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Jüdische Rundschau · 1923-08-03 · Heft 62 (3.8.1923) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 62 (3.8.1923)
Date
1923-08-03
Page
– (sequence 3)
Language
German
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*4. f,׳f. 02 JÜEDISCflE RUNDSCHAU Seite 303;1» , •■:נ .Irr ־׳ i c d .; ג n i A.Iieit fc Id, ‘5’*;:׳!es!• Der Mi i;c. ■ Ru- 11 u ft. ' des A1.ÜU1 1 der ■ Waatl ferner 1cm und eumi eien all• einzige e als rin S0H Vcr• «1 des ef erat!er sich .11׳ ifrikarung! Pro- Ulkt da trn der tcr des ehrlich ■t ische ד׳ des ys tc m er Vet., ׳ «'tiro- 12 über na tat• :‘1’, die '•־/):׳ ur.g 111 Laufe roen. sr.rt 11 fiele• jr,, und (r •!Mt'‘ er׳ . iiicm ii!; ein«;he fie•!n 'D:T. g t,ö?r »il.’ü ‘ * Im At»I €11 _; Von Heinrich M argu 1 i c s. j Arlosoroff hat 211 m Kongreß ein Buch ־erscheinen i welches ein umfassendes Finanzierungsprogramm, j weiteren Sinne vielleicht sogar ein ganzes Koloni-; ^,;onsprograniiu bringt. Und da dies ein Programm i ׳'a sozialistischer Seite ist, auf gebaut auf Wirtschaftj ^liiisfhcn Ciedaukciigängca, die der kapitalistischen Gcj G;iCi1n(tsordnung nur das entnehmen dürfen, was die I des Sozialismus nicht sprengt, ist cs von!;0■ f .jft,1e;c1n Interesse, fcstzustcllen, daß cs ein Programm j y welches in überraschend weitgehender Weise mit | ^Realität der wirtschaftlich gegebenen Dinge durchaus j :S1 [,inklaug sieht. Daß inan dies selten von Sozialist!- j j-s,.;. Wirischaitsprogramm.cn sagen kann, spült Arlo• I selbst recht deutlich: sic haben, sagt er, sich j auf eine Stellungnahme zur Verwendung der; j.;;stlu■ heil Gelder beschrankt, und sind der Frage, wo 1 ’nj wie sok he Gelder zu erzeugen sind, meist nus «׳irtschal'tspoliiischcr Unzulänglichkeit heraus ausge- J Lilien. Arlosoioff weiß ntui, daß in der heutigen Zeit 1 .3״:! allgemein, insbesondere aber auch im Rahmen des i 2'(11׳knu1s der Sozialismus nur dann, seine wertvolle | funktion wird erfüllen können, wenn er sich in erster I geilte a's Pro d u k t ion s probleni, und erst in zweiter!kein a!s Verteilungsproblcm begreift. Ernsthafte i Vcnuidie, auf diesem Gebiete ideologisch schöpferisch ' מ sein, •vercicu stets begrüßt werden müssen, und d.inim ist Arlosoroffs Buch von vornherein eine vcr- (iicnstvolle Tat. Es ist cs um so mehr, als im Zionismus das Angebot in Produktions- und Attfbauplänen ohnehin ein recht minimales ist. Man hat bisher drauflosgestümpcrt, wie es halt kam, und erst in der allerletzten Zeit ist das!;;tercsse und das Verständnis für die Notwendigkeit £;;1cs solchen produktiven Aufbauplans in den Vorder-;־rund getreten. Da ich selbst nun zu denjenigen gc* höre, die seit geraumer Zeit bemüht sind, dieses Interesse und Verständnis zu wecken, und da ich selbst versucht habe, dem Dresdener Delegiertcntag׳ einen Wirt* scliaftsplau vorzulcgen, ergreife ich gern die Gelegen* heit, mich, so wie ich es schon in der Dresdener Debatte getan habe, über einen Plan zu äußern, der meinen vorwiegend privatwirtscliaftlich orientierten Anschauun* gen in den Prinzipien stark gegensätzlich gegen-;!bersteht, in der Methode jedoch eine erstaunliche Parallelität aufvveist. Und das ist das Bedeutsamt־ daran: cs ist ein Sozialismus, der keineswegs den Kapitalismus als den Ur- und Erbfeind betrachtet, sondern ihn als eine Wirtschaftsform ansieht, die organisch und fast schon von selbst in den Sozialismus übergeht, so daß man als Sozialist nicht zu zerstören braucht, sondern anknüpfen und höher führen kann. Das gedankliche Fundament dieser Art Sozialismus stammt im wesent* lichai wohl vom Wiener Soziologen Goldscheid und nennt sich Staatskapitalismus im Gegensatz zum Snatssozialismus. Darin liegt sein wesentiicher Kern bezeichnet; man kann den angeblichen Gegensatz zum Staatssozialismus ruhig ignorieren und wird sofort erkennen, welches dann der eigentliche Gcgensatz ist: nämlich der Privatkapitalismus*). Mit anderen Worten: die Produktionsmethode des Kapitnlisnus, welche auf den! Zcsnmmc»ballen gewaltiger Kapitalnassen innerhalb einiger dirigierender Gesellschaften,; Konzerne, Truste oder dergl. bnsiert, wird als die gegebene! und sogar als die reifste, höchstentwickelte und brauchi barste anerkannt, sic wird selbst übernommen, ohne daß j sich etwas daran ändert. Die Ursachen der sozialen und j wirtschaftlichen Mißstände werden somit nicht mehr in! dieser Methode (mit ihrer Mechanisientng, mit ihrem Taylorismus) erblickt, sondern lediglich in der Tatsache, daß die so grenzenlos gewaltige Macht, die hier zu- •ummcngcballt wird, in den Händen unverantwortlicher Einzelpersonen liegt, die sich bei Ausübung derselben natürlich zumeist nur vom Privatintercsse, und nur selten >om Solidarinteressc der Gesamtheit leiten lassen. Erscsze diese Privatpersonen durch die Gesamtheit, oder bß sie ruhig auf ihren Posten, aber sorge dafür, daß die Aktien der Gesellschaften, welche von ihnen ge- *eitet werden, der Volksgemeinschaft gehören, daß also ff Aktionär gescllschaft mit der StaatsgesellschaÜ identisch wird: — und alle Probleme sind ohne Er- «liüttcrung gelöst, die Planwirtschaft der Privatintcresscn J׳i«l durch die Planwirtschatt des Volkstänzen abgelöst, 'totere wird nunmehr die Kapitalmengen in die nützlichen Kanäle dirigieren und sie von den gefährlichen Kanälen, l!> denen sie nur Unrat anhäufen können, ablenken und! 50 weiter. j , Diese Anschauung ist also davon abgekommen,! fir|en sozialistischen Staat zu wünschen, der den Kapita-; l:s|nus bekämpft — sie will einen Staat, weicher der i oberste Großkapitalist ist und vom Kapitalismus profitiert. I % will nicht Formwechsel, sondern nur Besitzj Wechsel, sie will die Expropriateure expropriieren oder ) ®*h zumindest in ihrer Verfügungsgewalt einengen und { ״nicr die Kontrolle der Gesellschaft stellen, aber sie 1 'lcl'tct sich nicht gegen die Expropriation an sich •—! sie wird zweifellos eines Tages zu dem Ergebnis! *'linnen, daß sie den Staat einfach in eine Aktien- Gesellschaft umwandelt -־ (was durchaus keine dumme B iisscrc h Der ״Verc In Deutscher Zeltangmretlejx®»'* verßffent- Hebt in den Tageszeitungen eine Erklärung, worin *rdlekatar.lropHnIch Zustände im Zdtungugewcrba schildert und mitteili, d,11s die T«״eB1eitunge11 durch die Geldentwertung gezwungen sind, dlo BczuRspreiao in Hinkunft freibleibend z«. gestalten. Der ״indischen Rundschau", deren Abonnement bisher vierteljährlich «hoben wurde, ist en Bcibvcrutundlkh noch weniger möglich als den Tageszeitungen, einen festen Preis im voraus zu bestimmen, Wir sehen uns daher ebenso wie die anderen Blätter gezwungen, unseren Bezugspreis von jetzt nn freibleibend zu gestalten und nehmen an, daß unsere Leser Verständnis für die Schwierigkeit unserer Lage hoben werden. Wir sind bemüht, Naclifordorungen סו niedrig wie möglich zn halten, um den Charakter der .,Jüdischen Rundschau" als zionistisches Propagandablatt nicht xu gefährdca. Die katastrophale Markentwertung hat wie Überall auch im Zeitungsgewerbe zu Preissteigerungen geführt, die vielfach zwischen 300°/0 und 500% schwanken. Dennoch setzen wir für August nur einen verhältnismäßig bescheidenen Zuschlag an; freilich müssen wir uns, wenn nötig, für September eine weitere Nacherhcbung voibehalten. Die Zuschläge zum Bezugspreise im Monat August betragen: Für unsere deutschen Abonnenten! im Sammelabonnement der Ortsgruppe , , »m Einzelabonnement , , , ,,,,,, für Postbezieher . Wir sind auch gezwungen, den Eintelpreia der achtseiUgen Nummer bis nuf weiteres auf 4 500 Mark zu erhöhen. Unsere Aunlandsnbonncntcn bleiben von August- Zuschlägen frei, soweit sic in Ihren Landeswährungen zahlen. Auslandsabonnenten, die in deutscher Währung zahlen, unterliegen einer entsprechenden Erhöhung. Die Nachgebühren betragen für diese Abonnenten 135 000 Mk. Wir werden von jetzt an die Gebühren ln Luxemburg, Lettland und im Mcmclgebiet in dortiger Landeswährung erheben, um auch die Abonnenten in diesen Gebieten von Nachforderungen zu befreien. — Der Abonnementspreis beträgt also inkl. der Kongreß-Ausgaba für Luxemburg , , , . . 9,0 fr. Frea ״ Lettland ...... 7,5 Lat• ״ Memeigebiet ... 3,0 Lits. Wir ersuchen unsere sämtlichen Abonnenten um ■ofertige Ueberweisung der Nachzahlungen, damit ln der Zu- Stellung unseres Blattes keine Unterbrechung eintritt• 70 000 M. ״ 000 75 ״ 000 85 SC5 k; wäre .(־ p>, *) Da es nicht möglich ist, im Rahmen der vorliegenden ״Aarcdiung auf diesen so wesentlichen Gegensatz ausführi!. f önzugehen, möchte ich auf S. 223—228 des zweiten meiner ״Kritik des Zionismus“ verweisen, wo ich schon Z?*ls (1910) auf die große Bedeutung hingewiesen habe, JV« die Goldscheidschc Form des Staatskapitalismus in der uad insbesondere awi, für Palästina babea vwkdn, Da nun in einem wirtschaftlich erst aufzubauenden Lande die Wirtschaft« fo r in cn das primäre Problcm bilden, wahrend das Besitz- und Verteilungs- Problem erst in einem späteren Stadium dringlich wird, ist es eine außerordentlich bedeutsame Sache, wenn hinsichtlich der zu wählenden Wirtschaftsform zwischen den zu wählenden sozialistischen Gruppen einerseits und den aus der Privatwirtschaft stammenden Anschauungen andererseits eine solche Uebereiiistim• murig verzeichnet werden kann, wie cs hier der Fall ist; so bedeutsam, daß cs nicht stark genug unterstrichen werden kann, nämlich die Forderung, die sich übereinstimmend für beide Gruppen ergibt: wir brauchen für unser Palästinawerk einen Kolonisationsplan, welcher restlos dem Gedanken jener G ro ß kolonisation untergeordnet ist, die sich nur durch eine planvolle und zweckmäßige Inanspruchnahme der großkapitalistischen Wirtschaftsmethode ermöglichen läßt. Wir brauchen somit eine Konzentrierung von Kapital, wir brauchen ein System von Aktiengesellschaften, welche dieses Kapitol •dirigieren (Arlosoroff nennt cs ״Syndikat“, die Bezeichnung ״Trust“ dürfte aber zweckmäßiger sein), wir brauchen jene Großzügigkeit des Aufbaus, welche über rückständige Methoden des Kleinbetriebes zur Tagesordnung übergeht. Hier ist ein Punkt, bei welchem vielleicht Arlosoroff im Augenblick noch ein wenig angst vor seinen eigenen Konsequenzen sein mag: denn diese führen auch zu einem grundsätzlichen Wandel unserer Anschauungen über .׳unsere bisherige Landvvirtschaftsmethodc, sie führen.zu jener (dem 20, Jahrhundert׳überall noch bevorstehenden) großkapita'istischen Erschließung und Revolutionicrung der Landwirtschaft, welche den Bauer genau so zum ״Knecht“ des Kapitalismus umwandcln werden, wie sic es mit dem gewerblichen Handwerker getan haben, und das sind Dinge, die sich mit unseren oft romantischen Vorstellungen von der Rückkehr zum Boden noch nicht immer ganz vertragen. Aber davon ein andermal. Bleiben wir vorerst’ bei dem unmittelbar gegebenen Teil der Forderung, bei der Schaffung einer großkapitalistischen Zentralstelle oder Kommandobrücke. Arlosoroff entwirft hier den Plan zu einer Zentralsteile, eben dem erwähnten Syndikat, welches der Eigentiimer all unserer bisherigen nationalen Besitzteile werden soll, insbesondere also des nationalen Bodens, der in nationaler Hand befindlichen mobilen und immobilen Sachwerte, der Eigcnkapitalicn unserer Banken usw. Diese Vermögenssubstanz soll alsdann die Grundlage für eine ganz großzügige Kreditaktion abgeben, wobei die Substanz selbst durch eine Masse von Bürgschaften privater Eianzelpersonen oder Gruppen erweitert' werden kann. Auf dieser Koücktivgarantic soll also eine ״nationale Anleihe“ (Obligationen) fundiert werden, welche •dem Syndikat die fUissjgea Mittel beschafft Gegen diesen Gedanken ist durchaus nicht zu sagen; daß er phantastisch und daß seine Durchführung unmöglich wäre. Meine persönliche Auffassung ist die, daß er sich durchaus realisieren ließe und daß sich, sachgemäße Inangriffnahme vorausgesetzt, sogar ganz erhebliche Erfolgsmöglichkcilen ergeben könnten. Immerhin erscheinen mir die Grundlagen des Gedankens wesentlicher und wertvoller (allerdings auch sclbstvcrstündlicher) a's seine Einzelheiten; nämlich die Er- Kenntnis, daß wir in der Tat über genügende Wirtschaftssubstanz und zusätzliche Garantiemöglichkeiten verfügen, mn unser Aufbauwerk ׳endlich von dem Geleise der unproduktiven Subventionen und donations auf das Geleise des produktiven, ökonomisch fundierten Kredit- Wesens uinrangicren zu können. Auch diese Grundeln- Stellung Arlosoroffs ist absolut homogen mit der Grundeinsteüung derjenigen sonstigen Kreise der bisherigen Opposition, welche die Notwendigkeit wirtschaftliclicr Reformen in den Vordergrund ihrer Opposition gestellt haben. Allerdings werden sich diese Kreise mit den Einzelheiten des Syndikatplanes, wenn sic ihn auch für möglich halten, durchaus nicht so leicht befreunden. Wenn man nämlich erst einsicht, daß wir noch ungenützte Möglichkeiten des Kredites offen haben, wird man durchaus nicht zu einer so komplizierten Form des Krcditplancs zu schreiten brauchen, wie Arlosoroff es sich denkt. Es gibt da viel näher liegende Möglichkeiten,• deren Erörterung hier zu weit führen würde. Allerdings würde sich, wenn cs erst so weit kommt, zeigen, daß hier auch der Gegensatz zwischen Arlosoroff und jenen Gruppen einzusetzen beginnt und sich auf die Frage konzentriert: wem vertrauen wir die nationale Wirtschaftssubstanz und ihre Verwertung an? Sind wir damit einverstanden, daß diese Kommandobrücke, deren Errichtung zweifellos wünschenswert ist, und deren An- Weisungen sich durchaus im Rahmen großkapitalistischer Arbeitsmethoden bewegen werden, mit einem Volkskom« missar besetzt wird, oder verlangen wir, daß das Kon»- mando dem wirtschaftlich erprobten Generaldirektor übertragen wird? Diese Frage hier zu beantworten,; würde gleichfalls zu weit führen, sic in aller Deutlichkeit zu formulieren jedoch ist erforderlich, weil man dann die Grenzen der Verständigungsmöglichkeit klarer erkennt. Gegen die erstere Möglichkeit herrschen jedenfalls so schwere Bedenken und solch gewichtige Komplcxe des Mißtrauens vor, daß mit ihrer Ueberwindung kaum gerechnet werden kann. Vielleicht muß dabei betont werden, worauf dieses Mißtrauen basiert: nur auf der Erfahrungstatsache, daß sich der Volkskommissar noch nirgends als Generaldirektor bewährt und daß seine Tätigkeit noch nirgends wirklich produktiven Wirt- Schaftsaufbau zutage gefördert hat. Der andere Fall jedoch, nämlich die Unterstellung eines solchen Apparates unter die Leitung wirklicher Wirtschaftsführcr, ist das absolut bisher bewährte Prinzip, und da wir im Zionismus weiß Gott schon genug Unheil angerichtet haben mit dem verdammten Experimentieren an so verantwortwörtlichen Stellen, wollen wir damit nicht von neuem: anfangen. Deshalb würde cs begrüßenswert sein, wenn endlich die Kommandobrücke mit dem Kommando über alle unsere Wirlschaftsqucllen, mit dem absoluten Wirt- Schaftsdiktator also zustande käme, aber mit einem1 Diktator, bei dessen Berufung die Gesinnung nur Voraussetzutig und nicht ein Aequivalent für die mangelnde Sachkunde ist. Im Augenblick aber, wo ein solcher das Kommando übernimmt, verlieren alle Ausführungswünsche und Detailplänc vollkommen ihre Bedeutung: er wäre nicht der richtige Mann, wenn er nicht in der Lage wäre, die Kreditmöglichkeiten auszunutzen, auch ohne daß man ihm eine Gebrauchsanweisung in die Hand drückt. Es ist ein großer Fortschritt, daß das Buch jetzt erschienen ist, und daß sich eine Diskussion daran anknüpft. Eigentlich wäre cs Sache des Kongresses gewesen, rechtzeitig für die Möglichkeit einer solchen Diskussion vorzusorgcii. Aber wenn man sich ansieht, welches die von der Exekutive freundlichst in Aussicht genommenen Kommissionen sind, kann man nichts anderes tun, als was man nun schon seit Jahren tut: den Kopf schütteln ob dieses mangelnden Verstandnisses für die Tatsache, daß der Zionismus von nun an steht und fällt einzig und allein mit der Frage des wirtschaftlichen Aulbaus. Und ob für diese Frage in einer der vorgesehenen Kommissionen Raum sein wird; scheint mehr als zweifelhaft. Die BodcnbcscIwHcnlidt Palästinas Im ״Hapoel-Hazai'r“ gibt El. Joffe folgende Statistik: Ercz-lsrad umfaßt in seinen gegenwärtigen Grenzen 1 514 038 Hektar, davon sind 501 10-1׳ Hektar allein bebaut, 308 146 Hektar sind crtragsfäliig, aber unbebaut und 704 488 Hektar sind nicht anbaufähiges Land: Berge, Wälder und Sümpfe. Nun berechnet Joffe, daß 150/0 der letzteren Landstrecken, das sind 105675 Hektar, Sümpfe sind, die durch Austrocknung in fruchtbarste Laiidstrccken verwandelt werden könnten. Rechnen wir diese Landstriche mit den anbaufähigen zusammen, so ergibt sich, daß 413 821 Hektar unbebauten anbaufähigen Landes 5014M Hektar angebauten Landes gegenübcrstchen. Mit anderen Worten: von 915 225 Hektar anbaufähigen Landes sind 43 <V0 nicht angebaut. Es bedarf, meint- Joffe, keiner besonderen Einsicht, um 2u erkennen, daß diese 45«/0 unbebauten Landes eine ständige Gefahr von Krankheiten und ־Mäuscplagen für die übrigen 55 «/o Boden, Menschen und Erde, bedeuten. Pflicht der Regierung ist cs, diesen jungfräulichen Boden urbar zu machen, was auch, für eine lange Zeit ein einträgliches Unternehmen wäre,

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