Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 64 (8.8.1923)
- Date
- 1923-08-08
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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'Ausbau, aber niemals ein willkürliches 'A'ufgcScn des weise und von den in Frage kommenden Grossmächten einmütiR gelegte״ Grundsatzes zugelascsn werden kann. Ohne dass wir den Standpunkt cinnclmicn wollten, dass den internationalen Vertrügen ewige Datier gesichert werden müsse, ist es doch zweifellos, dass, wenn im Interesse des Friedens und der Zivilisation, und mit Rücksicht auf die historischen Traditionen und dio Grundsätze des Völkerrechtes eine Rechtsordnung statuiert wird und die in erster Reihe interessierten Grossmächte sich zur Erhaltung und Unterstützung dieser Einrichtung feierlich verpflichten, Jede Auflehnung gegen eine solche Einrichtung als ein schwere Erschütterung jenes Vertrages und der Kraft des Bündnisses, welches denselben geschaffen hat, betrachtet werden und als ein Versuch, die Grundlagen des Rechtes im Bewusstsein der Völker zu untergraben, zurückgewiesen werden muss. Voll treuer Hingebung für die Völker des Orients, denen der Wiederaufbau Palästinas nur Heil und Segen bringend sind, waren wir bemüht, auf dem Boden des Mandates ein harmonisches Zusammenarbeiten mit den Vertretern der Araber in Palästina auzubahnen und cs Ist wahrlich nicht unsere Schuld, dass unsere fortgesetz- ■ten Versuche an dem schroffen Widerstande dieser Kreise scheiterten. Aber wir verzweifeln nicht Trotz aller Enttäuschungen sind wir überzeugt dass eine Lösung gefnndcu werden wird, nicht in der überhitzten Atmo- Sphäre, wo hochtrabende, aber inhaltsleere politische Phrasen gebraucht und wo sich die Gegensätze zu sehr zugespitzt haben, sondern auf Feld und im Garten, in Werk- Stätten und Fabriken, wo produktive Arbeit geleistet werden wird. Ein neuer, kräftiger, gesunder Zug wird von Palästina aus durch den Orient wehen. Der alte Geist der Schwere und des Stillstandes, der Jeden Fortschritt auf wirtschaftlichem und kulturellem Gebiete hemmte, ,wird verschwinden und an seine Stelle wird eine kraftvolle, iriedens- und arbeitsliebcndo Bewegung treten. Es ist falsch, dass der Zionismus geeignet ist, Gärungen zu erregen; seine Gegner sind es, die bemüht sind, Vor- Wirrungen und Komplikationen hervorzurufen. Aber dies Wird ihnen für die Dauer nicht gelingen. Hochverehrter Kongress i Unser Rückblick zeigt uns das weitere Ziel, 'das cs zu erreichen gilt, und weist uns auf den Weg, auf welehern es erreicht werden kann; er lässt uns auch dio Aufgaben klar und deutlich erkennen, welche wir Palästina gegenüber zu erfüllen haben. Das Ziel, das es zu erreichen gilt, cs ist dasselbe, das wir Immer angestrebt haben : Der Wiederaufbau Palästinas, die Gründung und Befestigung unseres nationalen Heimes. Alles, was wir erwünsehen und erstreben, ist in diesem Ziele eingeschlossen : friedliche und versöhnliche Ausgleichung nationaler Gegensätze, Vereinigung aller sich nur zu oft im unfruchtbaren Streite zersplitternden und verzehrenden Kräfte zu gemeinsamer fruchtbarer Arbeit. Das Ziel ist hoch gesteckt aber es kann erreicht werden auf dem richtigen Wega Es kann erreicht werden durch^festes und treues Zusammenhalten aller Juden; es kann »reicht werden durch gemeinsame, ernste, ausdauernde Arbeit, bei weleher der Blick fest auf das oberste Ziel gerichtet bleibt, der gute Wille sich ebenso in unerschütterlichem Festhalten an den ewigen Prinzipien der Wahrheit und des Rechtes betätigen muss; es kann erreicht werden, wenn Im Kampfe der Meinungen und Bestrebungen mit überzeugungstreuer Festigkeit und Ausdauer jcift mass y o 110 Ruhe sich verbindet, welche aus dem Bewusstsein, der guten Sadie zu dienen, die Kraft schöpft, auch den heftigsten Angriffen unerschrocken und leiden• .schaftslos zu widerstehen; es kann erreicht wer den, wenn es gelingt, manche wohlmeinende, aber heute noch schwankende Elemente mehr und mehr von dem versöhnlichem Geiste unserer Organisation und von dem sittlichen Ernste ihrer Bestrebungen durch Wort und Tat zu überzeugen.!Heranziehung nl eh *zionistischer Kreise, Jewish Agency. Ein grosses Arbeitspensum haben wir diesmal zu er■ ' ledigen. Der Ausbau der ’Jewish Ägenc־y und das Probfem der Heranziehung nichtzionistischer Vertreter werden Ihre ganze Aufmerksamkeit in Ansprach nehmen. Letztere Frage steht schon fanse im Mittelpunkt zionistischen Sinnens. Bekanntlich war die Idee eines Zu• sammenschlusses jüdischer Organisationen für die Pal stinaarbeit schon in früheren Stadien der Tätigkeit um serer zionistichen Organisation Gegenstand lebhafter Diskussionen. Auch kleine, einseitige Versuche wurden zu diesem Zwecke gemacht, aber ohne Erfolg. Dieser Gedanke blieb im Bereiche der ״frommen Wünsche“ und tauchte nur hie und da als Diskussionsthema in unserer Presse aui Unter den damaligen Verhältnissen schien auch gar keine Notwendigkeit für die Verwirklichung die ses schwierigen Projektes zu bestehen. Das Wenige, das unsere Organisation mit ihrem damaligen Palästinabud■ get tun konnte, vermochte sie anch ohne Zusammen Schluss za tun. Die einzige jüdische Organisation, die auser der unserigen in Palästina arbeitete, war die Roth■ schildsche, aber sie verhielt sich damals uns gegenüber ablehnend. Die anderen jüdischen Organisationen waren gleichgültig. Dass diese Frage so aktuell geworden ist, 'diese Tat- Sache «an sich kennzeichnet schon zur Genüge den grossen Fortschritt, den unsere Bewegung gemacht hat Wir stellen uns unvergleichlich grössere Aufgaben als früher und bewilligen entsprechende Budgets. Jo mclir ,Verpflichtungen, desto mehr Verantwortlichkeit, desto schwerere Sorgen. Und tauschen wir uns doch, um Hirnmclswillen, nicht I Wenn wir auch diesen Verpflichtungen bau Palästinas? Ist' das 'dasjenige, das allgemein, naclf den! Mandat, vom jüdischen Volke erwartet wurde? Mau sagt uns : das Volk wurde enttäuscht und der grossen Worte überdrüssig. Goldene Berge sind ihm versprochen, hoho Ziele gezeigt ,worden, doch dio erhoffto Herrlich« keit wurde Immer dichter vom Nebel umhüllt. Keiner Vcrhcisstmg ist dio Erfüllung, keiner tönenden Rede die Schöpicrtat gefolgt Das verheisseno Land Ist jetzt noch ein Land der Vcrhcissung, nicht der Erfüllung. Ja, sio haben recht, die so sprechen. Wir sind ganz derselben Meinung. ,Wir hätten den Boden, den wir bcsitzen, und der bis jetzt noch nicht besiedelt ist, nicht brach liegen lassen, wir hatten zwnnzigmaJ so viel Kolonlcn gründen, wir hätten zwanzigmal so viel Cltaluzim ins Land bringen sollen! Aber zu diesem Zwecke muss man die Mittel haben! Und wir liabon nicht einmal dio Mittel, um das Wenige zu leisten, das wir uns zu leisten verpflichteten, um das erfolgreich Geschaffene im steten Fortschritt zeit- und zweckmässig auszubilden und die wirtschaftliche Entwicklung des Jischuw unter Pflichtnussiger Wahrung unser« Interessen umsichtig und sorgsam zu pflegen. Das ist der Kernpunkt der Frage. Und eigentlich haben wir diese Frage iin Sinne der Heranziehung durch die Gründung des ״Kcrcu Hajcssod“ gelöst, denn, vermittcls dieser Institution haben wir nach nichtzionistischcr Seite einen ernsten Vorstoss unternommen. Hier muss der Hebel angesetzt werden. Selbstverständlich Ist das Bestehen und die Kontlnuitat unserer Organisation, dio Erhaltung ihrer Rechte, ihrer Autorität und ihrer Stosskraft eine unumgängliche Bedingung unseres Erfolges. Slo hat all dio Institutionen geschaffen, die nunmehr autonom funktionieren, und sie wird weitere Organo schaffen. Selbstverständlich soll vom Prinzip nichts aufgegeben werden; aber wir müssen von der Starrheit abgehen, diejenigen nicht mit Vertrauen und mit Sympathie aufzunchmen, die mit uns am Wiederaufbau Palästinas als Vertreter von Organlsationen, in verantwortlicher Weiso und durch Beteiligung an der ״Jewish Agency“ mitzuarbeiten bereit sind, sofern Aussicht vorhanden ist, dass hiedurch der Kreis der Beltraglcistcndcn und der Mitarbeiter an der Palästinaarbeit an Ausdehnung und die ״Jewish Agency“ an Einfluss und Kompetenz gewinnen wird. Bei aller Gegensätzlichkeit dürfen wir nicht vergessen, dass jüdische Organisationen einen gemeinsamen Boden unter allen Umständen behalten müssen, dass also er jetzige Zustand nicht zu solcher Schürfe nusarten darf, dass ein Zusammenfinden zu gemeinsamen Zwekvcn unmöglich gemacht wird. Es gibt Dinge, dio wichtiger sind als. augenblickliche Stimmungen oder Pressechdea Gewiss ist der ״'Jüdische Kongress" dio idealste •orm eines Zusammenschlusses aller Teile unseres Volkes für den Aufbau Palästinas. Aber die Voraus- Setzungen müssen geschaffen werden. , < Wir sind mit Vertretern der englischen Judcnhelt in Verhandlungen getreten und können mit Genugtuung feststellen, dass slo bereit sind, für den Aufbau Palästlnas mit uns zu arbeiten. Dieses Problem erfordert jedoch noch sehr gründliche Prüfung, und es wird Sache des Kongresses sein, sich mit dieser Frage zu beschäftigen. Vorschläge und Anregungen. Ferner müssen wir uns Innerlich konsolidieren, wir müssen die Tätigkeit unserer Finanzinstitutionen zu koordinieren suchen. Eine Frage von nicht zu unterschätzender Bcdcutnng ist die Frage des Wirtschaftsrates. Auch die weitere Ausgestaltung, beziehungsweise eine Reform des Aktionskomitees und der Jahroskonfer enz beschäftigte unsere öffentliche Meinung sehr eifrig, und neue Anregungen sind nach dieser Richtung ange■ kündigt worden. Auch , eine Vereinheitlichung des Schekels und der Korigrcsswahlen soll in den Bereich der Erwägungen gezogen werden. Es wird ferner von Wichtigkeit sein, die Beziehungen des ״Keren Hajcssod“ zur Zionistischen Organisation Jestzusetzen. Und zuletzt Ist die Frage einer finanziellen Sicher■ Stellung dcrZionistischcnOrganisatton selbst ein Problem erstklassiger Bedeutung. Wir erwarten, dass Vorschläge zur Lösung dieser Frage Ihre ganze Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen yerden. Hochverehrter Kongress! Unsere Tagung ist bestimmt, nach' aussen und nach innen zu wirken. Nach aussen aufklärend und über■ zeugend. Die öffentliche Meinung der Welt muss erken nen, dass die zionistische Bewegung elno elementare Bewegung ist, die durch dio Juden der ganzen Welt zittert, und sie muss soviel Bilügkeltsgcfühl und Gercchtigkeitssinn haben, um sich nicht der Ueberzeugung zu vcrsclilicsscn, dass die zionistische Bewegung in Ihrem innersten Kern und ln Ihrer historischen Bedeutung ge־! sund und heilsam ist Wenn sich ein Volk, das seit langen Jahrhunderten in elenden und verwahrlosten Zuständen gelebt hat, mit moralischer Kraft zu einer wirkliehen Teilnahme an zivilisatorischem Bauen und Schaffen hcrandrängt, so mag das böse Gewissen der .Unterdrücke!, die hartherzige Selbstsucht der Feinde und auch die blödo Angstmdorci kleinlicher Menschen darüber in Schrecken und Zorn geraten; kein cdcidcnkendcs und frclhcitlicbcndcs Volk kann den Ursachen und den Ur- Sprüngen der Erscheinung anders als mit tiefer Teilnahme gegenüberstehen. Nach innen wird der Kongress unsere Organisation stärken und unser Volk einigen. Wir leben in einer Zeit, die, auf allen Gebieten, den Zusammenschluss der Kräfte gebieterisch erheischt Wir glauben an die Unverwüstlichkcit des jüdischen Volkes, an seine Auferstehung. Wir sind der Ueberzeugung, dass wir nicht nur für uns sffna eine kulturelto Mission za erfüllen haben. Wh der Ueberzeugung, dass so, wie wir im Altertum das Heidentum und die Barbarei die Ideale des Rechte, und der Sittlichkeit verteidigt haben, wir nun die Fackel« des Geistes zu schwingen bähen, tun hlnclnzulcuchu in die dunklen Gebiete des Orients. Und wir glauben dass von dort das Licht kommen wird, um der irrenden Menschheit den Weg aus dem Chaos zu zeigen. Möge der Segen Gottes über diesem ״Bar-Mizvah". Kongress ruhen! (Lebhafter Beilall). Begrüssungen Präsident Wclzmnnn tefU mit, dass vom Präsidenten der Tschechoslowakisch« Republik, Piofcssor Masaryk, und vom Minister des Innarn M a I y p 01 r, Briefe an den Kongress eingelangt (seien, jg denen slo den Kongress begrüsson und Ihr Bedauern au», sprechen, aus persönlichen Gründen der Einladung zum Koogres.s nicht Folge leisten zu können. Hierauf verliest Wclzmnnn folgenden Brief Ministers des Acusscren der Tschechoslowakischen Rcpnblit Dr. Edvard BeneS: Schreiben des Ministers Dr.Edvard BeneS Prag, 25. Juli 1923. Lieber Herr Sokoiow! Ich bestätige mit Vergnügen den Empfang rtires freundlichen Schreibens vom 13. Juli, worin Sic mich mit einer Einladung zur Teilnahme an der Eröffnung». Sitzung des 13. Zlonistcnkongresscs beehrt haben, de! am 6. August in Karlsbad beginnt Es tut mir wirklich ausserordentlich leid, dass kf durch dringende Angelegenheiten verhindert sein werde, an Ihrem Kongress tcilzunchmen, und ich benütze gern dio Gelegenheit, dem Kongress meine Grüsse mit meinen besten Wünschen für den Erfolg seiner Beratungen za senden. Empfangen Sie, lieber Herr Sokoiow, die Versieh* rung meiner besonderen Hochachtung. Ihr ergebener Dr. Edvard BeneS m. Vom High Commissioncr Herbert Samuel Ist gende Botschaft elngctroiicn: •ק lob Urft uadjjdtibö isadik^nen, ist das, der. MtydorauMsdbst,.jemtiera..auch .fas dto MhatscWjfilt in EaÖr! Botschaft von Sir Herbert Samael An die Mitglieder des Zionistcnkongressesl Ich sende Ihnen meine Grüsse und besten Wünsche. Dio der Entwicklung Palästinas in den vergangenen zwölf Monaten hauptsächlich von Amerika, aber auch sonst in nicht geringem Masse geleistete Hilfe hat den Fortschritt des jüdischen nationalen Heimes und des Landes im allgemeinen stark gefördert. Doch ist fortgesetzte Anstrengung tm* umgänglich nötig. Mit Vertrauen zu Eurer Sache, Tatkraft in ihrer Durchsetzung, mit Mässlgung und Entgegenkommen ln Euren Methoden werdet Ihr, seid dessen sicher, von Erfolg gekrönt sein, zum dauernden Wöhle des ganzen jfldisehen Volkes und aller Teile d« Bewohnerschaft Palästinas. Herbert Samael Es folgen dio Begrüssungen der Herren Minlsterlal« rat Dr. Fiedler namens der politischen Landcsvcrwaltung für Böhmen und Stadtrat Simon namens der Stadtvcrwal» tung Karlsbad, der betont, dass die Bevölkerung der Stadt Karlsbad, die gewohnt Ist, Gäste bei sich zu sehen, die Ver« handlungcn mit jenem Respekt verfolgen wird, den leder Ge« danke erzwingt, der aus reinem Herzon kommt Oberrabbiner C0L Jakob M e Ir (Jerusalem, hebräisch) begrüsst den Kongress im Namen des Gross« rabbinats sowie ganz Palästinas und wünscht den Verhandlungen des Kongresses den Segen Gottes. D r. S e 1 z e r (Amerika, hebräisch) übermittelt Grüsse und Wünsche des Verbandes der orthodoxen Rabbiner Amerikas und weist darauf hin, dass der Verband, der deo grossen Wert zionistischer Arbeit erkannt hat sich mit grossen1 Eifer an dieser Arbeit speziell an der Aktion für den Keren Hajcssod beteiligt Jakob Thon (Jerusalem, Waad leuml, hebräisch) überbringt dem Kongress die Grüsse des organisierten Jischuw. Er betont diu politische und moralische Bedeutung der Organisierung der palästinensischen judcnhelt, die die natürliche Leiterin der Arbeit iin Lande sein müsse. Leider ist bis heute die Konstitution des Waad leuml und der Gemeinden nicht bestätigt aber wir hoffen, bei der Regierung grösseres Verständnis zu finden. Der jüdische Jischuw im Lande wird den Arabern als Beispiel dienen und auch sie werden sich auf Grund allgemeiner Wahlen organisieren. Dann werden wir von Volk zu Volk sprechen und uns mit den Arabern verständlgen können. Unsere Arbeit Ist eine Arbeit auch zum Wähle der Araber. Der Jischuw erwarte vom Kongress nicht allein dio materielle Sicherung seiner Existenz, sondern er bofit, dass von ihm ein neuer Geist ansgelicn werde. Dr. Jose! Hufeisen (Mähr.-Ostrau) begrüsst den Kongress Im Namen des Zionistischen Zentralkomitees für die Tschechoslowakische Republik in hebräischer und tscho• chischcr Sprache, Dr, Kohner namens der Ortsgruppe Karlsbad. Präsident Dr. Welz mann: Das Wort hat Herr Joseph Co w e n, der dio Gedenkrede für Max Nord an halten wird. (Der Kongress erhebt sich.) Trauerrede für Max Nordau Joseph Cowon (London); Geehrter Kongress! Niemand kann mehr als Ich' 'die Unzulänglichkeit fühlen, von dieser Stelle aus, von dieser Tribüne, von der zuerst Max Nordaus Ruf an uns und die Welt erging, unseren Gefühlen um Max Nordau Ausdruck zu geben. Nicht aus falscher Bescheidenheit sage ich das. Der einzige Anspruch, den ich darauf erheben kann, in Ihrem Namen heute Nordaus zu gedenken, ist, dass niemand, niemand tiefer als ich unseren Verlust empfindet Und dies, obwohl wir in so vielen Dingen verschieden waren. Aber vielleicht mag ich gerade um dieser Verschicdcnhcit willen in der Lage sein, bei dieser Gelegenheit In schlicht« Weise für. unsere Schätzung .des Mem