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Jüdische Rundschau · 1923-07-27 · Heft 60 (27.7.1923) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 60 (27.7.1923)
Date
1923-07-27
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 384 JÜEDISCH! RUNDSCHAU Nr. co aber der Erwerb eines Steinbruchs für die Arbeiterschaft be• deuten? Viele Tausende von Pfunden sind in den letzten Jahren in die Taschen arabischer Unternehmer geflossen, weil die jüdischen Arbeiter keine Möglichkeit hatten, in einem jüdischen Steinbrudi zu arbeiten. Ein großer, zentral ge• legen er Stcinbpuch bedeutet eine dauernde Arbeitsgelegenheit für einige hundert Arbeiter (mit Transport der Steine); mehr als das: Er bedeutet Arbeitsgelegenheit gerade in den Zeiten der Arbeitslosigkeit, da die Vorbereitung und Bearbeitung der Steine das ganze Jahr hindurch fortgesetzt werden kann. Äirf der Grundlage eines Grundkapitals hätte der Misrad die nötigen Kredite für Erwerb eines großen zentralen Steinbruchs bereits längst erwerben können und damit vielen Hunderten 'Arbeitern Dauer,irbcit und A11sbiklungs־möglichkcit gewährt, denn Steine bähen in Palästina einen sicheren Markt. So ist das Problem des Aktienkapitals des Misrad direkt mit der Frage der Basierung und Scßhaftmachung der städtischen Arbeiter verbunden. Eben denselben Zusammenhang finden wir in den weiteren Plänen der Arbeiterschaft, die demselben Ziele zustciicrn. So steht auf der Tagesordnung die Frage der Ansicdliuig der slndtischcn Arbeiter am Rande der Stadt, Diese Ansiediung würde unendlich zur Erleichterung der Situation der Arbeiterschaft beitragen, denn sic würde dem Arbeiter die Möglichkeit der Beschäftigung auch in den Zeiten der Arbeitslosigkeit in Gärten und häuslicher Wirtschaft geben. Und auch diese ׳Ansiediung, die wesentlich billiger als die Vollansiedlung zu stehen käme, ließe sich zu erheblichen Teilen nicht ans nationalen, sondern aus privaten Kreditquellen finanzieren, da die teuren Mietszinse, die der städtische Arbeiter heule zahlen muß, als Verzinsung des vorgeschossenen Kapitals dienen können. Auch liier zeigt sich wieder der Zusammenhang zwischen Eigcnkapit.1l der Arbeiterschaft und Krediten; denn in diesem Falle wird außerdem noch der Gcsamtbcsitz der Chewrat Haowdim den privaten Kreditgebern haften können. So wird die Schaffung der juristischen Persönlichkeit der Chewrat Haowdim die Grundlage weiterer wirtschaftlicher Arbeiten der Arbeiterschaft und die Aufbringung des Aktienkapitals für die einzelnen Tochtergesellschaften die Losung der Stunde. Ueber die Form, in der diese Aktion durchgeführt werden Wird, ob eine einheitliche Zentrale für alle beteiligten Organisation im Galulli zu schaffen ist oder ob jede Gesellschaft sich einzeln an bestimmte Interessenkreise wenden soll, darüber wird die vor dem Karlsbader Kongreß zusammcntrctcndc Konferenz ״Für das arbeitende Palästina“ zu entscheiden haben. An dieser Stelle soll nur über die Beschlüsse, die in dieser Hinsicht schon gefaßt wurden, sowie über die bisherigen vorbereitenden Arbeiten berichtet werden. Vorher sei nodi kurz ein Einwand gestreift. Schon einmal hat die organisierte Arbeiterschaft eine Aktion zwecks Beschaffung von Aktien für eine ihrer Institutionen, die Arbeiterbank, unternommen. Die Wichtigkeit der Arfaeiterbank für das gesamte Siediungswerk, die Tatsache, daß e9 im wesentlichen ihr zu verdanken ist, daß die Institutionen der Arbeiterschaft, die 35 landwirtschaftlichen Siedlungen, der Misrad und der Mnschbir in diesen Zeiten der Krisis durchhalten konnten, ist wohlbekannt; es könnte die Frage entstehen, wozu weitere Aktionen notwendig sind und ob sie nicht die Aktion für die Vergrößerung des Kapitals der Arbeiterbank kreuzen. Darauf ist folgendes zu erwidern: Die Arbeiterbank ist eine allgemeine Kreditbank, die als solche nur kurzfristige Kredite gewährt; und ebenso wie in anderen Ländern die Existenz einer Bank die Tatsache nicht ausschlicßt, daß Unter- Bellmu 11gen auf der Grundlage der Beschaffung eines Aktienkapitals gegründet werden, verhält es sich auch in Palästina. Ke Tatsache eines Grundkapitals gibt den Unternehmungen erst die Möglichkeit, sich Kreditqucllen für längere׳ Zeit zu erschließen, vorausgesetzt, daß sie sonst fundiert sind. Die Aktionen aber für die Arbeiterbank und die verschiedenen wirtschaftlidicn Unternehmungen wenden sich an verschiedene Kreise; der eine ist an der Bank, der andere in der landwirtschaftlichen Kolonisation, der dritte an der städtischen Unternehmerarbeit interessiert; aber auch die innere Struktur der Aktionen ist verschieden. Die moralische Berechtigung, sich an ein größeres Publikum ZU wenden, nehmen die Institutionen der Arbeiterschaft aus der Tatsache, daß sic nicht private, sondern entscheidende öffentliche und allgemeine Interessen verfolgen; im übrigen ist die Kapitalbeschaffung, besonders die der zunächst in Frage stehenden ״Gesellschaft für öffentliche und Bauarbeiten“, auf wirtschaftlicher ökonoinisdier Basis aufgebaut. Auf der letzten Sitzung des beratenden Ausschusses der ״Allgemeinen Arbeiterorganisation“ wurden die Satzungen der ״Chewrat Haowdim“ bestätigt, und der ״Beratende Ausschuß“ der Gewerkschaft der Bauarbeiter Palästinas, der am 14. Juli In Jerusalem tagte, beschloß seinerseits, den ״Misrad laawodot zibüriot“ als ״Kooperative Gesellschaft für öffentliche und Bauarbcitcii“ zu bestätigen und sofort mit der Arbeit der Aufbringung des Aktienkapitals zu beginnen. Der Typ von dreierlei Aktien wurde geschaffen: 1. Aktien der Genossen ä J/2 Pfund. Diese Aktien werden mir an Genossen der Arbeiterorganisation verkauft; ihre Inhaber haben Stimmrecht in der Gesellschaft, 2. Vorzugsaktien. Diese Aktien geben 3—6°/0 Zins vom Reingewinn der Gesellschaft nach Abzug von nidit weniger als 2On/0 für den Reservefonds. Die Inhaber dieser Aktien haben kein Stimmrecht in der Gesellschaft. 3. Grunderaktien, die im Besitz der Chewrat Haowdim bleiben; sie haben bei Abstimmungen dasselbe Stimmrecht wie die übrigen Aktien. Der ״Beratende Ausschuß“ beschloß außerdem, mit der Aktion der Aufbringung der Aktien inncrlialb der Arbeiterschaft sofort zu beginnen; bisher wurden, trotz der Krisis, in der sich die Arbeiterschaft befindet, bereits 2000 Aktien in Paiastina verkauft. Der Ausschuß wendet sich mit der Forderung an die Zionistischcn Organisation, sich an der Schaffung des Grundfonds zu beteiligen und bevollmächtigt die Genossen D. Remez und Elieser Kaplan, im Ausland Verhandlungen mit allen Instanzen und Institutionen, die an der Bauarbeit des Landes interessiert sind, zu führen. Kos ist in aller Kürze der Arbeitsplan, den die Arbeiter- Organisation als Vorbereitung für die große Aufgabe der verstärkten Arbeit zwecks Scßhaftmachung der Arbeiterschaft und der Fundierung des Siedlungswerks in der nächsten Zeit sich gestellt hat; für diese wichtige Arbeit braucht die jüdische Arbeiterschaft die Unterstützung weitester Kreise der Judenheit. anläßlich der .?ir 1^177771•^^ ץיז*ץף. des allweltUcbea jüd. sozialistischen Arbeiterverbandea Poalc-Zion ln den Räumen der ״Ressource“• Oranienburger Str. 18. Sonnabend, den 28. Juli, abend• 8 V« Uhr 1 Vortrag Dt. N&chmann Syrkln (New-Yorlt)i Die jüdische Arbeiterbewegung in Amerika. Montag, den 30. Juli, abends 8*/! Uhr: Vortrog Ben Zwl (Jerusalem)! Juden und Araber. Mittwoch, den 1. August, abends 8 Uhr 1 Meetings Kampfproblcme der jüdischen Arbeiterschaft. Redner: Delegierte aus Amerika, England, Oester- »eich, Palßstlna, Polen, Rumänien. Ausgabe von Dauerkarten, die zur Teilnahme an den Sitzungen der Konferenz und sämtlicher Veranstaltungen berechtigen, sowie von Einzclkarten im Büro Poale- Zion, Aurtustslraßc 17 III (Norden 4437), Jüdische Arbeiterbuchhandlung, Artillcricstraße 8 (Norden 4240). Die Rösch •Hsschanah * Aktion des Keren Kajemeth 1. Für alle die, die der Idee und Arbeit des Keren Kajemeth besondere Liebe entgegenbringen, ist cs erfreulich, fcststellcn zu können, daß die Krisis, in der sich der Keren Kajemeth 1021 und 1022 infolge des rapiden Sinkens seiner Einnahmen befand, allmählich überwunden worden ist. Während im Novernher 1022 der Nationalfonds nur zirka 3500 Pfund einnahm, hatte er int Mai d. J, zirka 12 500 Pfund Spcndcncingänge. Die Kurve der Einnahmen hat sich von Ende 1922 bis jetzt stetig gehoben. Trotzdem im Verhältnis zu der Größe der Aufgabe, die der Nationalfonds noch zu lösen tiat, seine Mittel äußerst beschränkt sind, hat die Palästina- Verwaltung des Keren Kajemeth cs auf sich genommen, neue Bodeuerwerbungen durchzuführen, und cs ist eine schöne Leistung, wenn wir jetzt 100000 Dun am besitzen. Außer diesen Bodenerwerbungen hat der Keren Kajemeth allein in den Jahren 102t bis zum April 1023 über 40 000 Pfund für Amelioralionsarbeiten ausgegeben, wobei der größte Teil dieser Summe, nämlich 35 000 Pfund, auf die Anlage von Wegen, Wasserversorgung, Drainage von Sümpfen in Nuris und Nahalal entfällt. Aus dem soeben erschienenen Bericht, den die Verwaltung des Keren Kajemeth dem Kongreß vorlegen wird, und über den in der ^Rundschau“ noch ausführlicher geschrieben werden soll, ist ersichtlich, wie nutzbringend die Tätigkeit des Keren Kajemeth besonders für die Entwicklung der neuen Siedlungen im Emck war. Durch den Bericht, in dem seit längerer Zeit auch wieder eine Bilanz des Keren Kajemeth veröffentlicht wird, wird hoffentlich die zionistische Oeffentlichkcit ein klares Bild von den Leistungen des Nationalfonds erhalten. Dies erscheint deswegen so notwendig, weil mau in den letzten Jahren den Nationalfoiuls in der öffentlichen Diskussion flrällichcrwcisc vernachlässigt hat. In allerletzter Zeit ist hierin zwar eine Besserung ciiigotretcn, und cs wäre nur zu begrüßen, daß durch die Weltkonfcrcnz des Keren Kajemeth in Karlsbad und den Kongreß der Nationalfonds neben dem Keren Hajessod wieder die Stellung erlangt, die ihm als dem Zcntrnlinstitut zionistischer Bodenpolitik gebiihrt. Nur dann wird cs möglich sein, auch unter den Zionisten im Galnth die Stimmung zu erwecken, die not wendig ist, um die Saminclarbcit des Keren Kajemeth mit Freude zu leisten. Die Snminelstclle des Keren Kajemeth in Deutschland versucht dadurch, daß sie die deutschen Zionisten und besonders die N.-F.-Vertrauensleute vor eine spezielle Aufgabe im Rahmen des Palästiniinufbaus stellt, die Arbeitsfreudigkeit für den Keren Kajemeth zu beleben. Unter Zustimmung des Landesvorstandes der Zionistischen Vcrcinigütig für Deutschland wurde vor zirka drei Monaten be* schlossen, die Nationatfonds-Einnahmen in Deutschland für die Auslösung von 1000 Diinam in Jndjtir zu ver* wenden und damit eine Verpflichtung gegenüber dem Hauptbiiro in Palästina übernommen, bis Ende 1924 8000 Pfund atifzubringen. Bisher ist cs leider nur gelungen, den Gegenwert von 1100 Pfund für Jadjur zu erhalten. Dieses Ergebnis ist deswegen nicht so gut, weil sich die Spenden für den Keren Kajemeth nicht schnc'l genug der Entwertung des deutschen Geldes anpassen. Die Zentrale des Nationalfonds will durch alle möglichen Mittel diesem Ucbclstand ahhcltcn. Es wird immer wieder darauf hingewiesen, daß mit der Geldentwertung auch die Spenden für den Nationalfonds steigen müssen. Man hat die Preise für Bäume. Goldene Buch-Eintragung 11 sw. wertbeständig festgesetzt. Aber alle diese Maßnahmen können nur dann Erfolg haben, wenn sie durch entsprechende persönliche Aufklärung unserer Gesinnungsgenossen und N.-F.-Vcrtrancnslcutc unterstülzt werden. Die beste Gelegenheit dazu bieten die regelmäßig für den Keren Kajemeth stattfindciiricii Aktionen, vor allem die Jadjur-Aktion zu Roschhnschanah, die in diesem Jahre besonders großzügig diirchgcfiihrt werden soll. Wir werden daher in einem zweiten Artikel über den Plan der Aktion, wie er von der Nationnlfouds-Zcntratc entworfen worden ist, eingehender zu besprechen haben. Ein(! (,sendet I. Herr Prot. Heinrich Loewe bittet uns um Aufnahme folgender Erklärung; ״Die ohne Erläuterung mitgctciltc Liste der angcb'ich in Deutschland gewählten Kongreß-Delegierten läßt uns eine Wahl vermissen, von der man in den'weitesten Kreisen der deutschen Zio!• is.cn nichjs weiß. Bei einer Vorbesprechung verschiedener Richtungen in Berlin war mir von den Teilnclimern die einhellige Erklärung abgegeben worden, daß ich mich nicht um die Aufstellung der Kamiidatc ilistc zu bekümmern brauche. Falls überhaupt eine Einhci sILte aulgcstdlt würde, wäre cs selbstverständlich, daß mein Name aut dieser Liste au sicherer Stelle stelve. Da es sich nach der letzten Erklärung in der Jüdischen Rundschau lediglich um eine technische Einlieiisliste handle und um keine Koalition, so wäre cs wichtig, auizUkliircn, wer für diese Liste verantwortlich ist und warum man von der Erklärung ahgegangen ist, die man mir gegeben hat. Diese Erklärung war 80 unzweideutig, daß ich keine Veranlassung hatte, mich, um ein Mandat zu bemühen, weder in )Deutschland, noch im Auslande, dessen ich zur Vertretung meiner Palästinaarbeiten auf den k greß bcdarl.“ Ke Zionistische Vereinigung für Deutschland, die diesbezüglich befragt haben, teilt uns mit: ״Ke Zionistische Vereinigung für Deutschland, der» Landesvorstand llauptwahlkommission war, und die Berlin' Zionistische Vereinigung, deren Vorstand Wahtvorstand ft! den ersten Wahlkreis war, hatten beide nach dem rcglcmcnt keinerlei Möglichkeit, auf die Wahlen einzuwirken Indessen ist seitens des Landesvorstandes alles getan worden um die Ausschreibung der Kongrcßwahlcn, das Wahlregkn,«,(’ die für Deutschland geltenden Wahtbcstimmungcn, den ft, Einreichung von Wahlvorschlägen angesetzten Termin allgemein bekannt zu machen. Derartige Mitteilungen e/ schienen seit Anfang Mai in den Nummern 37, 38, 44 und ft der ״Jüdischen Rundschau“. Daß von dem Recht, WahlvorschJägc einztircichen, Ocbrauch gemacht wurde, fällt nicht der Hauptwahlkommisdon oder dem Wahtvorstand zur Last. Ke auf dem einzigen eft. gerächten Wnlilvorschlag aufgeführten Delegierten mußten ». maß Wahlreglcincnt als gewählt erklärt werden. Welche Vorbesprechungen Herr Prof. Loewe meint, ist der Hauptwahlkonimission und dem Wahlvorstand unbekannt, D^, Wahlvorschlag ist zweifellos das Ergebnis eines Kompromisses sämtlicher Gruppen des deutschen Zionismus. Herr Professor Loewe hat Anspruch auf Aufklärung seitens der Parteien, von denen er Zusagen erhalten hat.“ An die II. Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“, Berlin, Da das in Nr. 55 der Jüd. Rundschau veröffentlichte Schreiben des Herrn Sew Lewensohn Anlaß zu Mißverstand• nissen geben kann, ersuchen wir Uofliehst um folgende Mitteilung; 1. wir haben von dem Austritt des Herrn Lewensohn aus dem Hauptbüro des Mcrcas Hassiua erst durch die Veröffentlichnng in der ״Jüdischen Rundschau“ Kenntnis erhallen, 2. Wir haben vom Mcrcas des Wclthcchaluz die Verstiindigung erhalten, daß Herr Lewensohn auf eigene Ver• antwortung und ohne Zustimmung des Hcchaluz gehandelt hat und daß die Teilnahme des Wclthcchaluz im Mercaa Hassiua dadurch nicht altericrt wird. 3. Wir haben uns an Herrn Lewensohn mit dem Ersuchet gewendet, die Gründe seines Verhaltens uns aufzuklären. 4. An Stelle des Herrn Lewensohn hat der Wclthcchaluz Herrn Moses Sch.־mft> mit seiner Vertretung im Merca» Hassiua beauftragt. Mit ZionsgruB Chaltizimhilfszentrale (Mercas Hassiua) gez. W. T e m k i n. III. Herr Rechtsanwalt Dr. Rudolf Bcrschak aus Breslau sendet uns folgende Zuschrift: Dem in Nr. 55 der ״Jüd. Rdsch.“ vom 13. Juli 1923 erschienenen Sammelaufrut des Herrn Dr. Pick habe ich nicht zugcstiinmt; meine Unterschrift ist ohne meine Einwilligung unter den Artikel gesetzt. Als Angehöriger der zionistischen Verbindungen ״liatikwah“ in Berlin und Breslau erscheint mir die Forderung des Sammclrufs zurzeit aussichtslos und unbegründet. Unsere Verbindungen sind bestrebt — des unablässigen inneren Streites im K. J.V. und B. Z. K. müde — unter Ausschaltung jeder Partcipolitik gute zionistische Arbeit zu leisten. Unsere bisherigen Erfolce in der Innen- und Außenarbeit bestärken uns in der ueber- Zeugung, daß wir auf dem richtigen Wege sind. Ein Zusammenschluti der jüdischen Jugendorganisationen Deutschlands in einer Organisation erscheint mir in zionistischem Interesse nur dann zweckmäßig, wenn die neue Gesamt- Organisation den einzelnen Verbänden die Möglichkeit zur freien Entwicklung ihres Eigenlebens und ihrer Sondertendenzen auf dem Boden enger Bundesbrüderlichkeit gewährlcistcn würde. Alle bisherigen noch vor kurzer Zeit in dieser Richtung unternommenen Versuche sind leider fehlgeschlagen. Der S^mmelruf des Herrn Dr. Pick und seiner Freund? ״über alle Instanzen und Führer hinweg“ dient in seiner Unklarheit keinesfalls den Interessen der zionistischen Jugendbewegung. Dr. Rudolf Bcrschak. Aus dem Deutschen Kreis des Makkabi Wellverbandcs Im Deutschen Landeskreis hat in allen Bar Kocliba-Ver• einen seit einiger Zeit ein sehr reger Turn- und Sportbetrieb eingesetzt. Alle Vereine bereiten sich auf die gemeinsamen Feste unseres Landeskreiscs vor. Am 12. August wird eine Mnsterriege aus Deutschland an dem Schauturnen anläßlich des Kongresses in Karlsbad tcilnchmcn. A11 dem gleichen Tage werden unsere testen Läufer auf dem großen Sportfest unserer holländischen Turnbriider in Groningen starten. Es ist dies die erste gemeinsamc Veranstaltung zwischen deutschen und holländischen Bar Kochhancrn, die hoffentlich zu einer dauernden Ver• bindung zwischen den beiden Landeskreisen führt. Das diesjährige Kreis-Sportfest findet am 26. August in Frankfurt a. M. statt. Frankfurt trifft große Vorberei• hingen und erwartet zahlreichen Besuch aus allen Städten, Für Frankfurt ist dies die erste größere Veranstaltung der jüdischen Turncrwclt. Die sportlichen Ausschreibungen für dieses Fest sind folgende: Herren: 100-111-Laiif, 200-m-Lauf, 400-m-Lauf, S(9Ö־m• Lauf, 3000-m-Latif, Weitsprung, Hochsprung, Kugelstoßen O'il Speerwerfen, offen; Dreikampt: 100-m-Lauf,' Weitsprung, Kugelstoßen, offen; 4 X 100-m-Staffel, offen; Schwedenstaffek 400, 300/ 200, 100 m, offen; 4 X lOOm-Staffel. — Damen: 50-m-Lauf, 100-m-Lauf, 4 X 100-m-StaffeI, Hodisprung, Kugel• stoßen (5 kg) — Jugend (1005-1006,: iOO-m-Litif, 4'0-m- Laut, 4>.;10ü-m-Stalfcl. Weiisprung, Kugelstoßen (3 kg). - Jugend (1007-100/; 50-m-Lauf, 100-m-Lauf, Weitsprung. Sämtliche Meldungen für dieses Fest in bezug auf Ted• nähme, Quartier und Verpflegung sind zu richten bis spätestens 12. August an Dr. Salii Levy, Frankfurt a. M , Bleidenstr. 22 Am 30. August werden die Berliner Vereine vor den Konferenz-Teilnehmern der Gesellschaft ״Ose“ einen öffent■ liehen Turnabend in der Turnhalle Sybclstr. 2/4, veranstalten, auf welchem man einen Einblick in den neuzeitlich ausge• statteten Turnbetr'cb unserer Vereine gewinnen wird. Am 27,-28. Oktober feiert der Berliner Bar K trhha dal Fest seines 25jährigen Bestehens in Form eines Ihlleiitur*• festes in der grollten Turnhalle Berlins, Prinzenstraße, zu welchem aus allen Städten zahlreiche Turnbrüder cintreffen werden. Alle früheren und jetzigen Bar Koclibaner werden heute schon aufgefordert, sich für diesen Festlag bcreitzuhalten. Unser Bar Kochba Köln erzielte bei dem Kreissportfe» des Arbeitcrsportkarfclls Köln folgende Siege: Herren: 403-nt* Staffel 1. Preis, Dreikampf 4. Preis. Jugend: 4X 100-m• Staffel 1. Preis, Dreikampf 12 ״. und 3) Preis. Damen. 4x 100-m-Staffcl 3. Preis, Dreikampf 2. Preis. Julius Hirsen. Schluß des redaktionellen Teils. Hr Ge*/;;י «*w:!: "׳ ■׳,־ §9C•,1•׳' mtfJ )(ר:'׳ י ׳;■,ע'/! V/eoi ,! 4 Qf*1צי ' ’״ fcltler y /■ ן Bai j 00 1 1 tir Mit. B S.״.. , . r ז 4׳r Z» 1,'!•*W»; / Berllr * Brücli// Schilt; 1 . ׳ itraß .'״ (los, 1I / JÖO 0. . *Dü ן,/ (Frau Heim 1 ■':׳ 502( ötadt/ ' Heilt!; '1 7489 (Sekr 'יי ritz,, (O. I.! leff), / Kolbף ׳ (Alb,1/ tarin Straß,/•' 1 207'"/ )60 C1; Sciia :■ Scbli ״ 300( *St »cot uluv tra (׳' 11 iV ■4 4 An Ir/ ׳Rui Bei Me ,r , I I י KW 1.1 364 //;10c 1« /• r ־f.י! f, * / I r ' 1־ i 4 V 4׳ r $ \ \

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