Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 62 (3.8.1923)
- Date
- 1923-08-03
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 402 JUEDISCHE RUNDSCHAU H־ Die praktischen Aufgaben des Zionismus erfordern Hie Zusammenfassung aller zur ökonomischen Arbeit in Palästina bereiten Kräfte. Die Form* der Zusammen• Fassung wird allgemein als das zentrale Problem des Kongr.';:'cs empfunden. Es ist genügend darüber gefeprocheu worden, wir alle kennen die Differenzen. Wir alle wissen auch, dal! hinter den sachlichen Gegensätzen auf allen Seiten ein persönlicher Hintergrund schimmert.!Wir müssen auch offen ausspreehen, daß unseres Er• achtens die sachlichen Gegensätze nicht so bedeutend sind, daII sie nicht bei gutem Willen ausgeglichen werden könnten. Die amerikanischen Vorschläge sind elastisch genug, mit Korrekturen von anderer Seife mzulassen. ן Der von dem Führer der heutigen Opposition, Abgeordneten Grünbaum, in der A.C.-Sitzang formulierten Hauptforderung, daß auch die nichtzionistischen Mitglieder der Jcwish Agency einem gemischten Forum;verantwortlich sein sollen, wird fast allgemein zugestimmt. Ebenso dürfte endlich bereits das Vorurteil zerstört sein, daß irgendwer ״a.itizionistischcn Notabein0 die Macht über Palästina einriumien will. Noch vor Beginn des Kongresses dürfte klar geworden sein, daß es sich lediglich tun die Heranziehung solcher Kreise handeln kann, die ernsthaft und ehrlich mitzuarbeiten bereit sind und denen wir einen Teil der Verantwortung übertragen wollen, obwohl sic aus Gründen ihrer Gesinnung nicht Mitglieder der Zionistischen Organisation werden wollen. Die Fragen der Verfassung der Jewish Agency und der!Verfassung des Keren Hajcssod sind im Grunde techjusch-organisatorischc. Die in der ersten Erregung in die!)(balle geworfenen Schlagwörtcr von der drohenden ,,Liquidation der Zionistischen Organisation“ werden 1hoffentlich auf dem Kongreß nicht mehr wicdcrkchren. Bei sachlicher und leidenschaftsloser Betrachtung wird diese Frage gelöst werden können. Aber es liegt die Gefahr nahe, daß eine leidenschaftslose Betrachtung dort Schwierigkeiten machen wird, wo persönliche Momente überstark zur Entladung drängen. Die persönlichen Fragen dürften größere Schwierigkeiten bereiten als die sachlichen. Diese müssen wir sehen, sofern wir uns nicht täuschen wollen. Gerade darum aber muß cs die;!Aufgabe alter von persönlichen Momenten unbeeinflußten Gruppen tb-s Kongresses sein, das Uebcrwuchern per* Sönlichcr Jungen nicht zuzulasseu. Dies qvuß gelingen, Wenn der Kongreß seinen Aufgaben, gerecht werden soll. \ Unter d'cseu Aufgaben aber stolieu obenan die 7'r a g eח d e s r c a I c n A u f b a u s Palästinas. Der Kon-!grdl kann aUcvdi'ngs nur ein Rahmenprogramm schaffen. ‘Aber es ist von entscheidender Bedeutung, daß er unsere ■ Kolcnisütions■ und Finanzpolitik fiir die Zukunft festlrgt. ׳!Auch hier besteht über manche wichtigen Fragen bereits :Weitgehende Einigkeit. Die Erweiterung des Budgets Jür Landwirtschaft und der allmähliche Abbau des Budgets für Erziehung und Sanitätsdienst sind For* .Iderungen, die sowohl die Amerikaner als auch sämtliche linke Gruppen aufstellcn und die sich auch sonst ziem-! lieh allgemein Anerkennung errungen haben. Eine der , schwierigsten Fragen ist die Umgestaltung unserer Finanziiistitute, wofür auch die Zionistische Vereinigung für Deutschland V.nvchläge ansgearbeitet hat. Der Gedanke, daß bei aller Würdigung der Erfolge des Keren Hajcssod, der zum Kongreß mit einer Million Pfund kommen wird eine Ergänzung notwendig ist, ist gleichfalls allgemein anerkannt. I Selbstverständlich muß die Arbeit des Keren!Hajcssod verstärkt werden. Nach wie vor .liegt die Verantwortung auf der zionistischen Bewegung und den ihr unmittelbar erreichbaren Teilen des Volkes. Wenn 2. B. Herr Podlischcwsky vor den Wahlen in Polen gesagt hat, in zahlreichen Kreisen sei die Meinung ver■ breitet, daß durch die Umgestaltung der Jewish Agency die finanziellen Lasten auf die reichen Juden übergehen und die bisherigen Keren Hajcssod-Zahlcr nichts mehr »1 zahlen brauchen, — so wissen wir zwar nicht, ob dies nicht ein Wahlmanöver sein sollte, jedenfalls glauben wir nicht, daß die Zionisten irgendwo in der Welt der- :artiges denken. Sie wissen vielmehr sehr genau, daß 'von den neuen Leuten nicht allzuviel an finanzieller Leistung zu erwarten ist, daß vielmehr erst die Zeit kommen soll, wo ihnen das jüdische Palästina ebenso fans Herz gewachsen ist, wie jedem Zionisten. Es ist 1 eine Sache der Erziehung, die aber die Zionisten nur dann!vollbringen können, wenn sie selbst das Beispiel geben. Der XIII. Kongreß sollte eine große Manifestation des!verantwortungsbewußtesten Teiles der Judenheit sein, eine [Manifestation des unerschütterlichen Willens, der gepetzten Aufgabe zu genügen.! Wir glauben, daß dieser Kongreß ein schwerer, aber!ein guter Kongreß werden wird. Er wird dem Zfonis■ mus den Glauben. an sich selbst wiedergeben und gleichzeitig die Vorbedingungen schaffen für die Durchführung der praktischen Arbeit in Palästina, die in der nächsten Kongreßperiode geleistet werden muß, wenn nicht unsere Sache für diese Generation verloren sein B01I. R, W, DrucklehlerberiehUpng ' In unserer letzten Nummer heißt es in der ■Meldung ״Keine Diskussion des Palästinamaiulatcs im Völkerbund“ 1!n Schlüsse: und es wird darum weder das palästinensische noch das syrische Mandat verwandelt werden,“ Das ■ ist natürlich ein Druckfehler. Es soll richtig heißen: ver- :bandelt werden. * Ferner heißt «s im 1, Teil der Kongreß/hesen von M. J. Bode 11 hei mer im zweite» Absatz: ״Sie waren seinerzeit bedingt durch den Charaktergedanken es soll iriditig heißen: ״C h a r t erg cd a n k en," t .,י . u ßorlin, 1. August. Die politische Situation, die der Kongreß vorfindet, ist nur nach einer Richtung hin vollständig klar. Durch die Unterzeichnung des Laiisanner Fricdensvertrages hat die Türkei alle ihre, Anspruch« auf die früheren türkisch-arabischen Ciebiete einschließlich Palästinas endgültig aufgegebe», Auf Vorschlag der italienischen Regierung sind nunmehr auch Ver• handlungcn wegen der Rechte der italienische,11 Bürger in den englischen und französischen Mandatsgebieten Vorder• asiens cingcleitet worden. Auch diejenigen, die das Palästinamaudat bisher unter Hinweis auf die Ungültigkeit des Friedens von Slvres nicht als rechtskräftig ansehen wollten (z. B. unter den englischen Aatizionistcn gab cs solche Stimmen), verlicren jetzt ihr Argument. Das Mandat Ist, wie der englische Kolonialminister kürzlich im Oberhaus erklärte, «In anerkanntes, vollgiltige* Dokument. Wesentlich schwieriger ist die Situation, insoweit sie die Araberfrage betrifft. Die Araber verharren bei ihrer Rcsistenz, die sie allem Anscheine nach ganz nach dein Muster der indischen Ghandi-Gruppc organisieren und die ebenso wie diese das System der nonoooperatiou befolgt. Trotz, der Zusicherung des stellvertretenden Oberkommissur» in Jcrusalem, daß die Mitarbeit im Advisory Council noch nicht die Annahme des Mandates seitens der Araber bedeute, eine Erklärung, welche beweist, welchen Wert die Regierung auf die Teilnahme der Araber an den VcrwalUmgsgca:haften legt, — trotz dieser, gewiß sehr weitgehenden Erklärung lehnen die Araber jede Mitarbeit iin Council ab. Es ist noch nicht bekannt״ ob die ernannten arabischen Mitglieder des Council Sir Clavton innerhalb der erbetenen zehntägigen Frist die versprochene Antwort erteilt haben. Sie dürfte aber kaum von der Erklärung nhwclchen, welche Kasim Pascha dem Vertreter Reuters abgab und in welcher gesagt wird, daß die Araber an ihrer Weigerung, mitzuarbeiten, endgültig fcsihaltcn, ja, daß sogar beabsichtigt sei, die Steuerzahlung zu verweigern. Das bedeutet, daß der Widerstand gegen die englische Mandats Politik in Palästina seitens des arabischen Kongresses sich außerordentlich verschärft hat. Wenn auch der arabische Kongreß, worauf unlängst die Times hingewiesen haben,'nicht berechtigt Ist, namens sämtlicher palästinensischer Araber zu sprechen, wenn er auch zweifellos zunächst die europäisch erzogenen Intellektuellen und die leicht politisierte städtische Bevölkerung vertritt, und wohl auch diese nur zum Teil, so ist er doch als der Ausdruck eines wesentlichen Teils der palästincns'schcn Araber ernst genug zu nehmen. Das um sonielir, als der Kongreß mit den führenden Persönlichkeiten in den neugehiideten arabischen Staaten in engem Kontakt stellt und deren Politik zu beeinflussen in der Lage ist. Die Araber haben keine Zweifel darüber gelassen, daß sie die von der englischen Regierung mit den arabischen Fürsten abgeschlossc m*n Verträge, insoweit sie eine Sonderstellung PalHinas fcstlegen, abichneii. Sic verlangen für Palästina die gleiche Verwaltung, wie Trans-ordanicn und Mesopotamien sie haben, das heißt, sie verlangen eine autonome, arabische Verwaltung In Palästina und die Einbeziehung dieses Landes in die arabische Staatenföderation.‘ Alle diese Fordeningen wird die arabische Delegation der' zum Studium der politischen Verhältnisse im initiieren Orient eingesetzten Kabiucttskommissfon vortragen und sie wird versuchen, die Entschridung'dicser Kommission Im Sinne ihrer Forderung zu beeinflussen. Auch im englischen Parlament haben die antimnistischcn Abgeordneten ihre Tätigkeit wieder aufgenoinnicn. Es wurden zahlreiche Anträgen von antizfonisti.srhcr Seite an die Regierung gerichtet, die meist solche Einzelheiten herausgreifen, die sieh zur Agitation besonders gut eignen, wie z. U. die Person Ruthenbergs, das Ruthenhcrg-Projekt, Zahl und Art der Ein- Wanderer u. s. f, Anläßlich der Kolonialdebatte verlangte Caplain Foxcroft die Abberufung Sir Herbert Simmels und Norhcrt Berwiehs mit der Begründung, daß sie ״zionis tische P ri v ג t abs i ch t e n“ verfolgen. Die Regicrung aber erklärt nach wie vor, an dem Prinzip der B a 1 fo 11 rd c k I ara t ion, welche als ein integrierender Bc• standtcil ihrer Pakistinapolitik anzuschen sei, fcstzuhaltcn, Durch die Bewilligung des Budgets des Colonial Office ist also trotz der scharfen Opposition eine gewisse Klärung eingetreten. Soll aber die englische Politik in Palästina, deren vornefttnsier Vertreter Herbert Sampcl ist, im Sinne der Balfour-Dckhratiou forlgcfülirt werden, so ist cs notwendig, daß auch die zionistische Organisation stabilere Verhältnisse schaffe. Die Baifour-Deklaratio», be/.w. das Mandat, bedeutet nicht, das England die Heimstätte errichten werde, sic bedeutet mir, daß wir nunmehr die reale Möglichkeit haben, sie zu errichten, uiuj Herbert Samuel, der in Jerusalem gewiß auf einem der schwersten Posten britischer Örientpolitik stellt, hat durchaus das Recht zu verlangen, daß die Juden konsequent den Palüstiua-Anföau durchführen, soll die Ralfour-DekhTatian aus einer papierenen Erklärung lebendige Tatsache werden. Situationen, wie sie In1 ersten Drittel dieses Jahres in Palästina bestanden, in denen der wir'sdmitliche Zusammenbruch vor der Tür zu stehen schien, dürfen sich nicht wiederholen. Sie schädigen das jüdische Prestige in Palästina gnnz enorm, und zwar sowohl den Arabern, wie auch der englischen Regierung gegenüber. Das sind Dinge, die schon sehr oj( gesagt wurden, aber es scheint notwendig zu sein, pic immer wieder zu sagen. Wir müssen, um ein kluger Wort de Ueme's zu gebrauchen, ״ökonomische Ueherzeugimgspolitik“, mit anderen Worten n a tionaleRcaipolitik, betreiben. Die Zeit der Sepiimente und der Diskussion ist mm einmal vorüber. Der Aufbau Palästinas ist eine sein׳ reale Angelegenheit, mul cs ist notwendig, daß er ohne selbstverschuldete Rückschläge durch• geführt werde, daß auch die Juden in Palästina stabile Aufbau• Politik betreiben. Die ständige Arbeitslosigkeit iu Palästina bedeutet nicht allein einen Schaden für unser Ansehen,' sie ist letzten Endes auch eine Gefahr für unsere Idee. Diese Ansichten sollten als selbstverständliches Allgemeingut werden, sali eine wirksame jüdische Politik in Palästina betrieben werden. Um eine solche Politik zu ermöglichen, ist es notwendig, daß alle am Palästina-Aufbau intrcssicrlcn Kreise zusammengeschlossen werden, vor allem aber ist dje Erhaltung der Einheit und der Einigkeit der Ziwisti*::hcn Organisation rot• wendig. Wie iw wer »ich die einzelnen Gruppen zu der aktu• eilen Politik der Leitung der Organisation verhalten, es 11a'. kerne Gruppe das Recht, «1 erklären, daß sic die Mitarbeit an den zio• 111$tischen Institutionen citis'.cilc. Gau« davon abgesehen, daß sic sich selbst durch *inen solche». Schritt jc<Jts Einflüsse* hft• raubt, schädigt sie das allgemeine Werk, hindert sie die Organi• »ation an einer krm.:fr|1jentcn und kontinuierlichen Arl*ß f etzt dringender int als je. Nur die organische Zu*jm’n, «5 fas.umg aller Kräfte, vor allem die gemeinsame Arbeit sH in der Zionistischen Org.inlsalioii organisierten Gruppen an Aufbauwerke, verbürgt die Durchführung der nationalen ft Politik, die heule eine Forderung der Zeit ist, garantiert i, Stabilität, die zu verlangen nicht lediglich die englärlie m gicrung, sondern vor allem das jüdische Volk ein Recht hat ___ J. Sch. ׳ Die V!. Welüwnlereiiz der Poalc-Zfon Die wichtigste Frage des zweiten Konlcrcnztag«* jfr sechsten Weltkonfcicnz der JViaic Zion war die Ansied. I u n g von Arbeitern in Palästina und die Organi'. sicrung der Arbeit im Gaiuth. Ueber die Arbeit des Palästina-Arbeiterfond» referierte Herr Blumenfeld über die Finanzinslituie des Allgemeinen Arbciterverbanda Palästina referierten &. K a t z ת e 16 on und Rerae». De; dritte Konferenztag war ganz den Kongreßfragen gt, widmet. In einem ausführlichen Referate verlangte S. R״. barsch ow die F. r Weiterung der landwirtschaft. liehen Tätigkeit und unterstützte die Forderung <]ct Allgemeinen Arbeiterverbartdes in Palästina Histadruth klaliih wegen Gründung von Arbeitersied lu ngen in der Umgebung der Städte, sowie Unterstützung des Waad lcunii bei der Durchsetzung seiner Rechte. Er trat ferne; dafür ein, daß die vom Keren Hajcssod fiir Schulen und sanitäre Institutionen bestimmten Summen dem Waad lemni übergeben werden sollen. Der Referent be zeichnete den all. jüdischen Weltkongreß für Palästina als die einzige Instanz, der die zionistische Bewegung ihre Rechte 11! Jewish Agency übertragen könne. Bi« dahin *oll die Zionistische Organisation unter Hinzuziehung von Vertretern der im Gaiuth tätigen Kercn-1 iajessod-Komitces und des Waad leumi als Jewish Agency fungieren. An das Referat Riibaschows schloß sielt eine längere Debatte, an der sich Kaplanski, Renzvi, Pr. Syrkin und andere beteiligten. Von besonderem Interesse war die Rede des amerika• tmehen Delegierten Syrkin, der für die Erweiterung der Jewish Agency hn Sinne der amerikanischen Pro• posals cintrat. Dr. Syrkin betonte, daß vom Standpunkt des zionistischen Sozialismus, der vor tlietn den Realitäten her Kolonisation Palästinas zugewandt ist, der Vertreter des American Jewish Committee, wenn er sich ernst und ehrlich für Palästina einsetzt, nicht schlechter ist als der zionistische Kleinbürger. Syrkin verlangte ferner die Umwandlung de* -Keren Hajcssod in ein richtiges Bcsteueiungssystem mit Veranlagung usw. Fine erregte Deabtte verursachte di« Frage der Ver, einigung mit dem Weitverband Soz. Zeirc Zion. Die eure■ plüschen Delegierten forderten eine erschöpfende Debatte über dieses Thema und wandten sich gegen die in Palästina tat• särlilirh eingrtretene Vermengung der beiden Verbände, die palästinensischen Delegierten jedoch setzten die Absetzung von der Tagesordnung durch. Die Frage soll jedoch im Laufe der Konfeicnz noch behandelt werden. Die Konferenz soll am 2. August geschlossen werden. In ״Unsere Bewegung“, dem Organe der jüdisch-sozial• demokratischen Arbeilcrpartei Poale Zion in Deutschland, nimmt T. Ani utin zun! XIII. Kongreß Stellung. Er sieht in der heutigen Situation innerhalb des Zionismus, insbesondere im Siege der Gotllicb-I.cvitcGruppe in Polen einen Sieg der allgemeinen Welt rcaktion auch innerhalb der zio• nistischen Bewegung. Diese Rcaktion werde nunmehr die Führung der Zionistischen Organisation übernehmen. Auf die Frage, was unter solchen Umständen die Poale Zion tun solle, antwortet er, daß sie zum Kongre 8 gehen müsse, genau so, wie die russisch-sozialdemokratische Partei seinerzeit in die reaktionäre dritte oder vierte Duma gegangen sei. Auf diesem Kongresse müssen die poalczionistischen Delegierten offen und mutig die reaktionären Angriffe auf die zionistische Bewegung abwchrcu. Es ist notwendig, daß die (!)Öffentlichkeit wisse, daß die augenblickliche Mehrheit nicht den Zionismus repräsentiere und daß der jüdische Arbeitet mit allen seinen Kräften diese Mehrheit und ihre Methode bekämpfen werde. Vor allem soll das die sozialdemokratische ()Öffentlichkeit wissen, deren Sym• pathicu für uns nullerordcntlich notwendig seien. Auf den Kongreß selbst setzt der Verfasser keine Hoffnungen. Doch hält er es für notwendig, auf Grund der neuen Lage die Stellung der Partei zu den zionistischen Institutionen zu revt• di e re n. Bisher hatten demokratische Prinzipien geherrscht. Da das mt:1 aufhör«, dürfe die Poale Zion keinerlei Verantwortung tragen, sie müsse alle führenden Institutionen verlassen und sie bekämpfen. Mit dem Siege der Mehrheit aber, der einem Siege der Pluto• kratic gleichbedeutend sei, ergebe sich für die Poale Zion auch die Notwendigkeit einer Revidiert! tig ihrer Hai׳ t u n 7.11 ״ in Kongresse selbst, der nach der Ansicht de* Verfassers für Immer oder doch für längere Zeit zu verlassen sei. Auf dem bevorstehenden Kongresse aber müsse vor allem die Achduth Haawodalt ihre Stimmt erheben. Auf dem Kongresse seien die Poale Zion wohl eine Minderheit, in Palästina aber sind sie ein sehr gewieh• tlgcr Faktor. Sic müssen namens der jüdischen Arbeiterschaft in F.rez Israel den zionistischen Führern auf dem Kongresse erklären, daß der Sieg ihrer Politik auf dem Kongress« noch nicht deren Sieg i 11 Palästina bedeute. Der orgam• sierle jüdische Arbeiter werde alle seine Kräfte mobilisieren, tun an Ort und Sfol'e die reaktionär« Bewegung und die Politik der Notabein zu bekämpfen. las!' $atk! ,von r poli< gelky ״ firc ‘ . soll k .׳ ist, f der : im I,/ sch•׳ \ 60r(1 : mci•11־' staa \r und •׳■ wirt;f wie!; f.1«־׳:!; 2:01,■ן Fun!י■ Reil Reil (i Ver: k1• zu ' : ׳:! , dari dicr.,. , c '1 an :1: min;i1׳ etc l! S Inte' ( eine;;) gru: hör•,: CSS(,'■ ver? sch} heitvy gcU: י; vor: gen<:»'' übe,'!■ I>ah 1 san;/ Ka)., ihn «, fas■ ma; anh', FuCi'i'F.(1 net. Sta! licB Gewir’ c S«1. anij int mar Kc un־:i ,baL>t sic*! T r i ü Wt Üit Tnyf: da,' ׳ sa. : Ei l ׳, na1 ,f vo;!! *ej ‘31n 011*1 lei:|1i OF)' icU. sc* w Eine indische Abteilung in! ״Wel1p91ast“ zu Brüssel Paris, (J. C, R.) Wie das Komitee der jüdischen Del«־ Rationen berichtet, ist in dem als Symbol des Friedens und der Solidarität unter den Völkern eingerichteten ״WeitpaUsU m Brüssel eine besondere jüdische Abteilung eröffnet worden. Diese Abteilung besteht aus einer Bibliothek, einem Museum und einem Sani fiir Bibliographie, Sie enthält eine reiche Sammlung von Dokumenten über die jüdische G*' schichte von der Zeit der Bibel bis auf den heutigen T*f• sowie auch eine besonder* große Schriftensammlung über die zionistische Bewegung. Der hebräischen Universität In Jerusalem Ist ein hervorragender Platz eingeräumt. Es I” mich eine besonder« Abteilung fi)r MM«riJ über # *htl* semitische Bewegung eingerichtet K1;v■ in v ' sc P ei1 '״ ־* j i 01, f | su :י W : V , ׳״U ri. •t גו M,!׳8 1• li i C1 v