Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 66-67 (13.8.1923)
- Date
- 1923-08-13
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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( pas sind Erschcinnnsrcn, an 'denen man nföit vorbeiplicti kann. Ich verstehe sehr gut die Psychologie des j-'ührers, der niemand Anlassen will und alles allein zu t״״ beabsichtigt, aber darin liegt cino grosse Gefahr, von der man noch gar nicht voraussehen kann, was sie noch an Misserfolgen bringen wird Und hier liegt der finmd, warum man die Leute nicht finden konnte, die n!;m 7-1!r Verteidigung unserer politischen Interessen gebrauchte. Fragen sich denn die Zionisten: was ist von dem Mandat übrig geblieben, wenn man uns ein Erez Israel mit verschlossenen Türen gibt? Existiert die ß.jliour-Dekiaratiüit noch? Wie hat das jüdische Volk reagiert auf die Erklärung der palästinensischen Regiemag über den Pogrom vom Mai 192[ in Jaffa und wie bat es sich zu den anderen Misserfolgen gestellt? Aber wie cs mit der Politik bestellt ist, so stellt cs mich mit der Arbeit in Erez Israel. Unsere misrachlsilsehen Chaluzims finden kein Entgegenkommen bei der Exekutive- Auch Ihr, von den linken Parteien, werdet Euch gewöhnen müssen, dass auch der Misrnclii Arbei- (er hat, religiöse Arbeiter. (Lebhafte Unruhe.) Kaplausky sagte, dass er den Misrachi nur als religiöse Partei toleriere, aber er wird sich gewöhnen müssen, ihn auch als sozialpolitische Partei zu sehen. (Lebhafte Zwischenrufe.) Es ist die Frage, ob Kaplansky mehr Recht hat, über Arbeiter zu reden, als wir. Und weil man bei den Linken unsere Organisation ״Poel Misrachi“ d״e Streikbrecherorganisation nennt, so muss ich sagen, dass das unrichtig ist. Aus allen diesen Gründen muss der Misrachi bedauern, dass eines seiner Mitglieder in dieser Exekutive sass, und muss erklären, dass er kein Vertrauen zu dieser Exekutive hat. ■ Professor Mordcchal Kaplan (Amerika, spricht hebrßlsch): Der Bericht Ussischklns sagt, dass die Erreichung unseres indes nur möglich ist durch drei Dinge: Boden, Menschen und Kultur, lieber die ersten *wo! gibt es keine Mclmmgsvcrschiedenhcitcn, wohl aber über den dritten Punkt. Es gibt eine Tendenz, dass die zionistische Bewegung sich befreien toll von der geistigen Arbeit. Dieso Tendenz offenbart sieb am deutlichsten in der Forderung nach einer Verkürzung des Sclmlbndgcts. Ussischkin hat attch von der Bedeutung der Universität gesprochen. Man kann aber wohl sagen, dass wir aus vielen Gründen von ihrer Verwirklichung heute weiter entfernt sind als damals, als der Grundstein gelebt wurde. In dieser Vernachlässigung der geistigen Arbeit Seite Ich eine grosse Gefahr für den Aufbau dos Landes. Das Frzieliungswerk ist nicht nur geistig, sondern auch politisch und propagaudistiscJi von grösster Bedeutung. Vergessen wir nicht, dass das Wesen des Zionismus in einem Streben liegt, das atts den Tiefen des Geistes strömt. Wir rühmen uns damit, dass unser Volk sich immer von Extremen femgehaiten und das Gleichgewicht zwischen Materiellem und Geistigem aufrecht erhalten hat Hüten wir uns davor, jetzt einseitig den Weg der materialistischen Wirtschaft zu gehen. Sogar eite Amerikaner, die wir doch für besonders materialistisch halten, haben ihre Söhno für das Ideal der Aufrichtung der Demokratie in der Welt m Tausenden hingeopfert Die amerikanischen Juden «fmi nicht schlechter als Ihre Mitbürger, ihr Herr Ist noch nicht so verhärtet, dass sie geistigen'Zielen gleichgültig gegen- Elia stünden. Wir müssest den lebendigen Zusammenhang zwischen dem Aufbau des Landes und der Wiedergeburt des Volkes zeigen, es genügt nicht, die Hoffnung auszu sprechen, dass vielleicht nach zwei oder drei Generationen eine neue Jüdische Kultur kommen wird. Diesen Zusammenhang r.ufzuzeigen, ist alter unmöglich, solange das Erzichungsvc׳. k in Palästina den elementarsten Bedürfnissen der Jungen Generation nicht genügt Man sagte nun, die Siedler mitssen ihre Schulen ans eigenen Mitteln erhalten und eine Untcrstiit/img von aussen würde sie daran hindern, zur Selbständigkeit 7.1! gelangen. Diese Argumentation übersieht, dass es Siedlern, die schwer um ihre wirtschaftliche Existenz, zu kämpfen haben, unmöglich Ist, In ausreichender Weise für ihre geistigen Be* ddrfnisse zu sorgen. Derartige Schulen können mir mit Staatliciier Hilfe geschaffen werden. Wenn unsere Schulen in Palästina nicht auf der Höhe sein werden, so werden wir nicht einmal die wenigen Güter erhalten können, die wir uns aus dem Gallith gerettet haben. In Ghetto hat uns der Glieder diose Güter gerettet, al>er als wir in die Umgebung anderer Kulturen, kamen, vermochten wir dtc Konkurrenz nicht nui- »!nehmen. Dieso Entwicklung konnten gerade wir in Amerika am besten beobachten. Von der Generation aber, die sich nicht mehr mit der Jüdischen Knltitr beschäftigte, fingen uns BO Prozent verloren. Redner bringt schliesslich zv/cl Anträge ein: 1״. Der Kongress soll das Prinzip bestätigen, dass die Zionistlscho Organisation verantwortlich ist für das Bfziebitngsbndget In Palästina und die Bedeutung der Kulturarbeit im Lande und in der Propaganda entsprechend betonen soll.” 2״. Der Präsident soll beauftragt werden, eine Kommis- *Ion von 6 Personen einzusetzen, um den Plan der jüdischen Universität sofort durch zufilltrcn; hierfür soll ein Budget von 10.000 Pfund bowfiligt werden. Die Fakultät der Wissenschaft des Judentums ist sofort zu eröffnen,“ Delegierter Dr. Ringel erhält das Wort za folgender Interpellation, die er in ausführlicher Weise begründ et: ״In der Balfour-Deklaralfori erklärte die englische Regie- ,funr:, dass sie die Schaffung einer nationalen Holmstütfo in Palästina für das italische Volk mit Wohlwollen betrachtet und die grössten Anstrengungen machen wird, um die Erreichung dieses Zieles zu erleichtern. Im Palästina-Mandat erklärt der Völkerbund, und zwar im *weiten Absatz der Einleitung, dass die alliierten Haupt- ״ächte iibcrelngckommcn sind, dass der Mandatiir veratttwörtlich .sein soll für die Verwirklichung der ursprünglich ntn 2, November 1017 durch die Regierung Seiner Britischen,Maiestät erlassene und von den erwähnten Möchten anerkannte Deklaration zugunsten der Errichtung einer nationalen ileimstatte für das Jüdische Volk In Palästina. Im Artikel 2 des Mandates wird gesagt und, erklärt: Die Verwaltung Palästinas soll anter der Sicherung, dass die Rechte und die Lago anderer Teile der Bevölkerung nicht be- Untr.iclillgt werden, die Jüdische Einwanderung unter geelg-!״ten Bedingungen erleichtern, und in Zusammenarbeit mit der in Artikel 4 erwähnten Jewish Agency eine geschlossene Anslcdlung von Juden auf dem Lande, mit .Einschluss der nicht für öffentliche Zwecke erforderliche Staatsländercien Und ßrachländefcicn, fordern, hi dem im Juni 1922 tmsgegobenen Wclssbuche des eng- «schert Kolonialntntcs wird die Balfour-Deklaratlon in diesem finite Interpretiert, dass die jüdische Gemeinschaft wissen woll. dttss sie sielt von Rechts wegen und nicht geduldet in Pahstina befindet. « , Int Gegensätze hiezu hat die Palästinarcgicrung 1 iuitS 1921 provisorische liumlgraUonsbcschnmKungcn einteftlhft, die einem Immigratlonsverbot ziemlich ähnlich sind. b'csfohWJcn EfnWün&rtmgjtb'esliimmingea tricli? ettUpreeSrarfhaßenTefD nationales Helm aufzubauen, eine Möglichkeit, von den palästinensischen Häfen zurückgeschickt werden, dlc begrenzt ist durch die Bedingungen in Palästina und auch wenn sie itn Besitze einer, ordnungsmäßigen Visum:.1 sind. Dia Nachkontrolle in den palästinensischen 1 l.'ifcn und die nicht seltene Zurilckscndttng von Einwanderern, obwohl dieso | itn Besitze des englischen Visums sind, haben beunruhigend gewirkt und bringen Verwirrung ln «110 Iinmigraiioa. Von den Handwerkern tmd!!.Indiern, die sich!läufig mit1 einem sehr geringen Kapital In Palästina etablieren können, wird der Vor weis des ausserordentlich hohen Betrages .von 500 Pfund verlangt. Die hiterpretntion der Kategorie D (Verwandte, die von Palästinensern abhängig sind), die die Zulassung von Verwandten hauptsächlich mir dann gestattet, wenn es sieh um Greise, Kinder oder Krüppel handelt, nicht ober, wenn es kräftige Junge Leute sind. Die Bemühungen tun besondere Erleichterungen für die Einwanderung von Flüchtlingen ou* der Ukraine und Rosslattd haben bei der Pal.Lstinaregierung nur einen kleinen teilweisen Erfolg gehabt. Das den ImmtgrnUonsbeschränkunsen zugrunde Itcgendo Prinzip einer mechanischen Regulierung der Einwanderung entsprechend der jeweiligen Zahl der Arbeitslosen in Palästina berücksichtigt durchaus nicht die tatsächlichen Bedürfnisse des Pal.'ixtinaaufbnucs. Schliesslich besieht oltte schwere flnanzielic Belastung der palästinensischen Einwanderer in den sehr holten englischen Gebühren, die zu mindern trotz wiederhoher Bemühungen nicht gelang. Da die bisherigen Schritte laut Bericht der Exekutive an den XI11. Kongress sowie des Referates des Leiters der paläsiinensischen Exekutive, Ussischkin, bisher keine gfinxtlgen Resultate erwirkt haben, fragen die Unterzeichneten an; Ist dlc Exekutive bereit, dem Kongress oder «irler zu wählenden Kommission über die von ihr zwecks Aufhebung der ungerechtfertigten und nilt dem Mandate in Widerspruch .stehenden ImmlgratfonsbcRcliränkungen unternommenen Schritte einen detaillierten Bericht zu unterbreiten nnd die diesbezügliche Korespondenz vprzulegen? Agronom Wllkansky (hebräisch): Wir haben keine Zelt, m warten, die Stunde drängt, wir müssen Sprünge machen, aber nicht Jeder Sprung kann uns dorthin bringen, wohin wir kommen wollen. v Wir müssen die Wirklichkeit sehen, der Hungrige muss seinen wahren Zustand erkennen, darf sich keiner Fata morgana hlttgcbcn. Wir glauben nicht, dass dlc Hoffnungen, die man auf Kräfte setzt, welche dem Volko nicht verantwortlich sind, sich verwirklichen werden. Wir können unser Los nicht Leuten aiwcrtrauen, welche , . , . (wegen der anhaltenden grossen Unruhe im Saal vorlässt der Redner die Tribüne), Auf Antrag von Dr. H Indes wird Beschränkung dt;r Rodezeit auf 15 Minuten beschlossen. IJfsefn'itz (Dror, hebräisch): Man bat gesagt, wir seien In einem Zustand der Llquldntlon. Liquidation aber Ist ein Weg, eino Mothode, ein Kurs,! wir Jedoch haben keinen Weg, keine Methode, keinen Kurs. Und da wir den Weg verloren haben, so fehlt uns der innere Halt. Und darum Ist die Leitung und die Bewegung schwach. Dieso Schwäche drückt sich aus in der llluslonspolltlk. die wir treiben. Viele Menschen, auch auf dem Unken Flügel, haben *Ich aus ihrem Zustand eine Ideologie geschaffen, sie verteidigen diese Politik des Zurückgchcns und der Kompromisse und machen aus der Not cino Tugend. Schuld an diesem Zustande ist nicht die Leitung allein, sondern alle Jene, .welche sie fn ihrem Kurse unterstützen. Wir fordern, dass die Exekutive sfarke Politik mache gegenüber der Regierung, eine Politik, frei von Illusionen und Kompromissen, dass sie den demokratischen Charakter unscrer Volksbewegung bewahre, dass sie die Alljah fördere und dass der Mittelpunkt der Politik in Palästina sei. Morris Rothenberg (Amerika, englisch): Es ist bedauerlich, dass die amerikanische Delegation das, was sic zu sagen hat, erst in so vorgeschrittener Stunde äussern kann. Wir hatten sehr wenig Gelegenheit, in der Generaldebatte zu sprechen. Aber Sic haben gewiss ein Interesse daran, zu hören, was diejenigen, die sich zwei Jahre lang intensiver Arbeit gewidmet haben, zu unseren Problemen zu sagen haben. Herr Liehtheiin hat in seinem Organisationsreferat bemerkt, dass die Amerikaner sich nicht bemühen, Schckalim zu verkaufen, und konstatierte mit wenig schmeichelhaften Worten, dass wir nur elf Delegierte hier hatten. 'Aber das ist nicht der Fall deswegen, weil wir keinen Sclickcl verkaufen wollten, sondern well unsere gesamten Anstrengungen darauf konzentriert waren, das Palästinahudget der letzten zwei Jahre zu decken. (Beifall.) Und über die Palästinaarbcit vermisse ich bisher vollständig Bericht und Diskussion, obwohl diese, so wichtig die Polltik auch sein mag, der entscheidende Punkt Ist. Die amerikanische Delegation ist nicht ׳ hervorgefreten, um sich vor Ihnen ihrer Arbeit zu rühmen. Aber was ln den letzten zwei Jahren an Telegrammen und Hilferufen gesendet wurde, aus London und Palästina, ging nicht an die Organisation, die hier mit vielen Delegierten vertreten wird, sondern an die Organisation mit den elf Abgesandten. (Stürmischer Beifall.) Die Mcfliodc, Dolegierte auf der Basis des Schckclsystoms zu wählen, Ist heute überlebt. Wenn der grösste Teil der Energien an die Keren-Hajessod-Arbeit gebunden ist, müssen wir eine neue Basis für die Wahlen in den Kongress finden. Hs wird bald die Zelt kommen, da die Mitarbeiter des Keren Majessod in inncrzlonistischer Arbeit überhaupt nicht mehr werden mitkotmnen können. Endlich Ist eine Regelung der Vcrwaiidtschaftsbczlchungcn zwischen Keren Haje.ssod und Zionistischer Organisation die nächste, überaus wichtige Frage, Heute verstellt die eine Organisation der anderen den Weg; die Zionistische Organisation war so beschäftigt, dass sie ״lebt die Kräfte hatte, die Beitriigo für ihre eigene Erhaltung zu sammeln. Da der Keren Hajessod das I Iauptinstrument der Organisation geworden ist, können wir uns in einer hoffnungslosen Konfusion der Kräfte finden, wenn wir jetzt nicht bald an eine Neuorganisation schreiten. Der Keren Hajessod ist ,die Grundlage für unser Werk in der Zukttnit. Ic'.t sage das, weil das in der amerikanischen Organisation bereits deutlich ist und der gleiche Zustand am i in kürzester Zeit für Europa erwartet werden kann. D\׳r amerikanische Standpunkt in der Frage der ,59 ist die verhängnisvolle Bestimmung vom 1*. Dezember i Jcv1^1׳ ist der folgende; ^|r *e^cn 19*l noch tomor in .GcUuiuu .wo«u* Etawyusderm. .die de»LsÜttaproblem scu das? .wie die Möglichkeit bekommen die politischen Bedingungen ausserhalb von Palästina. Die letzterer! müssen wir überwinden, wenn wir Palästlna aufbaucti wollen. Wir müssen nach Palästina in möglichst kurzer Zelt möglichst viele Menschen bringen. (Beifall.) Lassen wir doch alle die Losungen, die liier ausgegeben worden sind. Wir kennen nur eine Losung: möglichst viele Menschen nach Palästina. (Stürmischer Beifall.) Ussischkin hat ein glänzendes Schlagwort in die Debatte geworfen. Wenn wir aber nicht die Finanzen haben werden, um Menschen nach Palästina zu bringen, so werden wir nicht die Menschen haben, um Finanzen zu schaffen. Ussischkin bezeichnet unsere grösste Schwierigkeit die Arbeitslosigkeit in Palästina — wir haben eben nicht genügend Finanzen aufgebracht, um den Einwanderern Arbeitsmügllchkctt za geben. ,, Grünbattm sagt: Wir müssen zti den Volksmasscn gehen und wir hören dieses Wort immer wieder. Aber Ich frage Sie, wer bringt uns die jüdischen Volksmassen, die wir bisher nicht bekommen haben? Werben wir nicht jeden Tag um sie? Wenn ein Weizmann, ein Sokolow und ein Levin, wenn alle die Männer nnd Frauen, die sielt in der Keren-Hajessod-Arbeit aufreiben, bisher nicht mehr von den Volksmasscn herein gebracht haben, so tnttsich jetzt absolut bezweifeln, obste Jlzchak Grünbaum hcrcinbringcn wird. Ich habe gewiss den grössten Respekt vor Griinbaum und vor seinen g’inzenden Leistungen in Polen, aber verwenden wir doch nicht Phrasen, die nichts bedeuten. Was er verlangt, tun wir doch unausgesetzt, und was haben wir erreicht? Was wir Amerikaner meinen, ist, tatsächlich vorzudringen zur Volksmasse; und die Volksmasse hat ihre eigene Psy* chologie. Wenn ein Mann, der etwas hei tyr gilt, mitgeht und Geld gibt, so geht sic auch mit und gibt Geld. Bel den Wahlen zum amerikanisch-jüdischen Kongress ereignete sich eine bemerkenswerte Tatsache. Wir hatten zwei Arten von Kandidaten: volkstümliche und Gedolim. Und was geschah? Nicht die volkstümlichen, sondern die Gedolim erhielten die grössten Stimmenzahlen. Wollen wir doch ehrlich sein, lasst uns doch unsere Grenzen cingcstchcn! ln Amerika wurde für die Hilfsarbeit in sechs Jahren die Summe von 60 Millionen Dollar aufgebracht. Woher dieser Riesenbetrag? Nicht nur daher, dass Nothilfe eine Sache ist, die mehr auf alle Juden wirkt, als Palästina, weil sie ein allen verstündliches und nahcliegondes Ziel hat, während der Zionismus eine bcstimmteWcItanschammg und Gesamtcinstcllung erfordert. Nein, vielmehr deswegen, weil einflussrclchc Männer überall an der Spitze dieser Bewegung standen, hat auch die grosse Masse die Taschen geöffnet. ,Wenn auch wir solche Männer In unseren Reihen haben werden, dan werden auch wir offene Taschen finden. (Zwlschcnrufo von links.) Wenn vir Zeit hätten, einen Prozess der Erziehung vor sich gehen z\1 lassen, würden auch wir es tun. Und schliesslich, wollen wir denn wirklich dieso Menschen gewinnen, indem wir kapitulieren? Das Ist nicht mehr als eine Phrase. Wer ist denn bereit zu abdizicren? Von wem stammen denn diese Vorschläge? Alte Zionisten, Männer aus Hcrzls Zeiten, haben sic gemacht. Wenn sie für einen jüdischen Weltkongress sind, so bedeutet das, dass sie sich mit den Kräften der Zionistischen Organisation nicht begnügen, und wenn wir eine erweiterte Jewish Agency haben wollen, so bedeutet das doch nichts anderes. Die neuen Kräfte können wir unter allen möglichen Kautclen heranziehen, aber haben müssen wir sie. Seien wir doch ehrlich. Nur so kann es uns gelingen, zu tun, was wir tan müssen und möglichst bald möglichst viele Chaluzlm nach Palästina zu bringen, Chaitizim, Chahtztm tmd nochmals Chaluzlm. (Lebhafter Beifall.) Vorsitzender l.ipsky: Auf Empfehlung des Präsidenten, Herrn Sokolow, gostatte Ich Rabbiner Levensohn (Amerika), als Gast das Wort zu ergreifen und dem Kongress eine Botschaft der Organlsniloti der oriltodoxcn Rabbiner der Vereinigten Staaten und Kanadas zu übermitteln. Rabb, Levensolm (hebräisch): Die orthodoxen Rabbiner Amerikas fordern Palästina nnd haben viel für Palästina getan. ihr habt uns alles gegeben, nur nicht Palästina. Lin Palästina, wo man treifo isst. Ist kein Palästina, (Lebhafte Zwischenrufe links, grosse Unruhe, Redner verlässt die Tribüne, hierauf stürmischer Protest des Misrachi.) Sokolow übernimmt den Vorsitz und erklärt: Vom Rnbblnervcrbatid in den Vereinigten Staaten und Kanada kamen drei Herren hierher, um den! Kongresse eine Botschaft ihrer Organisation zu Überbringern Einer der Herren begrüsste den Kongress In der Eröffnungssitzung, ich wurde aber gebeten, auch jetzt noch einem zweiten Vertreter das Wort zu erteilen, damit er die Botschaft übermittle. Ich nahm keinen Anstand, dies 7,11 gestatten, und ersuche den Kongress, dieses mein einmal Begehene Wort cinzultVs.cn und den Herrn ruhig anzuliuren. Den Herrn selbst mache ich darauf aufmerksam, dass cs sich hier «lamm handelt, dlc Botschaft seiner Organ!- sation zu übermitteln, nicht aber einen Teil dos Kongresse* durch einseitige Stellungnahme zu reizen. Rabb, Levensohn: Die Organisation der orthodoxen Rabbiner der Vereinigten Staaten und Kmmdas hat mich ermächtigt, zu erklären, dass die Rabbiner Ihr den Keren Hajessod sind. Ein grosser Teil des Geldes ist durch dlc Rabbiner gesammelt worden. Welzmann wird es bezeugen. Aber als orthodoxe Rabbiner, denen der Glaube teuer ist, ersuchen wir die Leitung, den religiösen Angelegenheiten mehr Aufmerksamkeit zttzuwenden. Die Religion soll bei tins den ersten Rang citttiehmen. Wir haben Beschwerden In diesen Dingen vorzubringca und verlangen, dass man sie in!! adle, und man wird sehen, dass nicht alles so ist, wie es sein •soll. Das dürfen wir, die ,wir in der Arbeit tcilnehmcn, von lltnoa verlangen. , Vors. Louis Lipsky: Es sind noch 30 Redner vorgemerkt. Es wurde beantragt die Debatte ohne Anhörung der yorgeuwJiten Rada«• au icbllessaa. (Angenommen.) ,