Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 60 (27.7.1923)
- Date
- 1923-07-27
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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2 RUNDSCHAU Seite 381 /■ד־"־ Z ״ W . .<) In..!/P \ 1 ' V J IJ < (, ä t. icl;t f. i «ך;!;״ ־״.lisatic '“ninnu-;, ,׳dtgiia, ■ ׳er ihn .cscii O, fr t ixt (k;:: §־■■ :a Prim.;, je1• ־. rieht;' 4;;ז mik;,׳;;!3 wir ein!•. :1 und eine, *ד zwisdic;.;y zu einer,, ’<> 1t und <׳y :ti 11, daß :;i(, I velche in, :K insiimaiu;. Vr von i;;־ nie gibt ,Iethod er.* jö.'en. Wiel,'. If. tragende;, cy zu virmit Gcinr■׳. : Vorschuß iiül; dies k eruii ׳ da; die Ciepiif; Ji.'lnsystciii“!;;iferntsirri, •— das י:;!ווו rlerung d.r th vor all;; i lian, du (״Ionisation,;cncy wurde welche (1,: ׳ muß ko,1 ii<»n, wekk!ca hat, «־u; len, was (i, »ul ist. Die vi׳;h A״a1e) :s\; Sdiwiid O.iß-rcß sin [ .־■de ander;:; Umsiäntlu c 1;s genti;; 1:,uß eine s; erhal■ ni .Igcdessa ,t; :igr-gcgcni׳< gewidme! Uamcrksan:•! besondere; h<:!1 Organ:׳ hat. Es ist c: :r Germ::- י י «esc Idee tiiisation — o; ,1 zurück, ir;‘ h! 1 Organ!■ le von lk'1- , mit ferner re «den Po׳- 01..lern z.1••■ : 1:nd ko׳•:• c.in sie dm׳ v׳;״den sinr. p,.,. .:ißt, «•י'׳ ׳it ve:ri«2«> ״׳•,■, istiscnii m.׳-rck s:au!,־iß rinüclikr׳• i-1 er >cn*' m, sondcri. IV. 1 1!r i, ctCI׳!4 r> •-׳ X I. 1.11( 17.1׳, , fi; für de:'■ if-; ,I. Mati־' ■ :;tisciic r Archite'״! re wäre.; . Se:■ s: r ׳!ti w ■ 1U .H;,:tlisclK'■ ,rtlebci׳. ulicitc:: ״•n Ai• A"; 11»r i! ״af!richte;'■;״iidikci: :5f,־cKcHi der Orfiaalsatioii und die Jeivlsli Agency*) I Von Dr, Jacob Hc 11 ni ann. | fvr Kampf um die Kompetenz, die Zusammensetzung und 1,prinrip der Verantwortlichkeit der Jewish Agency 11’at in .!,uten Monaten eine Leidenschaft erreicht, die in be- 4,kr Gewalt den ganzen sachlichen Inhalt des Problems! Vl17״'re11 und zu emsteilen droht. Es ist höchste Zeit, das .'rl;,chc Wesen der Frage mit überlegter Kulte klar zu legen, , A|f ihren wahren Kern zurückzuführen, wenn den Kongreß- '.•';:!,!hingen die ■nötigen Voraussetzungen geschaffen werden ■ % die den Erfordernissen der Zeit und den Interessen des ,- l1!wcrks dienen können. Vor a’Jom muß vermerkt werden, daß cs unhaltbar und ist, von einem Jewish Agency-Probletn an und für sich ׳;.!reellen. Es handelt sich vielmehr um eine Teilfrage, die Ausschnitt aus unserem gesamten Organisations-;:tn ist. Die Jewish Agency ist dein Mandat und ihrem;,ji nach kein ausführciKks Organ, sondern sic ist als ein; ,;;ut gedacht, das die Grundlinien und Leitsätze des Palästinai v;,!:s iVstzul.'geu und das Organ zu bestimmen hat, das ' ■;;idiesen Grundlinien und Leitsätzen die praktischen Aufbau* bj Wrwaltuugsarbeiten durchfülirt. Die Jewish Agency ist ״;c nicht gleidibedeutcnd mit der zionistischen Exekutive,; •־dcrii mit. der zionistischen Organisation oder ihrem liöch- > Organ, dem Kongreß. Die Jewish Agency erweitern heißt L;1 wie die gesamte Organisation als Trägerin des Palästina- I ■־jainvcrks erweitern und ausbmtcn oder •aber eine neue Or-! .־;.-,tioit in erweitertem Rahmen, eine Palastinawcltorgamji ,,:) mal einen Weltkongreß an die Stelle der beslc-hcmicn!!״:;siiiclien Organisatiojicti setzen. Die Frage nach dem Weltj,־׳;tcf* wie die Frage nach der Erweiterung der Jewish '■;;■,cv laufen so auf das Problem der Ausweitung der Basis ' j r>,1i:״ti11aauibauvvcrks liin.uis. Es wäre müßig und ver-; rrend, hei׳«• über die Zweckdienlidikeit und Notwendigkeit!; 1 WVitkongiesses zu schreiben und zu diskutieren, nachdem :;(:;um anerkannt ist, elali er unter den gegenwärtigen J;,4"1H1p.cn nicht realisierbar ist. Die banale Preambcl aller!t;a;cv-Ke’so!1rtionen ,,bis zur Einberufung des Weltkon- , ,;;י:־" wirkt gegenwärtig außerordentlich störend und ver- ’:,:rantl. Man sollte sich davor hüten, große Ideen als Mittel J-; jcbratieheii, um kleine Absichten und Parteitendenzen durch- ,:.::tzcii. Der Weltkongreß ist für den Augenblick gegen- ’-d-los geworden. Es wird daher der Klärung der ganzen '■;ge dienen, wenn man weniger von ihm spricht. Aber die;,׳.«־cltcrimgsfragc bleibt in ihrer ganzen Schärfe und Dring- :,bi( bestehen, wobei nicht genüg betont werden kann, :5 cs um die Erweiterung der Basis und nicht der Spitze |,:t Organisation geht. Wenn aber die• Schaffung eines neuen :r,vaterten Rahmens für die Palästinaarbeit heute von außen , et iiidit realisierbar ist, so muß logischer Weise die Eriicrnng und der Ausbau der Organisation von innert her;Angriff genommen werden. Nur darf die Frage nicht dacrch verflacht werden, daß man sich dabei von Illusionen die Eroberung des Gckimagnatenfums leiten läßt. Das 1?:cbkm liegt viel tiefer. Es ist das Problem der weiteren jf'i'ini/. unserer Pa liis tinaorgaiti sa t ionen und ihrer Anpassung J3<l׳.e großen Aufgaben, die uns das Aufbauwerk stellt. Der ä־:;reß wird nicht umhin können, darauf eine Antwort zu :äen, und wir wollen versuchen, schon jetzt die Wege anz.u- :*:men, die unserer Ansicht «ach im gegebenen Falle einzig ,r,d allein gangbar sind. j Als Ausgangspunkt muß dabei die erste und wichtigste!btte des organisatorischen Baus genommen werden. Das sind Ieben die jüdischen Massen, aus denen nach wie vor das ■:״d.iment gezimmert werden muß und die die Basis des Koni;!«;cs önrxtellcn. Die ernsten und verantwortlichen Zionisten werden sidt ,bdc nicht verhehlen, daß sowohl unsere Kongrcßvorbcreigen ihrem Inhalt »tacli wie die Kongresse selbst ihre An tv'.ntngskraft vcrlrcon haben. Die phraseologische Proklar:ton der zionistischen Ideale und Bestrebungen vor der 1 ״;Uten Öffentlichkeit, die dekorativen und demonstrierenden;;«greßarrangenteiits sind heute überflüssig, ja sogar schäd• UX Wenn nicht die mit dem Kongreß verbundenen riesigen ן Az«ünde an Energie, Zeit und Mitteln neue Arbeitsmethoden, Geldmittel, den Zustrom neuer, frischer Kräfte bewirken dann ist das Ganze ein Luxusuntcrnchmcn. Fünf- ,׳arn'frt Menschen aus verschiedenen Weltteilen, aus entgegen :PGzieti sozialen Klassen, Lebcnsanschauungett und Lehens;y1:;ppun״tn können unmöglich iin Verlauf einer zweiwöchigen über Fragen staatlicher Aufbaumethoden, die Schaf׳ ä eines Millionenbwlgcts und die Errichtung eines wirklich K״‘t'iihigcn, leitenden Apparats sacltlidi verhandeln, sich;"ßUuügen und Beschlüsse fassen. I lAaß das höchste gesetzgeberische Organ der Bewegung Waiücn hervorgeltt, an denen nur ein ganz geringfügiger;Ud der Jirdcolicit der Welt sich beteiligen kann und die sich!,;fenen Lokalitäten, man möchte fast sagen unter Ausschluß ־ ’[ Ocficmliclikeit abspielen, ist anormal und muß früher oder fricr die Mächte, von denen wir abhängig sind, auf den; :4,1;;kc:n bringen, daß unser Aufbauwerk zufälligen Kapricen!l inclit einem entschlossenen Volkswillen entspringt. Selbst •^Feinsten Parlamente in dem unbedeutendsten Lande gehen ‘■;(Masscnwal11e״ und einem Meinungskampf hervor und bc* mindestens eines Zeitraums von zwei Monaten, um Arbeit vorzubereiten und sich inncriiieh zu konsolidieren. : ״ ^cn;1 wir starr und hartnäckig an den bisherigen veralteten;1',*b unserer Organisation fcsihalten, dann müßte auch in :,h die komplizierte Aufgabe des Aufbaues von einzelnen •׳*•ur״;n getragen werden, die in den zwei Jahren zwischen j:?,Kongreß nur nach Augcnbücksmöglidikeiten und Zu- ^:<:14111<׳, nach momentanen Eingebungen und Stimmungen, .;r,t jegliches System und ohne die nötige Verantwortung ‘fU״ic,t könnten. I: ...An den Kongreßwahlen können sich heute nur die söge- ';;״!:cn Schekelzahler beteiligen. Diese zerfallen in drei Kate-; »'*י׳;!;]״ ^^die überzeugten Zionisicn; {,i,X. f)cr nachfolgende Artikel, der gleichzeitig in der ‘ erscheint, behandelt die organisatorischen Fragen der ׳ Die Vorschläge des Verfassers sind der zioh:tuje״ Öffentlichkeit bisher nur in Griuidzügcn bekannt k Red. d. ״I R.“ 2. diejenigen, die sich von der Zudringhelikcit der Schekel- Sammler befreien wollen; 3. die indifferenten, gedankenlosen Spender, die sidi niemals der Verteilung von Almo-en entziclrcn. An den Wahlen selbst jedodi beteiligt sidi•' «tut die erste Kategorie, die an Zahl die kleinste ist Das Walilcrgebnis wird vorher am grünen Tisch der Partei bestimmt. Der .Wahln״g entwickelt sich in bürgcrlidi-fricdlidicn Formen, olinc h-Tiikampf, ohne Masseitapptafion, ohne den Aufmarsch variicreitdcr gegensiitzfichcr Programme. 111 tfett kleineren Ortschaften ha hier Delegierte nidit die geringste Vorstellung von der Tragweite der ihm zttfallcndeti Aufgaben, E9 ist für ihn ein Akt, der seinem Ehrgeiz sdimeidicit, wie alle anderen Arten von Gabauth int jiklisdien Lcircn. Die zweite und dritte Kategorie verhalten sidf zu den Wahlen stumpf tuid inditferent, und cs gibt niemanden, der aus ihrer Lethargie erwecken und• sic veranlassen könnte, sich über die Kongreßaufgalien und die notwendigen Opfer für die Verwirklichung des Zionismus Rcdicnschaft zu geben. So ist cs eine kuriose Selbsttäuschung, anzunchmcn, daß mit der Entrichtung des Schekels die Anerkennung des Baseler Programms zum Ausdruck kommt. (Bei dieser Gelegenheit darf nicht unerwähnt bleibe,n, daß nach unserem heutigen Wald- System diejenigen Gruppen, die über eine reiche Parteikasse Verfügen, Scltekolim in einer beliebigen Zahl ankaufen können, um möglichst viel Delegierte zum Kongreß zu entsenden.) Zu denen, die den Sclickel nicht entrichten, gehören: 1. diejenigen, die am Palästinaäufbnv innerlich interessiert sind, aber in der Entrichtung des Schekels eine Parteiabgnbe erblicken ,und daher glauben, daß sie damit die volle Verantwortung für alle Einzelheiten der Parteitaktik und Politik der zionistisdien Landesverbände übernehmen; 2. diejenigen, die zufällig zur Scbekclzahlung keine Oelegenbcit finden; 3. die völlig Besitzlosen; 4. die konsequenten Assimiliantcn und überzeugten Gegner der Nationalbewegung. Faktisch können die ersten drei Kategorien der Nichtsdickelz:!hier unserem Aufbauwerke viel näher als die Mehrheit der Schckelznltkr stehen. Schon daraus erhellt zur Genüge die ganze Absurdität der Schekciabgabc, die die eigentlichen mit ihnen verbundenen Intentionen zunichte macht. Kein Massen- Wahlrecht kann heule von einem Zensus abhängig sein. Gegen wäriig bildet der wirklich konstruierte Nexus zwischen Scltckcl und Wahlrecht das schwerste Hemmnis für einen ideenreichen Mcimmgsknrnpf und eine großzügige Wahlagitation, wie wir sie allem üblen Beiwerk zum Trotz bei den Wahlen zu Par- Iamcnt und Gemeinden erleben können. Vom Standpunkt der Erweiterung der Intcrcssenbasis unseres Aufbauwerks ist das Schckclinstitut ein unnützer, die Ideenarbeit und Bcwegungsfreiheit hemmender Ballast. Das Schekelinstitut hat in gewissem Sinne eine traditionelle Weihe, Den meisten von uns wird es daher schwer fallen, er. mit einem Schlage zu hcsebigcii. Zudem wird so der Partakassc auch eine Einnahme von gewisser Höhe entzogen, die sie möglicherweise heute noch nicht entbehren kann. Vorderhand ließe sich jedoch die Frage in der Form regeln, daß die Zahl der zum Kongreß zu entsendenden Delegierten jeden Landes von der Anzahl der gesammelten Schckolim und nicht von der jüdischen Bevölkerung des Landes bestimmt werden. Durch allgemeine Wahlen ohne Schekel wird die Volksmassc über die kämpfenden Wahllisten nach einer offenen programmatischen Agitation und Wahlbewcgung entscheiden. Der Kampf wird nach und nach die Massen für die Bewegung erobern und auch die einflußreichen Einzelpersonen psychologisch zu einer tätigen Anteilnahme am Aufbauwerk zwingen. Der Zionismus־ wird organisatorisch ans seinem Parteirahmen heraustreten und in eine wahre Volksbewegung cinmündcn. Keine tatkräftige Persönlichkeit wird sich auf die Dauer dem zionistischen Einfluß, der von der Volksbewegung ausgehen wird, entziehen können, und das ganze jüdische Leben wird vom Strom der nationalen Ideen mitgerissen werden. Das Wahlrecht für den Kongreß ist ausschließlich von der nationalen Gesinnung, nicht aber von irgendeinem Zensus abhängig. Jeder Jude, der die Notwendigkeit der Schaffung eines jüdischen Heims in Palästina anerkennt, besitzt* das Wahlrecht. Die Zahl der Delegierten, die ein jedes Land zum Kongreß entsendet, wird •nach der Zahl der in einem jeden Lande gesammelten Schckolim bestimmt. Wie oben klargestellt, ist von dem Kongreß in seiner heutigen Form auf keinen Fall die Erfüllung der realen mit dem Aufbauwerk verbundenen Arbeiten zu erwarten. Line leistungsfähige Exekutive kann auf keinen Fall von diesem Ko igreli gewählt werden. Es ist unmöglich, daß ein ausführendes Organ im Laufe einer so langen Frist, wie sic zwischen zwei Kongressen liegt, seine Tätigkeit nach den Methoden und Plänen entfallet, die einmal in zwei Jahren durch Kong reßbcschlii sse zustande kommen, während die Arbätsmögiiclikeiten, Existenzbedingungen, die ökonomische und finanzielle Situation fortwährend Acndcrungen und Ver- Wandlungen unterworfen sind. Andcrcrscils ist cs anormal und außerordentlich schädlich, daß einzelne, wenn aucli durch Wahlen bestimmte Persönlichkeiten die verantwortungsvollsten und kompliziertesten Aufgaben der Verwaltung, der Politik und der Kolonisation auf Grund von Augenblickseingebungen ausführen. Eine derartige Lage muß früher oder später das Abenteurertum in der Bewegung großzichcn, jede solide Arbcitsbasis untergraben, jede Autorität vernichten. Die letzten beiden Jahre haben wiederholt den erschreckend sch«eil fortschrcitenden, durch persönliche Konflikte und Reibungen verschärften Schwächungsprozcß innerhalb der Exekutive bewiesen, Udingens ist es wohl unmöglich, daß der Kongreß die Exekutive aus geeigneten Persönlichkeiten zusamnicusdzt, da er nicht über die genügende Kenntnis der in den Ländern vorhandenen Menschen verfügt. Zudem muß bei den heutigen Zuständen jede Exekutive von einem Kongreß bis zum andern im Amte verbleiben, airdt wenn die Erfahrung bewiesen hat. daß ihre Zusammensetzung wenig glücklich gewesen ist. ,So■ lange die Exekutive vom Kongreß gewählt wird, kan« sic auch nur vom nächsten Kongreß nbgcrclzt und erneuert werden. Audi das Budget kann keinesfalls vom Kongreß beraten und beschlossen werden. Die Eigenart unseres Budgets liegt in seiner. Dehnbarkeit und in der Unbestimmtheit der ver• •־,O /"י"'! 14'־ I : 11 , י ג...* •>-«!# ך ■J W fügbaren Einnahmen, so daß im besten Falle nur die Ausgabenscitc des Etats konkret beraten werden kann. So hat beispielsweise der letzte Kongreß das Budget auf l'/s Milhonen Pfund •Sterling fcstgelegt, während cs faktisch auf 600000 Pfund Sterling nach ganz kurzer Zeit und schließlich' auf 350000 Pfund Sterling herabgesetzt werden mußte. Der allgemeine Kongreß tritt einmal in zwei oder drei Jahren zusammen und hat folgende Aufgaben: 1. Die Ausarbeitung und Revidierung der Verfassung»• gmmllagcn unserer Organisationen; 2. Entgegennahme des Rechenschaftsberichts der Exe* kuüve und der anderen leitenden Instanzen; 3 Entgegennahme und Beratung von Vorschlägen über neue Arbeitsmethoden; 4, Interpchntionen; 5. Wald des Kongreßausschusses. Um nämlich eine wirklich arbeitsfähige, auf Grund einer strengen Sichtung der verfügbaren Kräfte zusammengesetzte Exekutive zu schaffen, muß sie unseres Erachtens von einer kleineren Körperschaft eingesetzt .werden als den! Kongreß. Diese Körperschaft muß natürlich vom Kongreß gewählt werden und undngcsdiränktc Kompetenz des Kongresses in der Zwischenzeit von einem bis zum andern besitzen. Diesem Ausschuß obliegt die fachmännische Durcharbeitung des Matcrials, die sachgemäße Beschlußfassung über alle Fragen der ökonomischen ,und der politischen Praxis, die definitive Fest- Icgung des Arbeitsprogramms der Exekutive, die Festsetzung des Budgets und dte Schaffung derjenigen Finanzinstitute und politischen Instanzen, die für das Aufbauwerk je nach der gegebenen Grundlage erforderlich sind. Diese Körpersdiaft wird ihre Aufgaben nur dann bewaltigcn können, wenn sie in ihrer Zusammensetzung beschränkt und wenn ihre Tagungsdauer nicht allzu kurz ist. Sic darf höchstens aus fünfzig, Mitglieder« bestehen, welche durch den Kongreß entweder nach dem Prinzip der fraktkmcllen Proportion oder in der Weise gewählt ■werden, daß auf je zehn Kongrelklelcgierte ein Vertreter im Kongreßausscltuß entfällt. Der Ausschuß muß ständig tagende engere Kommissionen cinsctzcn, die das ganze sachliche Beratung«- material nach allen Richtungen hin zu prüfen und für die Beschlußfassung vorzubereiten haben. Der Ausschuß soll entweder jeden dritten Monat zu einer etwa cinmonatlicben. oder jeden sechsten zu einer zweimonatlichen Tagung zusammentreten. Die Schaffung dieser parlamentarischen Arbcitskörpersdiaft (Kongreß,׳)uxs-chuß oder Zentralrat), die in der Zwischenzeit von einem Kongreß bis zum andern seine voUe Kompetenz besitzt, ist demnach die wichtigste Aufgabe des Kongresses. Die Aufgaben des Kongreßausschusses sind: 1. Wahl der Exekutive, die dem Ausschuß voll verantwortlich ist; 2. Feststellung des allgemeinen Arbeitsplans und de» Vcrwaltungsprogramms im Aufbau; 3. Beschlußfassung über das Budget; 4. Bestimmungen ständiger Kommissionen, die die finanz- und Wirtschaftsj>01 iti«drc״n 1 ragen zu klären und die vom Ausschuß zu beratenden Vorlagen vorzubcrciten haben. Auf diese Weise wird allmählich eine Auslese und Er- Ziehung derjenigen Kräfte vor sich gehen können, die gemigende Erfahrung und Befähigung besitzen, um unsere politischen und ökonomischen Arbeiten zu leiten. I>ic Leitung gewinnt eine ArbeitsirnterLagc und eine Autorität und befindet sich ununterbrochen in engem Kontakt mit den Erfordernissen, der realen Arbeit und den Stimmungen im Volk. Wenn die Leitung oder ein einzelnes ihrer Mitglieder sich als unzureichend erweist, kann sic leicht durch geeignetere Kräfte auf Beschluß des Kongreßausschusscs abgclöst werden. Jede unbegründete oder böswillige Absicht, die Leitung zu diskreditieren, kann durch ein Vertrauensvotum repariert werden. Nach außen hin abgegebene Erklärungen in wichtigen Fragen wird nidit wie bisher als unverbindliche Acußenmg einer Einzelperson, sondern als die Meinung der Gesamt- Organisation aufgefallt werden. Die Exekutive ־wird von einem vom Kongreßamschuß oder dessen Präsidenten zu diesem Zweck bestimmten Mann berufen. Die Zahl der Mitglieder der Exekutive wird je nach den Bedürfnissen der uminigänglich notwendigen Ressorts und nach dem allgemeinen Bedarf bestimmt. Wie wohl wir oben uns zu zeigen bemüht haben, daß die Frage nach der Erweiterung der Jewish Agency sich' bei näherem Zusehen als eine Frage nach der Erweiterung unserer Bewegung, d. 11. der Zionistischen Organisation entpuppt, doch soll damit keineswegs bestritten werden, daß auch die oberste leitende Instanz der Organisation unter Umständen wird erweitert werden müssen. Ihre Mitglieder werden nicht immer nur aus dem engen Kreise des Kongresses und des Ausschusses zu entnehmen sein. Wenn wir .außerhalb der Organisationen Persönlichkeiten für die Leitung des einen oder des andern Arbeitsgebietes gewinnen können, 90 entspräche es nicht «lern Ernste der Situation, wenn wir auf sie verzichten wollte.!, nur aus dem Grunde, weil sic nicht gewillt sind, sich mit allen Beschlüssen der Landcsorganisation oder der anderen Parteiinst,anzen zu identifizieren. Dem Präsidenten der Exekutive muß die Möglichkeit gegeben sein, seine Mitarbeiter nach eigenem Ermessen zu wählen, unter der Bedingung, daß er für das Gcsamtprograinm und die Gesamtheit der Exekutive vor dem Ausschuß verantwortlich! ist, Es ist aber völlig unrationell und organisatorisch ebensowenig haltbar wie die Praxis der Arbeit fördernd, wenn wir die Leitung (das Organ der Jewish Agency ocier die Exekutive) nach dem Prinzip schaffen, daß etwa fiütf/ig Prozent ihrer Glieder ohne Verantwortlichkeit arbeiten, während die andern fünfzig Prozent dem Ausschuß verantwortlich sind. Eine Körperschaft, die eine einheitliche, planmäßige und stetige Tätigkeit entwickelt, ist ihrem Wesen nach unteilbar. Die Zusammenarbeit von Personen in einer zentralen Exekutive,' von denen ein Teil sich völlig ohne Verantwortlichkeit dünkt, während der andere Teil ganz bestimmte und streng umschricbcnc Verpflichtungen zu tragen hat, ist unfruchtbar. Ja der Gedanke daran ist absurd. Ebensowenig ist es statthaft, daß der eine Teil der Leitung vor der einen Körperschaft,' der andere Teil vor einer zweiten Körpersdiaft verantwortlich ist. Schon allein die Formulierung zeigt die ganze Lächcrlidikcit dieses Vorsdilagcs. Es laßt sich wohl וי■ 1 ■1. » n. י l|;V. 5 ti 1 i't I t 1■ 1׳ P ■ M :4-1:1• 1; l!4 ו¬ ו *‘I I •p 4,4׳: :I t r £ ׳' 4 1 .1 J , I ׳r. 11