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Jüdische Rundschau · 1923-08-03 · Heft 62 (3.8.1923) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 62 (3.8.1923)
Date
1923-08-03
Page
– (sequence 7)
Language
German
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JUEDI5CHE RUNDSCHAU Seite •107 »׳ flr, 62 c; ,. a; 0־1 ■1:1 r€״X׳r» d .0:.'׳. w o r t t i 0ך S;!:l (•ף CH r.1>n״?er I, hu'X;וזי mo'״raunsrer ג ihrer j tn, und durch- I ihcnroott dem I so, die | Sn:: 1 ■11,־ en der ן dialiea 1! crr.ic, 1 Volks. T jüdlj Porten: j es. Es üonir.tisenden ingrcßi Kt 31a- | sziniert ן te, mit ן־ Ort gedit ge• fte des e Weile treirtgj einem en, bis ״or wir : :r Kondiesen ist'nafte : n einer tortgreö a1־ ihn 1g der äro es j Organiwarten, ■t cs in ׳ st! Weg ,eithron- ... .:Hinciibnng nur als Illustration dafür dienert, wie die Klari'ji über die prinzipiellen Grundfragen entscheidend ist auch L die einzelnen taktischen Detailfragen, Es kann nicht Sache 1-3 Kongresses sein und auch nidit Aufgabe der vorbcrcitcnjf.a Diskussion in der zionistischer» Ocffentlichkeit vor dem ^niereR, diese taktischen Einzelfragen nt regeln; dies kann r,tf die Exekutive im Verlauf ihrer Verhandlungen tun; was •,!;«n der Kongreß entscheiden kann, was er aber atrdt entmuß, das ist die grundsätzliche Frage, ob der Zioi» seinem heutigen Charakter als revolutionäre Erneuen^psliewcguttg torthestelieii soll. Entscheid« sielt der jioflgreli dafür, daun ist es nur die sclbstvcrstandjgr' Konsequenz, daß die Schaffung der neuen ()tgaiiis.'itionslotineji zur Beteiligung der •״iclit/iomsti- <t;fr1t (truppen an der Aufbauarbeit stets ihre Grenze jj ,Vf Wahrung■ der Prinzipien findet, für die die zionistische Volksbewegung int jüdischen Leben ktimpfl. Man hüte sich davor, diese Fragen aus der Sphäre derprin• j«eilen Betradiimig in eine solche der persönlichen herein/״- tu!?'11 1"’^ a״s der Entscheidung über die kardinale Grundfrage der gegenwärtigen Situation eine Frage des Vertrauens »der Wiiltraticiis gegenüber Wei/mann zu machen. Man kann zu einem ״Führer unbegrenztes Vertrauen haben und kamt ihm weiteste Vollmacht geben in Fragen der Taktik und der einzelnen turmabmcii. Es gibt aber keine Vollmacht für einen Führer in Fragen der Prinzipien, und es bedeutet de facto schon eine Annullierung des Kongresses mul damit eine Zerstörung des j>c£e 11 wärügen Charakters unserer Bewegung, wenn man die intscliesduiig über prinzipielle Fragen dem Kongreß entziehen and einem einzelnen Führer uberlassen will. Es gab keinen!1{«pheten im Judentum, der nicht die Grenzen seiner Vollliiadit in den Normen des jüdischen Gesetzes fand, weil alle Propheten wußten״ daß, so groß ihre Bedeutung für die jüdische Geschichte sein mochte, wichtiger und entscheidender jiif die Existenz des Volkes die Ideen und Normen sind, ,IV den S«m1 seiner Existenz ausmnclien. Es ist ein schlechter bienst, den man einem erweist, der ein Führer des jüdischen Volkes sein will, ihm die Macht und die Vollmacht eines Diktators geben zu wollen. Es hat nie einen Diktator im juJeutum Kegeben, und es wird nie einen geben. Die Erteijung diktatorischer Vollmachten an einen jüdischen Führer vare das Ende seiner Wirksamkeit in der jüdischen Geschichte. Es ist notwendig, in der gegenwärtigen verfahrenen Situation dies zu sagen; nicht mir um des Zionismi;. willen, sondern auch um seines Führers willen. Mail schaffe nicht künstlich einen Gegensatz zwisdten grolle Teilen der Be- «e1״ntg und Btren» Führer, der bis heute noch der Führer der Gesamtheit war. Man versetzt damit ebenso sehr der Bewjfung einen tätlichen Stoß wie ihren! Führer. Und wenn der Führer Vertrauen verlangt von der zioniatisdien Bewcjung, so hat nach den Erfahrungen der letzten Monate auch die Bewegung das Recht, von dem Führer zu fordern, daß er Eli ihr Vertrauen halte. Es gibt eine Basis, auf der das gegenseitige notwendige Vertrauen von Führer und Bewegung sielt tdtr schnell herstellen ließe, und auf der allein unserer liewegung ihr bisheriger Führer, unserm Führer die heutige Bewegung erhalten bleiben kann; das ist die Erkenntnis, daß höhjr als Bewegung und Führer die Prinzipien und der Grundpahinke des Zionismus stehen. Um die Reinhaltung dieses Grundgedankens gelten letzten Endes alle Streitfragen des Kongresses. Wird der Kongreß diesen Grundgedanken in reiner Reinheit und Radikalität sichern, dann wird er damit auch die richtige Antwort auf alle Einzeifragcn gefunden haben. Die jüdische liimvsndcrung nach Palästina itisehen ■ . 1 teran- . g der dieser wieder ׳ es aus durch j für die 1 in der i laß »vir 1 en rm!> j!recken, . dürfen, ן uarheib ן laß die ן es verjt gibt ן e־־* J ser er-; , Mr, Bürge ß erkundigte siel» im Unterhause nach der 1Zahl der aus englisch-sprechen den Ländern im 'letzten Jahre nach Palästina c i n g e w a n <1 e r t e n Juden souj; nach der Gesamtzahl der während dieser Periode in Palästina an gesiedelten Juden. Mr. Qimsbyri.jotc erwiderte, daß die Zahl der im Jahre 1922 aus englisch-sprccltenden Landern ■nach Palästina eiiigewandertcn Juden 200 betrage bei einer Gesamtzahl von 7ST1. Für die Zeit voll Januar bis Mai 1023 belaufe sich diese Zahl auf 34 bei insgesamt 4038. Major Paget: Welche Kosten entstehen dttrd» diese Juden für den englischen Steuerzahler? M. Ormsby-Ciorc: Gar keine. (Heiterkeit). Die gesamten Immigrationskosten werden von den Juden selbst getragen. Major Paget: Was kostet die Erhaltung des Landes als geistiges Heim der Juden? Mr. . ,...-g!■■1■■״. . ״1 ■1׳■e x-L-! ■jj. V Kunst und Literatur T der n: w־-r idar.ken kt rurttar »timüen 3 keine 1 mich n, weil iästinas, Lebens iß wir Iruppen t J-'d״• ntiie.cn ian wir tn 02־ rt l'P rerdett, . Und eß, «i a nicht er anziehen, ►r der tischen r Sitae Prinzip Jditrthc ־te Je• tndimn ize be* wahren!frage״ dietehi 1 Rybacks ״Siädtcl“ | Martin Ruber hat einmal eine Eigentümlichkeit des jüdischen i!Wesens dahin charakterisiert, daß der Jude mehr motorisch \ als sensorisch veranlagt ist — diese Scelcnstruktur erklärt j vielleicht die starke Neigung der Juden zum Expressionismus, j 'Kttonders in der bildenden Kunst. Unter den bedeutendsten j .Repräsentanten modernster Kunst ist eine große Anzahl von Juden, es scheint, als ob gerade der Expressionismus den Juden erst den Zugang zu künstlerischem Schaffen ganz gedfnet hat. In der jungen Generation ist 1. 1. Ryback Gier der talentiertesten Maler; von ihm legt Jetzt der Verlag «Schwellen“ (Berlin) ein graphisches Sammelwerk vor, (,rt «len Titel ״Das Stndtel“ fuhrt. Der Künstler set/.t als cr!tes Blatt einen Grabstein, auf den er die Widmung schreibt; J «Meiner zerstörten Heimat zun» Gedächtnis“ ... J D.us Städtcl ist zerstört, es kann nicht wieder aufstehen. Welt, die schon im Zerbröckeln und in Auflösung war, tat die Vernichtung des Weltkrieges tutd das Toben der weiß- : Nrdistisclteu Pogrom ha mJcn den Todesstoß versetzt. Zer- 11Pf, aus tausend Wunden blutend, in unsäglichem Jammer, Mit sic unter. Es ist die Welt, die das eigentliche Kraft- Rntrum des Judentums, zumindest des letzten Jahrhunderts, aus deren Schoß die bedeutendsten jiidisch-kulturcllcn J-cistungcn und die besten Träger der nationalen Wiedergeburt tarvorgegangen sind, lfm Fernstehenden ist sic hingst ver- Gut, die Welt Mendel es und Scholen» Akcltcnis, diese merk- "ürdige Mischung von naiver Kleinbürgcrlichkeit, genüg• Sa5״cr Lebensfreude, religiöser Inbrunst und gutmütiger Ge•! jjtaftigkeil; wir haben verlernt, über ihre Enge 1111(1 1 Gschränkthcit die Achsel zu zucken, da wir bewundernd vor | "lrcr Geschlossenheit und Lebensstärke standen. Das ״Städtcl“, ' f1c Uciite Stadt der weiten ukrainiscli-podoliscltcn Ebene, i der das jüdische .Lehen sich abspielt, baut Ryback j ’or ״ns auf. Die 30 Kolilcnzeichmmgcii geben nicht illustrative; : ärslell1111gc11, sondern sie geben tiefen Einblick in Sinn : j1״!־. Sein des Städtels. Man muß sich hiitcindcnkcn umj | ■ ־'־'',c.kbeii, um «jpu witUkiia. Anschauung M gewinnen. Orrnnby-Gore; Wir sind nicht darum in P«1ls1!ft», um das Land als ihre geistige Heimstätte zu erhalten, sondern »u» ganz antleren Gründen. Die rassischen icsllrangca In Palästina Der fjondoner Vertreter der ri!!־,■wehen Sowjetregierung bat nach einer Meldung der ״London Post“ bei der britischen Regierung gegen die Veräußerung vcrccliietjener Wohlfa]1rt&- ansialten, -Spitäler, Hotels und anderer Institutionen in Pakimina durdi die russisdi-palästineitsisdte Gesellschaft Protest erhoben. LHe S o w j e t r r g i e r tr n g erklärt, d a ß d i e * c Güter russisches Staatseigentum seien. Jn der au t.or.l Curzon gcrlcltfe'cn Prolrstnole wird gesagt, daß die russi.seh-palästiiieiiSiselic Gesellschaft ihren Hauptsitz nach Berlin verlegt habe, um unter der Patronanz einer Gruppe russischer Monarchisten über Güter und, Werte Verfügungen zu treffen, welche rechtlich das Eigentum der gegenwärtigen Sowjctrogierimg bilden. Obgleich die Sowjetrcgierung eite ihr Palästina und Syrien geschaffenen M a 11 d n t s r c c It t c Englands und Frankreichs nicht anerkennt, müsse sic gegen die Haltung djeser Al;ielttc, durch welche die Verschleuderung russischer Staatsgirier durch die russisch-palästinensische Gesellschaft begünstigt wird, Protest erheben, Gleichlautende Noten wurden and» an die auswärtigen Acmter von Frankreich und Italien gerichtet. Der Bericht des Keren üajessod liir Deutschland Die Arbeit in der letzten Zeit wurde naturgemäß weseiititdi durdi die dauernde Verschlechterung der Verhältnisse in Deutschland erschwert. Wenn es trotzdem gelang, die Ein- ״äuge auch im Monat Juni fast auf, der gleichen Höhe wie in den Vormonaten zu Italien, »0 liegt dies an einer gesteigeriet! Intensität der Arbeit. In Berlin )tat Herr L)r. Hclfmann bei seiner Arbeit weitere Erfolge zu verzeichnen. Um die Aktion in Dresden abzusdilielk'it, ist Herr Pr. Ster mann in Dresden ge- Hieben. Herr Dr, Kaswan hat nach seiner Abreise aus Dresden begonnen, die Ariteit in T|1üri11«?n durchzufüliren. ln Karlsruhe hat I lerr Baciter mul ifcrr Bednowie? ebenfalls die Aktion abgeschlossen, die recht günstige Ileqiitate ergeben hat. Einen außerordentlichen Erfolg?tollt die Arbeit von Herrn band bank und Herrn Krön borg in Mannheim dar. Hier wurde, ebenso'wie in Dresden, zum ersten Male der Gedanke des Keren Haicss׳)(! wirklich propafriert tutd zwar, wie schon gesagt auch mit außerordentlichem Erfolg. Sofort nach dem Kongreß wird eine erhöhte Aktivität cinscizen. Größere Aktionen noch im Herbst sind vorgesehen in: Leipzig. Hannover und Frankfurt a. M. Es wird versucht werden aulier in diesen ,Städten noc.lt in einzelnen anderen von Seiten der Zentrale aus zur Unterstützung der ört)jcl!cn Mitarbeiter HevolliJiächtiftte des Büros zu entsenden. Die Eingänge des Keren jjajc.ssod irrt ersten Halbjahre betragen trotz der UclJentwertung absolut weit njehr als die Gesamteingänge <103 voraiigegangcnen Jahres. Die seinerzeit vom Keren linjexsod eiujjcjeitctc Akt i o n zur A u f h r i 11 $ tj 11 g c i n c r, $ |> c 7 i f i z 1 c r t c n W a - rennt en ge, die für bestimmte Zwecke in Palästina ׳drin• gciul gebraucht wurden, ist nunmehr zuin Abschluß gebracht worden. Ihr Ergebnis ist folgendes: Dem Keren Hajessod wurden zur Verfügung gestellt: 400 Stück Leibwäsche für Männer, Frauen und Kinder; •45'J Paar Socken und Strümpfe; 900 Stück Taschentücher; 52 Stuck Arhcitsanziigc; 30 Stück Sweater und Jumper; I I Paar Schnürschuhe. 73 Paar Hausschuhe, 52 Schlatdccken zirka 50 Waschschüsseln, zirka 120 Taschenmesser usw. Von den zirka in Stoffen, die außer dem oben Erwähnten eiiigegangctt sind, war jedoch i;.־» für Palästina nidit verwendbar. Fs muß überhaupt fcstgestcllt werden, daß eine Anzahl der Spender sich nicht klar darüber waren, daß cs die Aufgabe dieser Waren,־iktion sein sollte, Gegenstände zusamnicnzubringeii, die tatsächlich eine Bedeutung litt׳ Palästina haben, Em 1 eil «!er Keren 1 lajcssod-Fretrudc hat dem Altschein nach diesem leitenden Gesichtspunkt in keiner Weise Kcdtmtg ״eturagen. Abgesehen davojt. daß in einzelnen l allen Stoffe gegeben wurden, deren Qualität schlecht jst, sind eine Menge Ki.uj'ons von Stoffen abgegeben worden, deren klein- Mer 90 cm lang ist, tt;1d deren größter '2--3 m Jang ist. Es sei noch erwähnt, d»H auch abgetragene Anzüge, Mützen und Kragen aus Papicrfadci» ״gespendet“ wurden, um den Aufbau Palästinas zu fördern, im .1!1״cmeinen kann jedoch gesagt wcr-lcn, daß weitaus der überwiegende Teil der Waren guter QmlLäf sind und für Palästina verwendbar. Es wird versucht, die unverwendbaren 1 Gegenstände gegen verwendbare (speziell Manchesterstoffc) I cinzutaiischcii. Ryback erzielt mit sparsamen Mitteln die stärksten Raum- Wirklinge״. Man fühlt die Enge der Gasten, die Morschheit der Gemäuer, die Armseligkeit des Alltags, die Beschränktheit des Horizontes, 11t,»11 siebt die gekrümmten Gestalten, auf deren breiten Rücken taiiscmljäürigc Lasten drücken, aber matt fühlt doch and» den Zug ins Weile, die kosmische Geborgenheit, die sinnvolle Einordnung, Die Seele des arbeitenden Menschen, der rechtschaffen!eine faßliche Aufgäbe tut, der Geplagten und ewig Hoffenden, aber auch die Seele der Geborgenen, die Hingcgcbencii, der Feiernden und Betenden wird hier Gestalt. Die Idylle des Franenltatiscs, der verzerrte, mit Granen vermischte Humor der verlogenen IIciralszercimmicn, die Ekstnse des Gebetes, der Eifer der lernenden Kinder, über die der Mclanteil wie eine Spinne gestülpt ist, Herbst und Sommert,»g, Werkstatt und Gasse, Ziege und Pferd, das alles gehört zur verseil windenden Romantik des Städtels, die Ryback uns verführt. Dieser Maler sollte Memic'.e illustrieren. Das Werk hat eine entsprechende Ausstattung gefunden. Der Verlag hat äußerste Sorgfalt in der Ausführung der Blätter walten lassen. So bildet dieses Werk ein imposantes Album'' (Größe 35x301, das allen, die zu dem Stadfel ein sentimentales Verhältnis — sei cs aus eigener Erinnerung, sei es atts neu ankiitipfendcn Sympathie-Gefühlen — haben, ein lieber Hausschmuck sein wird. Darüber Itiunus aber als eines der merkwürdigsten Produkte der modernsten jüdischen Kunst Aufmerksautkeil n:!d ‘Scltützung verdient. M. T, f י, •י.— . " «-* Bücher sdia« Dia Ethik des Judentums. Au»zi1g« aus dem ״Buche der Frommen“ des R. Jehuda JI ac 11 a s s i d. Zusammen■ gesicht und übersetzt von Prof. Dr. jk. Sulzbach. Franktmt «. M. 1923, Sänger & Friedberg. V|ll und 86 Seiten, Grundpreis 2 M, Her/cnsi'rümmigkeit und Wcltklugbcit spricht aus dem Rudi. Nicht wie in ehassidiscbeii Schriften, wird jedes Tun in magisches Licht getaucht, _ sondern einer von den ganz des- Lhisiouiortcij Kennet״ (wie Koiieletit oder Jonathan Swift) , menschlicher Schwäclie, der daljei rin gläubiges und hebendes Herz hat -■ man wird oh an Badtia erinnert gibt pr3ktische Lebensweisheit. Dabei ist der Geist des Verfassers Verdoppelten des Cror.dlisplfals der IrbeKerliaiik MR dem Ende d« ersten Rechnungsjahres der Arbeiferh.1!* war auch die Unterbritigitng der ersten Aktien-Serie Von 300000 £ beendet. Jetzt wendet sich die Arbeiterbank mit einer zweiten Serie ihrer Aktien an die Ocffentlidtkeit. Die finanzielle Seite der Tätigkeit der Ikjnk kann man in wenigen kurzen Sa Pc 11 charakterisieren. Im Laufe des ersten Jahres verkaufte die Hank die gesamte Aiuah) der Aktien, die sic im Griindiinpsj.ibrc auszugebcu Irereditigt war: 30 000 Aktien. Im Laufe des ganzen Jahres — eines wirtschaftlich nicht leichten Jahres — *!־litt die Bank keinerlei Vcjiusie durdi ihre Kunden. Sic beendete das Rechnungsjahr — nach Dezabiung der Zinsen auf ihre Dc!)0sitengelJcr — mit einen» Cie »v i n 11 von 975 £, Die Hank, die so klein Iregonnen hatte, erreichte am Ende des Jahres ein Akiivum yrm 81 000 £, und der Ocsamtnmsa I z betrug 1/ג Millionen Pfund. , Dies ist nisaininciigedrärigt der finanzielle Rechenschaft^• bericht der Bank. Wiriiiigcr aber als der Geldgewinn ist der kolonisntionswirtschaftliche Gewinn, der Platz, den die junge Bank bei der Schaffung von Arbeitersiedlungen und ihrer wirfschaftlkhen Fundierung (innahm, der Nal/cn, den die Bank dem ökonomischen .Schatten der Arbeitcrsdiaft brachte, ihr Anteil an dem al!sen»ein0n kolonisatorischen Siedlungswerk. Pie Bank arbeitet nicht auf philantropischer Basis, sie er« wjes *len Arbcherwir׳,schäften nicht ״Wohltaten“, sondern sie fand den Weg, den landwirtschaftlichen und den stadtisdten Arbeiter-Siedlungen durch Gewährung eines gesunden und sicheren Kredites zu helfen, der zur Zeit und ordnun i*- gemäß zuriiekgezahlt wurde. Hie'׳ einige Ziffern: Im Laufe des Ketlumngsjaltrcs gewährte die Bank an fot• gendc Arbeiterschaft en Kredite: 1, an die Bau-Kooperative durdi das Amt für öffentliche Arbeiten, das '2 500 Arbeiter beschäftigt 74 000 £ % an die landwirtschaftliche Kooperative durdt die InuivGrt״ «chaitliclic Zentrale, an Kwu/.otli und Einzel-Siedlungen, die 1 600 Arbeiter besdiäftigen, 51 000 £ 3. in industrielle Kooperativen (durch die städtischen K'ooperativen und den IGlästina-Arbeiterfomls) 12000 £ 4. an dje Konsum-ücnossenscliatt durch den ״Hamasdtbir“ 10 < 00 £j 5. an verschiedene Arbeiter-Institutionen (Krankenkasse, KiiHur Kominission, Pa'ästina-Arbciterfoncls und Lcihkasse) 5000 £ Es gibt heute keine einzige kolonisatorische Arbeiter- Siedlung, keinen einzigen Arbcitshctirieb in der Stadt und auf dem Lande, keine einzige Institution der Arbeiterschaft, die in ihrer Existenz und in ihrer Tätigkeit nicht durch den gesunden Kredit der Arbeiterbank Hilfe gefunden hätte. Dabei ist es wichtig, zu bemerken, daß diese Kredithilfe für die Arbcitcrbetricbe in einem Jahre der schwersten Wirtschaftliehen Krise eröffnet und gewährt wurde, das in einem Jahre, das alle ökonomischen und iinanrie.le.1 Institutionen niederdrückte und den Umfang ihrer Tätigkeit in großem Maße begrenzte. Dank der Kieditc der Bank, die zur rechten Zeit gewährt wurden, gelang cs den bestehenden Betrieben, nidit nur sich zu behaupten, sondern cs gelang den Institutionen der Allgemeinen Arbeiter-Organisationen, der LandwirU.haftlichcn Zentrale und dein Amte für öffentliche Arbeiten, an neue große Taten heranzutreten: die Errichtung der neuen landwirtschaftlichen Sied-!itgcun in der Jcsreel Ebene: J.in Charod, Tel Josef, Nahalat, Klar Jccheskel, Betlt Alfa, Giw’a usw. und die Erbauung neuer Stadtviertel: das Viert«! der ״Wohnungsloseu“ in Tel-Awiw, das Stadtviertel Borodiow, das Viertel ,,Bonelt Baitii“ in Jerusalem und mehr. Durch die getreue Hilfe ihres finanziellen Institutes, der Arbeitcrbauk, die t111.-.erem Ökonomischen leben frisches Blut zuführte, gelang t% der Arbeiterschaft, in den Tagen schlimmster finanzieller Bedrängnis unsere Ökonomische und kolonisatorische Stellung zu behaupten, das Bestellende zu befestigen und von Fall zu Fall neue An lange hinzuzufügen, die Bau-Tätigkeit zu erweitern, das laiidwir'sdtaftliche Area! zu verbreitern, neue Wirtschaftszweige zu c!öffnen, die Einwanderung und Arbeit»• mbglichkeiten im Luide zu vermehren. Die Tätigkeit der Arbeitcrbauk war in den Grenzen ihrer Möglichkeit' eine njuximale, Aber ihr Kapital, so groß cs audT für eine so junge Arbeitcrinstitution in einem so kleinen und armen lande sein mag, genügt keineswegs für ihre Aufgaben. ganz atjs jüdi-ibem Erbgut genährt und drückt sich nur in Formen uijd Bildern der Tradition aus. Was für diesseitige, ratwissende, gütige und gläubige Menschen waren doch diese deutschen Rabbiner des 12. Jahrhunderts, von denen keiner im ״Buche der Frommen“ mit Namen genannt ist. Man ist Prof. Sulzbach zu Dank verpflichtet, daß er aus dem Sefcr hachasskfun deutsche Proben gegeben hat. Nur will mir der Ilaupttitcl ״Die Ethik des Judentums“ nicht passen. Gewöhnen wir uns ruhig solche Cltidduscltim wieder ab, die inan vielleicht vor 3«) Jahren sogar auf R. Jehuda aus Rcgatsburg aiiwrndett zu müssen glaubte. Es iat übrigens sehr fraglich, ob man aus Sulzbadts ״ethischer“ Auswahl Jehuda bacliassid allseitig kennen lernt, Pom Leser des |üic|1!uns mochte ich empfehlen, die 89 Seiten nicht ohne Unterbrechung hintereinander zu lesen, sondern etwa jeden Tag ein Kapitel. — |!n folgenden einige Proben: ״Dieses inner« Sündigen kann noch schlimmer sein, als die ständige Tat, <it e-c muß noch nicht zur Gewohnheit werden, al>er das Spielen der Phantasie mit der Sünde wird zu einer sehr schwer wieder,׳ugcbciulcn Gewohnheit, die einen ewigen Anreiz zur Sünde bietet, dem schließlich nidit mehr Wider• stand geleistet worden kann und zu einem reucloscn, sündiget» Lebe״ führt.“ (Seile 21.) — ״Der über mehr Worte verfügt als über Verstand, steril! unter der Herrschaft seiner Worte, dessen Verstand aber wei er reicht als sein Wortschatz, ist der Herr seiner Worte." (Seite 28.) — ״Else 1190 rühme mau nicht einen Reichen in Gegenwart eines andern Reichen, nicht einen kunstfertigen Schreiber in Gegenwart eines ־״!eichen dieses Berufs, um) so verhalte dich in gleichartigen Fallen, denn in» Rühmen eines Fad»• und Statj<feskoiie״w1 empfindet jener vielleicht für sic!) ritte Zurücksetzung. Dies gilt aber nur im allgemeinen, vor einem f;ottc;fürrhtige1t jedoch däifst du den andern pkjclten Standes oder Faches rühmen, denn ein solcher Mann wird keinen Neid auf de» andern spüren, er wird vielmehr daraus die Lehre ziehen: ״Ich kamt noch immer lernen lind will nur, iwjeii) ich mich zu vervollkommnen suche, jenen zun» Muster nclimett," (Seite 31.) — ״Oft ist eit! Darlehen dem Armen mehr wert als ein Geschenk, Ein Darlehen wird ihn snspori'CJl mn Arbeiten, so daß er seine Schuld abtragen kamt. Ist er djintt wieder einmal auf Hilfe angewiesen, kam* er sich 0|1»c Scheu an seinen früheren Darleiher wenden. Hat er aber ein Geschenk erhalten, so wird ihn, der doch kein Beftjer seit) yijl, die Scham zurückhalten, sich an den Geber zu wenden, wenn er der Hilfe bedarf.“ (Seite 38.)

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