Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 60 (27.7.1923)
- Date
- 1923-07-27
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seife 380 JUEDISCHE RUNDSCHAU der von Weizmann und den amerikanischen Zionisten, dem deutschen Dclegi-ertentag und den polnischen Zionisten vertreten wird, als einen Uebergang rum Standpunkt der bisherigen Opposition ansehen, als ein Aufgeben des bisherigen Weges und als einen Sieg jener Auffassung, mit der sich die Brandeis-Gruppc und die sonst für die sogenannte ״Reorganisation“ eintretenden Kreise im Zionismus bisher nicht durchzusetzen vermochten. Es ist nicht nur die Gefahr vor einer Gcschiclitsklittcrung, sondern es ist auch die Sorge um die notwendige Klarheit bei der Beschlußfassung, die (uns veranlassen muß, die vollkommene Abwegigkeit (dieser Auffassung zu unterstreichen. Es sei mit aller Entschiedenheit gesagt, daß die Frage, ob die Zionistische Organisation wie bisher die alleinige Trägerin der Jewish Agency sein soll, oder ob sie anderen Gruppen eine!Teilnahme an der Jewish Agency ermöglichen soll, keine Frage des Prinzips, sondern eine Frage der Zweck- >nä liigkc it, der praktischen Politik bedeutet Wenn dn Mann wie Weizmann, zu dessen Fülircrqunlitatcn wir das größte Vertrauen haben, gestützt auf seine Erfahrt!ngen, der Meinung Ausdruck gibt, daß die Stcllung der Zionistischen Organisation gestärkt, daß die finanziellen Ergebnisse des Keren Hajcssod vergrößert ■werden können, wenn gewisse nichfzionistische Kreise eich in der Jewish Agency vertreten lassen, so ist die Zustimmung zu dieser Auffassung so wenig bei Wciz• (mann wie bei den anderen zionistischen Kreisen als «ine grundsätzliche Aenderung ihres zionistischen Stand• punktes zu werten. Wir wissen, daß die großen Erfolge, »die Weizmann und die amerikanischen Zionisten in diesem Jahre in der Keren rlajessod-Arbeit errungen haben, gerade der Tatsache zu verdanken sind, daß Weizmann mit rücksichtsloser Offenheit den nationalen Gedanken des Zionismus propagierte, daß ihm nichts ferner ge• legen hat, als etwa Erfolge dadurch erringen zu wollen, daß er durch Vertretung eines farblosen Palästina-Pro• grnrnms Kreise zu gewinnen suchte, die uns fern standen, Man kann die Frage, was man sich von dem Eintritt solcher nichtzionistischer Kreise zu versprechen hat, ©ehr verschieden beantworten, und wir verstehen, daß Menschen, die weder eine Stärkung unserer politischen Position, noch unserer finanziellen Möglichkeiten er• warten, zu einer ablehnenden Haltung gegenüber den Vorschlägen von Weizmann gelangen. Das ist eine der vielen Fragen aktueller Politik, wie sie jeder Kongreß zu entscheiden hatte und deren Entscheidung letzten Endes nicht von Prinzipien, sondern entweder vom po- Jitischen Kalkül oder vom Vertrauen zur Führung bcstimmt wird. Es erscheint uns selbstverständlich, daß diese Frage auf dein Kongreß so gründlich wie möglich geprüft wird, aber wir würden cs als äußerst verhängnisvoll halten, wenn von der Seite derjenigen, die eine Erweiterung der Agency nicht wollen, durch das Schlagwort von Uganda Und durch den ganzen Aufwand einer der Frage nicht entsprechenden Leidenschaft eine Slimtarung erzeugt wird, die die zu erörternden Fragen künst-!ich zu einem Schiboleth machen würden. Ebenso verderblich wäre es, wenn unter Mißdeutung der zugrundeliegenden rein prakt'sclien Erwägungen der Eindruck entstehen würde, 'als handle es sich um ein Aufgeben der nationalen Prinzipien unserer Bewegung, eine Auffas- Sung, vor der der alte Führer der praktischen Palästina- Arbeit Und des synthetischen Zionismus wirklich geschützt sein sollte. F. L Der BerlcM der englischen Rcgiernng an den Völkerbund Oe Mandatskommission des Völkerbundes tritt dieser Tage zusammen. Unter den ihr vorliegenden Beraterngsgegenständen befindet sich auch der Bericht der englischen Regierung über die Verwaltung in Palästina. ״Times“ über den arabischen Kongreß London (J.C,B.). ״Times“ veröffentlicht einen Artikel ihres Jerusalemer Korrespondenten über die Bedeutung des arabischen Kongresses. ״Streng genommen“, sagt der Korrespondent, ״hat der Kongreß gar keine Vollmacht, im Namen der Araber Palästinas zu sprechen Und die Paliistüiaregierung wäre berechtigt, ihn zu ignorieren, ln der Praxis muß aber doch damit gcrechnet werden, daß der Kongreß zum großen Teil die Meinung des arabischen Palästina ausdrückt und bildet und die Stellung vieler Mitglieder des Kongresses ist eine solche, daß die Regierung, insoweit säe rieh überhaupt durch die lokale arabische Meinung beeinflussen läßt, Um nicht ganz unberücksichtigt lassen kann. Die hundert Palästinenser des Kongresses waren keine reprä• sentative Körperschaft von Delegierten arabisdier Gruppen. Der Kongreß hat aber »;ine moralische Kraft bewiesen durch die Einwirkung des Boykottes der Wahlen in den Legislative Council. Die Arro ganz des Jaffaer Kongresses“, schließt der Korrespondent, ״wind am besten illustriert durch die Resolution, in welcher das Exccutivkomitee beauftragt wird, eine neue!Verfassung für Palästina zu entwerfen, die den!Wünschen der mohammedanisch-christlichen!Vereinigung angepaßt werden soll. Das bedeutet soviel, daß Großbritannien sein Mandat aufgeben und den arabischen Kongreß als einen kompetenteren Teil lichmer an der Verwaltung des Landes bc trachten soll.“ . General Smuls, Vertreter Südafrikas im Völkerbünde Gent. (J.(P.B.) Die südafrikanische Regierung hat dem Völkerbundssekretariat mitgctcilt, da» sie den Minister- Präsidenten, General Smuts, zum Führer der südafrikanischen Delegation bei der am 3. September zu •ammentretenden Völkcrbundversammliimg ernannt hat. General Smuts ist bekanntlich ein warmer Freund des!Judentums und des Zionismus, * *■4 4 דך 0 ■ י ייףנ׳־ י־י) Tilr־■ Vs«.* / 4a 0 :״ך *£ ף־ * ז?ף *•-י.»״״״ % ä<i'4w*«. d» Die Sf'dlE3^> der er.־ Wie schon gemeldet, befindet!?Id» das Mitglied der Exekirtivc der Zionistischen Organisation von Amerika Abraham Goldberg im Aufträge seiner Organisation seit einigen Wochen in Europa, um vor dem Kongreß mit dem europäischen Zionisten Fühlung zu ndimen. Vor einigen Tagen ist Herr Goklberg in Berlin ein getroffen. Wir hatten Gelegenheit zu einer Unterredung mit Herrn Goldberg, in welcher er auf alle unsere Fragen ausführlich Aufklärung zu geben die Freundlidikcit hatte. Insbesondere befragte der Vertreter unserer Redaktion Herrn Ootdbcrg über den jetzigen Stand der zio• nistisciien Bewegung in Amerika und über die Haltung, die die amerikanischen Delegierten auf dem. bevorstehenden Kon• greß diinduueii würden. Wir hatten sdion im Vorjahr Gelegenheit, eine Unterredung mit ihm unsern Lesern milztiicilcn. Damals hat Goldborg die Entwicklung des ntnerikanisdien Zionismus von den Anfängen gcsdiiklcrt. Hier knüpft seine Darstellung der neuesten Phase an. Goldberg sagte: ״Die zionistische Bewegung in Amerika hat sich" parallel der allgemeinen Bewegung entwickelt. Sie hat dieselben Rückschlage wie diese erfahren, z. B. zur, Zeit des Uganda- Projektes. Die Führer sind der zionistischen Bewegung in Amerika in der ersten Zeit nicht aus ihren eigenen Reihen ekommen, sondern aus ferner stehenden Kreisen. Erst im Laufe der Zeit hat die Bewegung ihre eigenen Führer hervorgebracht. So war die Situation bis zum Kriege, Während des Krieges bekam die Organisation wieder Führer außerhalb ihrer eigenen Reihen, und zwar Menschen, welche in der amerikanisdien Gescllsdiaft sehr bekannt waren und auf große Leistungen zurück blicken durften, für den Zionismus aber bisher nichts geleistet hatten. Zu erklären ist das Eintreten dieser Persönlichkeit in die Bewegung durch die Tatsache, daß der Krieg einerseits die zionistisdic Hoffnung in eine aktuelle Phase gerückt hat, andererseits in der außcrordcnttidien Steigerung der jüdischen SchicksaMragödie. Diese Personen übernahmen die Führung des amerikanisdien Zionismus um so leichter, als sie infolge ihres bekannten Namens die in der Bewegung selbst vorhandenen FührerpersünUchkciten in den Schatten stellten. Diese Persönlidikcitcn hielten es aber auch als in dem Interesse der Sadie gelegen, zugunsten dieser neuen Personen zuriiekzutreten, so daß die neuen Führer vollständige Bewe• gungsfreiheit hatten. Die Convention in Ckvcland hat einen vollständigen Sieg der Demokratie in der amerikanisdien Qr• ganisation gebracht und den Rücktritt der Notabein zur Folge gehabt. Von da an übernahmen wieder die aus der Bewegung selbst stammenden Führer die Leitung der Organisation in Amerika. So war die Situation vor zwei Jahren, als Weitzmami nadi Amerika kam. Die große Masse stand den neuen Führern zunächst skeptisch gegenüber. Man beobachtete sie, um zu prüfen, ob sie die Aufgaben, die sie nun auf sich genommen hatten, audi würden durchführen können. Mit außerordentlich viel Takt, Klugheit, Geschicklichkeit — so unbescheiden cs auch klingen mag,, wenn einer der unmittelbaren Beteiligten cs sagt, aber cs ist Wahrheit — haben cs diese neuen Führer zuwege gcbracht, dem Zionismus sehr vieles zu leisten, und zwar ebenso ,ehr auf politischem Gebiet wie auf finanziellem; auf politi• schein Gebiet dadurdi, daß sie die Annahme der Lodgc-Fish- Palästina-Resolution in don beiden Häusern des amerikanischen Parlaments durchsetzten, auf finanziellem Gebiete in einer kontinuierlichen Steigerung der Eingänge des Keren Hajcssod, Gleichzeitig aber hat die zionistisdic Masse erkannt, daß jene Thesen, weiche die früheren Führer, das ist die Brandeis- Gruppe, als neue Wahrheiten proklamiert hatten, nicht die erlösenden Wahrheiten waren. Ali dieses brachte die Massen den neuen Führern immer näher, und heute sind sic die wirkliehen Führer des amerikanisdien Zionismus. So war denn das Terrain für Weizmann vorbereitet, und er wurde, insbesondere nachdem mau sidi von der Unzulänglichkeit der Brandcis’sclicn Pläne überzeugt hatte, als der einzig bereditigte Führer der gesamten Organisation empfangen. Durch seine überwältigende Persönlichkeit und durd! die Kraft seiner Ueberzeugung gelang cs ihm, auf die durdi die zionistischen Führer neu gewonnene Masse außerordentlich cinzuwirkcn, was sich — wie sdion gesagt — in der ständigen Steigerung der finanziellen Einnahmen äußerte. Es gelang ihm auch, immer neue Kräfte hcranzuziclicn, Es bestellt in Amerika keine Frage, wie man eins Geld bekommt, die Frage ist nur, wie man die Menschen hcranzicht. Der Zionismus i!1 Amerika ist vorläufig noch nicht so von den •unmittelbaren Lebensinteressen des Volkes bedingt wie z. B. in Mittet und Osteuropa und das hat auch znir Folge, daß die Menschen erst gewonnen werden müssen; gcwinnt man sie aber, so sind sic bereit, zu leisten, was man von ihnen verlangt. Weizmann kann mit einem großen Künstler verglichen werden, wcldicr das für ihn geeignetste Instrument findet und jede Melodie hervorzaubert, welche die Menschen erobert, Das ist das Große an Weizmann. Wcizmaains Abschied hinterläßt unter seinen Zuhörern eine große Anhängerschaff, Genuß, Bewunderung und OpferwiUen, wie das bei jedem großen Künstler der Fall ist. Ihm zur Seite stand Dr. Schmarjahti Levln, der sich um die Organisation in Amerika außerordentliche Verdienste erworben hat. Wird Weizmann mit einem großen Künstler verglichen, so kann Sdimarjahu Lcvin ein Prophet genannt weiden. Die Situation jetzt ist so, daß die ökonomische Krise in Amerika zurückgdht, daß die Relief-Arbeit (Hilfsaktionen), welche die Juden in Amerika sehr in Anspruch genommen hat, eingestellt wird, daß das Interesse an Palästina immer mehr steigt und daß sich in Amerika als Begleiterscheinung der starken jüdischen Einwanderung und auch der ökonomischen Stärkung der amerikanisdien Judenheit ein immer stärkerer Antisemitismus bemerkbar macht. Das ist der Boden für die weitere lio nistischc Arbeit in Amerika, Die amerikanischen Zionisten lassen sich von induktiven, nicht von deduktiven Gesichtspunkten leiten, d. 11. sie gehen von der ,Realität aus, nicht von der Theorie. Real gesehen steht die Aiifbausachc so, daß wir sie möglichst beschleunigen müssen,, daß wir sie in einem erhöhten Tempo durchführen müssen, wenn wir unsern Erfolg endgültig sichern wollen. Die uns zur Verfügung stellende Zeit Läßt nicht zu, daß wir warten, bis wir alle außenstehenden Kreise und Personen zum Zionismus bekehrt haben werden; Es ist aber notwendig, solche De י י iss Fn ׳ Personen und Gruppen, welche jedenfalls als paläsänafreundfe angesehen werden können, für die Aufbausadic zu gewk-D denn sie verfügen filier große bis Gewicht fallende Knö’ welche man über den Kopf ihrer Führer hinweg nicht 1 winnen kann. Es ist daher notwendig, eine Form zu find?" welche die gemeinsame Arbeit der Zionistischen OrganijD jr 1ct mit diesen Kreisen ermöglicht Ke amerikanische Orgaciwt״ I‘*0l ״, glaubt, durdi ihrem Vorschlag, betreffend 0 | ׳/ die Zusammensetzung der Jewish Agency ■(W111'׳ cäcsen Weg gefunden zu haben. Kc Methode der ZusarrmJsc *ן״ו setzung müßte derart sein, daß die zionistischen MitgliMf.l'111^’1'׳‘* Vo; 1;,tisch * Iru spre;;1,0 111"’ eg oft nsiitnt, ' 1 nrfbam יי‘, i:f ׳ ’|di di»,! 1 and V : ' k heute . sondcri fe , ' 1, sten 0׳; «viel ' '׳•! 1!1 ..־■ , urfb.u1. ' j ganisat!• ׳!׳! וsation v,» ■ jionisti i..• ■' , kongrer 1 ׳ *׳,, Agency V des *י' wirre״« J: (•. ץ! des Wjh‘; 1 * dlgcrnvi :'.t ו¬ Peeling.׳!,: : Agenc: j '!; ו jressc: wirren•■ : t f agcb-.-V. msctz!'■ 'י• ׳ t* r 1 l'tamls!־ der Jewish Agency dem Kongreß, die anderen wieder Organisation vor,antwortlich sind, bzw. einer von diesen Qr ganisationen gemeinsam berufenen Konferenz. Damit ist de- Notabclnsyrrtcm entgvgcngcwirkt und das demokratische p,.;,,. und das der Voran twortiebkeit geschützt. Es ist evtl, riditi״ daß die Zionisten ihren Einfluß mit den anderen teilen müsste 1 r.ur ei Aber es lohnt sich, im Interesse der Sadie, well wir etai-laroHen viel größeren Wirkungskreis, viel größere Massen und efe viel größeren Einfluß erworben haben. Kommt es zwisdt: den beiden Gruppen innerhalb der Jewish Agency zu eine ernsten Streit, so haben die Zionisten die Möglichkeit und Fälligkeit, auf die Organisation der andern zu wirken, daß £, zu der nächsten Konferenz Vertreter entsenden, welche ט unseren Prinzipien und den Volksbedürfnissen übereinstünnift Ke amerikanische Organisation hält aber an dieser von fr vorgesdilagenen Methode nicht unnachgiebig fest; sie gibt daß es möglidi ist, daß andere bessere Method« gefunden werden und sie wB andere Vorsc läge hören. Wia, tig ist nur das Prinzip, die die Verantwortung tragende; Kreise durch die Erweiterung der Jewish Agency zu ver großem. Ke amerikanische Organisation sieht mit Gern!;, tuung, daß ihre Vorsdiläge gleichzeitig auch die Vorschfi: der maßgebenden europäischen Landsmannschaft sind; dies: ihr ein Beweis dafür, daß es sich um eine Forderung de Zeit handelt Sic ist davon überzeugt, daß auch die Gegner erkennen werden, daß die Proposais kein ״Notabelnsystera״ Vorschlägen, im Gegenteil, daß sie sehr weit davon entfernt sind Kc Zionistische Organisation in Amerika hat — das mu5 hervorgehöben werden — »di nicht auf die Erörterung da Frage der Jewish Agency beschränkt, sondern sich vor all; Dingen mit der Frage der Zionistisdicn Organisation, d! Keren Hajcssod, des Keren Kajcmeth, Emigration, Kolonisafe! Bankwesen usw. eingehend befaßt. Die Jewish Agency wird: nur als eine praktische Notwendigkeit angesehen, welche <U geringste Zeit in Anspruch ndimen soll. Leider muß ko!|^'Cl!' statiert werden, daß durch die erbitterte Diskussion, wekfc gerade die Frage cler Jewish Agency hervorgerufen hat alt andern Fragen in den Hintergrund gedrängt wurden, was Kr die weitere Arbeit der Organisation sehr ungesund Ist. [>.. lckienschaftlidie Debatte, weldic die Frage der Jewish Agency ausgclöst hat, war alles eher als klug, weil sie unsere Schwäche airfgcdcckt hat. Es ist zu befürditen, daß der Kongreß sich auch besonders mit dieser Frage befassen wird, und alle andern Fragen zurücktreten werden. Das muß unter aUcn Umständen vermieden werden; denn wenn nicht eine sachliche Verwendung der einfließenden Gelder beschlossen wird, so ist die Krise unausbleiblich. Es genfij nidit, daß in Palästina irgend etwas geschieht, es muß eis! gesunde Basis für einen sich selbst erhai tenden J i sc hu w geschaffen werden. Es ist infolgcdcss« notwendig, daß vor allem den sachlichen Bcratungsgeges ständen des Kongresses genügende Aufmerksamkeit gewidme׳ werde, zumindest ebenso viel, wenn nicht mehr Aufmerksam keit als der Jewish Agency. Ke amerikanische Organisation konstatiert mit besondere Genugtuung, daß zwischen ihr und der europäischen Organ: sntion ein immer engerer Kontakt entsteht Es ist für die amerikanische Organisation von um so größerer Genu: tuung, als sie vor zwei Jahren in Qeveland für diese •Idee — der Einheit und der Einigkeit in der Organisation - einen harten Kampf geführt hat. Das diristliche Amerika zieht sich von Europa zurück, das jüdische Amerika nähert sidi ihm immer mehr.“ Herr Ooldbcrg, welcher von der amerikanischen Organ!■ sation beauftragt worden ist, in Europa eine( Reihe von Per• sönüchkcitcn aufzusuchen, um mit ihnen zu beraten, teilt ferner mit, daß er in London, Paris und Berlin mit führenden Persönüchkcitcn nicht nur der allgemeinen Zionisten, sondern z.ß auch der Hitadiduth eingehend gesprochen hat und kor• statiert mit Zufriedenheit, daß diese Personen, wenn sic der Frage nähergetreten und entsprechend aufgeklärt worden sind, für die amerikanischen Vorschläge viel Sympathie gezeigt, und daß auch Gegner ihre Gegnerschaft sehr wesentlich verringert haben,!1 1,i Ichkei 1; t' da» e ין ' h 1 M der 0 l - '5 j® ß «weit 1:I her ׳ ת» ’ ■;!״1 י■ weiter; in An;׳;• 1* durch ,; _!1 über! .. Jjt! Probk' Exäst« ■ « ־. 1 L an diciiri' 1 e Kongn ■ geben dctrtei1 *■!r:; und a1 Aj; \ t; Stufe f, : ׳.he.n : Fund:.״ * (.>' gtess! ׳s; 1 cl‘; heute ־> ׳1> 1 tunge1 zieliit: •׳ h j J rnatio 1 breite.1 i V Kong'1: :■ ,'(i' ich. ';1;'sä? Aufw 1 , '*!‘<t neue :’;■ l|l soßer /״ו יי' ' »und Reset ' bedir I Tage ' hing artxT verst Erinnerungsleier Iür Marmorek Am Montag, den 16. Juli, fand im Londoner Zionistisch® Zcntralbüro eine Trauerfeier für Dr. Alexander Marmorek statt- Sokolow sprach als erster und wies daraufhin, daß heute! noch nidit die Zeit gekommen sei, um die ganze Persönlich^1‘: Marinorcks zu würdigen. Er volle heute nidit über seine Leistungen als Arzt und Menschenfreund sprechen, sonder» nur über den Juden und Zionisten. Marmorek war in ersten heroisdicn Epoche des Zionismus eine der stärkste» treibenden Kräfte und der nächste Berater von Herzl Nordau. Seine eigene Arbeit mußte sich in dem für de» Zionismus so ungünstigen Boden Frankreichs vollziehen. Mas• mofek war mehr ein Diditcr als ein Mann der praktische11 Arbeit. Aber ebenso wie sein Bruder Oskar, der Architek, war er •voll Initiative. Die letzten Jahre Marmoreks wäre» überschattet von der Tragödie des großen Krieges. ■ Sc> Name wird in der Geschichte des Zionismus und des jüdische Volkes als eines seiner treuesten Söhne und Führer fortlebe». Bcrthold Fei w cl erklärte, daß er trotz der Verschicdenhcite» der Ansichten einem der edelsten und opferbereitesten An beiter für den Zionismus seinen Tribut abstatten wolle. A» i!1!1 passe das Wort: ״Er war ein Mann, nehmt alles nur ,'l allem“, Marmorek besaß ein starkes Gefühl für Humor ״*י .von dem Nebeneinander von entusiastischem Emst und leichtei» t lumor ergab sich seine lichtvolle und energische Persönlich*01, aus Teil 1 in kl der ׳ spät!׳ Ged. und ‘ die : aus dürf.; ihre 1 Fon: Zuk / Per!י dem fälli.ן oha ' artx , nan'v gor' ir.l \ l!l,: 11 {, •׳. י j ,i ן ' < ' t Bis! 1 gc\ 1 >,