Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 57 (17.7.1923)
- Date
- 1923-07-17
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr 57 IUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 363 . v>/ ס־;!. L f d0u»• t€?u1;r tu : Uifft bevor. n De- :bitetcr :r Anngen ischcn .ondon 11 Prä• Mir.a mseren ver• ti will, nclle :6 wird s s e i n Form liedern 1 diese cs Pj. andeis• h Pa- Fels, nd für nd an•!». Juni z dem s eine s Vere ver• rock, nit der a i 1 i t, Jehöre, ו habe,!in, als fort- : diese S der ׳cssotts iegsirischer .׳orden, afionen eil der müsse nntiscli m m 0 Redner t und findige 11ג der bereits 1 Weg gt ein missen, :n Ab• l apo-;in für dien in Oeeil Beit, daß jedient werben fischen I nicht le man itaikcn rd der merika ,Dvvir“ ehemia 1 De!■:• rischen arkow, d teil• ibbiner taktcur lind in geben. . Jaffa » ln׳, nd zu ebnen,!bracht ifmann ir den rcitfcrt .waren jeasöd «r-\^ /■ך׳• \71 j rv * 1 ] ru1׳ V..־ o r״*~\ 1 szpnrm *». ■ » di# '"-«,«»י־ •*,■M 41 ׳% 4*״■ ■dl ,\OI1Tig /» Ela Aulbauplan Das offizielle Organ der amerikanischen Zionisten ״The New Palestiuc“ veröffentlicht in seiner Nummer vom lä. Juni, die vor der Convention in Baltimore erschienen ist den nachstehenden Aufbaiipl.iu aus dem Kreise der Brandeisgruppc mit der Bemerkung, da» ihr die Zuschrift tuuuittclhar vor Rcdaktioiisschluß zugeh(, so dalj cs nicht mehr möglich war, in derselben Nummer dazu ausführlich Stellung zu nehmen, inzwischen bemerkt das Blatt nur, dali derjenige Teil des Planes, der die Verfassung der Zionistischen Organi-; saiion enthält, ״einen bewußten oder unbewußten Wunsch! erkennen läßt, die Zersetzung und Auflösung der Zioi nistischcn Weltorganisation herbeizuiührcn, was schon j der Hauptgegenstamt der Conveiilion in Clcvcland ge- I wesen ist und mit zwei Drittel Mehrheit der anwesenden 1 Delegierten abgclehnt wurde. Es ist merkwürdig, daß nach zwei Jahren, während derer unsere zionistische ] Leitung Amerikas viele Schwierigkeiten überwunden hat, j den Keren Hajessod erfolgreich angeführt, einen großen J polilischcn Erfolg erlangt tma die Zionistische Organi״' j saiion tatkräftig erhalten hat, wobei wir keineswegs j Unterstützung der Unterzeichner dieses Planes oder j der Gruppe, der sie angeboren gehabt haben, sic jetzt | einige läge vor einer anderen jährlichen Convention, j auf der Bild fläche erscheinen, nicht persönlich als Det legierte, um ihre Anschauungen zu vertreten, sondern | mit einer verspäteten Zuschrift, die beinahe in denselben 1 Worten dieselben Galanken und Absichten ausdrückt, j die in Cleveland abgelchiit worden sind. Es ist auch | charakteristisch, daß die Erwähnung des Namens Keren I Hajessod, obwohl er beschrieben wird, vermieden ist.“ ] A. Ziel. I Der Aufbau der Jüdisch-nationalen Heimstätte in Palästina | hat als Ziel die Besiedlung Palästinas in verhältnismäßig j kurzer Zeit mit einem ctas Ucbcrgcwicht bildenden Körper \ von starken, sich selbslerhaltcnden Juden, die siel» zu einem j homogenen Volkskörper mit hohen jüdischen Idealen ent• 1 wickeln, 1 B. Aufgaben. . I. Einwanderung. Die jüdische Einwanderung nach Palästina hängt von; der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes ab. Diese Ent* 1 vvickhmg zu fördern, ist die großartige Aufgabe der Zio* jiistischcn Organisation. Eine gesunde Einwanderungspolitik ' kann weder auf Notstandsarbeiten aufgebaut sein, noch auf ״Defizitbudgets“, deren Deckung man aller Voraussicht nach nicht erwarten kann. II. Bodenpolitik', a) Allgemein (in Stadt und Land). Durch den vernünftigen Erwerb von Boden seitens öffent- 1 jeher Institutionen, die auf keinen Profit ausgehen, tvie z. B. der Jüdische Nationalfonds, sollten die Bodcnpreise stabilisiert werden und die unverdiente ,Wertsfeigerung dem Gemeinwesen zugute kommen. | ( , b) . Landwirtschaft. ן Anbaufähiger Boden muß für geeignete Siedler nutzbar 1 gemacht werden. Wir glauben, daß das möglich ist, | wenn der Boden von öffentlichen Institutionen, wie dem j jüdischen Nationalfonds, die auf keinen Profit «lusgelieii, j erworben und in anbaufähigen Stand gesetzt und für die j Siedler nutzbar gemacht winde in ■entsprechenden Formen! der Erbpacht, wodurch die Sicherheit des Besitzes zu einem j angemessenen Pachtzins gegeben ist. Eine Kolonisationspolitik soll verfolgt werden, welche zuläßt, daß Chaluzim, die aut Grund ihrer speziellen Eignung für Besiedlung des i Bodens nusgcwählt werden, mit einem Aiisstattuiigstninimimii 1 a!gesiedelt werden, u!1d die sie in die Lage setzt, ihren Kredit zu gründen und einige Ersparnisse zu sammeln. Amcliorationen jedoch sollen von den Siedlern selbst durcligeführt werden, I durch Anleihen, die sic auf ihren eigenen Kredit bekommen oder | aus ihren eigenen Ersparnissen. III. Kredite. Reichliche Kreditmöglichkeiten, die mit Vernunft und * Vorsicht verwaltet werden, sind für den wirtschaftlichen Aut- 1 11311 Palästinas wesentlich. Entsprechende Institutionen sollen § für die verschiedenen Kategorien der erforderlichen Kredite \ ״esdiaifen und gefördert werden. Es soll das Zier dieser j Institute sein, lieber die gesunde, soziale und ökonomische Ent- 4 Wicklung des Landes zu fördern, als den größtmöglichsten Gewinn des investierten Kapitals zu erreichen, ln manchen I lallen mag cs wünschenswert sein, Kredit zu sehr geringen i Zinsraten auszugeben, obgleich solche Darlehen nicht gei?eben werden sollen, wo nicht die Rückgabe des! Kapitals; 311er Voraussicht nach sichergestcllt ist. Gruppen- und koi operative Kredite sollen besonders gepflegt werden. i (V. Oeffentliehe Arbeiten,!nützliche An- statten und natürliche Kräfte, j Die Zionistische Organisation soll folgende Politik ein- 1 schlagen;! a) ln der Errichtung und Durchführung öffentlicher Arj beiten und ■nützlicher Anstalten und in der Entwicklung der I natürlichen Kräfte des Landes soll die Errichtung der jüdischiwtionaien Heimstätte der leitende Gesichtspunkt sein. l>) Die Regierung soll dafür sorgen, daß die naturliehen Kräfte des Landes und die öffentlichen Arbeiten und nützlichen Anstalten, soweit sie bereits bestehen oder nodi zu schaffen sind, in öffentlichen Besitz übergehen oder unter wirksame öffentliche Kontrolle kommen; sic soll die Interessen des Gemeinwesens gegen Ausbeutung schützen und soll den Privatgewimi beschränken übereine vernünftige Verzinsung des hi11eingeslecktc.il Kapitals hinaus, wobei das Ausmaß und die Art des Risikos in Betracht zu ziehen ist. c) Halböffentliche Körperschaften, die von der Zior׳istisehen Organisation bestätigt sind,_ sollen unter angc- :י י ■■neu und billigen Bedingungen in die Lage gesetzt■ werden, öffentliche Arbeiten auszuführen, nützliche Anstalten ü errichten und die natürlichen Kräfte des Landes zu ent- Wickeln. <1) Konzessionen für die Errichtung und Ausführung öffenthc'ier Arbeiten und nützlicher Anstalten und für die Ent- Wicklung der natürlichen Kräfte sollen von der Regierung "ach Befragung der Zbm■.,tischen Orgatusatiou verliehen werden. 1 V. Politische Arbeit. I Das Zusammenarbeiten mit der Mandatarmach־t bei der Förderung der oben skizzierten wirtschaftlichen Tätigkeit, 1 '*ird den Hauottcil der sogenannten politischen Arbeit ausi ,״lachen. FreumlschafUiclic Beziehungen zu den Arabern roten natürlich angcslrcbt werden. Dies soll jedoch in starkem Maße dem Jischuw überlassen bleiben, und soll die Form der Arbeitsgemeinschaft annclunen. Die Pflege der frcundschaftlicke!! Beziehungen zu den Regierungen in andere« Ländern soll größtenteils den Landsmannschaften in den entsprechenden Ländern überlassen bleiben. Die Hauptaufgabe der Zionistischen Organisation ist die!־ordernng und Koordination der Tiiligkeiten, die auf den okoiiomiselten Aufbau Palästinas abzielen. Diese Tätigkeit ist im allgemeinen oben skizziert. Die Weltorganisation selbst jedoch soll soweit wie möglich vermeiden, die direkte Verautwortuug dafür zu übernehmen. Solche Verantwortung ist zu groß, als daß sie von einer Organisation gelragen werden kann. Es würde ein« Gefahr für die gesamte jüdische Tätigkeit in Palästina bcdeuten,_ wenn diese auf einer Organisation lasten sollte, Ueberdies kam! die harmonische Zusammenarbeit von Zionisten und anderen Juden in der ganzen Welt besser und leichter gesichert sein, wenn die Weltorganisation freie Bet.iiiguiig aller Gruppen und Landsmannschaften nicht nur erlaubt, sondern ermutigt. Die Aufgabe, die Arbeit der verschicdcncn Gruppen und Landsmannschaften zu fördern uno reibungslos zu gestalten, ist, wenn sie gut durcligeführt wird, eine hohe Aufgabe, die sich die Weltorganisation setzen kann. Lislier war die Arbeit in Palästina ausschließlich von Spenden für einen Zcntralfomls abhängig, der den mannigfaltigsten Zwecken diente. Wenn •die Arbeit fortschreitend in den hier vorgesdilagenen Linien reorganisiert wind, wird man sehen, daß Gelder ä fonds perdu, d. 11, Spenden hauptsächlich für die Einwandererfürsorge und ihre Unterbringung in das Wirtschaftssystcm, für den Bodenerwerb und die Amcliorisicrung■ benötigt werden. Beschränkte Gelder werden natürlich für die Wohlfahrt und die Erziehung der Einwanderer so lange sie noch nicht in dem wirtschaftlichen Leben des Landes aufgegangen sind, gebraucht werden, aber cs ist zu hofiert, daß dies von unabhängigen Quellen aus geschehen kann. Palästina jcdoeli kann mellt durch fortgesetzte Notrufe nach Spenden aufgebaut werden. Während die Spenden viele Jahre noch nicht gänzlich wcggclassen werden können, muß die Hilfe für Palästina durch umfassenden Kredit immer mehr die Hauptaufgabe werden. Große Summen sind für Kreditzwecke erforderlich. Bei kluger Verwaltung werden solche Gelder nicht für unproduktive Zwecke verschleudert werden, sondern sie werden in Umlauf kommen, und allmählich anwachsen. Nur auf diese Art wird das Spiel der Wirtschaftliehen Kräfte, das zum Wachstum eines sich selbst erhalten• den Gemeinwesens lebensnotwendig ist, Iicrvorgcrufcn, C. Verfassung. I. Zionistische Organisation, a) Landesverbände. Die Landesverbände und verfassungsmäßigen Bcstandieile sollen über den Charakter und das Ausmaß der Arbeit, die sie übernehmen, entscheiden. Die Arbeit wird in den verschiedenen Ländern gemäß den lokalen Bedingungen und Bedürfnissen variieren. Es soll natürlich das Ziel der Landesverbände in den verschiedenen Ländern sein, die größtmögheilste Zusammenarbeit aller am Palästinaaufbaiu interessierten jüdischen Gruppen zu erwirken. Die Landesverbände und verfassungsmäßigen Bestandteile sollen folglich vollkommene Autonomie und Kontrolle ihrer eigenen Gelder haben, obgleich zu erwarten ist, daß in Palästina zwischen den verschiedenen Landesverbänden ,und Gruppeti der verschiedenen Länder ein Zusammenwirken auf freiwilliger Grundlage bestehen wird1, b) Jährliche oder halbjährliche Konferenzen. Ein oder zwei verantwortliche Vertreter von jedem Landesverband und׳ verfassungsmäßigen Bestandteil sollen periodisch, entweder jährlich oder halbjährlich, Zusammenkommen, um über die Zusammenarbeit in gemcinsdiaftlidicsi Aufgaben und den Ausgleich abweichender Aufgaben zu beraten. Solch eine Konferenz 9011 das gegenwärtige A. C. ersetzen. Die Konferenz soll ihrem Charakter nach beratend sein und1 soll nicht versuchen, die verschiedenen Landesverbände auf irgend eine Linie ihrer positiven Tätigkeit fcstzulcgai, obgleich cs im Bereich des Möglichen liegt, daß die Konferenz das Recht hat, einen Landesverband aufzufordem, von einer partikularistischei» Arbeit abzuschcn. Wenn es zu irgend einem Zwecke der Konferenz ratsam erscheinen eollte, als Körper״ sciiaft abzustimmc«, dann soll ein System der Abstimmung angewandt werden, das sich einerseits auf die Zahl der vertretenen Leute und andererseits auf die durch׳ die Landes• verbände nach IJalastina geleisteten Beträge stützt. c) Zweijährlicher oder dreijährlicher Kongreß. Jede zwei oefer drei Jahre soll eine größere Konferenz oder ein Kongreß siattfinden, der aus verantwortlichen Vertretern der Landsmannschaften und der verschiedenen Wahlkörperschaficn zusammengesetzt ist, utn über die Angelegen* liehen allgemeinen Interesses die Ansichten auszutausaicn. Diese Konferenz oder der Kongreß soll gleichfalls beratend seinem Charakter nach sein. Wenn cs sich zu irgend« einem Zweck ־für den Kongreß als ratsam }icrau&stcllen sollte, als Körperschaft abzustimmen, so soi ein System der Ab- Stimmung angewandt werden, das sich einerseits auf die Zahl der vertretenen Leute und1 andererseits auf die durch die Landsmannschaften nach Palästina geleisteten Betraget stützt. Der Leitgedanke der kleineren wie auch der größeren Konferenz oder des Kongresses soll der der freiwillige!« Zusammenarbeit sein, was, wie wir glauben, die Bewegung in allen Teilen der Welt stärken wird׳, dadurch, daß sic die furcht vor der Vorherrschaft der einen Gruppe oder mehrerer bannt Der Präsident der Weltorganisation soll entweder von der Konferenz oder von dein Kongreß gewählt werden, und er soll das Recht haben, eine kleine Exekutive sich zu bilden, die ihn in seiner Arbeit unterstützt. II. Jewisli Agency, Wir glauben, daß cs unklug ist, in diesem Augenblick den Versuch zu machen, eine großartige Organisationsform der Jewish Agency zu formulieren. Die Jewisli Agency soll allmählich aus dein Zusammenwirken der verschiedenen jüdischcn Institutionen und Organisationen, die in Palästina׳ sich betätigen, erwachsen. Die verschiedenen Jüdischen InstiUifioncii und Organisationen, die in Palästina auf irgendeinem öffentlichen Arbeitsgebiet sich betätigen, sollen sich zu einem beratenden Ausschuß zusammenschließcn. um über ihre gemeinsamen Aufgaben zu beratschlagen. Wenn diese beratenden Ausschüsse in den Spezialgebieten gebildet sind dann mag e!t ratsam sein, einen beratenden Qencrahutsscliui zu bilden, der die Vertrete!‘ aus den einzelnen beratenden Spezialausschüsscn umfaßt und der über die Fragen, die sic alle gemeinsam angelten, berät. Es würde richtig erscheinen, wenn der Präsident der Weltorganisation den Vorsitz über diesen beratenden Ocneralausschuß führt und wenn im Laufe der Zeit der beratende Gcucralaussclnjft sich zu einer for• malen Jewish-Agcncy entwickeln wurde. Benjamin Cohn, Horace M. Kailent Sam J.Rosensohn, Julius Simon, Robert S so Id. ׳ IQ. Juni 1923, ■' ■ De Lteine Uber ״Jewisli Agency“ Wir geben nachstehend aus de Liemes Broschüre Jen Abschnitt über Jewish Agency wieder, da gerade dieser heiß umstrittene Punkt in dem von uns bereits veröffentlichten Progranimciitwurf selbst nicht klar zum Ausdruck kommt. Solange die Jewish Agency nicht anders konstituiert Ist, bleibt sie mit der Zionistischen Organisation identisch. Dieses große Problem war bisher nur theoretisch zu erfassen. Einerseits wünscht man die Mitwirkung der Notaoeln, die der Zionistischen Organisation fcrngeblicbcn sind. An* dcrerscits strebt man die Mitwirkung der übrigen organisierten und niclitorgnnisieiten jüdischen Masse an. Durch bloße zahlenmäßige Ausbreitung der Zionistisclien Organisation wird die Lösung nicht gefunden werden. Jede Anstrengung zu organisatorischer Lösung durch Weltkongresse ist zu aller Ende nichts anderes als zahlenmäßige Aus* breitung, und würde eine solche wahrscheinlich nur für kurze Zeit bringen. Die Zusammenarbeit mit Nichtzionisten in Sammclkomitees ist von minimaler Wirkung, wenn sic nicht ganz negativ ist. Die Arbeit in Palästina verlangt, daß ntan sich ihr ganz widme. Das Uebertragen der Verantwortung und das Ver* leihen von Ehrcnstcllen führt zu nichts, wo der ganze Arbeits* wüten nicht vorhanden ist Vorderhand ist das Interesse und die Arbeitsfreudigkeit für die Palästinasache in nichtzionistischcn Kreisen noch viel zu gering. Ebenso fehlt cs an Opfcrwillcn. Es nützt nichts, wenn wir fcststellen, daß dies von nichtzionistischer Seite kurz* sichtig ist und die eigene Stellung im Galirth erschüttert, Wir haben nur die Tatsache zu konstatieren. Nach der ganzen Darlegung kann es nicht wundcmchmcn, daß wir einen anderen Weg gehen wollen. Für uns ist das Tempo unserer Palästinaarbeit ideell und materiell abhängig von der Mobilisierung aller jüdischen Kräfte. Wir sehen diese Mobilisierung nicht in einer Schein* tätigkeit, bei der weder ein Ziel noch Verantwortlichkcits* oder OpfciwüUcn zu merken ist. Wir sehen sie auch nicht in einer organisatorischen Nettformung, die durch eine Re* solution oder gar durch Akklamation angenommen wird. In dem Auftauen der Kräfte durch De* Zentralisation, in der Loslösung eines be* deutenden Teiles der finanziellen Arbeit vo« derOrganisation, in der Trennung der Fonds* bildung nach Zwecken, in der Entwicklung der Privatinitiative sehen wir die Möglich* keit, in allen Ländern in stets zunehmendem Maße Kräfte zu mobilisieren, die, ohne einec bestimmten politischen Richtung anzuge* hören, bereit sind, ganz und voll an einer speziellen Arbeitsaufgabe in Palästina mit* zuarbeiten. , Wir sehen darin die einzige Möglichkeit, alle Teile dea Volkes von der Palästinaarbeit zu erfüllen. Wir halten es für verbrecherisch, zu sagen, daß das jüdische Volk uns. im Stich gelassen habe. Wir haben ja nichts anderes getan, als sicher auf die Mitarbeit gerechnet. Es ist unsere Pflicht, nicht nur Mitarbeit zu verlangen, sondern ein weites Feld für die verschiedensten Interessen zu erschließen, wo jeder seine Mitarbeit leisten kann. Jeder unter seiner eigene!» Fahne und mit seiner eigenen Sippe. Die stufenweise Ausbreitung des Kreises derjenigen, die sich für die Palästinaarbeit interessieren, kann geschehen, ohne die zionistische Organisation zu schwächen oder sie ganz aufzulösen. Bei allen theoretischen Erwägungen zur Lösung dieses Fragenkomplexes hat inan nie die Stellung der Zio• nistischcii Organisation, als Folge der vor sich geltende« Arbeiten, in Betracht gezogen. Auf die hier angewiesene Art ist eine allmähliche Entwicklung möglich. Man beginnt nicht mit der Auflösung der Zionistischen Organisation, ohne etwas Wesentliches an deren Stelle zu setzen. Wenn die Dezentralisierung durcligeführt ist und die private Initiative sich entwickelt, werden in Palästina naturgemäß verschiedene Palästina-Institute oder Palästina-Organe entstehen. Diese werden dann koordiniert werden müssen. So wird dam» aus ihnen auf normale Weise die Jewisli Agency entstehen. Eine künstliche Lösung dieses Problems kann zur Lähmung und Vernichtung der lebendigen Kräfte in der Zionistischen Organisation fültrcn, 1 «״״־.־־״׳ ״ Ein zlonlsllschcs flandbucli Die ״Ziko“ teilt mit; Demnächst erscheint im Verlage des Berliner Büros der Zionistischen Organisation ein von Dr. Gerhard Holdhcimt herausgcgcbcncs ,Zionistisches Handbucli“, Das etwa 45® Seiten starke Werk verdankt seine Entstehung der Erkenntnf% daß cs ־ heute mehr denn je notwendig ist, einen Ucbcrblick über die verschiedenen Zweige der zionistischen Arbeit zu geben. Der zionistische Aufgabenkreis hat durch die neue politische Situation des Zionismus eine neue Grundlage und damit eine ungeheure Erweiterung erfahren, und es mußte daher _ dafür Sorge getragen werden, daß den i!1 den zionistischen Verbanden tätigen Menschen die nötigen Kenntmsse in den einschlägigen Fragen vermittelt werden. Ueber diese praktische Notwendigkeit hinaus will aber das Buch’ — ohne der Propaganda im landläufigen Wo! (sinne zu dienen —1 den Lesern, Juden wie Nichtjuden, die Bedeutung und .Würde der zionistischen Bewegung vor Augen führen. Das Buch behandelt in systematischer Anordnung die wesentlichen Fragen atrs dem Gebiete der zionistisclien Id io- Iogie, Organisation, Politik, Kolonisation usw. Es gliedert sieh m acht Abschnitte (Zionistische Ideologie, Zionistische Organisation, Zionistische Politik, Zionistische Finanzinstitutionen, Jüdische Arbeiterbewegung, Jüdisch-soziale Fiirsorpearbrit, die allgemeinen Lanilesveihäliiiissc Palästinas, das jüdische Palästina), jeder dieser Abschnitte enthält eine Rahe von Auf- Sätzen bezw. Referaten. Mitarbeiter des Buches sind — um einige Namen hcrauszugreifen — Hans Kolm, Richard Licht, heim, Victor Jacobson, Georg Landauer, Arjeh Tartakower. Julius Berger. Die Palästinareferate sind zu einem erheblichen Teile von Robert Sternail verfaßt, doch tritt infolge der Tendenz dea Buches, sachliches Inforinationmatcriai zu bieten, die per* eönliche ׳ Anschauung der Verfasser vollständig zurück. Dem Buche ist eine von Davis Trietsch gezeichnete" Karte Palästinas beigegeben, if! »■■■־■״.ו——