genau analysiert. Für "ז Richtigkeit seiner Auflassung spricht nicht nur das reiche '3!Mdietimatcrial, über das er verfügt, sprechen nicht nur Tue vorzüglichen finaiiztechnischcn Kenntnisse, sondern vor ®fm die gründlichen Palästinawirtschafts-Erfahrungcn, die er!ldurch seine jahrelange Arbeit im Lande erworben hat. Wem! wir ganz davon abschen, daß die Idee des Keren 1bjessod »die größte We r b u n gs k ra f t nur ln den finan-!“H weniger bedeutenden kleinbürgerlichen und T°lctarischcn Schichten des jüdischen Volkes be- W wenn wir ganz davon ab6ehen, daß das Einkommen dieses ״««teils den größten Schwankungen unterworfen ist, Kon- Pmurcn, von denen wir den Fortschritt der palästinensischen *1׳Ionisation nicht abhängig machen dürfen . —, wenn wir 11׳״ diesem Nachteil jeglicher Spcmicnsamhilung abschen, 7 verbleibt noch als das schwerwiegendst* Argument: Spcn- ^1‘Sammlungen werden immer mir ״überflüssige“ Vermögens- ך" Einkorn niensteile erfassen können, Gelder, die weder zum *"csclmft« gehören, noch dem Familienkonsum entzogen wer- T11■ Daß einzelne Idealisten in einzelnen Ländern die Hälfte, »cs Vermögens dem Keren Hajessod gespendet haben, ist 1״)«,Ausnahme, aber bei unserer praktischen Agitatioiis- ^‘t für den Keren Hajessod hörten wir selbst bei den be- <לו Der Verfasser Versteht unter ״Spende“ donaiions Im yt8tn»aU* zu Investmente, Red. j, R.“• entgegen. Durch Ihre Nachgiebigkeit verstärkte die Exekutive die klerikale Strömung fm Zionismus (Heiterkeit) und durch ihre Unelnheitllchkcjt minderte sie die Kraft der Bewegung. Gleichzeitig würdigt die Fraktion die Arbeit der Leitung für die Ratifizierung des Paläsllnamandatcs und für iermig unserer Rechte anf Internationaler politischer ' ■ .׳u erlangen und das Mlnlmalbtidget von Palästina m s l.crn. erklären wir: Da 1. die polnische Methode der Exekutive eine Methode der stillschweigenden Zustimmung und ständigen Anpassuug an die politischen Bedingungen und Einschränkungen (FortflHzung »־ttf heit• 41» währtesten Zionisten konstant die Antwort: ״Ich kann nicht soviel Geld a 11 a meinem Geschäfte herausziehen, Sie müssen sich sc 11 on mit einer kleineren Spende begnügen.“ Hier setzt A rlosoroff ein. Er will vom vermögenden Juden kein Spcndcnprld für Erez Jisrael, er will von den besitzenden Körjx'reehaften, Gesellschaften, Einzelpersonen unseres Volkes nur eine Garantie, eine Bürgschaft für die Sicherheit unserer NatlonaIa 11 leihe. Sein Plan ist der: Damit die' völkerrechtliche Vertretung der Juden, die ״Jewish Agency“, in der Lage ist, für den planmäßigen Wirtschaftsbau der jüdischen Nationalheimstiitle über genügende Mittel zu verfügen, plaziert sic mit Hilfe eines Konsortiums am üitcriiniionalcn Finanzmarkt eine Anleihe in der Höhe von 7—8 Mill. X. Das Wertvollste und der Leitgedanke dieses Atildlicpl.ins sind die peinlichen Bcmülniugcii Arlosoroffs, einen exakten Nachweis für die Sicherheit der Anleihe und ihres Dienstes anzuführen: ״Vor allem darf keine dilcjtantcnhaftc und gefährliche Kombination von Anleihe und Wohltätigkeit, alias Volksspende, entstehen. Von vornherein muß daher bei der Untersuchung einer Lösungsmöglichkeit unseres Finanzproblcms auf dem Kretlitwegc, alle Spekulation auf nachsichtige Beurteilung der Bonität und der Sicherheit der Jewish-Agcncy-Aiileihe seitens des ״nationalen'‘ Kapitals «1er philanthropischer Geldgeber völlig ausgcsc haltet werden.“ Die Sicherheit basiert Arlosoroff auf den geh riftfichcn Biirgschaftsvcrpflichtungcn folgender Oesellschaftcu und Pcrsonenkrcisc: Erstens: Vermögen der zionistischen Institutc. Der gesamte nationale Besitz an Orut1<l und Boden in Palästina in den Händen des Keren Kajemeth (Nationalfonds) und anderer zionistischer Körperschalten. Die in nationaler Hand befindlichen mobilen und immobilen Sachwerte, unsere palästinensischen landwirtschaftlichen Siedlungen und städtischen Wirtschaftsbclrlebe, Institute, ttsw. Die Eigenkapitalicn der nationalen Banken innerhalb und außerhalb Palästinas. Die Reserven des Jüdischen Naüonalfo!!d9 und anderor zionistischer Fonds. Zweitens: Sachvermögen des Jischttw. Groppen, die atts dem Jischttw, aus dem heutigen Palästina zur IliirpsdinftsU'istung hcrniijjezopcn werden können, und zwar jüdische Oeinclmlcn wie I'el-Äwiw, die Gäter der Roth- Schild-Administration und der I.C. A., ferner Einzelne oder private Gesellschaften, deren Sachbcsitz (Boden, Häuser ttsw.) seiner Qualität nach für eine Einbeziehung ln das Bürgsclmftssyndikat in Betracht kommt. » Drittens: Jüdisches Gemeinde■ und Körpe rs c 1ta 11s v e rnt ög cn im Ga I u 111. Sachwcrtvcrmögen und Anlagekapitalien der jüdischen öffentlichen Körperschaften, der Gemeinden, der grollen Stiftungen, getficir.11 iitz.1gcr Vcrbände. (Arlosoroff konstalicrt hier mit viel Reellt die bedeutende Differenz zwischen den objektiven Orcnzctt der Steuer- und Spcwtcnkraft dieser Körperschaften mit ihrem bloßen G a r a n t i c v c r m ö g e n , das wenigstens :mm Teil in den Dienst der National-Anlcihc gestellt werden kann, vorausgesetzt, daß die Körperschaft politisch zur Mitarbeit reif ist.) Viertens: Oarnntic von Einzelnen und von Gesellschalten, die dem lowisli-Agcncy-Syndikat Bürgschaftsakzepte zur Verfügung stellen, welche von einer namhaften Bank giriert sind. Arlosoroff betont: ״Im großen Ganzen liegt das Schwergewicht der Kreditaktion im Galuth, auf dem Appell an die öffentlichen Körpcrscliaftcn und Gesellschaften der Diasporajudcnhcit. Da dieser Appell nur von einer starken öffentlichen Meinung und Bewegung getragen sein kann, muß er gleichzeitig notwendigerweise die von 60 vielen ersehnte Rtickkehr des. Zionismus von der re i n c‘n Sa nt m e 11 ä t i g k c i t der letzten Jahre auf den B o d e ti der politischen Aktion im Gefolge haben.“ Arlosoroff berechnet, daß aus diesen vier Bürgschaftskategorien folgende Sicherlieüswcrte zustande kämen; I. Palä s t i n e nsi s ch c r Boden in jüdischem Besitz. 500000 Dunnm, derzeit (vorsichtigste Bercdutuiig) £ 1,2׳ Millionen. 2. Palästinensische Häuser ttsw. in jüdischem Besitz £ 2,75 Millionen. 3. Elgcnkapitalien der zionistischen Fi n A n zi 11$ t i 1111 c inkl, Reserven £ 1 Million. 4. Bürgschaften in der Galuth: (bei vorsichtigster Schützling gleich vierfachen Betrag der bisherigen Kercn-Hajessod-Ergcbtiisst) £ 3—3V3 Millionen. Gesamtwert der Biirgscha f tskapitalien, die im Jewish-Agcncy-Anlciltesyndik.it erfaßt und organisiert sind: £ 11—12 Millionen.;',Damit ließe sich hei guter Vcrzinsung (6,5 - 8fl/0) unschwer am Weltmarkt Geld aufbringeu.*) Zusammen mit der Amorlisationsijuotc• von I°/o müßten also 7,5—0°/o jährlich mit dein Kapital des SymlikniJ herausgewirtschäftet ■werden. Mit diesen Mitteln soll eine planmäßige G ro ß kolon is a tio 1t einsetzen. Arlosoroff verweist mit Recht wiederholt darauf, daß das Brachlicgen der pal,ästinen- .׳tischen Wirtschaft keinesfalls ausschließlich den ungünstigen natürlichen Landosvcrhältnissen zuzuschrcibcn ist. Es’sind schon schwierigere Terrains ökonomisch urbar gemacht worden. Aber hierzu gehört eine planmäßig arbeitende Großkolonisation, weiche die beiden Vorbedingungen jeglicher *) Zur Zeichnung sollen vorcrat 7—8 Millionen aufgelegt werden, von denen in den ersten Jahren zunächst nur D/* •Millionen abzurufen sind. Wirtschaftsführung In! gleichen ökonomischen Prozeß mit« bringt: Verdichtung des inneren palästinen* 9 i s eben Marktes und rationelle Einsetzung straff ineinander arbeitender Großkapitalien.! Dis hat uns bisher gefehlt, darum sind wir nicht weiten, gekommen. Durch die systematische Arbeit des Anleihcsyi►‘ dikats wird cs aber leicht möglich sein, aus allen ihm gehörigen Banken, Transport• und (Roßhamlelsgcscllsdialtcr»׳ jenes DiirdischuiUscriragnis herauszuhokn, das für die Vcr* zinsung und Tilgung der Schuld notwendig sei. Für die schwierigen allerersten Jahre aber könne der Z i n s c n d i c 1! s t unschwer vom Keren Hajessod übernommen werden (£ 135 000 lür das erste und 1 £ 360000 für das dritte Jahr, vorausgesetzt, daß vom gezeichneten An|ciheknp1t.1־l Hl—4 Millionen £ abgerufen sind). Sind diese ersten Jahre vorbei, so werde der Zins- und Amortisationsdienst von den Erträgnissen der Banken und Betriebe des Syndikats vollständig in die Hand genommen,, und der Keren Hajessod könne suh dann ausschließlich fiir nicht rentierende Anlagen und nicht wirtschaftliche Zwecke bereithalten. Arlosoroff sagt attsdriicKlich, daß also auch der größte Au leiheerfolg uns keinesfalls von der Notwendigkeit enthebt, auch weiterhin! f ii r d i e Stärk ung des Keren Hajessod zu sorgen. Nur eben, daß das Schwergewicht anders als heute verteilt ist. Der Keren Hajessod ist seinem innersten Wesen, dem Sch eit• k tin g s p r i n z i p e zufolge, nicht imslapde, die Mittel für eine Oroßkolonisation Palästinaas aufzubriiigen. Das kann nur eine Anleihe, welche an die moralische undl materielle Solidarität des jüdischen Volkes appelliert. Die geistige und die wirtschaftliche Bürgschaff der Juden aller Länder kann der Heimat jene großem Mittel zulühren, die notwendig sind, um endlich atu* Palästina Ercz Jisrael zu schaffen, um!:!ehr zu erreichen als dass kümmerliche Dasein einiger notleidender Kolonien. III. Kritik des Anlciheplans, Obwohl den Grundzügen des Anlciheplans zugestimmt werden kann, sind natürlich eine Fülle von Einzelheiten vorhanden, über die eine Diskussion noch notwendig ist. In diesem Rnliincii kann sic noclt nicht erfolgen. Hier ist daher nur eine Anmerkung der wichtigsten Bedenken möglich. Jedenfalls! aber bringen diese :chwachen Stellen der Arlosotoifscnen Pläne die Konstruktion des Ganzen nicht ins Wanken; es handelt sich tun Details, «tio zwar sehr wesentlich sind, keinesfalls aber um Eckpfeiler des Anlciheplans. Das schwerwiegendste Bedenken liegt m. E. in der po• liti sehen Seite der Anleihefrage. Die Bürgschaften werden zu einem großen Umfange von privater, vermögender Seite kommen. Der Anleilieplan aber ist mit Recht von den Verwaltimgsscite her, ganz auf ge mein wirtschaftliche Großkolonisation eingestellt. Bei allen großformatigen Arbeiten ähnlicher Art■ ließ man in den letzten Jahrzehnten niemals einzelne Unternehmungen willkürlich und neben- oder gegeneinander arbeiten, sondern die kapitalkräftige Bank, die!unter der Kolonisation stand, z. B. die Deutsche Bank oder die englischen und französischen Kolonialbaiikcn haben immer planmäßig die Arbeit der auf ihren Kredit angewiesen('11 Kolonialtmternelumingen beeinflußt. Die gemein• wirtschaftliche Konstruktion verhindert also das Aufkommen egoistischer, parlikularistischer Interessenströmungei!. Dazu kommt noch die in Palästina besonders heikle Frage der B e t r i e b s f o r m der Arbeitsorganisation. So daß wir bei der Frage der Leitung und Arbeilsrielitttng des Jewish- Agency •Syndikats auf dieselbe Differenz stoßen, die bisher die Arbeit in der Zionistischen Organisation lähmte: zwischen dem Geist und den Interessen der Kapitalgcbcr in der Gal'.ilh und den Bestrebungen der Kapitalverwender in Erez* Jisrael läßt sich nur allzu schwer eine Verständigung von Falt zu Fall ermöglichen, l ernet muß berücksichtigt werden, daß, falls Edmund Rothschild und die J C A. (von den Galuthgemeinden nicht zu sprechen) an der Anleihe durch Haftung' und Zeichmmg sich beteiligen sollten, sie eine angemessene Vertretung ihrer I nie ressen beanspruchen werden. Daß schließ* lieh die organisatorische Frage der Zusammensetzung des Ank’iiicilirektoriums mit einem 90 IjflfcTleii politischen I־r,1!;c11komplex, wie cs <1,13 Problem ״jewish Agency“ tlarslellt, verbunden ist, bringt natürlich eine weitere ungeheure poli• tische Belastung in diese anscheinend nur rein fitisuziello Sphäre. — . Arlosoroff legt ein besonderes Gewicht darauf, daß die Zentralbank des Anleihcsymiikats das Recht der Notenausgabe erhält. Abgesehen von den unnötigen Ersrhwe* rangen politischer Art scheint es mir — angesichts der in Notenbankdingcn ihk־I1 sehr■ naiven Vorstellungen mancher K1 eise — für die Placierung der Anleihe sehr gefährlich zu sein, der Gtklausgabc von vorherein einen hervorragenden Platz ein.mräium'ii. Durch die Ausgabe gedruckte! Schecks kann in der Anfangszeit der gleiche Zweck: die zinsfreie Vermehrung der eigenen Umlaufmittel erreicht werden. Vor allem aber hat Ariosorolf in seinem Plaue dem Umstande viel zu wenig Rechnung getragen, daß d i e K r cd i tausgabe durch die Sy nd i k at s-1 n s t i I tt t e :,׳ur im a 11 c r vo r s i c Ivti g steh Umfange g c s ch e It e n k a n n, daß durch S i ch e r 1111 g s m a ß n a n in e n aller Art cs vcrhindert werden muß, daß irgendwie mit Hilfe der Anleihe• kapitalicn wirtschaftliche Bestrebungen unterstützt werden können, welche den nationalen und sozialen Notwendigkeiten der jüdischen Kolonisation entgegengesetzt sind. Ich kann hie! nur die Materie andcuten. um die es sich handelt: 1 ■ ■ I ' I I I 1•: ■<!: f 1' | l . .5 1 < ( ti t c -1 '5 1; \ i { 1 r Ir. 1.: t 111 •ין (־!; * 1 ■< י; ז¬ 1! I ׳ y J I, k ־5 :1 » tl!3 f * £ I I iS I f il IS ii

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