Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 66-67 (13.8.1923)
- Date
- 1923-08-13
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2651273-2652595-2652502-2652563--16779-2674460- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
und .ielit »׳inrate :her igen kl filitilc ןס0כ dien dien erca inddies vat- %m vat- 11errden •sser tion, mil Bo- . ist ). C. gten nde, :keit : die denden eben clits ׳ zur ,.in es erkden Pri- Der vereine ikeit gibt. neue rimrr nass zur tesswie , so, ichdie Es wisii rehdas Ge- 1 zü Zeit, 1 bin <jcr Uchcrzcugung, dass alle Krisen, die auf kflnsl- 1jCl;c Weise entstamlen sind, vorübergehen werden. Der Charakter der Referate, die wir über Palästina!׳elkirt haben, Hisst sich mit zwei Worten bczcich- 0Cn: sie sind ein ausführlicher Rechenschaftsbericht liier Kleinigkeiten und aus ihnen geht der Man sei an Methode aufs deutlichste hervor. Wir freuen uns nnpclicuer, dass wir 74.O0U Dunam haben. Dabei bekuujen wir nicht das geringste Interesse für Bodcnpolijlv. Man spriclit bei uns immer von Politik und wir [)eniiihcn uns bei der Regierung, aber es gibt eine andere, wichtigere Politik, und das ist die ökonomische. Wir müssen uns für das Problem der'Arbeit interessieren, für die Arbeitslosigkeit Wir müssen Statistiken machen, müssen wissen, was wir von der Kegieruug und was wir von den anderen zu hoffen haben, welche öffentlichen Arbeiten zu leisten sind, kurz, wir müssen einen Plan haben. Auch die Steuerpolitik Palästinas geht uns an. Nichts davon haben' <nr im Vortrage Ussischkins gehört Auch das Relernt über den Wirtschaftsrat hat uns nicht bcfriccügt. Es ist eine Krankheit bei uns, dass wir uns nicht für Zahlen interessieren. Wir haben Interesse nur für abstrakte Kritik und für sonst nichts. Wir sprechen von einer Hypothekenbank, ohne tabeliarisch Zahlen an 7.111 iihren, und wissen daher nicht, was die Hypotlickenbank bis nun gemacht hat. Und doch ist eine solche Bank sowie die Agrarbank, die nach ihr kommen muss, von der allcrgrössten Wichtigkeit für ans. Man entschuldigt sich, indem man auf die Hindernisse hinweist, die die Regierung uns bereitet. Schuld ist aber nur unsere Nachlässigkeit und unser Mangel an Vertrauen zu uns selbst Wenn wir zum Volke kommen und von. ihm Geld verlangen, so müssen wir ihm einen Plan, eine Perspektive, eine Hoffnung geben; nur so werden wir zum Ziele kommen. Hätte nicht der Präsident oder ein anderes Mitglied der Exekutive sich aufgeopfert, so liülten wir bei dem Mangel an Methode keinen Heller. Die Menschen, die in der Bewegung arbeiten, müssen nicht nur einen Plan haben, sie müssen gleichsam Flügel haben, ohne das geilt cs nicht. Der einzelne muss sicli den Plan schaffen nach den Mitteln, die ihm zur Verfügung stellen; die Gcmcinschaft schafft zuerst den Plan und bringt dann die Mittel auf, um den Plan zu verwirklichen; das ist der Unterschied. Das will man bei uns nicht verstehen. Das dritte Referat war das über Organisation nnd Bewegung. Als ich diese beiden Worte hörte, freute ich mich, ich glaubte, man würde nicht nur über Organisation sprechen, sondern über Bcwcgung. Der Zionismus hat nicht nur einen Leib, er hat auch eine Seele. Es ist kein Zufall, dass das Referat ein Mann gehalten hat, der nicht viel in der Bcwcgung gearbeitet hat, der von den Dingen nichts weiss und nichts versteht, die ihre Seele ausmachen. Auf dem XII. Kongress ist der Beschluss gefasst worden, den Maasser zu leisten. Ob dieser Beschluss gut oder schlecht war, ob er ausführbar war oder nicht, darüber werden wir noch reden. Aber die Exekutive hat für den Beschluss vor dem Kongress die Verantwortung. Sie hätte sich für seine Ausführung cinsetzen müssen, sie hätte dafür sorgen müssen, dass alle jene, die die wichtigsten Stellen bei uns bckleiden, ihre Stellen verlassen müssen, wenn sie dem Beschlüsse nicht nachkommen. Wenn wir weiterkommen wollen, müssen wir auf den gebahnten Wegen bleiben, treu sein der zionistlschen Bewegung, nicht vergessen, was ihr Wesen ausmacht, vor allem auch in sprachlich-kulturcllcm Sinne. Werfen wir unsere heiligsten Güter nicht weg. Die Exekutive, die zur Regierung englisch redet, muss zu uns in unserer Sprache reden. Die Menschen, die Palästina aufbauen wollen, müssen Schwung besitzen, dürfen keine gewöhnlichen Mensehen, keine Händler sein. Sie müssen für unser ewiges Leben sorgen, nicht nur für das Leben der Stunde. Unser Unglück ist' das regelmässige Budget. Statt die Philanthropen zur Politik zu führen, müssen wir sie zur Philanthropie führen. Eine umsichtige Leitung voll Energie und Tatkraft, voll Takt wird bcwirken, dass jene Philanthropen für das regelmässige Budget aufkommen. Wir aber werden frei sein von dieser schweren Last und werden mit dem Aufbau Palästinas beginnen können. Dr. Alexander Goldstein: Ich halte den Gant: der Debatte für falsch. Da ein eigenes Referat über die Fräse der Jcwisli Agency abgchalten werden wird, so hätten sich die Redner bis zu diesem Referat gcihitden sollen und in der Generaldebatte die anderen wichtigen Fra;!c!1 behandeln sollen. Ich will zu der Franc der Jcwisli Auency nur ranz kurz snnen: Die Losungen, die man in diefein Zusammenhang in die zionistischen Massen und in den Kongress geworfen hat. wie Burcaukrntic, Notabclnpolitik und sozar Verrat, haben sehr viel geschadet. Und doch ist cs nur du Kampf mit Windmühlen. Die Unterschiede zwischen den Ansichten sind furchtbar übertrieben worden. Fs ist ja wohl kein Mensch in der Opposition, der nicht die Wichtigkeit der VerbrcitenmK unserer Basis cinsieht, und auf der amlcren Seite kt kein Mensch, der nicht weiss, dass das grösste, v s wir hohen, der Kongress und die Zionistische Organisat’01 i־׳t 1md jks$ man bei der Aufnahme der neuen Elemente s! •V .;n״en hfünen muss. Das ist aber mehr eine praktische ab; 0'׳ e. prin׳ *tptello Frage, und es sind gc^ig Juristen in al.cn;׳.;vb ' 1 «es Kongresses, welche den geeigneten Weg suchen können. Nun will ich über die anderen Probleme sprechen, und n^nr vor allem über unsere politische Situation und über die *ütschaftllcho Lage in Ercz-Isracl. Die Lage In Lrcz-Isracl ist ®.dass sie unsere Arbeit in der Propaganda und m der Geld bitlcnrng über die 'Art der engnsdicfi Man’dafspotHltc tttm Ausdruck bringen. England hat ein Interesse nn Palästina und dies sowie die moralische Unterstützung der ganzen Welt, die wir bis auf einige Ausnahmen, wlo etwa die antisemitische Presse, gcnlcsscii. Insbesondere aber dlo Kcscllscliaftllcho Melnung Amerikas, die ganz auf unserer Seite ist — das sind unsero Waffen; aber wir niiizcn sio nicht aus, wir sind still und man hört uns nicht Wir müssen eine aktlvcro Taktik einschlagen und mit aller Schärfe unsere ganzo Unzufriedenheit zum Ausdruck.bringen. Nie gab cs noch etno so freudige zionistische Stimmung In Amerika, wie gerade Jetzt Dort fühlt man, dass die ziont- Mische Bewegung cluo slcgcudo Kraft Ist und In diesem Sinne, In dieser Stimmung geht man an die Erweiterung unscrcr Basis. Wir müssen neue Methoden In unsere Arbeit herciiibrlngcn, mehr Mut und mehr Entschlossenheit haben und neues Blut in die Organisation hlnclnglcsscn. Da Ist der Sinn der *Proposals" und wichtiger als dlo Frage der Jcwisli Agency. Rabbi Jakob Mclr (Jerusalem, hebräisch): Seit dreissipr Jahren habe ich mit allen Kräften an der Einheit des jüdischen Volkes gearbeitet. Ich habe für die Einheit der Sclarditn und Aschkcnasim gewirkt und sie in Jaffa cliirchgefiihrt. ln den vergangenen• Tagen haben wir nur Debatten gehört, ich hoffe, dass die nächsten Tapfe uns zur Einheit führen werden. Ich wünschte, dass es bei uns überhaupt nicht Rechts und Links und Zentrum gäbe, sondern nur Einheit, ich weiss, dass cs auch ln anderen Parlaincnten Parteien gibt, aber wir sind ja leider noch kein Volk und doch verhalten wir uns wie ein anderes Parlament und sprechen dauernd gegeneinander. Ich bin heute Oberrabbiner nicht nur der Sefardim, sondern auch der Aschkcnasim, ebenso wie Rabbi Kuk gleichfalls nicht nur Haupt der Aschkcnasim, sondern auch der Sefardim Ist. Vor dem Krieg war ich in der Türkei fiir diese Idee tätig und als ich von Saloniki nach Palästina kam, fühlte ich, dass man mich als zugehörig aufnahm. Man hat mich damals gebeten, bei der Schaffung von engen Beziehungen zwischen Juden und Arabern mitzuwirken.'Vielleicht wäre damals, vor vier Jahren, der richtige Moment gewesen, sie hätten uns mit offenen Armen aufgc nommen und es wäre nicht zu den traurigen Vorfällen gekommen, die wir erlebt haben. Diese Annähenmg herbeizuführen, wäre eine Aufgabe der sefardischcn Juden, der im Lande geborenen Juden Auch den Frieden in Pctach-Tikwah, von dem liier gesprochen wurde, haben die. eingeborenen Juden zu standegcbracht. Wenn der Kongress cs für richtig halten wird, dass in der Leitung in Jerusalem auch Leute sitzen, die die Verhältnisse des Landes kennen und mit den Arabern in guten Beziehungen stehen dann besteht die Hoffnung, dass es gelingen wird die bestehenden Gegensätze zu beseitigen. Heute meinen die Araber, dass wir sic vertreiben und vergewaltigen wollen und die Araber Im Jemen rächen sich dadurch, dass sie unsere dortigen Brüder ge waltsam zum Islam bekehren. Aus dem Jemen unt aus Persien kommen viele Einwanderer nach Pa kistina und wir dürfen nicht vergessen, dass gerade diese Chaluzim besondere Vorzüge haben. Wir wünschen, dass zwischen ihnen und den aschkcnasischcn Arbeitern Einheit und Brüderlich keit herrschen soll. Die Vertreter aus Palästina sol len berichten, wieviel scfardischc Juden gekommen sind; die zionistische Leitung hat ihnen zwar Gelt gegeben, dass sic nicht verhungern, aber das genügt nicht, man muss ihnen Arbeit geben. Wenn, wie wir alle hoffen und unerlässlich notwendig ist, die Einnahmen des Keren Hnjcssod vergrössert werden, so soll man auch dieser Sache erhöhte Aufmerksamkeit zuwenden. Was uns nottut, Ist ein neues Herz, ein neuer Geist. Sclinia Jisracl, unser Gott ist einer, Volk Israels, Du sollst eines sein im Lande, nur dann werden wir ein glückliches Leben in unserem Lande führen. *derswo FRftiser und Fabriken gebaut haben, dann wären affe Chaluzim Münzers ccstorben. Nur die geliisterte Prtvatinitiative hat sie *crcltet Aber diese Privatinitiative hat keinerlei Unterstützung gefunden von seiten der zionistischen Leitung. Der Teil des Jischuw, in dessen Namen ich spreche, 11 at mich beauftragt, von dem Kongress zu fordern, dass neue Wege ho schritten werden, dass man eine positive Stellung zu den Mensehen hat, die ins Land kommen mit ihrem Vermögen, um etwas aufzubanen. Fs Ist imgcrccht, von Geschäftemachern zu sprechen, es handelt sieh nicht darum, an guten Geschäften viel zu verdienen, sondern unser Grundsatz Ist, dass Palit» stina nicht durch Philanthropie und nicht durch Sozialismus aufgebaut werden kann, sondern nur durch Mcnsciien, die, wlo überall in der Welt, mit ihren eigenen Mitteln und Kräften ihr# Existenzen aufbauen. Delegierter Siiprasltf (Palästina, hebräisch): Als Vertreter eines ansehnlichen Teiles des Jischuw habe ich einige Bemerkungen zum Referat des Herrn Ussisclikln zu machen. Nach der Uchcrsicht, die er gegeben hat, wäre die Lage im Lande gar nicht schlecht, cs sind gute Resultate erreicht worden und wir müssen mir mit verstärkten Mitteln auf demselben Wege fortfaiircn, tun grösseres zu erreichen. Dem kann icti nicht zustimmen. Ussisclikln meint, dass die Krise nur vorübergehend ist, verschuldet durch momentane Arhcitstoslgkcit und momentanen Geldmangel. Aber so ist cs nicht. Man spricht von 2000 Arbeitslosen, aber In Wirklichkeit sind es viele Tausende, wenn wir In Rechnung ziehen, wie viele Arbeiter nur einige Tage der Woche arbeiten. Dlo dritte Alijali hat uns 30.000 Mcnsciien Ins Land gebracht und man kann sagen, dass in gewissem Sinne die Mehrheit noch arbeitslos ist. Ussisclikln hat sich in seinem Referat nur mit 30 Prozent des Jischuw befasst, die anderen 70 Prozent interessieren ihn gar nicht. Die Krise ist tiefer als man sic darstcllt. Sic ist bcgründet in der ganzen Struktur unserer Arbeit In den letzten drei Jahren.•Worauf beruht unsere Wirtschaft Im Lande? Im wesentlichen auf dem Hiluncrbau, von dem nicht nur die Arbeiter leben, sondern auch die Kaullcutc, Importeure nsw.; R0 Prozent dieser Geschäftsleute konzentriert sich auf Dinge, die mit dem Mäiiscrbati Zusammenhalten. Nach den Unruhen im Mai musste man in Tcl-Awiw mit grosser Schnelligkeit IKaiser bauen, es war eine äussere Notwendigkeit: Kapitalisten, die ins Land kamen, sahen darin die beste Möglichkeit, eine Rente zu bekommen. Aber heute Ist bereits eine Stockung cingctrctcn. Es gibt schon viele leero Wohnungen in Tcl-Awiw. In einem gewissen Sinn ist diese Regulierung gesund, aber gleichzeitig rüttelt dies an dem ganzen Gebäude unserer Arheit. So entstellt die Krise. Wer ist schuld daran, dass wir in unserer Wirtschaft zu diesem Punkt gekommen sind? Schuld ist die zionistische Leitung in Palästina. Ussisclikln lmt nichts getan iür die wirkliche Entwicklung des Landes. Einige an-;'!:rc ׳:ehen noch weher und sagen, dass die Privatinitiative uns mir Schaden gebracht, den Jischuw demoralisiert und die arabische Arbeit gestärkt hat. Diese Anschauung, die Ussischkin vor drei Jahren noch hatte und die andere noch heute haben, hat uns zu diesem Zustand gebracht, wo man von VcrzwHflang spriclit. Aus dem Diagram dos Keren Hnjcssod; n Sic, dass man von 1 Millionen Plund nur 350.000 Phd1 . *er ,):■odsmiivc Arbeit ausgegeben hat. Wenn nicht die Leute ״״- י־ CMW Uliaviv Aiovu I*» V1V* *• --- ־ - ,, r . .» I 1 tt 1 wükringiing *töif. yj-u m.kmi deutlich und stark unsere Er-/ kommet: waren, tP« auf eigene l<e<*11uns in Jaffa tmd Dr. GUicksolin (Palästina, hebräisch): Unsere politische Arbeit ist charakterisier! durcii ihren Mangel an Wirklichkeitssinn. Ohne genügende Kenntnis der wirkenden Kräfte hat die LeU tung unter dem Eindrücke der Stunde gearbeitet. Da- 1er hängt die ganze politische Arbeit in der Luft Jicscn Eindruck hat die Pcde Weidmanns verstärkt, r hat gesagt, dass eine Krise bestanden hat, diese (rise sei aber schon glücklich überwunden. Wenn es auch wahr ist, dass die Arbeit des Präsidenten den Zustand erleichtert lmt und das Budget für die nächsten Monate gesichert ist, so ist es doch unrichtig, zu sagen, dass die Krise vorüber Ist. Ein solches Wort kann nur den Zweck haben, auf die Massen zu, wirken. Das ist aber nicht reale Politik. Weizmann sagt, das Verhältnis zu den Arabern sei ausgezeichnet Wohl streben wir danach, die natürliche Entwicklung wird dahin führen, wir hoffen es, aber in diesem Augenblick kann man es noch nicht sagen. Viele von uns, und besonders die Mensehen aus Palästina, hörten mit Schmerz von dem Frieden Petach Tikwahs mit Abu Kisclik reden. Viele glauben, dass dieser Friedensschluss nur ein weiteres Glied ist in der Kette der Konzessionen der zionlstischcn Politik, die eine Politik des Verzichtes ist Wie Ist die Lage in Palästina? Ich spreche darüber nicht, um zu kritisieren, sondern damit alle Teilnelimer des Kongresses davon wissen. Wir müssen gegen den Stand der Dinge in Palästina entschiedeneu Protest erheben. Die Regierung missachtet die vornehmsten Pflichten, die aus dem Mandat resultieren. Sie hilft uns nicht beim Bau des jüdischen nationalen Heims, sondern sic treibt geradezu antijüdische Politik. Wir haben Anteil an Pflichten, aber nicht an Rechten. Die Regierung hat die Pflicht, uns den Staatsboden zu verkaufen. Wir haben aber nichts erhalten, nicht einmal die, welche geholfen haben, Palästina erobern. Man hat Einzelnen Boden in der Wüste gegeben, sie mussten sich selbst Wasser beschaffen und unsere Arbeit war für andere getan. Obwohl die Juden die wichtigsten Steuerträger im Lande sind, bekommen unsere Schulen fast keine Unterstützung. Hunderttausend Pfund wurden für die Araber ausgegeben und nur 2000 für uns. Für die Regierung sind unsere Schulen Privatschulen; wir sollen unsere Kinder in fremde Schulen schicken und sic so der Assimilation zuführen. In Städten mit' jüdischer Majorität sind die von der Regierung ernannten Bürgermeister Nichtjuden. Was die Städte ausgeben, ist für andere, nicht für Juden. Die hebräische Sprache, welche offizielle Landessprache ist, missachten alle Beamten, von dem niedersten bis zinn höchsten. Die Zahl der jüdischen Beamten ist sehr klein im Verhältnis zu unserer Bcvölkerungszahl. Auf zwei Christen kommt ein Jude. Es besteht die Tendenz, die Regierung judenrein zu machen; auch aus der Gendarmerie werden Juden entfernt. Was die innere Autonomie angeht, so haben wir in Palästina nicht einmal soviel Rechte, wie wir sie in den meisten Galutbländern haben. Der Waad leumi hat weder eine Rechtsnoch eine Steuerautonomic. Die Versprechungen, die man uns gab, hat man nicht erfüllt. So können wir uns nicht organi- ' sicren. Die zionistische Leitung hat nicht die nötige Kraft. Sie fährt eine Politik des Ausgleiches gegenüber der Regierung, dieselbe Politik, wie die Regieruug gegenüber den Arabern. Der Schwerpunkt der politischen Arbeit darf nicht in London, sondern muss in Palästina sein. Tag für Tag, Stunde für Stunde müssen wir um unser Recht kämpfen. Man hat gesagt, wir selbst seien schuld, das Volk habe seine Pflicht nicht erfüllt. Ich muss mich entschieden dagegen wenden. Die Lage ist nicht so schlimm; wenn wir in Rechnung bringen, was in den zwei Jahren geschehen ist, so müssen wir sagen, dass wir dank der Qpferwilligkcit dos Volkes ein gutes Stück weitcrgckonmicn ׳ sind. Kein anderes Volk hätte unter den gleichen Verhältnissen solche Erfolge erzielt. Unsere Leitung ist in der politischen Arbeit nicht auf der l iöhe gestanden. Der letzte Kongress hat bcschlossen, eine Delegation an die palästinensische Regierung zu entsenden, um ihr die Beschlüsse und Forderungen des Kongresses bekanntzugeben. Das ist nicht geschehen, weil cs der Kompromisspolitik der Leitung widerspricht. Nach einem anderen Be- Schluss des Kongresses hatte die Leitung die Aufgäbe, dem Waad lcunii zur Legalisierung zu helfen. Audi das ist nicht geschehen. Der gegenwärtige Kongress muss aussprechen, was die Leitung zu tun hat. Sic muss auf Posten stellen und eine neue Politik beginnen, die aufgebaut ist auf clcn wirklichen Kräften unseres Lebens. Das Zentrum der Politik muss Palästina sein. ' T j■; TT V׳• 1,, l ץ, ir P 8' 1 Vit: זי' :■וי 11 ' ־־׳ Ptv,■ •!fc* :Mt . *| , 1 1 i I j ״.!'׳ •״ 1, ׳ ו; יי ״ j . , , A . 1' r••!!;■ # י bi n :,1־ * i 1l T G 1:\1;; J*11 0׳ V i 1׳י' K ■;? V1 I ( , *! II י ■ ,TlT ■I'p, “t f'4 'י h 4 יי 1 1 I\ :ri . % : *U יי׳; ה :;j 1 ׳,1 ' ׳ V