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Jüdische Rundschau · 1923-07-13 · Heft 56 (13.7.1923) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 56 (13.7.1923)
Date
1923-07-13
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 350 JU ED IS CHE RUNDSCHAU Nr. 59 Seite die These verfochten, daß vorzüglich eine gesteigerte!Einwanderung als Mittel zur Behebung der Wirtschaftsnot dienen könne. Nach dem einen sollte die landwirtschaftliche Kolonisation das Schiboleth aller jüdischen Sicdhmgspolitik in Palästina bilden; nach dem andern könnte ausschlietllich eine reich entwickelte Exportindustric die Voraussetzungen für eine Masscnsicdhing־ von Juden iin Lande der Väter schaffen. Erstercr will in den stark aufstrebenden Städten )nichts ais wnsserkopfariige unnatürliche Gebilde sehen; letzterer pointiert seine These durch Anführung des bekannten Capritischen Ausspruches: ״w ir exportieren Waren oder Menschen“. Der eine fordert einen Abbau unserer Standard of Life und die Rückkehr zu einer wesentlich einfacheren Lebensweise, während gleich darauf der Nachweis geführt wird, daß der jüdische Arbeiter Palästinas schlecht wohnt und noch viel schlechter sich nährt. . . . Das ist, meine Herren, nur so eine kleine Bhimcnlcsc ans dem großen Strauß der McinungsverschiceVnlicitcn. Dabei sind wir beileibe keine Theoretiker, wenn audh Gelehrte und Literaten in unserer Mitte weilen. Die meist«* der Anwesenden sind im Dienste des Zionismus ergraute Lernte. Viele von ihnen zudem, die seit Jahren praktisch in Palästina wirken und an hervorragender und verantwortungsvoller Stelle stehen. Und dennoch welch ein Gegensatz!“ Das ist kcilnc Scherzredc, in gemütlicher Plaudcrstumle gehalten, wobei mau in antithetischen Wendungen sich bcsonders gerne gofällt. Mit diesen Worten, voll Geist aber von tiefstem Ernst, hat Herr Hooficn, der Generaldirektor der Anglo-Palestinc- Company, das Fa/ki aus einer Debatte gezogen, die zwei Abende hindurch gedauert und an der das Beste, was Tel- Awivv und (z. T.) Jerusalem an ökonomischer Intelligenz *ufzuweisen vermögen, sich beteiligt hat. * In einer Vorstandssitzung der Palcstine Economic Society, an der auch die Herren Henry Franck, vom Präsidium der I. C. A., und Alex. Birkcnhcim, General-Direktor des Ruthenberg-Üntcrnchmcns, tcilgcnonunen haben, kamen die allgcmeinen Wirtschaftsvcrhaltnisse Palästinas zur Sprache, wobei besonders letzterer darauf hinwies, daß mehr noch vielleicht als die verworrene Lage die dadurch entstandene Vcr- Wirrung der Köpfe zu Bedenken Anlaß gebe, Eine bessere Kenntnis und eine vertiefte Erkenntnis der ökonomischen Bedingungen des Landes wurde allgemein als wimschenswert, ja als notwendig erkannt. Ein besonders geeignetes 'Mittel dazu wurde in einem .Gedankenaustausch zwischen den maßgebenden Vertretern der verschiedenen Richtungen und Kreise erblickt. Der leitende Gesichtspunkt war hierbei folgender: Objektive und subjektive Momente verführen in Palästina mehr nocii als sonstwo zu einer ©inseitigen Auffassung der Dinge. Nach außen, infolge seiner Kleinheit, keine genügend geschlossene wirtschaftliche Einheit, nach innen, durch fast *trichmäßig andersgeartete Klima- und Bcdenbcschaffenheit, von wunderbarster Vielgestaltigkeit, stellt das Land unzählige Aufgaben, deren Lösungsverstich, je nach dem Standpunkt, von dein aus an sic herangetreten wird, jedesmal anderer Natur ist. Scharf 'eindringender Verstand, starkes soziales Empfinden, Individuelle Bctrachtungs- und Bchandlungsweise des Juden leisten deim in bedeutendem Maße Vorschub. Dementsprechend hat jeder sein eigenes Rezept, jeder *eine eigene Formel, jeder seine eigene Methode. Es könnte aber nicht zweifelhaft sein, daß eine gemeinsame Aussprache zur gegenseitigen Belehrung führen dürfte. Jeder weiß etwas, was die anderen nicht wissen; und jeder will schließlich das, was alle wollen: das gemeinsame Wohl des Landes und des Volkes. Das ins Werk zu setzen, hat die Palcstine Economic Society sich zur Aufgabe gemacht. Alles war darauf angelegt, der Veranstaltung einen durchaus intimen Charakter zu wahren. Wenn erst zum Fenster hinaus gesprochen und auf die äußere Wirkung Bedacht genominell wird, ist für «in ersprießliches Arbeiten wenig Raum mehr vorhanden. Deswegen sollte alles in geschlossenem Kreise vor sich gehen. Selbst die Presse wurde gebeten, von sich aus nichts zu veröffentlichen und sich mit den ihr zu überlassenen Communiques zu begnügen. So konnte einjeder innerlich frei und ganz sich geben. Es war-auf diese!Weise außerdem eine Atmosphäre geschaffen, in der unter den Teilnehmern sich ein innerer Kontakt entwickeln, der seinerseits wieder das Zusammenarbeiten nur günstig beeinflusscn konnte. Herangezogen wurden Vertreter der verschiedensten Intercssengruppcn: Arbeiterführer, Männer des Bankfachs, Vcr- *reter von Landwirtschaft, Handel und Industrie sowie Gelehrte und Schriftsteller. Um schließlich die Verhandlungen in eine organische Form zu bringen — gleich mit einem festen Programm zu kommen, erschien imopportun — wurde eine Kommission, bestehend aus den Herren Birkenheim, Hoofien und Schreiber dieser Zeilen, eingesetzt, deren Aufgabe es war, ein Gesamtbild der Wirtschaftslage zu entwerfen und durch Formulierung von Thesen der Diskussion die nötigen Richtlinien zu geben. * Am 3. Mai erfolgte die erste Zusammenkunft zu einer ״Unterhaltung über die ökonomische Lage des Landes“, wie cs in der Einladung hieß, um auch da den zwanglosen Charakter der Veranstaltung zu betonen. Rund 30 Personen, fast alle, an die der Ruf ergangen war, hatten der Einladung Folge geleistet. Neben dem Vorstand der P. E. S,, der eine Reihe der führenden Persönlichkeiten im Wirtschaftsleben Jaffas in sich vereinigt und nahezu vollzählig erschienen ist, sah man die Herren Achad-Haam, Franck von der ka, Ruthcnbcrg. Aus Jerusalem kamen die Mitglieder der Zionistischen Exekutive die Herren Van Vriesland und Sprinzak (in späteren Sitzungen auch Dr. Ruppin, Prof, Pick und Colonel Kisch). Herr Birkenheim hielt den .Einleitungsvortrag über das Thema: ״Die gegen* wärtige Wirtschaftskrise und ihre Ursachen“, woran sich eine auf zwei Abende erstreckende Diskussion anschloß, deren Ergebnis ich eingangs dieses Berichts . kurz charakterisierte. Anders freilich war der Ertrag der Veranstaltung als solcher. Der war erfreulich und positiv; objck tiv w ie subj ektiv. Mit liefern Ernst und ehrlichem Wollen wurde mit den Problemen gerungen. Doch war allgemeine Erkenntnis, daß noch ganz anders in die Materie cingcdrurigcn werden muß, .wenn wir der Lage wahrhaft gewachsen sein «ollen, Erst ais Morgenröte den dunklen Horizont erhellte, ward Jakob Gottessogen zuteil. Und cs brach allgemein die Ucberzcugung sich Bahn, daß dies der Weg sei, der zur Mehrung der Kenntnis führen dürfte. Man erfuhr neue Tatsachen, hörte andere Ansichten, vernahm andere Schlußfolgerungen. Beim Zusammcnprall der Gedanken scldtig ein Feuer, das nicht nur den Gesichtskreis aller weitete und erleuchtete, sondern auch jeden einzelnen innerlich erwärmte. Man trat sich näher, kam sich entgegen, würdigte, wenn auch nicht billigte, des anderen Meinung und Standpunkt, Vertreter extremer Richtungen, die sich zusammentun, um über gemeinsame Ziele zu beraten, werden, wenn überhaupt, sich notwendig auf seiner Mittellinie Zusammentreffen. Dieses Ziel gefördert zu haben, ist ein besonderes Verdienst der Vcranslaltuug. * Nach dem allgemeinen Teil soll in eine Beratung von Spezialfragen cingetreten werden. Folgende Punkte sind einstweilen in Aussicht genommen worden: Landwirtschaft, Bodenfrage und Bodenpreispoiitik in Stadt und Land, Kredit und Zinsfuß, das Industrieproblcm, die Einwanderungsfrage, die Arbeiterfrage, das Coopcrativsystcm. Vorträge haben bis jetzt in Aussicht gestellt die Herren Wilkansky, Dr. Ruppin, Octtinger, Hooficn, Növomcisky, Prof, Birkenheim*) Es bestellt <110 Absicht, die Nciigrümlung, die bei Teilnchmern wie breitem Publikum lebhaftestes Interesse und auch in der Presse stärkstes Echo gefunden sat, als dauernde Institution zu erhalten. Ihre Aufgabe würde dann sein, zu allen brennenden Wirtschaftsfragen Stellung zu nehmen und eventuell später, als die berufene Instanz, von Zeit zu Zeit mit Kundgebungen an die Ocficiitlkhkclt zu treten. Persönlich hätte ich in diesem Falle allcrding* einen ganz besonderen und erheblich wcitcrgchcnden Wunsch: daß nämlich der ״sozialwirtschaftlichc Ausschuß" das Gremium bilde, aus dein sich recht bald dcr״Wirtschaftskongreß für Palästina" entwickeln möge, Tcl-Awiw, im Juni 1923. Huösenbanckl Einfuhr nach und Ausfuhr von Palästina der wichtigsten Artikel im Monat März 1923, a) Einfuhr. Kreditwesen Artikel Quantität Wert P. E. Weizen IOOOGO kg 1,000 Gerste ״ 256 727 5,66t Reis ״ 712484 13,123 Mehl ״ 745879 11,552 Getrocknete Früchte 259 299 ,, 5,307 Kartoffeln ״ 581 520 3,415 Kanditen u. Schokolade ״ 54770 2,828 Kaffee ״ 64218 4,552 Zucker ״ 302836 8,823 Tee 7082 ,, 1,220 Alkohol ״ 59860 1,488 Bier 4,477 Unverarbeiteter Tabak ״ 7281 1,510 Zigaretten 13575 ,, 17,334 ,.Kohlen . .״ 071600 1,507 ‘ Brenn- ■und Bauholz ' —' ' "‘<l "7,472 “״ ' Olivenöl (ungereinigt) ״ 166253 ־.7,582 ־ Glas und •waren — 3,637 Zement ״ 1895820 6,418 Eisenstangen usw. — 9,235 Möbel, Einrichtung*• gegenstände Holz f. Orangenkisten 2,940 1,919 Baumwollgarne und Zwirne 3,784 Bauinwoilfabrikate 1181172 m 48,001 Baumwollwaren 6,557 Wollt'abrikate, Meter 4 949 w 2,138 Seide und Fabrikate — 9,283 Kleider — 9,411 Wäsche 3,239 Schuhe und Stiefel 28197 Paare 6,196 403 456 kg 4,134 ״ 426 556 3,369 ״ 150 388 108,437 ״ 160 12 250 ״ 21935 877 ״ 113 8 479 ״ 576 2 194 ״ 976 1 343 1611 1 155 ״ 816 172 2,880 18 027 kg 1,514 ״ 200 10 330 ״ 260 382 17,392 — 763 Die Tcl-Awiw Kooperative Krcdiifjcsdlscliall Ud. Eine Anzahl von Bewohnern von Tcl-Awiw haben ein« wechselseitige Lcihgcscllschait unter dem Namen ״Tcl-Awiw Coopcrativc Credit Society Ltd.“ organisiert. Der Zweck derselben ist folgender: t. Von dem Kapital oder anderen Geldern der Oes«R, schaft Darlehen an Mitglieder vorzustrecken oder zu ver. leihen bei genügender Sicherheit mit Handels- und Finanz- Instituten zwecks Vermittlung von kommerziellen, sowie finanziellen Krediten zum Vorteil der Mitglieder zu verhandeln. 2. Depositen von Mitgliedern der Gesellschaft auf bestimmte Zeit auf laufende Rechnung arminchmen. 3. Garantien für Kredite, welche die Mitglieder der Ck* Seilschaft von Banken erhalten, zu übernehmen. 4. Bestimmte Fonds für Genossenschaftsunternehmen zwecks Erwerbung von Waren und Arbeitsgeräten, Errichtung von Geschäften und Lagern, gegenseitiger Versicherungen für Feuer, Wasser und andere Schäden, sowie für Vieh und Getreide zu schaffen. 5. Sich mit allem, was in den Kreis der Tätigkeit der Mitglieder fällt, zu belassen; zu kaufen und zu verkaufen alle Waren, die nötig sind für Industrie, Handel, Landwirtschaft, Bauteil tisw. 6. für die Mitglieder den Geldüberweisungsverkehr tu übernehmen und ihnen Kreditbriefe für In- und Ausland zu geben. 7. an Gründungen von zentralen Genossenschaften rieh zum Nutzen der Gesellschaft zu beteiligen. 8. überhaupt alles Erforderliche zu tun, um die Zweckt der Gesellschaft zu erfüllen . Jeder, der Mitglied werden will, muß mindestens ein Anteilschein und die Verantwortung für die Schulden der Gesellschaft bis zum Zehnfachen des Gesamtwertes seines Anteils übernehmen. Das Kapital der Gesellschaft wird aus Anteilen von Je 5 £E bestehen und wird zweimonatlich in fünf Raten von je I £E gezahlt. Die Höchstgrenze der Dividende, die die Gesellschaft an die Anleilc zahlen wild, ist mit 7 «/» limitiert. Die Gesellschaft hat nicht das Recht Filialen einzurichten, Die MisracDl-Bank Wie ״Hator" berichtet, wurde das Statut der misrachisti* sehen Bank von der palästinensischen Regierung genehmigt Gemäß den Statuten dieses Finanzinstituts obliegt ihm: 1. Anstalten, Vereine und Arbeitergruppen aller Art, die der Organisation Misrachi angehören, auf allen Gebieten ihrer Tätigkeit finanziell und in jeder sonstigen Weise zu fördern; 2. die materielle Wohlfahrt von Kaufleutcn, Handwerkern, Landwirten und Arbeitern aller Art, die der Organisation Misrachi angthören, durch Gewähnrng von Darlehen oder durch andere Mittel zu heben; Einzelnen, Vereinen und Genossenschaften in der Gründung landwirtschaftlicher Siedlungen, sowie von Dörfern, Stadtvierteln und Gartenstädten behilflich zu sein und ihnen den erforderlichen Kredit und die notwendige iinanzieile Hilfe zuteil werden zu lassen. Paraffinöl in Blechkiste# 58 319 kg 8’246 Benzin in Blechkisten 11737 4,108 ״ Ober- und Sohlenleder 19 671 4,1% ״ Papier — 1,840 Automobile 20 Stück 4,408 Lebendes Vieh 7634 Köpfe 6,700 ,Verschiedenes —• 9,090 b) Ausf ubr, Weizen Durrlia ׳ Orangen-Kisten Rosinen Getrocknete Mandeln Olivenöl Scsamöl Sern rieh Kojr.iak Wein Häute und Felle Kerzen 4 Seife Andenken Perlmutter — 423 G-old — 154 Wie aus der Einfuhrliste hervorgeht, werden sehr viel landwirtschaftliche Produkte, deren Erzeugung im Lande selbst geleistet werden könnnte, in großen Mengen eingefü-hrt. Von Zcrcaiicn und Mehl abgesehen, über deren besondere Lage schon früher öfters gesprochen wurde, vor allem OlivenöL Früchte, Tabak (roh und verarbeitet), Alkohol u. «. m. Einspruch gegen die PalüsUnazile London (J.C. B.). Wie ״Daily Telegraph" meldet, dürfte die spanische Regierung, die wahrscheinlich auch seitens anderer Regierungen unterstützt werden wird, wegen der bei der Einfuhr nach Palästina Erhobenen Zölle Einspruch er* lieben. Die Frage wird möglicherweise vor den Völkerbund kommen, ) Inzwischen ist man auch zur Behandlung von Spezialfragen übergegangen. Es sprachen bis jetzt: Herr Novoselbst geleistet werden könnte, i« großen Mengen eingeführt, meisky über ״Die Industrie in Palästina, ihre Lage in Gegenwart und Zukunft“; Herr Wilkansky über ״die gegenwärtige Lage der Landwirtschaft Palästinas“; Herr Dr. Ruppin über ״das Einwandcrungsproblem in Palästina", ■Wir kommen noch auf die einzelnen Vorträge zurück ״Einige kaufmännische Fragen" Herr Julius Neumann, Triest, sendet uns auf unsere Bemerkungen, die wir in Nr. 5, seinen unter obigen Titel erschicticnen Anregungen angefügt haben, folgende Erwiderung•. ״In Ihrer Nummer vom 29. v. Mts. naben Sie meine Zeilen vom 12. April veröffentlicht, und bitte ich Sie, in Bezug auf die redaktionellen Randbemerkungen meine folgende Richtig- Stellung freundlichst in Ihrer nächsten Nummer zu ver• öffentlichen: 1. Das Departement of Commerce of the Zionist Executive in Palcstine. welches Sic als bereits bestehende Stelle anführefy ist gemäß, mir aus Palästina zugehenden Nachrichten, ein reines Informationsbüro, welches in die Praxis nicht cingreift, und daher nicht dem von mir vorgcschlageiten Zweck entspricht. Außerdem behaupten Gesinnungsgenossen, daß dieses Büro auch sonst zu wünschen übrig läßt. 2. Die Annahme ihrer Randbemerkung, daß die Llquidationsgcscllschaft gleich einen großen Apparat erfordert, entspricht nur daun den Tatsachen, wenn die Entwicklung des Geschäfts bereits dies erfordert. Bevor dies der Fall ist, müssen die Spesen durch Benützung unserer bereits arbeitenden Keren Hajcssodbüros und Palästinaämter auf ein Minimum beschränkt werden. Ich bin Kaufmann und weiß die Bedeutung von Spesen zu schätzen, und habe deshalb die Sache der Organisation vorgcschhgcn. Wenn gegenwärtig Bcschränkungen in Bezug auf Kapitalsabwanderung bestehen, so ist es eben Aufgabe der Executive, die Rcchtsbasis für das Geschäft mit den Regierungen zu schaffen." * Ad t haben wir zu bemerken, daß Reorganisation und Ausbau der Informationsstelle in Palästina allgemein gewünscht wird und sie auch nach dem Kongreß erfolgen wird. Die vorn deutschen Dclcgiertcntag, auf Anregung Dr. Siegfried Moses verlangten Wirtschaftsstcllcn in den Diasporaländcm, werden mit dieser Stelle korrespondieren. Ad 2. Die Frage, wie die Liquidation der Werte der nach Palästina gehenden Zionisten vor sich gehen soll, erfordert eine eingehendere Behandlung. Hierauf wird in der P. B, noch näher zurückgekommon werden. Eine Tagung der Jüdischen TabakpHanzergcnossenschaltei fand am 8. Mai statt, unter Teilnahme von Delegierten aller jüdischen Kolonien und Vertretern der loa. Herr Kraus berichtete, daß im letzten Jahre 2800 kg Tabak der Zentralstelle der Tabakpflanzergciiosscnschaft geliefert und au Brüder Maspero günstig verkauft wurden; die .Aussichten, für di6 Entwicklung sind sehr gut. Man schätzt, daß in diesem Jahr ungefähr 8000 Dunam in Judaa und 350 Dunam in Obergaliläa mit Tabak bepflanzt sein werden. Nach der Beratung wurde beschlossen, daß 1. wo immer Tabak gepflanzt wird, soll eine Zweigstelle ״ sc'*sc'la/* ®1•richtet UiRi ein Vertreter gewählt werden; 2. daß das Arbeitskoniitcc berechtigt wird, zwei Experten zu entsenden, die die Pflicht übernehmen, das Land zu bereisen und die Pflanzer zu belehren. Die Ica übernimmt die Kosten unter der Voraussetzung, daß die Pflanzer selbst mit höchstens 5 mm per Kilogramm Tabak sich daran beteiligen; 3. den Tabakptianzern werden 10 Piaster per Kilogramm vorgeschossen. Sic haben gegenwärtig 250 £ für jedes bepflanzte Dunam zu erhalten, den Rest bei Ablieferung des Tabaks an das Warenhaus der Gesellschaft; 4. das Komitee wird berechtigt, mit der Regierung wegen A! -dhub der Osciierzahlung bis zum Verkauf des Tabak* zu verhandeln.

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