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Jüdische Rundschau · 1923-08-03 · Heft 62 (3.8.1923) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 62 (3.8.1923)
Date
1923-08-03
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 394 0 ED I 5 C HE ' RUNDS CH A t7ץ! Kr. 83 ן Zionismus und Islam Von Eugen Hoc fl i eh. Der bekannte Autor läßt demnächst ein Buch: ״Die Pforte des Ostens“ erscheinen, in dem *uch ein Kapitd über ״Die Araberfrage“ steht. Dem Kapitel ist als Motto ein arabisches Sprichwort vorangcstcllt: ״Die Liebe, die der Feindschaft folgt, ist die süßeste,“ I ioeflieh wendet sich scharf dagegen, daß die Parole der Verständigung mit den Arabern vom offiziellen Zionismtis völlig gedankenlos angenommen und als wenig verpflichtende Phrase gebralicht wird, wenn gerade die taktische Situation cs zu erfordern scheint. Er zeigt, riali nur die tiefe Verankerung der Idee des pannemitischen Bundes im Volkshewußtsein beider Völker die Hahn für die Verständigung freimacht. Wir geben nachstehend den Schluß dieses Kapitels wieder. Red. ״J. R.“ t. Die weihende Kraft des pansemitischen Gedankens kann tliifi auncrordentlich große sein, wenn die richtigen Menschen *u Ihren Missionaren werden. Der richtigste ,Mensch am hier richtigsten Platz aber ist der jüdische Arzt, der nach Arabien gebt, Heil und iitflung in verständiger, liebevoller und selbstloser Weise bringend. Nimmt eine auserwählte Zahl jüdischer Acr/Ie — Kenntnis der arabischen Sprache ist natiir- Jiclw Voraussetzung — im vorderen Orient den Kampf gegen Elcud und Krankheit auf, ohne zwischen Arabern und Juden zu Unterscheiden, dann ist für die Idee der Wicdcrcbmirr.clung ,des Judentums im Orient mehr getan als durch die Gründung von hundert Fabriken, mehr als durch die Existenz jüdischer! Bataillone, denn nicht das Schwert des Legionärs, nicht die Divijtendc des Aktionärs, sondern das Skalpell des Arztes wirdl die brüderliche Liebe des Arabers erwerben. . . . , Dan;» erst kann der Kampf um die Eigenart des Orients aufgenommen werden, den weder Araber noch Juden gesondert führen können. ״Mit der anglo-ügyptischen Herrschaft brach die Welle des Levantinisnius über das Land, die alles zu verschlingen droht“, schreibt Ahroitowicz, Hapoüt-hazairmaim von grollen Fähigkeiten, der durchaus nicht englandfeindlich orientiert ist. Diesen Levantinisnius, diese Gefahr des lcvantinixchcn Ghettos abzuwehreit, kann nur einem semitischen Kulturbund getingen. Bricht dieser Kampf nicht aus, dann verfällt das Arahcrtmn Palästinas einem kulturellen Bastarddasei'j und das Judentum wird zum Komprnderotum der fcrnaisiatisdien Küste.! fc's ist sicher, das heißt, wir salten es bereits, daß diese Bemühungen auf den nachhaltigen Widerstand eines gewissen Teiles den arabischen Volkes stoßen müssen, denn die Verhetzuug dvreh die ihrer Mission überaus bewußten Agenten hat weite Fortschritte gemacht. Dennoch ist der Kampf nt führet», denn der Sieg ist nur eine Frage der Zähigkeit und der Lauterkeit des Herzens. Patriotische Dcsperqdcros und Dunimköpfc, Figuren, wie wir sie auf beiden Seiten sehen, können woltl stören, nicht aber hindern. ״Hand in Hand weiden die beiden Brudervölker •der glorreichen Zukunft der semitischen Rasse zustreben'‘, sagte der Araber Abdallah 1mskor>i dm Grabe Goldzihers . . , Ziisammeitfassend sei wiederholt: Der heutige offizielle Zionismus Ist ein Kind ursprünglich jüdischer (orientalischer) , öefühlshalfung und okzidentalcr Not, ist Judentum in der Konzeption und Europa im Willen und in der Taktik. Was das jüdische Gefühl fand, nahm der von jahrhundertelanger Unfreiheit durch die Höllen der Aufklärung und Emanzipation , zur plötzPcheti Freiheit gekommene, mm dem Levantiner nicht ferne Jude des Westens in sicli auf und mußte diesen Gedanken seinen äußeren Erfahrungen gemäß, in die Formen, die ihm geistig zur Verfügung standen, in die europäischen Formen gießen, dem Maehtgedanken unterordnen, fo mußte )er alle .seine Möglichkeiten auf den Clmrlcr einer auf die Bajonette gestützten Mavid netzen. Später erst wurden , Stimmen laut, welche die Verwirklichung durch Macht grtmd■ . sätzlich ablehntcn, Es waren die Stimmen jener, welche :die Araberfragc als erste aufgeworfen hatten, weil sic schon im Blute sich dem Araber nahe wußten. Die November- 1 zionisten aber lachten der Ideen des März neunzclinhuudcrt-; zwanzig und lachten Bebels Wort: ״Auf Bajonetten kann I tnmi nicht sitzen.“ [ Der Zionismus erkannte nicht, daß die ihm widerstrebende ' neue nationalarabische Bewegung ein eigengesetzHches Leben ' führe, erkannte nicht, daß eine Bewegung, die krampfhaft einen vom Westen orientierten ״Fortschritt“ programmatisch I vertritt, der konservativen Eigentümlichkeit des Islam, der alles Leben und Denken bestimmenden religiösen Einstellung des Arabers entgegengesetzt sein muß. Wann immer aber!und wo immer man mit einer Bewegung zu kalkulieren hotte, mußte man, um eiten mit ihr rechnen zu können, vorerst ihre!'Gesetze ergründen, denn keine Bewegung ist anatomisch.!Hier mußte erkannt werden, daß diese religiöse Einstellung ,das Urelement der kämpferischen Bereitschaft des arabischen;Volkes, von den ersten Chalifen bis zum Mahdi, bis in diese unsere Tage ist, daß sie der gewaltige Puls dieses Volkes ist, den man, trotzdem er stellenweise unerhört stürmisch schlägt, :unterschätzte und krassem Unverständnis mit ökonomischen •oder politischen Mitteln zu parallisicrcn suchte. Ockonomische 'oder politische Mittel zur richtigen Zeit richtig angcwcmlct, können wohl über einen toten Punkt hinaushclfcn, nie und nimmer können sic sittliche Energien ersetzen, die allein in die ,Tiefen wirken, ohne die keine Handlung zum letzten Ziele [führen kann. Ist die Basis der ■arabischen Bewegung, das•!bestimmende Grundelemenl des arabischen Nationalismus, der [religiöse Trieb, muß auch der mit ihr in ein Verhältnis ,tretende jüdische Nationalismus eine Bewegkraft ebenso starker sittlicher endogener Potenz habe״: ist es nicht die Religion, -darm muß cs eine aus dem Zentrum des Geistes- und Ge• fühlskbens «iisströmemie Emanation sein, deren Qualität eine Vcigleirbsctzimg, ein Verhältnis mit dem religiösen Gefühl des Arabern erlaubt. Der einfache Wunsch, eine jüdische Nation nach dem Muster irgendeiner europäischen Nation auf eigenem Boden wieder cinzusetzeit, kann aber kein sittlicher Grundfaktor von absolut moralischem Gehalt sein, denn er ist bedingt, affekthetont, keine sittliche Angelegenheit an »ich. Wird mm in der Araberfrage etwas unternommen, dessen Effekt über den Tag hlnausrdchm soll, muß es ein Appell an das sittliche Ideal sein, an jenes Ideal, das, einmal erkannt, die Rede vollends revolutioniert, um einen Aufstand der Liebe gegen das entmenschlichende, absolut unsittliche Ideal der mchrwertwcckcndeii Weltanschauung hervprrufpji, Wir hber nie eine Weit bewegt weplen kann, ehe der Angelpunkt fixiert ist, muß auch hier der Standpunkt eindeutig 1u!d einfür allemal festgestellt werden. Die Grundlage des heuügen Oriente, di«, htetorisch erwafitesa und aus der Hisiotie noch aus wirkend, das vielfältige Leben dos Ostern auf eine Linie reduzieren, mfrren erfaßt werfen, dann erst ergibt sich überhaupt eine Möglichkeit, sich mit den Trägern dieser Idee atrcumdcrnme tzen*), Es war ein schwerer Fehler, Erkamtnisse überspringen zu wollen, der schwerste, sich der Erkenn tu is zu verschließen, daß der Orient auch heute noch eine Materialisation des religiösen Gefüllte großer, seit wer beweglieber Volksniar.scn darf,teilt, daß hier jedes Gesetz der Gemeinschaft und jedes moralische •Gesetz des Einzelnen einem zutieftst, mitunter gar nicht bewußten religiösem Gefühl entstammt. Wenn nun da« arabische Volk Palästinas vor ein neues Problem gestellt werden soll — und ein solches ist ja der zionistische Wunsch — muß vorerst die Frage gestellt werfen: Wie!st dieses Neue auf den vorhandenen religiösen Fundamenten aufztibaucn? Auf diese Fragestellung hat das Judentum, das dem Arabcrtuin doch so unerhört nahe Judentum völlig vergessen, denn es hat in dem Augenblick, als ihm gestattet wurde, den gelben Fleck mit dem europäischen Gewand« zu .vertauschen, auf seine eigenen religiösen Grundlagen vergessen, cs hat darauf vergessen, daß auch im Judentum das gesamte Geistes- und Gefühlsleben, ja selbst das profane Lehen des Tages auf das religiöse bcstimmte Gesetz und auf das religiöse Erleben gestellt war. Die dem gegenwärtigen Geisteszustände der modernen europäisclien Stadt kongruente Geringschätzung von Religion und Religiosität hat das Judentum ergriffen, und aus dieser Assimilationserscheinung heraus wurde der Isiain, das einzige treibende Movcns des Ostens unterschätzt, übersehen, gering geachtet. Dies ist eine der Hauptursachen der inneren Verhältnislosigkeit des durchschnittlichen zionistischen Parteigängers zum Orient und seiner absoluten Verjiältuislosigkeit zum Araber. Die Notwendigkeit, gesellschaftliche und geistige Zusammeniiange ׳ zwischen den Trägem der beiden Volksgcmcinschäften Palästinas, unabhängig von den wirtschaftlichen, zu erzwingen, wurde schon oben angedeutet. Diese Brücken sind aber nur dann haltbar, wenn das religiös bestimmte Volkscmpfimlen sich mH der Existenz der jüdischen Gemeinschaft abfindet, sic sanktioniert. Nicht der Scheich, nicht der Effcndi, nicht der TJIcma muß in erster Linie sic ancr• kennen, sondern der Volksinstinkt, Ehe also der Islam den Zionismus nicht anerkennt, che er ihn nicht mit sich In Einklang gebracht hat, ist an eine stabile Verankerung des Judentums im vorderen Orient in. E. nicht zu denken mit Gewalt ist sie überhaupt nicht durclraisetzen. Diese An- «rkennung kann eine stillschweigende sein, wie ja der Islam schon andere, größere Bewegungen stillschweigend sanktio■ nierte. Vor allem muß also das Idsclim» (conscnsii* ecdesitr) enureten, dann erst kann Ruhe ciutretcn. Der Bolschewismus, der unter den denkbar günstigsten Bedingungen, zu einer Zeit, da die entflammenden religiös-nationalen Frcihciisbcwegtmgen des Ostens ihm Hilfsfaktoren gewaltigen Ranges zu werden versprachen, seine Propaganda im Orient begann, mußte bald fiihicn, daß er nennenswerte Fortschritte nur mit Hilfe des Islam, nie und nimmer aber gegen ihn machen könne. Was dem Oestlcr mit seinem religiösen Empfinden nicht ver• einbar erscheint, ist ihm verdächtig, deckt cs hingegen die grüne Fahne, dann Ist er bereit, seine religiöse Begeisterung zum Fanatismus zu steigern. Der Engländer wußte das, Seine erste Tat nach der Besetzung Jerusalems war die Zernierung des heiligen Platzes Haram eseb-sdierif, und nie und nirgends hat er die religiösen lünjächtunprcii der Unter• worfelten berührt. Die Italiener in der Cyrenaica stellen mit den Arabern verhältnismäßig gut, weil sie in ehrlicher und vorsichtiger Weise den reiigiösgesetzlichen stafus quo un■ angctaslct lassen (soweit sie überhaupt nach, Schritt lür Schritt zurückgedpäugt, Einfluß besitzen), und selbst die politische Macht des in ■dieser Beziehung höchst ui'grmüt liehen Ssenussijcordcns zu schmälern nicht versuchten. Die erste bolschewistische Propagandawelle mußte verebben, weil sie okziijeiitalf, areligiöse -י sogar antireligiöse — Tendenzen auf den Osten überleiten wollte**). Weder billige Aufklärung noch Irgendwelcher Parte Sozialismus kann diesen Conseils erschwingen, Gewalt kann ein Volksempfinden nichl bredien, und diplomatische Kniffe können cs nicht hintcrlisten; hier ist cs nicht mit Gleichgiiltigkeit und auch nicht mit einer aus einem europäischen also auf durchaus andere Verhältnisse ciiigcatelllcn — Partei- Programm stammenden Forderung ״Religion ist Privatsachc1 getan, denn alle Indifferenz rächt sich auf Erden, und liier wird selbst die Privatsachc zur Religion, Man müßte dieses wichtigste Problem des neuen Juden fums in Palästina von vielen Blickpunkten aus betrachten. Ich leugne cs auch nicht, daß die ökonomische Einstellung dazu von ganz besonderer Wichtigkeit ist. Aber, dies sei nochmals betont, sie ist nicht das wichtigste, sie ist nicht die erste Einstellung und kann es nicht werden, solange die Menschheit sich nicht zu einer ausschließlich den Gesetzen der Mechanik unterworfene Maschinerie gewandelt hat. Solange die Menschen Leidenschaften in ihren Herzen liegen, alte .)lange werden weit feinere, weit menschlichere Schwingungen sie verbinden oder abstoikn. Sie zu erkennen, mit i.mcn zu rechnen und ihnen gerecht zu werden, ist der Grundstein zu einem Ge bäuue, da« wir uns weit herrlicher, weiter 1111(! ewiger denken, als das, in dem wir zu leben gezwungen sind, auf dessen Pliinen nur mit Blindheit Geschlagene in Palästina neu bauen wollen. Die organische Lösung des Araherprnhlcms hl der Priifsfein auf die praktischen Möglidtkcilco des Zionismus und auf seine sittlichen Antriebe, Mit ihr fällt und mit ihr steht der Zionismus, der mehr sein will als das Programm einiger Kolonisationsvereiuc. Das ist das Axiom, das in Erz gc• graben über dem Tore jedes beth ,am Palästinas, wie in jedem Sitzungssaale europäischer Parteizionisten stehen sollte. Nicht allein die sechs- oder sieben- oder achtmalhimderttauscnd Araber Palästinas rufen uns diesen kategorischen Imperativ zu, nicht allein die hinter ihnen stehenden Millionen Volk*, genossen von Aegypten bis zum Archipel, sondern auch d« Zukunft der Millionen des asiatischen Kontinents, die unse״. Brüder oder aber unsere erbitterten Feinde werden könne!, die uns einst mit den Europäern, wenn die Stunde der Be. freiurig anbrechen wird, wegfegen können. Nicht allein den praktischen Gründen, welche die Verwirklichung zionistischen Wunsches bedingt, auch aus den wahrhaft tiefo*!! Gründe״ moralischer Imperative, die aus den '׳erklingende, Fernen unserer Vorzeit malmend an unser Herz dringe. Welche Anbisse den Einzelnen bewegen, sei seine Privatsache'[ das Ergebnis sei das gleiche: ein Bruderbund arabischer und jüdischer Gemeinschaften im ■freien arabisch-jüdische, Palästina. Das ist der Sinn des Zionismus, der mehr sein wj als eine philantropischc Bemühung mit diplomatischem App!r^ und einem tausendjährigen oder erst letzthin entdecktem Pm, granim. Das ist der Sinn des Zionismus, der Wächter sei« muß an der Pforte des Ostens. gungt ׳ pol V 1. ‘ **) Das englische Weißbuch über die Maitmniftcn!921, das zwar parteiisch genug (st, bemerkt trotz allem sehr richtig, daß zwischen den jüdischen Kolonien und den arabischen Nachbardörfern kein feindliches, sondern überhaupt kein Verhältnis besteht. Dieser traurig« Zustand der Vcr|1|i:t1|isl0fiigkeit zwischen Juden und Arabern existiert auch in den Städten, Er ist!11. E. eine der Hauptursachen, di« eine mjiuiiter groteskunsinnige Hetzpropaganda ermöglicht, da nicht nur die Juden Über die arabischen Verhältnisse tininformiert sind, sondern auch umgekehrt der Araber vom Juden nicht viel mphr weiß, als (lull er dem nicht sehr beliebten Europäer verdamm{ ähnelt — und ihm zu gleichen stell bemüht, **) So soll unter anderem auch der unsinnige )’!,וון bcstan• den haben, die SäkuUrisierUBg (Jcr Wakuf(Ewkaf)glH«r p». £<asm14iud) zu verfang«»{ ' Jüdische Wcllldllskonlereni (Offizielles Kommuniques.) Am Sonntag, den 29. Juli, hat in Ma rienbatj, unter dem Vorsitz von Herrn Prof. Simonsen, die Eröffnung der jährlichen Sitzung des Zentralstes der Jüdischen Wclthilfs. Konferenz, stattgefumlcn. Es waren anwesend: Prof. Simon, seit (Kopenhagen), Leo Motzkin (Paris), G. B. Siiosberg (Paris), |. R. Jciroykin (Paris), Wl. T io in k in (Berlin), Dt. D. Jochclmaiin (Löndon , Rabbiner D'r. Cliaies (Wien), [*, Alfred Klee (Berlin), L. M. Bramson (Berlin) W. Lat?W (Berlin), Dr. Wismeycr (Prag), Dr. Fano (Italien), Dr. Netni• rower (Bukarest), Dr. Ken Nathan (Berlin), Dr. J. Brut» kns (Kowna), Dr. Ifelmann (Riga), Dr. Kraemer (Czcrno■ witz), Depot. N. Prilutzky (Warschau), Dr. Rachmilcwitsch (Kowno), L)r. Stein (Bratislawow), St. Kan. Grin (Brünn), Frau Buchmil (Paris), Dr. Adler (Rußland). Die Ankunft der übrigen Mitglieder wird morgen erwartet, Es sind Begrüßungsfeier ramme eingegangen vom Haupt. Kommissar der. Völkerbundes Herrn Fridtjof Nansen, ii! dein er seinen Dank für die außerordentlich nützliche Mitarbeit in der Hilfsaktion ausdriiekt, vom Internationalen Roten Kreuz, von der Internationalen Union für Kinderhilfe (Genf), sowie von einer ganzen Reihe jüdischer Organisationen. Die Tagesordnung enthält Berichte über die Hilfsarbeit in Rußland, die Fragen über die weiteren Formen der Kinder• Hilfe in Rußland, Entwicklung der rekonstruktiven Hilfe, Oe• simdlieitsscluitz, Emigration, Kulturarbeit unter den Juden und verschiedenes andere. Auf den Vorschlag der Delegierten aus Italien hin wurde in die Tagesordnung die Frage über die Studenten׳ hiife in Zusammenhang mit acr Verbreitung des nuttien» clausus eingesetzt. Am Schluß begrüßte der Vorsitzende der Exekutive Herr l.eo Motzkin den Herrn Prof. Simonsen zu seinem 70. Oeburtslage. In seiner feierlichen Rede bemerkte Herr Motzkin, daß er in der Persönlichkeit von Herrn Prof, Simonsen «inen verdienstvollen Gelehrten, sowie einen großen Philanthropen und einen unermüdlichen Kämpfer für aie Rechte der Juden begrüße. Tief gerührt hat Herr Prof. Simonsen seinen Dank nusgedrückt. In der nächsten Sitzung folgt ein« ganz« Reihe »01 Berichten. Presseschau QrganlsotioissproMme fm ״Jüdischen Volk“, dem offiziellen Organ 4er Z®׳ nistischfii Organisation in Amerika, bespricht Dr. S. ptrn• stein die organisatorischen Aufgaben des Kongresses. Er verlangt die Wald einer höchstens fünf- bis sechsgliedrigen Exekutive, welche innerlich homogen sein müßte und zwir durch Betrauung einer Person mit der Bildung der Exc• kutive, analog der B« liauung eines Ministerpräsidenten mit der Bildung eines Kabinetts. Sollte dann der Fall cintretcn, da8 ein Mitglied der Exekutive mit den anderen nicht mehr übereinslintmt*. so hat es die Möglichkeit des Rücktrittes hzw, ist die Möglichkeit ge״ eben, es zum Rücktritt zu zwingen. Bern» stein befaßt sich auch mit dem Actions-Comitf, dessen Ab׳ Schaffung er verlangt, »um mindesten in seiner jetzigen Form, die sich nicht bewährt habe; er verlangt den Ersatz de* Actions-Gomitccs durch eine vom Zentralr&t zu wählende Körperschaft. Sehr energisch spricht sich Bernstein gegen die Ablösung dc$ Keren Haji&sod von der Organisation aus. Zwar könne mau in Verbindung mit der Jewish Agency auch zum Keren lla cssod einflußreiche Kreise heranziehen, aber ״der Keren Ha:es$od wird *in zionistischer Fond* sein oder er wird nicht *ein“. Theodor Hentl's TagebBcber In der ,.Frankfurter Zeitung“ vom 13. Julj 1923 veröffentlicht Rohert Weiß einen Aufsatz über Herzte Tage• bütlicr. Die Redaktion nimmt zu diesem Aufsatz in «net Vorbemerkung Stellung, in der sie erklärt, daß sic sich mit der Slclluitgsnahme des Au'ors zum Zionismus nicht solidarisch erklären kann, bera unangetastet läßt, was er über dal Menschen Herz) sagt, Weiß führt in seinem Aufsatz am, daß man beim Lesen der Tagebücher nicht so sehr auf die Ohcrtöne hören dürfe, als auf die sehr wertvollen und dem aufmerksamen Leser bald auffallenden Unierlönc. In licrzl!:äftc das bis dahin passive jüdische Volk einen Sprecher geimidcit, der es unternahm, das Volk in seiner physischen und psychischen Eigenart vor dem Untergang zif retten, und der anrl» die religiöse Bt'rictituiig der Heimkehr dieses Volkes nach Palästina in ihrer ganzen Grolle cinsdiälzte. Herd "״ Journalist und kannte als solcher das ganze Getriebe europiischer Politik und Diploma'ic. Er konferierte mit Fürsten und Ministern, aber cs gelang ihm nicht, die jüdische Haute finatic« für seine Idee zu gewinnen. Begeistert« Zustimmung jedoch fand er hei de.1 judme.lieu M,1s>en, die ihn anläßlich seine? Besuches hei l'lehwc enümsias’isdt begrüßten und ihn die ganze Liebe fühlen ließ, die sie ihrem Befreier entgegcnbrachtcn. Aber er verbrauch.e sie in einem aufreibenden Kumpf« gegen nicht* jüdische und noch mehr gegen jüdische Fpintjc, gegen atttt• seniilischcii Haß und jüdische Gleichgültigkeit. In Jderzl klam (•in Widerspruch, Er ist völlig im Europa des ausgehenden 19. Jahrhunderts verwur/el*. Der Geist seines Volkes*erstrahlt ihm nur aus dom Unbewußten. An diesem Widerspruch krankt die Bewegung, die er schuf. Ins zum heutigen Tage. Demi ״d׳c Renaissance des jüd selten Volkes kann nur in Paläsmj» gelinge)!, we1!n die Tradition seiner uralten Kulturgeschichte unvermindert weitcrgcgrtwi wird, nur jn ihr scnltHnn1tr» die Kräfte geistig religiöser Neuerung“. <.׳!(. T ־:; ■׳1 •3 i1’ ■ 4. “ ' י('Bete■: ־ <dcrj wiche' •drin r lteh« 0, rw Dclu.U :׳•«ollci ו»neue such:/ ״■-)Gel ׳;»wer , Kon )ן• für :׳,! BiuEi eine■')« inst«11 tige’ / ־; n beso Gel«! >,׳ f Ker i undi -er : Hk1 1 •׳ ij ־, die! bis . fl'!11•! wie! 1״,M!. Palit -;■M des 1׳'f ,! erh:; ־1 v!: ׳; auc; Auf, 41' bcs «■'1־ L Kol 5 ־: :׳n * Kei i־i:. 1״! I ■ übe i:tf ׳!; A falb! wie' 4׳ >J4 die t'1 jest' ' (■)1;׳' £ 4 f! karj stc: alle) bat! Ha, gai; dei‘ Pa'f Di י mt dk •/, ür ift fal K- Kleine Nachrichten Dia A*gyptischa Regierung lut beschlossen, •1יי Lehrerseminar |u Kairo Hebräisch «|s Upt«ryich>*' gegenständ einziifültrcu. Felix Saften wird, wie J.Q, £. meldet, di« ״Neu! Frwi“ Nim Ziomvtmikmigreß j״ KirlshiW VSrtril»״• SOr« l, na! rvbc), G!' in da cii zu. 1 hi .fü,'

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