Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 60 (27.7.1923)
- Date
- 1923-07-27
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2651273-2652595-2652502-2652557--16732-2674407- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
4 Seite 382 denken, daß bestimmte außerhalb der Organisation stehende Körperschaften eine Vertretung in den Kongrcßnusscluiß entsenden. Auf diesem Wege würde eine parlamentarische Form geschaffen werden, die z. B. mit dem Delegationen- Parlament der alten Doppelmonarchic Oesterreich-Ungarn gewisse Analogien besäße. Wenn aber überhaupt das Verantwortungsprinzip statuiert werden soll, 90 muß die Exekutive bzw. das ausführende Organ der Jewish Agency ihre!Verantwortung vor einer cinltcitliclicn Körperschaft klarlegcn. Es muß nochmals betont werden, daß die Jewish Agency als solche keine Gewalt darstcllt, die Verantwortung trägt, sondern eine solche, vor der das von dir ztu schaffende Organ verantwortlich ist. Daher kann an dieser Steile nicht von einer Erweiterung der Jewish Agency, sondern nur von einer Erweiterung des Organs der Jewish Agency gesprochen werden, wobei notgedrungen unterstellt wird, daß das Organ der Jewish Agency und die Exekutive identische Institute sind, eben 90 wie die Jewish Agency und die Palästinaorganisatioii als identisch konsfruiert werden müssen. Das Mandat spricht mit keinem Worte vom Organ der Jewish Agency, sondern immer nur von der Jewish Agency selbst, und wenn im Mandat von einer Heranziehung von weiteren Kräften die Rede ist, so kann darunter nicht gemeint sein, daß einzelne Personen, so einflußreich und bedeutend sie auch sein mögen, herangezogen werden, sondern nur, daß weitere Kräfte in die Palästinaorganisatioii limcinkommcn. Die Erweiterung der Kongrcßwablen in der von uns vorgczcichnctcn Richtung würde unter den gegenwärtigen Bedingungen diesem Postulat des Mandats noch am ehesten Rechnung tragen. Um aus diesem Dilemma herauszukommen, müßte festgestellt werden, daß die Exekutive bzw. das Organ der Jewish Agency sich auch aus Nichtmitgliedern der Organisation, des Kongresses oder des Kongreßausscliusscs als vollberechtigte Ressortleiter zusainmcnsetzcn kann, wenn der Präsident der Exekutive vor einer einheitlichen Körperschaft für sie und ihre Arbeit die Verantwortlichkeit übernimmt. Neben der Exekutive können nur verwaltende und beratende Körpersebaften bestellen, keineswegs aber andere leitende Instanzen. So wird z. B. der gegenwärtig bestehende Finanz- und Wirtschaftsrat in eine beratende ,Kommission bei der Exekutive 1unter Leitung eines Exekutivmitgliedes umgcwandelt werden müssen. Der XIII. Kongreß wird die Anomalie der Tatsachen betonen, daß eine Hälfte der Exekutive in Palästina und die andere Hälfte in London ansässig ist Es wäffc nur zu wünschen, daß die Konflikte, die zwischen diesen beiden Teilen sich zeigen müssen, nicht allzu schwer auf die Kongreß- Verhandlungen einwirken. Vorläufig muß der Sitz der Exekutive London und nicht Palästina sein. Die zionistisdie Politik kann die Zwistigkeiten und Reibungen in Palästina erweitern und vertiefen. Auch sind Konflikte zwischen der Exekutive und der Palästinaregierung fast unvermeidlich, während die Araber eine zionistische Exekutive in Palästina ah eine jüdische Neben regierung auffassen und daraus Nahrung für ihre erbitterte Hetze schöpfen. Vorläufig kann in Palästina nur eine Repräsentanz der Exekutive ihren Sitz haben, die für ihre (Worte und Handlungen der Exekutive verantwortlich ist. Das höchste ausführende Organ der Organisation ist also die Exekutive, die dom Kongreßausschuß voll verantwortlich ist. Die Exekutive wird von einer Person berufen, die vom Kongreßausschuß oder von dessen Präsidenten bestimmt wird. Auch Nichtmitglieder des Kongreßausschusses dürfen Mitglieder der Exekutive sein. Der Präsident der Exekutive ist dem Kongreßaussclmß für das Programm und die Arbeit der Gesamtcxckutive verantwortlich. Das gesamte Aufbauwerk wird von einer einzigen und homogenen Exekutive geleitet, Ke Durchführung dieser Reformvorschläge ist mit Ausgaben verbunden. Wir glauben nicht, daß diese Tatsache als Argument gegen den Vorschlag als solchen Verwendung finden kann. Ein solches Argument wäre demagogisch. Einer• sdts bringt der Vorschlag durch die Absdiaffung von Jahres konferenz und Aktionskomitee auch Ersparnisse, andererseits sind die Ausgaben im Verhältnis zu unserem Millionenbudget minimal und kaum der Rede wert, wenn es sich darum handelt, ,unsere Organisation, ihre Instanzen und ihr Arbeits- System zu normalisieren. Einzelheiten des dargelegten Planes sind nicht von Bedeutung. Sie können abgeändert oder völlig abgelehnt werden. Die frrealisierbarkeit des Weltkongresses ist gegenwärtig allgemein anerkannt und daher für unsere gegenwärtige Debatte gegenstandslos. Ke Erweiterung der Zionistischen Organisation ist durchführbar und bedeutet die Erweiterung und innere Festigung des Palästinabauwerkes. Der XIII. Kongreß muß ein Palästinaaufbaukongreß werden, wenn auf ihn ein XIV, Kongreß folgen 9011. im Einvernehmen d. R.) mit Zionistische Koalition Von Dr. Alircd N o s s i g. (Wegen Raummangel9 dem Verfasser gekürzt. A, I. Durch die in Baltimore, Warschau, Dresden und Prag gefaßten Beschlüsse von vier zionistischen Förderationen ist der Idee der Bildung einer ״Jcwisli Agency“ unter Heran- Ziehung einflußreicher und kapitalkräftiger, mchtzionistisclicr Kreise der Judciiheit der Sieg auf «lein bevorstehenden XIII. Zionistenkongreß voraussichtlich gesidiert worden. Diese Idee stellt bekanntlich an der Spitze eines nicht seit heute datierenden zionistischen Reorganisations-Programms. Dies hat einerseits eine heftige Opposition im Schoße der bisherigen zionistischen Majorität hervorgerufen, andererseits bei den Vertretern der Reorganisations-Bewegung die Hoffnung geweckt, daß eine ersprießliche Neugestaltung der Lage des Zionismus und des Palästinawerkes vielleicht doch noch, gewissermaßen im letzten Augenblick, sich wird ermöglichen lassen . , So hat sich die Situation im Zionismus unmittelbar vor dem Kongreß verschoben. '• Die neue Opposition erblickt in der Erweiterung der Basis der ״Jewish Agency“ eine Gefahr, ja sie wittert in ihr schon den Untergang des Zionismus. Die Erregung tauscht manchem hier ein zweites Uganda vor. Bei aller Achtung vor der Aufrichtigkeit dieser nationalen Befürchtungen muß gesagt werden, daß sie aut einer Verkennung der Verhältmsse beruhen. Die führende Steilung des Zionismus im Bereiche des Palästina-Aufbaues ist auch hei einer stetig tortsciireUenden Kooperation mit den übrigen jüdischen Krc'seh durch die überwiegende Sachkenntnis und restlose Hingabe der Zionisten gesichert. Und ebenso kann der nationale Chaiakter der jüdischen Paiäetinaarbeit auch durch die stärkste Beteiligung von Nichtzionisten nicht In Frage gestellt werden; JUEDI5 CHE RUNDSCHAU die historische Atmosphäre, die Atmosphäre Palästinas und die Beschaffenheit des Einwandcrcrmaterinls verbürgen ihn. Von diesem Gesichtspunkte ausgehend, dürfte die alte Opposition, die Vorkämpfern! der zeitgemäßen Reorgamsntions-Maßnaiimcn, diene Wendung in der Orientierung der Majorität als erheblichen Fortschritt begrüßen und ihre Herbeifülirung als politisches Verdienst werten, So nehme ich an. Ich darf jeil och an dieser Stelle nur fn meinem eigenen Namen sprechen. Nach meiner Auffassung sind die Beschlüsse der Landeskonferenzen, sowie die Aussprache Dr. Wcizmanns in laltiniorc deutliche Zeichen, daß die Herrschaft der Phrase erschüttert Ist. Wclzmnnn hat den Mut getunden, den Star der politischen Illusion zu stechen. Man beginnt sich vor der Macht der Tatsachen zu beugen. Eines ist unverkennbar: fe katastrophaler sich infolge des früheren Kurses des Zionismus die Lage in Palästina gestaltet, desto vernünftigere Ansichten brechen sielt Bahn und desto weitere zionistisdie Kreise werden diesen Ansichten zugänglich. Unsere dringendste Aufgabe besteht meines Erachtens darin, der ganzen Wahrheit, und in ihrer Konsequenz den richtigen praktischen Maßnahmen gewissermaßen ln zwölfter Stunde zum Siege zu verheilen, um den Zusammenbruch vorzu beugen. Das ist der Zweck meiner nun folgenden Anregungen. Bevor die groß« gesa 1111 jüdis ehe Koalition angebahnt wird, muß die große zionistische Koalition geschaffen werden. Wcizinann steht heute an demselben Punkt, wo ich 1908 und der ״Binjam Haarez“ 1919 angelangt war. ,Ernsthatte Verständigung mit der Gesamtjudenlicit lind c inst hatte Verständigung mit dem in Palästina entstehenden Faktoren — oder Bankerott der Zionsidee“. — Dieses Dilemma hat er mit aller Sclüirlc erfaßt Man Übersicht jedoch gewiß nicht, daß durch die Bc- Schlüsse der vier Landeskonferenzen, ja selbst durch einen Kongreßbcschluß der Aufbau einer Jewish Agency als Vertrctcrin der Gesamtjüdcnheit und als Weg zu den Finanzmitteln der Letzteren noch lange nicht gesichert ist. Man hat cs dann erst mit einer papierenen Resolution zu tun, die nichts als den Wunsch der einen Seite — der zionistischen — ausdrückt. Von der Verwirklichung dieses Wunsches trennen uns dann noch zahllose Schwierigkeiten und Ge• fahren. Und diese liegen nicht nur auf der Seite der Gesamtjüdcnheit, 60ndern auch im Schoße der Zionistischc 11 Organisation. Man unterschätze nicht die Fronde, die sich innerhalb der früheren zionistischen Majorität gegen das neue Programm zu bilden beginnt. Auch wenn cs gelingt, 6ic aut dein Kon• grell durch Stimmenmehrheit zu überwinden, kann sie aas, was jetzt erstrebt wird, vereiteln. Nicht nur daß man den Verfechtern dieses Programms denselben Leidcnskelch darbieten wird, den man mir gereicht hat. Nicht nur, daß jetzt der Präsident der Zionistischen Organisation als ״Verriitcr an den Prinzipien“, als ״Volksfeind“ und ״Stütze der Notablcnwirtschaft״ verschrieen werden würde״ daß man versuchen würde, ihm vom Steuer wegzudriingen oder wegzuekeln. Noch viel schlimmer: Man würde durch eine radikal-national• istssche, extrem-politische und extrem-sozialistische Propaganda die Gewinnung der kapitalkräftigen jüdischen Kreise, die Anbahnung einer Verständigung mit den Arabern und die Besserung der Verhältnisse zur englischen Regierung verhindern. Unter keinen Umständen dart es zu einer Lostreunung der neuen Opposition kommen — ja, nicht cmmal zu einer Spaltung 1m Rahmen der Zionistischen Organisation. Hier muß die Vcrs tändigungs- Aktion beginnen. Sie ist keineswegs undurchführbar. Wenn man sich ohne unnötige Erregung und ohne Gcsinmmgscitelkcit an den Beratungstiscli setzt, wird sich bald herausstcllen, wie groß die gemeinsamen Berührungsflächen sind und wie vieles die neue Opposition, die zur Kcrntruppe des Zionismus gehört, fiir das heutige Programm — sobald sic cs nur richtig würdigt — würde leisten können. Dieses Moment leitet zur zweiten Koalitions-Notwendigkeit über: Zur Verständigung mit den jetzt inaktiven zionistischen Reorganisations-Gruppen, der alten Opposition. Das ist einer der Hauptgesichtspunkte, der uns allen vorschweben muß; Die aufs Acußcrste zugespitzte Situation, die kurze Frist, welche für Kcttungsniaßnahmen noch zur Verfügung stellt, die Uncrläßlichkcit einer möglichst intensivcn una ergiebigen Kollektiv-Anstrengung gestatten cs heute nicht, auch nur einen einzigen leistungsfähigen Anhänger der zionistischen Jdcc zu missen. Sie erfordern gebieterisch die Aktivierung und Vcrwcrtungallervcrfügbarcn Kräfte. Es ist richtig, daß das gegenwärtige Beiscitestchcn der Rcorganisationstrcuiuie auf beiderseitiger Unlust zum Zusammenarbeiten beruhte. Führende Vertrclcr dieser Gruppen schieden selbst freiwillig aus den leitenden Körperschaltcn aus. Ich glaube jedoch in der Annahme nicht fehl zu gehen, daß nunmehr, bei der starken Annäherung der zionistischen Leitung an das Rcorgamsntionsprogramin, und angesichts des eben geschiMcrtcn zwingenden Arbeitsgebotes, viele alte Oppositionelle zur Kooperation sich entschließen würden. Die Entscheidung würde jedcnlalls im hohen Maße von der Haltung der gegenwärtigen Majorität in dieser Frage abhängen. Deshalb sei cs liier gesagt: Die W1 cd c rb e ru tu ng der R eo r g a n i s a t io n s f r c 1111 d c zur gemeinsamen Arbeit an dem nun gemeinsamen Programm wäre nicht nur ein Akt selbstverständlicher parlamentarischer Gcrechtigkeit, sondern aueh eine Maßnahme von größtem praktischen und taktischen Nutzen. Man unterschätze auch diese Fronde nicht. Einer eminent aktiven Persönlichkeit wie Weizmann drängt sidi nur allzu leicht die wegwerfende Antwort auf die Lippen: ״Schafft mir lieber kapitalkräftige Nichtzionisten, schafft mir einflußreiche Organisationen — das ist cs, was ich brauche; nicht Zionisten, welche schreiben oder reden — das k'nnn ich selbst besorgen.“ Ich glaube, daß in dieser Auffassung ein Irrtum liegt, den Weizmann selbst schon cinzuscltcn beginnt. ״Die Führer zerreiben sich in einem Kampf — lese ich in seiner Rede — den sie nicht fortsetzen können, weil dazu keine menschliche Kraft stark genug ist ... .“ Der schreibende und redende Zionist ist eine Kralt — ja, er ist und bleibt die einzig bewegende Kraft. Als alles versagte, hat sich ein■ schreibender und redender Zionist״ Chaim Weizmann, aufs Schiff gesetzt und fiat es gcsdiafft. Aber er und seine wenigen nächsten Freunde werden cs nicht immer allem schaffen können. Und wenn die erweiterte Jewish Agency zustande kommt, werden erst recht wieder die Zionisten als Motoren notwendig sein. Viele, möglichst viele zionistische Motoren, die mit letzter Kräftchingabe arbeiten — sonst wird auch die Jewish Agency nichts produzieren. Solche zionistische Miotore findet man in stattlicher Anzahl gerade in den Reihen der Rcorganisationsgruppen, Und gerade diese Personen, die mit die besten Namen der zionistischen Bewegung tragen, sind für die Verständigungs• Aktion nach der jüdischen und arabischen Front hin ganz fce• sonders geeignet, Programme verwirklichen sich von selbst. Alles hängt von «len Personen ab. Duo si faciunt idem,, non cst idem. Man kann unter denselben Losungen zweierlei Politik machen, von denen die eine der direkte Gegensatz der anderen ist. So war cs bis jetzt 1tn Zionismus, Sollen nun auch weiter nur diejenigen in die leitenden Körperschaften berufen werden, welche nt״ V c r s t ä n d i g u n g s p h r a s e n aut den Lippen führten nb‘1 die Verständigung ernsthaft zu betreiben? Würde * nicht von bester taktischer Wirkung sein, wenn mm .״e' jene an der Verstiüidigungsarbcit sich beteiligen wür!w welche dieses Programm seit vielen Jahren 1m scharten (W5 satz zur offiziellen zionistischen Leitung verfochten hs£.\ Und Ist es nicht wahrscheinlich, daß diese Männer die V. ständigungsarbclt auch gut besorgen würden, weil sie Ihr angeborenen Veranlagung entspricht? Was Weizmann und' seine Freunde ln dieser Richtig geleistet haben, ist höchst anerkennenswert, aber es nicht den Erfordernissen der Stunde. Viele Anhänger £ Reorganisation*- und Verständigungs-Aktion bedrückt es B das muß hier offen gesagt werden — daß es ihm nicht Jungen Ist, eine Brücke zu Brandeis und seiner Gruppe;״ schlagen, und daß er die Arabertrage, wie cs scheint noc? immer nicht von der richtigen Seite an gefaßt hat Verhandlungen nicht den richtigen Erfolg erzielen, wer*• nach allgemeinem politischen Brauch andere Unterhandle berufen, von denen man annnnmt, daß sie weder brüskieren noch herausfordern und durch keinerlei inopportune Aste! zedenzien belastet sind. II. Gesetzt, es käme zu einer zionistischen Koalition. \pt, wäre dann die Reorganisation der zion is tischen Leitung und der zionistischen Arbeit in Angriff j. nehmen? Das erste, was sich empfehlen■ würde, wäre, voreilig(; Beschlüssen aut Grund ungenügender Orientierung vor®* beugen. Der gegenwärtige Karlsbader Kongreß ist nicht u der Lage, cm wirklich entsprechendes Umgestaltungsprogramni zu entwerfen. Gegen die bisherige Exekutive wird der Vorwurt erhoben, daß ihre Informationen an Genauigkeit wünschen übrig ließen. Der Kongreß wird das gewöhnliche Bild leidenschaftlicher Erregtheit und Herumtappens im Dunkel•, bieten. Die Voraussetzung für ein zulängliches Programm k! eine völlig unabhängige und unparteiische Feststellung de, Situation in Palästina und London, sowie die Durchführung vo: Vorverhandlungen mit den Rcorganisationsgruppen vot Amerika, Holland und Deutschland. Die erste Maßnahme sollte darin bestehen, daß d« Kongreß die entscheidenden Beschlüsse sistiert und einen R co r gani ea t ton s-Ä usschu ß einsetzt. Dieser Ausschuß hätte den Charakter eines ״Komitees zur Rcttun; des Gemeinwohls'‘ zu tragen, wie er in Momente schwerster nationaler Not unter Zusammensehl׳ und Beteiligung aller Parteien geschaffen wird. Eine Maßnahme ganz außergewöhnlicher Art, welch! die sonst durch den Kongreß vorzunehmenden reguläre Wahlen hinausschieben bezw. einer anderen Körper• scltaft übrtragen würde. Der Reorganisations-Ausschuß muii etwa den Umfang einer früheren ״Jatireskonfcrcn/‘‘ sow das Koopcrationsrccßt erhalten. Schon der Kongreß so'״,; auch Vertreter der Rcorganisationsgruppen in diesen Ai schuh berufen. Der Ausschuß hätte mehrere Kommission; cinzusctzen, welche in angemessener Zeit, spätestens binnen drei Monaten״ nach eingehender Erforschung aller Haupt• tragen, und nach Einholung der Ansicht von Sach• verständigen, dem Plenum des Ausschusses Berich: zu erstatten, und ein Reorganisation^-Programm zu unter• breiten hätten. Der Ausschuß wird sich dann darüber sch!.;;. werden, welche Körperschaften zu schaffen wären, und wm'״ in Vertretung des Kongresses die erforderlichen Wählt־ durchführen. Die Notwendigkeit einer derartigen vorbereitenden Ko®• mission wird auch' von der amerikanischen Förderation u ihren ״Proposals“ zugegeben. Sie muß sich jedem denkende! Zionisten aufdrängen. Statt jedoch die Bildung einer zeit• gemäßen Kommission vorzuschlagcn, verlangen die Amerikaner daß diese Funktion einer durch den Kongreß ZU wählendes ״kleinen homogenen Exekutive“ zugewiesen werde. Dagtge: muß Einspruch erhoben werden. Nicht aus doktrinärem Demo kratismus heraus, sondern weil dieser Vorschlag, ebenso wie der ganze amerikanische Rcorganisationsplan, durch Aus Schaltung oberster leitender und kontrohe render Körperschatten״ die Zionistische Organ!■ sation aut eine erfahrungsgemäß gefährliche Bahn dränge« würde. * Ohne nun dal Beschlüssen des Reorganisations-Aus- *chusscs vorzugreifen, möchte ich hier auf gewisse orgatri• satorische Hauptprobleme Hinweisen, die in erster Linie zu lösen sein werden. Gleichzeitig möchte ich andeuten, wie sie nach meiner persönlichen Auffassung am besten lösen wären. Ich bemerke jedoch, daß ich nicht den Anspruch erhebt daß aucn dieses Schema einer Neuorganisation zum Bcschiu! erhoben werde, w׳ic das Prinzip der zionistischen Koalition u!14 die Einsetzung eines Rcorgamsations-Ausschusses. Es vielmehr nur als Material für den Reorganisations-Ausschuß gedacht. Um zwet Probleme handelt es sielt. Das eine ist d« Verhältnis der leitenden zionistischen Körper• schatten zur Jewish Agency, das andere die Er• tassung und zweckentsprechende Verwendung der größt• möglichsten Anzahl voh a k t ions f ä h igen *!<>• nistischcn Kräften. Schon aus der Fassung dieses zweiten Problems erholt, daß die von manchen Seiten vorgcschtagene Reduzierung ״c( leitenden zionistischen Stellen aut eine möglichst kleine Esc kutive mit dem Sitz in London oder Palästina״ den Aulgab® ries Zionismus gerade in der gegenwärtigen Epoche _ ni® genügen würde. Soll die Rettung versucht werden, so ist tu ungeheures Quantum an organisatorischer und propagan׳ distisclier Arbeit aut mehreren Kontinenten binnen kürzester Zeit zu leisten; so sind alle verfügbaren zionistischen Kraut und durch sie die nichtzionistischen Faktoren in Bcwcgun; zu setzen. Man wird also voraussichtlich bestrebt sein müssen, zahlreichere und größere Arbeitskollegen als bis jetzt schaffen und wird zum Prinzip der Dezentralisation greifen müssen. Auch Riippin, welcher die tunlichste Konzentration dej Leitung in Palästina befürwortet, sieht die Notwendigkeit eines politischen Rates in London voraus. Nicht ein Z®1’ trum, sondern vier Zentren werden nach der Lage de! Dinge in der kommenden U e b e rg a n g s n c ri o d c יסת• wendig sein, um eine auf die ganze Erdkugel sich erstrecken® Tätigkeit zu bewältigen. Eine Vertretung in Palästina ״ den wirtschaftlichen Aufbau, die Verhandlungen mit de« Arabern und den Kontakt mit den englischen Behörden; ew Vertretung in London zur Unterhaltung der Bezichnngc» mit der Zcntralregicrung der Mandatarmacht; eine Final־״ exekutive in Amerika zwecks Aufbringung und Verwaltung von Fonds; schließlich eine Zentrale, welche ein permanc״ tagendes, nach neuen Gesichtspunkten aufgebautes Aktion׳• Komitee darstellcn sollte. , Der Mangel einer ständigen leitenden und kor trolliercndcn Körperschaft, wie sie in allen großen Organe Stationen neben dem gcschäftsführcndcn Ausschuß besteht• im Verhältnis zu den Staatsregierungcn durch die Kamm e r ״ bzw. deren politische und wirtschaftliche Au* schösse repräsentiert wird, hat sich für die zionistisch Bewegung als verhängnisvoll erwiesen. Das bisherige der Luft schwebende A.-Q, weiches nur in längeren Ni. abstä jtitok (•ntsl! dies״( setz«'1 iirtci׳ 8 ו1!נ n legen; Die t!sc: ca nr Beste ׳ stellt', kiitirl; »׳eit ׳ , l I, flau׳ ׳, wohn' liiert: | ged!« יי!ewä .1 iie י und <׳• geeif ’ 0 V und , stand den!. trete' nach künfl' wild ’ hier , ttner; tut ll; rota!'. Prim; der 1 Dem ן empl1 durcl1 H:jc rat wie I Es Pali' der •, den kom': resic'1׳,?׳. t York ä ' |י Dies!״״ ri•1׳! BCR'J"!«1 >j sich «• ין1'■ vers 4.!' 1 '1 1 «!ו; «frei• *ri-l' *ein,: •4,' A.ifi: ri ׳'! Web ri ,;: zubt־•!. nich ‘ >5•' Vor;!. olinu :' '1 1: Lai ׳ und 1' »!1 di st!' wein •,.:' lu« ־!•1 ," ga4; ז ׳־ vonl ן 1 der:, י)!־. 'i ri r frö.,' leite v e 1 Agc mit 1i Exc Aue1 tigt ■ 1, tun sitz. M* Die', He ein ן , anj > hat. der; die' De me V«, sat nie, me; Fo: »a Zit; Ja; ttn•‘ Wo' un nit, le *it; DU; tu 1.4