Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 55 (10.7.1923)
- Date
- 1923-07-10
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 348 t Es ist die Aufgabe des Kapitals, das wir Im Keren 1 Hajcssod sammeln und das den Beitrag aller Juden zur Schaffung eines jüdischen Kapitals von nationalem Charakter bildet, die Grundlagen eines Wirtschaftslebens zu legen, 'da■; Palästina in ein sich selbst erhaltendes und sich selbst genügendes ökonomisches Ganze umwaiidelt, in welchem die Landwirtschaft das Fundament bildet. Di« Aufgabe des Keren l tajessod ist es, die Ausiedltmg von Juden auf dem Lande zu fördern und, womöglich, von seinen Fonds zu , deren ökonomischer Entwicklung beizutragen. Das soll der erste und oberste Zweck des Keren Hajcssod sein. Ein Blick auf das Keren i lajessod-llitdgct der zwei vergangenen Jahre zeigt, daß der größere Teil der Ausgaben für• Erziehung und medizinische Hille gegeben wurde. Dies waren Lasten, die durch den Krieg uns aiiferlcgt waren. Aber die Zeit ist gekommen, wo unter den Bedingungen des Krieges entstandene Verpflichtungen im Uchte der friedlichen Lage, die, wie wtr annchmen, jetzt vorherrschen wird, geprüft werden müssen. Nur wenn wir unsere Funktionen m Pa* lüstina als ein Patronat auffassen, da» alle Bedürfnisse des Gemeinschaftslebens erfüllt, wäre so ein Budget gerechtfertigt. Die bestehende jüdische Gemeinschaft m Palästina soll selbst für ihre Elementar-Erziehung sorgen. Es war stets der Stolz der Juden, dal» jede Gemeinde imstande war, ihre Erzichungsinstitiitc ohne;innere Hitte zu erhalten. Wir sollen aber auch anfangen, die Entwicklung der örtlichen Initiative und Verantwortlichkeit in Palästina zu fördern. Ein Erzichnngssystcm, das nicht von den unmittelbar betroffenen, sondern von außerhalb des Landes wohnenden Juden geleitet wird, kann für dw •niidren Bedürfnisse nicht so gut geeignet sein, wie ein von!' 1 direkt Betroffenen selbst erhaltenes. Wir sind d. . Ansicht, daß im P.ri n zi p und in der Praxis die Erhaltung und Verwaltung de! Elementarschulen in Palästina den Juden Pa- 13 stinas übertragen werden muß. Die gegenvvärtigc Verantwortlichkeit für die Verwaltung des Semd- Systems soll auf eine Körperschaft, die von den palästinensischen Juden organisiert wird, übertragen werden. Natürlich ist der Keren Hajcssod moralisch nicht berechtigt, plötzlich seine Unterstützung zu entziehen. Es muß eine Ucbcrgangszcit cüitretcn. Aber sobald die Erziclumgskörpcrsehaft gebildet ist, muß die Verantwortlichkeit für das Schulwerk auf sie übertragen werde״, wobei der Keren Hajcssod auch weiter seine finanzielle Unterstützung in Form einer Subvention gewährt, welche von Jahr zu Jahr verrmindert wird, bis die Elementar* schulen gänzlich aus den Geldern der lokalen jüdischen Be* Völkern ng erhalten werden. Ganz anders verhält es sich mit der Universität. Diese bedeutet ein nationales Ideal, das die Juden der ganzen Welt mit seinem Geist erfüllen soll. Die Universität ist daher Sache der Zionistischen Organisation. De Gelder für ihre Einrichtung und Erhaltung sollen von Personen oder Gruppen kommen, weiche gerade von dieser Idee ergriffen werden. Die Universität soll eine selbständige Körperschaft werden. Was hier über die Schulen gesagt wurde, trifft noch m höheren! Grade bei den Spitälern zu. Im allgemeinen werden Spitäler von gcmciusinnigcn Bürgern mit oder ohne staatliche Hilfe erhalten, euer von Gemeinden oder dem Staat vom Gcsichtspunkt des wissenschaftlichen Interesses oder der sozialen Wohlfahrt. Es handelt sid! um einen persönlichen Dienst, fiir welchen der einzelne unter normalen Bedingungen zahlen muß. Kann er nicht zahlen, so gibt ihm die Wohltätigkeit oder der Staat diesen Dienst umsonst, ebenso wie auch andere Wohltätigkcitsanstalten handeln. Die Medical Unit wurde während des Krieges in Palästina cingeriditct. ^Damals gab es keine Aer/tc und Pflegerinnen dort. Aber \s>r,!näblid1 sind normale Verhältnisse zurückgckchrt. Es gibt genügend private Aerzte; und es gibt Quellen in Palästina selbst, aie eine beträchthche Unterstützung für die Spitäler, die Palästina braucht, leisten können. Genügt das nicht, dann steht der Weg offen, an die Wohltätigkeit in ״Palästina oder im Golus zu appellieren, mit das Defizit zu decken. Aber klarcrvveisc liegt es nicht im Bereich des Keren Hajeesod, des Grundfonds, unbegrenzt für die Erhaltung von Spitälern in Palästina zu sorgen. fr.* wurden |,m-1t» tVhritte gemacht, um die Vcraniw Ortung für die Leitung der Spitäler der Medical Unit an einen Amsdiuß zu übertragen, der aus Vertretern der Zionistischen Organisation Amerikas, des Joint Distribution Comittcc und der Frauen* Organisation Hada־sah besteht, um die Unterstützung für die medizinische Tätigkeit in Palästina von ausländischen Quellen zu sichern. Das Ucbcrcinküinmeii schließt eine finanzielle Unterstützung des Keren Hajcssod für ein Jahr ein. Am Ende dieses Jahres werden hoffentlich die Verhältnisse es möglich machen, daß der Keren llajessod seine Unterstützung im Sinne der oben auscmandcrgesctztcn Prinzipien beendet. Nachdem der Keren Hajcssod auf diese Weise in seiner Ideologie und in seiner Praxis von Tätigkeiten befreit wird, die mit seinem ursprünglichen Zweck nichts zu tun haben, und nachdem er von Aufgaben befreit ist, die während des Krieges entstanden wäret!, wind er in den Immigration«- und Kolonisationsfond verwandelt werden, als der er gedacht war. fn erster Linie hat er die Ansieillmig von Clvalurim zu unterstützen mul zu erleichtern, und zwar sowohl derjenigen, die ganz mittellos ins Land kommen, als auch derjenigen, die einige Mittel mitbringen. Der Keren Hajcssod empfängt die Chalnzim beim Hafen, schickt sie an ihren Bestimmungsort, verschafft ihnen Arbeit und hilft diejenigen anzusiedeln, die bestimmt sind, in Eigenwirtschaften oder in Genossenschaften •Landwirte zu werden, unterstützt sic bei der Beschaffung der notwendigen Ausrüstung und trifft eine Abmachung über eine leichte Rückzahlung der vorgestrecktem Gelder. Die Beiträge des Keren Hajcssod müssenden Charakter eines Darlehn *tragen. Die so verwendeten Gelder, mit Ausnahme oer Ausgaben fiir die Fürsorge fiir den Chnhiz, werden ein dauernd umlaufendes Kapital, das im Laufe der Jahre eine Reserve bildet, die stets für die Ansicdhmg von Juden in der Landwirtschaft bcstimmt bleibt. Von diesen Siedlungskernen werden andere Tätigkeiten abgeleitet werden, welche die natürliche Entwkk* hing von städtischem Leben, Handel und Kreditsystem anregen werden. Glücklicherweise haben wir das Menschenmaterial, das bereit ist, sich־ dem Aufbau Palästinas zu widmen. Der Mittelstand, Kaufleirte, Händler, Handwerker, Kapitalisten repräsentieren mir einen Teil des Sicdlungsclcmcnts. Wenn sie allein nach Palästina geben, haben wir dort alle Faktoren eines Wirtschaftssystems mit Ausnahme des produktiven Elements, ohne das eine Volkswirtschaft unmöglich istv Wir müssen uns also glücklich schätzen, daß wir Chaluzim haben, die bereit sind, mit den Gewohnheiten des Golus zu brechen, ihre eigenen Lebensanschauungen zu revolutionieren und ein neues Ceben als Bodenarbeiter anzufangcn. Für die Entwicklung dieser Form produktiver Tätigkeit, müssen die Dienste des Keren Hajcssod eingesetzt werden. Die Zahl der Siedler, die wir durch den Keren Hajcssod in der ,Landwirtschaft unterbringen, mag im ersten Jahre klein erscheinen, aber der wirtschaftliche Wert einer erfolgreich arbeitenden Bauemfamilie wirkt sich in der ganzen ökonomischen Struktur aus. Andererseits aber wird die Tatsache, daß der Keren Hajcssod in einem Jahr imstande war, eine ausehnliche Zahl jüdischer Familien auf Grund und Boden anzu» siedeln, ihnen die Bahn zur Selbständigkeit zu eröffnen, indem sie nationales Kapital verwenden mit der Absicht, es zurückzuzahlcn, — in wenigen Jahren eine Wirkung erzielen, dk das jUlzÜlSClll: RUNDSCHAU Nr. 55 Wir madsffi hierdurch darauf aufmerksam, daß die weitere Zustellung des Wattes nur an diejenigen Abonnenten erfolgen kann, die die von ihnen «!«geforderten Abonnemenlsgcbülircn umgehend clnschickcn« Diese (Gebühren betragen für da» 3, Quartal 1923 einschließlich der Lieferung d«f wahrend de» Kongresses täglich erscheinenden Kongrto•«!• gaben (mindesten( 10 Sonderausgaben): Für n n » « 1• Afrika . . Amerika . Aegypten Belgien . Bulgarien Dänemark, Schweden 1 Deutsch Oesterreich , England , . . . , Estland. Finnland. Frankreich . . . (irlectienland . . Holland . , lidicn , , lugoslavfen . Lettland , , . Litauen . . . Luxemburg . . Palästina . . Polen .... Re .anlen . . . Schweiz . , . . Spanien .... Tschechoslowakei Türkei .... Ungarn .... £ 0 4.6 1.50 Dollar £ 0.4.6 12 Franc! 120 Lewa Norwegen 4,50 Kronen 38000 Kronen . £ 0.4.6 / 85 000 deutsche Mark , 30 flnn. Mark , 12 Francs . 12 Franc• . 3 dulden . 15 Lire . 75 Dinare 85 000 dcatscheMark 15 llt 65C00 deafiche Mark , £ 0.4.6 60 000 poln. Mark . 120 S ei , 6 Francs . 4,50 Peseta! , 45 Kronen . 12 Franc! 6 000 Kronen Die Einzahlung kann erfolgen: Für Deutsch-Ocstcrrelch durch Einzahlung auf Poifiparkaisenkonto Wien Nr. 156030. ,, Polen durch Einzahlung auf die Wevlbank, Filiale Krakan. ״ Litauen durch Zentralbank zur lördcrung de« jüdischen Oenosiensc'iaftswescni In Litauen. ״ Rumänien durch Bankkonto: Wiener Bankverein, Filiale Czernowifz. ״ Tschechoslowakei durch Einzahlung auf Postsparkassenkonto Prag 59410. ״ Ungarn durch Einzahlung auf Poslsparknssenkonto ״Die Welt" Budapest, Kr. 15655. ״ Jugosüvien durch die Jüdische Bank für Bosnien und Herzegowim, Sarajewo. Der 4. tschechoslowakische Zionistentag (M.-Ostrau, vom 29., 30. Juni und 1. Juli 1923.) fn Anwesenheit von 60 Delegierten eröffnet Dr, J05ef R 11 fei sen, M.-Ostrau, in hebräischer Spradic den Zionistentag am Freitag, den 29. Juni, 2 Uhr nachmittags. Der vJm Zionistentag sodann gewählte Vorsitzende, Herr Dr. Ludwig Singer, Prag, begrüßt in tschechischer Ansprache die Delegierten und Gäste. Nach den Begrüßungen erstattet Herr Dr. Josef Ruf. eisen ein ausführliches Referat über die Probleme des!3, Zionistenkongresses und nimmt in einer Reihe von Resolutionen, die er dem Zionistcntag zur Annahme vorschlägt, Stellung jJ den wichtigsten politisdien, ,rganisatorischcn und finanziellen Fragen der zionistischen Bewegung sowie zu den Fragen de! Palästina-Arbeit. In der darauf folgenden Debatte entspinnt sich ein heftiger Meinungsstreit, insbesondere über die Fragen der Jewish Agency. Die von Dr. Emil Margufi*. Lcitmcritz, und Dr. Paul März, M.-Ostrau, geführte starke Minderheitsgruppe opponiert gegen eine ohne den Zusammentritt eines allgemeinen, von der ganzen Judenschaft beschickten Palästinnkongresscs gebildete erweiterte Jewish Agency und verlangt die Bildung einer aus sämtlichen jüd!sehen Gruppen gebildeten Körperschaft, die den ausschließ, liehen Zweck hätte, den Weltkongreß vpr/.ubcrdten. Für die Auffassungen Dr. Rufeisens sprechen die Herren Dr. Leopold Goldschmied, I’roßnitz, Dr. Hugo Herrmann, M.- Ostrau, Ing. Emst Frischer, M.-Ostrau, Norbert Adler, Prag, Fiir die Minderheitsresolution sprach Herr Hermann Lichtigl Prcsov. ln der am 30. Juni um V»lö Utrr abends eröffnelen Abendsilzung gelangen die Resolutionen zur Abstimmung, worauf Herr Norbert Adler, Prag, ein ausführliches Palästinareferat erstattet und die .Resolutionen der Palästina• k-ommissicm zur Annahme Vorschlag! Sämtliche Debattenredner des Abends stimmen den Grundprinzipien des Referates zu. Am Sonntag Vormittag erstattet Herr Norbert Adler sein Referat über die Palästina-Arbeit in der csl. Republik, Herr Ernst Teller ein Paläshna-Subreferat, Hachscharah und Alijah, und empfiehlt die Resolutionen der Palästinakommission zur Annahme. Nach einer lebhaften Debatte gelangen endstehende Re- Solutionen zur Annahme. De Tagung wird Sonntag Abend von Dr. Singer geschlossen. Resolutionen 004 Beschlüsse des Zionislentages: Für alle übrigen Länder durch Einsendung voa Originalnoten (nur anlädierte SlaaUsclieine!) oder durch Schccküberwciiurg. Wir ersuchen nach nute re Auslandsabonnent«• um umgehende Uebemchnng der Gebühren, damit in der Zustellung der ZtHing nach dem I, Juli keine Unterbrechung eintrltt. Verlag Jüdische Rundschau Berlin W 15, Sächsische Str, 8 Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392 Bankkonto: Darmstädter und Nationalbank, Deposltenkaise, Kurfürstendamm 52. Ansehen des Keren Hajcssod außerordentlich hebt und ständige große Beiträge ermöglicht. Der Keren Hajcssod, der für aie bchaffung der Grundlagen eines eigenen Wirtschaftslebens verantwortlich ist, wird einen weit größeren Eindruck aut das jüdische Volk machen, als ein Fonds, der in vielen Richtungen hellen will, ohne klar zeige« zu können, was er eigentlich erreicht hat. Der Keren 1 tajessod soll seinen Namen rechtfertigen, indem er für sich die Fimktioncn behält, die einem nationalen Kapital offenbar obliegen. Er muß die dauernden Grundlagen des jüdischen Lebens schaffen, und andern Finanzinstituten überlassen, andere ökonomische Zweige wie Industrie und Handel zu entwickeln, indem er selbst dabei nur cinschrcitet, wenn es unbedingt erforderlich ist. Die folgenden Abschnitte: IV. ״Jüdischer Natlonalfond", V. ״Die Palcsiiac Land Development Company", VI. ״Funk* tionea des Jewish Colonial-Trust", VII. ״Funktion der Zionistischen Organisation" — müssen wegen Raummangel für nächste Nummer zurückgeatellt werden. Red. ״J. R"‘ I. Allgemeine Resolutionen, A. Politik {. Der Zionistcntag billigt die Politik der Londoner Exekutive der Weltorganisation, welche es verstanden hat, angesichts der schwierigen Verhältnisse im nahen Orient unseren Willen zur friedliche« Zusammenarbeit mit allen dort wohnenden Völkern unter Fcsthaltung an den durch das Mandat uns vorbrieften Rechten zur Geltung zu bringen und gibt der Erwartung Ausdruck, daß die Schaffung wirtschaftlicher Tatsachen und kultureller Leistungen größeren Stiles es unserer Exekutive ermöglichen werden, den berechtigten Forderungen und Btschvverdcn der jüdischen Bevölkerung Palästinas, welche bisher noch nicht volle Berücksichtigung gefunden haben, den entsprechenden Nachdruck zu verleihen. B. Jewish Agency, Welfkongr*# 2. Der Zionistcntag sicht in der Einberufung eines al'gcmeinen jüdischen Kongresses für den Palästinnmiibau ein geeignetes Mittel, um eine das Gesamtjudrntmn vertretende Jewish Agency im Sinne des Artikels 4 des Mandates zu bilden und fordert daher die Exekutive auf, die selten begonnenen Bemühungen in dieser Richtung fortzusetren. Doch tollen schon vor der Verwirklichung des Weltkongresses Schritte unter- «omincn werden, um alle Juden, die an dem Aufbau der jüdisch-nationalen Heimstätte in Palästina mithelfen wollen, zur Mitarbeit und Mitverantwortung heranzuziehen. Die Exckutive soll ermächtigt werden, zur Erreichung dieses Zieles Verhandlungen zu führen, um auch verantwortlichen Vertretern anderer jüdischen Organisationen den Eintritt in die bisher von der Zionistischen Organisation allein gebildeten Jewish Agency zu ermöglichen. Die PalSslina - Politik blell>t London (J.C,B.), Im englischen Unterhause erhob Colonel Howard*Bury die Anfrage, ob die Regierung die bürgerlichen und religiösen Rechte aller Bewohner Pa* lästinas ohne Rücksicht auf Rasse oder Religion zu schützen beabsichtige. Weiter, ob die Regierung gewillt sei, Palästina im Einklang mit den Wünschen der Mehrheit der Bevölkerung zu verwalten, oder aus Palästina ein jüdisches Nationalhelm zu machen. Der Unterstaatssekretär der Kolonien Mr, Ormsby Gore erteilte folgende Antwort: Die Regierung hat die feste Absicht, die bürgerlichen und religiösen Rechte aller Bewohner Palästinas zu schützen und das Land als Mamlatsmacht im Einklang mit dein Wortlaut des Mandates zu verwalten. Wie cs in dem, dem Parlament im vorigen Jahre vorgelegten Weißbuch erklärt wurde, hat Seiner Majestät Regierung die Pflicht übernommen, den Aufbau eines jüdischcn Nationalhcims in diesem Lande zu erleichtern. Die Bildung eines jüdischen Staates oder einer jüdischen Regierung ist in dieser Politik nicht enthalten. Als Bcvoßmächtigte des Völkerbundes für das heilige Land ist es Auf* gäbe der britischen Regierung, die Entwicklung aller Rassen und Religionen in Palästina zu fördern und die Herrschaft der einen über die andere zu Verhindern. Auf die Frage Captain Borkcleys, ob die Regierung an der B a 1 f ou r-Dckl a r ation festhalte, ant* vvortete Mr. Ormsby Gore: ״Ja“. Palästinareis« Felix Sailens and Gerhard Hanpbnanns Wien (J. C. B.). Wie unser Wiener Corrciispondent erfahrt, wird der bekannte Novellist und Theaterkritiker Felix Salten, der ein Freund Theodor Hcrzl'a war, «ich nach Palästina begeben. Mit ihm zusammen soll auch Gerhard Haupimann die Reise antreten, Felix Salten wird nach seiner Rückkehr aus Palästina eine Tournee für den Keren Hajcssod unternehmen. Abgelehnte Minderheitsresolution Dr. Margulies: Der Isdiechoskiwakisdie Zionislentag schlägt dem Kon- Kfrß Vl3r1 die Exekutive zu ermächtigen, mit Vertreten! sämtlicher jüdischer Gruppen eine Körperschaft zu bilden, welche den ausschließlichen Zweck hätte, die Einberufung des alijüdischcn Weltkongresses vorzubereiten. Bis zu der Wahl der definitiven Jewish Agency durch den jüdischen Weltkongreß hat ausschließlich die'Zionistische Organisation im Sinne des Mandate« die G.iUaöe der Jewish Agency zu führen. C. Organisation 3. Der Zionistcntag wünscht die Wahl einer kleinen, homogenen Exekutive mit dem Rechte, verantwortliche Ressortleiter, Fachleute, zu ernennen. De Exekutive soll mit gewählten Vertretern des Jischuw, die einen Beirat bilden, zusammenarbeiten. Di« höchste Beschlußfassung und Entscheidüng in allen die Organisation betreffenden Angelegenheiten soll jedoch der Exekutive Vorbehalten bleiben, die dem Kongreß verantwortlich ist. 4. Der Zionistentag ♦ritt dafür ein, daß der Sitz der Exekutive, solange cs die politische Leitung cs für notwendig hält, in London verbleibe. Der Zionislentag beauftragt die esl. Kongreß-Delegierten, nach Möglichkeit dahin zu wirken, daß der 13. Kongreß eine Arbeit-( igung werde und fordert sie auf, zu diesem Zwecke die •U klung einer Arbeitsgruppe zu initiieren re׳p, zu fördern. D. FalSstinaarbcII I. 5. Dz! Zionistcntag ist der Ansicht, daß ci.1 ei ,liviilichfr Kolonifat.onsplan für den Aufbau Palästinas dringend criorderlieh ist, und verlangt daher, daß ein solcher Plan der zionisti- »dien Ocffentlichkeit bekanntgegeben und dem nädisteu Kongreß vorgelegt wird. Zu diesem Zwecke erachtet der Zionrstentag die Einberufung einer Kolonisationskonfcrcnz für notwendig, welche von Fachleuten, Vertretern des Jischuw und Vertretern der tandesorgam Mionen und Sonderverbände bc* schickt, die sadtUihu! vu i rc .'.!mischen Grundlagen der KoJonbuUojbiiiti^kv'.t ח,, ,!! יי ח• is׳';ognmm für die nächst•