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Jüdische Rundschau · 1923-07-13 · Heft 56 (13.7.1923) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 56 (13.7.1923)
Date
1923-07-13
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 350 TUEDISCHE RUNDSCHAU nach der Seile ^cschäf(lichcr Anlagen dringend bedarf. Die Amerikaner [geben in dieser Hinsicht nur Anregungen und kein volles System, wie cs etwa auf dein deutschen Delegicrtenlng vorgelegt wurde. Gewisse Organisationsfragen, die in andern Kreisen eine grolle Rolle spielen, z. U. die Identität des A. C. mit dem Aufsichtsrat des J.C.T., werden von dem Memorandum gar nicht angeschnitten. Ebenso verzichtet das Memorandum darauf, größere finanzpolitische Perspektiven zu entwickeln, wie es z. B. das in letzter Zeit erschienene Buch von A r 10 ־ soroff tut. Das bisherige Finanzsystem ist auf Grund der Erfahrung der letzten vier Jahre nach Zweckmäßig• keftsmomenten zu revidieren. Darüber hinaus aber muß, wenn an dem Gedanken einer baldigen Großkolonisation festgehalten werden soll, der Versuch gemacht werden, dein Kapitalbeschaffungsproblem in ganz großzügiger .Weise entgegenzutreten. In dieser Hinsicht gibt cs unseres Wissens bisher nur den einzigen von Arlosoroff stammenden Vorschlag einer auf dem internationalen Kapi alma kt aufzu egenden, durch ein!!atonales Syndikat zu garantierende;! Nationalanleihe der Jewish Agency. Dieser Vorschlag muß zumindest als Ergänzung der amerikanischen Vorschläge in die Diskussion des Kongresscs einbezogen werden. Das amerikanische Memorandum soll nicht nur dar• um, weil es als das Programm einer starken und einflußreichcn Fraktion des Kongresses auftrtt, als Unter• läge der Diskussion genommen werden, sondern auch darum, weil es formell und sachlich geeignet ist, eine Diskussionsbasis zu bilden. Auf die anderen Programme kommen wir noch zurück. R. W. Glossen N r Die ״Berliner Volkszeitung1׳ brachte vor einiger Zeit die Zuschrift eines jüdischen Frontsoldaten, der berichtet, daß ein gewisser Dr. Weiler, der als Rechtsanw׳alt der Frau Fechen* bach während eines Scheidungsprozesses Kenntnis von Fcchcnbachs Beziehungen zu Oargas erhielt, Fechenbach denunziert und sodann vor Gericht erklärt hat, er habe sich dazu vor allen Dingen al« Jude und ehemaliger Frontsoldat verpflichtet gefühlt. Er habe damit zeigen־ wollen, daß die jü• ilischcn Frontsoldaten an Patriotismus nicht hinter ihren Christ• liehen Kollegen zuriiekstehen. Wenn diese Darstellung, die unseres Wissens unwidersprochen blich, auf Wahrheit beruht, so haben wir es hier mit einem Musterbeispiel assimilato• rischer Würdelosigkeit zu hm. Her! Dr, Weiler mag tun, was er nicht lassen kann und es mit seinem eigenen Gewissen aus• machen: das Judentum soll er aber dabei gefälligst aus dem Spiel lassen. Wir glauben, daß die überwältigende Mehrheit der jüdischen Frontsoldaten seine Handlungsweise nicht billigen wird. Sic verdient aber als ein Beispiel assimilatorischer Psychologie der jüdischen Oeffcntlichkeit bekannt zu werden, denn gerade an derartigen illustrativen Eiuzelfiillcn, entzündet sich oft die Erkenntnis unserer wahren Situation, der Erniedrigung, aus der wir uns befreien müssen. . Die ״Deutsche Zeitung׳‘ veröffentlicht als Leit• artikel den Bericht ihres polnischen Korrespondenten über die Lage der Minderheiten in Polen. Dieser Bericht ist, .wie es von diesem Blatt nicht ander« zu erwarten ist, ein wüstes Geschimpfe auf die Juden. Es wird erklärt, die Juden hätten die Solidarität der Minderheiten gebrochen, die andern Minderheiten in Stich gelassen und insbesondere die deutschfeindliche Politik der Regierung unterstützt. Bei dieser Gelegenheit macht der Korrespondent politische Ausführungen, die ihrer Groteske wegen wiedergegebeit zu werden verdienen. Die Juden beherrschen, so erklärt er, nicht nur die Politik der Minderheiten, sondern sie haben gleichzeitig ihre Vertrauensmänner in allen andern polnischen Parteien von der Linken bis zur äußersten Rechten. Alle diese Jurten kooperieren heimlieh und unterirdisch und spinneu auf diese Weise ein Netz, durch das das gute Pole ר für die jüdischen Zwecke eingefangen wird. Der deutschen Oeffentlichkcit, die die polnische Politik nicht richtig einschätzt, müsse ein für allemal offenbart werden, daß Polen, ohne cs zu wissen, ein Instrument des Internationalen jüdischen Finanzkapitals ist, das zur Aufrichtung der jüdischen Weltherrschaft helfen soll. Das gleiche gelte übrigens auch für Frankreich, das im Aufträge des Judentums Deutschland vom Westen überfallen habe. Der erste Schritt zur jüdischen Weltherrschaft sei der Untergang Deutschlands, der von den jüdischen Instrumenten Frankreich und Polen bctrieben wird. Dieser journalistische Hexensabbat!» tobt sich in dem• Spalten der ״Deutschen Zeitung׳‘ aus und es gibt Leser, deren Verblödung offenbar weit genug gediehen ist,!um bei diesen fürchterlichen Enthüllungen zu erschauen!. Das in Wirklichkeit sämtliche Minoritäten Polens, auch die Deutsehen, dein von den Juden geschaffenen Block zu danken haben, daß sic eine nennenswerte Vertretung im Sejm erlangt haben, ist längst vergessen. Ke ״Deutsche Zeitung‘‘ leistet ihren bedrängten Volksgenossen in Polen einen schlechten Dienst, .wenn sie ihnen das Gift dieses Antisemitismus zubringt. Presscschan Die anläßlich der Warschauer Landeskonferenz gegründete Fraktion ״Al Ha ni ischar׳' gibt eine Kampfzeitschrift her• au», deren zweite Nummer soeben erschienen ist. (Die eiste Nummer erschien zur Warschauer Konferenz selbst). In der zweiten Nummer befindet sich der Wahlaufruf der genannten Gruppe, deren Führer G rü nbaum, Podlischc w«ky und Klumcl sind. Das Heft enthält ferner einen offenen Brief ürünbaums an Wei?marin, den wir in der nächsten Nummer noch ausführlich wiedergeben werden. Der weitere Inhalt der Zeitschrift besteht in Artikeln von Podlischewsky, Jabotinski, Hartglaß, Orawltzky u. a. Wir werden auf diese Erscheinung noch zurückkommen. ln der palästinensischen Misrach!Zeitschrift ״Hator׳‘ nimmt HermannSt ruck Stellung zu den Kongreß-Problcmen. Seine hauptsächliche Forderung ist die Ueberaicdhmg der Leitung und des Keren Hajessod nach Palästina. Was die Jewish Agency betrifft, so könne niemand ohne Zustimmung des Zionistenkongresses oder des jüdischen Weltkongreses in sie eintreten. Eine weitere Forderung ist das Verbleiben des Schulwesens bei der Zionistischen Organisation. Der Schul• «tat ist weiter vom Keren Hajessod zu decken, doch müs£ das religiöse Schulwesen weitgehende Autonomie erhalten. ' An unesre Austendsabonncnten! Wir machen hierdurch darauf aufmerksam, daß die weitere Zustellung des Blattes nur an diejenigen Abonnenten erfolgen kann, die die von ihnen etngeforderteu Abonncmenfsgcbflhren umgehend ciasclilcken. Diese (Jcbührcu betragen fSr das 3. Quartal 1923 einschließlich der Lieferung der während d«1 Kongresses täglich erscheinenden Kongreßaas• gaben (mindestens 10 Sonderausgaben): Für Afrika . . , » % * . £ 04.6 It Amerika , . t * . 1.50 Dollar II Aegypten . , # « . £ 0.4.6 p Belgien , . . 12 Francs If Bulgarien . 1 t . 120 Lewa Pt Dänemark, Schweden u. Norwegen 4,50 Kronen D Dcuririi-Oeaterrelcb י ז 38000 Kronen England . . s v . £ 0.4.6 » Estland , . י | f * 85000 deatiche Mark f! Finnland . . , 30!hin. Mark fl Frankreich . t « . 12 Francs ff Griechenland « . 12 Francs f! Holland . . * . 3 Gulden fl Itsllen , , * e V , 15 Lire ff hitcslavlcn . v . 75 Dinare ff Liiland . . V « a 85000 deutsche Mark Vf L'tauen , . e t 15 Llt ff Luxemburg , 1 ' * 65000 deutsche Mark ff Palästina s I * . £ 0.4.6 VI Polen . . 1 60000 poln. Mark ff Rumänien . V t . 120 Lei •f Schweiz . . * , 6 Franc! vt Spanien . . e . 4,50 Peseta! f» Tschechoilowake! , 45 Kronen ן! Türkei . . e 1 a , 12 Franca tl Ungarn , . 4 1 l 6000 Kronen Die Einzahlung kann erfolgen: v Für DeaUch-Oealerrelch durch Einzahlung auf Postsparlcasstnkoat« Wien Nr, 156030. ״ Pofea durch Einzahlung aaf die Weltbank, Filiale Krakaa. ״ Litauen durch Zentralbank zur Förderang des Jßdischen Os• nosseaschaftiwescns in Litauen. ״ Ramlnien durch Bankkonto: Wiener Bankverein, Flllslc Cicrnowit*. ״ Tschechoslowakei durch Einzahlung aaf Poitipsrksutnkonto Prag 59410. ״ Ungarn durch Einzahlung auf PoaUparkauenkonto ״Dia Welt" Budapest, Nr. 15655. ״ Jugoslawen durch die Jüdische Bank für Bosnien and Herze• gowlna, Sarajewo!. Für alle übrigen Länder durch Einsendung von Orlgfnalnoten (nsr anlädierte Staatsscheinei) oder durch Sclucküberweliang. Wir ersuchen auch unsere Auslandsabonnentea an umgehende Ueberwelsang der Gebühren, damit ia der Zustellung der Zeitung keine Unterbrechung elntrltt. Verlag Jüdische Rundschau Berlin W15, Sächsische Sir, S Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392 Bankkonto: Darmstädter und Nationalbank, Depositenkasse, Kurfüretcndanuz! 52. Abreise der arabischen Delegation nach London Jerusalem. (J.C.B.) Die vom arabischen Kongreß in Jaffa gewählte Delegation besteht aus dem Präsidenten des Kongresses Muss Kazim Pascha ei Hussein!, Wadia Effendi Bustani, Amlm Bey el Tarn in i und ist beauftragt, gegen die Ratifizierung der auf Palästina bezüglichen Bestimmungen des Hedschas-Vertrageszu kämpien. Die Delegation wird sich auch bestreben, mit der von der britischen Regie• rung zum Studium der Palästinafrage ein• gesetzten Untersuchungskonimission in Fühlung zu treten. Die palästinensisch-arabische Exeku• tive hat dem englischen Staatssekretär für die Kolonien, Herzog von Devonshire, gekabelt, daß die Araber in Palästina die Einsetzung der Untersuchungskommis• sion als einen Schritt nach vorwärts betrachten. Die Schwierigkeiten in Palästina, heißt es weiter, können nur durch das Fallenlassen der zionistischen Politik und die Einrichtung einer u nabhiingigen nationalen Regie• rung im Lande beseitigt werden. (Dazu erfährt die Londoner J.C,B..Redaktlon, daß die zwecks Untersuchung der, Palästinafrage eingesetzte Regieningskommission die Palästinapolitik nicht prin• zipicll behandeln wird. Sie wird sich auf Fragen rein administrativen Charakters beschränken.), ״Pallsliia halten, aber ohae Judea" London. (J. C. B.) Im ״Weekly Dispatch" will Lord Islington eine ״weitverbreitete falsche Nachricht“ richtig•* steilen. Man fragte ihn öfters, schreibt Lord Iilington, ob nicht dem Verlassen Palästina! unüberwindliche militärische und strategische Interessen cntgegcnstchcn, Diese Frage sei unwichtig und beruhe auf der Annahme, daß die Kritiker der zionistischen Politik ein Auf geben Palästinas empfehlen. Diese aber denken nicht daran. Es steht fest, sagt Lord Islington, daß die Araber den Rückzug Großbritanniens nicht wünschen; sie׳ werden vielmehr unter gewissen Bedingungen eine Mitarbeit mit England gerne sehen. Die Kritiker der zionistischen Politik wünschen, daß England in Palästina die gleiche Stellung ein• nehme, wie in Mesopotamien. Ebenso bestreitet Lord Islington die Behauptung, die zionistische Politik in Palästina «ei eine internationale Verpflichtung. Al# Grund führt er an, das Unterhaus habe nie Gelegenheit gehabt, das Mandat anzimchmcn oder abzulehnen, während das Ober» haus sich für Ausschaltung des zionistischen Prinzip« aus dem Mandat ausgesprochen hat. Lord Milner ttber die läge in Palästina London (J.C.B.). Bel einem von der Zentralasiatischen Gesellschaft veranstalteten Diner sprach Lord Milnc* über die palästinafrage. -; Lord Milner führte tu«, e* •eien gewiß Schwierigkeiten In Palästina vorhanden. Das Land •et für dfe britisch* Verwaltung Nr. 58 kein Rosenbeet, wenn es, aber verlassen wird, werden die Grenzen des britischen Reiches erheblich verkleinert. Er habe ־ Palästina zweimal besucht und sei zu der Ueberzcugung ge. langt, die Proteste seien nichtge ge 11 etwasgerichtet wa» sich ereignet hat, sondern gegen etwas, worübc? man sagt, es werde sich ereignen. Ke Araber haben sich für Nonkooperation entschlossen, da man ihnen sagte, ihr Land werde ihnen entzogen und den Juden übergeben. Ali (in Freund der Araber meint Lord Milner, daß diese mit der letzten Erklärung Ormsby Gore'« über die englische Politik zufrieden sein können. Es mag nein, daß die Juden und die Araber ein• ander nie lieben wenden, das heißt aber nicht, daß sie nicht unter einer unparteiischen Verwaltung im selben Lande tu• sainmcii leben können, Ueber Lord Milner* Stdlungsnahme zur Palästinafrage schreibt der antizfonistische ״Daily Expreß“: ״Es wäre interessant zu erfahren, wie Lord Milner ■ein« Politik in Aegypten mit!einen Ansichten über Palästina in Einklang bringt. Er möchte die Flagge in Aegypten, wo wir ungeheure Interessen und ein durch vierzigjährigen Gebrauch erlangtes Recht zur Regierung haben, einziehen und sie jn Palästina hissen, wo wir weder Interessen, noch Rechte haben, nur um der jüdischen Minorität die Möglichkeit zu geben! über die arabische Majorität zu herrsdien. Der kleine Eng•' länder in Kairo wird ein Säbclrassier in Jerusalem,׳« Die englischen Anffzlonfsten Aulschcncrrejende Erklärung Lord Brave!brooks Vor einigen Wochen hat, wie erinnerlich, der bekannte englische Zeitungsherausgeber Lord Beaverbrook einen antizionistischen Artikel veröffentlicht und’darin Andeutungen gemacht, daß ihn englisch-jüdische Notabein er• sucht hätten, gegen den Zionismus Stellung zu nehmen. Eine ähnliche Erklärung hat Lord Beaverbrook den Arabern während »eines Aufenthalts in Palästina abgegeben. Da darin auch von Sir Alfred Mond die Rede war, ist dieser im ״Jewish World“ Beaverbrooks Behauptungen, er wäre vorher Anti• zionist gewesen, entgegengetreten. Nunmehr veröffentlicht ״Jewish World“ ein Sdirciben Beaverbrook!, in welchem er erklärt, er habe «5 früher abgelehnt, Einzelheiten über »he ihm vom British Jewish Committee gemachten Vorstellungen gegen den Zionismus zu veröffentlichen, um hochsfehende Juden vor Angriffen der jüdischen Presse zu bewahren. Da Sir Alfred Mond seine Behauptungen bestritten habe, während diese der ״Jewish Guardian“ in einer entstellenden Weise halb zugebe und Mr, Lionel de Rothschild, den vorher niemand genannt habe, sei er, Lord Beaverbrook, eines weiteren Stillschweigens enthoben. Lord Beaverbrook erklärt: ״In dem während des Krieges begründeten Information»• ministerium hat eine Abteilung für zionistische Propaganda bestanden. Eines Tages fragte mich das verstorbene jüdische Unterhausmitglied Sir Charles Henry an, ob ich bereit wäre, eine Deputation der League of british Jews zu empfangen, die gegen die Verwendung von öffentlichen Geldern für zionistische Propaganda protestieren wollte. Ich sagte zu und es erschienen darauf• hin die Herren Sir.Chartes Henry und Mr. Lionel de Rothschild. Diese haben midi dazu bewogen, die zionistische Propagandastelle fallen zu fassen und mit einem neuen Komitee, bestehend aus mehreren Antizionisten und zwei Zionisten,׳Verbindung zu erhalten. Dagegen hat Lord Balfour protestiert“ In der Zwischenzeit habe Lord Beaverbrook einen Briefwechsel mit Sir Alfred Mond gehabt, der aber kaum mit der von Sir Alfred Mond an die Presse gerichteten Mitteilung übereinstimmt. Lord Bcaverbrook gibt aber zu, daß es möglicherweise ein Irrtum seinerseits gewesen sei, wenn er die von Sir Alfred Mond geäußerte Ansicht für antizionistisch hielt. Jedenfalls müsse er die Ablcugmmg Mr. de Rothschilds, der ihn zweimal in Ge• Seilschaft von Charles Henry besucht habe, dessen Gedächtnis• schwäche zuschreiben. ״Jewish Chronicle“ fordert von allen Beteiligten (kompromittiert ist auch Lauric Magnus, der Redakteur des jüdisch* liberalen ״Jewish Guardian“) nunmehr restlose Aufklärung der Angelegenheit. Sir Wyndham Decds über die jüdische Einwanderung London. (J.C. B.) In einer unter dem Vorsitz James de Rothschilds abgchaltenen Versammlung des Palästine Immigrant wclfare Committee hielt der frühere erste Sekretär der palästinensischen Regierung Sir Wyndham Deeds eine Rede, in der er erklärte, die wichtigste Frage bei der Ein- Wanderung nach Palästina sei die Befriedigung der Bedürfnisse der Immigranten. Zu diesem Zwecke sei ein Komitee gegründet worden, um die in Gang befindlichen Aktionen zu koordinieren, allenfalls nichts zu tun, was den Wünschen der Chaluzim entgegengesetzt ist. Diese sind eben eigenartige Menschen, die Oeschenke mit Entrüstung zurückweisen. Die britische Regierung sei entschlossen, die geringe Dichtigkeit der palästinensischen Bevölke• rung durch die jüdische Immigration auszufüllcn. Sir Wyndham Dccds stellt fest, daß die Einwanderung nach Pa• lästlna im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung des Landes größer sei, al» die Einwanderung nach Amerika. Ke Einwanderer nach Palästina seien die Maurer des jüdischen Nationalheims, und es sei ihre Pflicht, mit den andern Gemeinden Pa• lästinas im guten Einvernehmen zu leben. Da die Juden den Arabern kulturell überlegen sind, sollten es die Juden sein, die die Hand zur Freund» achaft Hinhalten. fl mm —י.w« Ein Kormpondciuliüro ln PaläsUat Jerusalem (J.G B.). Am 5. Juli wurde die ,!Pa* Icitine Telegraphie Agency“ mit einem Kapital von 3000 Pfund eingetragen. Die Begründer dieses Nachrichtenbüros sind der Direktor des Jewish Corrcspondcnce Bureau Ltd. London, Mr. Meer Großraann und der Direkte«־ des Jewish Cor• respondenz Bureau Ine, New York, Mr. Jakob Landau. Der Direktor der Palestine Telegraphie Agency Ist das frühere Redaktionsmitglied des Jewish Corrcspondcnce Bureau S. Schwarz. Die neugegründete Telegraphen*Agentur wird die palästinensische Presse mit allgemeinen Nachrichten ver• sehen und Bulletin• in hebräischer, englischer und arabische* Sprache veröffentlichen,

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