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Jüdische Rundschau · 1923-07-13 · Heft 56 (13.7.1923) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 56 (13.7.1923)
Date
1923-07-13
Page
– (sequence 7)
Language
German
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1UEDISCHE RUNDSCHAU Seite 355 שים.״'; In itcj־. Keren |*.'ll <105 Ni ciit;-c'ibst cm, |n de!5! merk- Beier in >11 Ul',(i;bars!« erluupt •linen. lisch«!,;1e uns nc Vorf ח V'crsich Jon des |! Vcr- Innig en ernten 'her«!, Bienb:׳r dos I jc;1 ein I; Einer»!folidiert;|tje״enjiiicn für Anderer- (.Je ne|1e j j •üödcö tivienq- |11!s;1tl0rt zweigetan. Jf >1־I1 reu isatiois ab es a etwa lam in Areal wiit- ־,rjeil- 1 dpn e Pins mgreß dt.id er alles n des r Deich in!11, so nicht nicht ,ürfen : fest ngreß •mieri, diese 1er״ie laiulb.’Lts- oder Zeit 1 sie , die;51 iti״■ den ignet iurch und ilngc ״11111 u eilt die steierden jäach- ״')•׳־>} die, ver. un!/ 'irkvcrdas so )er- ,auf D iS tat fts- B״oerw :eil en. im kr er neh :11. «ff .r-!n IC id ii n,!r 1. n dadurch so weit als möglich unabhängig wm Markt und wn der Verfügung■ über flüssige Zahlungsmittel zu werden, ln Ejn-Clntrod ist ja sogar der Versuch unternommen worden, durch Einbeziehung 1011־ Handwerkern auch den Bedarf an liandwerklichen Produkten in der eigenen Wirtschaft zu befriedigen, um die Abhängigkeit vom äußeren Markt auf cj״ Minimum hmintcrzud rücken. Die Fragen, die diese bestehenden Betriebe im gegenbärtigen Augenblick außerdem bcseiüifügen und die in der nächsten Zeit ihre Lösung finden müssen, sind mannigfaltig: In manchen der alten Kwuzoth lei ict die Wirtschaft außercitlcntlich schwer unter dem bestehenden B-odciimangcL Die Kivtiza hat zum Teil nur ungenügende Flachen zur Vcr- {üfumg, die eine rationelle Bciricbsführung nicht gestalten. Manche der Kwuzoth, wie z. ü. Dagania C, haben sogar ilircn Boden räumen müssen, weil das Areal völlig 1111־ ״cniigend gewesen ist. So ist die Kvvuzah Dagania C mich Bjindjir überführt worden. Achnlichc Fragen bestehen aber auch an anderen Orten, wie Beer TowiaJi. Für diese Kwuzoih müssen zusätzliche Böden beschafft werden, damit sic ihre Petri;bc in der wünschenswerten Weise ausgestaiten körnen. Ebenso verlangt die Frage der Wasscraniagcn überall dort, 0■״ sie noch keine befriedigende Lösung gefunden hat, eine energische Inangriffnahme. ln dieser Beziehung ist auf Grund des Etats des Xll. Kongresses im Laufe der letzten beiden Jahre manches getan worden, sogar Chukla und Macliaiiajim, die unter schwierigen WasserverhäUnissen zu leiden hatten, sind bis zu einem gewissen Grade befriedigt worden. J«lenfalls muß an allen Orten, wo es noch nicht geschehen ist, die Wasscranlagc durchgcfiiltrt werden, die cs auf der einen Seite ermöglicht, z. B. den Gemiisebedarf der Kvvuzah zu decken, und auf der andern Sci.e eine Arbeitsciitlastung von!uii-ht geringer Bedeutung hcrbeiftilirt. Müssen doch in den Kwuzoth, die keine eigenen Wasseranlagen b.si zen, ständig einige Arbeitskräfte an Menschen und Arbci.säeren dafür eingesetzt werden, uni den Wasserbedarf der Kvvuzah zu decken. Darüber hinaus soiite man vielleicht gerade in der gegenwärtigen Stunde mit weiteren größeren Investitionen ziemlich zurückhaltend sein. Ein neuer Begleitumstand ist nämlieh eingetreten, der diese Haltung besonders notwendig maclu: das ist das Verhältnis zwischen den Preisen der Produktionsmittel für die landwirtschaftlichen Betriebe und den Preisen der landwirtsdiaftädicn Produkte selbst. Während die Preise für die landwirtschaftlichen Produkte in Palästina bcre.ts wieder auf das Friedensniveau zurückgcsuukcn sind, teilweise 80״ar noch etwas darunter liegen, haben sich die Preise für die Produktionsmittel (Ma-di.ueii, lebendes Inventar usvv.) auf der Höhe gehalten, die sic im Kriege erklommen haben. Die Amortisation dieser teueren Produktionsmittel belastet die Wirtschaftsrechnung der Betriebe sehr schwer. Während die Erträge unserer Betnebe nicht wesentlich über die priniiävcn Betriebe der Araber hinausgelicn, sind sie so׳ durch die Disharmonie, die hier angedcu.et wurde, um so schwerer belastet. Die Investition von Kapitalien in teuer zu kaufcnde, besonders die zu importierenden Pi'otlukt.omunittcl, sollte also gerade in der allernächsten Zeit auf ein mögliches Minimum eingeschränkt werden. Außerdem ist es die Frage des langfristigen Agrarlcrcdils, die die alten Betriebe intensiv »nicrcssiert. Diese frage ist weder durch die Gründung der städtischen Hypoflickenbank noch durch die Gründung der Arbeiterbank gelöst worden. Die Arbeiterbank hat zwar im letzten Jahre eine große Rolle für die Arbeitersiedlungen gespielt. Wenn ihre .V.i.td auch sehr beschränkt waren, so hatte sie diese Mittel doch vollständig auf die Arbeitskokmisation konzentriert und hat so außerordentlich nüSz'ich werden können, in diesem einen Jahre hat die Arbeiterbank mehr als 50 003 •C an Krc.'i en den laiul wlris.lnft.ichcn Arbeitersiedlungen gegeben. Naturgemäß konnte sie aber nur beschränkte und nur kurz׳ fristige Kredite geben und konnte so eine wichtige Frage nicht lösen. Gerade die Schulden, die in nicht unwesentlieber Höhe von der Vergangenheit 11er auf den Betrieben lasten, di; zum Teil auch keine normalen Bankschulden, sondern Wucherschuldcn an jüdische und arabsdie private Geldgeber darsteilcn, sind es ja, die besonders schwer drücke״ 1•״., a;״ Hi״ R.'-nt.ihit/t.it der Betriebe U11mä״hd1 Monate zu produzieren und auch den Futtcrbednrf des Arbeitsviehs bis zu einem gewissen Maße zu befriedigen. Er deckte den ganzen Gcniüsebeilarf durch systematischen und großzügigen Anbau, so daß ein Uebersdhuuprodukt noch auf den Markt geliefert werden konnte. Im Verkauf kurzer Frist richteten die Genossen von Nahalal ihre Milchwirtschaft und Geflügelzucht so weit ein, daß sie ihren Bedarf an di;:sen Produkten völlig selbständig decken konnten. Selbstverständlich ist die Weiterentwicklung dieser Betriebe nur in einem langsamen und organischen Entwicklungsprozeß möglich. Nicht nur in Palästina, sondern in jedem neuen Sicdlungsland ist cs umlenkbar, daß vielseitige und reich entwickelte landwirtschaftliche Betriebe in aller Plötz khkeit aus dem Boden schießen. Wie stark di> palästinensischen Arbeiter sich an diese kolonisatorischen Grundgedanken gewöhnt haben, zeigt in den neuen Emck-Si״<llu11gcn z, B. die Frage der Bauteil. In den Siedlungen, in denen wie im Gdud die Mehrheit der Genossen aus jungen und unverheirateten Menschen lv'stand, ist die Frage der Aufrichtung massiver Wohngebäude angesichts der finanziellen Schwierigkeiten überhaupt nicht R und die teilweise die Rentabilität der Betriebe unmöglich macht:». Diese Schulden können nur mit Hilfe von stabilem, langfristigem Agrarhankkredit abgc leckt werden. Dazu ist die Schaffung eines Kreditinstituts vonnöten, das imstande ist dem alten Betrieb Kredite auf vier bis fünf Jahre zu geben. Mit Hilfe dieses Instituts können dann natürlich auch alle die Verbesserungen getroffen werden, die diese Betii;he erfordern, um zu ihrer endgültigen Konsolidierung zu gelangen, ״ . , im c.1p־cn Rahmen dieser bestehenden Betnebe spielte sich nun Ws zum Jahre 1921 die ganze •nationale Arbeitsko'.miisation in der Landwirtschaft ab. Das starke Streben nach einer Erweiterung dieser Siedlungstätigkcit und nach einer Einbeziehung von größeren Arbciterzahlcn in die!andwirtschaftliche Kolonisation hatte keine Möglichkeit, sich in die Wirklichkeit umzusetzen. Audi diejenigen neuen Siedlungsvcrsuclie, die nadi dem Kriege entstanden waren, wie die obcrgalikiisehen Kwuzoth. Dagania B und C, Har Kincrelli, Dilb ״sw., waren aus Bodenmangel ungeeignet größere Teile der neuen Alijah in sich nutz;!׳nehmen und __ in , die naläsiiacnsiSeite Landwirtschaft zu überführen. Dicsc_Situation änderte sich erst mit den großen Boden kaufen im Emek, die einen breiten Riegel fruchtbarer Erde auf der Grenze von Schomrom und Cialil in jüdisdie Hand legten. V011 diesen Bodenkäufen ging eine starke und wertvolle Belebung der neuen landwirtschaftlichen Kolonisation aus. Einerseits wurde dadurch die Möglichkeit gegeben, Hunderte von neuen Oliin in die Umiwirisdiaft eümtreihen, andererseits wurde die Perspektive eröffnet, endlich wieder an die Schaffung neuer Siedlungen licranzugehen. So wurden im Emek die beiden neuen Mosdhawe Ondim geschaffen, deren Genossen sich sdion lange der Vorbereitung für diese neue Arbeit und Lebensform, gewidmet hatten, ln diesen Siedlungen wurde die Elite der landwirtschaftlichen Arbeiterschaft Palästinas konzentriert, die 1m Laufe der letzten fünfzehn Jahre herangewachsen ist. Starke und bcrecluigte Hoffnungen sind mit diesem Typus des Moschaw verknüpft. Durch dem Gdud wurde nach dem Plan von Lewkovvitcli die große Kwuzah geschaffen, die Hunderte der neuen Chaluziin zusammen mit einigen׳ alten erfahrenen Arbeitern in sich vereinigt, auf der gemeinsamen Grundlage von Landwirtschaft und Handwerk, ׳die den ganzen Eigenbedarf des Betriebes in kommunistischer Form befriedigen soll. Es sind auch einige neue ״kleine Kwuzoth“ geschaffen worden, die in Giwa und Djmdiif angcsiedclt wurden, Und einige kleinere Moschawim, wie Balfouna und Enchaj. Auf diese Weise ist die Ausdehnung־ der landwirtschaftlichen Produkfionssphäre auf der Grundlage der jüdischen Arbeit vor sich gegangen, von der wir oben gesprochen haben. Die Produktionspoiitik dieser neuen Siedlungen war von Anfang an darauf eingestellt, daß mit Hilfe der Kapitalien, die die neuen Siedlungspunkte zur Verfügung cnucltcn, diejenigen Wirtschaftszweige entfaltet wurden, die einerseits zur dauernden Grundlage der Wirlsclinfctührung der Betnclje werden konnten, andererseits in möglichst kurzer Frist Wirtschaftsrcsultatc erwarten lassen. Dieses _ Ziel ist von den neuen Emek-Positionen bis zu einem gewissen Maße erreicht Worden. Nach den Berichten der landwirtschaftlichen Am beitcrorganisationon hat der Gdud für seine 350 Genossen 5 1, > < . . . ‘ .Ui hu• .י o. /'Ti r cstellt worden. Zelt und Baracke ersetzen dort noch immer las feste und dauernde Wohnhaus. Aber auch in den Moschawim, i1׳ denen beinahe ausschließlich Familien mit rau und Kindern angcsicdclt werden, hat man den Bau der Wohngebäud׳' zu1!׳ großen Teil noch zurückgestellt. Dagegen ist überall auf den Bau massiver Viehstä le von Anfang au entscheidender Wert gelegt worden. Mi; Hilfe von Kre.li.cn an Geld und Baumaterial ist in den neuen 'uedhingen die Errichtung der Vichställc zumeist in Eisenbetonbau durchgeführt worden. In dieser Weise hat die palästincnsisclic Wirklichkeit die Frage des full equipment auf ihre Art gelost. In der Tat ist das, was die neuen Siedlungen für den Beginn ihrer Wirtschaftsführung an Kapital und Inventar mitbekommen haben, durch die Not auf ein Minitnum reduziert worden. Insofern hat auch der Bericht der Reorganisationskonimission Julius Simon •de Lieme in dieser Frage recht gehabt, wie es überhaupt itimcr deutlicher wird, daß durch eine sachliche Klärung der von diesem Bericht angeschnittenen Fragen manches Wertvolle für unsere Kolonisati.uispolifik hätte erreicht werden können. Audi in den Fragen, in denen die Berichterstatter unserer Meinung nach in schweren Iirtümem befangen sind, hätte jedenfalls eine sachliche Erörterung der Probleme weiter geführt als die unbegreifliche Feindseligkeit, mit der diese Arbeit abgetan worden ist. Selbstverständlich leiden die nette״ Betriebe unter der Finanzuot sehr schwer. Wenn inan für Nahal 1, wo auf sumpfigem Terrain S5 Familien angesedrit werden sollten, für die ersten zwei Jahre ■10 003 £ veranschlagt hat, von denen im ersten aus Keren Hajessod-Miitcln nur 7500 und aus Krediten nur noch weitere 1500 £ hiiizugckommen sind, so wird man verstehen, was diese Tatsachen nicht nur für die Lehensführung der Arbeiter, sondern auch für die wirtsebafiiidie Weiterentwicklung der Betriebe bedeuten. Für Nahalal, das bekanntlich auf i.Klivklualwirtsdtaftlichcm Prinzip aufgebaut ist, waren 175 Stück Arbcirsvich vorgesehen. Vor einigen Monaten waren erst •nicht mehr als 28 Stück vor• haiuien. Fis ist das eine Situation, die nicht nur im Augeniiiick die Wirtschaftsführung der neuen Siedlung schwer bc■ lastet, sondern auch ihre zuküiiLigc Weiterentwicklung viel• leicht schon im Keim gefährdet. Monate hindurch sind die neuen Siedlungen im Emek ohne finaiizielie Unterstützung geblieben, die es ihnen ermöglicht hätte, planmäßig ihre Wirtschaft aufzubatien. Monate hindurch war sogar die Möglichkeit der Weiterarbeit in den neuen Siedlungen in Frage gestellt. Wenn dennoch diese Posi ionen sich gehalten haben und wenn sogar trotz allem ein großer Teil der programmäßig vorgesehenen Arbeiten verwirklicht worden ist und das wenige Gekl, das den Betrieben zur Verfügung gestellt wurde, fast durchweg produktiv angelegt und In Form von Sachwerten, Gebäuden, Inventar, Produktions• mittcln, erhalten wurde, 90 sind1 diese unzweifelhaft wichtigen Erfolge einzig und allein der fast übermenschlichen Anstrengung zu verdanken, mit der die Arbeiter dieser Sied■ lungcii auch unter den aUerschwerslcn Bedingungen aus׳ gehalten iiabcn. Was Fiese neuen Sicd'ungen anbetrifft, so müssen sic in der nächsten Zeit noch diejenige Unterstützung erhalten, die ihren gesunden, ökonomischen Start sichert. Es muß ihnen die Möglichkeit gegeben werden, ihre Betriebe so zu fundieren, daß sie in möglichst kurzer Zeit zur vollständigen ökonomischen Unabhängigkeit gelangen können. Es ist das auch die einzige Hilfe, die unsere Genossen in den Emek• Siedlungen von uns erwarten. Um die Erreichung dieses Zieles zu ermöglichen, muß auf dem XIII. Kongreß vor allem das neue Palästina-Budget derart aufgebaut werden, daß die Befriedigung dieser eiementaren Bedürfnisse unserer Kolonisation auf jeden Fall gesichert wird. Vor allen Dingen muß, wennschon nicht die ausdrückliche Priorität dieser Ausgaben, dann wenigstens die einmal angenommene Pro* portion der Verteilung der vorhandenen Mittel Vif die verschiedenen zionistischen Tätigkeitsgebiete im Lande ganz strikt und genau cingchnltcn werden. Es geht nicht an, daß gerade die landwirtschaftliche Kolonisation, wie es mehrfach im Laufe der beiden letzten Jahre geschehen ist, über die beschlossene Proportion hinaus verkürzt und ihre Arbeitsmögiiehkeit beschränkt wird, während andere Zweige, au deren Wichtigkeit an und für stell selbstverständlich nidit gczwcifclt werden soll, wie die Erziehungsarbeit und die sanitäre Arbeit, vollständig berücksichtigt worden sind. Mindestens die feste Proportionalität im Ausgabencta muß zugunsen der landwirtschaftlichen Kolonisation genau cingchaltcn werden. Außerdem müssen Mittel und Wege gefunden werden,41m nicht nur die fest bestimmte sondern auch die zeitlich exakte Bereitstellung der Mittel für die landwirtschaftliche Ko'.onisation zu sichern, Die Verspätung der Eingänge, die sich im Keren Hajessod beinahe allmonatlich eingestellt hat und die Unbestimmtheit der zu erwartenden verfügbaren Mittel *naben häufig jede klare Disposition über die Mittel un׳ möglich gemacht und eine andauernde Rcvidicrung des Wirt■ sdiaftsplans zur Folge gehabt. Beschränkte Mittel, die zeitlich Entwicklung im Lande auch; die feste wirtschaftlidi-kolon»• satorisclte Ansetzung von einigen Hunderten neuer Arbeiter- Siedlern ein ökonomisch und politisch sehr bedeutender Wert. Wieviel Zuversicht, wieviel Mut und Schaffenskraft hat der jüdische Jscliuw in den le>z;cn Jahren aus unserer ״neuen Emck-Arbi'it geschöpft 1 Ein Aufatmen ging durch die palästincnsiscbc Judenncit, als die ersten Chawerim das Neu- Lind in Malul besetzten, um au der Stelle, wo heute Nahalal gebaut wird, mit den vorbereitenden Okkupation* u-nd Aufschlicßunjjsarb iten zu beginn!•,en. Die Zentrale der iand- Wirtschaft.idien Arbeiter hat für die Ncukolonisation, die wir nach dem Xiil, Kongreß dttrehzuführen haben, ein Minimum von 85— ICO ־-י. auf den Siedler für das erste Jahr als erforderlich b־׳z ich »et. \uch in dieser Forderung kommt das angespannte Bestreben der Arbeiterschaft zum Ausdruck, ihre Bedürfnisse und das Equipment ihrer Betriebe dca heute gegebenen finanziellen '.logl.ehkcitcn anzupr-ssen, indem *ic ihre Forderungen bis auls äußerste einschräuken. Nadi diesem Voranschlag wären also uii uksiens 50 030 £ für die Zwecke der Ncukolonisation im nächsten Jahre bereitzustclien. Vielleicht gehören in den Zusammenhang' unseres Aktionsprogramras der Neukokmisa.ion auch die Vorschläge und Pläne, die eine ganz spezielle neue Sonderform der Siedlung zum Ziel haben. Ich meine die Vorseiiläge, die darauf abzielen, ,die Existenzfrage der städtischen Arbeiterschaft durch die Gründung der sogenannten ״Schchunoth OvvJim“ ihrer Lösung entgegcnzufiihrcn. Um einerseits die wirtschaf. iche Existenz der Jtäd.is.hen Arbeiter nach Möglichkeit zu stabiiisicrcn, ihnen für die Zeiten ökonomischer Depression und die Perioden der Arbeitslosigkeit einen möglichst starken Rückhalt zu bieten; um andererseits unserer städtischen Arbeitersdiaft, di; zinn größten Teil mit einem ausgesprochenen Willen zur landwirtschaltliclicn Arbeit, teilweise auch mit einer landwirtschaftlichen Vorbildung ins Land gekommen ist, unter den gegenwärtigen Bedingungen, die ihre völlige Ucberfülirung in die Landwirtschaft nicht gestatten, wenigstens einen Ersatz zu schaffen; um endlich auch zur Uebcrbrückung der Kluft beizutragen, die sieb infolge der Entwicklung der letzten Zeit auch in Palästina zwischen dem werktätigen lischuw in Stadt und Land stufzutun droht, sollen am Rande der Städte Klein- Siedlungen für die Arbeiter gesdiaffcn werden, deren gewohnliche Tätigkeit sie an die Stadt fesselt. Die Kapitalerfordernisäe, die diese Kleinsiedlungen verlangen, sind nach dem Entwurf 'des Misrad d'Auodoth Ziburioth, von dem der Plan ausgeht, auf ganz geringfügige Summen beschränkt worden. Zudem sollen die dafür notwendgien Mittel den Siedlern als Darlehen gegeben werden, die sic im Laufe langer ITis.^.i in relativ kleinen Raten abzahlen können. Obwonl mit dieser Zwisdienform die weitere Frage der ganzlicher Ueberlührung der dritten Alijah in die Landwirtschaft nicht gelöst werden kann — der Vorschlag verfolgt gar nicht di-ses Ziel — liegt hier dodi vielleicht eine wertvolle Hilfsmög i.hkeit. Die Nähe des jii.lisdicn Markles, an dessen Rand diese balblandwirtschaftlichcn Arbcitssicdlnngen angelegt werden sollen, kann wahrscheinlich auch dazu beitragen, ihre ökonomische Basis zu festigen. Daß die Zukunft unserer Kolonisation mit der Lösung einiger sehr komplizierter wirisdiaflspoliiischcr ProbRmc zusammenhängt, mite in diesem Referat des ferneren gezeigt werden. Von ihnen stdien zwei besonders im Vordergrund. Das eine bezieht sieh mehr auf den einzelnen jüdischen Wirfsebaftsbetrieb in Palästina als solchen und rückt das Verhältnis von Erträgen und Kosten in den Mittelpunkt der Betrachtung. Das andere bezieht sldi mehr auf den palästincnsich-jüdlschen Jischuw als ganzen und untersudit das Verhältnis von Produkiionskraft und Verzehr, wie cs sidi in den Zahlen der paläsiinensisch-jfsdischcn Handelst .Irniz und den Proportionen von Export und Import äußert. Di; Lösung dieser Probleme ist wiederum von einer Reihe von Maßnahmen abhängig, deren Durchführung nur im Rahmen einer konsequenten Landcswirtschaftspolitik — man denke vor allem an 31e Fragen der Zollreform, der Währungsreform und der Steuerreforui — denkbar ist. Auch diese Maßnahmen sollten hier erörtert werden. Es saite 1 auch Gr; zen g zeigt werden, .L u.r Wirksamkeit dieser Maßnahmen unter den heute obwaltenden Umständen gesetzt sind, um unbegründeten illu* sionen, die sidi auch hier wieder breit machen wollen, vorzubeugen. Aber es ist zu befürchten, daß eine Erörterung aller ei ser Probleme das Referat allzustark belasten würde. Sdu;ßcn wir also ab. In einem der Briefe, die vor einigen Wochen aus dein Nachlaß von Jos.f Chajtm Brenner ver• öffentlicht worden sind, schreibt er an einen andern der großen Toten, an Midva Josef Berdiczewski. In diesem Brief säiiklert Brenner in wenigen Worten die Lage in Palästina. Er zweifilt daran, ob die Juden der Gegenwart die Kraft besiizen werden, um allen Schwierigkeiten zum Trotz das Kolonisationswcrk zu leisten. Diese Zweifel sind begründet und unbegründet z1׳- gleich. Das jüdische Siedlungswerk ist noch nicht über dcu Berg. Wir können noch nicht sagen, daß wir den sicheren Weg gefunden haben, auf dem wir bequem und mühelos dem Ziel zustreben können. Aber iter jüdische Arbeiter setzt unentwegt sein zähes Ringen um die Lebens• und Wirtschaft.;• formen des produktiven indischen Jischuw fort. Schritt für Schritt sucht er, allen Entbehrungen trozend, den der Siedlung feindlichen Mächten Baien ahzugewinnen. Die zionistische Bewegung hat keine andere Pflicht, als ihn in diesem Kampfe nach Kräften zu unterstützen. Ein sozlalwhlsdwffffdier Ausschuß für Palästina Eine Schöpfung der Palestine Economic Society. Von Dr. Alphons I. AIony (Sußn i t zk i). Fassen wir, meine Herren, das Ergebnis der beiden Abende, an ednen wir jedesmal weit über drei Stunden ver• handelten, zusammen, so finden wir schärfsten Antagonismus auf der ganzen Linie. Nicht bloß in prinzipiellen Punkten, wobei es sich im tiefsten Grunde um ein ״Credo“ handelt, genau cinlaufen_und'den Betrieben ein klares Aktionsprogramm I dein mit logischen Kategorien allein nicht beizukommen ist gestatten, sind in dieser Beziehung günstiger als große, aber | Selbst bei Erörterung eminent praktischer Fragen sind die Raten ungelöste Verpflidiunsichere und in unbestimmten tungen. Darüber (hinaus müssen die verfügbaren Mittel für die schrittweise vorzimehmendc Erweiterung unserer Lindwirtschaftlichcn Kolonisation und die Neuschaffung von Sied- Iungcu eingesetzt werden. Der Etat, den die Zentrale der landwirtscltafüichea Arbeiter für das Jahr 1923-24 ausgearbeitet hat und der sidi auf 150 000 £ beläuft, sieht neben den notwendigen Zuwendungen an die bestehenden Betriebe und neben sonstigen Ausgaben, wie der Fundierung der JemenitensieJIungen, der Anlage von Arbdterküchcn in den Kolonien, auch eine 801 die Erweiterung der Neukoioni sation vor. Im midisten Jahr sollen selbst unter der Voraussetzung der beschränkten Mittel, über die wir zurzeit verfügen, mindestens einige Hunderte neuer Siedler in die Landwirtschaft übergeführt wenden, um dort ihre dauernde Existenz zu begründen. Wird diese Erweiterung der Neukolonisafion, die Sduffung neuer Arbeitssiedlungen, verschiedensten Ansichten zutage getreten. So meinte der eine, die Chalukkapcriode, jenes ״Idyll“, bei dem nicht gerechnet zu werden brauchte, sei endgültig vorbei; wir müßten nunmehr danach trachten, alle unsere Arbeiten von einem rein kaufmännischen Gesichtspunkt zu behandeln. Demgegenüber wurde von anderer Seite die Auffassung vertreten, daß es bei dem sogenannten Chalukkaidyll noch Jahrzehnte bleiben würde und bleiben müßte. Wollten wir schon jetzt alle unsere Arbeiten auf die Rentabilitätsberechnung einstellen, dann würden wir dadurch gezwungen sein, vielleicht den besten Teil unserer Hoffnungen preiszugeben. Für den einen besteht augenblicklich in Palästina nur eine ״jüdische“ Wirtschaffskrisis; während andererseits behauptet wurde, daß der Araber gegenwärtig nicht weniger ökonomisch leidet als der Jude. Als eigentliche Ursache der jetzigen schwierigen Lage erscheint dem einen die starke Einwanderung, die in H*; Ff •« -iy: ׳31;';ui!. .1 1, ־. 5 ... >11־־1״v111111 ____ . in der allernächsten Zeit auch einen bestimmten relativ engen j einem kurzen Zeitraum die jüdische Bevölkerung um rund berrits^a^erstem ״Jahre ~e» erreichV Brotgetreide für sechs Rahmen nicht überschreitea könnnen, so ist doch für unsere 30 «A. vermehrt hat. Im Gegensatz dazu wurde von anderer 1

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