Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 56 (13.7.1923)
- Date
- 1923-07-13
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 351 Kr. 56 tet, ׳rüber '1 Sr '■!j/ i 1 יף •״'• ***י’S ... ■w o «־i V*,..- v>^# *-ך ך,־״• ךיך j <~J* X>i -יי^ ^4*L״X ג/זץ י!\\ k-ail ׳!> *li 4L .)»•יי,"" •יי"׳ י w ■Mi >11 ~ä ן—., s ein :teten r «»- nicht e *»- גי־ו in 0 wir ׳rauch sie in iahen, [eben, Enganate einen angen n er• Enc hrced auch ewish AntirtBdit tu er r die Ulfen iendc 1. D.1 hrend JPeisc den eines klärt: tions- »che 1 das inrv e oi idung »ro- »rauf- »nel » ^'e pnem?• und .ס rd Lord 4IJIi0t, fasse : Jfibt (Wits Berte *! die ■;C1c- »iniskomjung MKS *ti״c üttär :eine Einrisse; ßca z« fcen «ind ■hin״ iire .kc- :' Sir?Pa- #ß er lerer fcl5,?Pa- |en Ich k ,י1׳ |Pa- % lind Ion, Cor-!au,;|ere | »J»?wird fe.'- (Fortsetzung aus der vorigen Nummer.) IV. Der Jüdische Nationaifonds 1 Der Jüdische Nationalfonds muß als die Ergänzung des ,[־ercu Hajessod angesehen werden. Der Nation,־!Uonds vor• kl״fit den Boden, der Keren I lajessod errichtet den Ucbeibau. Pirse heulen Fonds sind erforderlich, tun die. Fundamente de» nationalen Heimes zu legen. Daher muß die Zionistische pfcrniisalion den gleichen Fiter und das gleiche Interesse für die“Entwicklung beider Fonds zeigen, .Es muß der jüdischen Ocffentlichkcit klar gemacht werden, daß, je mehr Geld der N'aiionalfoiids sammelt, desto mehr Boden für nationale Zwecke |n jüdischen Besitz kommt; je mehr Geld der Keren Hajessod kininiclt, desto, größer wird die Ansiedlung von Juden auf dem Boden sein, desto reicher wird das Äusstattungskapital de! künftigen jüdischen Nation,־illtciins. Wir empfehlen daher, daß der Jüdische Nationalfonds «hie unabhängige Tätigkeit entfaltet, gesondert vom Keren llajcssod, und daß die Zionisten verpflichtet sind, mit verdoppelter Anstrengung für die Auslösung des Bodens von Ercz-Isracl durch das ganze jüdische Volk zu arbeiten. Mit Rücksicht auf die Schwierigkeiten, auf die der jüdische Nationaifonds infolge des Umstandes gestoßen ist, daß der Eindruck entstanden war, daß der Keren Hajessod den Nationalfonds in sein Budget eiiigeschlossen hat, empfehlen wir, daß von mm an der Nationaifonds aus dem Budget des Keren Hajessod ausgeschlossen wird Es soll jedoch ein Weg gefunden werden, um den Nationalfonds für die bereits entstandenen Rückstände zu entschädigen, und die Campagnes für den Nationaifonds und den Keren Hajessod sollen mit Berücksichtigung der Rechte beider Fonds eingerichtet werden, V. The Palestine Land Development Company Es besteht ein starkes Interesse von Einzelpersonen, den Boden Palästinas auszulösen. Viele Juden wünschen auf ihren eigenen .Namen Fand in Palästina zu kaufen, ln der Regel haben diese Käufer eine unbestimmte Hoffnung, den Boden in einer fernen Zukunft für ihre eigenen Zwecke zu verwerten. Manche glauben, daß solcher Boden dazu dienen kann, ihre Angehörigen in Osteuropa anzusiedeln. Die große Mehrheit aber befriedigt einfach auf diese Weise ihren Wunsch, an der Befreiung des Landes unmittelbar icilzunehmen. Dieses Gefühl muß zugunsten Palästinas ausgenützt werden, stets unter der Voraussetzung, daß dadurch nicht der Beitrag für den Keren Hajessod und den Nationaifonds beeinträchtigt .werden. Viel von dem so erworbenen Boden wird wahrscheinlich eventuell an den Nationaifonds oder die Zionistische Organisation zurückfallen, um schließlich an einen Siedler übertragen zu werden. Ei ist jedoch von Wichtigkeit, daß der Verkauf von Boden än Einzelpersonen nicht durch eine Mehrheit von Verkaufsstellen erfolgen darf. Das Element der Spekulation und des Profits •oll beim Bodenkauf in Palästina ausgcschaltet werden. Wir empfehlen daher, daß die Palestine Land Dcvdopmeut Comp, von der Zionistischen Organisation als die ausschließliche Stelle für den Kauf und Verkauf von Boden an Einzelpersonen anerkannt wird und daß die P. L D. C. Verkaufsbüros in allen Ländern, in denen derartige Käufe; möglich sind, errichtet. VL Die Funktion des Jcwisli Colonial Trust!.Individuelle Kapitalsanlagen. Nach unserer Auffassung von den Aufgaben des Koren Hajessod fallen nicht alle möglichen Verwertungen von Kapital für den Aufbau Palästinas in sein Machtbereich und dürfen es auch nicht. Sein Zweck ist die Beschaffung der Mittel, die zur Mithilfe bei einem wesentlichen Teil der ökonomischen Fundierung Palästinas notwendig sind, Nur im Notfälle dringt der Keren Hajessod auch in die sekundären ökonomischen Prozesse ein. Aber die Zionistische Organisation muß andere Mittel und Wege finden, um das für industrielle, kommerzielle und finanzielle Zwecke erforderliche Kapital zu beschaffen. Durch Finanzinsfrumente, die hauptsächlich vom Jewish Colonial Trust geschaffen werden sollen, muß das private Kapital des jüdischen Volkes für Anlagezwecke angcsammelt werden. י Ursprünglich war der J. C. T. so gedacht, daß er nadi Scnaffung der politischen Bedingungen selbst die Ansiedlung von Juden in Palästina in die Hand nehmen sollte, aber er hat bisher fast ausschließlich auf dem Gebiete des Kreditwesens gearbeitet. Er hat noch eine Funktion zu erfüllen in der Förderung finanzieller Unternehmungen von Anlagecharakter |״Investmcntcharacter“). Das nationale Kapital wird angcsammelt im Keren Hajessod tad im Nationaifonds und zwar die flüssige Form im Keren Hajessod, das Kapital für einen bestimmten Zweck (Boden-! kauf) im Nationaifonds, Der J. C, T, muß nun der Schöpfer | Von Hilfsgescllsciiaften oder unabhängigen Gesellschaften werj den, die mit der Entwicklung des kommerziellen und finanziellen Lebens des jüdischen Palästina beschäftigt sind. Er muß die I Schaffung von Kreditinstituten und finanziellen Instituten und solchen ökonomischen Unternehmungen großen Stils fördern, i (‘lc ihrem Zwecke nach als halböffentlich angesehen werden I können. Die Mittel hierfür sind durch private Subskriptionen j a.llf der Basis eines Investments zu beschaffen, wobei jede ‘ unreine Unternehmung als besondere Institution errichtet! Werden soll.? Der J. C. T. ist das Muttcrinstifirt der Anglo Palestine ßanfe, der Allgemeinen Hypothekenbank und der Arbcitcrbank. I Er ist auch interessiert an der Ru dien berg-Konzession, Die! Hafcnproduktc in Palästina werden die Beteiligung jüdisch eit Kapitals erfordern. Um das System der bereits bestehenden j Kreditinstitute zu ergänzen, wird der J. C. T. gezwungen sein, J 2חף Industriebau!{ für langfristige Kredite zu schaffen, an der I ®eh der Keren Hajessod, gemäß Beschluß des Zionisten- I Kongresses, teiizunehmen berechtigt ist. 1 . Es wäre ein Irrtum, wollten wir der Zionistischen Organi- : Kition die Sammlung des Kapitals für diese Unternehmungen | 4״ibürden. Bei der Sammlung nationaler Kapitalien, die | 11;kh den Prinzipien und Methoden der zionistischen Ideale 1 voäcndet werden, ist die Zionistische Organisation •unersetzlich. 1 *■־je Privatkanitalien aber, die für Investments auf streng gci Jfoäftl.idicr Basis verwendet werden sollen, müssen von andern j {ur diesen Zweck geschaffenen Stellen gesammelt werden. ן Andere Methoden müssen angewandt werden, eine spezielle ■׳) Dopaganda muß durcligcfüJirt werden, die in der. Regel die j *lonistische Organisation selbst durch ihre Stellen nicht so »j Pt führen kann. 1 ״■■״. P‘c Aufgabe, die envähnten Fimnzinstnimcntc zu schaffen, j 'du dem J. C. T. zu. Zweifellos kann die Zibuistisdfe Organij ®"»n dabei helfen, in dem sie durch ihre allgemeine Pro- P5ga11da den Hintergrund schafft, der für Invcstmcntzwcckc erforderlich ist, Audi werden alle zionistischen Stellen zwcifellos in der Lage sein, den Verkauf von Shares des J.C.T.. der 1 lypothekciibank, der ht־.h1sf.»!bank, der Arbeiterbank und der P.L.U.C. zu fördern. Aber um das Vertrauen des jüdi scheu Volke«; ztf gewinnen und Erfolg zu haben, müssen v. ir solche Unternehmungen nach finanziellen Methoden und durch entsprechende Agenturen cinrieilten. Die .reine Form von Etnissionsgcsdlschaften soll eingpführt werden. Wir dürfen nicht die Zionistische Organisation direkt mit VcraiKwortlichkcitcn belasten, von denen wir im voraus wissen, daß sie sie nicht tragen kann. Die richtige Entwicklung dieser Institute erfordert mir die Schaffung des Hintergrundes, auf dem das freie 'Spiel von Wertpapieren, die gesunde Geschäftsiintcnielimuiigcn repräsentieren, möglich wird. 2. Mantclg cSeilschaft ,und Emission 8stellen. Beim Verkauf von Wertpapieren aus Palästina wurde die Erfahrung gemacht, daß einem breiten Verkauf ein ernstes Hindernis ciitgegenstcht. Die Wertpapiere werden im allgemeinen von den Banken nicht belieben. Sie können auch nicht im Notfall wieder verkauft werden. Sie haben keinen greifbaren Marktwert. Die Leute tragen Bedenken, solche Bonds oder Papiere zu kaufen, wenn auch noch so vorteilhafte Bedingungen geboten sind, aus dem Grunde, weil das so angelegte Geld dadurch unbeweglich wird. Wenn der Käufer saldier Papiere wüßte, daß sie ah Depositen in den Banken angenommen und belieben werden oder unter bestimmten Umständen zu einem angemessenen Preise zurückgekauft werden, dann würde diese wichtige Form der Ent- Wicklung in Palästina ein gänzlich anderes Gesicht bekommen. Schon jetzt gibt es in Palästina eine Reihe von Untcrnchniungen, die einer Prüfung vom kaufmännischen Standpunkt stnmihahen. Die Anlage kann bei ihnen schon heute als völlig sicher angesehen werden und wird eine entsprechend festgesetzte Dividende •haben. Solche sind Hypotheken auf städtischem Boden, Anleihen der jüdischen Munizipalitäten, Aktien der Banken und Handelsgesellschaften, die Pfandbriefe der allgemeinen Hypothekenbank, die Aktien der A.P.C., des J.C.T. und der P.LD.C. Um diese offenbaren Nachteile zu überwinden, empfehlen wir, daß die Zionistische Organisation durch den Jewish Colonial Trust die Oründurtg von Investment-Banken mit ausreichendem Kapital in jedem Land fördert, die die Bonds, Shares und anderen Papiere beleihen und mit ihrer finanziellen Reserve allgemein die aus Palästina kommenden Wertpapiere decken. Die Gründung solcher Banken würde sofort einen Markt für den Verkauf palästinensischer Papiere schaffen und einen beträchtlichen Betrag von Jüdischem Privatkapital nach Pa■ lästina bringen. hat, das die Führung in der Renaissance des Jüdischen Lebens übernimmt. Die Zionistische Organisation mit ihren Uebcrlicfcrungcn und Methoden bleibt aufrecht, solange, bis das jüdische Palästina sie ersetzt. Das Exekutivkomitee: Louis Lipsky, Louis Topki 8, Ilerman Conbeim, Abraham G o ld h e r g , Boris Grabelsky, Emnnuct Neu mann, Louis Ro bi so n , Morris Rot heuberg, Jacob Siegel. VII. Die Funktion der Zionistischen Organisation Wir stärken die Zionistische Organisation, Indem wir das Gebiet ihrer gegenwärtigen Tätigkeit und da9 Maß ihrer direkten Verantwortung beschränken. Die Zionistische Organisation wird geschwächt durch eine leichtsinnige Ucber■ nähme von Pflichten, die bei weitem die Kraft übersteigen, die wir von ihr erwarten können. Die Zionistische Organi■ sation ist verantwortlich nur für die Errichtung und Er׳ Fällung des Keren Hajessod und des jüdischen Nationaifonds, Wir sind die Sammler des Geldes vom jüdischen Volk, das die Fundamente des jüdisch-nationalen Heims tu legen bc״ stimmt ist. Wir sind■־die treibende Kraft dieser beiden Fonds, Wir machen die Propaganda für die Ideale, die sic verkörpern Wir erstreben dabo, das Zusammenwirken aller Juden, Zi■ onisten und Nichtzionisten. Wir fordern alle Juden auf, ihre Beiträge zu leisten, Opfer zu bringen. Aber die Sammlung der Gelder und die Entwicklung der in den Fonds verkörperten Ideen ist Sache der Zionistischen Organisation. Wir sind cs, die. der Entwicklung des jüdischen Nationaibcwußtscins. das für die Erweckung des Oeistes der Opicrbcrcitscliaft erforderlich ist, Festigkeit und Dauer geben. Es ist auch Sache der Zionistischen Organisation, das private Interesse am industriellen und kommerziellen Fortschritt in Palästina anzuregefl. Obwohl das Kapital für die vom J.C.T. zu schaffenden Institute durch gesunde geschäftliehe Methoden beschafft werden soll, Ist es Pflicht der Zionistischen Organisation, durch ihre Propaganda die jüdi sehe Welt zu beeinflussen und sie so zugunsten der palästincnsischcn Anlagcwcrte zu interessieren. Es ist Aufgabe der Zionistischen Organisation, das individuelle Interesse zu erregen, welches Menschen von Mitteln und idealistischer Gesinnung dazu veranlaßt, ihr eigenes Vermögen mit der Zukunft Palästinas zu verbinden. Unsere Propaganda muß so geleitet sein, daß sie in jedem einzelnen Menschen das starke Verlangen weckt, selbst ein Teil des neuen Lebens zu sein, das in Palästina geschaffen wird. Metrie, mehr als je, wird sich die Zionistische Organisation der Entwicklung einer starken Propaganda für ztonistische Ideale in allen Ländern, wo es Juden gibt, widmen und praktische und idcelc Hilfe für unsere Leistungen in Palästina Schaffen müssen. Es ist unsere Pflicht, die jüdische Jugend mit zionistischen Idealen zu erfüllen und sie durch unsere Erziehungsarbeit für die Uebernahmc der Last, unsere Arbeit forizusetzen, vorzuberciten. Diese ganze Tätigkeit in der Diaspora, die auf die Schaffung von Verknüpfungen zur St ärkung n ■;״ ־, ־־ '״••־׳•- liti sehen und wirtschaftlichen St rf>׳ ־■ I:! Palästina zielt, fällt in den ä ■ der Zionistischen O r ß a n i r,,;; ‘ ׳ des jüdischen Volkes wird unsere r. " ur,d die Kraft des ganzen jä ü־ :":■׳:: ' Arbeit, die in Palästina geleistet v.־־• und widerspiegeln. Ohne Dogmatkmn", iTh■־׳,. unserer Ideale, der Tatsache 1, .1.■• ־ . . durch den Zionismus zu einer R ,• ' ...;;:!״ r? cä'ii,;- Reiten gebracht wird, lieg.Mb>1 wir Mifo.ibeit an dein Wiederaufbau Palästinas. Aber die einzige Sicherheit des Erfolges unserer Arbeit ist’dic Dauer und der feste Bestand der Zionistischen Or. g 1! ה i s a t i o n. Wir sind die Vorhut des wieder erwachenden jüdischen Volkes; wir sind formell und moralisch verantwortlich dafür, daß tatsächlich ein jüdisches nationales Iicint im Lande unserer Ahnen entsteht. Solange aiicht diese Verantwortung auf das ganze jüdische Volk übertragen und von ihm übernommen ist, ist die Zionistisdie Organisation der Ausdruck des Idealismus, der die Gründer der Bewegung beseelte, des Idealismus, der uns von den vergangene® Generationen überliefert wurde und ohne den wir nicht auf den endgültigen Erfolg hoffen können. Ke Zionistische Organisation ist die Treibkraft für die Reorganisation des jüdischen Lebens, ln all den verschiedenen Ausdrucksformen ihrer Aufgabe paßt sich die Zionistisdie Organisation den Bedingungen des Lebens nur mit Hinblick auf die Förderung ihres letzten Zieles an. Durch all ihre wechselnden Formen bleibt sie unversehrt, wächst an Erfahrung, wächst an Kraft, bis einmal die Zionistische Organisation ia Palästina sin nationales Zsntejua geschaffen m i Den nnclistclK'mlen Programmcntwurf entnehmen wir der soeben cnchienenen, vom Haager ״Zionistischen Coniitt*• der Opposition herau'-gegebenen, von Nehemiade Licme verfaßten Broschüre. Der Zionismus ist nach wie vor die einzige, radikale Lösung der Judenfrage. Aufgabe der Zionistischen Organisation bleibt es, Pa• lästina als rechtlich gcsidiertc Heimstätte für das jüdische Volk anzustreben. Erwünscht ist der Beitritt jedes Juden, der den Willen zeigt, die nationale Auferstehung seines Volkes in Palästina zu unterstützen und nicht demonstrativ Stellung nimmt gegen die Faktoren, die die jüdische Zusammengehörigkeit Destimmen. Es ist notwendig, daß die Tätigkeit der Zionistischen Organisation beschränkt wird auf die Propaganda zur Vcr- Stärkung des Willens zu nationaler Wiedergeburt und schöpferischer Arbeit für urd in Palästina. Die sogenannte Galuthpolitik, d;e ein Spiegelbild der politischen Verhältnisse in verschiedenen Galuthländern ist, muß nicht im Programme oder in den Bestrebungen der Zionistischen Organisation zuin Ausdruck kommen; sic soll auch nidit Arhcitsaufgabc der zionistischen Zcntrallcitung sein und bleib 1, solange die Loslösu 11 g nicht ganz durchgesetzt ist, höchstens die Aufgabe von Landesorganisationen, die sic mit eigenen Mitteln dunfhzufiiliren haben und ohne bindende Verpflichtung für alle int Lande lebenden Zionisten, an dieser Arbeit — oft gegen ihre Ucbcrzcugung — teiizunehmen. Die zionistisdie Bewegung kann ihr Ziel nur erreichen, wenn sowohl die Propaganda al9 auch die Palästinaarbeit vom Tatsächlichen aus;;. ,011 und wenn sie nicht auf Vor- Stellungen beruhen, die in bezug auf das Erreichte, auf die Möglichkeiten in Palästina und auf die zu unserer Verfügung stehenden Mittel, falsch oder übertrieben sind. Die politische Aufgabe liegt unter den heutigen Vcrhältnisscn nidit mehr in einfachen politischen Verhandlungen. Dieser Weg hat zu der ernsten Situation von heute gclulirt. Jetzt muß die politische Arbeit der konstruktiven Politik in Palästina ■unterstellt werden. DieBalfourerklärung hat für die Opposition immer die Bedeutung gehabt, daß sie die Basis bieten sollte zur Errcichung der öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina für das jüdische Volk, Das Errcidtcn dieses Zieles ist zu aller Ende die Folge konstruktiver ökonomischer Politik, die crmöglidvt werden muß dadurdu daß nicht nur die Benützung privatwirtsdiaftlicher Miilel offensteht, sondern daß durch die Mandatarmacht der Weg gebahnt wird^ um Palästina politisdi und ökonomisch für diesen Zweck reifer zu matiicn und eine breitere Form der Arbeit zu ermöglichen. Die Aufgabc der Mandatarm acht sehen wir deshalb in erster Linie in der Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung im Lande und im Schutze von Leben und Eigentum. Die Mandatarmacht hat ebenso das gute Einvernehmen zwischen der arabischen und der übrigen Bevölkerung ui Palästina zu fördern. Wir konstatieren mit Bedauern, daß in Palästina In dieser Beziehung bisher viel versäumt wurde und daß im allgemeinen wenige Maßregeln der Mandatarmacht den Beweis t" gcbtwg wird fest׳;« ,?teilt, daß die Mandatarmacht im Oegenteil Maßnahinen rückgängig gemacht hat, die anfänglich durch die palästinensiscte Regierung getroffen wurden, um die Bodenspekulation zu bekämpfen. Die bisherige Politik der Mandatarmacht hat die Heranzidnmg von Kapital und kapitalkräftigen Elementen aus dem Auslande behindert und die Immigration gestört Die Palästinaarbeit ist auf das Vorkrfegsnivcau hcruntergedrückt worden und hat neuerlich wieder die Bedeutung eines Mittels zur Erlamgung weiterer politischer Rechte. Die Palästinaarbeit ist im Grunde beute noch eine privatökonomische, während die in der Balfourdeklaration in Aussidit gestellten Möglidikciten hätten Wirklichkeit werden müssen und po-!irische und wirtsdiafiidic Mallrcgcln der Mandatarmadit die Basis der Ökonom!׳.;dien Arbeit hätten bilden sollen. Unser Endziel bleibt, Palästina zum Judenlande zu ,mache 11; zum einzigen Lande, wo Juden die 1 *>;!teit bilden können und wo unsere heutige Mindeiheit 1• ־creli Minoritäfenrecliic fc&tgelegt werden darf. I ,t •ur. Ziel, wobei wir die nationalen Bestrebungen r nidit i-erkeimen, deren nationale Zentren außer- Fegen und mit denen wir nicht in Wider-; ,1 nra? ■,11־, wenn uns die ״fair Chance“ gelassen ■ : 'd:;;:. iirclicn Bevölkerung in Palästina gegenüber .״i.a Ucbcrzcuguiigspoiitik ditrdizu führen. Fall •־.!Ina ist für uns kein Einw.imfcrungslaml, wie irgend ein nmlercs dünn bevölkertes Land, noch' eine Ausbreitung des Galuih. Die Immigration hat für uns nur dann Wert, wenn sie ln erster (Jnic zur Seßhaftmachung und ln letzter Linie zum Werden einer Mehrheit in Palästina führt. Dies ist der Weg zjur Konzentrierung aber Kräfte des jüdischen Volkes für die ökonomische Entwicklung des Landes. Palästina ist für uns ״das jüdische“ Einwanderungsland und nicht ein Immigrationslatid für Nichtjudeii. Jede •unsachliche Einschränkung oder Beeinflussung der Immigration weisen wir zurück, Insbesondere wehren wir uns dagegen, daß der nicht jüdischen Bevölkerung Palästinas Einfluß auf die Immigration gegeben wird. Sperrung der Einwanderung für geistig oder körperlich ungesarnde Eiemente halten wir nicht für unsachlich. Es ist unmöglich, das Maß der Einwande. rung ganz genau zu bestimmen und die Ökonomische Aufnahmsfähigkeit des Landes in präzisen Zahlen festzustellen. Wir sehen gerade iä der Einwanderung ״über“ dem theoretisch möglichen Maß,