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Jüdische Rundschau · 1923-07-27 · Heft 60 (27.7.1923) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 60 (27.7.1923)
Date
1923-07-27
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Kr, 60 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 383 lrl. \V1 ilu 1 ien en r 1 jr״ le.n 1t. n, 1:e; h, Unc 1 I,V " ׳׳, ,IC r,0c; , ׳,Wer 1 inilci ■liieren Ante' .-,,den für wenige Tage zusammentreten konnte, Im eine ‘kratisclie umi 1111 Orurnle unverantwortliche Exekutive •iclien lassen. Die politischen und finanziellen Ergebnisse; Kes;i1״es sind nicht von der Art, daß sie zur Fortderselben ermuntern könnten. Wenn cs in dem ‘juisclien Vorschlag heißt, daß der je zwei Jahre zu- 'ik'ntretcnde Kongreß die zionistische Politik fest- 1 soll, so ist das entweder Weltfreindhcit oder Atrappe. litischc Orientierung muß sich in wachsamster Weise V'reii’iiisscn anpassen, ja ihnen vorancilen. __ '11Die neue Zentrale wird in ihrem Kern aus einem polil1C״ einem wirtschaftlichen und einem ors|satorisch ־ propagandistischen Ausschuß 3;,ijcn müssen. Z« ihren Aufgaben wird auch die Herasinf der fortlaufenden Verbindung zwischen den Exe- :;L״’ sowie die Entsendung, von Emissären in die ganze 4Fine 10beschlußfähige Anzahl von Mitgliedern der drei mul! ständig an dem Sitze der Zentrale v;;1 j,c P° i’rirtausschusso 11 um die Arbeiten ununterbrochen führen zu können. aller im wesentlichen an ehrenamtliche Arbeit ווו!י en, , , *ei muß aber 1m gellt werden. Der Sitz, der Zentrale muß überdies so ״ sein, daß die auswärtigen Mitglieder, mindestens Ländern Europas wohnenden, ohne große Zeittio:1, W, •;wählt je in den t: IC I S Che;, i . ~iff z;ij »reiiirgi; j vo: zu.' nicht n' ■igrr.mn,, er_ Vor• ' keit r.; ihnlici׳ ״ -i Geldverluste sich an den Beratungen beteiligen können. ׳ g, wird sich also voraussichtlich um die Auswahl einer Stadt auf dem europäischen Kontinent handeln. v« nrst' iP;־ ui ew im Dunkel: ignumn u: ei hing ilmni{ iipcn de vo; Vo;, , daß d,:' iort u;u Diese; 11 Rcttnn;• »1,1 en t eä liuenschiuu rt, welch, g 111 ä re:, en Kör,־:ei׳ ״’.iß 1111101;: n.׳.‘‘ sowi, jrc'i soll;, k •en Ai;; n: mssionc,. eas bim:;:. Kr Haupt- 0 11 S a c it• c.s Berk״, zu mite;• er schlüs.r , und Wal *n Wahle.. ■nden Kon: :Icration 1,; denkende., einer zeit•. Amerika!;;; wählende, , Dagege.. .re;n Demo ebenso wie ircii Aus■ ut t roiiCtu: Organ: ui dränge;. sations-Au;-. ■ organid ie in erst« h andeuten aesten k ׳J1 crhcli; -Iltll: ne in Bene oalilion ui; s. Es D is-Aussclwb *ine ist <k K ö r ק e < ־ •e die Ef' er g rö ü t - ״en zi־״ der E«־ eins c Zicmn kleine n Aufgabe pmehe _ י10״ I, EO ist (■ pP0p3g'1r m kürzest; dien Kr•״‘ ) lewe:;'•11'‘ icia mit לי;: n, jetzt ׳ tli Es ,־rjiCtCrt »•׳«... — - , Hat man siel» für ein derartiges Zentrum entschieden, wird schon die Anbahnung der ganzen Konsoitdations- »d Reorganisations-Aktion durch Veranstaltung einer Ver* ‘;rji״u11״s-K0!1fercn?, zwischen der zionistischen Leitung bz.w. 0,;u wälilenden Reorganisations-Ausschuß und den Ver-!i'lorn der wichtigsten Reorganisationsgruppen, tunlichst bald;'.c|1 Schluß des Karlsbader Kongresses, an dein Sitz der ,־Vtiiien Zentrale vorgenommen werden kramen. Ebenso gjd sich die Hauptarbeit des Reorganisations-Ausschusses!;et abspiclen müssen. 4• Was die Jewish Agency betrifft, so dürfte der rcrikanischc Vorschlag, daß sic zur Hälfte aus zionistischen, r,‘| {lallte aus nichtzioiiistischcn Mitgliedern zu bestehen hatte, ״rauis'icliilich hüben und drüben Anerkennung finden. Dieses Prnzin wild jedocli konsequent durciigcführt und auch bei :e't lti'.duiig der Exekutive zur Geltung kommen müssen, ihiir.nach: Nicht etwa — wie der amerikanische Vorschlag ־׳anfichlt — ein einziger palästinensischer Vertreter, der jitch Verhindung zweier Monopole, der Verwaltung der Keren IBjcssod-Gcldcr und des Rechtes der Ernennung eines Beilates, zum Satrapen in Palästina werden würde, 1ie zurzeit der Cher der Rothschildschcn Administration, ts müssen paritätische Exckutiv-Komitces in London und Palästina eingesetzt werden. Zu lösen bleibt dann noch die Frage der Zentrale (er Jewish Agency und ihres Sitzes. Mit Rücksicht auf ien Umstand, daß die wichtigsten, für die J. A. in Betracht 10,״inenden Organisationen und Persönlichkeiten iri Amerika;;;klieren, wäre es am ratsamsten, diese Zentrale in _Ncw \01׳k zu errichten. Dafür sprechen auch politische Gründe. Dieser Vorschlag wird anfänglich befremden. Seine nähere k!!ründung gehört vor den Reorganisations-Ausschuß, der;■eh den liier maßgebenden Gesichtspunkten vielleicht niciit «eischlidlen wird. Die Tätigkeit der Jewish Agency kann hier nur ge-!:reift werden. Daß sie nicht mir ein repräsentatives Organ :ein, sondern gleichzeitig ein Hebel für den wirtschaftlichen Aufbau Palästinas werden soll, ist selbstverständlich. Den 'ükkongreß wird auch sic in absehbarer Zeit nicht ein-;•״berufen vermögen — sic kann die weltpolitische Lage rieht überwinden. Wohl aber wird säe bei entsprechendem Vorgehen, sehr rasch in jedem einzelnen Staat, zunächst;!;ne die äußeren Formen einer Weltorganisation,_ einen lindcs-Pal äst in a bund der jüdischen Gemeinden and Rabbiner ins Leben rufen und die allgemeine jüdischc Pa I ä s t ina s t c u c r cinführcn können, durch welche die Deckung des jährlichen Palästina- Budgets d u r c h Umlage auf die W e 11 j u d e n h e i t garantieren wird. Gleichzeitig wird sic durch Komitees von jüdischen Finanzmännern wiederum nach dem Prinzip :der Dezentralisation länderweise vorgehend, die Aufbringung größerer Fonds unter geschäftlichen Modalitäten in' die Wege leiten, * Noch ein Wort über die zionistischen Exekuti- חזי in London und Palästina, die mit denen der Jewish Ajency zusa mmenzt 1a rbei t c n berufen sein werden. Mau kann &t (!er amerikanischen Forderung übcrcinstimincn, daß diese Exekutiven, um arbeitsfähig zu biedren, klein sein sollten. Auch der Ruf nach Autorität für die Exekutive ist beroch- Elt Unannehmbar ist jedoch die praktische Ausschal- Lg der Kontrolle, unannehmbar auch der hinter dieser Pnzen Konstruktion sich verbergende Gedanke, daß der Vor- *“*ende der Exekutive und seine allernächsten Freunde ein cht- und Repräsentations-Monopol erlangen. Die Wiedergeburt des jüdischen Volkes und die jüdische Heimstätte in Palästina dürfen nicht zu Privat-Uiiternchniiingen Hues kleinen Freundeskreises zusammensciirümpfen, auf die Sympathien, die sich diese wenigen Leute zu erwerben wußten, ^gewiesen sein, durch die Antipathien, die sic sich zugezogen Lbc* behindert werden. Auch in der Zusammensetzung ™ Exekutiven müssen aus der zionistischen Koalition üe entsprechenden Konsequenzen gezogen werden. * Em Wort zum Schlüsse unter der Adresse der Kongreß- Dew ׳ legierten. Sicherlich entfernt sich mein Vorschlag von den all ge-; a 110 i de itratioii itwcndigij’:־ ii ein Zj:‘־ r Lage <«y i o d c 'ltu; »rstrcckcs'p i s t i n ב j•'• ו mit '!־; ,ordern et-‘ Br/icbUDl* «in - )־׳in׳'i:;■•' Verwalt“”;• n pcrriiau1״“ tes Aktion- und kor:׳ ik1׳, Organ 1; jn..,teilt» י״״ Ku mntert cbo A«p; •'« .-.nt tli ׳t'־V «reiMn politischen Gepflogenheiten, die ja während des letzten;1«teljahrhunderts auch inncrsalb der Zionistischen Organi- •’;!t.on geherrscht haben. Daß politische Gegner einander ,'י1'״ bis zum ״knock out" bekämpten, sondern sich zu gej :«einsamer Arbeit die Hand reichen sollen, ist eine beiremdende \ Y'dcrung. Die Produktivität der anderen lahm zu legen, : bis jetzt vielen von uns beinahe ein erstrebenswerteres Yci« als die Enttaitung der eigenen. Aber erscheint dieser I S>ä!ue Kampf um das Machtvorrccht nicht eitel und nichtig, , 8 «m Augenblick, da das Tor von Palästina zuzufallen droht? I Und noch ein zweites schwerwiegendes Moment: j in dem unduldsamen polnischen Kampf sind die Schöpfer 1 D" Führer der heutigen zionistischen Bewegung alt ge- *ween. Die Ungunst der politischen Verhältnisse ist trostlos, der zionistische Nachwuchs ist leider noch fad acht in Arbeit, * kiee, insbesondere aucii die Opjxssitioncllen jeder Rieittung, cingtiaden, gemeinsam mit der Leitung׳ der Organisation eine all,.«:meine zionistische Koalition zustande zu bringen. 2. Der Kongreß beschließt: Es wird ein Rco tgan 1 r.ntions• Ausschuß von SO Mitgliedern gewählt, mit dem Recht־, sich durch Koopi.1tion bis zur Zah! von 100 Mitgliedern zu ergänzen. Der R.-A. hat die Aulgabe, die Gcsamilage der Zionistischen Organisation, sowie des jüdischen Heimstätten Werkes durch Subkomnüssion sowie durch Anhörung von Sadiverständigen zu untersuchen. Aut Grund der Ergebnisse der Untersticlmng hat er in spätestens drei Monaten seit dem Beginn seiner iäiigkcit cm umfassendes Reorganisations-Programm testzur.etzen und die Wahl der neuen Körperschaften ungesäumt durchzufuhrcn. Insbesondere otilicgt dem Rcorganisations-Aussciruß die rascltcsie Verwirklichung von zwei Hauptzielen der Re- Organisation: der zionistischen Koalition und acr gesamt-jüdischen Zusammenarbeit für Pa- 1 äs tina im Rahmen der Jewish Agency. " r!•§« י־ ן'■*) ihii iiiM^äVN|1: t, j .ihiij» V-4 V. ■m t UOCOCE’CKCDCCn CC38■ äSQ cD5c:7*nc;G0on sa DoseCö&ascäaoaCi Cie CrsugeiKalson la Palästina Die Zahl der in der letzten Zeit aus Palästina exportierten Orangen war ziemlich befriedigend, aber die Preise waren leider seiir niedrig. Im Jahre 1923 wurden 1 588 164׳ Kisten rti einem Werte von 37-1 798 £ nusgeführt, itn vorigen dagegen 1 122000 Kisten zu einem Werte von 283305 £. Der größte Teil der Kisten ging nach England und nach Aegypten. Die niedrigen Preise in England hängen mit den allgemeinen Wirtschaftiidicn Verhältnissen in England zusammen, durch die?.He Obstprcisc hcrabgcdnickt sind, sowie durch die Konkurrenz des spanischen Obstes. In Aegypten hat die Konkurrenz von italienischen und Tiroler Aepfeln, die sehr billig waren, ungünstig auf den Verkauf der palästinensischen Früchte gewirkt. Ein Verband jiMLsdier Kolonisten Io PalSstina Jerusalem. (J. C. B.) In Pctach Tikwah ist eine zahlreich besuchte Versammlung von Vertretern der jüdischen Kolonie zusamincngctrctcn, um die Gründung eines Verbandes der Kolonisten zu beraten. Der Verband soll unabhängig sein von Unterstützungen seitens der Juden in der Diaspora und der Zionistischen Organisation in Palästina. Die Auswanderung aus Palästina Es f>i!ul wiederholt Veröffentlichungen über die Auswandcrinig aus Palästina erschienen. Diese Veröffentlichungen beruhen, wie das Hauptbüro des Keren Hajesjjil betont, auf einem Mißverständnis, ln Wirklichkeit haben Chaluzim Pa lästina nicht verlassen, zumal au dt nur die wenigsten von ihnen in der Lage wären, den erforderlichen Betrag von 10 bis 15 £, den eine solche Reise erfordern würde, aufzubringen. Die angeblichen Emigranten sind entweder Teile des alten Jiscliuw, die nadi Amerika zu Verwandten fahren, oder Touristen, die stets nur die Absicht haben, nur einige Monate zu bleiben, oder aber Palästinenser, die vorübergehend das Land verlassen, sei cs aus geschäftlichen Gründen, sei cs, um ihre Uriaubszeit außerhalb des Landes zuzubringen. Die Zukimit des Keren Kajemclh Eine von der K. K. L.-Landeskommission Palästina ein berufene und von einer großen Zaiil im öffentlichen Leben stehender Personen aus Jerusalem. Jaffa, Haifa, Tiberias, Pctach-Tikwah besuchte Konferenz faßte folgenden Beschluß ,,Oie Konferenz erklärt sich gegen die Verschmelzung des Keren Kajemeth Lcjisracl mit dem Keren Hajessod, in welcher Form immer dies nngestrebt wird. Die Konferenz erkennt die Notwendigkeit an, die Tätig« keit des K. K. L. und des K. I I. auf Grund gegenseitigen Einvernehmens zu koordinieren. Um ein solches Einvernehmen zwischen beiden Institutionen zu erleichtern, hält die Konferenz cs Tür nötig, die Ueber■ Siedlung des Keren Hojcssod-I Iauptbüros nach Palästina zu befürworten," Ausdehnung der Tarbalii TäUgkeit aut Palästina Das J.C. B. wurde vom Zentralkomitee der Gesellschaft Tarbuth ersucht, festzustclien, daß während der bevorstehenden Pienarsiizung des Verbandes, die in Karlsbad stattfinden soli. nicht die!־rage der Uebernnhme der palästinensischen Selm- Ich, sondern die Frage der allmählichen Ausdeli nun g der T a rb u th-T ä ti gk eit auf Palästina ver handelt werden soll. Heine NaclirlcMcn vdm! geeignet, sie zu überwinden. Deshalb müssen wir .'1״en״ einander zu dulden. Nur wenige Jahre :׳” uns und dem Palästina-Versuch noch gegönnt. _ Be- «acn wir <1ic letzten Kräfte in anderem Geiste als bis jetzt, 61 gemeinsamer, fruchtbarer Rh fasse zusammen: Mögen diejenigen, die die hier entwickelter! Anschauungen a0>. die Annahme nachstehender 1,1■ zwei Resolutionen 1״״”Worten: 1. Der Kongreß beschließt: Angesichts der gegebenen Situation werden sämtliche: «xustische Gruppen, sowie alle Vorkämpfer der Zions- Der Regienmgskoiiimissnr der Prcs׳c.1btcihmg beim pol ni.nrheu Ministerium für Innere; 11.1t die Einstellung von 1( Zcitschrificn, darunter die Zeitschriften ״Hcclialuz" und ״Tel Cii.ij'* verfügt. Bei der jüdischen HaiKlwerkerscliulc In Warschau wurde eine besondere Automobiiabteihing, sowie eine Abteilung zur Ausbildung jüdischer Chauffeure eingerichtet. Die Aufbauabteihmg des Joint hat beschlossen, diese beiden Anstalten zu unterstützen. Das Verwaltmigskomitcc der Warschauer Abteilung 'der Gesellschaft ״Ose" hat beschlossen, ein pathologisches lnstitut in Warschau zu errichten. Der Joint hat für diesen Zweck 9000 Dollar bestimmt. Infolge von Differenzen zwischen der Allgemeinen Jüdischen Arbeiterorganisation und den der Misrachi-Organisation asigchörendcn Arbeitern, ist es in Tel Awiw zu einem Bauarbeiterstreik gekommen, wobei es auch zu Reibungen zwischen den autgestclltcn Streikposten und der Gendarmerie gekommen ist. Der italienische Koustil in Jerusalem hat unter den in Palästina wohn enden Italienern eine Faszistenorganisation gebildet. ■Von den aus Polen stammenden Sachverständigen, wurde dieser Tage in Palästina eine kleinere Werkstätte für F a b r i k a 11 o 11 und Reparatur von Spiegeln unter dem Namen ״Soha t" gegründet. (Ziko) In I.ipowctz, in der Provinz Kiew, sind 15 Zionisten wegen zionistischer Propaganda arretiert worden. ißsuari Von Dr. Walter Preuß, Jerusalem. Der Sommer des Jahres 1923 kann ab, ein gewisser Wendepunkt für die Wcgrichfung der kolonisatorischen Arbeit des gesamten Jiscinw und seines stärksten Trägers, der Arbeitcrsdiaft, bezeichnet werden. Die Krise, die, aus versdiicdcncn Gründen stammend und in verschiedener Form od» auswirkend, seit >/4 Jahren ül>cr dem Linde Listet, macht sidi in ihrer bedrohlichsten Form, der Arbeitslosigkeit, auch, in der Zeit, in der in früheren Jafiren in ausreidicmieni Maße Arbiit yarhanden war, bemerklwr. Seilen wir von da־ landwirtschaftlichen Arbeitersiedlung ab, die durch geschickte Führung und Einführung neuer Arbeitszweige und Wege in den letzten Jahren eher eine gewisse Fundierung erfahren hat, 0פ daß wohl zum ersten Male in diesem Jahre eine ganze Reihe von Siedlungen sich aus sidi selbst heraus zu erhalten in der Lage war, wenn aüch besonders die Situation der neuen großen Siedlung im Emek-Isrncl sehr sdnvcr ist, so tat doch die Krise, di׳e über Ercz-Israel lastet, bereits sidi' 90 verschärft, daß sie zu eien traurigen Folgen einer ver« stärkten Auswanderung, auch junger arbeitender Kräfte, infolge der Arbeitslosigkeit im Lande geführt hat. Die Lage :kr großen Masse der Arbeiter, die auf den städtischen Arbeitsmarkt angewiesen sind und die für die nächsten Jahre nur eine beschränkte Aussicht haben, zur Vollansiediung zu gehangen, ist in diesem Sommer, zumal wenn man die geringen Arbeifsaussichtcn im Winter in Betracht zieht, sehr schwierig. Die Erkenntnis, daß es in der bisherigen Weise nicht weitergeht und daß neue Wege gefunden werden müssen, um die Lage d«:r vorn Markt vollständig abhängigen Arbeiter und Oiahizim zu erleichtern, ist in dieser allgemeinen Form nidit neu; widitig aller und vielleicht entscheidend für den Verlauf der weiteren Aufbauarbeit sind die neuen Gedanken, die, aus den Kreisen der Arbeiterschaft stammend, die Müghclikeit einer Fundierung der Arbeit aufzuspüren bestrebt sind. Der Grundgedanke der neuen Aktionen, die die organisierte Arbeiterschaft in der nächsten Zeit ins Werk zu setzen gedenkt, lautet: Fundierung des Lebens der städtischen Arbeiter in Palästina auch dann, wenn keine Voliatisicdlung für die nächste Zeit in Frage kommt. Diese Forderung der Fundierung drückt sich in doppelter Form aus: in der Bedcutung, die die neugegründete ״Chewrat Haowdim“ (Gcseilschait der Arbeitenden) zu gewinnen beginnt, und in der damit in Zusammenhang stehenden Ansiedlung der städtischen Arbeiter am Rande der Städte. Was ist die ״Chewrat Haowdim“ und welche Bedeutung hat sie für die Aufbauarbeit der Arbeiterschaft? Ihre Aufgabe, kurz zusammengefaßt, läßt sich folgendermaßen charakterisieren: alle kooperativen Institute der jüdischen Arbeiterschaft in Palästina in einer Gesellschaft zu vereinigen, um ihre Zwecke zu fördern. Die Gesellschaft ist Eigentümerin aller Finaiizinstilute und Kooperativen der ״Allgemeinen Arbeiterorganisation". Sie gründet Institutionen, Unternehmungen und Fonds, und in ihrem Eigentum befinden sich die Grimdungsaktien der Arbeiterbank, des Maschbir und der andern Tochtergesellschaften. Sie hat das Recht, Steuern aufzuerk'gcn, die Arbeitslöhne und Produktionspreise fcstzusetzen, die Arbeit der einzelnen Institutionen zu überwachen und die Arbeitstätigkeit aller in gegenseitige Ucbcreinsdmmung zu bringen. Die praktische Arbeit verwirklicht die Gesellschaft durch ihre Tochtergesellschaften, die ״Gesellschaft für Arbeiterkobnisation“, die ״Gesellschaft für öffentliche und Bauarbeiten“ usw. Die prinzipielle Notwendigkeit, die dem Gedanken der ״Chewrat Haowdim“ zugrunde liegt, ist begründet in der Tatsache, daß nur als juristische Persönlichkeit die Gesellschaft die Möglichkeit hat, die bisher in weitestem Maße von äußeren Faktoren abhängige kolonisatorische Arbeit in Dorf tind Stadt zu fundieren. Von nun an wird die Möglichkeit gegeben sein, durch Zusammenfassung des Eigenbesitzes aller Kooperativen und infolge einheitlicher Leitung eine weitgehende gesunde Kredituntcrlafje für die wirtschaftliche Tätigkeit der Arbeiterorganisation zu schaffen. Ueber die prinzipielle und tatsädiliche Bedeutung, die die wirtschaftliche Tätigkeit der Arbeiterschaft heute bereits hat und in verstärktem Maße weiterhin haben kann, sei an dieser Stelle nur amlcutuugsweise gesprochen; wir werden weiter unten ein Beispiel an Steile von vielen bringen; die Tätigkeit des Misrad laawodot ziburiot läßt sich wohl im allgemeinen als bekannt voraussetzen. Wenn wir liier die Tätigkeit der Arbeiterschaft in wirtschaftlicher Hiusiclit «als von grundlegender Wichtigkeit für den gesamten Jisdurw bejahen, so tun wir das in der Erkenntnis, daß in einer großen Anzahl von Tätigkeitsgebieten nur die Arbeiterschaft bisher die richtigen Wege gesucht und gefunden hat.־ Sofort erhebt sich die Frage: Was bedeutet die ״Chewrat Haowdim" in der Fortsetzung dieses Weges und welches sind die nächsten praktischen Ziele, die die Chcwral sich stellt? Hier ist an erster Stelle die Notwendigkeit zu erwähnen, den gegründeten juristischen Gesellschaften die praktisdie Arbcitsmöglichkcit zu geben dadurch, daß sie in die Lage versetzt werden ,sich ein Grundkapital zu verschaffen. Es ist ein unmöglicher Zustand, daß ein Unternehmen wie der Misrad laawodot zilniriot (an dessen Stelle die juristische Ge- Seilschaft für öffentliche und Bauarbeiten treten wird), der bis zum 1. August 1923 Arbeiten im Werte von 559030 £ vollendet hat, ohne die geringste finanzielle Fundierung zu arbeiten gezwungen ist: Der Misrad besitzt bis heute kein Eigciikapital! Diese Tatsache schädigt in unmittelbarer Folge- Wirkung nicht nur den Misrad als Unternehmer, von dem man in vollkommener Verkennung der Wirklichkeit schließlich sagen könnte, daß er ein Unternehmer unter vielen sei, sondern gefährdet die gesamte Situation der Arbeiterschaft. Denn der Misrad ist heute, als Vertreter allgemeiner Interessen und nicht privater UntemeJimcrkreise, die einzige Steile, die dauernde Mittel zur Behebung der Arbeitslosigkeit zu finden bemüht ist, und die, wenn sie audi nur die geringste finanzidle Bcwcgiuigsniögüehkeit hätte, vielen Hunderten von Arbeitern zur Ansiediung verhelfen könnte. Wir wollen das an einem einzigen Beispiel erörtern. Seit 11/2 Jahren ist der Misrad bemüht, einen großen Steinbrech zu pachten oder zu kaufen und kann .01$־ Mangel an Mitteln nicht die Möglichkeit dazu finden. Alle Kredit- Organisationen und Banken, die an sich bereit wären, für derartige, in kurzer Zeit rentable Zwecke Geld zu leihen, fragen zunächst nach den Sicherheiten, die der Entleiher zu bieten hat, und wenn sie hören, daß der Misrad kein Grundkapital hat, treten sie dem Geschäft niciit näiicr. Was würde t

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